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Queichhambach ist ein Stadtteil und insgesamt einer von vier Ortsbezirken der im rheinland-pfälzischen Landkreis Südliche Weinstraße gelegenen Stadt Annweiler am Trifels. Bis 1972 war er eine eigenständige Gemeinde.

Queichhambach
Wappen der ehemaligen Gemeinde Queichhambach
Koordinaten: 49° 12′ 58″ N, 7° 59′ 36″ O
Höhe: 180 m ü. NHN
Einwohner: 587 (30. Jun. 2007)
Eingemeindung: 22. April 1972
Postleitzahl: 76855
Vorwahl: 06346
Queichhambach (Rheinland-Pfalz)
Queichhambach

Lage von Queichhambach in Rheinland-Pfalz

Östlicher Ortseingang von Queichhambach
Östlicher Ortseingang von Queichhambach

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Der Ort liegt etwa einen Kilometer nordöstlich der Kernstadt. Die Queich, die als Namensgeber des Ortes fungierte, streift den nördlichen Rand des Siedlungsgebiets; nordwestlich von diesem mündet von links der Hahnenbach in erstere. Zum Stadtteil gehören außerdem noch die Weiler Neumühle und Rothenhof; ersterer befindet sich zwei Kilometer östlich und letzterer lediglich wenige hundert Meter nördlich der Kerngemeinde. Zwei Kilometer südöstlich erstreckt sich an der Gemarkungsgrenze zu Birkweiler der insgesamt 551,9 Meter messende Hohenberg. Im Osten liegt – teilweise bereits auf Gemarkung von Birkweiler und Albersweiler – das Naturschutzgebiet Haardtrand – Auf dem Kirchberg. Nordwestlich von Rinnthal gehört in der Frankenweide mit dem Queichhambacher Wald eine Exklave zum Ort; diese wird vom Wellbach durchflossen.

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1274 werden eine Kirche nebst Hof in Queichhambach urkundlich erwähnt, das 1283 dem Kloster Hornbach zugesprochen wird. Der Ort erhielt Rechte an der ersten Haingeraide, die ein Gebiet in der Frankenweide nördlich von Rinnthal und Eußerthal umfasst; im Zuge von deren Auflösung kam eine Exklave, der sogenannte Queichhambacher Wald, zum Gemeindegebiet. 1559 übernehmen die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken zu der schon bestehenden Landesherrschaft auch die Grundherrschaft von Queichhambach bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. 1739 entsteht an der Stelle des Vorgängerbaus die heutige neue Pfarrkirche. Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) war Queichhambach von 1798 bis 1814 dem Kanton Annweiler im Département Donnersberg zugeordnet und wurde von der Mairie in Annweiler verwaltet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen waren die Pfalz und damit auch die Gemeinde Queichhambach zunächst Österreich zugeordnet worden. In einem 1816 geschlossenen Staatsvertrags trat Österreich Region an das Königreich Bayern ab. Der nunmehr Bayerische Kanton Annweiler gehörte im neu geschaffenen Rheinkreis vorläufig noch zu dem aus dem vorherigen Arrondissement gebildeten Bezirk Zweibrücken und kam am 1. August 1816 zum Bezirk Landau. Nach der Untergliederung der Bezirke in Landkommissariate (1818) gehörte Queichhambach zum Landkommissariat, später Bezirksamt Bergzabern, aus dem 1938 der Landkreis Bergzabern entstand.

Im amtlichen Ortschaftenverzeichnis für den Freistaat Bayern aus dem Jahr 1928 wurde die Landgemeinde Queichhambach, nun zum bayerischen Regierungsbezirk Pfalz und zum Bezirksamt Bergzabern gehörend, wie folgt beschrieben: Insgesamt 289 Einwohner (103 Katholiken, 183 Protestanten und drei sonstige Christen), 56 Wohngebäude und eine Fläche von 418 Hektar; es gab im Kirchdorf Queichhambach selbst eine protestantische Schule und eine Handarbeitsschule. Zur Gemeinde gehörten die Einzelsiedlungen Albersweiler mit vier Wohngebäuden und 33 Einwohnern und Neumühle mit zwei Wohngebäuden und zehn Einwohnern.[1]

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort wie die meisten des Kreises in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern (seit 1978: Landkreis Südliche Weinstraße). 1972 sollte er zudem in die ebenfalls neu geschaffene Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels eingegliedert werden, jedoch sprach sich der Gemeinderat für die Eingemeindung nach Annweiler aus, die am 22. April 1972 vollzogen wurde.[2]

WappenBearbeiten

Bis zur Eingemeindung nach Annweiler am 22. April 1972 besaß Queichhambach ein eigenes Wappen.

Blasonierung: „In Silber ein wachsender, goldnimbierter, goldhaariger Heiliger in natürlichen Farben, bekleidet mit einem goldenen Messgewand (Albe), einem blauen, ärmellosen, hochgeschlossenen Chormantel und einer blauen goldverbrämten Mitra, in der Rechten einen goldenen Krummstab, in der Linken ein aufrecht stehendes rotes Buch mit goldenen Beschlägen.“

Andere Wappenversionen zeigen den Heiligen mit silbernem Haar und silberbeschlagenem Buch.

Wappenbegründung: Der Heilige ist der hl. Pirminius, im Mittelalter der Patron des Klosters Hornbach; das Wappen geht auf das seit 1496 nachgewiesene Gerichtssiegel von Queichhambach zurück.

InfrastrukturBearbeiten

 
Gut Hohenberg

Mit einer Hofanlage, einem Wohnhaus, dem Gasthaus Im Fronhof, der protestantische Kirche – alle in der örtlichen Queichtalstraße befindlich – und der Queichtalbrücke nördlich des Ortes befinden sich in Queichhambach insgesamt fünf Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.[3] Der südöstlich des Siedlungsgebiets gelegene Seminarbauernhof Gut Hohenberg bietet ein Programm für Schüleraufenthalte und zur Erwachsenenbildung an.[4] Vor Ort existierte zeitweise ein jüdischer Friedhof.

VerkehrBearbeiten

1874 entstand mit Eröffnung des Abschnitts LandauAnnweiler der Bahnstrecke Landau–Zweibrücken auf Höhe des Weilers Neumühle der Bahnhof Albersweiler-St. Johann, der später in Albersweiler umbenannt wurde. 1984 wurde er zugunsten eines für die Gemeinde Albersweiler ortsnahen Haltepunkts aufgegeben. Unmittelbar nördlich des Ortes verläuft in Ost-West-Richtung die Bundesstraße 10. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 490, die bis nach Niederschlettenbach führt. Am nordwestlichen Ortsrand mündet in diese außerdem die Kreisstraße 9, die nach Gräfenhausen führt. Der Ort ist über die Buslinien 523 und 524 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angebunden; erstere verbindet ihn mit der Kernstadt sowie mit Gräfenhausen, Bindersbach und Albersweiler und letztere über die Kernstadt, Waldhambach und Waldrohrbach zum Pfalzklinikum.

KulturBearbeiten

Am 4. August 2012 wurde der „Platz der Literatur“ eingeweiht. Initiator ist der Heimatforscher, Volkskundler und Buchautor Helmut Seebach. Dieser Platz vereinigt drei Einrichtungen pfälzischer Literatur mit Tisch und Bank, die kostenfrei genutzt werden können. Seit 2008 befindet sich am östlichen Ortseingang in Form eines umfunktionierten ehemaligen Stromkasten ein öffentlicher Bücherschrank; es war der erste solche innerhalb der Pfalz. 2011 kam der erste Literamat hinzu, der Zigarettenschachteln mit Kurzgeschichten und Gedichten Pfälzer Autoren enthält, sowie 2012 eine Hörzelle mit gesprochener Literatur von Pfälzer Mundartdichtern.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Albert Lenhart: Heimatgeschichtliches aus Queichhambach. Gemeindeverwaltung, Queichhambach 1959
  • Queichhambach. Ein Dorf und seine Geschichte. Queichhambach 725-2008 & 25 Jahre. Stadt, Annweiler am Trifels 2008

WeblinksBearbeiten

  Commons: Queichhambach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1926 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, Spalte 724 (digitale-sammlungen.de)
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 157 (PDF; 2,8 MB).
  3. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Südliche Weinstraße. Mainz 2019, S. 8 (PDF; 10 MB).
  4. Gut Hohenberg (Memento des Originals vom 3. Oktober 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.soel.de Abgerufen am 23. September 2014
  5. Platz der Literatur Abgerufen am 26. Juli 2015