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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Kindsbach
Kindsbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Kindsbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 25′ N, 7° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 247 m ü. NHN
Fläche: 8,8 km2
Einwohner: 2373 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66862
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 018
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Website: www.kindsbach.de
Ortsbürgermeister: Knut Böhlke (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Kindsbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte
Heidenfelsen
Keltische Reliefs
Römische Reliefs

Kindsbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an. Kindsbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde darstellt.[2]

GeographieBearbeiten

Kindsbach liegt am Rande des Pfälzerwald zwölf Kilometer westlich von Kaiserslautern. Nördlich erstrecken sich die Westricher Moorniederung und die Sickinger Stufe. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Am Sandweiher.[3] Nachbargemeinden sind - im Uhrzeigersinn - Ramstein-Miesenbach, Kaiserslautern, Bann und Landstuhl. Auf Gemarkung der Gemeinde befindet sich außerdem der Silbersee.

GeschichteBearbeiten

Direkt neben einer Quelle im Wald südwestlich von Kindsbach befinden sich die „Heidenfelsen“ mit Figuren im Hochrelief, die angeblich aus keltischer Zeit stammen. Kindsbach wurde erstmals urkundlich im Jahre 1265 als Kunigesbach erwähnt.

Das Dorf Kindsbach gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum sogenannten Großgericht der Herrschaft Landstuhl, das im Besitz der Freiherren von Sickingen der Linie zu Hohenburg war.

Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufers im Ersten Koalitionskrieg besetzt. Von 1778 bis 1814 gehörte Kindsbach zum Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Steegen in den Kanton Landstuhl im Departement Donnersberg eingegliedert und unterstand der Mairie Landstuhl. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Anschließend wechselte Steegen in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Homburg an; aus diesem ging das Bezirksamt Homburg hervor.

Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte der Ort ins neu geschaffene Bezirksamt Kaiserslautern und wurde bis 1938 von einer in Landstuhl ansässigen Bezirksamtsaußenstelle verwaltet. Seit 1939 ist er Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bann innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz sowie des Regierungsbezirks Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Landstuhl eingegliedert.

BevölkerungBearbeiten

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kindsbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 275
1835 528
1871 566
1905 924
1939 1.792
1950 1.945
Jahr Einwohner
1961 2.632
1970 2.743
1987 2.413
1997 2.547
2005 2.468
2018 2.373

ReligionBearbeiten

 
Kindsbacher Gnadenbild mit Jugendstilfassung nach Entwurf von Rudolf von Perignon, 1912

In Kindsbach besteht seit Anfang des 18. Jahrhunderts die Wallfahrt zur Kindsbacher Madonna von Pötsch, einer Kopie der berühmten Weinenden Madonna von Pötsch, im Wiener Stephansdom. Papst Pius VII. gewährte hierfür eigens einen besonderen Ablass.[4] Das Ölbild ist gefasst in einen kostbaren Jugendstilrahmen des Sakralarchitekten Rudolf von Perignon.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Kindsbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat 20 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019[5] 7 6 3 16 Sitze
2014[6] 8 6 2 16 Sitze
2009 7 11 2 20 Sitze
2004 6 11 3 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Kindsbach e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister von Kindsbach ist Knut Böhlke (SPD). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 90,57 % wiedergewählt.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Rot und Schwarz geteilt, oben eine goldene Königskrone, unten fünf silberne Bollen (Kugeln).“

GemeindepartnerschaftBearbeiten

Die Partnergemeinde ist Grandcamp-Maisy aus der Normandie in Frankreich.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus in der Ortsmitte

Vor Ort existieren insgesamt fünf Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

NaturBearbeiten

Auf der Gemeindegebiet von Kindsbach befinden sich insgesamt drei Naturdenkmale. Das Naturschutzgebiet Östliche Pfälzer Moorniederung erstreckt sich teilweise über die Gemeindegemarkung.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Ende August findet immer die Kindsbacher Kerwe statt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch Kindsbach führte die von Napoleon angelegte Kaiserstraße, die vor Ort mit der Landesstraße 395 identisch ist. Die Gemeinde ist durch die A 6 und der nahen Anschlussstelle 13 Ramstein an das Autobahnnetz angebunden.

Der Bahnhof Kindsbach liegt an der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken und entstand nach 1871; er befindet sich im Nordwesten der Gemeinde. Er gehört zur Bahnhofskategorie 6 und wird von den Zügen der S-Bahn RheinNeckar, der Relation Kaiserslautern – Kusel und der Regional-Express-Linie RE 60 Kaiserslautern – Saarbrücken bedient.[8] Ein bedeutender Güterkunde war ab den 1920er Jahren das Unternehmen Formsandwerke Ludwigshafen am Rhein, das vor Ort Formsand abbaute und diesen per Seilbahn zum Bahnhof transportierte. Der Öffentliche Personennahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert.

Militärische Nutzung und KonversionBearbeiten

Kindsbach ist unter anderem Standort eines 2,5 ha großen NATO-Bunkers (Air Defense Operations Center - Kindsbach,[9]) der 1992 im Rahmen der Konversion bislang militärisch genutzter Flächen für die zivile Nutzung freigegeben wurde.[10]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Theo Heinz Wilhelm († 2016), ernannt 2015

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Rudolf von Perignon, (1880–1959), entwarf für die örtliche Madonna von Pötsch die Jugendstileinfassung aus Metall
  • Thomas Reiland (* 1967), Fußballspieler spielte in seiner Jugend beim örtlichen Fußballverein

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 95 (PDF; 1,9 MB).
  4. Offizielle Webseite des Bistums Speyer zur Wallfahrt in Kindsbach (Memento des Originals vom 27. Januar 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cms.bistum-speyer.de
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Kindsbach. Abgerufen am 1. November 2019.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2014 Kindsbach. Abgerufen am 1. November 2019.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Landstuhl, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile. Abgerufen am 1. November 2019.
  8. Fotogalerie – Bahnhöfe und Haltepunkte -- Kindsbach. kbs-670.de, abgerufen am 11. Januar 2014.
  9. ADOC Kindsbach
  10. Westpfalz-Informationen Nr. 101 (PDF; 272 kB) Abgerufen am 30. Oktober 2009. Hinweis auf eine Veröffentlichung in der "Rheinpfalz" durch Marcus Blüm im Blog "scharf-links Rheinland-Pfalz" am 25. Oktober 2009.