Hauptmenü öffnen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Weidenthal
Weidenthal
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Weidenthal hervorgehoben

Koordinaten: 49° 25′ N, 7° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Lambrecht (Pfalz)
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 14,49 km2
Einwohner: 1726 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67475
Vorwahl: 06329
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 048
Adresse der Verbandsverwaltung: Sommerbergstraße 3
67466 Lambrecht (Pfalz)
Website: weidenthal.de
Ortsbürgermeister: Ralf Kretner (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Weidenthal im Landkreis Bad Dürkheim
Bad DürkheimGrünstadtGrünstadtHaßlochMeckenheim (Pfalz)Niederkirchen bei DeidesheimRuppertsbergForst an der WeinstraßeDeidesheimWattenheimHettenleidelheimTiefenthal (Pfalz)Carlsberg (Pfalz)AltleiningenEllerstadtGönnheimFriedelsheimWachenheim an der WeinstraßeElmsteinWeidenthalNeidenfelsLindenberg (Pfalz)Lambrecht (Pfalz)FrankeneckEsthalKindenheimBockenheim an der WeinstraßeQuirnheimMertesheimEbertsheimObrigheim (Pfalz)ObersülzenDirmsteinGerolsheimLaumersheimGroßkarlbachBissersheimKirchheim an der WeinstraßeKleinkarlbachNeuleiningenBattenberg (Pfalz)NeuleiningenKirchheim an der WeinstraßeWeisenheim am SandWeisenheim am SandWeisenheim am SandErpolzheimBobenheim am BergBobenheim am BergDackenheimDackenheimFreinsheimFreinsheimHerxheim am BergHerxheim am BergHerxheim am BergKallstadtKallstadtWeisenheim am BergWeisenheim am BergLandkreis Alzey-WormsWormsLudwigshafen am RheinFrankenthal (Pfalz)Rhein-Pfalz-KreisLandkreis GermersheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der PfalzKaiserslauternLandkreis KaiserslauternDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Weidenthal ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz) an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde darstellt. Weidenthal ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Weidenthal liegt inmitten des Pfälzerwaldes in der Region Pfalz. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Eisenkehl, Mainzertal, Forsthaus Morschbacherhof, Parkettfabrik und Steinbruch Rußmühle.[3] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Bad Dürkheim, Neidenfels, Frankeneck, Esthal, Elmstein, Waldleiningen und Frankenstein.

Erhebungen und GewässerBearbeiten

Mitten durch die Gemeinde fließt der Hochspeyerbach. Im Süden der Gemarkung mündet in diesen von rechts der Rußmühlenbach. In unmittelbarer Nähe des Siedlungsgebiets befindet sich das Köpfel und südlich von ihm der Eulenberg. Im Westen der Gemarkung erheben sich der 506 Meter hohe Mollenkopf, der 477 Meter hohe Heidenkopf und unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zu Waldleiningen der Eselsohler Berg.

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde 1247 als Wydentall erstmals urkundlich erwähnt und war im Besitz der Herren von Frankenstein, die ein Lehen des Klosters Limburg ausübten. Später gehörte Weidenthal bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Kurpfalz. Das Dorf wurde im Dreißigjährigen Krieg beinahe völlig entvölkert. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum kurpfälzischen Oberamt Neustadt. Im Jahr 1802 lebten 674 Menschen in der Gemeinde: 382 Katholiken, 251 Reformierte und 41 Lutheraner.[4]

Im Zuge des Ersten Koalitionskriegs fand vor Ort ein Gefecht statt. Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Neustadt zugeordnet und besaß eine eigene Mairie. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Weidenthal dem Landkommissariat Neustadt im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Neustadt an der Haardt zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Neustadt an der Weinstraße hervorging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Weidenthal Teil der französischen Besatzungszone und wurde in das 1946 neu gebildete Land Rheinland-Pfalz eingegliedert. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Weidenthal 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde die Gemeinde Bestandteil der ebenfalls neu entstandenen Verbandsgemeinde Lambrecht (Pfalz).

BevölkerungBearbeiten

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Weidenthal, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 726
1835 1.028
1871 1.355
1905 1.625
1939 1.910
1950 2.180
1961 2.565
Jahr Einwohner
1970 2.567
1987 2.107
1997 2.100
2005 2.010
2010 1.867
2017 1.746
 
Einwohnerentwicklung von Weidenthal von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
 
Blick auf die beiden Kirchen im Jahr 1897; links die evangelische Kirche, rechts die katholische Kirche

ReligionBearbeiten

Weidenthal hat eine eigenständige katholische Pfarrgemeinde im Bistum Speyer. Die katholische Pfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus und das Pfarrheim „Maximilian Kolbe-Haus“ befinden sich in der Hauptstraße. Die katholische Kirche ist eine der bedeutendsten neugotischen Kirchen der Pfalz.

Gemeinsam mit den Nachbarorten Frankenstein und Neidenfels existiert eine protestantische Kirchengemeinde,[5] die zur Protestantischen Landeskirche Pfalz gehört. Die Christuskirche findet sich im Ortszentrum beim Kerweplatz in der Hauptstraße. Zudem existiert vor Ort das sogenannte „Otto-Riethmüller-Haus“, das als Bildungsstätte der „Evangelischen Gemeindejugend“ dient.

2013 waren 42,0 Prozent der Einwohner evangelisch und 37,4 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[6]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Weidenthal besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl CDU FWG SPD LINKE WGR Gesamt
2019[7] 9 3 3 1 16 Sitze
2014[8] 5 3 6 2 16 Sitze
2009 5 5 5 1 16 Sitze
2004 4 7 4 1 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Talgemeinden e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Ralf Kretner (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 61,88 % gewählt und ist damit Nachfolger von Bernhard Groborz (SPD), der nicht mehr für dieses Amt angetreten war.[9]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Silber ein aufrecht gestellter wachsender goldener Krummstab mit linksgewendeter Krümme (Abtsstab).“[10]
Wappenbegründung: Es wurde 1845 vom bayerischen König genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1747. Es erinnert an den ehemaligen Lehnsherren, den Abt von Limburg.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kriegerdenkmal

BauwerkeBearbeiten

Vor Ort existieren insgesamt 28 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die Betzenkammer und das Kriegerdenkmal. Letzteres befindet sich auf dem Köpfel und ist eines der Wahrzeichen Weidenthals; von dem Standpunkt des Denkmals ist ein Panoramablick über das gesamte Dorf möglich.

Auf dem Friedhof ist außerdem eine 1954 errichtete Gedenkstätte an die Vertriebenen vorhanden.

NaturBearbeiten

Weidenthal besitzt als Schwimmbad einen Naturbadeweiher. Zudem existiert vor Ort ein sogenannter Planetenweg der vom Kerweplatz auf die Weidenthaler Hohl führt.

VeranstaltungenBearbeiten

Einmal im Jahr findet die Weidenthaler Kerwe statt.

SportBearbeiten

Mit dem FC Wacker Weidenthal existiert ein Fußballverein mit eigenem Hartplatz, dem Karl-Heinz Sportplatz. Hinzu kommen ein Turnverein mit eigenem Wettkampfplatz, eigener Aschenbahn und einem Tennisplatz (zwei Sandplätze, einem Teerplatz und einer Tenniswand) sowie ein Schützenverein mit eigenen Schießbahnen in verschiedenen Größen. Außerdem gibt es eine Turn- und Mehrzweckhalle, die von allen Vereinen sowie den beiden Kindergärten und der Grundschule genutzt wird. Der Tennisverein wurde im Jahre 2019 in den Turnverein 1908 e.V. Weidenthal integriert.

Seit August 2007 findet jährlich ein nächtliches Mountainbike-Rennen auf dem Gelände des Turnverein Weidenthal namens „Schlaflos im Sattel“ statt. Der jährliche leicht unterschiedliche Rundkurs hat eine Länge von etwa zehn bis zwölf Kilometern. Er beginnt im Erdbeertal und verläuft anschließend über den Stempelweg in die Weissenbach und dann über eine Schleife über das Maifeld wieder zurück ins Erdbeertal.

Seit 2007 wird alljährlich der Weltmeister im Weihnachtsbaumwerfen in Weidenthal ermittelt und ist mittlerweile weltweit in Presse und Funk ein regelmäßiger Programmpunkt. Die Weltmeisterschaft findet immer Anfang Januar im Rahmen des Knutfestes auf dem Sportplatz des FC Wacker Weidenthals statt. Somit ist der Sieger nach dem Dartweltmeister, jedes Jahr der zweite Weltmeister im neuen Jahr. Rekordweltmeister ist mit vier Titeln und drei zweiten Plätzen Frank Schwender aus Frankeneck, der jedoch aus Weidenthal stammt. Die WM wurde in den letzten Jahren öfters kopiert, jedoch nie über einen längeren Zeitraum, deshalb ist das Original auch in Weidenthal zu Hause.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Die Pfälzische Parkettfabrick Weidenthal, LBM Zerspanungstechnik und die Schreinerei Fuder sind die drei verbliebenen größeren Betriebe in Weidenthal. Das letzte große örtliche Unternehmen Chemiefabrik E. Baumheier stellte 1996 den Betrieb ein und das Gelände wurde später verkauft. Die Fabrik in der Dorfmitte hatte bereits Jahre zuvor den Betrieb eingestellt; dort befindet sich mittlerweile der S-Bahn-Haltepunkt. 1865 wurde in Weidenthal eine Sparkasse gegründet, die über mehrere Fusionen in der Sparkasse Rhein-Haardt aufging.

VerkehrBearbeiten

 
Ehemaliges Empfangsgebäude des Bahnhof Weidenthal

Der Bahnhof Weidenthal wurde 1849 in Betrieb genommen, als die Pfälzische Ludwigsbahn auf voller Länge in Betrieb ging und aus der später die Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken. Die Bahnsteige befanden sich früher im südlichen Bahnhofsbereich, ehe sie 2003 800 Meter weiter nördlich in Richtung Dorfmitte verlegt wurden. Seither halten die Züge der S-Bahn RheinNeckar an dieser Stelle. Die Linien S1 und S2 stellen direkte Verbindungen nach Kaiserslautern im Westen und Ludwigshafen am Rhein, Mannheim und Heidelberg im Osten her. Weidenthal gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Zudem liegen entlang der Bahnstrecke auf Gemarkung der Gemeinde der Schönberg-Langeck-Tunnel, der Gipp-Tunnel, der Köpfle-Tunnel und der südliche Teil des Eisenkeil-Tunnel.

Durch das Dorf verläuft die Bundesstraße 39 die von Hockenheim nach Frankenstein führt. Außerdem ist die Gemeinde Ausgangspunkt der Kreisstraße 38, die über das Waldhaus Schwarzsohl nach Elmstein führt.

TourismusBearbeiten

Zudem liegt Weidenthal an der Route eines Wanderweges, der mit einem weiß-grünen Balken markiert ist.

BildungBearbeiten

Vor Ort existiert eine Grundschule.

PersönlichkeitenBearbeiten

Dieser Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: Keine Lebensdaten der Ehrenbürger und keine Darstellung seit wann und warum Ehrenbürger. Siehe auch WP:FV/S/P!
Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die in der Gemeinde gewirkt habenBearbeiten

  • Karl Ritter (1916–1994), Politiker (SPD), von 1969 bis 1971 Ortsbürgermeister

WeblinksBearbeiten

  Commons: Weidenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 138 (PDF; 3 MB).
  4. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Zweiter Theil, Speyer: Neidhard, 1837, S. 585 ff (Google Books)
  5. Seiten der Protestantischen Kirchengemeinde Weidenthal-Frankenstein-Neidenfels. Abgerufen am 2. April 2019.
  6. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  7. Wahlen 2019
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  9. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Lambrecht (Pfalz), Verbandsgemeinde, siebte Ergebniszeile. Abgerufen am 18. Oktober 2019.
  10. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.