Spezia Calcio

italienischer Fußballclub

Spezia Calcio ist ein 1906 gegründeter italienischer Fußballverein aus der ligurischen Stadt La Spezia. Weitere Bezeichnungen sind I Aquilotti („Die Adler“) und I Bianconeri („Die Weiß-Schwarzen“).

Spezia Calcio
Logo von Spezia Calcio
Basisdaten
Name Spezia Calcio S.r.l.
Sitz La Spezia, Italien
Gründung 10. Oktober 1906
Farben weiß, schwarz
Präsident Stefano Chisoli
Website acspezia.com
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Thiago Motta
Spielstätte Stadio Alberto Picco
Plätze 10.336
Liga Serie A
2020/21 15. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

Heimspielstätte des Vereins ist das 10.336 Plätze fassende Stadio Alberto Picco.

GeschichteBearbeiten

Die AnfängeBearbeiten

Am 10. Oktober 1906 gründete der Schweizer-Kaufmann Hermann Hurny zusammen mit anderen Schweizern die Fußballabteilung des Sport Club Spezia. Der Verein spielte in der Folge zumeist auf der Piazza d’Armi gegen Seeleute, deren Schiffe gerade im Hafen von La Spezia lagen. Am 20. November 1911 entstand der Spezia FC, als erster Präsident wurde Francesco Corio gewählt. Erster Kapitän und auch erster Torschütze des Spezia FC war Alberto Picco. Letzterer fiel wenige Jahre später während des Ersten Weltkriegs, im Alter von lediglich 20 Jahren. Seine erste offizielle Partie bestritt der Verein am 20. Januar 1912, anlässlich eines Freundschaftsspieles gegen Virtus Juventusque aus Livorno. Das Spiel endete mit einem 2:2 und Alberto Picco erzielte dabei den ersten Treffer für die Adler. 1919 wurde das Stadion nach Alberto Picco benannt, dessen Namen das Stadion noch heute trägt. In der Meisterschaft 1920 änderte man die Trikotfarbe, neu war die Vereinsfarbe Weiß und Schwarz und nicht mehr Himmelblau wie zuvor. Diese Vereinsfarben wurden aufgrund der damaligen Topmannschaft Pro Vercelli gewählt, die ebenfalls weiße Trikots und schwarze Shorts trug.

Der Gewinn der Meisterschaft (1943/44)Bearbeiten

In der Saison 1943/44 fand trotz aller Kriegswirren eine italienische Fußballmeisterschaft statt. Jedoch konnten kriegsbedingt nur Mannschaften aus Norditalien teilnehmen. Dabei wurden zuerst regionale Ausscheidungsspiele durchgeführt. La Spezia wurde in die Ausscheidungsrunde D der Emilia-Romagna eingeteilt. Die Adler waren zu jener Zeit Führungslos, da der letzte Präsident Coriolano Perioli in ein deutsches Konzentrationslager geschickt worden war. Giacomo Semorile, der einzige Verbleibende aus der ehemaligen Führung, beschloss, eine in La Spezia stationierte Truppe, die (Vigili del Fuoco Spezia (de: Freiwillige Feuerwehr von La Spezia)) zu kontaktieren, damit diese dem Spezia FC Spieler zu Verfügung stellen sollte, damit der Verein an der Meisterschaft teilnehmen konnte. Die Truppenleitung genehmigte dies. Und so fusionierte die AC Spezia mit den Vigili del Fuoco Spezia und der neue Verein wurde in VV.F. Spezia umbenannt. Als Trainer konnte Ottavio Barbieri verpflichtet werden, der bereits mit CFC Genua die Meisterschaft gewonnen hatte und der in seiner Jugend Nationalspieler gewesen war.

QualifikationBearbeiten

La Spezia spielte in der Gruppe D gegen Corradini Suzzara, Fidentina, Orlandi G. Busseto und den AC Parma. La Spezia belegte den ersten Platz mit 13 Punkten vor Corradini Suzzara. Die ersten beiden Vereine qualifizierten sich für die nächste Runde. Hierbei traf VV.F. Spezia erneut auf Corradini Suzzara, auf Carpi und den FC Modena. Auch hier belegte Spezia am Ende souverän Platz 1 und zog somit in die Halbfinalrunde der Region Emilia-Romagna ein. Hierbei traf man auf den FC Bologna. Spezia gelangen zwei Siege und somit erreichte VV.F. die Finalrunde.

FinalrundeBearbeiten

Hier traf man auf den AC Venedig und den Grande Torino. Im ersten Spiel trennten sich Spezia und Venedig mit einem 1:1-Unentschieden. Das zweite Spiel konnte VV.F. gegen Turin knapp mit 2:1 für sich entscheiden. Im letzten Spiel zeigte Turin noch einmal seine Klasse und gewann mit 5:2 gegen Venedig. Damit war die Überraschung perfekt, VV.F. war der neue italienische Meister.

AnerkennungBearbeiten

Einen Tag nach dem überraschenden Sieg von La Spezia erklärte die FIGC, der italienische Fußballverband, dass dieses Turnier keine reguläre Meisterschaft war und dass somit La Spezia nicht den Scudetto, sondern nur die Kriegsmeisterschaft gewonnen habe. Dies, obwohl vor und während der Meisterschaft das Turnier als offizielle italienische Meisterschaft bezeichnet worden war. Nach vielen Jahren, in denen La Spezia die Anerkennung des Scudettos gefordert hatte, verlieh am 22. Januar 2002 die FIGC La Spezia einen Ehrentitel für den Gewinn der Meisterschaft 1943/44 mit der Möglichkeit, diesen Titel für immer auf den Trikots und im Wappen tragen zu dürfen. Etwas, was sonst nur Mannschaften mit mindestens 10 Scudetti erlaubt ist.

 
Curva Ferrovia

Die Saison 2005/06Bearbeiten

Spezia beendete die Saison 2005/06 mit 63 Punkten, sieben Zähler vor dem zweitplatzierten CFC Genua, auf dem ersten Platz und stieg direkt in die Serie B auf. Die Mannschaft hatte sich während der Saison durch seine Heimstärke (insgesamt 14 Heimsiege) und seine treffsicheren Stürmer Massimiliano Guidetti (15 Tore und damit Torschützenkönig) und Massimiliano Varricchio (13 Tore) ausgezeichnet. Während der Saison gewann Spezia zudem erstmals gegen Genua 1893 und gewann die Supercoppa der Serie C; im Finalspiel setzte man sich gegen den SSC Neapel durch.

100. JubiläumBearbeiten

Zum hundertjährigen Bestehen im Jahre 2006 wurde ein neues Vereinswappen und ein neues Trikot präsentiert. Die erste Partie 2006 bestritt Spezia gegen Pro Patria, anlässlich dieser Partie trug die Mannschaft von Spezia Calcio ein historisches Trikot.

Partnerschaft mit KwaraBearbeiten

Seit August 2011 führt Spezia eine Partnerschaft mit der Kwara Football Academy (KFA) aus Ilorin, Nigeria. Beide Vereine einigten sich auf einen Austausch von nigerianischen Jugendlichen, die in Italien einer Ausbildung nachgehen sollen.[1]

Kader 2020/21Bearbeiten

Stand: 19. August 2021[2][3]

Nr. Position Name
1 Niederlande  TW Jeroen Zoet
7 Italien  AB Jacopo Sala
8 Ukraine  MF Wiktor Kowalenko (Leihe von Atalanta Bergamo)
9 Slowakei  ST Samuel Mráz
10 Italien  ST Daniele Verde
11 Ghana  ST Emmanuel Gyasi
12 Litauen  TW Titas Krapikas
13 Italien  AB Elio Capradossi
15 Bulgarien  AB Petko Hristov
17 Island  ST Sveinn Aron Guðjohnsen
18 Angola  ST M'Bala Nzola
19 Gambia  ST Ebrima Colley (Leihe von Atalanta Bergamo)
20 Italien  AB Simone Bastoni
Nr. Position Name
21 Spanien  AB Salva Ferrer
25 Italien  MF Giulio Maggiore (C) 
27 Frankreich  AB Kelvin Amian
28 Kroatien  AB Martin Erlić
31 Schweden  MF Aimar Sher
40 Bosnien und Herzegowina  TW Petar Zovko
43 Griechenland  AB Dimitris Nikolaou
69 Italien  AB Luca Vignali
88 Brasilien  MF Léo Sena
94 Italien  TW Ivan Provedel
Italien  AB Lorenzo Colombini
Italien  AB Leonardo Gabelli
Italien  MF Alessandro Bordin

Ehemalige SpielerBearbeiten

Ehemalige TrainerBearbeiten

VereinsrekordeBearbeiten

  • Höchster Sieg: 9:0 AC Spezia – Savona 1907 FBC in der Saison 1935/36 und 9:0 AC Spezia – Taranto Sport in der Saison 1939/40.
  • Höchste Niederlage: 7:0 Atalanta Bergamo – AC Spezia in der Saison 1932/33.
  • Rekordspieler: Osvaldo Motto mit 447 Einsätzen
  • Rekordtorschütze: Giovanni Costa mit 80 Toren

WeblinksBearbeiten

Commons: Spezia Calcio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Il Kwara Football Academy ospite dello Spezia Calcio
  2. Prima squadra. In: acspezia.com. Abgerufen am 19. August 2021.
  3. Kader von Spezia Calcio. In: transfermarkt.de. Abgerufen am 19. August 2021.