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Sampdoria Genua

italienischer Fußballverein aus der Stadt Genua

Die Unione Calcio Sampdoria, kurz U.C. Sampdoria oder Sampdoria, im deutschsprachigen Raum bekannt als Sampdoria Genua, ist ein italienischer Fußballverein aus der ligurischen Hauptstadt Genua.

Sampdoria Genua
Vereinswappen von Sampdoria Genua
Basisdaten
Name Unione Calcio Sampdoria S.p.A.
Sitz Genua, Italien
Gründung 12. August 1946
Farben blau-weiß
Präsident Massimo Ferrero
Website sampdoria.it
Erste Mannschaft
Cheftrainer ItalienItalien Claudio Ranieri
Spielstätte Stadio Luigi Ferraris
Plätze 36.599
Liga Serie A
2018/19 9. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Die U.C. Sampdoria ist vierfacher Italienischer Pokalsieger, einmaliger Italienischer Meister und Italienischer Supercupsieger.

Heimspielstätte ist das 36.599 Zuschauer fassende Stadio Luigi Ferraris. Dieses teilt sich der Klub mit dem Stadtrivalen CFC Genua.

GeschichteBearbeiten

 
Stadio Luigi Ferraris, seit 1946 Heimstätte der U.C. Sampdoria

Gegründet wurde die Sampdoria am 12. August 1946. Der Verein entstand durch die Fusion von SG Sampierdarenese und SG Andrea Doria, aus deren Namen sich auch der Vereinsname Sampdoria ableitet. Seitdem spielte die Sampdoria die meiste Zeit in der Serie A, große Erfolge blieben allerdings lange Zeit aus. Bis in die 1980er war der vierte Tabellenplatz aus der Saison 1960/61 der größte Erfolg, den die Genuesen vorweisen konnten.

Dieser konnte in der Saison 1984/85 eingestellt werden. Außerdem gewann die Sampdoria in jener Spielzeit ihren ersten Titel: Gegen den AC Mailand holten sich die Blucerchiati den italienischen Pokal. Bis 1994 konnten drei weitere Titel in diesem Wettbewerb gefeiert werden. Dank dieser Erfolge qualifizierte man sich regelmäßig für den Europapokal der Pokalsieger, wo die Sampdoria ebenso für Aufsehen sorgte. 1989 erreichten die Genuesen zum ersten Mal das Finale dieses Wettbewerbs, mussten sich aber im Wankdorfstadion Bern dem FC Barcelona mit 0:2 geschlagen geben. Doch schon im Jahr darauf stand die Sampdoria erneut im Finale und dieses Mal konnte der Wettbewerb auch gewonnen werden: Im Ullevi-Stadion wurde der RSC Anderlecht mit 2:0 besiegt. Gianluca Vialli erzielte dabei für die Sampdoria beide Treffer in der Verlängerung.

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierten die Blucerchiati aber in der folgenden Saison (1990/91), als sie sich vor dem AC Mailand die italienische Meisterschaft sicherten. Dadurch qualifizierte sich der Verein für den Europapokal der Landesmeister 1991/92, wo die Sampdoria sich in ihrer Gruppe gegen Roter Stern Belgrad, RSC Anderlecht und Panathinaikos Athen durchsetzte und das Finale erreichte. Dort traf man wie schon drei Jahre zuvor auf den FC Barcelona. Aber auch im Wembley-Stadion behielten die Katalanen die Oberhand: Das Spiel ging mit 0:1 aus Sicht der Blucerchiati nach der Verlängerung verloren.

Architekt dieser erfolgreichen Mannschaft war jugoslawische Fußballtrainer Vujadin Boškov, der die Sampdoria von 1986 bis 1992 betreute. Schlüsselspieler dieser Zeit waren unter anderem Torhüter Gianluca Pagliuca, Verteidiger Pietro Vierchowod, Mittelfeldspieler Attilio Lombardo und die Stürmer Gianluca Vialli und Roberto Mancini.

Nach 1994 konnte die Sampdoria nicht mehr an vergangene Erfolge anknüpfen. Zwar wurde bis zur Spielzeit 1997/98 immer ein einstelliger Tabellenplatz erreicht, doch in der Saison 1998/99 stiegen die Genuesen als Tabellensechzehnter in die Serie B ab. Erst in der Saison 2003/04 sollten die Blucerchiati wieder erstklassig spielen.

Den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte feierte die Sampdoria in der Spielzeit 2009/10, als die Mannschaft, angeführt von Kapitän Angelo Palombo und den beiden Stürmern Giampaolo Pazzini und Antonio Cassano, den vierten Tabellenplatz erreichte und sich damit die Teilnahme für die Play-Offs der Champions League 2010/11 sicherte. In der letzten Qualifikationsrunde scheiterte man allerdings knapp an Werder Bremen; nach einer auswärtigen 1:3-Hinspielniederlage führte Genua im eigenen Stadion im Rückspiel bis zur Nachspielzeit mit 3:0, um dann ein Gegentor von Markus Rosenberg zu bekommen und so in die Verlängerung zu gehen. Sampdoria Genua gewann nach 120 Minuten mit 3:2, scheiterte jedoch aufgrund eines Gesamtspielstandes von 5:4. In der darauffolgenden Gruppenphase der Europa League schied die Mannschaft als Gruppendritter hinter der PSV Eindhoven und Metalist Charkiw sowie vor VSC Debrecen aus. Die nächste Enttäuschung folgte wenig später, denn zum Ende der Saison 2010/11 stieg die Sampdoria als Tabellenachtzehnter erneut in die Serie B ab.

Die Rückkehr in die höchste italienische Spielklasse ließ aber nicht lange auf sich warten. Als Tabellensechster erreichte Genua in der Saison 2011/12 den Relegationsmodus, dessen Finalsieger den Rang des dritten Aufsteigers einnimmt. In einem Hin- und Rückspiel setzte sich der Verein zunächst mit 2:1 und 1:1 gegen die US Sassuolo durch, ehe in den Finalspielen die AS Varese 3:2 und 1:0 besiegt werden konnte. Am 21. Januar 2013 verstarb der amtierende Vereinspräsident Riccardo Garrone nach langer schwerer Krankheit.[1]

Vereinsfarben und -wappenBearbeiten

 
Tifosi von Sampdoria im Stadio Luigi Ferraris (2014)

Das Vereinslogo zeigt die Silhouette eines Pfeife rauchenden Seemanns namens Baciccia (Baptist).

Eine absolute Eigenheit und ein Charakteristikum im italienischen Profifußball stellen die Vereinsfarben der Sampdoria dar. Blucerchiato würde man im Deutschen etwa mit blauumrahmt oder blauumringt übersetzen. Zur näheren Erklärung: Der Großteil des Samp-Heimtrikots und -Klubemblems besteht aus einem kräftigen Blauton, der einen kleinen Ring aus den Farben weiß, rot-schwarz und nochmals weiß umschließt. Die Sampdoria-Spieler und -Fans bezeichnet man somit auch als Blucerchiati, als Blauumrahmte.

Daten und FaktenBearbeiten

VereinserfolgeBearbeiten

National Titel Saison
Italienische Meisterschaft 1 1990/91
Italienischer Pokal 4 1984/85, 1987/88, 1988/89, 1993/94
Italienischer Supercup 1 1991
International Titel Saison
Europapokal der Pokalsieger 1 1989/90

Erfolge der JugendmannschaftenBearbeiten

Individuelle ErfolgeBearbeiten

Italiens Fußballer des Jahres (5)

Torschützenkönig

Serie A (2)

Europapokal der Pokalsieger (1)

PersonalBearbeiten

Aktueller Kader 2018/19Bearbeiten

Stand: 31. Januar 2019[2]

Nr. Position Name
1 Italien  TW Emil Audero
3 Danemark  AB Joachim Andersen
4 England  MF Ronaldo Vieira
5 Italien  MF Riccardo Saponara
6 Schweden  MF Albin Ekdal
7 Italien  MF Jacopo Sala
8 Paraguay  MF Edgar Barreto
10 Belgien  MF Dennis Praet
11 Uruguay  MF Gastón Ramírez
14 Tschechien  MF Jakub Jankto
15 Gambia  AB Omar Colley
16 Polen  MF Karol Linetty
17 Italien  ST Gianluca Caprari
Nr. Position Name
20 Italien  ST Marco Sau
22 Brasilien  AB Júnior Tavares
23 Italien  ST Manolo Gabbiadini
24 Polen  AB Bartosz Bereszyński
25 Italien  AB Alex Ferrari
26 Italien  AB Lorenzo Tonelli
27 Italien  ST Fabio Quagliarella
29 Italien  AB Nicola Murru
33 Brasilien  TW Rafael Cabral
40 Montenegro  MF Ognjen Stijepović
72 Slowenien  TW Vid Belec
92 Frankreich  ST Grégoire Defrel

Ehemalige SpielerBearbeiten

SpielerrekordeBearbeiten

(Stand: Saisonende 2018/19; angegeben sind alle Pflichtspiele und -tore, fett gedruckte Spieler sind noch im Verein aktiv)

Einsätze
1 Italien  Roberto Mancini 1982–1997 566
2 Italien  Pietro Vierchowod 1983–1995 493
3 Italien  Angelo Palombo 2002–2017 459
4 Italien  Moreno Mannini 1984–1999 417
5 Italien  Gaudenzio Bernasconi 1954–1965 362
6 Italien  Luca Pellegrini 1980–1991 362
7 Italien  Guido Vincenzi 1958–1969 360
8 Italien  Giancarlo Salvi 1963–1964,
1965–1976
327
9 Italien  Gianluca Vialli 1984–1992 321
10 Italien  Attilio Lombardo 1989–1995 306
Tore
1 Italien  Roberto Mancini 1982–1997 173
2 Italien  Gianluca Vialli 1984–1992 141
3 Italien  Francesco Flachi 1999–2007 111
4 Italien  Adriano Bassetto 1946–1953 93
5 Italien  Fabio Quagliarella 2006–2007,
2016–
74
6 Italien  Giuseppe Baldini 1946–1950 73
7 Italien  Vincenzo Montella 1996–1999 66
8 Italien  Giancarlo Salvi 1963–1964,
1965–1976
55
9 Italien  Attilio Lombardo 1989–1995 54
10 Italien  Sudafrika  Eddie Firmani 1955–1958 53

TrainerhistorieBearbeiten

Cheftrainer[3]
Amtszeit Name
1946–1947 Italien  Giuseppe Galluzzi
1947–1950 Italien  Andrea Stigliano
1950–1951 Italien  Giuseppe Galluzzi
Italien  Gipo Poggi und Italien  Alfredo Foni
1951–1952 Italien  Alfredo Foni
1952–1953 Italien  Gipo Poggi
Italien  Ivo Fiorentini
1953–1954 Italien  Paolo Tabanelli
1954–1955 Italien  Paolo Tabanelli
Ungarn  Lajos Czeizler
1955–1956 Ungarn  Lajos Czeizler
1956–1957 Ungarn  Lajos Czeizler
Italien  Pietro Rava
Italien  Ugo Amoretti
England  Bill Dodgin sr.
1957–1958 England  Bill Dodgin sr.
Italien  Adolfo Baloncieri
1958–1961 Italien  Eraldo Monzeglio
1961–1962 Italien  Eraldo Monzeglio
Italien  Roberto Lerici
1962–1963 Italien  Roberto Lerici
Osterreich  Ernst Ocwirk
1963–1964 Osterreich  Ernst Ocwirk
1964–1965 Osterreich  Ernst Ocwirk
Italien  Giuseppe Baldini
Cheftrainer
Amtszeit Name
1965–1966 Italien  Giuseppe Baldini
Italien  Fulvio Bernardini
1966–1968 Italien  Fulvio Bernardini
1971–1973 Paraguay  Heriberto Herrera
1973–1974 Italien  Guido Vincenzi
1974–1975 Italien  Giulio Corsini
1975–1977 Italien  Eugenio Bersellini
1977–1978 Italien  Giorgio Canali
1979–1980 Italien  Lamberto Giorgis
Italien  Lauro Toneatto
1980–1981 Italien  Enzo Riccomini
1981–1982 Italien  Enzo Riccomini
Italien  Renzo Ulivieri
1982–1984 Italien  Renzo Ulivieri
1984–1986 Italien  Eugenio Bersellini
1986–1992 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Vujadin Boškov
1992–1997 Schweden  Sven-Göran Eriksson
1997–1998 Argentinien  César Luis Menotti
Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Vujadin Boškov
1998–1999 Italien  Luciano Spalletti
England  David Platt und Italien  Giorgio Veneri
Italien  Luciano Spalletti
1999–2000 Italien  Gian Piero Ventura
2000–2001 Italien  Luigi Cagni
Cheftrainer
Amtszeit Name
2001–2002 Italien  Luigi Cagni
Italien  Gianfranco Bellotto
2002–2007 Italien  Walter Novellino
2007–2009 Italien  Walter Mazzarri
2009–2010 Italien  Luigi Delneri
2010–2011 Italien  Domenico Di Carlo
Italien  Alberto Cavasin
2011–2012 Italien  Gianluca Atzori
Italien  Giuseppe Iachini
2012 Italien  Ciro Ferrara
2012–2013 Italien  Delio Rossi
2013–2015 Serbien  Siniša Mihajlović
2015 Italien  Walter Zenga
2015–2016 Italien  Vincenzo Montella
2016–2019 Italien  Marco Giampaolo
2019 Italien  Eusebio Di Francesco
2019– Italien  Claudio Ranieri

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. SE N'È ANDATO UN SAMPDORIANO. CIAO E GRAZIE, PRESIDENTE (Memento des Originals vom 24. Januar 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sampdoria.it (italienisch), abgerufen am 22. Januar 2013
  2. Team. In: sampdoria.it. Unione Calcio Sampdoria, abgerufen am 1. März 2018 (italienisch).
  3. archiviotoro.it – siehe Allenatori