Bindersbach

Ortsteil von Annweiler am Trifels

Bindersbach ist ein Stadtteil und insgesamt einer von vier Ortsbezirken der im rheinland-pfälzischen Landkreis Südliche Weinstraße gelegenen Stadt Annweiler am Trifels. Bis 1956 war er eine eigenständige Gemeinde.

Bindersbach
Wappen der ehemaligen Gemeinde Bindersbach
Koordinaten: 49° 11′ 23″ N, 7° 58′ 33″ O
Höhe: 246 (240–290) m ü. NHN
Einwohner: 337 (Mrz. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Oktober 1956
Postleitzahl: 76855
Vorwahl: 06346
Bindersbach (Rheinland-Pfalz)
Bindersbach

Lage von Bindersbach in Rheinland-Pfalz

Gesamtansicht von Bindersbach von der Reichsburg Trifels aus
Gesamtansicht von Bindersbach von der Reichsburg Trifels aus

LageBearbeiten

Der Ort liegt etwa zwei Kilometer südöstlich der Kernstadt mitten im Wasgau, wie der Südteil des Pfälzerwaldes und der sich anschließende Nordteil der Vogesen auch genannt wird, in einem Seitental der Queich, dem sogenannten Bindersbacher Tal. Der namensgebende Bindersbach, ein orographisch rechter Nebenfluss der Queich, entspringt am nördlichen Ortsrand. Südwestlich erstreckt sich der insgesamt 576,8 Meter hohe Rehberg, der sich größtenteils auf Gemarkung der Ortsgemeinde Waldrohrbach befindet. Einen Kilometer westlich befindet sich mit dem Asselstein eine markante Felsformation. Im Ort selbst befindet sich mit dem Park des Kurhauses Trifels außerdem ein Naturdenkmal.

GeschichteBearbeiten

Die erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes geht auf das Jahr 1306 zurück. Bis zum Beginn der Neuzeit gehörte er den Herren von Scharfenberg, ehe er 1521 in den Besitz der fürstlich löwensteinischen Herrschaft Scharfeneck wechselte, dem es bis Ende des 18. Jahrhunderts angehörte.

Der Dreißigjährige Krieg bewirkte zweimal, dass das Dorf entvölkert wurde. Obwohl es danach wieder aufgebaut wurde, wurde es 1676 erneut zerstört.

Ab 1798 gehörte Bindersbach zunächst zu Frankreich 1802 hatte die Gemeinde 138 Einwohner, mit Ausnahme von zwei Reformierten und zwei Lutheranern waren alle katholisch.[2] Ab 1804 war der Ort Bestandteil des Napoleonischen Kaiserreichs. Während dieser Zeit unterstand der Ort der Mairie Annweiler, dem gleichnamigen Kanton und dem Département Donnersberg. 1815 hatte der Ort insgesamt 163 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Unter der bayerischen Verwaltung war der Ort von 1818 bis 1862 Bestandteil des Landkommissariat Bergzabern, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1928 hatte der Ort 232 Einwohner, die in 45 Wohngebäuden lebten. Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten gehörten seinerzeit zu Pfarrei von Annweiler.[3] Ab 1938 war der Ort Bestandteil des Landkreises Bergzabern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone und kam zum neu geschaffenen Regierungsbezirk Pfalz in damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz, ehe sie mit Wirkung zum 1. Oktober 1956 in die Stadt Annweiler eingemeindet wurde. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Bindersbach in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad-Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde.

PolitikBearbeiten

Der Ortsteil Bindersbach ist ein Ortsbezirk der Stadt Annweiler am Trifels und verfügt über einen eigenen Ortsbeirat sowie einen Ortsvorsteher.[4]

Der Ortsbeirat besteht aus acht Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsvorsteher als Vorsitzendem.[5][6]

Dieter Götten wurde im Juli 2014 Ortsvorsteher von Bindersbach.[7] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 91,75 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[8]

InfrastrukturBearbeiten

Mit einem Wegekreuz an der örtlichen Kurhausstraße und dem Kurhaus Trifels befinden sich vor Ort insgesamt zwei Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.[9] Rund einen Kilometer nördlich des Ortes befindet sich die Reichsburg Trifels, südöstlich davon – bereits auf Gemarkung von Leinsweiler – die Ruinen der Burgen Anebos und Scharfenberg.

VerkehrBearbeiten

Die Kreisstraße 3 verbindet den Ort mit der Annweilerer Kernstadt. Fast unmittelbar oberhalb des Siedlungsgebiet verläuft südlich annähernd halbkreisförmig die sogenannte Trifelsstraße, zu der es von Bindersbach aus jedoch keine direkte Straßenverbindung gibt. Der Ort ist über die Buslinie 523 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar an das Nahverkehrsnetz angebunden, die ihn mit der Kernstadt sowie mit Gräfenhausen, Queichhambach und Albersweiler verbindet. Nächstgelegener Bahnhof ist Annweiler am Trifels.

LiteraturBearbeiten

  • Stadt Annweiler am Trifels, Gesamtredaktion VG-Archiv Annweiler a. Tr. (Hrsg.): Bindersbach 1306–2006, das Dorf am Fuße des Trifels. Druck Maierdruck Lingenfeld.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohner - Geographische Lage Binderbachs auf der eigenen Homepage, abgerufen am 23. Juli 2015
  2. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des königlich bayerischen Rheinkreises, Band 1, Neidhard, 1836, S. 322 (Google Books)
  3. daten.digitale-sammlungen.de: Ortschaftenverzeichnis für den Freistaat Bayern. Abgerufen am 30. März 2018.
  4. Hauptsatzung der Stadt Annweiler am Trifels. (PDF, 46 KB) § 2. 13. November 2019, abgerufen am 14. April 2020.
  5. Der Landeswahlleiter RLP: Ortsbeiratswahl 2019 Bindersbach. Abgerufen am 14. April 2020.
  6. bi-annweiler.de: Ortsbeirat. Abgerufen am 30. März 2018.
  7. Judith Hörle: Bindersbach: Dieter Götten tritt wieder als Ortsvorsteher an. Die Rheinpfalz, 19. April 2019, abgerufen am 14. April 2020.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Annweiler am Trifels, Verbandsgemeinde, 15. Ergebniszeile. Abgerufen am 14. April 2020.
  9. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreis Südliche Weinstraße. Mainz 2020, S. 89 (PDF; 10 MB).