Friede von Nimwegen

Ende des Krieges Frankreichs gegen die Niederlande 1678

Der Friede von Nimwegen umfasst mehrere Friedensverträge, die 1678/1679 in Nijmegen (Nimwegen) geschlossen wurden und den Französisch-Niederländischen Krieg sowie damit verbundene Kriege beendeten.

Titelblatt eines Druckes mit dem Frieden von Nimwegen zwischen Frankreich und Schweden und dem Reich.

Das VertragswerkBearbeiten

Zuerst schlossen Frankreich und die Vereinigten Niederlande einen Friedensvertrag. Dadurch, dass die Niederlande aus der Koalition gegen Frankreich ausschieden, gerieten Spanien und das Heilige Römische Reich in Zugzwang und mussten mit ihren Friedensschlüssen nachziehen. So kam es zu einer Folge von Verträgen:

Die Verträge sahen vor:

  • Dass die Niederlande für die Zusage ihrer Neutralität gegenüber Frankreich und Schweden französisch besetzte Gebiete zurückbekamen.
  • Grenzbegradigungen in Flandern und Rückgabe von sechs Städten in den Spanischen Niederlanden, die französische Truppen eingenommen hatten, an Spanien: Limbourg, Charleroi, Ath, Oudenaarde, Kortrijk und Gent.[2]
  • Abtretung von Freiburg und Kehl an Frankreich. Der deutsche Volksmund sprach daraufhin bald vom „Frieden von Nimmweg“. Im Gegenzug Rückkehr des 1648 an Frankreich gefallenen und 1676 von kaiserlichen Truppen eroberten Philippsburgs zum Hl. Römischen Reich.
  • Rückgabe des seit 1670 französisch besetzten Lothringens an den rechtmäßigen Herzog Karl mit Ausnahme von Longwy und der Hauptstadt Nancy, wofür der Herzog mit der Stadt Dole kompensiert werden sollte. Da der Herzog die Bedingungen des Vertrags nicht akzeptieren wollte, behielt Frankreich das Herzogtum bis 1697 weiter besetzt.
  • Rückgabe des französisch besetzten Herzogtums Bouillon an die Familie La Tour d’Auvergne, das damit faktisch zu einem französischen Protektorat wurde.
  • Abtretungen durch Spanien, neben Gebieten im Kernland auch der Freigrafschaft Burgund. Dadurch teilweise Revision des Ersten Aachener Friedens.
  • Abzug münsterscher Truppen, die im Schonischen Krieg für Dänemark kämpften.
  • Dass die Besitzansprüche Frankreichs bezüglich der Inseln St. Vincent, St. Lucia und Dominica bestätigt wurden.

Bedeutung und FolgenBearbeiten

Der Friedensvertrag dokumentiert den Machtzenit des Sonnenkönigs, wurde aber nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahr 1697 durch den Frieden von Rijswijk teilweise revidiert. Durch den Frieden des Reiches mit Schweden wandte sich der Schonische Krieg zulasten Dänemarks und Brandenburg-Preußens.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. deutsche Übersetzung in Theatrum Europaeum, Band 11, 1672–1679, S. 1235–1236
  2. Horst Lademacher: Geschichte der Niederlande. Politik – Verfassung – Wirtschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, ISBN 3-534-07082-8, S. 153.