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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Queidersbach
Queidersbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Queidersbach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Kaiserslautern-Süd
Höhe: 321 m ü. NHN
Fläche: 14,78 km2
Einwohner: 2806 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66851
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 037
Adresse der Verbandsverwaltung: Pirmasenser Straße 62–64
67655 Kaiserslautern
Website: www.queidersbach-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Ralph Simbgen (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Queidersbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte
Waldlandschaft am Übergang vom Pfälzerwald zur Sickinger Höhe auf der Gemarkung von Queidersbach

Queidersbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd an, die ihren Verwaltungssitz in Kaiserslautern hat. Queidersbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt 10 km südwestlich von Kaiserslautern in einem natürlichen Wiesental am westlichen Rand des Pfälzerwaldes, der in diesem Bereich in die Sickinger Höhe übergeht. Knapp zwei Drittel der 1500 Hektar umfassenden Gemarkung ist mit Wald bedeckt. Zu Queidersbach gehören zusätzlich die Wohnplätze Forsthaus Stempelberg, Schweinstal und Zuckerhof.[3]

Durch Queidersbach fließt der gleichnamige Bach, welcher volkstümlich auch als Steinalb bezeichnet wird. Die Nachbargemeinden sind - im Uhrzeigersinn - Bann, Kaiserslautern, Krickenbach, Linden, Weselberg und Obernheim-Kirchenarnbach.

GeschichteBearbeiten

OrtsgeschichteBearbeiten

Die Gemeinde wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt, als Kaiser Otto II. seinem Vasallen Biso Land am Quideresbach schenkte.

Das Dorf Queidersbach gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war. Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg besetzt.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Queidersbach in den Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg eingegliedert und war Sitz einer Mairie, die zusätzlich Linden umfasste. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Queidersbach von 1817 an zum Landkommissariat Homburg im Rheinkreis, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Ab gehörte Queidersbach. 1929 zum Bezirksamt Kaiserslautern. Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Trippstadt innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz sowie des Regierungsbezirks Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd eingegliedert. Zum 1. Juli 2019 wird Queidersbach in die Verbandsgemeinde Landstuhl wechseln.

NameBearbeiten

Der Ortsname leitet sich aus dem altdeutschen Rufnamen Quidhari ab. Der Name Quidhari setzt sich aus den zwei Bestandteilen „quid“ (= „reden“) und „hari“ (das heutige „Heer“) zusammen. Quidhari bedeutet demnach „Heerrufer“ oder „Herold“. Dabei ist anzumerken, dass germanische und altdeutsche Rufnamen oft willkürlich zusammengesetzt wurden und daher nicht immer einen eindeutigen Sinn ergeben. Ein Mann namens Quidhari also gab dem Bach an dieser Stelle seinen Namen, später entstand dort eine Siedlung, die den Namen des Gewässers erhielt. Damit reiht sich Queidersbach in die Gruppe der zahlreichen „-bach-Orte“ ein, die in der West- und Nordpfalz und weit darüber hinaus zur Zeit des Landesausbaus allenthalben entstanden sind.

Der heute gültige Ortsname wird erstmals im Jahre 1535 schriftlich erwähnt. Weitere überlieferte Ortsnamen bzw. Schreibweisen sind: „Quideresbach“ (976), „Der Hof zu Quidersbach“ (1347), „Henze von Quidersbach“ (1374), „Quiderspach“ (1434), „Queiderspach“ (1456), „Queyderßbach“ (1457) und „Queidersbacher Hof“ (1487).

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Queidersbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 318
1835 647
1871 693
1905 960
1939 1.523
1950 1.709
Jahr Einwohner
1961 2.053
1970 2.311
1987 2.422
1997 2.814
2005 2.842
2017 2.806

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Queidersbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 4 7 9 20 Sitze
2009 8 12 20 Sitze
2004 1 8 11 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Queidersbach e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Ralph Simbgen (CDU).

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Rot ein blaubewehrter und -bezungter, goldbekrönter silberner Löwe, mit den Vorderpranken einen schwarzen Schild tragend, darin fünf silberne Bollen 2:1:2, überdeckt von einem schräglinks gelegten goldenen Krummstab.“
Wappenbegründung: Die Bollen verweisen auf die einstige Zugehörigkeit zu den Freiherren von Sickingen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Denkmalgeschützte katholische Kirche St. Antonius mit Pfarrhaus
Kulturdenkmäler

Vor Ort befinden sich insgesamt sechs Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Museum Sickinger Höhe

Zur Tausendjahrfeier 1976 entstand das „Museum Sickinger Höhe“. Die Sammlung ist im 1836 erbauten alten Schulhaus untergebracht. Dargestellt wird die Geschichte des Ortes. Zahlreiche Exponate zeugen vom Leben und Arbeiten der Vorfahren. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das ständige Angebot.

NaturBearbeiten

Einziges Naturdenkmal vor Ort ist der nördliche der Bebauung befindliche Falkenstein, bei dem es sich um einen Bundsandsteinfelsen handelt. Zudem befindet sich das Naturschutzgebiet Täler und Verlandungszone am Gelterswoog teilweise auf dem Gebiet von Queidersbach. Der östlich des Queidersbaches befindliche Teil der Gemeindegarkung ist Teil des Naturparks Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord gehört.

BrauchtumBearbeiten

In Queidersbach findet am auf den Namenstag des Heiligen Gallus am 16. Oktober folgenden Sonntag die Kerwe statt, am zweiten Wochenende im Juli das Hahnenfest, am zweiten Wochenende im August das Dorffest, zu Fronleichnam das Fronleichnamsfest und in der Vorweihnachtszeit der Antoniusmarkt.

SportBearbeiten

Vor Ort befindet sich das Skigebiet Katzenhalde, das einen Lift und insgesamt 300 Meter lange Pisten umfasst.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Innenraum einer ehemaligen Gaststätte in Queidersbach

Queidersbach verfügt über eine gute Infrastruktur. Ein Hotel, ein Gästehaus, Restaurants, Kindergarten, Schulen, Apotheke und Ärzte, einen Musikverlag sowie zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte und Handwerksbetriebe sind am Ort.

VerkehrBearbeiten

Queidersbach liegt an der in Nord-Süd-Richtung von Landstuhl nach Steinalben verlaufenden Landesstraße 363. In der Ortsmitte kreuzt sie die Landestraße 472, die von Weselberg nach Kaiserslautern führt.

Die Gemeinde liegt 5 km westlich der von Kaiserslautern nach Waldfischbach-Burgalben verlaufenden Bundesstraße 270; es liegt 2 km östlich der von Landstuhl nach Pirmasens verlaufenden Bundesautobahn 62 und 6 km südlich der von Kaiserslautern nach Saarbrücken verlaufenden Bundesautobahn 6. Die nächsten DB-Bahnhöfe sind in Kaiserslautern, Landstuhl und Schopp.

BildungBearbeiten

In Queidersbach befindet sich eine regionale Schule.

TourismusBearbeiten

Der Skulpturenweg Schweinstal, der wiederum Bestandteil des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz ist, führt teilweise durch den Osten der Gemeindegemarkung.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Walter Becker (1932–2012), Radsportler, starb in Queidersbach
  • Hieronymus Bock (1498–1554), genannt Tragus, soll − nicht sicher nachgewiesen – in Queidersbach geboren worden sein.
  • Paul Falk (1921–2017), Eiskunstläufer, Olympiasieger im Paarlauf, starb in Queidersbach
  • Jannick Geisler (* 1992), Radrennfahrer, belegte 2017 den fünften Platz der Deutschen Meisterschaft im Cyclocross in der Altersklasse Männer Elite
  • Felix Rehberger (* 1986), Straßenradrennfahrer, wurde 2004 vor Ort Deutscher Meister im Straßenrennen der Juniorenklasse
  • Elmar Wolf (1939–2006), Musikverleger und Komponist, betrieb vor Ort einen Musikverlag

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 95 (PDF; 1,9 MB).
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Sitzungsprotokoll der Ernennung@1@2Vorlage:Toter Link/www.kaiserslautern-sued.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.