Viktorija Golubic

Schweizer Tennisspielerin

Viktorija Golubic (* 16. Oktober 1992 in Zürich) ist eine Schweizer Tennisspielerin.

Viktorija Golubic Tennisspieler
Viktorija Golubic
Viktorija Golubic 2019 in Wimbledon
Nation: Schweiz Schweiz
Geburtstag: 16. Oktober 1992 (30 Jahre)
Grösse: 169 cm
Gewicht: 56 kg
1. Profisaison: 2008
Spielhand: Rechts
Trainer: Dominik Utzinger
Preisgeld: 3'190'758 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 400:269
Karrieretitel: 1 WTA, 2 WTA Challenger, 10 ITF
Höchste Platzierung: 35 (28. Februar 2022)
Aktuelle Platzierung: 77
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 196:150
Karrieretitel: 0 WTA, 15 ITF
Höchste Platzierung: 63 (15. Januar 2018)
Aktuelle Platzierung: 90
Grand-Slam-Bilanz
Olympische Spiele
Letzte Aktualisierung der Infobox:
7. November 2022
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

KarriereBearbeiten

Golubic, die am liebsten auf Hartplätzen spielt, hat kroatische sowie serbische Wurzeln.[1] 2008 debütierte sie auf dem ITF Women's Circuit und gewann auf diesem 2011 ihre ersten beiden Titel. Im gleichen Jahr ging sie in Budapest erstmals in der Qualifikation zu einem Turnier der WTA Tour an den Start, schied aber in der ersten Runde aus. 2013 folgte dann ihr erster ITF-Titel der $25.000-Kategorie, ehe Golubic in Bad Gastein zum ersten Mal der Sprung ins Hauptfeld eines WTA-Turniers gelang und dort auf Anhieb der Einzug in die zweite Runde. Bei den US Open war sie daraufhin erstmals für die Qualifikation zu einem Grand Slam-Turnier startberechtigt, scheiterte aber in der zweiten Runde.

2014 stand Golubic dann im Endspiel von drei weiteren ITF-Turnieren der $25.000-Kategorie, die sie allesamt verlor. Im Jahr darauf gewann sie zwei weitere ITF-Turniere, davon ihr erstes der $50.000-Kategorie und erreichte zudem drei weitere Finals. In die Saison 2016 startete Golubic mit einem weiteren ITF-Titel der $25.000-Kategorie und qualifizierte sich im Anschluss bei den Australian Open erstmals für das Hauptfeld eines Grand Slam-Turniers, verlor dort allerdings ihr erstes Match. Auch bei den French Open konnte sie sich in die Hauptrunde spielen und überstand nach einem Sieg über Alison Riske zum ersten Mal die Auftaktrunde. Nach dem erstmaligen Erreichen eines WTA-Viertelfinals in ’s-Hertogenbosch, konnte Golubic bei ihrem Heimturnier in Gstaad durch einen Sieg im Endspiel gegen Kiki Bertens ihren ersten Titel auf der WTA Tour feiern und rückte somit anschließend in die Top 100 der Tennisweltrangliste vor. Zum Saisonabschluss stand sie in Linz ein zweites Mal in einem WTA-Endspiel, nachdem sie unter anderem im Viertelfinale mit Garbiñe Muguruza erstmals eine Top 10-Spielerin schlagen konnte. Im Finale musste sich dort aber Dominika Cibulková geschlagen geben. Aufgrund einer schwachen Folgesaison, in der Golubic nur ein einziges Tour-Halbfinale in Linz sowie zum Jahresausklang zwei weitere Halbfinals bei Turnieren der WTA Challenger Series in Hua Hin und Taipeh erzielte, fiel sie im Ranking wieder aus den besten 100 der Welt heraus.

2018 qualifizierte sie sich zwar für die Hauptfelder der Australian Open und French Open, blieb in der Endrunde aber jeweils sieglos. Ihr bestes Saisonergebnis gelang Golubic Ende des Jahres mit dem Gewinn eines ITF-Turniers der $80.000-Kategorie, wodurch sie unter die Top 100 der Weltrangliste zurückkehrte. Im Jahr darauf triumphierte sie dann in Indian Wells nach einem Sieg im Finale über Jennifer Brady erstmals bei einem WTA Challenger. Außerdem konnte sie in Guangzhou erstmals seit 2017 wieder in die Vorschlussrunde eines WTA-Turniers vorstoßen.

Nach einem schwachen Jahr 2020, erlebte Golubic 2021 ihre bislang beste Saison auf der WTA Tour. Im Anschluss an den Gewinn ihres bisher zehnten ITF-Titels bei einem Turnier der $25.000-Kategorie, rückte sie zunächst in Lyon aus der Qualifikation kommend bis ins Endspiel vor, das sie letztlich gegen Clara Tauson verlor. Daraufhin startete sie in Monterrey und kam auch dort als Qualifikantin bis ins Finale, unterlag aber erneut, diesmal Leylah Annie Fernandez. Auf Sand errang sie anschließend in Saint-Malo nach einem Sieg über Jasmine Paolini ihren zweiten Turniersieg bei einem WTA Challenger. Stark präsentierte Golubic sich im Anschluss auch auf Rasen und zog zunächst ins Viertelfinale des Premier-Turniers von Eastbourne ein, bevor sie in Wimbledon ihr erstes Grand Slam-Viertelfinale erreichte, in dem sie an der späteren Finalistin Karolína Plíšková scheiterte. Im Anschluss kam Golubic bei ihrer ersten Teilnahme an Olympischen Sommerspielen in Tokio nach einem Auftakterfolg über María Camila Osorio Serrano in die zweite Runde des Einzelwettbewerbs und schied dort gegen Naomi Ōsaka aus. Im Doppelwettkampf feierte sie mit dem Gewinn der Silbermedaille an der Seite ihrer Landsfrau und Olympiasiegerin im Einzel Belinda Bencic ihren bislang größten Karriereerfolg. Als ungesetztes Team stießen die beiden bis ins Endspiel vor, in dem sie den Weltranglistenführenden Barbora Krejčíková und Kateřina Siniaková unterlagen. Beim verschobenen Premier Mandatory-Turnier von Indian Wells konnte Golubic mit Maria Sakkari zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn eine Top 10-Spielerin schlagen und zog in die dritte Runde ein. Anfang 2022 erreichte sie mit Rang 35 ihre bis dahin beste Weltranglistenplatzierung.

Im Jahr 2014 gab Golubic beim 4:1-Playoff-Erfolg gegen Brasilien ihren Einstand für die Schweizer Fed-Cup-Mannschaft. Seitdem hat sie für ihr Land 17 Begegnungen im Einzel und Doppel bestritten, von denen sie neun gewinnen konnte (Einzelbilanz 5:6).

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 16. Mai 2011 Spanien  Santa Coloma de Farners ITF $10.000 Sand Spanien  Inés Ferrer Suárez 6:3, 6.3
2. 12. September 2011 Spanien  Lleida ITF $10.000 Sand Spanien  Lucía Cervera Vázquez 6:1, 7:65
3. 1. April 2013 Turkei  Antalya ITF $10.000 Hartplatz Schweden  Ellen Allgurin 6:4, 6:2
4. 8. April 2013 Turkei  Antalya ITF $10.000 Hartplatz Philippinen  Katharina Lehnert 6:2, 6:3
5. 3. Juni 2013 Italien  Brescia ITF $25.000 Sand Italien  Anastasia Grymalska 6:4, 6:4
6. 24. August 2015 Vereinigtes Konigreich  Woking ITF $25.000 Hartplatz Vereinigtes Konigreich  Katy Dunne 6:4, 6:4
7. 8. November 2015 Vereinigte Staaten  Waco ITF $50.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Nicole Gibbs 6:2, 6:1
8. 9. Januar 2016 Hongkong  Hongkong ITF $25.000 Hartplatz Japan  Risa Ozaki 6:3, 6:3
9. 17. Juli 2016 Schweiz  Gstaad WTA International Sand Niederlande  Kiki Bertens 4:6, 6:3, 6:4
10. 28. Oktober 2018 Frankreich  Poitiers ITF $80.000 Hartplatz (Halle) Russland  Natalja Wichljanzewa 3:6, 6:1, 7:5
11. 3. März 2019 Vereinigte Staaten  Indian Wells WTA Challenger Hartplatz Vereinigte Staaten  Jennifer Brady 3:6, 7:5, 6:3
12. 14. Februar 2021 Frankreich  Grenoble ITF W25 Hartplatz (Halle) Belgien  Maryna Zanevska 6:1, 4:6, 7:62
13. 9. Mai 2021 Frankreich  Saint-Malo WTA Challenger Sand Italien  Jasmine Paolini 6:1, 6:3

DoppelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 27. November 2011 Spanien  La Vall d’Uixó ITF $10.000 Sand Polen  Magdalena Kiszczyńska Spanien  Yvonne Cavalle-Reimers
Spanien  Arabela Fernández Rabener
7:5, 3:6, [10:8]
2. 19. Januar 2013 Deutschland  Stuttgart-Stammheim ITF $10.000 Hartplatz (Halle) Deutschland  Julia Kimmelmann Russland  Olga Doroschina
Russland  Julia Valetova
6:4, 6:1
3. 26. Januar 2013 Deutschland  Kaarst ITF $10.000 Teppich (Halle) Deutschland  Julia Kimmelmann Slowenien  Anja Prislan
Deutschland  Jasmin Steinherr
6:3, 4:6, [10:5]
4. 7. April 2013 Turkei  Antalya ITF $10.000 Hartplatz Philippinen  Katharina Lehnert Tschechien  Martina Borecká
Tschechien  Petra Krejsová
5:7, 6:3, [10:7]
5. 20. Oktober 2013 Frankreich  Limoges ITF $50.000 Hartplatz (Halle) Polen  Magda Linette Italien  Nicole Clerico
Tschechien  Nikola Fraňková
6:4, 6:4
6. 4. Mai 2014 Deutschland  Wiesbaden (1) ITF $25.000 Sand Lettland  Diāna Marcinkēviča Israel  Julia Glushko
Luxemburg  Mandy Minella
6:4, 6:3
7. 29. Juni 2014 Deutschland  Stuttgart ITF $25.000 Sand Deutschland  Laura Siegemund Niederlande  Lesley Kerkhove
Niederlande  Arantxa Rus
6:3, 6:3
8. 20. Juli 2014 Deutschland  Darmstadt ITF $25.000 Sand Deutschland  Nicola Geuer Deutschland  Carolin Daniels
Deutschland  Laura Schäder
5:7, 6:2, [10:3]
9. 28. Februar 2015 Russland  Sankt Petersburg ITF $50.000 Hartplatz (Halle) Belarus  Aljaksandra Sasnowitsch Frankreich  Stéphanie Foretz
Kroatien  Ana Vrljić
6:4, 7:5
10. 2. Mai 2015 Deutschland  Wiesbaden (2) ITF $25.000 Sand Deutschland  Carolin Daniels Niederlande  Cindy Burger
Ukraine  Weronika Kapschaj
6:4, 4:6, [10:6]
11. 29. Mai 2015 Italien  Grado ITF $25.000 Sand Brasilien  Beatriz Haddad Maia Kanada  Sharon Fichman
Polen  Katarzyna Piter
6:3, 6:2
12. 12. Juni 2015 Deutschland  Essen ITF $25.000 Sand Deutschland  Nicola Geuer Deutschland  Carolin Daniels
Deutschland  Antonia Lottner
6:3, 6:3
13. 31. Oktober 2015 Vereinigte Staaten  Macon ITF $50.000 Hartplatz Vereinigte Staaten  Jan Abaza Brasilien  Paula Cristina Gonçalves
Vereinigte Staaten  Sanaz Marand
7:63, 7:5
14. 8. Januar 2016 Hongkong  Hongkong ITF $25.000 Hartplatz Liechtenstein  Stephanie Vogt Chinesisch Taipeh  Ching-wen Hsu
Finnland  Emma Laine
6:2, 1:6, [10:4]
15. 23. Januar 2021 Vereinigte Arabische Emirate  Fudschaira ITF W25 Hartplatz (Halle) Turkei  Çağla Büyükakçay Chinesisch Taipeh  Liang En-shuo
China Volksrepublik  You Xiaodi
5:7, 6:4, [10:4]

Abschneiden bei Grand-Slam-TurnierenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Turnier2013201420152016201720182019202020212022Karriere
Australian OpenQ1Q211111Q211
French OpenQ12111Q1112
WimbledonQ1Q2213 VF2VF
US OpenQ2Q111Q211111

Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale / Halbfinale / Viertelfinale / Achtelfinale; 1, 2, 3 = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Hauptrunde; Q1, Q2, Q3 = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Qualifikationsrunde; nicht ausgetragen

DoppelBearbeiten

Turnier2016201720182019202020212022Karriere
Australian OpenAFAF21AF
French Open221122
Wimbledon112 222
US Open21AF1AF

Weltranglistenpositionen am SaisonendeBearbeiten

Jahr 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Einzel 564 609 193 227 178 57 128 92 81 137 43
Doppel 731 410 224 235 130 117 66 101 186 137 146

WeblinksBearbeiten

Commons: Viktorija Golubic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Viktorija Golubic: Im Lift nach oben. srf.ch, 23. November 2016, abgerufen am 2. Januar 2017.