Ulmet

Ortsgemeinde im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Ulmet ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan an. Der Name Ulmet geht wohl zurück auf das lat. ulmetum = Ulmenwald.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ulmet
Ulmet
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ulmet hervorgehoben

Koordinaten: 49° 35′ N, 7° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Kusel-Altenglan
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 7,1 km2
Einwohner: 674 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66887
Vorwahl: 06387
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 099
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
66869 Kusel
Website: www.ulmet.de
Ortsbürgermeister: Klaus Klinck
Lage der Ortsgemeinde Ulmet im Landkreis Kusel
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Über dieses Bild
Blick auf Ulmet

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Ort liegt im Nordpfälzer Bergland in dessen Teilbereich Kuseler Bergland. Zudem ist Ulmet Bestandteil der westpfälzischen Region Musikantenland. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Rathsweiler, Niederalben, Sankt Julian, Welchweiler, Bedesbach, Erdesbach, Oberalben und Baumholder. Zu Ulmet gehören zusätzlich die Wohnplätze Felschbachhof und Mühlwieshof.[2]

ErhebungenBearbeiten

Ganz im Westen an der Gemarkungsgrenze zu Oberalben erstreckt sich der 460 Meter hohe Steinerne Mann. Weiter nordöstlich befindet sich der 403 Meter hohe Wartekopf, alternativ Brückenberg genannt.

GewässerBearbeiten

Ulmet befindet sich am Glan. Vor Ort nimmt er von rechts den Pelschbach und von links den Felschbach auf. Lediglich ein kurzes Stück vor ihrer Mündung in den Glan befindet sich die Steinalp innerhalb der Gemeindegemarkung.

GeschichteBearbeiten

Ulmet als eine keltische Gründung trägt einen Ortsnamen entsprechender Herkunft, gleich den Namen von Kusel (Cosla) und Altenglan (Gleni). Dies steht in Kontinuität zum Flussnamen Glan, der ebenfalls keltischer Herkunft ist.

In einer Urkunde der Propstei St. Remigius von 1267 erscheint der Name Ulmet zum ersten Mal, und zwar als Olmone.[3] Weitere Namensformen sind: 1364 Olmut, 1387 Olmüth, 1416 Olmud, 1422 Olmaon, Olmont, 1436 Olmudt, 1446 Olmut, 1456 Ollemont, 1460 Olmud und Olmudt, 1477 Olmuett, 1480 Olmüt, 1544 Olmeth, 1588 Ulmeth, Ulmüth, 1634 wieder Olmeth, 1756 Ulmeth und etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts, durch Wegfall des „h“ am Namensende, endlich mit der heutigen Schreibweise. Anzumerken ist, dass unterschiedliche Schreibweisen oft auf die Unbedachtheit fürstlicher Schreiber zurückzuführen sind.

Der auf der rechten Glanseite liegende Ortsteil Pielsbach war bis in das 14. Jahrhundert hinein ein selbständiger Ort. Er erstreckt sich entlang des in den Glan mündenden gleichnamigen Baches und hieß nach ältesten Überlieferungen Pelsbach/Pilsbach (1364), Pelesbach (1381), Pilßbach (1433), Pielsbach (1585). Der gleichnamige Bach erscheint in den Jahren 1585–1588 ebenfalls als Pielsbach. Dolch und Greule führen diesen Namen auf einen vorgermanischen Gewässernamen Pelisa zurück, dem in germanisch-deutscher Zeit das Grundwort -bach angefügt wurde.

Im Winter 1783/84 führte der Glan vor Ort Hochwasser. Ulmet gehörte bis zur Französischen Revolution zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Kusel sowie in den Arrondissement de Birkenfeld eingegliedert und war Sitz einer Mairie. 1815 gehörte Ulmet zunächst zu Österreich. Nach dem Wiener Kongress wurde er ein Jahr später dem Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde weiterhin dem Kanton Kusel an und war Bestandteil des Landkommissariat Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde der Ort in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ulmet innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden Ulmet in die neu gebildeten Verbandsgemeinde Altenglan eingegliedert. Seit 2018 gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Ulmet besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[4]

BürgermeisterBearbeiten

Klaus Klinck wurde am 1. Juli 2014 Ortsbürgermeister von Ulmet.[5] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 87,89 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[6]

Klincks Vorgänger war Werner Mensch.[7]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Durch einen blauen Wellenbalken von Silber und Gold geteilt, oben ein schreitender rotbewehrter und -bezungter blauer Löwe, unten die verschlungenen Großbuchstaben A und U.“
Wappenbegründung: Das Wappen geht auf ein Siegel aus dem 18. Jahrhundert zurück und bezieht sich auf das Amt Ulmet, nicht aber auf den Ort Ulmet. Das Unteramt Ulmet war dem Oberamt Lichtenburg untergeordnet. Der Löwe ist das Symbol für die Herrschaft der Grafen von Veldenz und später der Herzöge von Zweibrücken. Der blaue Wellenbalken stellt den Glan dar der mitten durch Ulmet fließt. Die verschlungenen Buchstaben A und V für A(mt) V(lmet) sind in Siegeln des Amtes Ulmet seit 1753 überliefert.[8]

Genehmigung: Am 4. April 1979 durch die Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz in Neustadt/Weinstraße.[9]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KulturdenkmälerBearbeiten

Vor Ort befinden sich insgesamt fünf Objekte, die unter Denkmalschutz stehen. Darunter befindet sich die Pfarreikirche, die seit Jahrhunderten „Flurskapelle“ genannt wird; sie stammt aus dem Jahr 1091. Die Kappeler Brücke wurde erstmals 1542 erwähnt. Der Neubau von 1748 fiel dem Hochwasser 1784 zum Opfer. Seit dem darauffolgenden Wiederaufbau hat die Brücke bis heute Bestand.

NaturBearbeiten

 
Naturdenkmal Kelteneiche

Im Gemeindegebiet befinden sich vier Naturdenkmale. Außerdem erstrecken sich die Naturschutzgebiete Steinalbmündung und Wartekopf teilweise über die Gemarkung von Ulmet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

InstitutionenBearbeiten

In Ulmet gibt es einen Kindergarten und eine Grundschule.

VerkehrBearbeiten

Dir Bundesstraße 420 streift den westlichen Siedlungsrand. Die Kreisstraße 22 verbindet Ulmet mit Kusel. Die Die Kreisstraße 25 verbindet die Ortsmitte in beide Richtungen mit der Bundesstraße. Im Südwesten befindet sich die A 62. Ulmet ist über die Buslinien 270 und 271, die die Gemeinde mit Kusel und Lauterecken verbinden, an das Nahverkehrsnetz angeschlossen.

In Altenglan ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel. Ulmet selbst verfügte ab 1904 einen Bahnhof an der inzwischen stillgelegten Glantalbahn. Der Personenverkehr kam 1985 zum Erliegen, der Güterverkehr sechs Jahre später.

TourismusBearbeiten

Ein acht Kilometer langer Gewässerlehrpfad verläuft von Ulmet bis nach Erdesbach.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Ulmet – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 158 (PDF; 3 MB).
  3. Remling 1856 S. 89, Beilage 9.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. „Man kann über alles reden“. Die Rheinpfalz, 27. August 2014, abgerufen am 17. Mai 2020.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Kusel-Altenglan, Verbandsgemeinde, 37. Ergebniszeile. Abgerufen am 17. Mai 2020.
  7. Anlieger der Austraße können in Raten zahlen. Die Rheinpfalz, 14. Mai 2014, abgerufen am 17. Mai 2020.
  8. LA Speyer, B 2 Nr. 881 fol 235v
  9. Vgl. Debus o. J. S. 148.