Dahn

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland

Dahn ist eine Stadt im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz) und gemessen an der Einwohnerzahl dessen viertgrößte Ortsgemeinde. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, innerhalb derer sie sowohl hinsichtlich der Zahl der Einwohner als auch hinsichtlich der Fläche die größte Ortsgemeinde darstellt. Dahn ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[3]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dahn
Dahn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dahn hervorgehoben

Koordinaten: 49° 9′ N, 7° 47′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Dahner Felsenland
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 40,75 km2
Einwohner: 4553 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66994
Vorwahl: 06391
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 004
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 29
66994 Dahn
Website: www.dahn.de
Stadtbürgermeister: Holger Zwick[2] (WG Zwick)
Lage der Stadt Dahn im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Lage, Gliederung und NachbargemeindenBearbeiten

 
Blick auf Dahn

Die Stadt liegt in der Region Pfalz auf 210 m Höhe. Ihr Siedlungsgebiet befindet sich in einem Tal des Dahner Felsenlands, das zum südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, gehört. Der äußerste Westen der Gemarkung zählt bereits zum südwestlichen Pfälzerwald, alternativ Bitscher Waldniederung genannt. Lediglich 10 km südlich verläuft die Grenze zum französischen Elsass.

Zur Stadt Dahn gehören die Weiler und Wohnplätze Büttelwoog, Fischwoogmühle, Neudahner Weiher sowie Reichenbach.[4] Nachbargemeinden Dahns sind – von Norden im Uhrzeigersinn – Hinterweidenthal, Hauenstein, Erfweiler, Schindhard, Bruchweiler-Bärenbach, Fischbach bei Dahn und Lemberg.

ErhebungenBearbeiten

Inmitten der Bebauung erstreckt sich der 297 m hohe Vogelsberg. Unmittelbar südöstlich des Siedlungsgebiets an der Grenze zu Erfweiler erhebt sich der 323,1 m hohe Schlossberg. Weiter nördlich – ebenfalls in Siedlungsnähe – ragt der 420,9 m messende Hochberg auf, und nördlich der Bebauung stehen der 385 m hohe Gerstbergerkopf sowie der 379 m messende Große Hellenberg. An der Gemarkungsgrenze zu Hinterweidenthal erstreckt sich der 274,6 m hohe Schweinspieß.

Im Südwesten der Gemarkung weit abseits der Bebauung befinden sich der 513 m hohe Große Eyberg, nordöstlich von diesem der Kleine Eyberg (425 m) und weiter nordwestlich das 323,1 m hohe Große Taubeneck. Weiter westlich erstrecken sich der Edersberg (405,4 m), der Kleine Mückenkopf (462 m), der Kaletschkopf (453,1 m) sowie das Totenköpfel. Im Nordwesten an der Gemarkungsgrenze zu Lemberg erhebt sich der Bichtenberg (400 m); östlich von diesem befinden sich der 386 m hohe Lehmberg, der 328,2 m hohe Mehrsberg und das 318 m hohe Sägköpfchen. Im Süden an der Grenze zu Bruchweiler-Bärenbach erstreckt sich der 352 m hohe Rauhberg.

GewässerBearbeiten

 
Lauter zwischen Hinterweidenthal und Dahn

Dahn wird von Nordwest nach Südost von der Lauter durchflossen, die am Oberlauf Wieslauter genannt wird und ein linker Zufluss des Rheins ist. Im Norden entspringt der nach Nordwesten verlaufende Seebach, der auf der Gemarkung von Hinterweidenthal in die Lauter mündet. Im Nordosten bildet der Mühlenbach für ein kurzes Stück die Grenze zu Hauenstein. Durch den Nordwesten der Waldgemarkung verläuft der Moosbach, der von links den Moosgraben und von rechts den Seibertsbach aufnimmt und schließlich ebenfalls von rechts in die Lauter mündet. Am südlichen Rand der Bebauung entlang fließt der Heimbach. Der Langenbach bildet teilweise die Grenze zu Erfweiler und Schindhard. Südwestlich des Siedlungsgebiets erstreckt sich außerdem der kleine Stausee Büttelwoog.

Im Südwesten der Gemarkung unmittelbar an der Grenze zu Fischbach bei Dahn entspringen der Spießbach sowie sein linker Nebenfluss Roßbach, die jenseits der Stadtgemarkung über die Sauer entwässern.

GeschichteBearbeiten

 
Historische Ansicht der Dahner Burgengruppe aus dem 19. Jahrhundert

Die Ritter von Than waren als Lehnsleute des Fürstbischofs von Speyer über vierhundert Jahre lang die Herren des Orts; wie im Mittelalter häufig, wurde der bei der Burg gelegene Ort nach dem Geschlecht des – meist chronologisch ersten – Adelsgeschlechts benannt. Im 15. Jahrhundert wurde der sogenannte Vierherrenkrieg teilweise auf dem Territorium von Dahn ausgetragen. Seit dem Aussterben des Rittergeschlechts im Jahr 1603 bis zu den Französischen Revolutionskriegen (1792/97) war Dahn Sitz eines Amts des Hochstifts Speyer, über das zeitweise die Schenken von Waldenburg herrschten; bereits während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte Dahn sich unter französischer Souveränität befunden.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Dahn Sitz eines gleichnamigen Kantons. 1815 wurde die Gemeinde Österreich zugeschlagen und wechselte bereits ein Jahr später in das Königreich Bayern. Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde Dahn in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Da der Ort sich in der Roten Zone befand, wurden die Bewohner mit Beginn des Zweiten Weltkriegs vorübergehend evakuiert. Nach dem Krieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Die Stadtrechte erhielt Dahn vergleichsweise spät. Dem Antrag auf Verleihung vom 24. Januar 1963 gab das Land Rheinland-Pfalz am 27. Oktober desselben Jahres statt. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Stadt Sitz der der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, der sie ebenso angehört.

Weil ein syrischer Asylbewerber am 16. Juni 2016 an einer Bushaltestelle in Dahn seine von ihm getrennt lebende Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet hatte,[5] wurde der Täter im Dezember 2016 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.[6] Am 30. Juni 2019 kam es in der Stadt zu einem flüchtlingsfeindlichen Angriff, bei dem zwei Asylbewerber von einem Angreifer verletzt wurden.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Das Diagramm zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahl; die Werte bis 1961 sowie von 1970 und 1987 sind Ergebnisse von Volkszählungen, diejenigen von 2011 basieren auf dem Zensus 2011. Alle anderen Werte sind Fortschreibungen auf Basis der jeweils vorangegangenen Volkszählung beziehungsweise des Zensus 2011.[7]

 
Einwohnerentwicklung von Dahn von 1815 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1815 942
1835 1.295
1871 1.390
1905 1.654
1939 2.718
1950 2.834
1961 4.057
1965 4.351
1970 4.561
1975 4.696
Jahr Einwohner
1980 4.666
1985 4.590
1990 4.903
1995 5.164
2000 5.022
2005 4.800
2010 4.497
2015 4.595
2018 4.605
2019 4.553

ReligionBearbeiten

 
Dahner Ehrenfriedhof
Christentum

Katholischerseits gehört die Stadt seit mehr als zwei Jahrhunderten zum Bistum Speyer und untersteht dort dem Dekanat Pirmasens. In der Stadt ist eine katholische Pfarrei ansässig. Die Evangelischen sind Teil der Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Im Süden der Stadt, am Rande der Felsgruppe Hochstein, liegt der Dahner Ehrenfriedhof für 2412 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten. Zudem existierte vor Ort zeitweise eine Krankenhauskapelle, deren Ausstattung 2009 von der katholischen Kirche St. Michael in Bobenthal übernommen wurde.

Judentum

Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, die inzwischen nicht mehr existiert. Ihre Mitglieder wurden im nahen Busenberg beerdigt. Seit November 2007 erinnern im Stadtbereich Stolpersteine[8] an diejenigen – überwiegend jüdischen – Einwohner, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert und meist ermordet wurden.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat in Dahn besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[9]

Wahl SPD CDU FDP FD WGK WGZ Gesamt
2019 4 5 - 2 2 7 20 Sitze
2014 6 9 - 3 2 - 20 Sitze
2009 7 8 3 - 2 - 20 Sitze
2004 4 12 1 - 3 - 20 Sitze
  • FD = Wählergruppe Für Dahn e. V.
  • WGK = Wählergruppe Koch
  • WGZ = Wählergruppe Zwick

BürgermeisterBearbeiten

 
Alexander Fuhr, Stadtbürgermeister von 2009 bis 2019

Holger Zwick wurde am 14. August 2019 Stadtbürgermeister von Dahn.[10] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 52,85 Prozent gegen vier andere Bewerber durchgesetzt.

Sein Amtsvorgänger war Alexander Fuhr von der SPD, der dieses Amt ab 2009 ausübte.[11] Bei seiner ersten Wahl hatte sich dieser im ersten Wahlgang gegen drei Mitbewerber durchgesetzt und 2014 mit einem Vorsprung von 33 Stimmen gegen seinen jetzigen Nachfolger, der damals für die CDU angetreten war. Davor hatte Manfred Schreiner von der CDU das Amt inne.

WappenBearbeiten

Aufgrund historischer Erkenntnisse wurde das Wappen von Dahn im Jahr 1952 neu gestaltet.

Blasonierung: „Gespalten durch eine erhöhte eingebogene goldene Spitze, darin eine grüne Tanne auf grünem Hügel, von Blau und Rot; vorn ein durchgehendes silbernes Kreuz, hinten ein silberner Adler.“
Wappenbegründung: Die Tanne als vermutetes Symbol für den Ortsnamen war früher das alleinige Dahner Siegelbild. Das neue Wappen berücksichtigte folgende Voraussetzungen: Da die Ritter von Than über vierhundert Jahre lang die Herren des Ortes Dahn waren, wurde der weiße Adler auf rotem Feld ihrem Wappen entnommen, das drei weiße Adler zeigt; möglicherweise symbolisieren diese die aus drei Burgen bestehende Dahner Burgengruppe. Später war Dahn bis zum Übergreifen der Französischen Revolution nach Südwestdeutschland Sitz eines Amtes des Hochstifts Speyer, weshalb von diesem das weiße Kreuz übernommen wurde. Die Tanne verblieb als Erinnerung an den Ortsnamen, an das alte Gerichtssiegel und an die landschaftliche Lage des Ortes im Pfälzerwald.

PartnergemeindeBearbeiten

Seit 1971 ist Wasselonne im Elsass Partnergemeinde von Dahn.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Denkmalzone Dahner Burgengruppe
Kulturdenkmäler

In der Dahner Umgebung sind Burg Neudahn sowie die Dahner Burgengruppe – bestehend aus den Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein – als Denkmalzonen ausgewiesen. Hinzu kommen insgesamt 31 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die katholische Kirche St. Laurentius, das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und das Ingbert-Naab-Haus.

Sonstige Bauwerke

Im nördlichen Bereich der Stadtgemarkung befindet sich außerdem die Ruine der Burg Gerstbergerkopf. Auf dem Großen Eyberg wurde in den 1950er Jahren der Eybergturm errichtet. Zudem ist die Stadt Bestandteil eines Planetenweges, der sich zusätzlich über Hinterweidenthal und Bruchweiler-Bärenbach erstreckt.

Gemäß der regionalen Folklore bilden die Wälder rund um Dahn einen der „Lebensräume“ für das Fabelwesen Elwetritsch, dem in Dahn ein Elwetritsche-Brunnen und weitere „Denkmäler“ gewidmet sind. In der Ruine der Burg Altdahn ist ein sogenanntes Burgmuseum untergebracht. Zudem existiert das Museum Dahn-Reichenbach.

NaturBearbeiten

 
Der Jungfernsprung, das Wahrzeichen von Dahn

Die Stadt liegt im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord gehört.

Innerhalb der Stadtgemarkung befinden sich zahlreiche Naturdenkmale, darunter der Jungfernsprung, von dem die Stadt überragt wird. Dabei handelt es sich um einem etwa 70 m hohen steilen Felsen, der als Teil des Klettergebiets Pfälzer Wald im Sommer oft das Ziel von Sportkletterern ist und zu dem eine alte Sage existiert. Weitere markante, ebenfalls als Naturdenkmale eingestufte Felsformationen im Stadtgebiet sind der Hochstein, die Formation Braut und Bräutigam und der Löchelfelsen.

Auf der Gemarkung von Dahn befindet sich das Naturschutzgebiet Moosbachtal.

RittersteineBearbeiten

Auf der Gemarkung von Dahn stehen mehrere Rittersteine; sie markieren meist Orientierungspunkte für Wanderer wie beispielsweise derjenige mit der Nummer 213, der die Aufschrift „Drei Buchen“ trägt.

MedienBearbeiten

Die Tatort-Folge Der Wald steht schwarz und schweiget aus dem Jahr 2012 wurde teilweise in Dahn gedreht. Zudem gehört die Stadt zum Sendegebiet des Fernsehprogramms OKTV Südwestpfalz.

VereineBearbeiten

Der größte Sportverein innerhalb der Stadt ist der Turnverein 1910 Dahn e. V., der unter anderem Basketball anbietet. Mit dem FC Dahn existiert außerdem ein Fußballverein. Daneben gibt es den Kunstverein Dahn. Zudem besitzt der Pfälzerwald-Verein in Dahn eine Ortsgruppe.

VeranstaltungenBearbeiten

 
Deutsche Frauenmeisterschaft im Schach 1959 in Dahn

Jährlich vor Ort findet der Martinimarkt statt.

1959 war die Stadt Veranstaltungsort der Frauenmeisterschaft im Schach. 1977 wurde in Dahn die Unterhaltungssendung Spiel ohne Grenzen ausgetragen. Vom 2. bis zum 5. Juni 1988 fand in der Stadt das vom Pfälzer Turnerbund ausgerichtete Pfälzische Landesturnfest statt. Vom 1. bis zum 7. August 2010 war Dahn Austragungsort der World Field Archery Championships, der Weltmeisterschaft im Feldbogenschießen.[12]

TraditionBearbeiten

In Dahn wird zu Karneval der Narrenruf Trisch – Lau gepflegt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Stillgelegte Schuhfabrik in Dahn

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte vor Ort jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Zudem hat das Forstamt Wasgau seinen Sitz in der Stadt.

In der strukturschwachen Südwestpfalz muss Dahn ohne nennenswerte Industrie auskommen. Die Probleme lassen sich unter anderem daraus ersehen, dass die Einwohnerzahl sich rückläufig entwickelt. Lediglich der Tourismus zeigt angesichts der weitgehend intakten, zum Teil als „spektakulär“ aufgefassten Natur einen positiven Trend. Die Stadt war Sitz der Raiffeisen- und Volksbank Dahn e.G, die 2017 mit der VR Bank Südliche Weinstraße zur VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau fusionierte.

VerkehrBearbeiten

 
Bundesstraße 427 in Dahn
Straße

Mitten durch Dahn führt die Bundesstraße 427, die von Hinterweidenthal über Bad Bergzabern bis nach Kandel verläuft. Eine kleinere Ortsumgehung ist jedoch für die Zukunft geplant. Von der Bundesstraße zweigt die Landesstraße 489 nach Bundenthal ab. Die Kreisstraße 39 stellt eine Verbindung nach Erfweiler her. Die Kreisstraße 40 stellt eine Verbindung zur Burg Altdahn her. Die Kreisstraße 42 führt über Schindhard zum Bärenbrunnerhof.

Der ursprünglich vorgesehene Streckenschluss der A 8 zwischen Pirmasens und Karlsruhe an Dahn vorbei wurde nie realisiert. Zudem ist Dahn Sitz einer Straßenmeisterei des Landesbetriebs Mobilität Speyer.

Schiene und Nahverkehr

Die Stadt ist unter anderem über die montags bis freitags – im Zeitraum von Mai bis Oktober zusätzlich sonntags – verkehrende Buslinie 545 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die nach Bad Bergzabern verläuft sowie die Buslinie 250 täglich nach Pirmasens und die Buslinie 252 von Hauenstein nach Wissembourg, die montags bis freitags fährt, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen.

 
Bahnhof Dahn im Jahr 2015

Die 1911 eröffnete Wieslauterbahn, deren regulärer Personenzugbetrieb 1966 eingestellt worden war, wird seit 1997 im Ausflugsverkehr betrieben. In Dahn verfügt sie mit dem Bahnhof und den Haltepunkten Moosbachtal, Dahn Süd sowie Busenberg-Schindhard über vier Stationen. Der letztgenannte Haltepunkt befindet sich auf Höhe des Stadtteils Reichenbach. Die Züge verkehren mittwochs, samstags, an Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober sowie alljährlich zum Martinimarkt und zum Dahner Faschingsumzug.

BildungBearbeiten

Die Grundschule Dahn versorgt die Stadt sowie die Gemeinden Schindhard und Erfweiler. Das Schulzentrum Dahn mit einer Realschule plus und dem Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium Dahn hat als Einzugsgebiet den westlichen Wasgau. Das Gymnasium ist das einzige im Landkreis Südwestpfalz. Im Gebäude der ehemaligen Ritter-von-Tann-Förderschule befinden sich mittlerweile Lehrräume der Kreisvolkshochschule Südwestpfalz sowie die Mensa des Schulzentrums. Von 1958 bis 1994 betrieb die katholische Kirche das Studienheim St. Pirmin der Diözese Speyer, ein Internat für männliche Schüler, das nach dem heiligen Pirminius benannt war.

GesundheitswesenBearbeiten

Das allgemeine St.-Josef-Krankenhaus der Stadt wurde zum Jahresende 2005 aus Kostengründen geschlossen. In der Felsenland-Klinik für Psychotherapie wird eine spezielle Technik der psychoanalytischen Hypnose in Form der Hypnotherapie praktiziert, die dort entwickelt wurde. Außerdem verfügt Dahn über eine Außenwohngruppe des Pfalzklinikums für Psychiatrie und Neurologie. Die Josefs-Gesellschaft wandelte das frühere Studienheim in eine Einrichtung für Behinderte um, die unter dem Namen Conrad-von-Wendt-Haus firmiert. Darüber hinaus befindet sich in der Stadt ein Kurpark.

TourismusBearbeiten

 
Hinweisschild für Wanderrouten innerhalb von Dahn

Im Süden der Gemarkung an der Grenze zu Bruchweiler-Bärenbach liegt die Kaiserslauterer Hütte der Sektion Kaiserslautern des Deutschen Alpenvereins. Darüber hinaus befindet sich auf der Gemarkung der Stadt die von der Ortsgruppe Dahn des Pfälzerwald-Vereins betriebene Dahner Hütte – Im Schneiderfeld, die 1959 eingeweiht wurde; sie bietet Bewirtung und Schlafplätze an. Am Büttelwoog existiert außerdem ein Campingplatz und etwas weiter östlich die Felsenland-Jugendherberge, die dem Deutschen Jugendherbergswerk untersteht. Das Dahner Felsenland wurde am 12. Januar 2019 als Premiumwanderregion vom Deutschen Wanderinstitut ausgezeichnet.

Dahn liegt an der Deutsch-Französischen Touristikroute und an der Deutschen Schuhstraße. Mit der Biosphärentour und dem von Hinterweidenthal nach Neuburg am Rhein verlaufenden Pamina-Radweg Lautertal führen außerdem zwei Radwege durch die Gemarkung. Ersterer bildet eine Rundtour über Bruchweiler-Bärenbach, Rumbach und Fischbach bei Dahn. Im Ortsteil Reichenbach befindet sich außerdem der westliche Beginn des Klingbach-Radwegs. Zudem ist Dahn Ausgangspunkt der Tour 13 des Mountainbikepark Pfälzerwald.

Der mit einem roten Balken markierte Fernwanderweg Donnersberg-Donon, der mit einem gelben Balken gekennzeichnete Fernwanderweg Pirmasens–Belfort und der mit einem rot-weißen Balken markierte Höcherbergweg, der von Niederwürzbach bis nach Böchingen führt, verlaufen durch das Stadtgebiet. Hinzu kommen mehrere weitere Wege, von denen einer mit einem gelb-roten Balken markiert ist und vom Wellbachtal bis nach Rülzheim verläuft; ein weiterer ist mit einem gelben Punkt gekennzeichnet und verbindet Dahn mit Fischbach sowie mit dem Kettrichhof, zudem existiert ein solcher, der mit einem grün-blauen Balken und von Göllheim bis nach Eppenbrunn verläuft. 2008 wurden mit dem Dahner Felsenpfad ein Premium- und 2011 mit dem von Kaiserslautern über Dahn bis nach Schweigen-Rechtenbach führenden Pfälzer Waldpfad ein Prädikatswanderweg angelegt. Darüber hinaus ist die Stadt Ausgangspunkt des Felsenland Sagenwegs. Zudem befinden sich vor Ort der Elwetritsche-Lehrpfad und der Elwetritsche-Wanderweg.

InstitutionenBearbeiten

 
Ehemaliges Amtsgericht

Dahn beherbergt eine Polizeiinspektion, die der Polizeidirektion Pirmasens des Polizeipräsidiums Westpfalz untersteht. Bis 1966 war Dahn zudem Sitz eines Amtsgerichts. Im Südwesten von Dahn befindet sich zudem das Erlebnisbad Felsenland Badeparadies.

MilitärBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Dahn Bestandteil der sogenannten Pirmasens Military Community. Auf dem Stadtgebiet befanden sich die Dahn Ammo Area und das Dahn Terminal Station; beide Einrichtungen wurden 1993 geschlossen.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

 
Ingbert Naab

Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sindBearbeiten

  • Philipp von Pfeiffer (1830–1908), war von 1859 bis 1863 vor Ort Pfarrer
  • Otto Gümbel (1876–1943), Eisenbahner und SA-Führer, lebte während seiner Kindheit in Dahn.
  • Oswald Damian (1889–1978), protestantischer Pfarrer, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, lebte zeitweise in Dahn.
  • Fritz Korter (1892–1945), Bildhauer, schuf das Dahner Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz.
  • Friedl Rinder (1905–2001), Schachspielerin, gewann 1959 in Dahn die Deutsche Schachmeisterschaft der Damen.
  • Heiner Geißler (1930–2017), Politiker (CDU), Bundesminister, hatte sein Büro in Dahn.
  • Klaus-Dieter Uelhoff (* 1936), Politiker (CDU), ehemals Landrat und Staatssekretär, lebt in Dahn.
  • Helga Axt (* 1937), Schachspielerin, verunglückte 1959 während der Deutschen Schachmeisterschaft der Damen in Dahn beim Versuch, den Jungfernsprung zu erklettern.
  • Klaus Heinrich Keller (1938–2018), Maler, hatte vor Ort eine Ausstellung
  • Sigmar Kratzin (* 1940), Lehrer und Maler, lebt in Dahn.
  • Markus Schächter (* 1949), Journalist und Medienmanager, ging vor Ort zeitweise zur Schule
  • Christoph M. Frisch (* 1959), Künstler, hielt 2009 in der Stadt die Ausstellung Im Reich der Lichter ab
  • Veronika Olma (* 1962), Bildende Künstlerin, hatte 2016 vor Ort die Ausstellung Zusammengesetzte Wirklichkeit – reality recomposed.
  • Peter Dincher (* 1966), Politiker (CDU), ging in Dahn zur Schule
  • Klaus Scheidel (1970–2011), Bogenschütze, war 2010 bei der World Field Archery Championship in Dahn Weltmeister in der Klasse Bowhunter-Recurve.
  • Robert Oberhauser, Musiker, erhielt 1977 die Peter-Cornelius-Plakette

WeblinksBearbeiten

Commons: Dahn – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Direktwahlen.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 170 (PDF; 3 MB).
  5. Zuerst umarmt und dann getötet: Junge Syrerin mit Messer erstochen. Pfalz-Express, 16. Juni 2016, abgerufen am 14. September 2020.
  6. Erstochene Syrerin: Lebenslange Haft für Ehemann. Pfalz-Express, 23. Dezember 2016, abgerufen am 14. September 2020.
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  8. Die erste Sekunde der Ewigkeit. Verlag PfalzMundArt, abgerufen am 28. April 2014.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  10. Harald Reisel: Dahner Stadtspitze steht. Die Rheinpfalz, 15. August 2019, abgerufen am 7. April 2020.
  11. Christian Clemens: Dahn: Zwick ist Stadtbürgermeister. Die Rheinpfalz, 26. Mai 2019, abgerufen am 7. April 2020.
  12. Offizielle Website der World Field Archery Championship 2010.