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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Trippstadt
Trippstadt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Trippstadt hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 406 m ü. NHN
Fläche: 43,74 km2
Einwohner: 3013 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67705
Vorwahl: 06306
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 047
Gemeindegliederung: 20 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Website: www.trippstadt.de
Ortsbürgermeister: Manfred Stahl
Lage der Ortsgemeinde Trippstadt im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Trippstadt ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde darstellt. Trippstadt ist ein staatlich anerkannter Luftkurort.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Trippstadt liegt im Herzen des Pfälzerwaldes 15 Straßenkilometer südlich von Kaiserslautern im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord. Der Südosten der Gemarkung ist Teil des Pfälzischen Holzlandes, das in östlicher Richtung in die Frankenweide übergeht. Der Ort selbst liegt auf einer Höhe von etwa 406 m ü. NHN. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Kaiserslautern, Elmstein, Wilgartswiesen, Leimen (Pfalz), Heltersberg, Schmalenberg, Schopp und Stelzenberg.

GemeindegliederungBearbeiten

Zum Hauptort gehören über 20 Ortsteile, die zum Teil nur aus einzelnen Häusern bestehen:

Antonihof, Aschbacherhof, Bartelsberg, Bergfeld, Gutenbrunnen, Hasenberg, Heidenkopf, Johanniskreuz, Karlstalhaus, Langensohl, Lauberhof, Meiserspring, Meisertal, Mittelhammer, Neuhof, Oberhammer, Sägmühle, Tiefenteich, Unterhammer, Weiherfelderhof, Wilensteinerhof, Wilensteinermühle.

Erhebungen und GewässerBearbeiten

 
Moosalbe auf Gemarkung von Trippstadt

Der höchste Punkt der Gemarkung ist der Steinberg mit 528 m. An der Gemarkungsgrenze zu Stelzenberg befindet sich der 413 m Meter hohe Kohlhübel.

Im Tal südwestlich des Hauptortes fließt die Moosalbe, die im Osten der Gemarkung entspringt. Vor Ort nimmt sie mehrere Nebenbäche wie den Ehebach auf. Im Südosten entspringt der Schwarzbach, der die Trippstadter Gemarkung nach rund einem Kilometer verlässt. Von links nimmt dieser den Pferdsbach auf, der die Grenze zu Leimen bildet. Der Aschbach im Norden des Gemeindegebiets verläuft unweit der Grenze zu Kaiserslautern.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 941 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 81 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember, 1,6-mal mehr als im April. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig übers Jahr verteilt. An 28 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

 
Barockes Grabdenkmal der Freiherren von Hacke in der katholischen Schlosskirche St. Joseph (1783)

Trippstadt wurde 1293 als Driebescheit erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zur Herrschaft Wilenstein der Grafschaft Falkenstein, gelangte an die Kurpfalz und wurde 1716, zusammen mit den Ortschaften Mölschbach und Stelzenberg, dem Kurpfälzer Oberstjägermeister bzw. Oberstforstmeister Freiherr Ludwig Anton von Hacke (1682–1752) zu Lehen aufgetragen. Die Familie von Hacke machte Trippstadt zu ihrer Residenz und ließ dort ihr Schloss mit der katholischen Schlosskirche St. Joseph errichten, die auch ihre Grablege wurde.[3] Die Herrschaft der Familie dauerte bis Ende des 18. Jahrhunderts.

Im Zuge des Ersten Koalitionskriegs fand im Jahr 1795 vor Ort ein Gefecht statt. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Trippstadt in den Kanton Kaiserslautern eingegliedert und besaß eine eigene Mairie, die zusätzlich Krickenbach, Mölschbach und Stelzenberg umfasste. 1815 wurde die Gemeinde Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern.[4] Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Trippstadt innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd eingegliedert, die zum 1. Juli 2019 mit der Verbandsgemeinde Landstuhl zur neuen Verbandsgemeinde Landstuhl fusionierte.

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Trippstadt, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 1.227
1835 1.576
1871 1.391
1905 1.375
1939 1.371
1950 1.637
Jahr Einwohner
1961 1.914
1970 2.145
1987 2.478
1997 2.916
2005 3.150
2018 3.013

ReligionBearbeiten

Protestantischerseits bildet Trippstadt zusammen mit Mölschbach und Stelzenberg eine Kirchengemeinde. Im Westen der Ortsgemeinde befindet sich zudem ein mennonitischer Friedhof, der oft als Wilensteiner Friedhof bezeichnet wird. Ende 2014 waren 38,7 Prozent der Einwohner evangelisch und 30,7 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Trippstadt besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 4 11 20 Sitze
2009 6 4 10 20 Sitze
2004 7 6 7 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Trippstadt e.V.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Geteilt und oben gespalten, oben rechts in Gold ein rotes Schräggitter, oben links von Blau und Silber und Rot geteilt, unten in Silber zwei aufgerichtete, gegeneinander gewölbte, von Rot und Gold und Blau gestreifte Regenbogen.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1927 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Kulturdenkmäler
 
Schloss Trippstadt
 
Burg Wilenstein

Unter Denkmalschutz stehende Objekte in Trippstadt sind unter anderem das Trippstadter Schloss, die katholische Schlosskirche mit dem barocken Grabdenkmal der Freiherrn von Hacke, die Burg Wilenstein, der Brunnenstollen, das ehemalige Eisenhammerwerk und heutige Industriedenkmal Unterhammer, das Herrenhaus Aschbacherhof sowie die Evangelische Kirche.

Weitere Bauwerke

In Trippstadt existiert ein Eisenhüttenmuseum, in dem gezeigt wird, wie Schmiede vor 2000 Jahren gearbeitet haben. Das Museum ist in einer renovierten früheren Schmiede untergebracht. In Johanniskreuz befindet sich außerdem das Haus der Nachhaltigkeit. Weitere markante Bauwerke auf dem Gebiet der Gemeinde sind die Klug’sche Mühle und das ehemalige Kurbad Gutenbrunnen.

NaturBearbeiten

Auf der Gemarkung von Trippstadt befinden sich insgesamt acht Naturdenkmale. Zudem existieren der Schlossgarten mit ehemaligem Arboretum, das als Naturschutzgebiet eingestufte Karlstal mit der Moosalb und einem Wasserfall sowie die Amseldell oberhalb des Karlstales.

SportBearbeiten

Es existiert die TSG 04 Trippstadt, die mit Hussein Assane einen Teilnehmer an den Deutschen Pétanque-Meisterschaften von 2008 stellte. Der Bikepark Trippstadt bildet eine Sonderstrecke des Mountainbikepark Pfälzerwald.

VeranstaltungenBearbeiten

An jedem ersten September-Wochenende findet das Kohlenbrennerfest statt, an jedem zweiten Samstag im Oktober wird in der Karlstalhalle das Oktoberfest der Musikkapelle Trippstadt veranstaltet. Die AG Song hielt vom 10. bis zum 12. September 1976 ein Treffen in der Gemeinde ab. In Unterhammer im Karlstal werden in jüngerer Zeit Ausstellungen gezeigt und Konzerte durchgeführt.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Unternehmen und InstitutionenBearbeiten

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte vor Ort jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Die 1991 gegründete Plattenfirma Mons Records hat ihren Sitz in Trippstadt. Im Trippstadter Schloss ist die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft des Landes Rheinland-Pfalz untergebracht. Die Gesellschaft für Dienste im Alter betreibt vor Ort ein Wohnstift.

VerkehrBearbeiten

 
Bundesstraße 48 in Johanniskreuz, links zweigt die Landesstraße 499 nach Waldfischbach-Burgalben ab

Durch den äußersten Osten der Gemarkung verläuft die Bundesstraße 48, die dabei Johanniskreuz passiert. In diesem Bereich liegt ebenso die Landesstraße 499, die von Frankeneck nach Waldfischbach-Burgalben verläuft. Von letzterer zweigt die Landesstraße 500 ab, die eine Verbindung zur jenseits des Gemeindegebiets verlaufenden Bundesstraße 270 herstellt. Die Kreisstraße 50 führt mitten durch das Trppstadter Siedlungsgebiet und verknüpft die L 500 mit der im Nordosten der Gemarkung verlaufenden Landesstraße 504. Die Kreisstraße 51 bindet den Neuhof an. Von der K 50 zweigt mitten im Ort die Kreisstraße 53 Richtung Kaiserslautern ab. Nächstgelegener Bahnhof ist Schopp an der Biebermühlbahn.

TourismusBearbeiten

Durch Trippstadt verlaufen der mit einem roten Balken markierte Fernwanderweg Donnersberg-Donon, der Pfälzer Waldpfad und der Gewässerwanderweg an der Moosalbe. Die Nordroute der Pfälzer Jakobswege führt mitten durch das Karlstal. Außerdem gibt es im Karlstal umfangreiche Informationstafeln über die Industriegeschichte der Region. Die über Johanniskreuz verlaufenden Wanderwege sind ausnahmslos mit einem Kreuz markiert, so die Fernwanderwege Saar-Rhein-Main (gelbes Kreuz) und Franken-Hessen-Kurpfalz (rotes Kreuz). Hinzu kommen drei weitere Wege, die jeweils mit einem blauen, einem grünen und einem grün-gelben Kreuz markiert sind. Hinzu kommen vier forstgeschichtliche Wanderrouten im Bereich Johanniskreuz.

Bei drei internationalen Bildhauersymposien entstand zwischen 1990 und 1996 der Skulpturenweg Trippstadt-Stelzenberg. Genau wie der Skulpturenweg Karlstal entlang der Moosalb und des Karlstals sowie der Skulpturenweg Schweinstal ist er Teilstück des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Thilo Berg (* 1959) betreibt in Trippstadt eine Schallplattenfirma.
  • Christoph Friedrich Cotta (1758–1838), Jurist und Jakobiner, starb vor Ort.
  • Carola Dauber (1898–1985), Politikerin (SPD), war zeitweise Ortsvorsitzende ihrer Partei und Mitglied im Gemeinderat.
  • Leopold Wilhelm von Dobschütz (1763–1836), preußischer General, war am Gefecht bei Trippstadt beteiligt.
  • Anton Fooß, auch Anton Foohs (1871–1940), Prälat, 1908 Begründer des Pfälzer Katholikentages in Johanniskreuz, war von 1906 bis 1910 katholischer Pfarrer von Trippstadt.
  • Ernst Germer (1901–1987), deutscher Künstler, war Kunsterzieher und Hochschullehrer.
  • Ludwig von Gienanth (1767–1848), Unternehmer, führte die Eisenwerke in Trippstadt und errichtete das Herrenhaus in Trippstadt-Unterhammer.
  • Joachim Gießner (1913–2003) lebte von 2002 bis zu seinem Tod in einem Seniorenheim vor Ort.
  • Sigmund Jacob Haeckher (1726–1772) entwarf das Trippstadter Schloss.
  • Ferdinand Kobell (1740–1799), deutscher Maler, Kupferstecher und Radierer
  • Peter Leibfried (1947–2014), starb vor Ort und war Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd von 1980 bis 2000.
  • Franz Nebel (1785–1859), Bankier und Präsident der Handelskammer des Départements Bas-Rhin, besaß vor Ort den Trippstadter Wald.
  • Jakob Anton Leyser (1830–1897), Pfarrer und Schriftsteller[9]
  • Franz Josef Reinl (1903–1977), österreichischer Komponist, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Trippstadt.
  • Axel Roeder (* 1941), Direktor der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt, Träger des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz
  • Bernd Rosenberger (* 1944), Mathematiker, war von 1979 bis 1984 Mitglied des Gemeinderats.
  • Wolfgang Rumpf (1936–2006) war von 1966 bis 1971 Dozent an der Landesforstschule in Trippstadt.
  • Gerhard Stammwitz (1941–2015), Innungsmeister des Malerhandwerks, 25 Jahre Verwaltungsratsmitglied der IKK Südwest, Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Hubert Zintl (1936–2016), Förster in Johanniskreuz, Heimatforscher und Autor

WeblinksBearbeiten

  Commons: Trippstadt – Sammlung von Bildern
  Wikivoyage: Trippstadt – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. St. Josef Trippstadt. In: bistum-speyer.de. Archiviert vom Original am 27. Januar 2016; abgerufen am 6. Juli 2019.
  4. Peter Gärtner: Geschichte der bayerisch-rheinpfälzischen Schlösser, Band 1, S. 140 u. 141, Speyer; 1854; (Digitalscan)
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  8. Erich Schmidt: Hahn, Ludwig Philipp. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 371 f.
  9. Johann Josef Hermann Schmitt : Leyser, Jakob Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 51, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 687–691.