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Sieges- und Friedensdenkmal Edenkoben

Das Denkmal auf dem Werderberg

Das Sieges- und Friedensdenkmal in Edenkoben wurde 1899 auf dem Werderberg bei Edenkoben zur Erinnerung an den Sieg im Krieg von 1870/71 errichtet. Heute wird das Denkmal meist nur „Friedensdenkmal“ genannt.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Werderberg wurde gewählt, weil man von dort aus die Signale des Sieges über die Franzosen, die in Straßburg gegeben wurden, sehen konnte. Bei der Reiterfigur handelt es sich um einen nackten Jüngling, der einen Ölzweig in der Hand hält und als Zeichen des Friedens emporstreckt. Das Denkmal wurde von August Drumm, einem Bildhauer aus Ulmet bei Kusel gestaltet und in den Jahren 1893–1899 erbaut.[1] Den Auftrag zur Errichtung gab Prinzregent Luitpold von Bayern, der durch einen gemeinsamen Bekannten auf August Drumm aufmerksam geworden war. Weitere Bauwerke von August Drumm sind die „Verkörperung der Palatia“ auf der Prinzregentenbrücke in München, der „Wittelsbach-Brunnen“ in Zweibrücken sowie ein Bilderrelief am Südportal des Reichstagsgebäudes in Berlin.[2] Der Berg, auf dem das Denkmal errichtet wurde, hieß wegen des überwiegenden Baumbestandes an Kiefern „Kiefernberg“. Im Rahmen der Erbauung des Denkmales wurden der Berg und der Platz, auf dem das Denkmal steht, zu Ehren des preußischen Generals Karl-Friedrich Wilhelm Leopold August Graf von Werder in „Werderberg“ und „Werderplatz“ umbenannt.

BauweiseBearbeiten

Alte Postkarten
 
Postkarte aus dem 19. Jahrhundert
 
Postkarte aus dem Jahre 1918
 
Innere Halle

Das Denkmal zeigt eine offene Bauweise. Es ist mit Ornamenten und Fresken verziert. Es sind die Wappen der ehemaligen deutschen Staaten und deren Vereinigung zum Deutschen Reich dargestellt. Oberhalb der Kuppeldecke des Innenraums befindet sich eine Aussichtsplattform, die über eine Außentreppe auf der Rückseite des Denkmals zu erreichen ist.

Alte Postkarten der ehemals in Edenkoben ansässigen Verlage W. Wolff, J. Kreiselmeyer und F.-J. Andrae sowie J.Hepp aus Mannheim zeugen von der Imposanz des Denkmals in früherer Zeit. Vieles an Beiwerk wie Mauern, Treppen und Ornamente liegen noch verborgen unter Sträuchern und Hecken. Ebenso sind riesige Steinquader mit Ornamenten auf dem Vorplatz von einer Erdschicht bedeckt.

Der abgeknickte Ölzweig des Reiters wurde im Jahre 2014 instand gesetzt.

NutzungBearbeiten

In der Epoche des Wirtschaftswunders in Deutschland galt das am Rande des Pfälzerwaldes gelegene Denkmal als beliebtes Ausflugsziel für Familien. Aufgrund politischer Umorientierung und Aussöhnung mit Frankreich sowie verändertem Freizeitverhalten verlor das Monumentalwerk an Bedeutung. Waldgaststätte und Denkmal fielen in einen Dornröschenschlaf und waren schon bald von Efeu und Ranken überwuchert. Im Jahr 1989, 90 Jahre nach der Erbauung, wurden das Denkmal und die Waldgaststätte zu neuem Leben erweckt. Seitdem herrscht hier wieder reges Treiben, besonders an warmen Sommertagen.

Heute dient der Werderplatz vor dem Denkmal, von dem aus man Ausblick auf die gesamte Rheinebene hat, als Veranstaltungsort für öffentliche und private Veranstaltungen (wie Hochzeiten). Seit dem Jahre 2008 findet jährlich ein Open-Air-Festival statt, welches von 1000–2000 Zuschauern besucht wird. Veranstalter ist Rock am Friedensdenkmal e. V., der mit dem Erlös der Konzerte die Jugendmannschaft der SV Edenkoben unterstützt. Da das Denkmal als Bühne und Kulisse dient, wurde das Konzert Rock am Friedensdenkmal genannt. Es traten bislang namhafte Tribute-Bands bekannter Größen der Rockmusik wie unter anderem The Queenkings, Echoes, Demon’s Eye und Still Collins auf.

LiteraturBearbeiten

  • Verkehrsverein Edenkoben (Hrsg.): 90 Jahre Sieges- und Friedensdenkmal Edenkoben 1899–1989. Einweihung der neuen Waldgaststätte. Verkehrsverein, Edenkoben 1989, DNB 930249194.
  • Herbert Hartkopf: Das Sieges- und Friedensdenkmal und die Denkmäler auf dem Werderberg. Hrsg.: Stadt Edenkoben. Edenkoben 2008, DNB 1021329274.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Günter Thorwarth: Edenkoben (Sieges- und Friedensdenkmal auf dem Werderberg), Landkreis Südliche Weinstraße, Rheinland-Pfalz. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 8. Juli 2011, abgerufen am 3. August 2015.
  2. Verbandsgemeinde Edenkoben: Friedensdenkmal auf dem Werderberg bei Edenkoben

Koordinaten: 49° 17′ 14″ N, 8° 5′ 41″ O