Niederschlettenbach

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Niederschlettenbach
Niederschlettenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Niederschlettenbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 5′ N, 7° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Dahner Felsenland
Höhe: 203 m ü. NHN
Fläche: 7,64 km2
Einwohner: 290 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76891
Vorwahl: 06394
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 033
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 29
66994 Dahn
Website: www.niederschlettenbach.de
Ortsbürgermeister: Thomas Pietsch (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Niederschlettenbach im Landkreis Südwestpfalz
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Über dieses Bild
Blick auf Niederschlettenbach

Niederschlettenbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dahn hat und innerhalb derer sie sowohl hinsichtlicher ihrer Einwohnerzahl als auch hinsichtlich ihrer Fläche die viertkleinste Ortsgemeinde darstellt.

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Niederschlettenbach liegt im Wasgaus, wie der Südteil des Pfälzerwaldes und der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt wird, im sogenannten Dahner Felsenland. Geologisch dominieren vor Ort die Trifels-Schichten. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Erlenbach bei Dahn, Bobenthal, Nothweiler und Bundenthal. Rund zwei Kilometer südlich der Gemeindegemarkung befindet sich die Staatsgrenze zu Frankreich. Zudem ist Niederschlettenbach Bestandteil des Oberen Mundatwaldes

ErhebungenBearbeiten

Im Süden der Gemarkung unweit der Grenze zu Bobenthal erstrecken sich der 378,3 m hohe Teilberg und im Osten die 321 m hohe Dörrhalde.

GewässerBearbeiten

Der Ort liegt an der Wieslauter, die den südlichen Siedlungsrand streift. Vor Ort mündet in diese von links der Erlenbach, der in Nord-Süd-Richtung mitten durch die Bebauung fließt. Der weiter östlich verlaufende Portzbach bildet die Gemarkungsgrenze zu Bobenthal.

GeschichteBearbeiten

Der Codex Edelini berichtet zum Jahr 1068 über die Weihe der Laurentiuskirche in Slettenbach (Niederschlettenbach).[2][3] Ein alter Giebelstein mit der Weiheinschrift vom 13. Mai 1068 ist im alten Chor eingemauert. Ein römischer Götterstein „Diana“ aus dem späten zweiten beziehungsweise frühen dritten Jahrhundert ist an der Ostseite des Turmes eingemauert.

Im !8. Jahrhundert war der Ort Sitz der zum Kloster Weißenburg gehörenden Fauthei Schlettenbach, die zusätzlich die Orte Bobenthal, Bundenthal, Bärenbach, Finsternheim und Erlenbach umfasste.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Niederschlettenbach in den Kanton Dahn eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte Bärenbach in das Königreich Bayern. Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde Erlenbach in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Dorf schwer beschädigt. Viele alte Fachwerkhäuser wurden dabei zerstört. Nach dem Krieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland zugeordnet.

ReligionBearbeiten

2012 waren 67,6 Prozent der Einwohner katholisch und 16,2 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer und unterstehen dort dem Dekanat Pirmasens, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

KulturBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Kulturdenkmäler
 
Pfarrkirche St. Laurentius

Vor Ort befinden sich insgesamt sieben Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Unter ihnen befindet sich die einen Kilometer westlich des Siedlungsgebiets von Niederschlettenbach liegende gotische St. Anna-Kapelle, die um 1400 erbaut. Die jährliche Wallfahrt findet am Samstag nach dem 26. Juli statt. In dieser Kapelle liegen die Gebeine von Hans Trapp, dem Ritter von der Burg Berwartstein († 1503). Der Ort wird von der Pfarrkirche St. Laurentius mit einem gotischen Chor um die 1220 und 1230 und einem Turm aus dem 14. Jahrhundert überragt. Am Turm befindet sich eine mittelalterliche Sonnenuhr.

sonstige Bauwerke

Oberhalb des Ortes an der Lauter befindet sich eine Wehr.

NaturBearbeiten

Niederschlettenbach liegt inmitten des Naturparks Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord gehört.

RittersteineBearbeiten

Auf der Gemarkung der Gemeinde befinden sich insgesamt vier Rittersteine. Ritterstein 22 trägt die Aufschrift Glückauf L. v. G. 1835 und ist Bestandteil der Gartenmauer des Forsthauses Erzgrube. 191 Ehem. Silbergrube steht an der Gemarkungsgrenze zu Bobenthal am Eingang zu einem früheren Silberbergwerk. 193 Drei Männer Weg markiert einen Weg, der von drei Leuten ohne offizielle Arbeit errichtet wurde. 196 Ehem. Eisenerzgrube befindet sich unweit des Rittersteines 22 und weist auf ein früheres Eisenerzbergwerk hin.

VeranstaltungenBearbeiten

Vor Ort wird jährlich das St.-Anna-Fest gefeiert.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Niederschlettenbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die acht Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[5]

BürgermeisterBearbeiten

Thomas Pietsch wurde am 24. September 2019 Ortsbürgermeister von Niederschlettenbach, nachdem er bei der Wiederholungswahl zwei Tage zuvor einen Stimmenanteil von 91,5 % erreicht hatte.[6] Diese Wahl war notwendig geworden, da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 der seit 35 Jahren amtierende Ortsbürgermeister Roman Mertz als einziger Kandidat mit einem Stimmenanteil von 43,0 % die notwendige Mehrheit verfehlte.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Durch einen silbernen Schrägwellenbalken, belegt mit einem roten Krummstab, von Blau und Grün geteilt, oben ein silberner Großbuchstabe S, unten eine silbern gedeckte rote Kirche mit silbernen Randsteinen, im Schildfuß ein sechsstrahliger goldener Stern.“[8]

Es wurde 1982 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte vor Ort jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Ebenso war der inzwischen vollständig zum Erliegen gekommene Bergbau für die Gemeinde prägend.

VerkehrBearbeiten

 
Landesstraße 490 in Niederschlettenbach

Durch Niederschlettenbach verläuft die Landesstraßen 478, die in die östliche Richtung nach Wissembourg verläuft und in die westliche stets unweit der Grenze zu Frankreich über Hornbach ins Saarland führt. Innerhalb der Ortsmitte zweigt von dieser Landesstraße 490 ab, die bis nach Annweiler am Trifels verläuft. Westlich des Siedlungsgebiets zweigt von des Landesstraße 478 die Kreisstraße 46 an, die Nothweiler ans Straßennetz anbindet. Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. Die von SüdwestBus betriene Linie 548 stellt die Verbindung zu den nächsten Städten (Dahn und Bad Bergzabern) und nach Weißenburg her.

Vier Kilometer nordwestlich liegt seit 1911 der nächste Bahnhof, Bundenthal-Rumbach an der Wieslauterbahn, der jedoch ausschließlich saisonal angefahren wird. Der nächste täglich bediente Bahnhof ist in Weißenburg im Elsass, 13 Kilometer südöstlich gelegen. Von dort führen die Pfälzische Maximiliansbahn nach Neustadt an der Weinstraße und die Strecke nach Vendenheim der TER Alsace Richtung Straßburg. Einen Lückenschluss der Wieslauterbahn nach Wissembourg über Niederschlettenbach vereitelte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Pläne in den 1920er Jahren, die Wieslauterstrecke über die Gemeinde sowie Nothweiler, Schönau bis nach Fischbach zu verlängern, schob die Reichsregierung aus Kostengründen einen Riegel vor.

Niederschlettenbach liegt fünf Kilometer südlich der Bundesstraße 427, die von Hinterweidenthal über Dahn und Bad Bergzabern bis nach Kandel führt.

TourismusBearbeiten

 
Pfarrheim Niederschlettenbach

Mit dem von Hinterweidenthal nach Neuburg am Rhein verlaufenden Pamina-Radweg Lautertal führt außerdem ein Radweg durch die Gemarkung. In der Ortsmitte existiert das 1947 von der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins eingeweihte Pfarrheim Niederschlettenbach, in dem Übernachtungen angeboten werden.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Christoph von Trotha (~1490–nach 1546), pfälzischer Adliger, bis 1511 Eigentümer des Ortes
  • David Pareus (1548–1622), reformierter Theologe, war 1571 kurze Zeit Prediger in Niederschlettenbach

WeblinksBearbeiten

Commons: Niederschlettenbach – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Christoph Dette (Hrsg.): Liber possessionum Wizenburgensis, Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte, Bd. 59, Mainz 1987, S. 150f. Digitalisat
  3. Martin Dolch; Albrecht Greule: Historische Siedlungsnamen der Pfalz, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer 1991, S. 341.
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Christian Clemens: Niederschlettenbach: Thomas Pietsch ist neuer Bürgermeister. Die Rheinpfalz, 22. September 2019, abgerufen am 8. April 2020.
  7. Mechthilde Treusch: Ortsbürgermeister: Schlettenbach wählt im September. Die Rheinpfalz, 26. Juni 2019, abgerufen am 8. April 2020.
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Gräber, Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.