Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Stelzenberg
Stelzenberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Stelzenberg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 23′ N, 7° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 9,23 km2
Einwohner: 1178 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 128 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67705
Vorwahl: 06306
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 045
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Website: www.stelzenberg.de
Ortsbürgermeister: Fritz Geib (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Stelzenberg im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Stelzenberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Landstuhl an. Stelzenberg ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald. Stelzenberg befindet sich ungefähr zwischen der Stadt Kaiserslautern (Entfernung zum Ortsanfang und somit zur Technischen Universität Kaiserslautern etwa zehn Kilometer) und der Gemeinde Trippstadt (Entfernung zum Ortsanfang etwa sechs Kilometer). Zu Stelzenberg gehören zusätzlich die Wohnplätze und Weiler Alte Schmelz, Breitenau, Eisenschmelz, Forsthaus Horst und Walzwerk.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Kaiserslautern, Trippstadt, Schopp und Krickenbach. Das Naturschutzgebiet Aschbachtal-Jagdhausweiher befindet sich teilweise auf Gemarkung der Ortsgemeinde.

GewässerBearbeiten

Die Moosalbe bildet die südliche Gemarkungsgrenze zu Schopp. Ihr linker Nebenfluss Aschbach markiert im Norden die Grenze zu Kaiserslautern und fließt anschließend durch den Westen der Gemarkung; dort durchfließt sie mit dem Walzweiher einen Woog.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde im Jahr 1534 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stolzenburg in Stelzenberg, die von dem „Herren von Stelzenberg“ errichtet wurde, wurde zum ersten Mal 1293 erwähnt. Die 1244 erbaute Burg wurde aber im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört. Stelzenberg gehörte später zur Herrschaft Wilenstein in der Grafschaft Falkenstein und gelangte durch Kauf 1719 an den kurpfälzischen Oberstjägermeister Freiherr Ludwig Anton von Hacke (1682–1752); im Besitz seiner auf Schloss Trippstadt residierenden Familie blieb es bis zum Ende der Feudalzeit. Zeitweise unterstand der Ort ebenso dem Oberamt Winnweiler.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Stelzenberg in den Kanton Kaiserslautern eingegliedert und unterstand der Mairie Trippstadt. 1815 wurde die Gemeinde Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Seit 1939 ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Stelzenberg innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd eingegliedert, die zum 1. Juli 2019 mit der Verbandsgemeinde Landstuhl zur neuen Verbandsgemeinde Landstuhl fusionierte.

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Stelzenberg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 329
1835 471
1871 521
1905 534
1939 605
1950 687
Jahr Einwohner
1961 811
1970 909
1987 1.106
1997 1.316
2005 1.226
2018 1.178

ReligionBearbeiten

Ende 2014 waren 46,7 Prozent der Einwohner evangelisch und 21,3 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. Protestantischerseits bildet Stelzenberg zusammen mit Trippstadt und Mölschbach eine Kirchengemeinde.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Stelzenberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG Gesamt
2019[5] 5 11 16 Sitze
2014[6] 9 0 7 16 Sitze
2009 7 1 1 7 16 Sitze
2004 7 2 1 6 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Stelzenberg e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister von Stelzenberg ist Fritz Geib (FWG). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 71,20 % gewählt und ist damit Nachfolger von Reiner Demuth (SPD), der nicht erneut angetreten war.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Rot und Silber geteilt, oben eine mit Zinnen versehene zweitürmige Toranlage mit verschlossenem Tor, unten zwei aufgerichtete gegeneinander gewölbte, von Rot und Gold und Blau gestreifte Regenbogen.“[8]

Es wurde 1950 vom Ministerium des Innern in Koblenz genehmigt.

Wappenbegründung: Der untere Teil des Ortswappens mit den beiden Regenbögen ist das Familienwappen der Freiherrn von Hacke.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Dorfplatz mit Dorfbrunnen

Der Dorfplatz mit dem Dorfbrunnen (Lindenbrunnen) ist direkt am Ortseingang ein zentraler Punkt innerhalb der Gemeinde.

In Stelzenberg befinden sich insgesamt sechs Objekte, die unter Denkmalschutz stehen sowie mit dem Talbrunnen und dem Bergahorn am Lindenbrunnen zwei Naturdenkmale. Auf Gemarkung der Gemeinde befand sich die nicht mehr genau lokalisierbare Stolzenburg.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Jährlich am letzten Sonntag im August wird um das Backhaus mit Musik und Flammkuchen das traditionelle Backofenfest gefeiert.

VerkehrBearbeiten

Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 270 die Kaiserslautern mit Pirmasens verbindet. Zur Bundesautobahn 62 (Nonnweiler-Pirmasens) mit der Anschlussstelle Bann sind es 15 km. Stelzenberg wird von einer Buslinie des VRN bedient, wobei werktags von morgens 5 bis abends 22 Uhr regelmäßig und mindestens einmal pro Stunde Busse verkehren. Die Linie verkehrt zwischen Trippstadt und Kaiserslautern. Durch Stelzenberg verlaufen außerdem die Kreisstraßen 53 und 55.

Nächstgelegener Bahnhof ist Schopp an der Biebermühlbahn; nachdem der im Westen der Gemeindegemarkung befindliche Haltepunkt Karlsthal mangels Rentabilität zwischenzeitlich aufgegeben worden war.

Zudem führen der Skulpturenweg Rheinland-Pfalz und der Gewässerwanderweg an der Moosalbe durch Stelzenberg.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Karl Huber (1886–1963), Lehrer, Schriftsteller und Verleger
  • Marcel Cordes (1920–1992), Opern- und Konzertsänger

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Dieter Prätzel-Wolters (* 1950), Mathematiker, wohnt vor Ort
  • Jürgen Franke (* 1952), Mathematiker, Professor für Angewandte Mathematische Statistik an der Technischen Universität Kaiserslautern und wissenschaftlicher Berater des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik in Kaiserslautern, wohnt in Stelzenberg
  • Winni Schaak (* 1957), Bildhauer, schuf 2005 vor Ort die Skulptur Schneid’ger Kopfkarton VI
  • Uli Gsell (* 1967), Bildhauer, schuf 2005 vor Ort den Schweinstäler Kopf

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 95 (PDF; 1,9 MB).
  4. KommWis, Stand: 31. Dezember 2014
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Stelzenberg. Abgerufen am 1. November 2019.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2014 Stelzenberg. Abgerufen am 1. November 2019.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Landstuhl, Verbandsgemeinde, elfte Ergebniszeile. Abgerufen am 1. November 2019.
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.