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Lauterecken

Stadt im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lauterecken
Lauterecken
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lauterecken hervorgehoben
Koordinaten: 49° 39′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Lauterecken-Wolfstein
Höhe: 169 m ü. NHN
Fläche: 8,89 km2
Einwohner: 2127 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 239 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67742
Vorwahl: 06382
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 058
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 6a
67742 Lauterecken
Webpräsenz: www.lauterecken.de
Stadtbürgermeister: Heinrich Steinhauer
Lage der Stadt Lauterecken im Landkreis Kusel
WaldmohrDunzweilerBreitenbach (Pfalz)Schönenberg-KübelbergGries (Pfalz)Brücken (Pfalz)DittweilerAltenkirchen (Pfalz)OhmbachFrohnhofenNanzdietschweilerBörsbornSteinbach am GlanKrottelbachLangenbach (Pfalz)Herschweiler-PettersheimWahnwegenHenschtalHüfflerQuirnbach/PfalzRehweilerGlan-MünchweilerMatzenbachSelchenbachHerchweilerAlbessenKonkenEhweilerSchellweilerEtschbergTheisbergstegenHaschbach am RemigiusbergKuselBlaubachOberalbenDennweiler-FrohnbachKörbornThallichtenbergRuthweilerReichweilerPfeffelbachRathsweilerNiederalbenUlmetErdesbachBedesbachRammelsbachAltenglanWelchweilerElzweilerHorschbachBosenbachRutsweiler am GlanFöckelbergNiederstaufenbachOberstaufenbachNeunkirchen am PotzbergJettenbach (Pfalz)RothselbergKreimbach-KaulbachWolfsteinRutsweiler an der LauterEßweilerOberweiler im TalAschbach (Westpfalz)HinzweilerOberweiler-TiefenbachRelsbergHefersweilerEinöllenReipoltskirchenNußbach (Pfalz)HoppstädtenKappeln (bei Lauterecken)Medard (Glan)OdenbachAdenbachGinsweilerCronenberg (bei Lauterecken)HohenöllenHeinzenhausenLohnweilerLautereckenUnterjeckenbachLangweiler (bei Lauterecken)MerzweilerHomberg (bei Lauterecken)Herren-SulzbachGrumbach (Glan)Kirrweiler (bei Lauterecken)Sankt JulianHausweilerWiesweilerDeimbergBubornGlanbrückenOffenbach-HundheimNerzweilerSaarlandLandkreis BirkenfeldLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisKaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Lauterecken ist eine Stadt im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, der sie auch angehört. Lauterecken trägt den Beinamen Veldenzstadt. Lauterecken ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Darüber hinaus ist Lauterecken zusammen mit der Kreisstadt Kusel Teil eines mittelzentralen Verbundes.

Sowohl gemessen an der Einwohnerzahl als auch an der Gemarkungsflache zählt Lauterecken zu den kleinsten Städten Deutschlands.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Lauterecken liegt im Nordpfälzer Bergland an der Mündung der Lauter in den Glan.

NachbargemeindenBearbeiten

Nachbargemeinden sind Lohnweiler, Medard, Wiesweiler, Grumbach, Cronenberg und Heinzenhausen.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 707 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 41 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 0 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

 
Ansicht nach Matthäus Merian
 
Schlacht bei Lauterecken. Die Truppen von Schweden kämpften gegen Spanische Truppen im Dreißigjährigen Krieg, 1632? Matthias Merian in Danckerts Historis, 1642.

Die Stadt ist nach dem Flüsschen Lauter benannt, die nahe der Ortsmitte in den aus Altenglan zufließenden Glan mündet. Erstmalige gesicherte Erwähnung findet der Ort und seine Burg, ein Vorläuferbau des Veldenzschlosses, im Jahr 1343. Zwischen 1343 und 1350 (die Originalurkunde ist nicht erhalten geblieben) hat Lauterecken seine Stadtrechte erhalten.[3] Lauterecken befand sich zu dieser Zeit im Besitz der Grafen von Veldenz, der Nachfahren der Nahegaugrafen (Emichonen). Mit dem Aussterben der Veldenzer 1444 fiel Lauterecken an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken und war von 1543 bis 1694 Residenz der wittelsbachischen Nebenlinie Pfalz-Veldenz-Lauterecken. 151 Jahre regierte die pfalz-veldenzische Linie bis zu ihrem Aussterben.1689 wurden Stadt und Schloss teilweise zerstört. Von 1733 bis 1797 war Lauterecken Sitz eines kurpfälzischen Oberamtes. 1752 wurde das Oberamtsgebäude auf dem spätgotischen Keller des Schlosses neu errichtet. Nach dem Wiener Kongress kam Lauterecken an Bayern (1816) — nach dem Zweiten Weltkrieg an Rheinland-Pfalz. Seit 1972 war es Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Lauterecken, der neben Lauterecken 25 eigenständige Ortsgemeinden angehören, seit 2014 ist die Stadt Sitz der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein mit insgesamt 41 Gemeinden.

PolitikBearbeiten

Ein Teil der Heizwärme in der Stadt wird umweltfreundlich durch eine Hochleistungswärmepumpe des Freitaler Unternehmens BDR Thermea aus der im Jahresmittel 10 °C warmen Lauter gewonnen.[4] Nur bei Frosttemperaturen springt alternativ ein Brennwertkessel ein.[5]

StadtratBearbeiten

Der Stadtrat in Lauterecken besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 4 3 3 6 16 Sitze
2009 4 4 3 5 16 Sitze
2004 5 5 2 4 16 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Stadtbürgermeister ist Heinrich Steinhauer.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Der Veldenzturm des Lauterecker Schlosses

Sehenswerte Bauwerke sind das Alte Schloss mit Veldenzturm (ehemalige Residenz des Grafen von Pfalz-Veldenz), das Portal des „Neuen Baus“, das Kriegerdenkmal auf dem Igelskopf, das Kriegerdenkmal auf dem Veldenzplatz von 1870/71, die alte Brücke über die Lauter sowie die beiden Pfarrkirchen.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lauterecken

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Als größere Veranstaltungen sind der Frühjahrsmarkt, das große Heimatfest, der Herbstmarkt, der Weihnachtsmarkt und das alle zwei Jahre stattfindende Turmfest zu nennen.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Lauterecken beherbergt wegen seiner zentralen Lage im nördlichen Landkreis Kusel drei mittelständische Unternehmen und verschiedene Geschäfte.

VerkehrBearbeiten

In Lauterecken treffen sich die Bundesstraße 270 und die Bundesstraße 420. Zudem beginnt vor Ort die Kreisstraße 39, die nach Hohenöllen führt. Für Radler ist Lauterecken ein Durchgangsort des Radwegs Glan-Blies sowie nördlicher Endpunkt des Lautertal Radwegs.

Im Jahr 1883 erhielt Lauterecken in Form der Lautertalbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der damalige Endbahnhof befand sich am südlichen Stadtrand. Er blieb zunächst bestehen, als die untere Glantalbahn im Jahr 1896 als unmittelbare Fortsetzung der Lautertalbahn bis nach Odernheim verlängert und ein Jahr später bis nach Staudernheim an der Rhein-Nahe-Bahn durchgebunden wurde.

In diesem Zusammenhang entstand rund einen Kilometer nördlich des Bahnhofs ein weiterer Bahnhalt mit dem Namen Lauterecken. Er sollte den Einwohnern des nördlichen Stadtgebiets von Lauterecken und aus den im mittleren Glantal gelegenen Gemeinden den Zugang zur Bahn erleichtern. Mit der Vollendung der Glantalbahn im Jahr 1904 wurde er aufgegeben.

 
Triebwagen im Bahnhof Lauterecken-Grumbach im Jahr 1986

Bereits im Zuge der Planungen der übrigen Glantalbahn, die in erster Linie aus strategischen Gründen errichtet wurde, stellte sich heraus, dass sich der bisherige Bahnhof in Bezug auf die Verknüpfung mit der Lauterstrecke in einer ungünstigen Lage befand. Aus diesem Grund entstand der 1904 eröffnete Bahnhof Lauterecken-Grumbach unweit des bisherigen Haltepunkts, der fortan als Verknüpfungsstation fungierte und der bis heute die Stadt mit dem Oberzentrum Kaiserslautern verbindet. Der alte Bahnhof wurde zunächst als Haltepunkt weiter betrieben, ehe er mangels Rentabilität 1912 aufgegeben wurde. Auf der Glantalbahn endete der Personenverkehr zwischen Altenglan und Lauterecken im Jahr 1985, ein Jahr später folgte der Abschnitt zwischen Lauterecken und Staudernheim. Zur selben Zeit war die Lautertalbahn ebenfalls von der Stilllegung bedroht, die jedoch abgewendet wurde. Der Güterverkehr kam 1993 zum Erliegen. Entlang der Glantalbahn wurde 2000 der Draisinenverkehr eröffnet, wobei der Bahnhof Lauterecken-Grumbach eine von insgesamt drei Ausleihstationen für Draisinen darstellt.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Als Unternehmen mit überregionaler Bedeutung sind vor allem der Fruchtsafthersteller Niehoffs Vaihinger Fruchtsaft, ein Werk der seit 2003 zum Industriekonzern Behr Bircher Cellpack BBC gehörenden Cellpack-Gruppe (Lebensmittelverpackungen) und eine Produktionsstätte der BITO-Lagertechnik zu nennen. Zudem besitzt die Kreissparkasse Kusel eine Filiale in Lauterecken. Die Instrumentenbauerfamilie Sander besaß früher eine Werkstatt vor Ort.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

Lauterecken ist Sitz der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein und beherbergt auch ihre Verwaltung. Außerdem ist hier eine Filiale der Bundesagentur für Arbeit ansässig (von insgesamt drei im Landkreis Kusel). Lauterecken besitzt eine Residenz der Wohn- und Alteneinrichtung „Pro Seniore“, in der Alleinstehende und Pflegebedürftige wohnen und betreut werden können. Eine kleine Stadtbücherei findet sich im Stadthaus.

BildungBearbeiten

In der Veldenzstadt Lauterecken gibt es eine Grundschule, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen (Janusz-Korczak-Schule), ein Schulzentrum mit Realschule plus und das Veldenz-Gymnasium. Im Rathaus („Stadthaus“) befindet sich die Stadtbücherei.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die in der Stadt gewirkt habenBearbeiten

  • Bruno Eckhardt (* 1960), Professor für Theoretische Physik an der Philipps-Universität Marburg, besuchte das Gymnasium Lauterecken
  • Emil Fränger (1856–1941), deutscher Verwaltungsjurist, war 1882 in Lauterecken Rechtsreferendar
  • Johannes Lohr (1875–1941), protestantischer Pfarrer im Dekanat Lauterecken
  • Friedrich Schüler (1791–1873), war 1848/1849 als Abgeordneter für Lauterecken Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017 - Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Ernst Schworm: Lauterecken. In: Kreisverwaltung Kusel (Hrsg.): Westricher Heimatblätter (Sonderheft Verbandsgermeinde Lauterecken). Jg. 41. Druckerei Koch, Kusel September 2010, S. 104–113.
  4. Thermea.Energiesysteme
  5. Die Exoten unter den alternativen Energien (Memento vom 6. April 2011 im Internet Archive) Financial Times vom 4. April 2011, abgerufen 9. April 2011
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen