Rammelsbach

Ortsgemeinde im Landkreis Kusel, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Rammelsbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan an.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Rammelsbach
Rammelsbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Rammelsbach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 33′ N, 7° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Kusel-Altenglan
Höhe: 212 m ü. NHN
Fläche: 2,64 km2
Einwohner: 1472 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 558 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66887
Vorwahl: 06381
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 079
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
66869 Kusel
Website: www.rammelsbach.de
Ortsbürgermeister: Thomas Danneck
Lage der Ortsgemeinde Rammelsbach im Landkreis Kusel
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Über dieses Bild
Der Rammelsbacher Steinbruch (1998)
Luftaufnahme Rammelsbach, 2009

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt im Kuseler Musikantenland in der Westpfalz. Im Westen befindet sich Kusel, im Osten Altenglan und südlich liegt Haschbach am Remigiusberg.

Zu Rammelsbach gehören auch die Wohnplätze Haus Menges, Kreuzhof, Rechenhäuschen und Schlichterhof.[2]

GeschichteBearbeiten

Funde aus der jüngeren Steinzeit und aus der Römerzeit deuten auf eine frühe Besiedlung des Ortes hin.

Rammelsbach gehörte zum sogenannten Remigiusland und wurde in einer Urkunde des Grafen Heinrich II. von Veldenz aus dem Jahr 1364 erstmals erwähnt. Im Jahr 1444 fiel die Grafschaft Veldenz an den Pfalzgrafen Stephan, Rammelsbach gehörte seitdem zu Pfalz-Zweibrücken und war bis Ende des 18. Jahrhunderts der Schultheißerei Altenglan im Oberamt Lichtenberg unterstellt.[3]

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Rammelsbach zum französischen Saardepartement und war dem Kanton Cusel zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Rammelsbach dem Landkommissariat Kusel im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kusel zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Kusel hervorging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz und gehörte zum Regierungsbezirk Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Rammelsbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4][1]

Jahr Einwohner
1815 290
1835 343
1871 574
1905 1.575
1939 2.006
1950 1.987
Jahr Einwohner
1961 2.102
1970 2.139
1987 1.881
1997 1.869
2005 1.732
2019 1.472

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Rammelsbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU LINKE WGR Gesamt
2019 per Mehrheitswahl 16 Sitze
2014 2 14 16 Sitze
2009 9 7 16 Sitze
2004 9 7 16 Sitze

BürgermeisterBearbeiten

Thomas Danneck wurde am 13. Juli 2014 Ortsbürgermeister von Rammelsbach.[6] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 91,53 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[7]

Dannecks Vorgänger Xaver Jung hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt.[8]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der Industrieort ist durch seinen 50 ha großen Melaphyrsteinbruch bekannt, in dem seit über 100 Jahren Hartsteine gewonnen und verarbeitet werden. Im Steinbruchmuseum wird der Arbeitsalltag veranschaulicht.[9]

Der Ort verfügt über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel und ist an die Bundesstraße 420 angeschlossen, die nach 10 km zur Autobahn A 62 führt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Hartwig Bartz (1936–2001), Schlagzeuger des Modern Jazz
  • Rudolf Bühler (* 1939), Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg
  • Matthias Arnold (* 1968) war mit 14 Jahren jüngster Chorleiter Deutschlands und wurde im Guinness-Buch der Rekorde bzw. Buch der Superlativen genannt
  • Dieter Niebergall (* 1950) Fußball-Bundesligaschiedsrichter, Saison 1980/81 bis Saison 1984/85, insgesamt 47 Bundesligaeinsätze

Personen, die in der Gemeinde gewirkt habenBearbeiten

  • Xaver Jung (* 1962), Mitglied des Deutschen Bundestages, war zeitweise Ortsbürgermeister
  • Hans Werner Moser (* 1965), Bundesligafußballspieler und -trainer, spielte als Jugendlicher beim SV Rammelsbach.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Rammelsbach – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 158 (PDF; 3 MB).
  3. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 325 (online bei Google Books).
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Neuer Treffpunkt im Steinbruchdorf. Konstituierung Gemeinderat 2014. Die Rheinpfalz, 15. Juli 2014, abgerufen am 16. Mai 2020.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Kusel-Altenglan, Verbandsgemeinde, 28. Ergebniszeile. Abgerufen am 15. Mai 2020.
  8. Wolfgang Pfeiffer: Jetzt doch gemeinsam. Die Rheinpfalz, 15. Februar 2014, abgerufen am 16. Mai 2020.
  9. Tiefenbachstraße in Rammelsbach aus der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz aufgerufen am 28. März 2014.