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Waldleiningen

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Waldleiningen
Waldleiningen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Waldleiningen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 24′ N, 7° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Enkenbach-Alsenborn
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 26,67 km2
Einwohner: 391 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67693
Vorwahl: 06305
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 048
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 18
67677 Enkenbach-Alsenborn
Webpräsenz: www.waldleiningen.de
Ortsbürgermeister: Michael Gasiorek (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Waldleiningen im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Waldleiningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz, an der nach einer lokalen Tradition die Weltachse geschmiert wird. Sie gehört der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die kleinste Ortsgemeinde darstellt.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Zentrum des Naturpark Pfälzerwald. Waldleiningen ist die einzige selbständige Ortgemeinde in der Frankenweide, wie der mittlere Teilbereich des Pfälzerwaldes genannt wird. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Hochspeyer, Frankenstein, Weidenthal, Elmstein und Kaiserslautern. Der Ortsteil Stüterhof liegt am südwestlichen Rand des Gemeindegebietes unweit des Kaiserslauterer Stadtteils Mölschbach. Im Nordosten befindet sich das Naturschutzgebiet Eulenhald-Ungertal. Die Eulenhald bildet zudem eine Kernzone des Naturparks und eines von 54 Naturwaldreservaten in Rheinland-Pfalz.

Erhebungen und GewässerBearbeiten

Auf Gemarkung von Waldleiningen befinden sich im Süden der 507 Meter hohe Leiterberg, im Nordwesten der 459 Meter hohe Kleine Roßrück und im Osten der 430 Meter hohe Große Berg. Der Leinbach durchfließt kurz nach seiner Quelle den Seewoog und anschließend das Siedlungsgebiet; teilweise bildet er die Gemarkungsgrenze zu Hochspeyer. Östlich des Stüterhofs befindet sich außerdem der Haidhaldbrunnen.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 818 mm. Die Niederschläge liegen im oberen Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 67 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der September, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im September. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An keiner der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

Graf Emich VIII. von Leiningen ließ 1533 an der Nordgrenze seines Oberamtes Falkenburg im Bereich der Brachfläche Frankenweide ein Gebäude bauen, das „Leinhaus“ genannt wurde. Anfang des 17. Jahrhunderts wird aus dem Leinhaus der „Leinhof“, ein bäuerliches Gut mit zugehöriger Rodungsfläche und Waldungen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg und dem anschließenden Pfälzer Erbfolgekrieg wurde der Leinhof zur Wüstung. Erst Jahre später ist pfalz-zweibrückisches Forstpersonal auf dem Leinhof nachweisbar. 1755 zog das Forstpersonal von Leiningen-Hardenburg und Pfalz-Zweibrücken die in den Waldtälern hausenden Familien auf dem Leinhof zusammen; 1769 wohnten dort neben dem Forstpersonal neun Familien. 1785 gründete Carl Friedrich Wilhelm, Fürst zu Leiningen, das Dorf Waldleiningen und zog Siedler aus seinen Territorien bei. Die Siedlungsgründung erfolgte, um Waldwirtschaft betreiben zu lassen, was prägend für das Dorf bis ins 20. Jahrhundert war. Schon zur leiningischen Zeit war das Gebiet ein bevorzugtes Jagdrevier des Herrscherhauses. Bis Ende des 18. Jahrhunderts bildete Waldleiningen ein Kondominium, da es gemeinschaftlich zur Kurpfalz und zur Leiningen-Dagsburg gehörte.

Als die Fürsten von Leiningen ihr linksrheinisches Territorium verloren und mit dem rechtsrheinischen Fürstentum Leiningen entschädigt wurden, bauten sie sich dort – in Erinnerung an ihr altes pfälzisches Jagdrevier – das Jagdschloss Waldleiningen, dessen Name an Waldleiningen im Pfälzerwald erinnern sollte.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, zählte Waldleiningen als Teil der Mairie von Hochspeyer und des Kanton Kaiserslautern zum Département du Mont-Tonnerre. 1815 hatte der Ort 169 Einwohner. Im selben Jahr wurde er Österreich zugeschlagen. Ein Jahr später kam er an Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Seit 1939 ist Waldleiningen Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern .Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 der neu gebildeten Verbandsgemeinde Hochspeyer zugeschlagen. Am 4. September 1976 wurde ein Gebietsteil mit 59 Einwohnern von Hochspeyer nach Waldleiningen umgemeindet.[2] Seit 2014 ist Waldleiningen Bestandteil der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Waldleiningen besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 5 3 8 Sitze
2009 4 3 1 8 Sitze
2004 5 3 8 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Waldleiningen e. V.

PartnergemeindeBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau eine erhöhte eingebogene silberne Spitze, darin auf grünem Boden ein grüner Laubbaum, dessen Stamm mit einer roten Axt schräglinks überdeckt ist, in den oberen Ecken je ein rotbewehrter silberner Adler.“
Wappenbegründung: Der Baum mit Axt weist auf die früher sehr intensiv betriebene Forstwirtschaft vor Ort hin. Der Leininger Adler ist eine Reminiszenz an den Dorfgründer.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Mit dem Forstamt sowie einer Hofanlage in der Schloßstraße befinden sich vor Ort zwei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Am Seewog befindet sich außerdem der Ritterstein 138.

Pfälzische WeltachseBearbeiten

 
Pfälzische Weltachse

Auf dem Kleinen Roßrück (49° 24′ N, 7° 50′ O) zwischen Waldleiningen und Johanniskreuz liegt ein Sandsteinquader mit der pfälzischen Inschrift:

„Do werd die Weltachs inngeschmeert – unn uffgepasst, dass nix passeert!“

(Hochdeutsch: „Hier wird die Weltachse eingeschmiert und aufgepasst, dass nichts passiert.“) Das Zitat stammt aus der Pälzisch Weltgeschicht des Heimatdichters Paul Münch, wonach sich an dieser Stelle der pälzisch Weltachs der Mittelpunkt der Welt befinden soll. Danach sollen die Waldleininger für die ordentliche Schmierung der Weltachse zuständig sein.

InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Eine intensive Landwirtschaft war wegen des Reliefs der Landschaft und des mageren Bodens nicht möglich. Jedoch hat man 1833, um eine Anbaufläche als Nahrungsquelle zu schaffen, durch Waldrodung die Feldmark „Rotheneck“ angelegt.

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort verlaufen die Landesstraße 504 und die Kreisstraße 47. Westlich des Ortes verläuft die B 48 die von Bad Bergzabern nach Bad Kreuznach führt. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Enkenbach-Alsenborn an der Bundesautobahn 6 Saarbrücken Kaiserslautern, etwa zwölf Kilometer entfernt. Nächstgelegene Bahnstation ist Hochspeyer an der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 199 (PDF; 2,6 MB).   Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen