Hauptmenü öffnen

Der RSC Anderlecht (offiziell: Royal Sporting Club Anderlecht; dt. „Königlicher Sportklub Anderlecht“) ist ein belgischer Fußballverein aus dem Brüsseler Vorort Anderlecht. Sein Heimstadion ist das Constant-Vanden-Stock-Stadion mit 26.361 Plätzen. Der aktuelle Präsident ist Marc Coucke; Trainer ist Karim Belhocine.

RSC Anderlecht
Vorlage:Infobox Fußballklub/Wartung/Kein Bild
Basisdaten
Name Royal Sporting Club Anderlecht
Sitz Anderlecht, Belgien
Gründung 27. Mai 1908
Farben violett-weiß
Präsident Marc Coucke
Website rsca.be
Erste Mannschaft
Cheftrainer Karim Belhocine
Spielstätte Constant-Vanden-Stock-Stadion
Plätze 26.361
21.619 (international)
Liga Jupiler Pro League
2017/18 2. Platz
Heim
Auswärts

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Am 27. Mai 1908 gründeten 13 Fußball-Freunde den Sporting Club Anderlecht, um den Sport im Brüsseler Vorort Anderlecht zu fördern. Zu seinem 25. Geburtstag im Jahr 1933 wurde dem Club der Titel Société Royale verliehen.

Bereits früh konnte der Verein Erfolge auf lokalem Niveau feiern, was im Jahr 1912 dann auch auf nationaler Ebene gelang. Im Jahr 1921 erreichte der Verein die Teilnahme an der Division d’Honneur, dem Vorgänger der derzeitigen Ersten Division (höchste belgische Liga). Nach wechselvollen Jahren, in denen sich die Mauve et Blanc (die Lila-Weißen) als Fahrstuhlmannschaft präsentierten, die ständig an höchstes nationales Niveau anklopfte, um sich umgehend wieder in niedrigere Sphären zu verabschieden, gelang schließlich im Jahr 1935 der Wiederaufstieg in die oberste Liga. Seitdem ist Anderlecht ununterbrochen Teil der stärksten belgischen Spielklasse, was in Belgien lediglich durch die Serie von Standard Lüttich überboten wird (seit 1921 ohne Unterbrechungen in Liga 1).

Der richtige Durchbruch gelang dem Club aus dem Brüsseler Vorort nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. So konnte im Jahr 1947 der erste nationale Meistertitel gefeiert werden. Ihm sollten auf Landesebene bis heute 33 weitere Landesmeistertitel, neun nationale Pokalsiege und zwölf belgische Supercuptitel folgen.

Auch auf internationaler Ebene konnten die Belgier auf sich aufmerksam machen. Anfang der 1970er Jahre erreichte man das Finale des Messepokals, musste jedoch aufgrund eines Auswärtstores dem FC Arsenal den Vortritt lassen. Nach bemerkenswerten Auftritten wurden wenige Jahre später drei aufeinanderfolgende Finalteilnahmen im Pokalsieger-Wettbewerb verzeichnet, von denen zwei (1976 und 1978) gewonnen werden konnten. Im Jahr 1977 musste man sich knapp durch zwei späte Tore dem Hamburger SV geschlagen geben, jedoch gelang in beiden siegreichen Jahren der Gewinn des Europäischen Supercups. Fünf Jahre nach dem zweiten europäischen Titel wurde der UEFA-Pokal gewonnen. Im darauffolgenden Jahr 1984 musste man sich im Finale des UEFA-Cups dem Sieger Tottenham Hotspur erst im Elfmeterschießen geschlagen geben. Obwohl im Jahr 1990 noch einmal der Einzug in das Pokalsieger-Finale gegen Sampdoria Genua gefeiert werden konnte, wartet Anderlecht nun bereits seit mehr als 20 Jahren auf eine erfolgreiche Fortsetzung der großen Triumphe auf der internationalen Ebene. Am 6. März 2008 kassierte der RSC mit 0:5 gegen den FC Bayern München die höchste Niederlage im internationalen Geschäft, im Rückspiel am 12. März 2008 gelang in der Allianz Arena ein 2:1, womit sich der Verein aus dem UEFA-Pokal verabschiedete. In der darauffolgenden Saison schied der RSC in der 2. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League 2008/09 gegen den weißrussischen Meister BATE Baryssau mit 1:2 (Heimspiel) und 2:2 bereits frühzeitig aus. In der anschließenden Spielzeit schied der Verein in den Champions League Playoffs gegen Olympique Lyon (1:5 Hin-, 1:3 Rückspiel) aus, erreichte danach jedoch noch das Achtelfinale der Europa League, wo man gegen den Hamburger SV (1:3, 4:3) vollends aus dem internationalen Geschäft ausschied.

2010 konnte der Rekordmeister seine 30. nationale Meisterschaft feiern. Dadurch war man in der Folgesaison in der Qualifikation zur UEFA Champions League. Man begann in der dritten Qualifikationsrunde, wo man auf den walisischen Klub The New Saints FC traf. Im Hinspiel siegten die Anderlechter mit 3:1. In Rückspiel im heimischen Constant-Vanden-Stock siegte man mit 3:0.

In den Play-offs traf man auf den serbischen Vertreter Partizan Belgrad. Im Hinspiel, in der serbischen Hauptstadt, erreichte der Brüsseler Vorortverein nur ein 2:2. Auch im Rückspiel, in Anderlecht, kam der RSC nur zu einem 2:2, wodurch man in die Verlängerung kam. Auch nach 120 Minuten stand es 2:2. Im Elfmeterschießen siegte der Außenseiter aus Belgrad mit 3:2.

Dadurch spielte der RSC Anderlecht in der Gruppenphase der UEFA Europa League. In der UEFA Europa League schied man im Sechzehntelfinale nun voll und ganz aus dem internationalen Wettbewerb aus, als man dort am niederländischen Spitzenklub Ajax Amsterdam scheiterte (0:3 und 0:2). In der Liga lief es auch alles andere als rund. Die Meisterschaft verlor man am Ende an den KRC Genk.

In der Saison 2018/19 erreichte der RSC Anderlecht zwar die Play-off-Meisterrunde. Dort verlor die Mannschaft jedoch die ersten drei Spiele. Das vierte Spiel wurde infolge randalierender Anderlecht-Fans abgebrochen. Bei sieben Punkte Rückstand auf einen Platz, der zur Teilnahme an einem europäischen Pokalwettbewerb berechtigt, wurde am 16. April 2019 im gegenseitigen Einvernehmen die Trennung mit Trainer Fred Rutten vereinbart.[1] Als neuer Trainer wurde Karim Belhocine verpflichtet.[2]

VereinswappenhistorieBearbeiten

BestechungsskandalBearbeiten

1997 räumten die Verantwortlichen des Clubs überraschend ein, dass vor dem Halbfinalrückspiel 1984 im UEFA-Cup der Schiedsrichter mit 27.000 Pfund bestochen wurde. Das Hinspiel hatte zuvor Nottingham Forest mit 2:0 gewonnen. Im Rückspiel, welches Anderlecht daraufhin mit 3:0 für sich entschied, wurden zwei auffällige Entscheidungen getroffen. Zum einen wurde ein Treffer von Nottingham nicht gegeben und zum anderen bekam Anderlecht einen umstrittenen Elfmeter zugesprochen.

Nach Bekanntwerden des Vorganges forderte Nottingham Forest für sich die Möglichkeit, wenn sich Anderlecht das nächste Mal für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren würde, diesen Platz übernehmen zu dürfen. Dieser Vorstoß führte jedoch ebenso ins Leere, wie später angestrengte Verfahren vor ordentlichen Gerichten.

Da der betreffende Schiedsrichter bereits verstorben war, hatte die UEFA keine Ansatzpunkte für weitere Ermittlungen und beschränkte sich darauf, den RSC Anderlecht zu verwarnen. Dabei wurde zu Gunsten des Clubs berücksichtigt, dass der Vorgang ohne das freiwillige Eingeständnis nicht entdeckt worden wäre.[3]

Stadion Constant Vanden StockBearbeiten

 
Frontseite des Constant-Vanden-Stock-Stadions

Der RSC Anderlecht trägt seine Heimspiele im nach dem vormaligen belgischen Nationaltrainer benannten Constant-Vanden-Stock-Stadion aus. 1917 wurde es mit nur einer Holztribüne erbaut. Damals lautete der Name des Stadions Stade Emile Verse. Später folgten weitere Tribünen. 1983 wurde das Stadion an derselben Stelle komplett neu errichtet.

Das Stadion bietet 28.361 Zuschauern Platz. Zudem gibt es 1.500 Business-Logen sowie 400 VIP-Logen.

Der RSC Anderlecht plant derzeit eine Erweiterung des Stadions auf 40.000 Sitzplätze. Das Stadion soll dann in Fortis-Stadion umbenannt werden. Die Bank BNP Paribas Fortis ist der Hauptsponsor des RSC Anderlecht.

TitelBearbeiten

  • Belgischer Supercup (13)
    • 1985, 1987, 1993, 1995, 2000, 2001, 2006, 2007, 2010, 2012, 2013, 2014, 2017

RSC Anderlecht im EuropapokalBearbeiten

Aktueller Kader 2018/19Bearbeiten

Stand 1. Februar 2019[4]

Nr. Position Name
1 Belgien  TW Frank Boeckx
2 Senegal  AB Serigne Kara
3 Wales  AB James Lawrence
4 Gambia  AB Bubacarr Sanneh
5 Ukraine  MF Jewhen Makarenko
7 Honduras  MF Andy Najar
8 Belgien  MF Pieter Gerkens
9 Belgien  ST Landry Dimata
11 Kongo Demokratische Republik  MF Yannick Bolasie
12 Frankreich  MF Dennis Appiah
15 Vereinigte Staaten  MF Kenny Saief
16 Frankreich  TW Thomas Didillon
17 Serbien  MF Luka Adžić
19 Kroatien  ST Ivan Santini
20 Belgien  MF Sven Kums
22 Belgien  AB Elias Cobbaut
25 Frankreich  MF Adrien Trebel
Nr. Position Name
27 Osterreich  MF Peter Žulj
30 Niederlande  TW Boy de Jong
37 Serbien  AB Ivan Obradović
39 Kongo Demokratische Republik  AB Edo Kayembe
40 Belgien  ST Francis Amuzu
41 Ghana  AB Emmanuel Sowah Adjei
42 Belgien  AB Hannes Delcroix
44 Kroatien  AB Antonio Milić
45 Belgien  AB Sebastiaan Bornauw
47 Mali  AB Abdoul Karim Danté
48 Belgien  MF Albert Sambi Lokonga
49 Belgien  ST Jérémy Doku
52 Belgien  TW Ilias Sebtaoui
56 Belgien  MF Alexis Saelemaekers
77 Albanien  MF Kristal Abazaj
99 Belgien  MF Zakaria Bakkali

Bekannte ehemalige SpielerBearbeiten

Torhüter

Abwehrspieler

Mittelfeldspieler

Stürmer

Top 10 nach Einsätzen und TorenBearbeiten

(Stand: Saisonende 2015/16; berücksichtigt sind alle Pflichtspiele und -tore)

Einsätze
1 Belgien  Olivier Deschacht* seit 2001 568
2 Belgien  Paul van Himst 1959–1975 409
3 Belgien  Filip De Wilde 1987–1996
1997–2003
490
4 Belgien  Frank Vercauteren 1975–1987 484
5 Belgien  Hugo Broos 1970–1983 453
6 Belgien  Georges Heylens 1960–1973 452
7 Belgien  Pierre Hanon 1954–1970 404
8 Belgien  Bertrand Crasson 1989–1996
1998–2003
399
9 Belgien  Michel De Groote 1975–1977
1979–1989
395
10 Belgien  Jacky Munaron 1974–1989 391
* = noch beim RSC Anderlecht aktiv
Tore
1 Belgien  Joseph Mermans 1942–1957 345
2 Belgien  Paul van Himst 1959–1975 310
3 Belgien  Ferdinand Adams 1919–1934 232
4 Niederlande  Rob Rensenbrink 1971–1980 197
5 Belgien  Luc Nilis 1986–1994 171
6 Belgien  Jacky Stockman 1957–1966
1972–1973
158
7 Belgien  Hypoliet Van Den Bosch 1943–1948
1952–1958
153
8 Niederlande  Jan Mulder 1965–1972 141
9 Belgien  François Van der Elst 1971–1980 118
10 Belgien  Erwin Vandenbergh 1982–1986 112
* = noch beim RSC Anderlecht aktiv

TrainerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anderlecht trennt sich von Trainer Rutten. Belgischer Rundfunk, 16. April 2019, abgerufen am 16. April 2019.
  2. Karim Belhocine übernimmt Traineramt beim RSC Anderlecht. Belgischer Rundfunk, 16. April 2019, abgerufen am 17. April 2019.
  3. BBC News:Forest sues Anderlecht over '84 bribery scandal
  4. http://rsca.be/nl/teams/a-kern