Wallhalben

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland

Wallhalben ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben an. Wallhalben ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Wallhalben
Wallhalben
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Wallhalben hervorgehoben

Koordinaten: 49° 19′ N, 7° 32′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Thaleischweiler-Wallhalben
Höhe: 265 m ü. NHN
Fläche: 4,88 km2
Einwohner: 861 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66917
Vorwahl: 06375
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 225
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 52
66987 Thaleischweiler-Fröschen
Website: www.vgtw.de
Ortsbürgermeisterin: Christine Burkhard
Lage der Ortsgemeinde Wallhalben im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Ortskern von Wallhalben

GeographieBearbeiten

Wallhalben liegt auf der Sickinger Höhe. Mitten durch den Ort fließt die namensgebende Wallhalb, die durch Zusammenfluss von Stuhlbach und Arnbach entsteht. Von rechts nimmt sie den Marbach auf. Im Westen befindet sich Biedershausen, im Osten Saalstadt.

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Wallhalben und Oberhausen. Zum Ortsteil Oberhausen gehört zusätzlich der Wohnplatz Seitershof.[3]

GeschichteBearbeiten

Wallhalben wurde im Jahr 1270 erstmals urkundlich erwähnt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zu Leiningen-Dagsburg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Wahlalben – so die damalige Bezeichnung – in den Kanton Waldfischbach eingegliedert und unterstand der Mairie Herschberg . 1815 hatte der Ort insgesamt 300 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort zunächst Österreich zugeschlagen. Ein Jahr später wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde Wallhalben in den Landkreis Pirmasens eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde am 1. April 1968 aus den Gemeinden Wallhalben und Oberhausen die neue Gemeinde Wallhalben-Oberhausen gebildet; damit einhergehend fand ein Wechsel in den Landkreis Zweibrücken statt, ehe dieser 1972 aufgelöst wurde und die Gemeinde fortan erneut dem Landkreis Pirmasens (ab 1997: Landkreis Südwestpfalz) angehörte Am 1. August selben Jahres wurde die neue Gemeinde in Wallhalben umbenannt.[4]

Vom 22. April 1972 bis zum 30. Juni 2014 war Wallhalben Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Wallhalben, der neben Wallhalben elf weitere eigenständige Ortsgemeinden angehörten. Seit dem 1. Juli 2014 gehört Wallhalben zur neuen Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben; deren vorläufiger Name bis 31. Dezember 2015 „Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen - Wallhalben“ lautete.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnrtentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Wallhalben, bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 548
1835 604
1871 695
1905 674
1939 601
1950 720
1961 757
Jahr Einwohner
1970 781
1987 873
1997 901
2005 850
2011 853
2019 861

ReligionBearbeiten

Die einst vor Ort ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, die inzwischen nicht mehr existiert.

Ende 2014 waren 47,0 Prozent der Einwohner katholisch und 41,1 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. Am ersten Sonntag im Mai findet außerdem der sogenannte Bruder-Konrad-Ritt statt.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Wallhalben besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG WGL Gesamt
2019 1 4 5 2 12 Sitze
2014 3 2 7 - 12 Sitze
2009 2 4 6 - 12 Sitze
2004 2 4 6 - 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergemeinschaft Wallhalben e. V.
  • WGL = Wählergruppe Lauer

BürgermeisterBearbeiten

Christine Burkhard (FWG) wurde am 12. August 2019 Ortsbürgermeisterin von Wallhalben. Bei der Stichwahl am 16. Juni 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 51,85 % für fünf Jahre gewählt worden, nachdem bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte.[7][8] Burkhards Vorgänger Berthold Martin (FWG) hatte das Amt 20 Jahre ausgeübt.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Blau und Schwarz gespalten, rechts ein halber rotbewehrter silberner Adler am Spalt, links ein linksgewendeter rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe.“[10]
Wappenbegründung: Es wurde 1974 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt. Der Adler erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit von Oberhausen zu den Leiningern und der Pfälzer Löwe an die von Wallhalben zu Pfalz-Zweibrücken.

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Ludwig-Katz-Haus

Der jüdischer Friedhof ist als Denkmalzone ausgewiesen.

Hinzu kommen insgesamt 16 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter das Ludwig-Katz-Haus und ein Waschbrunnen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

In Wallhalben kreuzen sich die Landesstraßen 469, 473 und 475. Über die nahegelegene Auffahrt Weselberg der A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr.

TourismusBearbeiten

Zudem führt der Radweg Südwestpfalz-Tour mitten durch Wallhalben. Darüber hinaus verlaufen ein Mühlenweg durch das Wallhalbtal, ein mit einem gelb-roten Balken gekennzeichneter Weg von der Burg Lichtenberg bis nach Wachenheim über das Gemeindegebiet sowie ein solcher, der mit einem blauen Punkt gekennzeichnet ist und eine Verbindung mit Hauptstuhl sowie Leimen herstellt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Theodor Lipps (1851–1914), Philosoph und Psychologe
  • Friedrich-August Poth (1840–1905), Bierbaron

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Wallhalben – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2020 liegt vor.]. S. 111 (PDF; 2,2 MB).
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 199, 205 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. Gemeindestatistik KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Norbert Schwarz: Berthold Martin entschuldigt sich und übergibt sein Amt. Pfälzischer Merkur, 14. August 2019, abgerufen am 29. März 2020.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Thaleischweiler-Fröschen-Wallhalben, Verbandsgemeinde, vorletzte Ergebniszeile. Abgerufen am 29. März 2020.
  9. Bürgermeisterwahl: Berthold Martin tritt „eher nicht“ an. Die Rheinpfalz, 9. März 2017, abgerufen am 29. März 2020.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.