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Die Herrschaft Landstuhl war ein ritterschaftliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im heutigen Rheinland-Pfalz. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert im Lehensbesitz der Herren von Sickingen, fiel sie 1801 mit dem Linken Rheinufer an Frankreich und kam 1816 zum Königreich Bayern.

Banner of the Holy Roman Emperor with haloes (1400-1806).svg
Territorium im Heiligen Römischen Reich
Herrschaft Landstuhl
Wappen
Wappen fehlt



Heutige Region/en DE-RP




Sprache/n deutsch


Aufgegangen in 1801: Frankreich


Franz von Sickingen, ein namhafter Vertreter des Adelsgeschlechts von Sickingen

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Aus dem Reichsland um Kaiserslautern abgespalten, war der Besitz von Burg und Herrschaft Landstuhl im Spätmittelalter zersplittert. 1518 gelang es Franz von Sickingen, alle Anteile an Burg und Herrschaft Landstuhl von den verschiedenen Besitzern als Lehen zu erhalten. Dazu gehörten im Jahr 1518 1/4 als Pfandschaft von der Grafschaft Sponheim, 1/4 als Lehen von der Grafschaft Sponheim, 1/6 als Lehen von Pfalz-Zweibrücken, 1/6 als Lehen von Zweibrücken-Bitsch und 1/6 als Lehen von Nassau-Saarbrücken.[1] Kriegsbedingt kam die Herrschaft Landstuhl 1523–43 zeitweise an Kurpfalz,[2] 1680–97 zeitweise an Frankreich,[3] blieb aber weiterhin Lehensbesitz der Nachkommen Franz von Sickingens. 1680 wurde die Herrschaft unter den Linien Sickingen-Hohenburg und Sickingen-Sickingen geteilt, wobei Burg und Flecken Landstuhl Kondominium beider Linien blieben. 1801 fiel die Herrschaft mit dem Linken Rheinufer an Frankreich.

UmfangBearbeiten

Die Herrschaft Landstuhl umfasste im 18. Jahrhundert die Burg Nanstein und den Flecken Landstuhl als Kondominium, das Großgericht im Besitz der Linie Sickingen-Hohenburg und das Kleingericht im Besitz der Linie Sickingen-Sickingen.[4]

Zum Großgericht gehörten die Orte Bann, Harsberg, Hermersberg, Horbach, Kindsbach, Krickenbach, Linden, Queidersbach, Weselberg und Zeselberg.

Zum Kleingericht gehörten die Orte Gerhardsbrunn, Hauptstuhl, Kirchenarnbach, Knopp, Langwieden, Martinshöhe, Mittelbrunn, Mühlbach (seit 1938 Teil von Bruchmühlbach), Oberarnbach, Obernheim, Scharrhof und Schauerberg.

LiteraturBearbeiten

  • Johann Georg Lehmann: Urkundliche Geschichte der Burgen und Bergschlösser in den ehemaligen Gauen, Grafschaften und Herrschaften der bayerischen Pfalz, Band 5, Kaiserslautern 1866, S. 125–174. Google Books
  • Hans-Werner Langbrandtner: Die Sickingische Herrschaft Landstuhl. Vom Reichsland zum ritterschaftlichen Kleinterritorium, Frankfurt/M., Bern, New York, Paris, 1991. III, 187 S., 12 Tab., 4 Abb., Europäische Hochschulschriften: Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften. Bd. 469. ISBN 978-3-631-43553-3

BelegeBearbeiten

  1. Lehmann 1866, S. 152
  2. Lehmann 1866, S. 158
  3. Lehmann 1866, S. 165
  4. Michael Frey: Versuch einer geographisch- historisch-statistischen Beschreibung des königl. bayer. Rheinkreises, Band 4, F.C. Neidhard, 1837, S. 178. Google Books