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Marktgemeinde
Mauterndorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mauterndorf
Mauterndorf (Österreich)
Mauterndorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Tamsweg
Kfz-Kennzeichen: TA
Fläche: 32,71 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 13° 41′ OKoordinaten: 47° 8′ 1″ N, 13° 40′ 47″ O
Höhe: 1123 m ü. A.
Einwohner: 1.620 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 50 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5570
Vorwahl: 06472
Gemeindekennziffer: 5 05 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mauterndorf 52
5570 Mauterndorf
Website: www.mauterndorf.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Eßl (ÖVP)
Gemeinderat: (2019)
(17 Mitglieder)
12
3
2
12 
Insgesamt 17 Sitze
Lage von Mauterndorf im Bezirk Tamsweg
GöriachLessachMariapfarrMauterndorfMuhrRamingsteinSankt Andrä im LungauSankt Margarethen im LungauSankt Michael im LungauTamswegThomatalTwengUnternbergWeißpriachZederhausSalzburgLage der Gemeinde Mauterndorf im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf die Burg Mauterndorf vom Nord-Westen aus
Blick auf die Burg Mauterndorf vom Nord-Westen aus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Mauterndorf ist eine Marktgemeinde im Lungau und mit 1620 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) die viertgrößte Gemeinde des Gebietes.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften, die gleichzeitig auch die Katastralgemeinden bilden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Faningberg (61)
  • Mauterndorf (1238)
  • Neuseß (120)
  • Steindorf (201)

Bis Ende Jänner 1962 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Sankt Michael im Lungau, seit dem 1. Februar 1962 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Tamsweg.

GeschichteBearbeiten

 
Die Brückenkeusche an der Fleischbrücke in Mauterndorf
 
Das „Putzhaus“ mit einem römischen Meilenstein an der Ecke

Die Einheimischen (Mauterndorfer und Lungauer und Katschtaler jenseits des Katschbergs) nennen den Ort bzw. die Gemeinde „Mautndoaf“. Eine entsprechende Schreibung wäre „Mautndorf“ anstatt „Mauterndorf“.

Zur Zeit des Römischen Reiches verlief eine wichtige Römerstraße durch Mauterndorf über den Radstädter Tauern. Heute sind im Ort Römersteine aus dieser Zeit zu sehen. Etwa an der Stelle, an der heute die Burg steht, existierte schon damals ein römisches Kastell.

1002 wurde Mauterndorf das erste Mal urkundlich erwähnt, 1023 geriet der Ort unter die Herrschaft des Erzbischofs von Salzburg und wurde 1217 zum Markt erhoben. Im 13. Jahrhundert wurde vom Salzburger Domkapitel eine Mautstelle errichtet, daher auch der Name Mauterndorf. Der Ort war im Mittelalter der wichtigste Handelsplatz des Lungaus. 1253 wurde der Bergfried der Burg errichtet. In Mauterndorf fanden 1291/92 Gespräche mit dem Bischof von Salzburg über die Unterstützung des Landsberger Bundes statt, eines Aufstandes steirischer Adeliger gegen Herzog Albrecht I. Im 15. Jahrhundert wurde die Burganlage von Erzbischof Leonhard von Keutschach und Dompropst Burkhard von Weißpriach erweitert. Sie diente dem Domkapitel als Administrationszentrum. 1806 ging sie in Staatseigentum über.

Im Jahr 1894 erwarb Hermann von Epenstein, ein reicher Militärarzt aus Berlin die Burg und rettete sie vor dem Verfall.[2]

Von 1939 bis 1945 gehörte die Burg durch Schenkung der Witwe seines verstorbenen Taufpaten und „Ziehvaters“ Epenstein Hermann Göring, wenn auch diese Schenkung nie im Grundbuch eingetragen wurde und später zu Rechtsproblemen hinsichtlich der Eigentümerschaft führte. Göring hatte in jungen Jahren oft bei seinem Patenonkel auf der Burg gewohnt, hielt sich aber später dort nur mehr wenig auf. Zu Kriegsende 1945 wollte er nach Mauterndorf fliehen; aufgrund der Entwicklung der Frontverläufe kam es aber nicht mehr dazu.[3] Wegen der Finanzierung des Baus von Wasserleitungen für Mauterndorf wurde er Ehrenbürger der Gemeinde. Diese Ehrenbürgerschaft wurde ihm bis heute nicht offiziell aberkannt. Der Bürgermeister von Mauterndorf Wolfgang Eder hält eine Aberkennung nicht für sinnvoll, denn mit Görings Tod sei die Ehrenbürgerschaft ohnehin erloschen.[4]

1968 erwarb das Land Salzburg die Burg und renovierte sie von 1979 bis 1982 mit einem Kapital von 20 Millionen Schilling (ca. 1,5 Millionen Euro).

1997 sorgte der Amoklauf von Mauterndorf für Aufsehen.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 


GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Die Partnerschaftsgemeinde von Mauterndorf ist Cadolzburg in Bayern.

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde ist: In einem gespaltenen Schild vorne in Schwarz ein silberner gestürzter, geschmiedeter Nagel, (der an die Zeit erinnert wo im Lungau noch Eisenerz abgebaut wurde) und hinten in Rot ein silbernes Tatzen-Kreuz mit größerem Längsbalken (das an die Zeit des Salzburger Domkapitels erinnert).

PolitikBearbeiten

 
Gemeindeamt

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 17 Mitglieder.

Bürgermeister
  • 1985–1991 Peter Bliem (ÖVP)[5]
  • 1985–1991 Peter Bliem (ÖVP)[6]
  • 1991–2018 Wolfgang Eder (ÖVP)[7]
  • seit 2018 Herbert Eßl (ÖVP)[8]

WirtschaftBearbeiten

Haupteinkommensquelle ist der Fremdenverkehr mit jährlich 245.000 Übernachtungen. Besondere touristische Höhepunkte sind im Sommer das Mittelalterfest, die berühmten Samsonumzüge und im Winter das Familienskigebiet Grosseck-Speiereck.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Burg Mauterndorf
 
Samsonumzug in Mauterndorf
Samsonumzug in Mauterndorf 2007
  • Burg Mauterndorf: Die Burg sicherte ab 1253 den unter Erzbischof Leonhard von Keutschach auf einer alten Römerstraße erneuerten wichtigen Übergang über den Radstädter Tauern. Die Burg diente seit dem späten 14. Jahrhundert auch als Mautstelle. Heute befindet sich das Lungauer Landschaftsmuseum dort.
  • Treppengiebelhäuser: Die Treppengiebelhäuser im Zentrum von Mauterndorf stehen unter Denkmalschutz. Ursprünglich gab es fünf Treppengiebelhäuser: Eines davon brannte ab und wurde normal wiederaufgebaut, sodass es jetzt nur noch vier sind.
  • Pfarrkirche St.Bartholomäus oder Bachtlmai
  • Filialkirche St. Gertrauden
  • Filialkirche St. Wolfgang
  • Taurachbahn: Die Bahn ist eine Museumsbahn, die während der Sommersaison in Betrieb ist.
  • Samson: Der Samsonfigur ist eine Riesenfigur, die nach altem Brauch im Lungau bei Umzügen getragen wird. Diese Samsonumzüge finden viermal im Jahr in Mauterndorf statt. Der Samson und seine beiden begleitenden Zwerge rücken auch bei besonderen Festen und Samsontreffen während der Sommermonate aus. Der Samson wird von einem Mann auf seinen Schultern getragen. Nach dem Tanz wird er von vier Männern unterstützt. Außerdem begleiten den Samson noch zwei Marketenderinnen und ein Samsonvater.
  • Gletschermühlen: In der letzten Eiszeit sind im Ortsteil Hammer (in der Nähe des Schizentrums) drei Gletschermühlen entstanden, die heute noch gut erhalten sind.
  • Römertempel: In Steindorf wurde unter dem Garten eines Bauernhauses ein alter Römertempel entdeckt. Ausgrabungen davon sind noch vor dem Bauernhaus zu sehen.
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Mittelalterfest: Jährlich findet im Sommer das Mittelalterfest statt, bei dem der Marktkern durch die Einwohner zu einem mittelalterlichen Erlebnis verwandelt wird.[9]
  • Bartholomä-Kirtag und Rösslmarkt: Jedes Jahr zur Bartholomä findet der traditionelle Kirtag und Rösslmarkt statt.

VerkehrBearbeiten

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Volksschule.

EinrichtungenBearbeiten

Segelflugplatz MauterndorfBearbeiten

Mit 1.110 Metern ist er der höchstgelegene Segelflugplatz Österreichs und beliebter Ausgangspunkt für Strecken-Segelflüge. Die Kennung ist LOSM, die offiziellen Koordinaten sind !547.1326675513.696000547° 08′ N, 013° 42′ O, eine Seilwinde ist vorhanden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mauterndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Eintrag über Burg Mauterndorf auf Burgen-Austria
  3. Alfred Kube: Pour le mérite und Hakenkreuz. Hermann Göring im Dritten Reich. Verlag Oldenbourg, München 1986, ISBN 3-486-53121-2, S. 5–6 und 345.
  4. Mauterndorf: Göring weiter Ehrenbürger. Der Standard vom 14. September 2007.
  5. Peter Bliem. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  6. Peter Bliem. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  7. Wolfgang Eder. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  8. Herbert Eßl. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  9. Webseite des Mittelalterfestes Mauterndorf