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Marktgemeinde
Tamsweg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Tamsweg
Tamsweg (Österreich)
Tamsweg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Tamsweg
Kfz-Kennzeichen: TA
Fläche: 117,45 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 13° 48′ OKoordinaten: 47° 7′ 0″ N, 13° 48′ 0″ O
Höhe: 1022 m ü. A.
Einwohner: 5.730 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 5580
Vorwahl: 06474
Gemeindekennziffer: 5 05 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
5580 Tamsweg
Website: www.tamsweg.at
Politik
Bürgermeister: Georg Gappmayer (ÖVP)
Gemeinderat: (2019)
(25 Mitglieder)
15
5
5
15 
Insgesamt 25 Sitze
Lage von Tamsweg im Bezirk Tamsweg
GöriachLessachMariapfarrMauterndorfMuhrRamingsteinSankt Andrä im LungauSankt Margarethen im LungauSankt Michael im LungauTamswegThomatalTwengUnternbergWeißpriachZederhausSalzburgLage der Gemeinde Tamsweg im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Tamsweg von St. Leonhard aus
Blick auf Tamsweg von St. Leonhard aus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Tamsweg ist eine Marktgemeinde im österreichischen Bundesland Salzburg mit 5730 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019).

Tamsweg ist Sitz der für den gesamten Lungau zuständigen Bezirkshauptmannschaft Tamsweg sowie des Bezirksgerichtes Tamsweg. Tamsweg ist österreichweit neben Reutte eine von zwei Standortgemeinden einer Bezirkshauptmannschaft, die nicht zur Stadt erhoben wurden.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Tamsweg liegt am Berg Preber im östlichen Lungauer Becken (auch Tamsweger Becken) in einem breiten Talkessel am Zusammenfluss von Mur, Lungauer Taurach und Leißnitzbach. Im Norden umrahmen die Niederen Tauern das Becken. Tamsweg grenzt im Osten an die Steiermark, und wird hauptsächlich von dort erschlossen.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Haiden (244)
  • Keusching (48)
  • Lasaberg (169)
  • Mörtelsdorf (979)
  • Sauerfeld (432)
  • Seetal (141)
  • Tamsweg (3536)
  • Wölting (181)

Die Gemeinde umfasst 117,45 km² und besteht aus den acht Katastralgemeinden Haiden, Keusching, Lasaberg, Mörtelsdorf, Sauerfeld, Seetal, Tamsweg und Wölting.

NachbargemeindenBearbeiten

An Tamsweg grenzen acht Gemeinden, vier davon liegen im Bezirk Murau (MU).

Sankt Andrä im Lungau Lessach Krakau (MU)
Mariapfarr   Ranten (MU)
Unternberg Ramingstein

KlimaBearbeiten

Tamsweg 1971–2000
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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0
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29
 
3
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0
 
 
68
 
17
4
 
 
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20
7
 
 
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9
 
 
104
 
22
9
 
 
73
 
19
6
 
 
58
 
13
1
 
 
53
 
5
-4
 
 
41
 
0
-8
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: http://www.zamg.ac.at/fix/klima/oe71-00/klima2000/klimadaten_oesterreich_1971_frame1.htm
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tamsweg 1971–2000
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -0,4 3,0 7,6 11,5 16,9 19,9 22,4 22,1 18,6 13,2 5,2 0,2 Ø 11,7
Min. Temperatur (°C) -10,3 -8,7 -3,9 -0,2 3,9 7,1 9,2 9,0 5,6 1,2 -4,1 -8,3 Ø 0,1
Temperatur (°C) -6,1 -3,8 0,8 4,8 9,9 13,0 15,1 14,5 10,8 5,8 -0,4 -4,6 Ø 5
Niederschlag (mm) 32,0 29,0 38,4 41,9 68,0 98,2 114,2 103,8 73,3 58,2 53,1 41,3 Σ 751,4
Regentage (d) 6,3 5,6 7,3 7,4 10,3 12,2 12,3 11,7 9,0 6,5 7,6 6,7 Σ 102,9
T
e
m
p
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-0,4
-10,3
3,0
-8,7
7,6
-3,9
11,5
-0,2
16,9
3,9
19,9
7,1
22,4
9,2
22,1
9,0
18,6
5,6
13,2
1,2
5,2
-4,1
0,2
-8,3
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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32,0
29,0
38,4
41,9
68,0
98,2
114,2
103,8
73,3
58,2
53,1
41,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

GeschichteBearbeiten

Der Lungau wurde ab etwa 600 von Slawen und ab etwa 700 von Bajuwaren besiedelt. Der Name ist um etwa 1156 als Taemswich urkundlich erwähnt und könnte von einem Herrn Domes stammen, der sich um das Jahr 700 mit seiner Sippe hier niederließ. Damals übergab der Kärntner Adlige Eberhard von der Drau dem Salzburger Domkapitel ein Gut bei Tamsweg.

1246 kaufte Erzbischof Eberhard II. den lungauischen Besitz der Herren von Pettau und schenkte die Kirche und den halben Markt dem Domkapitel. Bereits damals dürfte Tamsweg eine eigene Pfarre gewesen sein. Eine Kirche ist erstmals 1231 urkundlich erwähnt, damals noch als Filialkirche von Mariapfarr.

Von 1428 bis 1433 wurde die Wallfahrtskirche St. Leonhard auf einer Anhöhe südlich des Ortes errichtet. Tamsweg wurde zu einem weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten Wallfahrtsort und erfuhr einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung.

Ein Rückschlag erfolgte 1490, als Tamsweg im Laufe der Kriege Kaiser Friedrichs III. gegen den ungarischen König Matthias Corvinus, dessen Truppen sich in der befestigten St. Leonhardskirche festgesetzt hatten, von kaiserlichen Truppen gebrandschatzt und geplündert wurde. Auch die Reformation brachte einen Rückgang der Wallfahrten, die erst mit der Ansiedlung von Kapuzinern im Zuge der Gegenreformation 1644 einen neuen Aufschwung nahmen.

1571 wurde der Ort Residenz der Freiherrn von Kuenburg. Der Salzburger Erzbischof Georg von Kuenburg verlieh dem Ort 1587 ein Marktwappen. Das älteste nachweisbare Wochenmarktprivileg stammt bereits aus dem Jahr 1416; das Marktrecht dürfte aber schon auf die Zeit der Pettauer zurückgehen.

Ab etwa 1700 bildete reger Handel mit Salz und Eisen, was für mehr als 200 Jahre eine bedeutende Einnahmequelle der Tamsweger Bürgerschaft war.

1797 wurde Tamsweg im Ersten Koalitionskrieg von französischen Truppen besetzt und musste eine Brandschatzung von 4518 Gulden leisten. Außerdem wurden 222 Ochsen und größere Mengen von Lebens- und Futtermitteln requiriert.

Nach dem Frieden von Luneville kam das bisherige Erzbistum Salzburg als Kronland und damit auch Tamsweg an Österreich. Das 19. Jahrhundert brachte für die Region einen Abstieg in Bedeutungslosigkeit, der mit Bevölkerungsrückgang, Armut und Entwicklungsdefiziten einherging.

Erst um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert erfuhr die Region wieder einen Aufschwung, so wurde 1894 die Murtalbahn eröffnet, 1897 ein Elektrizitätswerk und eine Wasserleitung erbaut und 1908 folgte die Eröffnung des Krankenhauses.

1936 wurden sechs umliegende Landgemeinden eingemeindet und das Gemeindegebiet auf die heutige Fläche vergrößert.

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 


ReligionenBearbeiten

Von den Einwohnern gehört die überwiegende Mehrzahl (88,2 %) der römisch-katholischen Konfession an. Zweitgrößte Glaubensgemeinschaft ist der Islam, zu dem sich 3,4 % bekennen. Evangelisch sind 1,3 % der Einwohner. 6,0 % der Einwohner sind ohne religiöses Bekenntnis.

Bischof Johann Ebser von Chiemsee weihte am 20. September 1433 die neue Kirche. Neben Mariazell und St. Wolfgang zählte die besonders schön gelegene Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg im Spätmittelalter zu den meistbesuchten Wallfahrtsorten auf dem heutigen österreichischen Staatsgebiet.

WappenBearbeiten

Im Wappenbrief von 1587 wird das Wappen wie folgt beschrieben:
Ainen Goldfarben oder gelben Schildt, und zu underist desselben drey spitzige Felsen, deren ainer höher als der ander, und in den Goldfarben oder gelben Feld ain Gämbß, mit den vordern Leuffen gerad yber sich gegen der rechten seiten springent, und mit den hindern auf dem nideristen Felsen steent (…).[2][3]

Blasonierung: „Im goldenen Schild drei spitzige, naturfarbige, von links nach rechts ansteigende Felsen nebeneinander. Von der linken Felsspitze springt eine Gämse über die beiden anderen Felsspitzen hinweg.“

PolitikBearbeiten

 
Rathaus der Gemeinde

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 25 Mitglieder.

Bürgermeister
  • 1949–1977 Johann Hagenauer (ÖVP)
  • 1977–1987 Josef Ehrenreich (ÖVP)[4]
  • 1987–2003 Hans Rauscher (ÖVP)[5]
  • 2003–2012 Alois Lankmayer (ÖVP)[6]
  • seit 2012 Georg Gappmayer (ÖVP)[7]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Samsonumzug – Station vor dem Rathaus
 
Dampfsonderzug der Murtalbahn zwischen Madling und Tamsweg

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

Das Einkaufszentrum Coop Shopping Center ist das größte Handelsunternehmen im Lungau mit einer Verkaufsfläche von 3600 m². Als Ergänzung des Branchenmix im Kern des Hauptortes, öffnete das City Center Tamsweg im Dezember 2005 seine Pforten.

VerkehrBearbeiten

Tamsweg ist von Osten her durch das Murtal über die Turracher Straße B 95 und die Murtalbahn und über Krakaudorf über die Murtal Straße B 96 erreichbar.

Die B 95 führt von Tamsweg weiter nach Westen nach Mauterndorf, wo sie in der Katschberg Straße B 99 eine Fortsetzung über den Radstädter Tauernpass nach Radstadt hat.

Die B 96 führt durch das Murtal nach St. Michael im Lungau, wo sie ebenfalls in die B 99 über den Katschberg nach Spittal an der Drau mündet. In St. Michael im Lungau besteht auch Anschluss an die Tauernautobahn A 10.

Außerdem hat Tamsweg auch einen Bahnhof der schmalspurigen Murtalbahn von Unzmarkt nach Mauterndorf.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Tamsweg ist Bezirkshauptort und damit Sitz einer Reihe von Ämtern und Behörden, wie der Bezirkshauptmannschaft, der Arbeiterkammer, der Bezirksbauernkammer. In Tamsweg befindet sich auch ein Bezirksgericht sowie drei Volksschulen, eine Neue Mittelschule, ein Bundesgymnasium, eine Handelsakademie und eine Handelsschule für Informationstechnik, sowie eine Landwirtschaftsschule.[9]

Gemeinnützige EinrichtungenBearbeiten

Die Marktgemeinde Tamsweg ist Standort eines regionalen Zentrums der Caritas Salzburg.[10]

BildungBearbeiten

  • Volksschulen in Tamsweg und Seetal
  • Neue Mittelschule
  • Höherbildende Schulen:
    • Bundesgymnasium
    • Bundeshandelsakademie
    • Bundeshandelsschule für Informationstechnik
  • Landwirtschaftsschule
  • Landesberufsschule
  • Polytechnische Schule
  • Zentrum für Inklusiv- und Sonderpädagogik

ÄmterBearbeiten

  • Bezirkshauptmannschaft
  • Bezirksgericht
  • Finanzamt
  • Bezirkspolizeikommando und Polizeiinspektion
  • Postamt
  • Arbeitsmarktservice
  • Strucker-Kaserne des österreichischen Bundesheeres (JgB 26)

Gesundheits- und PflegeeinrichtungenBearbeiten

  • Öffentliches Krankenhaus
  • Seniorenwohnheim

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Klaus, Anton und Josefine Heitzmann: Tamsweg. Die Geschichte eines Marktes und seiner Landgemeinden. Wolfgang Pfeifenberger Verlag, Tamsweg 2008, ISBN 978-3-901496-15-8.
  • Franz Martin: Die Denkmale des politischen Bezirkes Tamsweg in Salzburg. Österreichische Kunsttopographie 22, Wien 1929.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tamsweg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Valentin Hatheyer: Chronik des Marktes Tamsweg. S. 81.
  3. Klaus Heitzmann: Tamsweg, Geschichte eines Marktes und seiner Landgemeinden. Hrsg.: Klaus, Anton und Josefine Heitzmann. Tamsweg 2008, ISBN 978-3-901496-15-8, S. 22.
  4. Josef Ehrenreich. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  5. Hans Rauscher. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  6. Alois Lankmayer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  7. Georg Gappmayer. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  8. Vereinigte zu Tamsweg (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nationalagentur.unesco.at. nationalagentur.unesco.at
  9. Gemeinde Tamsweg, Schule und Bildung. Abgerufen am 21. Juli 2019.
  10. Caritas Salzburg, Hilfe und Angebote, Regionalzentrum Tamsweg. Abgerufen am 21. Juli 2019.