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Heltersberg

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Heltersberg
Heltersberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Heltersberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 19′ N, 7° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Waldfischbach-Burgalben
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 28,15 km2
Einwohner: 2029 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67716
Vorwahl: 06333
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 015
Adresse der Verbandsverwaltung: Friedhofstraße 3
67714 Waldfischbach-Burgalben
Website: www.heltersberg.de
Ortsbürgermeister: Ralf Mohrhardt (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Heltersberg im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Heltersberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben an. Heltersberg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Heltersberg liegt am Rande des Pfälzerwaldes im Zentrum von dessen Teilbereich Pfälzisches Holzland. Der größte Teil der Gemarkung ist von forstwirtschaftlich genutzten Mischwäldern bedeckt. Im Südosten der Gemeinde befinden sich zwei Waldgebiete, die die Bezeichnungen Heltersberger Wald und Wadgasser Wald tragen. Zu Heltersberg gehören zusätzlich die Wohnplätze Hundsweihersägemühle, Lindenbrunnerhof und Westrichhof.[3] Nachbargemeinden – im Uhrzeigersinn – Schmalenberg, Trippstadt, Leimen, Clausen, Waldfischbach-Burgalben, Steinalben und Geiselberg.

ErhebungenBearbeiten

Der Ort liegt auf einem breiten Hügelsattel. Südöstlich der Bebauung erstreckt sich der 428, 4 Meter hohe Kleine Hundsberg und der Dinkelsberg, weiter südöstlich der Hermerskopf (476,2 Meter) sowie der Große Hundsberg (477 Meter). Der Große und der Kleine Hundsberg bilden zusammen die Kernzone Hundsberg des Naturpark Pfälzerwald. Im Osten der Gemarkung liegt der Hahnenberg (486,8 Meter) sowie in der Nähe der Grenze zu Trippstadt und Leimen der 518,3 Meter hohe Hahnenkopf.

GewässerBearbeiten

Heltersberg ist von den Tälern des Schwarzbachs und Haselbachs umgeben. Ersterer bildet im Süden zunächst die Gemarkungsgrenze zu Leimen. Unmittelbar am Gemarkungsdreieck von Leimen und Trippstadt durchfließt er den Schwarzbachtalweiher. Weiter westlich markiert der Schwarzbach die Grenze zu Clausen, wo sich der Clausensee befindet. Dieser ist östlicher Ausgangspunkt des sogenannten Schwarzbachtals. Unmittelbar westlich nimmt der Fluss von rechts das Hundsbächel auf, das südöstlich des Siedlungsgebiets entspringt. Kurz vor dessen Mündung ist es zum Hundsweiher aufgestaut. Etwas weiter westlich mündet – ebenfalls von rechts – das Dinkelsbächel in den Schwarzbach, das zugleich die Grenze zu Waldfischbach-Burgalben bildet. Der Haselbach – ebenso Hembach genannt – entspringt nordöstlich der Bebauung, fließt nach Norden und mündet bereits nach wenigen hundert Metern in die Hirschalbe, die im äußersten Norden der Gemeindegemarkung entspringt und danach in die westliche Richtung fließt.

GeschichteBearbeiten

1272 erstmals urkundlich erwähnt, unterstand der Ort zusammen mit Waldfischbach, Geiselberg, Schmalenberg und Schopp als Teil des Holzlandes dem Kloster Hornbach. Mit der Säkularisation des Klosters (1557) kamen die Orte an das Kurfürstentum Pfalz, deren weiteres Schicksal sie teilten. Im Dreißigjährigen Krieg weitgehend verwüstet erfolgte der Aufbau zunächst nur zögerlich und wie in anderen Gemeinden des Holzlandes durch Zuwanderer aus der Schweiz.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Heltersberg mit dem Gericht Waldfischbach zum kurpfälzischen Oberamt Lautern.[4] Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg besetzt.

1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Marzalben in den Kanton Waldfischbach im Departement Donnersberg eingegliedert und war Sitz einer Mairie, zu der zusätzlich Geiselberg und Steinalben gehörten.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Heltersberg von 1817 an zum Landkommissariat Pirmasens im Rheinkreis, das 1862 zum Bezirksamt Pirmasens wurde.

1939 wurde Heltersberg in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Heltersberg innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben zugeordnet.

EinwohnerBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Heltersberg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 650
1835 772
1871 809
1905 1.034
1939 1.337
1950 1.479
1961 1.831
Jahr Einwohner
1970 1.982
1987 2.022
1997 2.226
2005 2.216
2011 2.101
2017 2.023

ReligionBearbeiten

Ende 2014 waren 43,4 Prozent der Einwohner katholisch und 41,6 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Heltersberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 8 4 4 16 Sitze
2009 5 9 2 16 Sitze
2004 6 10 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Heltersberg e. V.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Schwarz rechts ein linksgewendeter rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe, links ein aufgerichteter zugewendeter silberner Fisch mit goldenen Flossen, wovon der Löwe einer mit der rechten Vorderpranke berührt.“[7]

Es wurde 1949 vom Ministerium des Innern in Koblenz genehmigt.

Wappenbegründung: Der goldene Löwe repräsentiert das Kurfürstentum Pfalz zu dem Heltersberg bis zur Annexion durch Frankreich 1793 gehörte. Der Fisch stammt aus dem Wappen von Waldfischbach, das bis zur Zusammenlegung mit Burgalben ein fast identisches Wappen führte, und weist auf den Fischreichtum der Bäche Schwarzbach und Moosalb hin.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Vor Ort existieren insgesamt vier Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Hinzu kommen außerdem zwei Naturdenkmale.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Die Zimmerkopfhütte des Heimat und Pfälzerwaldverein Heltersberg

VerkehrBearbeiten

Durch Heltersberg führt die Landesstraße 499. Die Gemeinde ist ausschließlich indirekt durch überregionale Verkehrswege erschlossen: im Westen tangiert die von Kaiserslautern nach Pirmasens führende Bundesstraße 270 das Ortsgebiet. Einige Kilometer weiter westlich führt die einspurige Bundesautobahn 62 von Pirmasens über Landstuhl nach Trier.

Ebenso verläuft im westlich gelegenen Moosalbtal eine einspurige Eisenbahnstrecke von Pirmasens nach Kaiserslautern. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Waldfischbach und Steinalben. Ein kleiner Flugplatz befindet sich etwa 20 km westlich des Ortes (Flugplatz Pirmasens-Pottschütthöhe). Daneben ist der Flugplatz Zweibrücken lediglich rund eine halbe Stunde entfernt.

TourismusBearbeiten

Durch Heltersberg verläuft der Pfälzer Waldpfad. Am westlichen Ortsrand liegt der Naturlehrpfad „Auf der Mauer“ mit verschiedenen Stationen und dem 10,7 m hohen Aussichtsturm „Türmche“, der einen guten Rundblick über Heltersberg und die benachbarten Orte bietet.[8]

Ortsansässige UnternehmenBearbeiten

Im 20. Jahrhundert entstanden zunächst mehrere Schuhfabriken, später folgte eine Großbäckerei. Heute verfügt Heltersberg insbesondere über eine bedeutende kunststoffverarbeitende Industrie (Tehalit, heute zur Hager Group gehörend).

BildungseinrichtungenBearbeiten

Im Ort existiert die Holzland-Grundschule Heltersberg. Nächstgelegene weiterführende Schule ist die Daniel-Theysohn IGS in Waldfischbach-Burgalben.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die in der Gemeinde gewirkt habenBearbeiten

  • Wilhelm von Brockhausen (1773–1858), preußischer General, war bei einem Gefecht bei Heltersberg anwesend
  • Johannes Storck (1829–1914), lebte zeitweise in Heltersberg
  • Jakob Knauber (1869–1950), Priester, Pfarrverweser im Ort
  • Martin Walzer (1883–1958), war im Ort zeitweise Pfarrer
  • Josef Freiermuth (1901–1994), Lehrer und Politiker (CDU), war ab 1925 Hilfslehrer vor Ort
  • Verena Bechtluft (* 1986), Keglerin, wurde mit der Mannschaft der Tehalit Heltersberg Deutsche Mannschaftsmeisterin der A-Jugend in Sangerhausen
  • Uwe Benkel (* 1960), Vermisstenforscher, wurde 1998 mit der Verdienstmedaille des Landes ausgezeichnet, wohnt in Heltersberg
  • Dorothee Martin (* 1978), Politikerin (SPD), wuchs in Heltersberg auf.

LiteraturBearbeiten

  • Gemeinde Heltersberg (Hrsg.): Heltersberg 1272–1972. Festbuch zur 700-Jahr-Feier. Waldfischbach-Burgalben 1972.
  • Uwe Benkel: Gefallen – vermisst, den Heltersberger Gefallenen, Vermissten und zivilen Opfern beider Weltkriege. „Damit sie nicht vergessen werden …“. Heltersberg 2008.
  • Reinhold Fremgen (Bearb.): Bürger- u. Familienbuch von 1798–1850 der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben mit den Orten: Geiselberg, Heltersberg, Hermersberg, Höheinöd, Horbach, Schmalenberg und Steinalben sowie die nicht mehr dazugehörige Gemeinde Schopp, diese nur bis 1818. Waldfischbach-Burgalben 1998.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 109 (PDF; 2,2 MB).
  4. Wilhelm Fabricius: Die Herrschaften des unteren Nahegebietes: der Nahegau und seine Umgebung, Bonn: Behrendt, 1914, S. 268 (dilibri Rheinland-Pfalz)
  5. Gemeindestatistik KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Naturlehrpfad mit Türmchen. Aktivgemeinde Heltersberg, abgerufen am 28. Januar 2019.