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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Sembach
Sembach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Sembach hervorgehoben
Koordinaten: 49° 31′ N, 7° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Enkenbach-Alsenborn
Höhe: 261 m ü. NHN
Fläche: 5,49 km2
Einwohner: 1176 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 214 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67681
Vorwahl: 06303
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 205
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 18
67677 Enkenbach-Alsenborn
Website: www.enkenbach-alsenborn.de
Ortsbürgermeister: Fritz Hack (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Sembach im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Sembach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn an, innerhalb derer sie die nach Einwohnerzahl viertgrößte Ortsgemeinde ist.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt am Rande des Naturparks Pfälzerwald knapp zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Kaiserslautern im Unteren Pfälzerwald im Nordosten des Landkreises Kaiserslautern unmittelbar an der Grenze zum Donnersbergkreis. Der Bereich im Einzugsgebiet der Gemeinde wird als Sembacher Platten bezeichnet und ist unbewaldet. Unmittelbar nördlich schließt sich bereits das Nordpfälzer Bergland an. Der Lohnsbach streift den westlichen Rand des Siedlungsgebiets. Die Alsenz verläuft für wenige hundert Meter über den Nordosten der Gemarkung; in diesem Bereich nimmt sie von links den Stinkentalbach auf. Angrenzende Gemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Wartenberg-Rohrbach, Münchweiler an der Alsenz, Gonbach, Neuhemsbach, Enkenbach-Alsenborn, Mehlingen und Otterberg.

GeschichteBearbeiten

Im 13. Jahrhundert wurde, anlässlich einer Schenkung an das Kloster Enkenbach, der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Vor der französischen Revolution gehörte der Ort zu den Kolb von Wartenberg. Ende des 18. Jahrhunderts wurde Sembach von Frankreich besetzt und war Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs. Während dieser Zeit war Sembach in den Kanton Winnweiler eingegliedert.

Die Gemeinde profitierte vom Bau der Kaiserstraße Napoleons von Paris nach Mainz, wodurch der Ort an einem überregionalen Verkehrsweg lag und 1809 Poststation wurde. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress im Jahr 1815 kam Sembach zunächst zu Österreich und ein Jahr später zum Rheinkreis im Königreich Bayern, der späteren Pfalz. Von 1818 bis 1862 gehörte Sembach dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor. Am 1. Dezember 1900 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Rockenhausen.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Rockenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Sembach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz, womit die Zugehörigkeit zu Bayern endete. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenen Donnersbergkreis. Bereits am 22. April 1972 fand ein erneuter Landkreiswechsel statt; seither ist die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Im selben Jahr wurde sie in die Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn eingliedert, die in dieser Form bis 2014 bestand.

ReligionBearbeiten

Am 31. Oktober 2014 waren 44,61 Prozent der Einwohner evangelisch und 23,58 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[2]

Seit dem 17. Jahrhundert gibt es Mennoniten in Sembach. Im Jahr 1960 gehörten zur Sembacher Gemeinde etwa 280 Mitglieder,[3] gegenwärtig werden rund 158 Mitglieder gezählt.[4] Die einst im Ort lebenden Juden wurden in Mehlingen begraben.

PolitikBearbeiten

 
Ehemaliges Bürgermeisteramt
 
Protestantische Kirche

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Sembach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 7 4 5 16 Sitze
2009 9 3 4 16 Sitze
2004 7 4 5 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Sembach e. V.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Silber und Rot geteilt, belegt mit einem silbernen Herzschild mit rotem Balken, beseitet von oben zwei, unten einer roten Kugel, oben wachsend ein blaugekleideter Mann mit Zipfelmütze, die Linke in die Hüfte gestützt, in der Rechten einen roten Kolben haltend, unten ein goldenes Posthorn.“[6]
Wappenbegründung: Es wurde 1954 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und wurde dem Wappen der ehemaligen Ortsherren, den Kolb von Wartenberg, entlehnt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Bürgerhaus

In Sembach befinden sich insgesamt elf Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.[7]

Die Mennonitenkirche wurde 1777 errichtet. Seit 2011 wird neben dieser ein modernes Gemeindezentrum gebaut.

Der Grundstein für die protestantische Kirche wurde bereits am 13. Mai 1773 gelegt. Wegen Geldmangels zog sich der Bau in die Länge, bis sie schließlich 1791 eingeweiht werden konnte.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Sembach liegt an der Landesstraße 393 und an der ehemaligen Kaiserstraße, die mittlerweile als Landesstraße 401 firmiert; bis zum Bau der nahen Autobahn handelte es sich um die Bundesstraße 40. Einen Kilometer entfernt ist die Bundesautobahn 63 (Kaiserslautern–Mainz) mit der Anschlussstelle Sembach; ab 1999 bildete sie das südliche ende, ehe die Durchbindung nach Kaiserslautern 2004 vollzogen wurde. Nach Frankfurt sind es 107 Kilometer, in die Innenstadt von Kaiserslautern sind es etwa elf Kilometer. Im äußersten Nordosten verläuft für wenige hundert Meter wie Bundesstraße 48 über die Gemarkung von Sembach.

An der in den Jahren 1870 und 1871 eröffneten Alsenztalbahn entstand der Bahnhof Neuhemsbach-Sembach, dessen Bezeichnung später zu Neuhemsbach verkürzt wurde und dessen Anlagen sich teilweise auf Germarkung von Sembach befinden. Mangels Rentabilität wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben.

Amerikanische AnlagenBearbeiten

1951 wurde die amerikanische Sembach Air Base gebaut und die Wohnsiedlung Heuberg angelegt. Das Hauptquartier der 17. US-Luftflotte (17th Air Force) wurde 1994 aufgelöst. Private Schulen der Klasse K-3 (Sembach Elementary School) und 4–8 (Sembach Middle School) sowie einige Verwaltungsgebäude und Wohnungsunterkünfte befinden sich noch in US-amerikanischer Hand. Dieses Gelände hieß „Sembach Annex“, das mittlerweile in „Sembach Kaserne“ umbenannt wurde. Das europaweit einzige Militärgefängnis ist von den Coleman Barracks in Mannheim nach Sembach verlegt worden.[8]

Der Flugplatz ist nicht mehr amerikanisches Eigentum.

WirtschaftBearbeiten

Auf dem Areal des ehemaligen Militärflugplatzes entstand der Gewerbepark Sembach mit einer Fläche von 226 Hektar, der eines der größten Konversionsprojekte in Rheinland-Pfalz darstellt. Bei verschiedenen Unternehmen, die sich dort angesiedelt haben, arbeiten insgesamt rund 450 Menschen.[9]

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Lothar Horter u. Michael Tilly: Mahnende Zeugen der Vergangenheit. (Hrsg.: Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn), Otterbach 1998, 110 S. mit zahlreichen Abbildungen; darin: „Die Juden in Sembach“ (S. 10–18), „Die Juden in Mehlingen“ und „Der jüdische Friedhof in Mehlingen“
  • Winfried Herget und Walter G. Rödel: U.S. Air Base Sembach: Von der ersten Landbeschlagnahme zu Abzug und Konversion. 1995
  • Karlheinz Schauder: Kirchen des Landkreises Kaiserslautern – 2. Band: 18. und 19. Jahrhundert. Otterberg 1994

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  3. Hein, Gerhard: Art. Sembach, in: Mennonitisches Lexikon, Bd. IV (1967), S. 151.
  4. Mennonitisches Jahrbuch 117, 2018, S. 180.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  7. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Kaiserslautern. Mainz 2019, S. 29 (PDF; 5,4 MB).
  8. SWR-Regionalnachrichten 4. März 2010
  9. Website des Gewerbeparks Sembach, abgerufen am 21. Oktober 2010