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Schönau (Pfalz)

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schönau (Pfalz)
Schönau (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schönau (Pfalz) hervorgehoben
Koordinaten: 49° 4′ N, 7° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Dahner Felsenland
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 16,34 km2
Einwohner: 426 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66996
Vorwahl: 06393
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 045
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 29
66994 Dahn
Website: www.schoenau-pfalz.de
Ortsbürgermeister: vakant (12/2017)
Lage der Ortsgemeinde Schönau (Pfalz) im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Ortsansicht von Schönau

Schönau (Pfalz) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dahn hat. Schönau ist ein staatlich anerkannter Erholungsort sowie Grenzort zu Frankreich.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Schönau liegt an der deutsch-französische Grenze im sogenannten Wasgau, wie der Südteil des Pfälzerwaldes sowie der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt wird und gehört zur Untereinheit Stürzelbronn-Schönauer Felsenland. Zu Schönau gehört der Ortsteil Gebüg, die Ferienkolonie Heilsbach sowie der Wohnplatz Biehlerhof.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Rumbach, Bundenthal, Nothweiler, Wingen, Lembach, Hirschthal, Lembach, Niedersteinbach und Fischbach bei Dahn.

ErhebungenBearbeiten

Unmittelbar östlich des Siedlungsgebiet erhebt sich der 524 m hohe Schlüsselfelsen. Mehrere Kilometer weiter im Osten der Gemarkung an der Grenze zu Nothweiler und Frankreich liegt der 570,9 m hohe Schlossberg. Im Südwesten der Gemeinde, ebenfalls an der Grenze zu Frankreich befindet sich der 515 m hohe Maimont, dessen Nordostflanke zum Gemeindegebiet gehört. An der Gemarkungsgrenze zu Rumbach erstreckt sich der 540 m hohe Große Adelsberg.

Weitere Erhebungen innerhalb der Gemarkung sind der im Nordwesten befindliche Nestelberg (441 m), der 495 m hohe Schwobberg im Nordosten und 462 m messende Hichtenberg im Süden.

GewässerBearbeiten

Mitten durch das Gemeindegebiet fließt in Nord-Süd-Richtung die Sauer, die nach dem passieren von Hirschthal durch das Elsass zum Rhein fließt. Im Nordwesten der Gemarkung befindet sich mit dem Königsbruchgraben ein rechter Seitenarm von ihr. In diesen münden von rechts der Waldgraben sowie der Heilsbach. Weiter flussabwärts nimmt die Sauer zunächst von links den Schwobbach auf, der im Nordosten der Gemarkung entspringt. In der Ortsmitte ist sie zum Königsweiher aufgestaut; in diesem Bereich mündet von links der Wengelsbach. Der Hichtenbach, der unmittelbar an der Staatsgrenze zu Frankreich entsteht, verläuft teilweise ebenso über die Gemeindegemarkung; der Mündungsbereich liegt jedoch bereits in Hirschthal und somit jenseits des Gemeindegebiets. Im Westen bildet außerdem das Petersbächel weitestgehend die Grenze zu Fischbach bei Dahn.

GeschichteBearbeiten

Schönau wurde im Jahr 1129 erstmals urkundlich erwähnt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zu Pfalz-Zweibrücken.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Schönau in den Kanton Pirmasens eingegliedert und war Sitz einer Mairie, die zusätzlich Hirschthal, Nothweiler und Rumbach umfasste. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte Hinterweidenthal in das Königreich Bayern. 1817 wurde die Gemeinde in den Kanton Dahn umgegliedert. Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde Schönau in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Da der Ort sich in der Roten Zone befand wurden die Bewohner mit Beginn des Zweiten Weltkrieg vorübergehend evakuiert. Beim Luftangriff auf Zweibrücken am 14. März 1945 während des war die Gemeinde Teil des Frontverlaufs der US Army. Nach dem Krieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort Bestandteil der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland.

EinwohnerBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schönau (Pfalz), die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 525
1835 783
1871 766
1905 636
1939 793
1950 601
Jahr Einwohner
1961 618
1970 658
1987 574
1997 524
2005 449
2017 426

ReligionBearbeiten

2012 waren 72,6 Prozent der Einwohner katholisch und 14,5 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. Im Nordwesten der Gemarkung befindet sich außerdem die vom Bistum Speyer betriebene Heilsbach Bildungs- und Freizeitstätte.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Schönau (Pfalz) besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahre 2009 wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU Gesamt
2014 Mehrheitswahl 8 Sitze
2009 5 3 8 Sitze
2004 3 5 8 Sitze

Aufgrund des Bevölkerungsrückgangs verkleinerte sich der Gemeinderat im Jahre 2004 von 12 auf 8 Mitglieder.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In gespaltenem Schild rechts in Rot unter goldener Krone eine aufgerichtete silberne Pflugschar, links von Silber und Grün zweimal geteilt, im silbernen Feld Bergwerkshammer und Schlägel in Schwarz gekreuzt, belegt mit einem goldenen Abtsstab.“[6]

Es wurde 1956 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht in der vorderen Hälfte zurück auf ein Gerichtssiegel von 1730.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Unter Denkmalschutz stehendes Fachwerkhaus in Schönau

Die Burg Blumenstein und die Wegelnburg sind als Denkmalzonen ausgewiesen.

Hinzu kommen insgesamt 12 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die beiden Kirchen Kirchen im Ort. Die Katholische Kirche St. Michael, die im Zeitraum von 1840 bis 1842 von August von Voit als fünfachsiger Saalbau im Stil der Neoromanik errichtet wurde, enthält im Innern eine pneumatische Späth-Orgel von 1934. Bei der evangelischen Nikolauskirche handelt es sich um einen barocken Saalbau aus dem Jahr 1746, der vom Architekten Philipp Heinrich Hellermann stammt. Ihr wertvollstes Ausstattungsstück ist eine aus Bauschlott stammende Voit-Orgel aus dem Jahr 1800. 1971 wurde das Instrument von Oberlinger Orgelbau in Schönau aufgestellt und durch ein Rückpositiv auf II/16 erweitert.

NaturBearbeiten

Auf Gemarkung von Schönau befinden sich insgesamt sechs Naturdenkmale. Das Naturschutzgebiet Königsbruch befindet sich teilweise ebenfalls auf dem Gemeindegebiet. Im Südosten der Gemarkung unmittelbar an der Grenze zu Frankreich liegt zudem der Kaiser-Wilhelm-Stein.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Vom Schönauer Hüttenwerk gefertigter Brunnentrog in der Ortsmitte

Die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken legten im Ort mit dem Schönauer Hüttenwerk eine Eisenerzschmelze an, wodurch Schönau zu einer frühen Industriegemeinde wurde. 1835 erwarb der Großindustrielle Ludwig von Gienanth den Betrieb. Nach der Stilllegung des Werkes 1883 wandelte sich Schönau zu einem Erholungsort.

VerkehrBearbeiten

Von 1924 bis 1930 war die Gemeinde über den jenseits der Gemarkung liegenden Halt Schönau-Brettelhof der Wasgauwaldbahn an das Schienennetz angebunden. Durch Schönau verläuft die Landesstraße 488, die im Norden zwischen Fischbach und Rumbach in die L 478 mündet und in südlicher Richtung nach Hirschthal sowie nach Frankreich führt, wo sie nach Überschreitung der Staatsgrenze zur Département-Straße 925 wird. Von der L 488 zweigt die Kreisstraße 43 ab, die über Gebüg und Petersbächel nach Ludwigswinkel führt. Zudem existiert eine Straße, die ins französische Wengelsbach führt, die bis 1936 die einzige Möglichkeit darstellte, dort hinzugelangen.

TourismusBearbeiten

Durch Schönau führen der mit einem roten Balken markierte Fernwanderweg Donnersberg-Donon und ein Wanderweg, der mit einem grünen Balken markiert ist, der von Niederauerbach bis in den Bienwald verläuft. Der 7-Burgen-Wanderweg hat seinen Ausgangspunkt in der Gemeinde und führt unter anderem an der Burg Blumenstein vorbei.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Susanne Ganster (* 1976), Politikerin (CDU), leitete von 2006 bis 2011 die örtliche Heilsbach Bildungs- und Freizeitstätte

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 108 (PDF; 2,2 MB).
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.