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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Otterberg
Otterberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Otterberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 30′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Otterbach-Otterberg
Höhe: 247 m ü. NHN
Fläche: 32,1 km2
Einwohner: 5389 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67697
Vorwahl: 06301
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 035
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 27
67697 Otterberg
Website: www.otterberg.de
Stadtbürgermeister: Martin Müller (SPD)
Lage der Stadt Otterberg im Landkreis Kaiserslautern
Karte
Stadtbild mit der Abteikirche

Otterberg ist eine Stadt im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, der sie auch angehört. Otterberg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Otterberg liegt etwa fünf Kilometer nördlich von Kaiserslautern am Fuß des Otterberger Wald, einem Teilbereich des Pfälzerwaldes. Nördlich und östlich der Stadt befindet sich der Staatsforst Otterberg.

StadtgliederungBearbeiten

Neben dem Zentrum von Otterberg gehören zur Stadt Otterberg auch die Wohnplätze und Weiler: Althütterhof, Appental, Badweiher, Beutlermühle, Birotshof, Drehenthalerhof, Dreibrunnen, Dudenbacherhof, Geisenmühle, Heiligenmoschelerberg, Lanzenbrunnerhof, Lauerhof, Messerschwanderhof, Münchschwanderhof, Neumühle, Ölmühle, Reichenbacherhof, Schloßberg und Weinbrunnerhof.[3]

Das Dorf Drehenthalerhof ist als Ortsbezirk ausgewiesen.

Erhebungen und GewässerBearbeiten

Die Stadt liegt im Talkessel des Otterbachs durchschnittlich 250 m ü. NHN. Letzterer nimmt unter anderem von rechts den Schellenbach auf. Nördlich von Drehenthalerhof erhebt sich der 399,6 Meter hohe Eulenkopf. Weitere Berge in diesem Bereich sind der 389,2 Meter hohe Backofen und der 370 Meter hohe Einsiedlerberg. Östlich der Kernstadt erstreckt sich außerdem der 377 meter hohe Große Ohligkopf und der 324 Meter hohe Schlossberg sowie nördlich von ihr der 388,6 Meter hohe Bruchberg und der Heiligenmoscheler Berg.

GeschichteBearbeiten

Bereits um 1145 gründeten Zisterzienser ein Kloster in der Otterburg auf dem heutigen Schlossberg. Da die Zisterzienser Klöster in Bachtälern oder Moorgebieten bevorzugten, begannen sie 1168 mit dem Bau der Klosteranlage, von der die Abteikirche noch erhalten ist. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Otterberg zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Lautern.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Otterberg Sitz des gleichnamigen Kantons. 1815 gehörte die Stadt zunächst zu Österreich. Ein Jahr später wechselte er in das Königreich Bayern. Vom 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Ab 1939 war die Stadt Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Otterberg innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Stadt Sitz der neu gebildeten gleichnamigen Verbandsgemeinde, der zusätzlich Heiligenmoschel, Niederkirchen, Schallodenbach und Schneckenhausen angehörten. Seit 1. Juli 2014 ist Otterberg Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, die durch Fusion der Verbandsgemeinden Otterberg und Otterbach entstand.

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt Otterberg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.944
1835 2.580
1871 2.512
1905 2.706
1939 3.570
1950 3.524
Jahr Einwohner
1961 3.969
1970 4.379
1987 4.386
1997 5.236
2005 5.306
2018 5.389

ReligionBearbeiten

Christentum

Im Jahre 1579 kamen reformierte Glaubensflüchtlinge aus den Spanischen Niederlanden (Wallonen), da das pfälzische Otterberg Religionsfreiheit versprach. Nachfahren derselben leben heute noch hier.[4][5] Mit der Ansiedlung der Glaubensflüchtlinge einher ging ein starkes Wachstum des Ortes, so dass bereits im Jahre 1581 die Stadtrechte vergeben wurden. Im 18. Jahrhundert und später kamen einige mennonitische Familien nach Otterberg, die sich der Mennonitengemeinde in Sembach anschlossen.[6] So wurde zum Beispiel der nach dem Dreißigjährigen Krieg zerstörte Messerschwanderhof im 17. Jahrhundert von aus der Schweiz geflohenen Mennoniten besiedelt.[7] Noch 1948 besaßen die Mennoniten einen eigenen Friedhof in der Stadt.[6]

Am 31. Oktober 2014 waren 49,1 Prozent der Einwohner evangelisch und 23,4 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[8]

Judentum

In Otterberg bestand im 18./19. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde, der zeitweise (um 1848) über 20 Familien mit etwa 100 Personen angehörten. 1817 wird ein jüdischer Betsaal genannt. 1838 wurde eine Synagoge eingeweiht. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind die jüdischen Familien teilweise ausgewandert, teilweise in andere Städte verzogen, sodass 1897 die Gemeinde aufgelöst und die Synagoge verkauft wurde. Das Gebäude ist umgebaut als Wohnhaus erhalten. Prominenteste jüdische Familie war die 1854 in die USA ausgewanderte Familie Straus.[9][10] Die in Otterberg lebenden Juden wurden in Mehlingen und Winnweiler begraben.

Buddhismus

Im Stadtgebiet befindet sich der buddhistische Shaolin Temple Europe.

PolitikBearbeiten

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat in Otterberg besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[11]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 12 5 2 1 2 22 Sitze
2009 11 8 1 2 22 Sitze
2004 9 10 1 2 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Stadt Otterberg e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Die Stadt Otterberg hat einen ehrenamtlichen Stadtbürgermeister, die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg hingegen einen hauptamtlichen Bürgermeister. Aufgrund einer in der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung festgelegten Bestimmung können diese Ämter in Personalunion ausgeführt werden, bedürfen jedoch gesonderter Wahlen. Martin Müller (SPD) ist seit dem 27. August 2009 Stadtbürgermeister von Otterberg.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber drei hockende rote Eichhörnchen 2:1, mit je einer goldenen Nuss in den Pfoten.“[12]
Wappenbegründung: Es wurde 1840 vom bayerischen König Ludwig I. genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1670.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Die Partnerstadt der Stadt Otterberg ist Gueugnon, eine Stadt mit etwa gleich vielen Einwohnern wie Otterberg. Die Stadt liegt im französischen Département Saône-et-Loire.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • Abteikirche Otterberg – Die Klosterkirche ist Teil einer ehemaligen Klosteranlage, gegründet um 1145 durch eine Schenkung der ehemaligen Herren von Otterburg mit dem umliegenden Gebiet an den Zisterzienserorden. Mönche aus dem Kloster Eberbach wurden mit einem Abt ausgesandt, um die Klosteranlage zu errichten. Die Kirche wurde zwischen 1168 und 1254 erbaut. Das Kloster erreichte um das Jahr 1340 seine wirtschaftliche Blüte, der Niedergang erfolgte schon vor der Reformationszeit, so dass um 1561 nur noch drei Mönche mit ihrem Abt im Otterberger Kloster lebten. Die Abteikirche ist die größte Klosterkirche der Pfalz und ihres Baustils wegen (gegen Ende der Romanik mit ersten gotischen Elementen) von überregionaler Bedeutung.
  • Historische Altstadt – Die Altstadt weist eine Vielzahl an Fachwerkhäusern auf.
  • Theis'sche Schmiede – 1612 erbaute, funktionsfähige Schmiede in Familienbesitz in der Altstadt (Kirchstraße). An jedem ersten Samstag im Monat werden Führungen angeboten.[13]
  • Altes Stadthaus – 1753 im Barockstil errichtet, beherbergt es heute das Heimatmuseum.[14]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Otterberg

NaturBearbeiten

 
Menhir, ebenso „Hühnenstein“ genannt

Auf Gemarkung der Stadt befinden sich insgesamt vier Naturdenkmale. Zudem existieren die Grabstele von Otterberg sowie der Menhir von Otterberg.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

InstitutionenBearbeiten

Als Sitz der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg beherbergt die Stadt deren Verwaltung. Das Forstamt Otterberg ist zuständig für die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg sowie für Teile der Verbandsgemeinden Bruchmühlbach-Miesau, Enkenbach-Alsenborn, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach.

Während der Zugehörigkeit zu Frankreich war die Stadt Sitz eines Friedensgerichts, das dem Tribunal erster Instanz Kaiserslautern unterstand. Danach befand sich vor Ort ein Amtsgericht. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Teile der 70th Infantry Division der US Army zeitweise in Otterberg stationiert.

VerkehrBearbeiten

Die Stadt Otterberg ist sowohl über die A 6 als auch über die A 63 an den überregionalen Fernverkehr angeschlossen.

Von 1911 bis 1980 war Otterberg Endpunkt einer im Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach beginnenden Nebenbahn an das Schienennetz angebunden; Personenverkehr fand lediglich von 1919 bis 1954 statt. Deshalb wird Otterberg im Personennahverkehr nur noch vom Saar-Pfalz-Bus bedient. Folgende Linien fahren Haltestellen in Otterberg an: Linie 130, 131, 133, 134, 140 in Richtung Kaiserslautern, Linie 130 Richtung Ortsteil Drehenthalerhof, Linie 131 Richtung Niederkirchen (Westpfalz), Linie 133 Richtung Höringen, Linie 134 Richtung Lauterecken sowie die Linie 140 in Richtung Weilerbach und Reichenbach-Steegen.

BildungBearbeiten

Otterberg hat eine Grundschule, eine private Musikschule, eine integrierte Gesamtschule sowie eine Waldorfschule.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Gustav Schmitt (1832–1905), Politiker
  • Kurt Close (1919–2007), Journalist, Historiker, Heimatforscher, Musiker, Archivar und Buchautor

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 97 (PDF; 1,9 MB).
  4. Geschichte zur Abteikirche, (Memento des Originals vom 26. Februar 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.otterberg.de Stand: 1. April 2008.
  5. Armin Kohnle: Die Kurpfalz, Asyl für Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert (Memento des Originals vom 11. Juni 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pfarrerblatt.de. Vortrag vom 19. Juni 2004, „Otterberger Begegnungen, 425 Jahre Wallonen in Otterberg“.
  6. a b Gerhard Hein: Otterberg. In: Mennonitisches Lexikon. Band 3. Karlsruhe 1958, S. 326.
  7. Messerschwanderhof. SWR Landesschau Rheinland-Pfalz, abgerufen am 29. März 2010.
  8. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  9. Informationen zur jüdischen Geschichte und zur ehemaligen Synagoge in Otterberg
  10. Hans Steinebrei: Geschichte der Juden in Otterberg: ein Beispiel aus der pfälzischen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Arbogast, Otterbach/Pfalz 2005, 120 S., ISBN 3-87022-173-9.
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  12. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  13. Informationen über die Theis'sche Schmiede auf der Seite der VG Otterberg, (Memento des Originals vom 29. Oktober 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.otterberg.de Stand: 15. Juni 2009.
  14. Informationen über das Alte Stadthaus auf der Seite der VG Otterberg, (Memento des Originals vom 29. Oktober 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.otterberg.de Stand: 15. Juni 2009.