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Slowakische Fußballnationalmannschaft

Fußballnationalmannschaft der Herren
Slowakei
Slovakia
Coat of arms of Slovakia.svg
Spitzname(n) Repre[1]
Verband Slowakischer Fußballverband
(Slovenský futbalový zväz)
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Puma
Cheftrainer TschechienTschechien Pavel Hapal (seit 2018)
Kapitän Marek Hamšík
Rekordtorschütze Marek Hamšík (24)
Rekordspieler Marek Hamšík (114)
Heimstadion Národný futbalový štadión
(Bratislava)
FIFA-Code SVK
FIFA-Rang 31. (1491 Punkte)
(Stand: 25. Juli 2019)[2]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
292 Spiele
118 Siege
66 Unentschieden
108 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
Slowakei 1939Slowakei Slowakei 2:0 Deutsches Reich Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit)
(Bratislava, Slowakei; 27. August 1939)
Höchste Siege
SlowakeiSlowakei Slowakei 7:0 Liechtenstein LiechtensteinLiechtenstein
(Bratislava, Slowakei; 8. September 2004)
SlowakeiSlowakei Slowakei 7:0 San Marino San MarinoSan Marino
(Bratislava, Slowakei; 6. Juni 2009)
Höchste Niederlagen
ArgentinienArgentinien Argentinien 6:0 Slowakei SlowakeiSlowakei
(Mendoza, Argentinien; 22. Juni 1995)
SchwedenSchweden Schweden 6:0 Slowakei SlowakeiSlowakei
(Abu Dhabi (ARE); 12. Januar 2017)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2010)
Beste Ergebnisse Achtelfinale 2010
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2016)
Beste Ergebnisse Achtelfinale 2016
(Stand: 11. Juni 2019)

Die slowakische Fußballnationalmannschaft der Herren repräsentiert die Slowakei im Allgemeinen sowie den slowakischen Fußballverband im Speziellen im Nationalmannschaftsfußball. Aktuell wird die Mannschaft von Pavel Hapal trainiert, der einen Vertrag bis 2020, einschließlich der Fußball-Europameisterschaft, hat.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die erste slowakische Fußballnationalmannschaft gab es zwischen 1939 und 1944. Sie war die Nationalmannschaft der nach dem Münchner Abkommen entstandenen Ersten Slowakischen Republik und bestritt als eigenständige Nationalmannschaft 16 Spiele gegen Deutschland und die mit Deutschland verbündeten Staaten Bulgarien, Kroatien und Rumänien.

Slowakische Spieler spielten zuvor seit 1920 in der Tschechoslowakischen Fußballnationalmannschaft. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Tschechoslowakei wiederherstellt wurde, bildeten sie mit den Tschechen wieder ein gemeinsames Team.

Nachdem sich beide Staaten per 1. Januar 1993 trennten und die Slowakei als selbständiger Staat entstand, trat sie wieder mit einer eigenständigen Mannschaft bei Turnieren der FIFA und der UEFA an. Die bereits begonnene Qualifikationsrunde zur WM'94 wurde im Jahre 1993 als gemeinsame Auswahl der schon getrennten Staaten erfolglos beendet.

Die Slowakei konnte sich seither bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 erstmals für eine Endrunde qualifizieren. Dort besiegte die Slowakei in der Vorrunde den amtierenden Weltmeister Italien mit 3:2 und erreichte das Achtelfinale, in dem sie dem späteren Vizeweltmeister Niederlande unterlag.

Der Slowakei gelang mit der Qualifikation zur Fußball-EM 2016 die erstmalige Teilnahme bei diesem Turnier seit der Unabhängigkeit. Als bester Gruppendritte war man für die KO-Phase qualifiziert. Dort verlor man jedoch direkt im Achtelfinale gegen Deutschland mit 0:3.

Teilnahme der Slowakei an FußballweltmeisterschaftenBearbeiten

Die Slowakei war während der bis 1990 ausgetragenen WM-Turniere Teil der Tschechoslowakei und stellte eine Vielzahl von Spielern für die Nationalmannschaft bei diesen Turnieren, die zweimal (1934 und 1962) den zweiten Platz belegte. Nach der Trennung von Tschechien konnte sich die Mannschaft erst einmal bei vier Anläufen für eine WM qualifizieren. Dabei traf die Slowakei in der Qualifikation für die WM 1998 und 2010 auf Tschechien.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[4] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Jugoslawien gescheitert.
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden und der Türkei gescheitert.
2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Relegationsspielen der Gruppenzweiten an Spanien gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter Portugal der 2. Platz belegt wurde.
2010 Südafrika Achtelfinale Niederlande 16. Vladimir Weiss 3:2-Vorrundensieg gegen Exweltmeister Italien
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf die Slowakei auf Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Lettland, Liechtenstein und Litauen. Durch eine 1:2-Heimniederlage gegen Bosnien-Herzegowina am 10. September 2013 verpasste die Slowakei die erneute WM-Qualifikation.
2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation traf die Slowakei auf England, Litauen, Malta, Schottland und Slowenien. Zwar wurde der zweite Platz in der Gruppe hinter England erreicht, in der Rangliste der Gruppenzweiten belegte man am Ende aber den letzten Platz und verpasste somit erneut die Teilnahme an der WM.

Teilnahme der Slowakei an FußballeuropameisterschaftenBearbeiten

Die Slowakei nahm als Teil der Tschechoslowakei an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. 1976 gewann die tschechoslowakische Mannschaft den Titel als im ersten Elfmeterschießen der EM-Geschichte Titelverteidiger Deutschland bezwungen wurde. In der Europameistermannschaft standen die slowakischen Spieler Ján Pivarník, Anton Ondruš, Jozef Čapkovič, Koloman Gögh, Karol Dobiaš, Jozef Móder, Marián Masný, Ján Švehlík und Ladislav Jurkemik. Nach der Aufspaltung der Tschechoslowakei in zwei selbständige Staaten nahm die Slowakei erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil, konnte sich aber erstmals für die EM 2016 qualifizieren als das Teilnehmerfeld auf 24 Mannschaften erhöht wurde. In der Gruppenphase erreichte die Mannschaft hinter Wales und England den dritten Platz und war als bester Gruppendritter für das Achtelfinale qualifiziert, wo die Mannschaft an Weltmeister Deutschland scheiterte.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1996 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und Frankreich gescheitert.
2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und Portugal gescheitert.
2004 Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und der Türkei gescheitert, die sich auch nicht qualifizieren konnte.
2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Tschechien und Deutschland gescheitert.
2012 Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an Russland und Irland gescheitert.
2016 Frankreich Achtelfinale Deutschland 0:3 Qualifikation hinter Spanien als Gruppenzweiter vor der Ukraine, Weißrussland, Mazedonien und Luxemburg beendet.
2020 Europa Gegner in der Qualifikation sind Aserbaidschan, Kroatien, Ungarn und Wales.

Erweiterter KaderBearbeiten

Stand: Februar 2018[5][6]

Name Geburtstag Spiele Tore Verein Debüt
Torwart
Martin Dúbravka 15.01.1989 9 0 England  Newcastle United 2014
Matúš Kozáčik 27.12.1983 27 0 Tschechoslowakei  Viktoria Pilsen 2006
Martin Polaček 02.04.1990 1 0 Polen  Zagłębie Lubin 2017
Abwehr
Ján Ďurica 10.12.1981 91 4 Turkei  Trabzonspor 2004
Norbert Gyömbér 03.07.1992 20 0 Italien  FC Bari 1908 2014
Tomáš Hubočan 17.09.1985 58 0 Turkei  Trabzonspor 2006
Robert Mazáň 09.02.1994 2 0 Spanien  Celta Vigo 2017
Lukáš Pauschek 09.12.1992 5 0 Tschechoslowakei  FK Mladá Boleslav 2012
Peter Pekarík 30.10.1986 80 2 Deutschland  Hertha BSC 2006
Milan Škriniar 11.02.1995 14 0 Italien  Inter Mailand 2016
Martin Škrtel 15.12.1984 95 6 Turkei  Fenerbahçe Istanbul 2004
Lukáš Štetina 28.07.1991 2 1 Tschechoslowakei  Sparta Prag 2013
Mittelfeld
László Bénes 09.09.1997 1 0 Deutschland  Borussia Mönchengladbach 2017
Matúš Bero 06.09.1995 5 0 Turkei  Trabzonspor 2016
Ondrej Duda 05.12.1994 21 3 Deutschland  Hertha BSC 2014
Ján Greguš 29.01.1991 15 1 Danemark  FC Kopenhagen 2015
Marek Hamšík (C)  27.07.1987 103 21 Italien  SSC Neapel 2007
Patrik Hrošovský 22.04.1992 18 0 Tschechoslowakei  Viktoria Pilsen 2014
Filip Kiss 13.10.1990 12 0 Saudi-Arabien  al-Ettifaq 2014
Juraj Kucka 26.02.1987 57 6 Turkei  Trabzonspor 2008
Stanislav Lobotka 25.11.1994 7 2 Spanien  Celta Vigo 2016
Albert Rusnák 07.07.1994 8 0 Vereinigte Staaten  Real Salt Lake 2016
Erik Sabo 22.11.1991 13 0 Israel  Beitar Jerusalem 2014
Vladimír Weiss 30.11.1989 64 7 Katar  al-Gharafa Sports Club 2009
Sturm
Michal Ďuriš 01.06.1988 36 4 Zypern Republik  Anorthosis Famagusta 2012
Dávid Guba 29.06.1991 1 0 Polen  Bruk-Bet Termalica Nieciecza 2017
Róbert Mak 08.03.1991 41 9 Griechenland  PAOK Saloniki 2013
Tomáš Malec 05.01.1993 1 0 Slowakei  DAC Dunajská Streda 2017
Jaroslav Mihalik 27.07.1994 2 0 Slowakei  MŠK Žilina 2017
Adam Nemec 02.09.1985 34 11 Rumänien  Dinamo Bukarest 2006

RekordspielerBearbeiten

Marek Hamšík ist seit dem 13. Oktober 2018 Rekordnationalspieler, als er mit seinem 108. Länderspiel Miroslav Karhan ablöste, der mit seinem 53. Länderspiel am 12. Oktober 2002 Róbert Tomaschek abgelöst hatte. Dieser hatte am 24. März 2001 mit seinem 45. Länderspiel Dušan Tittel abgelöst, der am 11. März 1997 seinerseits Vladimír Kinder abgelöst hatte. Kinder hatte am 16. August 1995 den Vorkriegsrekord von Tomáš Porubský und Teodor Reimann überboten, die zwischen 1939 und 1943 vierzehn Spiele für die Slowakei machten.

Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum WM-Spiele EM-Spiele
01. Marek Hamšík 114 24 Mittelfeld 2007– 4 4
02. Miroslav Karhan 107 14 Mittelfeld 1995–2011 0 0
03. Martin Škrtel 103 6 Abwehr 2004– 4 4
04. Ján Ďurica 91 4 Abwehr 2004–2017 4 4
05. Peter Pekarík 88 2 Abwehr 2006– 3 4
06. Róbert Vittek 82 23 Angriff 2001–2016 4 0
07. Juraj Kucka 67 8 Mittelfeld 2008– 3 4
Vladimír Weiss 67 7 Mittelfeld 2009- 3 4
09. Stanislav Šesták 66 13 Angriff 2004–2016 3 1
10. Filip Hološko 65 8 Angriff 2005–2015 2 0
11. Tomáš Hubočan 64 0 Abwehr 2006– 0 2
12. Miroslav Stoch 60 6 Mittelfeld/Angriff 2009- 4 1
13. Szilárd Németh 58 22 Angriff 1997–2006 0 0
Radoslav Zabavník 58 1 Abwehr/Mittelfeld 2003–2012 3 0

Stand: 11. Juni 2019, Quelle

RekordtorschützenBearbeiten

Marek Hamšík ist seit dem 11. Juni 2019 Rekordtorschütze, als er beim 5:1 im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan zunächst mit seinem 23. Tor den Rekord von Róbert Vittek einstellte und ihn mit dem 24. Tor überbot.

Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum WM-Tore EM-Tore
01. Marek Hamšík 24 114 0,21 2007– 0 1
02. Róbert Vittek 23 81 0,28 2001–2016 4
03. Szilárd Németh 22 58 0,38 1997–2006
04. Miroslav Karhan 14 107 0,13 1995–2011
Marek Mintál 14 45 0,31 2002–2009
Adam Nemec 14 42 0,33 2006– 0
07. Stanislav Šesták 13 66 0,20 2004–2016 0
08. Peter Dubovský 12[7] 33[8] 0,36 1994–2000
09. Róbert Mak 11 51 0,22 2013– 0

TrainerBearbeiten

Länderspiele gegen deutschsprachige NationalmannschaftenBearbeiten

Länderspiele gegen deutsche Fußballnationalmannschaften

  1. Slowakei – Deutschland 2:0 (27. August 1939 in Bratislava)
  2. Deutschland – Slowakei 3:1 (3. Dezember 1939 in Chemnitz)
  3. Slowakei – Deutschland 0:1 (15. September 1940 in Bratislava)
  4. Deutschland – Slowakei 4:0 (7. Dezember 1941 in Breslau)
  5. Slowakei – Deutschland 2:5 (22. November 1942 in Bratislava)
  6. Deutschland – Slowakei 2:0 (29. Juni 2001 in Bremen)
  7. Slowakei – Deutschland 2:0 (3. September 2005 in Bratislava)
  8. Slowakei – Deutschland 1:4 (11. Oktober 2006 in Bratislava)
  9. Deutschland – Slowakei 2:1 (6. Juni 2007 in Hamburg)
  10. Deutschland – Slowakei 1:3 (29. Mai 2016 in Augsburg)
  11. Deutschland – Slowakei 3:0 (26. Juni 2016 in Villeneuve-d’Ascq)

Länderspiele gegen die Schweiz

  1. 6. August 1997 in Bratislava 1:0
  2. 24. Mai 2008 in Lugano 0:2

Länderspiele gegen Österreich

  1. 27. März 2002 in Graz 0:2
  2. 31. März 2004 in Bratislava 1:1
  3. 10. August 2011 in Klagenfurt 2:1
  4. 15. November 2016 in Wien 0:0

Länderspiele gegen Liechtenstein

  1. 10. Oktober 1998 in Vaduz 4:0 (EM-Qualifikation)
  2. 8. September 1999 in Dubnica nad Váhom 2:0 (EM-Qualifikation)
  3. 2. April 2003 in Trnava 4:0 (EM-Qualifikation)
  4. 11. Oktober 2003 in Vaduz 2:0 (EM-Qualifikation)
  5. 8. September 2004 in Bratislava 7:0 (WM-Qualifikation)
  6. 17. August 2005 in Vaduz 0:0 (WM-Qualifikation)

ErfolgeBearbeiten

Die FIFA berücksichtigt auch die früheren tschechoslowakischen Erfolge, zwei Vizeweltmeisterschaften (1934 und 1962), den Europameistertitel 1976 sowie den Olympiasieg 1980 für die Slowakei.

Bei der WM 1934 waren Štefan Čambal und Ferdinand Daučík dabei, Daučík spielte bei der WM 1938 bei allen Spielen der Tschechoslowakei. In den 1970er Jahren gaben in der tschechoslowakischen Mannschaft die Slowaken den Ton an. Bei der WM 1970 gab es 17 Slowaken in der 22-er Auswahl. Beim Sieg gegen Deutschland bei der EM 1976 in Belgrad standen neben vier Tschechen neun Slowaken auf dem Spielplatz: Jozef Čapkovič, Karol Dobiaš, Koloman Gögh, Ladislav Jurkemik, Anton Ondruš, Ján Pivarník, Jozef Móder, Ján Švehlík und Marián Masný.

Weitere Erfolge:

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. laut Guardian vom 5. Juni 2010.
  2. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 25. Juli 2019, abgerufen am 25. Juli 2019.
  3. Tscheche Hapal wird slowakischer Nationaltrainer. In: rp-online.de. Rheinische Post, 22. Oktober 2018, abgerufen am 22. Oktober 2018.
  4. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930–2010 (PDF; 200 kB)
  5. https://www.transfermarkt.de/slowakei/erweiterterkader/verein/3503
  6. http://www.national-football-teams.com/country/168/2017/Slovakia.html
  7. Zudem 6 Tore für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  8. Zudem 14 Spiele für die Mannschaft der Tschechoslowakei

WeblinksBearbeiten

  • futbalsfz.sk – Informationen auf der Webseite des slowakischen Verbandes zur Nationalmannschaft (slowakisch)