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Lug (Pfalz)

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lug
Lug (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lug hervorgehoben
Koordinaten: 49° 11′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Hauenstein
Höhe: 211 m ü. NHN
Fläche: 2,32 km2
Einwohner: 578 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 249 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76848
Vorwahl: 06392
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 030
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 4
76846 Hauenstein
Website: www.lug-pfalz.de
Ortsbürgermeister: Hermann Rippberger
Lage der Ortsgemeinde Lug im Landkreis Südwestpfalz
DarsteinDimbach (Pfalz)Hauenstein (Pfalz)HinterweidenthalLug (Pfalz)Schwanheim (Pfalz)SpirkelbachSpirkelbachWilgartswiesenWilgartswiesenClausenDonsiedersLeimen (Pfalz)MerzalbenMünchweiler an der RodalbRodalbenBottenbachEppenbrunnHilstKröppenKröppenLemberg (Pfalz)ObersimtenRuppertsweilerSchweixTrulbenVinningenBobenthalBruchweiler-BärenbachBundenthalBusenbergDahnErfweilerErlenbach bei DahnFischbach bei DahnHirschthal (Pfalz)LudwigswinkelNiederschlettenbachNothweilerRumbachSchindhardSchönau (Pfalz)BiedershausenHerschbergHettenhausen (Pfalz)Knopp-LabachKrähenbergObernheim-KirchenarnbachSaalstadtSchauerbergSchmitshausenWallhalbenWeselbergWinterbach (Pfalz)GeiselbergHeltersbergHermersbergHöheinödHorbach (Pfalz)SchmalenbergSteinalbenWaldfischbach-BurgalbenAlthornbachBattweilerBechhofen (Pfalz)ContwigDellfeldDietrichingenGroßbundenbachGroßsteinhausenHornbachKäshofenKleinbundenbachKleinsteinhausenMauschbachRiedelbergRosenkopfWalshausenWiesbach (Pfalz)HöheischweilerHöhfröschenMaßweilerNünschweilerPetersberg (Pfalz)ReifenbergRieschweiler-MühlbachThaleischweiler-FröschenPirmasensZweibrückenSaarlandSaarlandFrankreichLandkreis Südliche WeinstraßeKaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KaiserslauternLandkreis KuselLandau in der PfalzLandkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Lug vom Hühnerstein aus betrachtet

Lug ist eine Ortsgemeinde der im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hauenstein an, innerhalb derer die gemessen an der Fläche die zweitkleinste Gemeinde darstellt. Vor der Gebietsreform im Jahr 1969 gehörte Lug zum Landkreis Bergzabern.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Lug liegt im sogenannten Wasgau, einer Mittelgebirgslandschaft, die aus dem Südteil des Pfälzerwaldes und dem Nordteil der Vogesen gebildet wird. in dessen Teilbereich Dahner Felsenland. Die Entfernung zur französischen Grenze und ins Elsass beträgt Luftlinie etwa 15 Kilometer. Nachbargemeinden sind - im Uhrzeigersinn - Wernersberg, Völkersweiler, Gossersweiler-Stein, Schwanheim und Spirkelbach.

Erhebungen und GewässerBearbeiten

Der Ort liegt im Tal des Rimbaches, der auf Höhe von Annweiler in die Queich fließt. Mitten im Siedlungsgebiet mündet von links in diesen der Kisselbach. Der Triebborn, ein rechter Nebenfluss des Rimbachs, bildet im Südosten die Gemarkungsgrenze zu Schwanheim. Die Siedlung befindet sich in einer Senke zwischen Heischberg, Nesselberg und Höllenberg, die sich überwiegend bereits jenseits der Gemeindegemarkung befinden. Der Ortsmittelpunkt mit der Kirche liegt auf etwa 210 m ü. NN, der höchste Punkt der Gemarkung Lug, der Gipfel des Höllenberges, hat eine Höhe von 450 m ü. NN.

GeschichteBearbeiten

Lug wird in einer Urkunde Kaiser Heinrichs III., ausgestellt am 7. September 1046 in Augsburg, erstmals urkundlich erwähnt. Zusammen mit dem Dorf Pillungisbach schenkte Heinrich den Weiler Lug, in der Urkunde Luoch genannt, dem Hochstift Speyer. Der Name Pillungisbach konnte bisher keinem der heutigen Dörfer der Region zugeordnet werden.

Dafür, dass Lug wesentlich älter ist, gibt es mehrere Indizien: Einerseits schreibt Heinrich III. in der Urkunde, dass er die beiden Dörfer bereits von seiner Großmutter Adelheid von Metz geerbt hätte, andererseits existierte in Lug zur Zeit der Schenkung bereits eine funktionierende Mühle.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Unteramt Landeck, das sich im gemeinschaftlichen Besitz der Kurpfalz und des Hochstift Speyer befand. Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) war Lug von 1798 bis 1814 dem Kanton Annweiler im Département Donnersberg zugeordnet und wurde von der Mairie in Schwanheim verwaltet. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 190 Einwohner. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen waren die Pfalz und damit auch die Gemeinde Lug zunächst Österreich zugeordnet worden. In einem 1816 geschlossenen Staatsvertrags trat Österreich das Gebiet an das Königreich Bayern ab. Der nunmehr Bayerische Kanton Annweiler gehörte im neu geschaffenen Rheinkreis vorläufig noch zu dem aus dem vorherigen Arrondissement gebildeten Bezirk Zweibrücken und kam am 1. August 1816 zum Bezirk Landau. Nach der Untergliederung der Bezirke in Landkommissariate im Jahr 1818 gehörte Lug zum Landkommissariat Bergzabern, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde der Ort in den Landkreis Bergzabern eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lug innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort 1969 in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz). Drei Jahre später wurde er in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Hauenstein eingegliedert.

ReligionBearbeiten

2012 waren 72,2 Prozent der Einwohner katholisch und 12,6 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[2] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Lug besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[3]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Von Grün und Silber mit Scharte geteilt, oben ein goldener Reichsapfel mit rotem Reif und goldenem Kleeblattkreuz, unten zwei gleichschenklige schwebende rote Tatzenkreuze.“[4]

Es wurde 1984 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt.

PartnergemeindenBearbeiten

Partnergemeinden sind Mollkirch in Frankreich im elsässischen Département Bas-Rhin und der im Bundesland Brandenburg liegende Ort Lug, einem Ortsteil von Bronkow.

KulturBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

 
Denkmalgeschützte Katholische Kirche Allerheiligen

Mit der katholischen Kirche Allerheiligen, einem Wegekreuz und einem Friedhofskreuz befinden sich vor Ort insgesamt drei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

NaturBearbeiten

Die Umgebung von Lug ist geprägt durch die bizarren, verwitterten Buntsandsteinfelsen, die teilweise zu den touristischen Zielen des Dahner Felsenlandes zählen. Die Böden sind hingegen sandig und ertragsarm.

Wichtigste Gipfel im Luger Gebiet sind der Friedrichsfels - oft alternativ als Luger Friedrich bezeichnet - mit einer markanten Abseilstelle in Form einer weit hervorragenden Felsnase (Gesamthöhe 59 m) und die maximal 45 m hohen Luger Geiersteine, die aus einem Massiv mit einer ebenso markanten Felsnase (Geierschnabel) und dem freistehenden Geierturm bestehen. Der Geierturm trägt eine eiserne Wetterfahne.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Am südlichen Ortsrand verläuft die Landesstraße 495, die den Ort mit Hauenstein und Völkersweiler verbindet. Von dieser zweigt die durch die Bebauung führende Kreisstraße 91 ab, die Richtung Wernersberg und Annweiler am Trifels führt. Lug ist außerdem über die Buslinie 525 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angebunden, die nach Bad Bergzabern und Annweiler am Trifels führt.

TourismusBearbeiten

Durch die Gemeinde verläuft eine Nebenstrecke des Pfälzer Keschdewegs. Zudem befindet sich vor Ort eine Hütte des Pfälzerwald-Vereins.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Günther Steigner: Lug im Wandel der Geschichte. Eigenverlag der Gemeinde, Lug 2001.
  • Günther Steigner: 950 Jahre Lug. In: Heimatkalender des Pirmasenser und Zweibrücker Landes. 1996, S. 94–96.
  • Günther Steigner: Das Wasgaudorf Lug. Heimatgeschichtliches. Stock, Annweiler am Trifels 1982.
  • Philipp O. Abel: Gedanken und Erinnerungen anlässlich der Konsekration der neuen katholischen Kirche in Lug. Lug 1929.
  • August Becker: Die Pfalz und die Pfälzer. Plöger, Annweiler am trifels 2005, ISBN 3-89857-193-9. (Erstauflage 1857)
  • Udo Daigger, Hans-Jürgen Cron: Südpfalz. Klettern im Buntsandstein. 4. Auflage. Plöger, Annweiler am Trifels 2005, ISBN 3-00-015457-4.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.