Fronleichnam

katholisches Hochfest

Das Fronleichnamsfest (lateinisch Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi ‚Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi‘[1]) ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Kennzeichnend für das Fest ist die Fronleichnamsprozession, eine eucharistische Prozession.

Fronleichnamsprozession in Meckenbeuren im Jahr 2007

Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich von mittelhochdeutsch vrône lîcham für ‚des Herrn Leib‘ ab, von vrôn‚ ‚was den Herrn betrifft‘ (siehe auch Fron) und lîcham (‚der Leib‘). In der Liturgie heißt das Fest Hochfest des Leibes und Blutes Christi. In anderen Sprachen ist die lateinische Bezeichnung des Hochfestes, Corpus Christi, geläufig.

Liturgie und theologische Sinngebung

 
Schützen in Uniform tragen und begleiten den „Himmel“

Der Festtermin und das Anliegen des Fronleichnamstages, eines Ideenfestes, stehen in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst beim letzten Abendmahl. Wegen des stillen Charakters der Karwoche erlaubt der Gründonnerstag keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit. Aus diesem Grund wurde das Fest Fronleichnam bei seiner Einführung um die Mitte des 13. Jahrhunderts auf den ersten Donnerstag nach der Oktav des Pfingstfestes gelegt. In Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann das Hochfest an einem der darauffolgenden Sonntage nachgefeiert werden.[2]

Bis 1955 hatte das Fronleichnamsfest eine Oktav, die nach einer Liturgiereform durch Papst Pius XII. entfiel. Am Tag nach dieser Oktav, dem dritten Freitag nach Pfingsten, wird das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu begangen, das in enger thematischer Beziehung zum Festgeheimnis von Fronleichnam steht.

Liturgie der Messfeier

Der wichtigste Teil des Fronleichnamsfestes ist die heilige Messe. Die liturgischen Texte beziehen sich je nach Lesejahr (seit 1970) auf das Mahl mit Jesus und die Einsetzung der Eucharistie, auf die wunderbaren Speisungen im Alten und Neuen Testament und auf die eucharistischen Reden Jesu:

1. Lesung 2. Lesung
(bis 1969: Epistel)
Evangelium
Bis 1969 1 Kor 11,23-29 EU Joh 6,55-58 EU
Lesejahr A Dtn 8,2–3.14b–16a EU 1 Kor 10,16–17 EU Joh 6,51–58 EU
Lesejahr B Ex 24,3–8 EU Hebr 9,11–15 EU Mk 14,12–16.22–26 EU
Lesejahr C Gen 14,18–20 EU 1 Kor 11,23–26 EU Lk 9,11b–17 EU
 
Beginn der Sequenz Lauda Sion Salvatorem im Graduale Novum

Die Festliturgie hat eine Sequenz, nämlich Lauda Sion Salvatorem, die Thomas von Aquin OP um 1264 für das damals neue Fest dichtete. Deren deutsche Nachdichtung Deinem Heiland, deinem Lehrer von Franz Xaver Riedel aus dem Jahr 1773 ist ein viel gesungenes Fronleichnamslied, auch zur Prozession.

Bis 1955 wurde in der heiligen Messe an Fronleichnam die Präfation für die Weihnachtszeit verwendet, in der es heißt: „Die geheimnisvolle Menschwerdung des Wortes zeigt dem Auge unseres Geistes das neue Licht deiner Herrlichkeit; indem wir Gott so mit leiblichem Auge schauen, entflammt er in uns die Liebe zu unsichtbaren Gütern.[3]. Dadurch wurde der inkarnatorische Charakter der Eucharistie, nämlich die bleibende Gegenwart des menschgewordenen Christus in den Gestalten von Brot und Wein, unterstrichen. Nach 1955 wurde an Fronleichnam die „gewöhnliche Präfation“ für Tage ohne eigene Präfation vorgetragen. Im Anschluss an das Zweite Vatikanum erhielt das Fronleichnamsfest eine eigene Sakramentspräfation, die vorher schon in einigen Diözesen gestattet war.[4] Heute stehen zwei Präfationen zur Auswahl. In einer wird der Opfercharakter der Eucharistie betont („Als der wahre und ewige Hohepriester hat er die Feier eines immerwährenden Opfers gestiftet. Er hat sich selbst als Opfergabe dargebracht für das Heil der Welt und uns geboten, dass auch wir diese Gabe darbringen zu seinem Gedächtnis. Er stärkt uns, wenn wir seinen Leib empfangen, den er für uns geopfert hat. Er heiligt uns, wenn wir sein Blut trinken, das er für uns vergossen hat“), in einer zweiten der Zusammenhang zwischen dem Abendmahl Jesu und der Messfeier der Gemeinde („Denn er hat beim Letzten Abendmahl das Gedächtnis des Kreuzesopfers gestiftet zum Heil der Menschen bis ans Ende der Zeiten. Er hat sich dargebracht als Lamm ohne Makel, als Gabe, die dir gefällt, als Opfer des Lobes. Dieses erhabene Geheimnis heiligt und stärkt deine Gläubigen, damit der eine Glaube die Menschen der einen Erde erleuchte, die eine Liebe sie alle verbinde. So kommen wir zu deinem heiligen Tisch, empfangen von dir Gnade um Gnade und werden neu gestaltet nach dem Bild deines Sohnes“).[5]

Sinngebung der Prozession

Vielerorts wird der Gottesdienst zu Fronleichnam im Freien gefeiert. An die heilige Messe schließt sich in der Regel die Prozession an, regional auch „Gottestracht“ (von mhd. trahte, Substantiv zu „tragen“)[6] genannt, bei der die Gläubigen die vom Priester oder Diakon getragene Monstranz mit dem Allerheiligsten (einer konsekrierten Hostie) in einem Festzug unter Gebet und Gesang durch die Straßen begleiten („theophore“ Prozession). Die Monstranz wird dabei von einem „Himmel“ genannten Stoffbaldachin beschirmt. Mit Stationsgottesdiensten an bis zu vier Außenaltären (Segensaltären) werden Elemente eines Flurumgangs aufgenommen; bei jeder Statio wird ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, es werden Fürbitten gesprochen und der sakramentale Segen in alle Himmelsrichtungen, über den Ort und die Flur erteilt. Vor 1960 kamen in den vorgetragenen Perikopen das adventliche Kommen Jesu Christi zum Ausdruck, wie es in den ersten Versen der vier Evangelien jeweils unterschiedlich akzentuiert wird. Sie sind wie folgt den Segensstationen zugeordnet: 1. Altar Mt 1,1-16 EU, 2. Altar Mk 1,1-8 EU, 3. Altar Lk 1,5-17 EU, 4. Altar Joh 1,1-14 EU.[7] Der Prozessionsweg ist vielerorts mit Blumen bestreut, mit grünen Zweigen, Fahnen und Teppichen geschmückt. Die Prozession schließt meist in der Pfarrkirche mit dem Tantum ergo, dem sakramentalen Segen und dem Te Deum, das vor dem Tantum ergo oder zum Abschluss gesungen wird.[8]

1959 bestimmte die Ritenkongregation, dass die Fronleichnamsprozession keine Liturgie im engeren Sinne ist, sondern eine fromme Übung (pium exercitium) und somit in die Zuständigkeit der Diözesanbischöfe fällt. Daher existiert in den liturgischen Büchern keine weltweit vorgeschriebene Form für Ablauf und Gestaltung der Prozession; diese sind der regionalen Frömmigkeit von Klerus und Volk überlassen und vom örtlichen Brauchtum abhängig.[9]

Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) wurden die Feier der heiligen Messe und der Empfang der Kommunion als „stiftungsgemäße Hochform“ der Verehrung der Eucharistie (Andreas Heinz) hervorgehoben. Das Konzil bestimmte in seiner Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium, dass die „frommen Übungen“ wie die Prozession „aus der heiligen Liturgie abgeleitet werden und das Volk zu ihr hinführen, da sie ihrer Natur nach ja weit über diesen steht“ (SC 13.3). Dadurch verlor die Fronleichnamsprozession gegenüber der Messfeier an Bedeutung, wurde im Verlauf oft reduziert und vereinzelt abgeschafft.

Die heutige Sinngebung der Prozession geht in der Regel nicht mehr vom Vorbild eines Triumphzuges aus, sondern vom Bild der Kirche als wanderndem Gottesvolk, das in der Ekklesiologie des Zweiten Vatikanischen Konzils besondere Bedeutung erhielt; das Konzil zitierte dabei den Kirchenlehrer Augustinus, für den die Kirche „zwischen den Verfolgungen der Welt und den Tröstungen Gottes auf ihrem Pilgerweg“ dahinschreitet und Kreuz und Tod des Herrn verkündet;[10][11] ihre Mitte ist Christus, „das Brot des Lebens“. Die Verbindung von Prozession und heiliger Messe wird stärker betont. Die heilige Messe steht immer am Anfang, in der Prozession wird in der Monstranz eine in dieser Messfeier konsekrierte Hostie mitgeführt.[12] Nach dem Kirchenrecht ist es Aufgabe des Diözesanbischofs, über Zeit und Umstände der öffentlichen Gottesdienste zum Fronleichnamsfest zu entscheiden:[8]

„Wo es nach dem Urteil des Diözesanbischofs möglich ist, soll zum öffentlichen Zeugnis der Verehrung gegenüber der heiligsten Eucharistie, vor allem am Hochfest Fronleichnam, eine Prozession stattfinden, die durch die öffentlichen Straßen führt. Dem Diözesanbischof kommt es zu, Ordnungen für die Prozessionen zu erlassen; durch diese ist für die Teilnahme an ihnen und ihre würdige Durchführung Vorsorge zu treffen.“

CIC c. 944.[13]

Bereits nach 1960 hatte es, initiiert durch den Eucharistischen Weltkongress in München, erste Änderungen gegeben, nachdem die „alte Form der Statio“ wiederentdeckt worden war, bei der an einem zentralen Platz die heilige Messe gefeiert wurde und die Prozession im Anschluss zur Pfarrkirche zog.[14]

Geschichte

 
Fronleichnamsprozession in Hofgastein, Adolph Menzel, 1880
 
Fronleichnamsprozession auf dem heutigen Bebelplatz in Berlin, vor der St.-Hedwigs-Kirche, 1928
 
Prozession 1977 in Kärlich

Entstehung des Festes

Das Fest der leiblichen Gegenwart Christi in der Eucharistie wurde erstmals 1247 im Bistum Lüttich in der Basilika St. Martin gefeiert[15] und 1264 von Papst Urban IV. durch die Bulle Transiturus de hoc mundo zum Fest der Gesamtkirche erhoben. Auslöser dieser Entscheidung war das Blutwunder von Bolsena, das von ihm im Jahre 1263 als echtes Wunder anerkannt worden war. Unter anderem schrieb Urban IV.:

„Wir haben es daher, um den wahren Glauben zu stärken und zu erhöhen, für recht und billig gehalten, zu verordnen, dass außer dem täglichen Andenken, das die Kirche diesem heiligen Sakrament bezeigt, alle Jahre auf einen gewissen Tag noch ein besonderes Fest, nämlich auf den fünften Wochentag nach der Pfingstoktav, gefeiert werde, an welchem Tag das fromme Volk sich beeifern wird, in großer Menge in unsere Kirchen zu eilen, wo von den Geistlichen und Laien voll heiliger Freude Lobgesänge erschallen.“[16]

Die Anregung zu diesem Fest geht auf eine Vision der heiligen Juliana von Lüttich, einer Augustinerchorfrau, im Jahre 1209 zurück, die berichtete, sie habe in einer Vision den Mond gesehen, der an einer Stelle verdunkelt war. Christus habe ihr erklärt, der Mond bedeute das Kirchenjahr, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Altarsakraments. Das mit der Bulle Transiturus de hoc mundo in der lateinischen Kirche eingeführte Fest war das erste, das ein Papst in den liturgischen Kalender der Gesamtkirche aufnahm.

Das Vierte Laterankonzil hatte 1215 die Wandlung der eucharistischen Gestalten mit der Transsubstantiationslehre präzisiert und zu einem Dogma erhoben. Die katholische Kirche lehrt, dass in der heiligen Messe die eucharistischen Gestalten durch Wesensverwandlung wahrhaft zum Leib und Blut Christi werden und Christus darin gegenwärtig ist und bleibt.

Für das Fest entstand ein eigenes Proprium für Stundengebet und Messe, das Thomas von Aquin schuf. Die Hymnen haben den Charakter des Fests entscheidend geprägt: Panis angelicus, Pange lingua, Adoro te devote, Verbum supernum prodiens und die Sequenz Lauda Sion.

Entwicklung der Prozession

Die Prozession gehörte anfangs nicht zu den Feierlichkeiten des Fronleichnamsfestes. Eine erste Sakramentsprozession an Fronleichnam gab es zwischen 1264 und 1278 in der Kölner Pfarrei St. Gereon, 1286 in Benediktbeuern, um 1301 an St. Godehard in Hildesheim und 1317 in Quedlinburg. Nach dem Vorbild eines Versehgangs wurde das Allerheiligste zunächst in der Pyxis, ab dem 13. Jahrhundert öffentlich sichtbar in der Monstranz in einem Umgang um die Kirche mitgeführt, und zwar vor der Feier der heiligen Messe. Eine weitere bedeutsame Vorläuferin der Fronleichnamsprozession, so der Religionswissenschaftler Johann Evangelist Hafner, war die Reliquienprozession, bei der Gebeine wundertätiger Heiliger umhergetragen und zur Schau gestellt wurden, mit Reliquien wurde auch der Segen erteilt. Die Reliquien-Ostensorien waren Vorgänger der Monstranz zur Aufnahme der konsekrierten Hostie. Hafner weist darauf hin, dass im 12. Jahrhundert die Scheu, das Allerheiligste zu sehen, von einem Schauverlangen abgelöst worden war; ab etwa 1200 entwickelte sich der Ritus der Elevation der gewandelten Gaben bei der heiligen Messe, der zum Ausgangspunkt der neuen Formen eucharistischer Frömmigkeit (wie auch von Praktiken des Aberglaubens) wurde; die Fronleichnamsprozession kann mit Hafner als „eine langgezogene Elevation“ verstanden werden. Er vermutet, dass die Ausbreitung des Fronleichnamsfestes, die ab 1315 ganz Europa erfasste, entscheidend vom Hinzutreten der Prozession gefördert wurde; wo es keine Prozession gab, sei das Fest wieder verschwunden.[17]

Im Laufe der Zeit wurde der Prozessionsweg ausgedehnter, und ab dem 15. Jahrhundert wurde der Prozessionsweg den populären Flurumgängen, den Bittprozessionen, angeglichen; bei den Bittprozessionen war allerdings das Allerheiligste nicht mitgeführt worden. An vier Stationen wurde angehalten und der Segen in alle Himmelsrichtungen gespendet. Der Ablauf der Prozession wurde aufwendiger und prunkvoller. Sängergruppen und Musiker wirkten mit, Heiligenreliquien, Zunftinsignien und kostbare Monstranzen wurden zum Teil auf Prunkwagen mitgeführt. Auf Schauwagen wurden vor allem in England und Spanien lebende Bilder mit Themen aus der gesamten Heilsgeschichte präsentiert, aus denen sich später die Fronleichnamsspiele entwickelten. Die Prozessionen wurden getragen und finanziert durch Stiftungen der Räte, Zünfte und Bruderschaften. In der Barockzeit war die Prozession ein Triumphzug des himmlischen Königs, begleitet von Hofstaat und Volk in hierarchisch gegliederter Prozessionsordnung über einen mit Blumen bestreuten Weg, der mit Teppichen, Fahnen und Grün geschmückt war.[8]

Die Reformation stand dem Fronleichnamsfest ablehnend gegenüber, da es sich biblisch nicht begründen lasse, aber auch wegen des als idolatrieartig überhöht empfundenen Umgangs mit der Hostie. In Wittenberg fand letztmals 1522 eine Fronleichnamsprozession statt, anscheinend aber ohne Mitführen des Altarsakraments. Martin Luther hielt die Predigt und erklärte, er sei diesem Fest „nit gut“, „wir wollens bescharren und begraben.“[18] In einer Predigt über Joh 6,55–58 LUT, die in die Festpostille von 1527 aufgenommen wurde, erklärte er, dass die Päpste die Bibel verfälschten und Bibeltexten eine neue, ihren Zwecken dienliche Bedeutung zuschrieben:

„Darum bin ich kainem fest nie feinder gewest dann disem fest, allain darumb das der bapst die schrifft dazu so mißbrauchet. Er hat fürgeben, er hab es an dem grunen Donnerstag nitt mit seiner wirde künden feyren und begeen, drumb hab ers auff disen tag geschoben, Aber das ist nit sein maynung gewesen, Diß fest ist darumb angefangen, der Bepste messen zu bestetigen, dann damit ist des Bapsts regiment gegründt. Das wollen wir ietz lassen faren, es ist genug getriben unnd geschriben, wie wir durch den Bapst verfurt seind, wer sich dran keren will, der mags thun, doch will ich geradten haben, man wolle diß fest gantz und gar abethun, dann es ist dz aller schedlichst fest, als es durch dz gantze jar ist. An kainem fest wird got und sein Christus serer gelestert dann an disem tag, und sonderlichen mit der Procession, die man vor allen dingen sol abstellen.“[19]

In Luthers Überarbeitung ging eine mittelalterliche Leise der Fronleichnamsprozession ins evangelische Liedgut ein: Gott sei gelobet und gebenedeiet (EG 214).

Auf dem Augsburger Reichstag von 1530 übte Kaiser Karl V. Druck auf die protestantischen Reichsstände aus, an der Fronleichnamsprozession teilzunehmen. Diese erreichten aber, dass ihnen das Fernbleiben gestattet wurde. Philipp Melanchthon erläuterte in der Bekenntnisschrift (Confessio Augustana), die auf diesem Reichstag dem Kaiser übergeben wurde, im Artikel über die reformatorische Kernforderung des Laienkelchs auch die Ablehnung der Fronleichnamsprozession. Sein Argument war, dass Brot und Wein bei der Eucharistiefeier zusammengehörten. Demnach unterlassen die Unterzeichner der Confessio Augustana die Prozession mit der Hostie, „weil die Teilung des Sakraments nicht übereinstimmt mit der Einsetzung Christi.“[20]

Das Konzil von Trient (1545–1563) bestätigte das Fronleichnamsfest und wertete es gleichsam zu einer gegenreformatorischen Demonstration auf[21]:

„So mußte denn die siegreiche Wahrheit über Lüge und Häresie triumphieren, damit ihre Widersacher beim Anblick eines so großen Glanzes und in solchem Jubel der ganzen Kirche niedergestreckt, entweder gelähmt und gebrochen vergehen oder mit Scham erfüllt und verwirrt endlich zur Besinnung gelangen.“

Ihren Höhepunkt an festlicher Gestaltung erreichte die Fronleichnamsprozession im 17. und 18. Jahrhundert. In München zog die Prozession zwischen den Stadtmauern hin, und die vier Evangelien wurden an den vier Stadttoren Schwabinger Tor, Isartor, Sendlinger Tor und Karlstor verlesen. Allerdings sah das Rituale Romanum Papst Pauls V. von 1614 keine Stationen mehr vor, lediglich den eucharistischen Segen zum Abschluss des Umgangs.[8]

Im Zeitalter der Aufklärung wurde die Fronleichnamsprozession erneut kritisiert. Angemahnt wurde unter anderem das massenhafte Abholzen von Birken und Abbrechen von Reisern derselben, das Abschießen von Salven und der nun als unziemlich empfundene Pomp. Im Kurfürstentum Bayern wurden 1781 Maskierungen und lebende Bilder bei Fronleichnamsprozessionen verboten, wenig später untersagte man das Schießen. 1803 untersagte man Pferdeumritte, das Aufstellen von Bäumchen und das Anlegen von Blumenteppichen.[22]

In Landshut nahm die dortige besonders prunkvolle Fronleichnamsprozession 1807 ein jähes Ende. In einem königlichen Befehl wurde die bisherige Praxis, wonach neun geharnischte Männer auf geharnischten Pferden die Prozession eröffneten und 24 Spanier (Höflinge) mit zwölf Edelknaben das Allerheiligste begleiteten, ausdrücklich verboten, da dies die „reine Jesusreligion“ entehre. Nur die drei Geharnischten, die das Stadtwappen symbolisierten, durften bleiben.[23]

In Preußen wurde im 19. Jahrhundert an verschiedenen Orten (Breslau, Essen) die Fronleichnamsprozession, in Münster die „Große Prozession“ im Juli, zu einer bewussten Protesthaltung der katholischen Bevölkerung gegenüber der preußischen Politik und bewirkte in manchen Städten eine Neubelebung, in Spandau sogar zur Neuentstehung der Prozession. Die Spandauer Prozession zog ab den 1830er-Jahren tausende Katholiken aus den Nachbarstädten Berlin und Charlottenburg an und gilt als wichtigste Feier des Diasporakatholizismus in der preußischen Hauptstadt. Von den Protestanten wurden die Prozessionen im öffentlichen Straßenraum als Provokation seitens des kleinen Bevölkerungsanteils der Katholiken gegenüber der nichtkatholischen Bevölkerungsmehrheit empfunden, und es kam zu Störungen. Von liberaler Seite wurde ein Verbot gefordert und mit „Straßenterrorismus“ begründet. Die Konflikte wurden von der kirchlichen und der säkularen Presse aufgegriffen. 1875, auf dem Höhepunkt des Kulturkampfs, wurde sie in Spandau nicht mehr genehmigt. In Münster erhielten 1876 die Schüler keinen schulfreien Tag, aber bis zu 75 % der Schüler fehlten im Unterricht. In den Folgejahren durften die Schüler nicht geschlossen unter Führung ihrer Lehrer teilnehmen.[24]

Aus dem 19. Jahrhundert sind Konflikte in gemischtkonfessionellen Gebieten Deutschlands dokumentiert: Protestantische Bauern brachten als Provokation den Mist gerade an Fronleichnam auf die Felder aus; bei der Essener Fronleichnamsprozession 1845 wurden protestantische Polizisten angegriffen, und 1853 bewegte sich die Prozession in Ottweiler nicht auf der vorgesehenen Route, sondern provokanterweise durch die von Protestanten bewohnte Hauptstraße.[25]

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Fronleichnamsprozession von vielen als Demonstration ihres Glaubens gegen die nationalsozialistische Weltanschauung und die Diktatur verstanden.[26][27] In Köln war ab 1936 die geschlossene Teilnahme von Schulgruppen an Fronleichnamsprozessionen, die teilweise mit dem Banner der Schule und mit Schulmützen mitgegangen waren, verboten, da die Nationalsozialisten dies als Provokation verstanden.[28]

Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) bekamen die heilige Messe und der Empfang der Kommunion zentrale Bedeutung, hinter der die Prozession zurücktrat. Sie verlor an Bedeutung, wurde im Verlauf oft reduziert und vereinzelt abgeschafft. Häufig ist heute der altchristliche Stationsgottesdienst das Vorbild für die Feier, bei der die heilige Messe an einem zentralen Platz gefeiert wird und die Prozession im Anschluss durch die Straßen zieht; dabei sind nach örtlichem Brauch Stationen vorgesehen, Ziel ist häufig die Pfarrkirche.[12][29] Mancherorts wurde als neues Element der Festgestaltung eine gemeinsame Messfeier der Pfarreien einer Kommune im Freien auf einem Platz in der Stadtmitte eingeführt, an die sich eine gemeinsame Prozession durch die Stadt oder Prozessionen zurück in die einzelnen Pfarrkirchen anschloss.

Bedeutung in anderen christlichen Konfessionen

In der orthodoxen Kirche ist die Verehrung des zur Anbetung ausgesetzten Allerheiligsten unbekannt. Hier lautet ein Grundsatz: Wir verehren die heiligen Gaben, weil wir sie – etwa zur Krankenkommunion – aufbewahren, aber wir bewahren sie nicht auf, um sie zu verehren. Ebenso wie die scholastisch-rationalistische Transsubstantiationslehre wird das Fronleichnamsfest abgelehnt.

Protestanten feiern Fronleichnam nicht, weil sie ein anderes Verständnis von Abendmahl beziehungsweise Eucharistie haben als Katholiken.[30] Für Lutheraner bleiben Brot und Wein während des Abendmahls in ihrer Substanz das, was sie sind: Brot und Wein. Dabei ist Christus jedoch „in, mit und unter“ Brot und Wein gegenwärtig, wie es in der Konkordienformel, einer lutherischen Bekenntnisschrift heißt.[31]

Heutige Praxis in Deutschland, in Österreich und der Schweiz

 
Messdiener mit Kreuz und Fahnen führen die Prozession an, gefolgt von Bannerträgern der Vereine, Musikkapelle und Kirchenchor

In den deutschsprachigen Ländern war bis weit in das 20. Jahrhundert hinein die Fronleichnamsfeier in der Form üblich, dass nach einem Festhochamt in der Pfarrkirche die Prozession durch den Ort zu vier Altären und zum Schlusssegen zurück in die Pfarrkirche zog. Dabei umschritt sie laut Guido Fuchs nach dem Vorbild der Flurprozession einen „bestimmten Bezirk“, erreichte das von Fuchs zitierte „Ideal“ vom Umschreiten des gesamten Pfarreigebietes jedoch in der Regel nicht. Diese Praxis ist in den letzten Jahren zurückgegangen.[32] Heute ist vielerorts die Messfeier zu Beginn auf einem öffentlichen Platz üblich, an dem sich die eucharistische Prozessionen mit Stationen nach örtlichem Brauch anschließt.[12]

Die Prozessionsordnung unterliegt in der Regel örtlichen Traditionen und Absprachen. Die Prozession wird angeführt von einem Prozessionskreuz, flankiert meist von zwei Fahnen oder Leuchtern. Diese und das Kreuz werden von Ministranten getragen. Es folgen die Kinder, gegebenenfalls in ortsüblicher Reihenfolge die Vereine als geschlossene Gruppen, gegebenenfalls mit Vereinsfahne in Tracht oder Uniform, und zwar sowohl kirchliche oder kirchennahe Gruppen wie die Kolpingsfamilie, die Schützenbruderschaft, Jugendgruppen oder Studentenverbindungen als auch andere Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr. Vielerorts ist es bis heute üblich, dass die Kommunionkinder des Jahres als Gruppe mitgehen und dabei noch einmal ihre Festkleidung tragen. Gegebenenfalls folgen eine Blaskapelle, möglicherweise auch der Kirchenchor. Vor dem Allerheiligsten reihen sich, wo vorhanden, örtliche Ordensgemeinschaften und Kleriker ein. Unmittelbar vor dem Allerheiligsten gehen die Ministranten, als letzte die Thuriferare mit dem Weihrauchfass. Der Tragehimmel wird nach örtlicher Gewohnheit von Schützen oder Feuerwehrleuten in Uniform, Mitgliedern von Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat oder Vereinen oder anderen Gemeindemitgliedern getragen. Tragen Nichtuniformierte den Baldachin, ist es vielerorts üblich, dass die Träger festlich gekleidet sind. Mancherorts ist es Brauch, dass die Schützen die Gruppe mit dem Allerheiligsten flankierend begleiten. Hinter dem Himmel gehen, wo es üblich ist, eventuell öffentliche Würdenträger wie Bürgermeister und Gemeinderäte. An mehren Stellen des Zuges werden manchenorts kirchliche Fahnen und Figuren mitgeführt. Frauen und Männer gingen in der Regel in separaten Gruppen, doch ist diese Ordnung vielerorts zugunsten einer familienweisen Gruppierung aufgelöst.

Die Änderungen im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil waren in den Pfarreien nicht unumstritten. Teilweise ergaben sich Änderungen auch bei der Zusammenlegung von Pfarreien: Manche Seelsorgeeinheiten ermöglichen Teilgemeinden eine eigene Prozession,[33][34] anderswo wird eine gemeinsame Fronleichnamsfeier gehalten.

Faktoren für Änderungen beim Ablauf der Prozession sind ferner ein Rückgang des katholischen Bevölkerungsanteils mit hoher Kirchenbindung, die Auflösung volkskirchlicher Strukturen sowie die Individualisierung, Flexibilisierung und geändertes Freizeitverhalten.[35] Hinzu kommen Probleme durch den Ausbau von Straßen und höheres Verkehrsaufkommen, die die Sperrung für eine Prozession nicht mehr erlauben. Daher wird häufig der Weg verkürzt, die Anzahl der Segensaltäre entsprechend reduziert[36] oder sogar auf eine Prozession nun aus diesem Grund und nicht wegen geänderter theologischer Sichtweisen gänzlich verzichtet.[37] Gelegentlich möchte man die Fronleichnamsfeier familienfreundlicher gestalten und führt deswegen Änderungen ein.[38] Am stärksten halten Pfarreien süddeutscher und österreichischer Diözesen an der überlieferten Form (Zitat: „alte Pracht einschließlich der herrschaftlichen Insignien …“) fest.[39] Allerdings weisen Liturgiewissenschaftler wie Andreas Heinz darauf hin, dass die Festlichkeiten ins Folkloristische abzugleiten drohen, wenn die traditionelle Gestaltung lediglich konserviert werde.[40]

Schmücken des Prozessionsweges

Durch Änderungen bei den Prozessionswegen wird das früher großzügig praktizierte Schmücken der Straßen, durch die die Prozession führt, erschwert und unterbleibt immer mehr. Dieser früher sehr aufwendige Schmuck ist durch Fotoarchive gut dokumentiert.[41][42][43] Demnach war es üblich, den Prozessionsweg beidseitig mit Birkengrün oder Buchenästen sowie später mit Reihen von Fähnchen zu versehen. Dies geschah durch die Anwohner oder durch Gruppen in der Gemeinde, die es übernommen hatten, einzelne Straßen oder einen der Segensaltäre gemeinsam zu schmücken.[44] Vor die Häuser oder in die Fenster stellten Anwohner „Altärchen“ mit Heiligenbildern oder anderen familieneigenen religiösen Symbolen, Blumen und Kerzen. Weitere verbreitete Arten der Ausschmückung des Prozessionsweges waren Ehrenbögen, Blumensträuße, Schilfblätter oder gemähtes Gras als durchgehender „Teppich“.[45] Es war üblich, die Häuser zu beflaggen; selbst an Kirchtürmen brachte man aus Öffnungen im Turmhelm weithin sichtbare Flaggen an. Heutzutage begrenzt sich das Schmücken der Straßen, sofern es noch üblich ist, häufig auf das Aufstellen von Prozessionsfähnchen am Straßenrand, und das nur an manchen Abschnitten des Prozessionsweges, sowie das Hissen von Fahnen vor der Kirche sowie an einigen Häusern am Weg. Aufwendigere Arten des Schmückens werden nur noch dort gepflegt, wo das Fronleichnamsfest nach wie vor als hoher kirchlicher Feiertag empfunden wird oder sich ein entsprechendes säkulares Brauchtum (Volksfest o. ä.) anschließt.

Segensaltäre

Die Orte für die Segensstationen – die sogenannten „Altäre“ – sind von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Man nutzte unter anderem Kapellen, die teilweise nur zu diesem Zweck errichtet worden waren[46], ferner Flur-, Wege- oder Hofkreuze und Bildstöcke. Mancherorts werden mobile, aber aus dauerhaften Materialien hergestellte und repräsentative Altäre aufgestellt[47] oder aus einem Tisch und anderen Gegenständen aus dem Privatbesitz der Altaraufbauer eine Abstellmöglichkeit für die Monstranz geschaffen, die mit Stoffen, Tüchern und Tischdecken repräsentativ gestaltet wird. Gelegentlich sind textile Elemente mit eucharistischen oder ähnlichen Symbolen versehen. Auf dem Altar stehen Blumen und Kerzen. Den Hintergrund und die weitere Ausgestaltung bilden Birken und Fahnen. Vor den Altären lagen früher meistens Blumenteppiche. Es war weit verbreitet, direkt vor dem Altar, dort wo der Priester das Evangelium liest und den Segen spendet, einen echten geknüpften Teppich auszulegen.


Besondere Fronleichnamsprozessionen

 
Mülheimer Gottestracht (2013)
 
Schiffsprozession in Treis-Karden (2019)
 
Blumenteppich in Illerrieden
 
Mardorfer Triumphbogen

Regional gibt es die Fronleichnamsprozession als „Prozession zu Pferd“ (Antlassritt) oder als Schiffsprozession. Eine der bekanntesten und ältesten Schiffsprozessionen ist die Mülheimer Gottestracht auf dem Rhein in Köln-Mülheim.[48] Dort fährt ein „Sakramentsschiff“, begleitet von kleinen und großen Schiffen, von der ehemals selbständigen Stadt Mülheim bis an die alte Stadtgrenze von Köln und zurück nach Mülheim. An der Mosel ist die Schiffsprozession an Fronleichnam in Treis-Karden bekannt, der Beginn ist jährlich wechselnd in Karden oder in Treis.[49] In Österreich finden im Salzkammergut in Hallstatt und Traunkirchen Seeprozessionen statt. Von Seehausen am Staffelsee aus führt die Prozession mit Booten über den Staffelsee zur Insel Wörth. Diese Tradition geht bis auf das Jahr 1936 zurück.

Der eucharistische Christus wird außer mit Weihrauch und Altarschellen oft mit gestreuten Blumen, mancherorts mit Salutschüssen gegrüßt.

Das Schmücken ganzer Straßenzüge (in Österreich vor allem mit Birkenzweigen) für die Prozession ist verbreitet. Vielerorts werden zusätzlich zu den Prozessionsfähnchen am Wegesrand traditionell auch Bilder, Ornamente und Schriften aus vielen einzelnen Blütenteilen als Blumenteppich vor Stationsaltäre und auf den Prozessionsweg gelegt. Bekannt für ihre Blumenteppiche zu Fronleichnam sind in Deutschland besonders die Stadt Hüfingen und Sipplingen.[50]

Brauchtum zu Fronleichnam

Im Mainzer Dom gibt es mit dem Mainzer Segen am Fronleichnamsfest und früher auch an anderen Festtagen eine Besonderheit. Bereits zu Beginn der Vesper wird der Segen mit der Monstranz gespendet und zum Abschluss ein weiteres Mal. Nach den heutigen liturgischen Regeln wird der Segen nur am Ende eines Gebetsgottesdienstes gespendet; in Mainz ist die alte Form mit doppeltem eucharistischem Segen noch in der Stiftsvesper an Fronleichnam im Dom gestattet und wird auch praktiziert.

Im nordhessischen Fritzlar wird nach alter Tradition das Fronleichnamsfest am Vorabend mit dem „Katzenkoppschießen“ eröffnet.[51] Bevor diese Kanonen abgeschossen werden, erklingen alle acht Glocken des Fritzlarer Doms. Diese Prozedur wird dreimal wiederholt. Auch in den anderen ehemals kurmainzischen Enklaven in Hessen wird ein vergleichsweise reichhaltiges Brauchtum zu Fronleichnam gepflegt, wobei Amöneburg-Mardorf mit mehreren Triumphbögen besonders beachtenswert ist.[52] Das Mardorfer Fronleichnamsbrauchtum ist Teil der Fernsehdokumentation von Werner Mezger "Blumen, Weihrauch, Kreuz und Fahnen – Fronleichnamsbräuche in Europa" (SDR/SWF 1996)".


Termin

Das Datum des Fronleichnamsfestes ist vom beweglichen Osterfestkreis abhängig. Das Fest wird am Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitsfest, begangen (am 60. Tag nach dem Ostersonntag) und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni.

Da der Feiertag auf einen Donnerstag fällt, löst er im Falle der Arbeitsfreiheit einen sogenannten Brückentag aus, der für Schüler und Arbeitnehmer in vielen Ländern ein verlängertes Wochenende bedeutet.

Fronleichnam in den Jahren von 2017 bis 2027:

  • 2017: 15. Juni
  • 2018: 31. Mai
  • 2019: 20. Juni
  • 2020: 11. Juni
  • 2021: 3. Juni
  • 2022: 16. Juni
  • 2023: 8. Juni
  • 2024: 30. Mai
  • 2025: 19. Juni
  • 2026: 4. Juni
  • 2027: 27. Mai

Feiertagsregelungen

Deutschland

In Deutschland ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie in einigen Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung in den Ländern Sachsen (sorbische Gemeinden; genauer bestimmt durch die Fronleichnamsverordnung)[53] und Thüringen (im gesamten Landkreis Eichsfeld, den Eichsfelder Ortschaften des Unstrut-Hainich-Kreises und Teilen des Wartburgkreises).[54] In den übrigen Ländern und Regionen gibt es Sonderregelungen, wie für katholische Arbeitnehmer Anspruch auf unbezahlte Freistellung und für katholische Schüler Anspruch auf Unterrichtsbefreiung. Katholische Träger, etwa die Caritas, regeln in ihren jeweiligen Bereichen ganztägige Arbeitsbefreiung für alle Beschäftigten.

Schweiz, Österreich und Liechtenstein

 
Fronleichnamsprozession in Erschmatt (Wallis)

In der Schweiz ist Fronleichnam regional ein gesetzlicher Feiertag in den überwiegend katholisch bevölkerten Kantonen Appenzell Innerrhoden, Jura, Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri, Wallis und Zug sowie in bestimmten Gemeinden der Kantone Aargau, Freiburg, Graubünden, Neuenburg und Solothurn.

In ganz Österreich und Liechtenstein ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.

Weitere europäische Länder

In Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg ist Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag, das Fest wird dort am ersten Sonntag nach dem Fronleichnamstag nachgefeiert.

In Italien, wo Corpus Domini 1977 als gesetzlicher Feiertag abgeschafft wurde, wird das Fest gemäß Kirchenrecht am darauffolgenden Sonntag begangen (vgl. Christi Himmelfahrt). Bis 2016 zogen die Bürger Roms weiterhin in den Abendstunden des Fronleichnamstages gemeinsam mit dem Papst nach der Feier der Messe vom Vorplatz der Lateranbasilika zum Vorplatz der Basilika Santa Maria Maggiore, wo der sakramentale Segen erteilt wird. 2017 fand die Prozession mit dem Papst erstmals am Sonntag statt, „damit so viele Römer wie möglich daran teilnehmen konnten.“[55] Man versucht aber bereits seit einigen Jahren, Fronleichnam in Italien wieder als gesetzlichen Feiertag einzuführen. Dazu wurden bereits mehrere Gesetzesentwürfe in das Abgeordnetenhaus und in den Senat eingebracht. Eine große Prozession findet in Orvieto statt, wo das Altartuch mit den Flecken des Blutwunders von Bolsena von 1263 im Dom aufbewahrt wird. In San Marino (Corpus Domini) und Monaco (Fête de Dieu) ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.

In Spanien hat die Feier des Fronleichnamsfestes (Corpus Christi) mit feierlichen Prozessionen und vielfältigem Brauchtum vielerorts eine sehr lange Tradition, die ähnlich ausgiebig wie die Karwoche auf den Straßen gefeiert wird. Der Tag gehört aber schon seit 1989 nicht mehr zu den landesweit arbeitsfreien Feiertagen. Nur sechs Feiertage werden im ganzen Land einheitlich begangen, während die Festlegung der übrigen vorgeschriebenen Feiertage (deren gesetzliche Anzahl insgesamt 14 beträgt) den autonomen Gemeinschaften überlassen bleibt, die auch innerhalb ihres Zuständigkeitsgebietes viele lokal abweichende Regelungen zulassen. Gegenwärtig gilt Fronleichnam in keiner der spanischen Autonomien als genereller gesetzlicher Feiertag, ist allerdings mancherorts als örtlicher oder regionaler Feiertag arbeitsfrei (speziell in Sevilla und Toledo, wo der Tag traditionell einen besonders hoch eingeschätzt und ausgiebig gefeiert wird, und im katalanischen Berga, wo an diesem Tage das Volksfest La Patum begangen wird). In den übrigen Gebieten Spaniens gilt das kirchliche Fest als beweglicher Feiertag und wird an dem auf den eigentlichen Termin folgenden Sonntag begangen. In Portugal ist Fronleichnam ein Feiertag. In den Jahren 2013 bis 2015 war Fronleichnam als arbeitsfreier Feiertag ausgesetzt.

 
Fronleichnamsprozession der überwiegend polnischen Bevölkerung in Kęty (dt. Kenty), Postkarte von 1904

In Ungarn wird Fronleichnam am darauffolgenden Sonntag nachgefeiert. In Polen ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag. In Kroatien ist Fronleichnam ebenfalls gesetzlicher Feiertag.

Außerhalb Europas

 
Fronleichnamsprozession in Pirenópolis, Brasilien

Fronleichnam ist außerdem ein gesetzlicher Feiertag in Bolivien, Brasilien, Chile, der Dominikanischen Republik, Kolumbien, Osttimor, Saint Lucia und Trinidad und Tobago.

Fronleichnamsspiele

 
Samsonumzug in Mauterndorf

Das späte Mittelalter brachte geistliche Prozessionsspiele hervor, die zu Fronleichnam aufgeführt wurden. Dabei nahm man als Inhalt der Spiele auch Gespräche der Apostel und Propheten oder Bilder aus der Heilsgeschichte. Die Spiele entstanden in England im 14. Jahrhundert, das älteste im deutschen Sprachraum nachzuweisende Spiel fand 1391 im Stubaital in Tirol statt. Spätere Spielorte sind Bozen (1472, 1543),[56] Künzelsau (1479) und Freiburg (1516). Besonders prunkvoll wird das Fest in Italien begangen, z. B. in Viterbo (seit 1462), wobei der Text gegenüber dem szenischen Gepränge stark zurücktritt. Eine literaturgeschichtlich wichtige Ausformung haben die Fronleichnamsspiele in Spanien erfahren (Auto sacramental oder Auto del Corpus Christi), wo sie bis weit in die Neuzeit lebendig waren.

Die Samsonumzüge am Nachmittag des Fronleichnamstags im österreichischen Lungau und in der benachbarten Steiermark werden als Reste barocker Prachtprozessionen gedeutet. Nachdem im Zuge der Aufklärung das Mitführen des Samsons und anderer biblischer Figuren verboten worden war, wurden die Samsonumzüge auf den Nachmittag des Fronleichnamstags verlegt.

Regionale Bezeichnungen

Im Alpenraum wird volkstümlich gelegentlich der Begriff Blutstag (Seligblutstag oder Heiligblutstag) verwendet, der auch als Bezeichnung für den Gründonnerstag belegt ist. Daneben ist die Bezeichnung Prangertag gebräuchlich[57], die andernorts auch das Patronatsfest einer Pfarre bezeichnen kann.

Trivia

Hin und wieder findet sich der Ausdruck „Happy Kadaver“ als Verballhornung des Wortes Fronleichnam, die als Dysphemismus und gelegentlich als Provokation benutzt wird.[58][59]

Literatur

Weblinks

Commons: Fronleichnam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Fronleichnam – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Calendarium Romanum. Abgerufen am 24. September 2019 (Latein).
  2. „Wenn in einer Gemeinde keine Fronleichnamsprozession sein kann, empfiehlt es sich, dass sie gemeinsam mit einer ihrer Nachbargemeinden das Fronleichnamsfest feiert. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Fronleichnamsprozession an einem der auf das Fest folgenden Sonntage nachzuholen, wenn in dem betreffenden Ort die Sonntagsmesse gefeiert wird.“ In: Zum gemeinsamen Dienst berufen. Die Leitung gottesdienstlicher Feiern. Rahmenordnung für die Zusammenarbeit von Priestern, Diakonen und Laien im Bereich der Liturgie; Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz 8. Januar 1999. 7. Auflage. Bonn 2007.
  3. Anselm Schott: Das vollständige römische Messbuch. Herder, Freiburg i. Br. 1963, S. 483.
  4. Guido Fuchs: Fronleichnam. Ein Fest in Bewegung. Pustet, Regensburg 2006, ISBN 3-7917-1992-0. S. 78.
  5. erzabtei-beuron.de: Schott. Tagesimpuls, abgerufen am 5. Juli 2022.
  6. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 23., erweiterte Auflage, Berlin/New York 1999, ISBN 3-11-016392-6, S. 830.
  7. Anselm Schott OSB: Das Meßbuch der heiligen Kirche. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1924, S. 472–478
  8. a b c d Andreas Heinz: Fronleichnam. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995, Sp. 172 ff.
  9. Franz-Rudolf Weinert: Als in Mainz die Fronleichnamsprozession noch durch die „Betzelgass“ ging. In: bistummainz.de. 18. Juni 2019, abgerufen am 25. Juni 2022.
  10. Zweites Vatikanisches Konzil: Dogmatische Konstitution über die Kirche. In: Lumen gentium. Nr. 8; Augustinus-Zitat: Augustinus: Civ. Dei, XVIII, 51, 2: PL 41, 614.
  11. „Die Kirche als pilgerndes Gottesvolk könnte ein gültiges Motiv der Gestaltung [sc. der Fronleichnamsprozession] sein.“ (Andreas Heinz: Fronleichnam. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995, Sp. 172 ff.)
  12. a b c Die eucharistische Prozession. In: Gotteslob 2013, Nr. 592,5f.
  13. codex-iuris-canonici.de
  14. Guido Fuchs: Fronleichnam. Ein Fest in Bewegung. Pustet, Regensburg 2006, ISBN 3-7917-1992-0. S. 22.
  15. Holger Guster: Die Hostienmonstranzen des 13. und 14. Jahrhunderts in Europa. Dissertation. Heidelberg 2006, S. 26, doi:10.11588/heidok.00010179 (online [PDF; abgerufen am 16. September 2020]).
  16. Papst Urban IV.: Bulle zur Einführung des Fronleichnamsfestes, 11. August 1264. Übersetzung von Georg Ott. In: Georg Ott: Eucharisticum. Pustet, Regensburg 1869
  17. Johann Evangelist Hafner: Monstranz - Gott zeigen: Das Fronleichnamsfest aus systemtheoretischer Perspektive. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 60/1 (2008), S. 20–40, hier S. 23 ff, 32f (Elevation).
  18. Weimarer Ausgabe, Band 11, S. 125.
  19. Weimarer Ausgabe. Band 17/2, S. 435 f.
  20. Confessio Augustana, Artikel 22, Übersetzung der lateinischen Fassung, hier zitiert nach: Leif Grane: Die Confessio Augustana. Einführung in die Hauptgedanken der lutherischen Reformation. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980, ISBN 3-525-03263-3; 6. Auflage UTB 1400, 2006, ISBN 3-8252-1400-1, S. 168.
  21. Sessio 13,5, hier zitiert nach: Friedrich HeilerFronleichnamsfest. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 3. Auflage. Band 2, Mohr-Siebeck, Tübingen 1958, Sp. 1166.
  22. Josef Pfennigmann: „Wie viel wunderthätige Kirchfahrten …“. Volksfrömmigkeit und Aufklärung in Altbayern. In: Herbert Schindler (Hrsg.): Bayern im Rokoko. Süddeutscher Verlag, München 1989, ISBN 3-7991-6434-0, S. 132.
  23. Hans Grassl, Alfons Beckenbauer, S. 145–146.
  24. Lena Krull: Prozessionen in Preußen. Katholisches Leben in Berlin, Breslau, Essen und Münster im 19. Jahrhundert. Würzburg 2013, hier besonders S. 251 ff. und 303; Fundort für „Straßen-Terrorismus“ S. 253 Anm. 754; Münster: S. 162–172.
  25. Olaf Blaschke: Religiöser Pluralismus im Kaiserreich? Konfessionelle Koexistenz und Konflikt in der Kulturkampfzeit in begriffs- und sozialgeschichtlicher Perspektive. In: Ulrich Willems, Astrid reuter, Daniel Gerster (Hrsg.): Ordnungen religiöser Pluralität. Wirklichkeit - Wahrnehmung - Gestalt. Campus, Frankfurt/New York, S. 183–224, hier S. 200.
  26. Hans Michael Ehl, Willi Keller, Martin Koch, Jörg Vins: Feiertage oder freie Tage? Pfingsten, Fronleichnam und die Taube. Wenn bekannte Symbole zum Rätsel werden. (Nicht mehr online verfügbar.) SWR cont.ra, 21. Mai 2010, archiviert vom Original am 13. Januar 2012; abgerufen am 1. Januar 2017.
  27. Bernd Distelkamp: Ein Haus voll Glorie schauet. Der Siegburger Kirchenlieddichter Joseph Mohr. (PDF; 418 kB) In: Siegburger Blätter, Nr. 21,. Februar 2009, S. 7, abgerufen am 24. September 2019.
  28. Franz Schnellbächer: Schüler der Anstalt von 1933 bis 1941. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 74–82, hier S. 80 f.
  29. Guido Fuchs: Fronleichnam. Ein Fest in Bewegung. Pustet, Regensburg 2006, ISBN 3-7917-1992-0. S. 22.
  30. Philipp E. Reichling: Das Trennende, was verbindet In: kirche-im-wdr.de, 16. Juni 2022 (Verkündigungssendung)
  31. Katharina Hamel: Warum Fronleichnam für Evangelische kein Feiertag ist | Sonntagsblatt - 360 Grad evangelisch. Abgerufen am 14. Juni 2022.
  32. Guido Fuchs: Fronleichnam. Ein Fest in Bewegung. Pustet, Regensburg 2006, ISBN 3-7917-1992-0. S. 22.
  33. katholische-kirche-borsum-sarstedt.de PDF, S. 17 v. 18 (original S. 14), Zitat: „Die Feier des Fronleichnamsfestes – insbesondere die örtlichen Prozessionen haben in allen Gemeinden unserer Pfarrei St. Martinus große Bedeutung. Ganz ähnlich ist es in der Nachbarpfarrei St. Cäcilia. Im Pastoralteam und im Pfarrgemeinderat waren wir uns daher schnell einig, dass es weiterhin in allen acht Orten Fronleichnamsprozessionen geben soll.“
  34. st-reinhildis.de PDF, S. 3 v. 4, Zitat: „Die Vorbereitung der Sakramtenprozession (sic!), die in Bevergern üblicherweise am 3.Sonntag nach Fronleichnam stattfindet, …“
  35. pfarreiengemeinschaft-hasegrund.de Zitat: „Für die Feier des Fronleichnamsfestes in diesem Jahr haben sich die Gremien und das Team der hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überlegt, dass wir auf eine Prozession verzichten möchten. Ein verändertes Liturgieverständnis in der Bevölkerung und auch eine abnehmende Bereitschaft, sich im Rahmen dieses Festes an der Gestaltung zu beteiligen, hat uns zu dieser Entscheidung gebracht. Sie kündigte sich bereits in den vergangenen Jahren an und ist in der Zeit der Corona Pandemie nocheinmal deutlich formuliert worden. …“
  36. pg-spelle.de PDF, S. 25 v. 28, Zitat: „Anstelle der Prozession an Fronleichnam morgens, die in den letzten Jahren schon vor Corona außer denjenigen, die eine Aufgabe übernommen haben, kaum Teilnehmer hatte, ist nun die Vorabendmesse zum Fronleichnamstag am Mittwochabend, 15. Juni 2022 um 18:30 Uhr in Lünne geplant. Die Heilige Messe beginnt in der Kirche. Anschließend findet eine symbolische Prozession rund um die Kirche statt, die am Altar auf dem Kolpingplatz endet. …“
  37. st-georg-bocholt.de Zitat: „In diesem Jahr feiern wir wieder Fronleichnam gemeinsam mit den beiden anderen Stadtpfarreien Liebfrauen und St. Josef. Am Donnerstag, 16. Juni, beginnt um 10:00 Uhr der Festgottesdienst auf dem Markt vor dem Historischen Rathaus … Dann sind alle eingeladen, auf dem Marktplatz zu bleiben, eine Prozession findet nicht statt, da sich das in den Jahren 2018 und 2019 als problematisch herausgestellt hat. Vielmehr folgt direkt auf die Messe ein gemütliches Beisammensein auf dem Marktplatz bei Livemusik mit Würstchen und Getränken. …“
  38. st-nikomedes.de Zitat: „Herzliche Einladung zum Familienfest an Fronleichnam. An Fronleichnam, den 16.Juni 2022 laden wir zum Familienfest auf den Kirchplatz St. Joh. Nepomuk ein. Begonnen wird um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst vor der Kirche und mündet dann in ein fröhliches Beisammensein mit schöner Musik des CVJM. Wir möchten Gemeinschaft feiern nach der langen Corona-Zeit. Für das leibliche Wohl aller Gäste ist gesorgt, so dass Zeit für schöne Gespräche, viel Lachen und ein Wiedersehen mit lange nicht mehr gesehenen Mitmenschen ist. …“
  39. Guido Fuchs: Fronleichnam. Ein Fest in Bewegung. Pustet, Regensburg 2006, ISBN 3-7917-1992-0. S. 46.
  40. Andreas Heinz: Fronleichnam. II. Prozession. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995, Sp. 174.
  41. digit.wdr.de Nota bene: eine direkte Verlinkung der Suchergebnisse, der digitalisierten, einschlägigen Bilder, funktioniert nicht. Der Suchbegriff „Fronleichnam“ muss daher eigenhändig eingegeben werden.
  42. lwl.org
  43. emslandmuseum.de Auch durch autobiografische Schriften ist diese Art des Ausschmückens von Prozessionswegen dokumentiert. (H. K. Sommerwind und Wintersturm. Waxman-Verlag, ISBN 3-89325-482-X, Zitat S. 67: „Zu beiden Seiten des Weges sah man weiße Fahnenstangen mit weiß-gelben Fahnen und Birkenbäumchen, vor den Häusern und am Wegesrand wunderbare Altäre und Heiligenbilder.“)
  44. pfarreiengemeinschaft-hasegrund.de Zitat: „Nach 2-jähriger, coronabedingter Pause freuen wir uns sehr, das Fronleichnamsfest wieder in herkömmlicher Weise feiern zu können. … Die einzelnen Kränzegruppen sind informiert und können den Wegeschmuck entsprechend gestalten und aufbauen. Auch die Anwohner des Prozessionsweges werden gebeten, die Straße zu beschmücken und zu beflaggen. Kleine Hausaltäre sind wie in jedem Jahr gerne gesehen. Ganz besonders sind die Kinder mit ihren Familien eingeladen, um eventuell während des Prozessionsweges Blümchen zu streuen. Ebenfalls werden die Fahnen- und Bannerabordnungen gebeten, die Prozession zu begleiten. …“
  45. BR24: „Fronleichnam 1956 in Bayern“ auf YouTube
  46. 150 Jahre St. Peter und Paul Brochterbeck Dialogverlag, Münster 2010, ISBN 978-3-941462-26-7. Zitat S. 176: „Sie (die Kapellen) sind bis auf eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts jährlich neu errichtet … worden, erst dann wurden sie in Stein gebaut.“
  47. wn.de Zitat: „Doch nicht nur über den Weg, sondern auch über den Altar im Sophienpark gibt Neues zu berichten: Dem Altarteam … war bereits 2019 … ein Altar angeboten worden, der sich über 100 Jahre im Besitz der Familie J… aus Greffen befunden hatte. Auf Grund einer veränderten Streckenführung der dortigen Fronleichnamsprozession wurde der Altar nicht mehr benötigt und war bereits über längere Zeit eingelagert. Die Dreibrückenschützen entschlossen sich damals kurzerhand, dem Altar eine neue Heimat auf dem Hof F… in Ost-Milte zu geben.“
  48. Gottestracht. Informationen über die Mülheimer Gottestracht (Köln) mit Fotogalerie. In: clemens-mauritius.de. Katholischen Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius, abgerufen am 24. September 2019.
  49. Prozession führt per Schiff über die Mosel. In Blick aktuell. Abgerufen am 28. Juni 2022.
  50. Der Hüfinger Blumenteppich wurde in der Fernsehdokumentation von Werner Mezger "Blumen, Weihrauch, Kreuz und Fahnen – Fronleichnamsbräuche in Europa" (SDR/SWF 1996)" gezeigt, der Sipplinger in der Fernsehdokumentation "Ein Blumenteppich für den Herrn" (SWR 2018, [1])
  51. Katholische Kirche – Domgemeinde St. Peter, Fritzlar – Fronleichnam in Fritzlar – Katzenkoppschießen. In: www.katholische-kirche-fritzlar.de. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  52. Fotoserie über Fronleichnam in Amöneburg-Mardorf (Hessen) 2009. www.myheimat.de, abgerufen am 19. Mai 2018.
  53. Sächsische FronleichnamsVO in der rechtsbereinigten Fassung vom 10. Juni 1995. (PDF; 6 kB) Abgerufen am 24. September 2019.
  54. Erläuterung zur Fronleichnamsregelung des Thüringer Feiertagsgesetzes mit Gemeindeliste
  55. Fronleichnam in Rom: „Gottes Liebesgeschichte mit uns“ (Memento vom 16. November 2017 im Internet Archive). In: Radio Vatikan, 18. Juni 2017. Abgerufen am 18. Juni 2017.
  56. Bernd Neumann, Hannes Obermair: Tiroler Spiele. In: Wilhelm Kühlmann et al. (Hrsg.): Killy Literaturlexikon. Band 11. Berlin-New York: Walter De Gruyter 2011. ISBN 978-3-11-022040-7. S. 546–548, hier: S. 547.
  57. von mittelniederdeutsch prangen, zu prank ‚Prahlerei, Prunk‘, so Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23., erweiterte Auflage, Berlin/New York 1999, ISBN 3-11-016392-6, S. 644; vgl. auch „Gepränge“.
  58. aci: Fronleichnam - was wird da eigentlich gefeiert? In: Spiegel online. 14. Juni 2017, abgerufen am 15. September 2019.
  59. Dorothea Backovic: Warum wird Fronleichnam immer an einem Donnerstag gefeiert? In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 30. Mai 2018, abgerufen am 15. September 2019.