Österreichische Post

Österreichische Post Aktiengesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000APOST4
Gründung 1999
Sitz Wien, OsterreichÖsterreich Österreich
Leitung
Mitarbeiterzahl 22.966 (Dezember 2020, Periodendurchschnitt)
Umsatz 2.189,2 Mio. Euro (Dezember 2020)
Branche Logistik, Postdienstleister
Website post.at
Unternehmenszentrale der Österreichischen Post AG in Wien-Landstraße
Briefkasten der Österreichischen Post
Briefkasten der Österreichischen Post

Die Österreichische Post Aktiengesellschaft wurde 1999 rechtlich verselbständigt und ist ein unter der Firmenbuchnummer 180219d beim Handelsgericht Wien registriertes Logistik- und Postunternehmen. Die Österreichische Post Aktiengesellschaft ist mittelbare Rechtsnachfolgerin der Geschäftszweige „Gelbe Post“ und „Postautodienst“ der ehemaligen Österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung. Diese Geschäftszweige sind am 1. Mai 1996 bei der Teilung der Österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung in die so genannte Gelbe Post und in die Telekom Austria entstanden – es wurde die Post und Telekom Austria AG (PTA) gegründet. 1998 erfolgte die Abspaltung von der Telekom Austria und 2000 wurde der Postautodienst an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übertragen und die Post AG konzentriert sich seitdem auf ihr Kerngeschäft. Ab Mitte 2004 wurde die Privatisierung der Österreichischen Post Aktiengesellschaft diskutiert und in weiterer Folge durchgeführt. Am 15. Mai 2006 startete der Verkauf von 34,3 Millionen Aktien der Österreichischen Post AG zum Emissionskurs von 19 €. Seit 31. Mai 2006 notiert die Aktie erstmals an der Wiener Börse.

Die Post AG ist zu 52,8 % (April 2021) im Besitz der staatlichen Österreichischen Beteiligungs AG (ÖBAG), der Rest ist im Wesentlichen Streubesitz.[1]

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte der Österreichischen Post AG beginnt mit dem Aufbau des Postwesens in Österreich, welche ausführlich im Artikel Österreichische Postgeschichte bis 1806 dargestellt wird.

Im Jahre 1490 errichtete König Maximilian I. die erste dauerhaft betriebene Postverbindung Europas. Der Niederländische Postkurs verband Innsbruck mit den Niederlanden und Italien. Im Jahre 1722 erklärte Kaiser Karl VI. die Post zum Staatsmonopol, wenig später begann unter Maria Theresia und Josef II. der Postreisedienst durch regelmäßig verkehrende Postkutschen. Bereits 1787 führte der Postmeister Johann Georg Khumer den Poststempel (Orts- und Tagesstempel, auch „OT-Stempel“ genannt) ein.

Mit der Neuordnung des Portoentrichtungssystems 1817 wurden im gleichen Jahr auch die Briefkästen eingerichtet. Die erste österreichische Briefmarke erschien aber erst 33 Jahre später, nämlich 1850. 1863 wurden auf einer Internationalen Postkonferenz in Paris Richtlinien für den Abschluss internationaler Postverträge verabschiedet, elf Jahre vor der Gründung des Weltpostvereins. Ab 1869 wurden die ersten Postkarten (sogenannte „Correspondenz-Karten“) verschickt – eine Erfindung des österreichischen Nationalökonomen Emanuel Herrmann.

In den Jahren von 1875 bis 1956 bestand eine Rohrpost in Wien. Im Endausbau verband diese insgesamt 53 Rohrpoststellen auf einer Gesamtlänge von 82,5 Kilometern. Das erste Telefonnetz wurde 1881 in Betrieb genommen.

Im Ersten Weltkrieg wurde 1918 der weltweit erste zivile Flugpostdienst eingerichtet. Ab 1928 wurden die ersten Hausbriefkästen in Österreich verwendet.

Im Jahre 1966 wurde das österreichische Postleitzahlensystem etabliert. Acht Jahre später folgte bereits das erste Mobiltelefonnetz in Österreich. Mitte der 1990er Jahre führte die Österreichische Post den sogenannten EMS („Express Mail Service“ nunmehr Post Express), also die vorrangig behandelte Versendung von Briefen und Paketen, ein.

Ein erster Schritt zur späteren rechtlichen Verselbständigung des österreichischen Postwesens war 1996 die Gründung der Post und Telekom Austria (PTA) aus der ehemaligen Österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung, der zwei Jahre später die Abspaltung der Telekom Austria folgte. 1999 wurde dann schließlich die Post als Österreichische Post AG rechtlich verselbstständigt.

Es folgte zwei Jahre später die Abspaltung des Geschäftszweigs Postautodienst an die damalige ÖIAG und wurde in weiterer Folge den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übertragen.

Ins Jahr 2002 fiel der Erwerb eines Anteils von 74,9 % an feibra Österreich. 2002 wurde das zur damaligen Zeit größte Brief-Verteilzentrum Europas in Wien-Inzersdorf in Betrieb genommen und die slowakischen Paketgesellschaften Slovak Parcel Service (SPS) und In-Time übernommen, ein Jahr später kam dann noch das kroatische Unternehmen Overseas Trade hinzu.

Ab 2001 wurden die Post Partner eingeführt. Diese bieten wie Postfilialen postalische Services sowie einfache Finanzdienstleistungen an. Sie werden als Ersatz für Postfilialen eingesetzt, die für die Post nicht mehr wirtschaftlich zu führen sind, aber wo Standorte lt. Postmarktgesetz erhalten werden müssen. Die im Gesetz festgelegte Mindestzahl von 1.650 Post-Geschäftsstellen wird mit knapp 1.800 deutlich überschritten.

Ende 2004 verkaufte die Österreichische Post die Postversicherung und ein Jahr später auch seine Anteile an den DPD-Paketdiensten als Vorbereitung des Einstiegs in den österreichischen B2B-Paketmarkt.

Es folgten einige Übernahmen und Zukäufe. So kam 2005 die feibra Ungarn hinzu und der Anteil an Feibra Österreich wurde auf 100 % aufgestockt.

Ein Jahr später übernahm die Post dann auch den slowakischen Werbeversender Kolos, die Wiener Bezirkszeitung und die deutsche trans-o-flex (B2B-Paket & Logistik).

Es folgten 2007 die Übernahmen von Weber Escal (Kroatien) / Werbesendungen, Scanpoint (Deutschland) / Scandienstleistungen, Road Parcel und Merland Expressz (Ungarn) / Paketversand, Scherübl (Österreich) / Pharmalogistik und die Akquisition des deutschen Direktmarketing-Spezialisten meiller direct sowie von ST-Media (Kroatien) / Werbesendungen und City Express (Serbien) / Paketversand.

2008 kamen schließlich DDS (Niederlande) / Paketversand, VOP (Belgien) / Paketversand, die belgische HSH-Gruppe und der bosnische Paketdienst 24VIP (jetzt "ExpressOne) hinzu. Weiters verfügt das Unternehmen über eine Mehrheitsbeteiligung an der bulgarischen M&BM / Briefzustellung / Paketversand / Hybridmail, Paketversand und der tschechischen Intime / Paketversand.

2006 erfolgte der Börsegang an der Wiener Börse mit einem 49%igen Streubesitz. Im gleichen Jahr richtete die Post den Service Post24 ein, bei dem vollautomatische Stationen zum Pakete abholen und retournieren in Wien zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen. Das Selbstbedienungsservice wurde mittlerweile auf ganz Österreich ausgeweitet, inzwischen gibt es 454 Abholstationen (Stand: 31. Dezember 2020).

Nachdem Hermes im Jahr 2007 einige Versandhäuser als Kunden gewinnen konnte, entwickelte sich das Geschäft sowohl für die Post als auch für Hermes ungünstig und Hermes lässt daher seit 2009 über die Post seine Pakete zustellen.

2009 wurde der Startschuss gegeben, um klassische Postdienstleistungen auch online verfügbar zu machen. Nachsendeaufträge, Urlaubsfächer oder Postvoll-machten konnten erstmals über ein Internet-Service beauftragt werden.

2010 wird die Paketmarke eingeführt. Kunden können die gewünschte Paketmarke online bestellen, zuhause ausdrucken und ihr Paket selbst frankieren.

Im Jahr 2011 nimmt die Österreichische Post die ersten E-Fahrzeuge der neuen Generation in Betrieb. Schon in der Vergangenheit hat sie auf E-Mobilität gesetzt, nun ist ein flächendeckender Ausbau geplant. Seit 2011 werden alle Briefe, Pakete, Werbesendungen und Zeitschriften CO2-neutral zugestellt. Die Post reduziert ihre Emissionen, erzeugt eigene Energie und fördert nationale und internationale Klimaschutzprojekte.

Der Testbetrieb für Post Empfangsboxen in Mehrparteienhäusern startet 2012. Ist ein Empfänger nicht zuhause, legt der Zusteller eine Benachrichtigung in den Briefkasten und die Sendung in die Empfangsbox. Nur der Empfänger kann die Box mit der Benachrichtigung öffnen. Mittlerweile wurden die Empfangsboxen auf ganz Österreich ausgeweitet, Ende 2020 gab es 51.892 Stück. Ebenfalls 2012 führt die Post Selbstbedienungsgeräte (SB-Zonen) in ihren Filialen ein, der gesamte Versandprozess von Briefen und Paketen – Frankieren und Versenden – wird damit rund um die Uhr möglich.

2013: Eine neue Generation der Abholstationen wird vorgestellt, sie kommen österreichweit zum Einsatz und lösen die Post.24-Stationen ab. Inzwischen betreibt die Post 454 Abholstationen (Stand Ende 2020). Im selben Jahr erfolgt der Einstieg in den türkischen Paketmarkt durch die Übernahme von 25 % an Aras Kargo, dieser wird 2020 auf 80 % erhöht. Außerdem gründet sie gemeinsam mit anderen Investoren den deutschen Pharmagroßhändler AEP.

Mit der Post App kommen 2014 die Dienstleistungen der Post erstmals direkt aufs Smartphone: Sendungsverfolgung, Paketumleitung, Standortsuche, Tarifrechner und der mobile „Gelbe Zettel“ werden damit mobil verfügbar.

Im Bereich der Lebensmittelzustellung werden erste Tests durchgeführt, seit November 2014 ist es in Oberösterreich möglich, Lebensmittel bei UNIMARKT online zu bestellen und diese in Linz noch am selben Abend an der Haus- oder Wohnungstür entgegenzunehmen.

2015 startet in den Ballungsräumen die Samstagszustellung. Mit der neuen Postkarten App können Urlaubsfotos vom Handy direkt auf eine Postkarte gedruckt und verschickt werden, außerdem übernimmt die Post die ersten 60 % der digitalen Prospektplattform Aktionsfinder, 2016 wird der Aktionsfinder eine 100%ige Post-Tochter.

2016 bietet die Post bietet als neues Service die Paket-Mitnahme an. Bringt der Zusteller ein Paket vorbei, kann man ihm direkt ein vorfrankiertes mitgeben.

Die ACL advanced commerce labs GmbH, ein auf E-Commerce spezialisierter IT-Dienstleister aus der Steiermark, wird zu 34 % von der Post übernommen; im Folgejahr wird der Anteil auf 70 % erhöht.

Im April 2017 startet shöpping, der Online-Marktplatz der Österreichischen Post. Auf der Plattform bieten nur österreichische Händler ihre Produkte an, versendet wird ausschließlich CO2-neutral mit der Post. Kunden können zum Start mit einer Registrierung auf 60 Händler und 500.000 Produkte zugreifen. Inzwischen hat shöpping über 1.800 Händler und bietet knapp 3 Millionen Produkte an.

Im Frühjahr 2017 startete die Post den „E-Brief“[2] und versucht damit, am Markt die E-Mail- und die physische Rechnung zu ersetzen. Dabei hebt sie die Vorteile (z. B. überall ein Briefkasten, sicherer als E-Mail, nachweisbarer Zugang) hervor und sendet potenziellen Kunden unaufgefordert die Zugangsdaten zu.[3] Laut Eigenangaben gab es bis Mitte Mai 2017 knapp 90.000 Aktivierungen.[4]

Im Herbst 2017 wird die „POST AM ROCHUS“ im 3. Wiener Gemeindebezirk eingeweiht. Neben einem Einkaufszentrum auf drei Ebenen ist auch die Unternehmenszentrale der Post hier untergebracht.

Die Post übernimmt 49 % der adverserve Holding GmbH, dem führenden Experten für Digital Marketing. Die Post stockt ihre Anteile schrittweise auf und übernimmt die Adverserve 2021 komplett.

Mit AllesPost können sich seit 2018 Kunden alle Pakete von der Post zustellen lassen, auch wenn der Versender einen anderen Paketdienst beauftragt. Das Paket wird dabei an eine Adresse in einem Logistikzentrum der Post geliefert und von dort dem eigentlichen Empfänger zugestellt. 2018 als Pilotprojekt gestartet, steht AllesPost seit März 2019 allen Empfängern zur Verfügung.

Im Juli 2018 findet der Spatenstich für das Paket-Logistikzentrum in Hagenbrunn statt, das im Sommer 2019 schrittweise in Betrieb genommen wird. Die Post beginnt ein umfangreiches Ausbauprogramm, um die wachsenden Paketmengen verarbeiten zu können. Neuerrichtungen und Ausbauten anderer Logistikzentren folgen in den nächsten Jahren.

Im März 2019 gehen die Österreichische Post und die Deutsche Post DHL Group eine Kooperation ein, DHL lässt alle Pakete in Österreich über die Post zustellen. Ab September 2019 arbeiten beide Unternehmen auch für die Zustellung der Pakete in der Slowakei sowie in Tschechien zusammen.

Aufgrund des stark ansteigenden Paketwachstums startet die Post mehrere Bauprojekte, so wird der Ausbau des Logistikzentrums in Vorarlberg (Wolfurt) beschlossen, außerdem fällt der Spatenstich für das neue Paket-Logistikzentrum im steirischen Kalsdorf.

Traditionellerweise erbrachte bereits die Post- und Telegraphenverwaltung Bankdienstleistungen für die Österreichische Postsparkasse (P.S.K.). Diese Zusammenarbeit wurde auch nach der Umwandlung der Post- und Telegraphenverwaltung in eine Aktiengesellschaft und nach dem Verkauf der Postsparkasse an die BAWAG und der Fusion dieser Banken fortgeführt. Im Jahr 2017 wurde bekannt gegeben, dass die BAWAG P.S.K. den Kooperationsvertrag gekündigt hat.[5] Nach der Kündigung werden die Bankdienstleistungen der BAWAG P.S.K. nur noch bis 31. März 2020 in Filialen der Post angeboten.[6][7] Am 8. April 2019 kündigte die Post an, von der Grazer Wechselseitigen (GraWe) 80 % der Brüll Kallmus Bank zu erwerben.[8] Diese Bank wurde in bank 99 umbenannt und ist neuer Partner der Österreichischen Post für den Bereich der Finanzdienstleistungen. Seit 1. April 2020 werden in den Filialen der Post Bankdienstleistungen für die bank 99 angeboten,[9] seit 4. Mai 2020 auch bei den Post Partnern.

Am 11. Juni 2019 wurde die „Crypto Stamp[10] vorgestellt,[11] die erste Blockchain-Briefmarke der Welt.[12] Die 150.000 ausgegebenen Exemplare zum Nennwert von 6,90 Euro waren in kurzer Zeit ausverkauft.[13]

Wirtschaftliche EntwicklungBearbeiten

Ertragslage[14] 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Umsatzerlöse Mio. EUR 2351,1 2348,7 2366,1 2366,8 2.365,5 2401,9 2030,5 1.938,9 1.958,5 2.021,6 2.189,2
davon Division Brief, Werbepost & Filialen Mio. EUR 1.449,2 1.500,7 1.508,2 1.510,8 1.487,7 1.501.7 1.478,5 1.447,8 1.412,3 1.400,5 1.287,4
davon Paket und Logistik Mio. EUR 802,0 846,5 858,1 857,3 882,0 900,2 556,0 495,6 552,4 632,5 913,6
EBITDA Mio. EUR 262,1 281,9 271,2 304,5 333,8 302,7 277,1 294,6 305,4 318,7 302,8
EBITDA-Marge % 11,1 12,0 11,5 12,9 14,1 12,6 13,6 15,2 15,6 15,8 13,8
EBIT Mio. EUR 156,9 167,5 182,4 186,0 196,9 89,0 202,3 207,8 210,9 200,6 160,6
EBIT-Marge % 6,7 7,1 7,7 7,9 8,3 3,7 10,0 10,7 10,8 9,9 7,3
Ergebnis vor Ertragsteuern Mio. EUR 148,7 162,3 151,6 171,2 194,0 91,0 201,5 220,6 197,8 211,3 162,1
Periodenergebnis Mio. EUR 118,4 123,2 123,2 124,0 146,8 71,6 152,7 165,0 144,2 144,5 115,3
Ergebnis je Aktie EUR 1,75 1,82 1,82 1,82 2,17 1,06 2,26 2,45 2,13 2,17 1,75
Mitarbeiter[15] 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Mitarbeiter (Periodendurchschnitt, Vollzeitkräfte) 24.969 23.369 23.181 24.211 23.912 23.476 21.695 20.524 20.545 20.338 22.966
Geschäftsstellen[16] 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Geschäftsstellen 1.850 1.880 1.931 1.894 1.826 1.785 1.792 1.802 1.791 1.770 1.765
davon eigenbetriebene Filialen 733 622 555 535 520 504 454 443 423 415 403
davon Post-Partner Filialen 1.117 1.258 1.376 1.359 1.306 1.281 1.338 1.359 1.368 1.355 1.362
 
Geschäftsstellen 2019

KonzernstrukturBearbeiten

TochtergesellschaftenBearbeiten

Die Österreichische Post AG hat nationale und internationale Beteiligungen in Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Tschechien, Deutschland, Kroatien, Montenegro, Serbien, Slowakei, Türkei und Ungarn.[17]

Firmenwortlaut Firmensitz Beteiligung
ACL advanced commerce Österreich 070 %
ADELHEID/AEP Deutschland 050,12 %
adverserve Holding GmbH Österreich 090 %
Aras Kargo Türkei 080 %
Austrian Post International Deutschland GmbH Deutschland 0100 %
City Express d.o.o. Serbien 0100 %
City Express Montenegro d.o.o. Montenegro 0100 %
D2D – direct to document GmbH Österreich 070 %
EMD – Elektronische- u. Mikrofilm-Dokumentationssysteme Ges.m.b.H. Österreich 0100 %
EURODIS GmbH Deutschland 037,60 %
Express One d.o.o. Bosnien-Herzegowina 0100 %
Express One Hungary Kft. Ungarn 0100 %
feibra GmbH Österreich 0100 %
In Time s.r.o. Slowakei 0100 %
M&BM Express OOD Bulgarien 076 %
Medien.Zustell GmbH Österreich 0100 %
Overseas Trade d.o.o. Kroatien 0100 %
PHS Logistiktechnik GmbH Österreich 048,36 %
Post E-Commerce GmbH Österreich 0100 %
Post Immobilien GmbH Österreich 0100 %
Post IT-Services GmbH Österreich 0100 %
Post Systemlogistik GmbH Österreich 0100 %
Post Wertlogistik GmbH Österreich 0100 %
PROWERB Gesellschaft für produktive Werbung GmbH Österreich 0100 %
Scanpoint GmbH Österreich 0100 %
Scanpoint Slovakia s.r.o. Slowakei 0100 %
sendhybrid ÖPBD GmbH Österreich 051 %
Slovak Parcel Service s.r.o. Slowakei 0100 %
Weber Escal d.o.o. Kroatien 0100 %

Stand: Februar 2021

UnternehmensführungBearbeiten

VorstandBearbeiten

  • Georg Pölzl – Vorstandsvorsitzender, Generaldirektor (CEO)
  • Walter Oblin – Finanzvorstand (CFO) Generaldirektor-Stellvertreter, Vorstand Brief & Finanzen
  • Peter Umundum – Vorstandsdirektor Paket & Logistik

AufsichtsratBearbeiten

  • Edith Hlawati (Vorsitzende)
  • Edeltraud Stiftinger (Stv. Vorsitzende)
  • Maximilian Schnödl (Stv. Vorsitzender)
  • Huberta Gheneff
  • Felicia Kölliker
  • Peter E. Kruse
  • Chris E. Muntwyler
  • Sigrid Stagl
  • Stefan Szyszkowitz

Von der Personalvertretung in den Aufsichtsrat entsandt:

  • Helmut Köstinger
  • Martin Palensky
  • Maria Klima
  • Manfred Wiedner

AnteilseignerBearbeiten

Anteil Anteilseigner[18]
52,8 % Österreichische Beteiligungs AG
47,2 % Streubesitz (23,7 % Österreich, 10,8 % Nordamerika 7,2 % Europa (inkl. 2,14 % Staatlicher Pensionsfonds (Norwegen)[19]), 5,1 % UK und Irland, < 1 % Rest der Welt)

(Stand: Februar 2021)

MitgliedschaftenBearbeiten

Als Logistikunternehmen ist die Post Mitglied der österreichischen Plattform Industrie 4.0.[20]

KritikBearbeiten

Die Ausgliederung der Post aus dem Bundeshaushalt im Jahr 1996 und die immer weiter voranschreitenden Liberalisierung hat die Post dazu bewegt, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das hat auch zum Adresshandel geführt. Nach dem Motto „Unsere Adressen sind mehr wert“[21] hat die Post die nicht mehr bestehende „Postadress Austria GmbH“ gemeinsam mit dem privaten Datenhändler Schober Suppan Direktmarketing GmbH gegründet und ist in den Adresshandel eingestiegen.

Diese Tatsache hat der Österreichischen Post AG im Jahr 2001 ihren ersten Preis bei den Big Brother Awards Austria eingebracht. Weiters wurde dabei bekannt, dass die Post Auskünfte über ihre Kunden (z. B. ob der Postkunde noch an der Anschrift wohnt oder wohin er verzogen ist, ob der Kunde regelmäßig sein Postfach leert usw.) an Dritte wie etwa Inkassobüros weitergibt. Auch dürfte die Post ihre Briefträger als „Detektive“ eingesetzt haben, um zu kontrollieren, ob krankgeschriebene Mitarbeiter tatsächlich zu Hause sind.[22]

Im Jahr 2003 erhielt die Österreichische Post AG ihren zweiten Preis bei den Big Brother Awards Austria. Dabei wurde vor allem die Tatsache bemängelt und bekannt, dass die Post sich bei einem Nachsendeauftrag eine Ermächtigung zur Datenweitergabe der gemachten Angaben erteilen ließ. Ohne diese Einverständniserklärung wurden Nachsendeaufträge entgegen dem Datenschutzgesetz oftmals nicht angenommen.
Das österreichische Datenschutzgesetz sieht vor, dass auch das Nichterteilen einer solchen Ermächtigung keine Auswirkung auf das Vertragsverhältnis haben darf. Auch gilt für die Post ein Kontrahierungszwang, wodurch sie dennoch zur Annahme des Nachsendeauftrages verpflichtet ist.[23]

Weiters wird kritisiert, dass Nachnahmesendungen nur ausgehändigt werden, wenn der jeweilige Kunde sein Geburtsdatum und seinen Geburtsort angibt.[24] Ebenso wird versucht, möglichst alles über den Haushalt des Kunden zu erfahren um die gewonnenen Informationen dann gewinnbringend verkaufen zu können.[25]

Regelmäßig wurde die Post in der ORF-Reihe „Help“ wegen ihrer Praxis, dass bei Nachsendeaufträgen die Adressen gewinnbringend verwertet werden, vor allem für die Tatsache kritisiert, dass die Ermächtigung zur Datenweitergabe und die Streich- bzw. Widerrufsmöglichkeit zu klein geschrieben ist und daher von den Kunden oftmals übersehen wird und somit zu unliebsamen Überraschungen führt.[26] Auch wenn ein Kunde der Weitergabe seiner Daten widersprach, wurden Daten weitergegeben. Die Post rechtfertigte dies damit, dass laut Angabe des Unternehmens 86 % der Kunden einer Weitergabe zustimmen würden. Es ist daher im Programm die Weitergabe als „normal“ vorgegeben. Der hohe Prozentsatz sagt natürlich nichts darüber aus, wie viele der Kunden die Widerrufsmöglichkeit übersehen haben oder möglicherweise auch falsch verstanden haben. Die Post hat einige Zeit damit geworben, dass durch die Datenweitergabe auch Versandhäuser und ähnliche verständigt werden und sich der Kunde damit Arbeit erspart.[27]

Bei den Big Brother Awards Austria 2008 hat die Post wieder für ihren Umgang mit Kundendaten bei Nachsendeaufträgen und für die Datensammelwut bei Nachsendeaufträgen den „Lebenslangen Ärgernis“-Preis erhalten.[28]

Im Jänner 2019 deckte die Rechercheplattform Addendum auf, dass die Post im Zuge ihrer Tätigkeit als Adressverlag die vermeintlichen Parteiaffinitäten von 2,2 Millionen Österreichern speichert und für Wahlwerbung verkauft.[29] Nach Bekanntwerden leitete die österreichische Datenschutzbehörde ein Prüfverfahren gegen die Post ein.[30] Die Post selbst kündigte an, alle Infos zu Parteiaffinitäten aus ihren Datensätzen löschen zu wollen. In diesem Zusammenhang erging bereits ein nicht rechtskräftiges erstinstanzliches Urteil, welches der Vorarlberger Anwalts Christian Wirthensohn durch Klage gegen die Post beim Landesgericht Feldkirch erstritten hatte.[31] In diesem Zusammenhang wurde berichtet, dass die Post mittels anwaltlicher Unterlassungsaufforderungen gegen Kritiker vorgegangen ist.[32][33] Im Oktober 2019 wurde der Post dafür der Negativpreis Big Brother Award zuerkannt.[34][35]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Österreichische Post – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aktionärsstruktur - PostAG. Abgerufen am 24. November 2020 (österreichisches Deutsch).
  2. Webseite zum „E-Brief“
  3. Schreiben der Post an potenzielle Kunden des „E-Briefes“ im März 2017
  4. Post verdiente im Vorjahr 19,3 Millionen mit Wahlkampf
  5. Bawag kündigt Vertrag mit der Post. 11. Oktober 2017, abgerufen am 7. Februar 2020.
  6. Ihr Partner für Bankangelegenheiten - Post AG. Abgerufen am 2. Januar 2020.
  7. Post startet am 1. April mit eigener Bank. In: ORF.at. 4. Januar 2020, abgerufen am 5. Januar 2020.
  8. Post übernimmt 80 Prozent der Brüll Kallmus Bank. orf.at, 8. April 2019, abgerufen am 9. April 2019.
  9. Die Bank der gelben Post heißt Bank 99. Der Standard, 23. Januar 2020, abgerufen am 7. Februar 2020.
  10. Crypto stamp - a physical-digital collectible. Abgerufen am 9. Juli 2019.
  11. ORF at/Agenturen red: Post bringt Briefmarken-Klon „Crypto stamp“ heraus. 11. Juni 2019, abgerufen am 9. Juli 2019.
  12. Sven Venzke-Caprarese: The First Blockchain Stamp in the World and What it Means. 1. Juli 2019, abgerufen am 9. Juli 2019.
  13. michael.leitner: Crypto Stamp: Bis zu 10.000 Euro für Blockchain-Briefmarke der Post. Abgerufen am 9. Juli 2019.
  14. Geschäftsberichte. Abgerufen am 22. Februar 2021.
  15. Geschäftsberichte. Abgerufen am 22. Februar 2021.
  16. Geschäftsberichte. Abgerufen am 22. Februar 2021.
  17. Österreichische Post AG: Konzerninformation Beteiligungen. Abgerufen am 1. Februar 2021.
  18. Aktionärsstruktur - PostAG. Abgerufen am 24. November 2020 (österreichisches Deutsch).
  19. https://www.nbim.no/en/the-fund/holdings/holdings-as-at-31.12.2017/?fullsize=true
  20. „Die Bedeutung der Logistik wird auf jeden Fall zunehmen“. Abgerufen am 17. September 2021.
  21. Postmitarbeiterzeitschrift «inform» Nr. 4/2001, Seite 4 und 5: „Unsere Adressen sind mehr wert“
  22. Big Brother Awards Austria: Die Gewinner des Jahres 2001
  23. Big Brother Awards Austria: Die Gewinner des Jahres 2003
  24. Arge Daten: Kein Datenschutz für Empfänger von Nachnahmesendungen?
  25. Arge Daten: Post als Sex-Vermittler
  26. ORF Ö1 Help: Nachsendeauftrag führt zur Datenweitergabe
  27. ORF Ö1 Help: Datenverwertung aus Nachsendeaufträgen
  28. Big Brother Awards Austria: Die Gewinner des Jahres 2008
  29. Wenn die Post Partei ergreift – addendum.org. 7. Januar 2019, abgerufen am 11. Januar 2019.
  30. Michael Mayrhofer, Markus „Fin“ Hametner, Dieter Zirnig, Monika Müller: Datenschutzbehörde leitet Verfahren gegen die Post ein. In: Addendum. Addendum, 9. Januar 2019, abgerufen am 11. Januar 2019.
  31. Michael Mayrhofer: Post-Daten: Überraschendes Urteil nach Klage auf Schadenersatz. In: Addendum. Addendum, 16. August 2019, abgerufen am 19. August 2019.
  32. Sarah Spiekermann: Wenn Professoren mundtot gemacht werden. In: Der Standard. derstandard.at, 28. August 2019, abgerufen am 28. August 2019.
  33. Nach kritischem Beitrag: WU-Professorin von Post "mundtot" gemacht? In: Kleine Zeitung. 29. August 2019, abgerufen am 29. August 2019.
  34. Wirtschaft: Jö und Post erhielten Big Brother Awards. In: ORF.at. 25. Oktober 2019, abgerufen am 26. Oktober 2019.
  35. Datensammelwahn: Jö Bonusclub erhält Negativpreis Big Brother Award. In: DerStandard.at. 25. Oktober 2019, abgerufen am 26. Oktober 2019.