Hauptmenü öffnen

Der FC Bologna (offiziell: Bologna Football Club 1909 S.p.A., kurz Bologna F.C.) ist ein 1909 gegründeter italienischer Fußballklub aus der emilianischen Hauptstadt Bologna. Weitere Bezeichnungen sind I Rossoblu („Die Rot-Blauen“) und I Veltri („Die Windhunde“).

FC Bologna
Vereinswappen des FC Bologna
Basisdaten
Name Bologna Football Club 1909 S.p.A.
Sitz Bologna, Italien
Gründung 3. Oktober 1909
Farben rot-blau
Präsident Joey Saputo
Website bolognafc.it
Erste Mannschaft
Cheftrainer Siniša Mihajlović
Spielstätte Stadio Renato Dall’Ara
Plätze 36.462
Liga Serie A
2018/19 10. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

In der Zeit von 1925 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs gehörte der FC Bologna mit sechs gewonnenen Meistertiteln und zwei Siegen im Mitropapokal zu den erfolgreichsten italienischen und europäischen Fußballvereinen. Nach dem Krieg konnte der Klub nicht mehr an die Erfolge anknüpfen; die siebte und letzte Meisterschaft gelang im Jahr 1964.

GeschichteBearbeiten

Am 3. Oktober 1909 wurde der Bologna Foot Ball Club gegründet. Zu dieser Zeit wurden die italienischen Meister noch in Finalrunden ermittelt, die über den Gruppensieg in regionalen Spielklassen erreicht werden konnten. Ab den frühen 1920er Jahren etablierte sich Bologna unter Trainer Hermann Felsner zwar in der Region Emilia-Romagna, konnte sich aber auf nationaler Ebene letztendlich nicht durchsetzen. Ab der Spielzeit 1923/24 zeichnete sich in Italien ein immer geordneterer Spielbetrieb ab, die einzelnen Ligen umfassten größere Regionen und in der 1. Liga Nord (Gruppe B) kristallisierte sich mit dem FC Bologna eine dominierende Mannschaft heraus. So erzielte der Klub mit dem Erreichen des Nord-Finales (der Sieger spielte dann im Meisterschafts-Endspiel gegen den Sieger aus dem Süden) im Juni 1924 den zunächst größten Vereinserfolg. Gegen den Sieger der 1. Liga Nord (Gruppe A), dem CFC Genua, unterlag Bologna im Hinspiel mit 0:1. Im Rückspiel auf eigenem Platz konnte schließlich sportlich kein Ergebnis erzielt werden, weil das Spiel in der 84. Minute beim Stand von 1:1 nach Ausschreitungen abgebrochen werden musste und der spätere Meister aus Genua zum 2:0-Sieger erklärt wurde.

In der darauffolgenden Saison kam es zwischen beiden Mannschaften zur Revanche. Wieder setzte sich in der 1. Liga Nord der FC Bologna in der Gruppe B und der AC Genua in der Gruppe A durch. Die Auseinandersetzung begann am 24. Mai 1925 und endete für Bologna mit einer 1:2-Heimniederlage, für die sich genau eine Woche später in Genua mit einem 2:1-Auswärtssieg revanchierten. Ein Entscheidungsspiel in Mailand sollte am 7. Juni einen Sieger ermitteln, endete aber nach Verlängerung ebenso unentschieden (2:2) wie das zweite Entscheidungsspiel in Turin am 5. Juli (1:1). So wurde am 9. August, inzwischen waren rund zehn Wochen seit dem ersten Spiel vergangen, in Mailand erneut ein Entscheidungsspiel angesetzt, das am frühen Morgen um 7:00 Uhr ohne Zuschauer angepfiffen wurde. Am Ende setzte sich Bologna mit 2:0 durch und errang im gleichen Monat durch wesentlich unspektakulärere Finalspiele gegen ALBA Rom (4:0 H, 2:0 A) die erste italienische Meisterschaft.

Der FC Bologna war endgültig ein gefürchteter Gegner und die heimische Spielstätte eine Festung. Nach dem Meistertitel gewann er in der Saison 1925/26 alle seine elf Heimspiele (bei 46:4 Toren) und erreichte zwei Punkte vor dem FC Turin (der seinerseits ebenfalls alle elf Heimspiele gewann) wieder das Endspiel im Norden. Nach einem 2:2 zuhause und einem 0:0 auswärts musste Bologna fast genau ein Jahr nach dem entscheidenden Sieg gegen Genua wieder zur Entscheidung nach Mailand, wo es dieses Mal mit 1:2 knapp Juventus Turin unterlag.

1926 erfolgte die Umbenennung des Klubs in Associazione Giocare Calcio Bologna (AGC Bologna).

Im Jahr 1929, Bologna war gerade im Entscheidungsspiel in Rom gegen den FC Turin zum zweiten Mal italienischer Meister geworden, wurde die nationale Fußballliga Serie A mit 18 Mannschaften gegründet. Diese sollte den komplizierten Modus der Vorentscheidungen auf regionaler Ebene und die sich hinziehenden Auseinandersetzungen in Entscheidungsspielen beenden. Das neue Spielsystem bewährte sich und die AGC Bologna etablierte sich auch hier sofort in der vorderen Tabellenhälfte. In den späten 1930er und Anfang der 1940er Jahre erlebte Bologna mit vier gewonnenen Meistertiteln (1936 bis 1941) die erfolgreichste Zeit seiner Vereinsgeschichte.

 
Die Meistermannschaft des Bologna F.C. der Saison 1963/64.

Der Krieg beendete diese Ära und der FC Bologna, wie sich der Verein nach Kriegsende wieder nannte, fand nach dessen Ende nicht mehr zur alten Stärke zurück. Lediglich am Anfang der 1960er Jahre gelang dem Klub wieder für einige Jahre der Sprung ins obere Tabellendrittel. Zur Saison 1961/62 trat der Verein erstmals unter dem noch heute verwendeten Namen FC Bologna zum Meisterschaftsbetrieb an, zuvor war der Verein lange unter dem Namen AGC Bologna bekannt gewesen. Mit dem neuen Namen konnte man 1964 sogar noch einmal den Meistertitel gewinnen. Danach begann aber wieder einer schleichender Übergang ins Mittelmaß, wenngleich in den Jahren 1970 und 1974 im italienischen Pokalwettbewerb zwei weitere Vereinserfolge zu verzeichnen waren. In der Meisterschaft folgten dagegen ab 1977 chronische Sorgen um den Klassenerhalt, die 1982 im erstmaligen Abstieg in die Serie B gipfelten. Erst seit 1996 spielte der FC Bologna wieder durchgehend in Italiens höchster Spielklasse und bestätigte jährlich eine Position im Mittelfeld, ehe er 2005 wieder in die Serie B abstieg. In der Serie B Saison 2007/2008 gelang als Tabellenzweiter erneut der Aufstieg in die Serie A. Danach schaffte es Bologna, sich in der ersten Liga zu etablieren. Diese positive Entwicklung erlebte dann jedoch in der Saison 2013/14 einen herben Rückschlag, als man in der Serie A nur Vorletzter – einzig vor dem AS Livorno – wurde und nach sechs Jahren wieder den Gang zurück in die Zweitklassigkeit antreten musste.

Die internationalen Erfolge des FC Bologna sind überschaubar. Nach dem nationalen Titelgewinn im Jahr 1964 erreichte der Klub die bis heute einzige Teilnahme am Europapokal der Landesmeister, aus dem sie unglücklich ausschieden. Eine 0:1-Niederlage beim RSC Anderlecht konnten die Italiener mit einem 2:1 im Rückspiel noch ausgleichen und im Entscheidungsspiel auch ein 0:0 erzwingen. Der seinerzeit noch übliche Losentscheid endete daraufhin jedoch zum Verdruss der Italiener mit einem Weiterkommen der belgischen Mannschaft. Dieses Pech wiederholte sich zwei Jahre später im UEFA-Pokal, als gegen Leeds United der 1:0-Heimerfolg durch die Engländer im Rückspiel ausgeglichen wurde, das Los aber erneut zu Gunsten des Gegners entschied. 1968 gelang den Italienern mit dem Erreichen des UEFA-Pokal-Halbfinales, in dem sie nach einem 2:3 bei Ferencváros Budapest zu Hause über ein 2:2 nicht hinaus kamen, der größte internationale Erfolg, der mit dem erneuten Erreichen des UEFA-Pokal-Halbfinales 1998/1999 nach Qualifikation über den UI-Cup wiederholt werden konnte.

Vereinsfarben und -wappenBearbeiten

Der FC Bologna trägt seit seiner Gründung 1909 die Farben Rot und Blau, dazu weiße Hosen und blaue Stutzen. Das heutige Vereinswappen zeigt das Akronym BFC und das Gründungsjahr 1909 im oberen Teil, sowie die Farben des Vereins und das Georgskreuz im unteren Teil.

VereinserfolgeBearbeiten

 
Mannschaftskapitän Mirko Pavinato und Vereinspräsident Renato Dall'Ara mit dem Mitropapokal 1961.
National Titel Saison
Italienische Meisterschaft 7 1924/25, 1928/29, 1935/36, 1936/37, 1938/39, 1940/41, 1963/64
Italienischer Pokal 2 1969/70, 1973/74
International Titel Saison
Mitropacup 3 1932, 1934, 1961
UEFA Intertoto Cup 1 1998
Englisch-italienischer Ligapokal 1 1970

Daten und FaktenBearbeiten

Kader der Profimannschaft (2019/20)Bearbeiten

Nr. Nat. Name Geburtsdatum Im Verein seit Vertrag bis
Torhüter
01 Brasilien  Júnior Costa 12.11.1983 2015 2020
28 Polen  Łukasz Skorupski 05.05.1991 2018 2023
Abwehrspieler
03 Italien  Mattia Bani 10.12.1993 2019 2023
06 Niederlande  Stefano Denswil 07.05.1993 2019 2022
06 Argentinien  Nehuén Paz 28.04.1993 2018 2022
14 Japan  Takehiro Tomiyasu 05.11.1998 2019 2024
15 Senegal  Ibrahima Mbaye 19.11.1994 2015 2023
23 Brasilien  Danilo 10.05.1984 2019 2020
33 Italien  Arturo Calabresi 17.03.1996 2018 2022
35 Niederlande  Mitchell Dijks 09.02.1993 2018 2023
Mittelfeldspieler
16 Italien  Andrea Poli 29.09.1989 2017 2021
18 Uruguay  César Faletti 02.12.1992 2017 2021
20 Ghana  Godfred Donsah 07.06.1996 2016 2022
21 Italien  Roberto Soriano 08.02.1991 2019 2023
31 Schweiz  Blerim Džemaili (C)  12.04.1986 2016 2020
32 Schweden  Mattias Svanberg 05.01.1999 2018 2023
- Niederlande  Jerdy Schouten 12.01.1997 2019 2024
Stürmer
07 Italien  Riccardo Orsolini 24.01.1997 2019 2022
09 Paraguay  Federico Santander 04.06.1991 2018 2022
10 Italien  Nicola Sansone 10.09.1991 2019 2023
11 Tschechien  Ladislav Krejčí 05.07.1992 2016 2020
17 Danemark  Andreas Skov Olsen 29.12.1999 2019 2024
22 Italien  Mattia Destro 20.03.1991 2015 2020
24 Argentinien  Rodrigo Palacio 05.02.1982 2017 2020
91 Italien  Diego Falcinelli 26.06.1991 2018 2022
Stand: 9. August 2019[1][2]

Ehemalige SpielerBearbeiten

TrainerhistorieBearbeiten

 
Seit 2019 Cheftrainer des FC Bologna, Siniša Mihajlović
Cheftrainer
Amtszeit Name
1909–1919 kein Trainer
1920–1931 Österreicher  Hermann Felsner
1931–1932 Ungar  Gyula Lelovics
1932 Ungar  József Nagy
1932–1933 Brasilien 1889  Achille Gama
1933–1934 Italien 1861  Pietro Genovesi
(techn. Kommission)
1934 Ungar  Lajos Kovács
1934–1938 Ungar  Árpád Weisz
1938–1942 Österreicher  Hermann Felsner
1942–1943 Italien 1861  Mario Montesanto
1945–1946 Österreicher  Alexander Popovich
1946 Italien 1861  Pietro Genovesi
(techn. Kommission)
1946–1947 Ungarn 1946  József Viola
1947–1948 Ungarn 1946  Gyula Lelovics
1948–1949 Österreicher  Anton Cargnelli
1949–1951 Engländer  Edmond Crawford
1951 Uruguayer  Raffaele Sansone
1951–1952 Italiener  Giuseppe Galluzzi
1952 Ungarn 1949  Gyula Lelovics
1952–1956 Italiener  Gipo Viani
1956–1957 Italiener  Aldo Campatelli
1957 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Ljubo Benčić
1957–1958 Ungar  György Sárosi
1958–1959 Italiener  Alfredo Foni
1959–1961 Italiener  Federico Allasio
1961–1965 Italiener  Fulvio Bernardini
1965 Italiener  Manlio Scopigno
1965–1968 Argentinier  Luis Carniglia
Cheftrainer
Amtszeit Name
1968 Italiener  Gipo Viani
1968–1969 Italiener  Cesarino Cervellati
1969 Italiener  Oronzo Pugliese
1969–1972 Italiener  Edmondo Fabbri
1972–1976 Italiener  Argentinien  Bruno Pesaola
1976–1977 Italiener  Gustavo Giagnoni
1977 Italiener  Cesarino Cervellati
1977–1979 Italiener  Argentinien  Bruno Pesaola
1979 Italiener  Marino Perani
1979 Italiener  Cesarino Cervellati
1979–1980 Italiener  Marino Perani
1980–1981 Italiener  Luigi Radice
1981–1982 Italiener  Tarcisio Burgnich
1982–1982 Italiener  Francesco Liguori
1982 Italiener  Alfredo Magni
1982–1983 Italiener  Paolo Carosi
1983 Italiener  Cesarino Cervellati
1983–1984 Italiener  Giancarlo Cadè
1984 Italiener  Nello Santin
1984–1985 Italiener  Bruno Pace
1985–1986 Italiener  Carlo Mazzone
1986–1987 Italiener  Vincenzo Guerini
1987 Italiener  Giovan Battista Fabbri
1987–1990 Italiener  Luigi Maifredi
1990–1990 Italiener  Franco Scoglio
1990–1991 Italiener  Luigi Radice
1991 Italiener  Luigi Maifredi
1991–1992 Italiener  Nedo Sonetti
1992–1993 Italiener  Eugenio Bersellini
Cheftrainer
Amtszeit Name
1993 Italiener  Aldo Cerantola
1993 Italiener  Romano Fogli
1993 Italiener  Alberto Zaccheroni
1993–1994 Italiener  Edoardo Reja
1994–1998 Italiener  Renzo Ulivieri
1998–1999 Italiener  Carlo Mazzone
1999 Italiener  Sergio Buso
1999–2003 Italiener  Francesco Guidolin
2003–2005 Italiener  Carlo Mazzone
2005 Italiener  Renzo Ulivieri
2005–2006 Italiener  Andrea Mandorlini
2006–2007 Italiener  Renzo Ulivieri
2007 Italiener  Luca Cecconi
2007–2008 Italiener  Daniele Arrigoni
2008–2009 Serbien  Siniša Mihajlović
2009 Italiener  Giuseppe Papadopulo
2009–2010 Italiener  Franco Colomba
2010–2011 Italiener  Alberto Malesani
2011 Italiener  Pierpaolo Bisoli
2011–2013 Italiener  Stefano Pioli
2014–2015 Italiener  Davide Ballardini
2015 Italiener  Delio Rossi
2015–2018 Italiener  Roberto Donadoni
2018–2019 Italiener  Filippo Inzaghi
2019– Serbien  Siniša Mihajlović

VereinsrekordeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bologna FC – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Prima Squadra. In: bolognafc.it. Bologna Football Club 1909, abgerufen am 1. März 2018 (italienisch).
  2. Kader FC Bologna. In: transfermarkt.de. Transfermarkt GmbH & Co. KG, abgerufen am 12. August 2019.