Obernheim-Kirchenarnbach

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland

Obernheim-Kirchenarnbach ist die am weitesten nördlich liegende Ortsgemeinde des Landkreises Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde darstellt.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Obernheim-Kirchenarnbach
Obernheim-Kirchenarnbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Obernheim-Kirchenarnbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 35′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Thaleischweiler-Wallhalben
Höhe: 394 m ü. NHN
Fläche: 8,61 km2
Einwohner: 1615 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 188 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66919
Vorwahlen: 06371, 06375
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 219
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 52
66987 Thaleischweiler-Fröschen
Website: www.vgtw.de
Ortsbürgermeister: Andreas Traub (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Obernheim-Kirchenarnbach im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

GeographieBearbeiten

Obernheim-Kirchenarnbach liegt in einem Tal unterhalb der Sickinger Höhe am Rande des Pfälzerwaldes und bildet den nördlichen Abschluss des Landkreises Südwestpfalz. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Oberarnbach, Bann, Queidersbach, Weselberg, Hettenhausen, Gerhardsbrunn und Mittelbrunn. Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Obernheim, Kirchenarnbach und Neumühle.

GeschichteBearbeiten

Obernheim und Kirchenarnbach waren Teil der Herrschaft Landstuhl der Freiherren von Sickingen.

Im Zusammenhang mit den Französischen Revolutionskriegen kam die Region 1794 unter französische Verwaltung. und gehörte von 1798 an zum Kanton Landstuhl im Département Donnersberg. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Obernheim und Kirchenarnbach in den Kanton Kaiserslautern eingegliedert und unterstasnd der Mairie Gerhardsbrunn.

1815 wurde die Gemeinde Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte „Kirchenarnbach und Obernheim“ – weiterhin Teil des fortan bayerischen Kanton Landstuhl – dem Landkommissariat Homburg an; aus diesem ging das Bezirksamt Homburg hervor.

Der Gemeindename wurde 1911 von Kirchenarnbach-Obernheim in Obernheim-Kirchenarnbach abgeändert.[2] Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte Vogelbach ins neu geschaffene Bezirksamt Landstuhl. Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Obernheim-Kirchenarnbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde am 22. April 1972 in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) umgegliedert. Zeitgleich wurde die Gemeinde Teil der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Wallhalben, seit 2014 gehört Obernheim-Kitrchenarnbach zur Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben.

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Obernheim-Kirchenarnbach, bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 428
1835 683
1871 779
1905 789
1939 1.077
1950 1.169
Jahr Einwohner
1961 1.525
1970 1.746
1987 1.810
1997 2.016
2005 1.833
2019 1.615

ReligionBearbeiten

Ende 2014 waren 79,4 Prozent der Einwohner katholisch und 11,9 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Obernheim-Kirchenarnbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl CDU FWG N FWG O WGH WGF Gesamt
2019[5] 7 6 3 16 Sitze
2014[6] 7 4 1 4 16 Sitze
2009[7] 6 2 1 3 4 16 Sitze
  • FWG N = Freie Wählergemeinschaft Neumühle e. V.
  • FWG O = Freie Wählergemeinschaft Obernheim-Kirchenarnbach e. V.
  • WGH = Wählergruppe Heintz
  • WGF = Wählergruppe Flickinger

BürgermeisterBearbeiten

Andreas Traub (CDU) wurde 2004 Ortsbürgermeister von Obernheim-Kirchenarnbach.[8] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 62,53 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Rot und Grün gespalten, rechts ein schwarzer Wappenschild, darin fünf silberne Kugeln 2:1:2, mit stahlblauem Spangenhelm und goldener Helmzier in Form eines Schwanenrumpfes mit schwarzem Schnabel, hinten mit drei von schwarzen Hahnenfedern geschmückten roten Kugeln besetzt, links ein wachsender, silbern gemauerter, oben mit schwarzem Fachwerk versehener rotbedachter Kirchturm mit goldenem Kreuz.“[10]

Es wurde 1960 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.

Wappenbegründung: Die fünf Bollen erinnern an die ehemaligen Ortsherren, die Herren von Sickingen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Denkmalgeschütztes Wegekreuz im Ort

KulturdenkmälerBearbeiten

Vor Ort existieren insgesamt 15 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die Katholische Kirchenruine aus dem 14. Jahrhundert, die in Relation zum Ort ungewöhnlich große St. Johannes-Kirche mit einer Orgel von Orgelbau Friedrich Weigle, die Wallfahrtskapelle Maria Bildeich und die protestantische Kirche; letztere beinhaltet eine von Hugo Mayer Orgelbau errichtete Orgel. .

NaturBearbeiten

Eine Linde im Siedlungsgebiet ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort führen die Kreisstraßen 16 und 20; erstere verläuft in West-Ost-Richtung und letztere verbindet die Gemeinde mit Wallhalben. Über die nahegelegene A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr. Nächstgelegene Bahnstation ist Landstuhl.

TourismusBearbeiten

Auf Gemarkung der Gemeinde befindet sich die 1981 eingeweihte auf 320 Meter Höhe liegende Hütte zur Saudell, die von der in Obernheim-Kirchenarnbach ansässigen Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins betrieben wird.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Obernheim-Kirchenarnbach – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert, Richard Bauer: Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. S. 487.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Gemeindestatistik KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Obernheim-Kirchenarnbach. Abgerufen am 29. März 2020.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2014 Obernheim-Kirchenarnbach. Abgerufen am 29. März 2020.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2009 Obernheim-Kirchenarnbach. Abgerufen am 29. März 2020.
  8. Kreis kompakt. Andreas Traub, 15 Jahre Amtszeit (zweiter Absatz). Die Rheinpfalz, 9. April 2019, abgerufen am 28. März 2020.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Thaleischweiler-Fröschen-Wallhalben, Verbandsgemeinde, 15. Ergebniszeile. Abgerufen am 28. März 2020.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.