Shkodran Mustafi

deutscher Fußballspieler
Shkodran Mustafi

nach dem Abpfiff des WM-Finales 2014

Spielerinformationen
Geburtstag 17. April 1992
Geburtsort Bad HersfeldDeutschland
Größe 184 cm
Position Abwehr
Vereine in der Jugend
1. FV Bebra
0000–2006 SV Rotenburg
2006–2009 Hamburger SV
2009–2010 FC Everton
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2009–2012 FC Everton Reserve 34 (1)
2009–2012 FC Everton 0 (0)
2012–2014 Sampdoria Genua 51 (1)
2014–2016 FC Valencia 64 (6)
2016– FC Arsenal 19 (1)
Nationalmannschaft2
2008 Deutschland U-16 5 (0)
2008–2009 Deutschland U-17 13 (4)
2009–2010 Deutschland U-18 6 (1)
2010–2011 Deutschland U-19 9 (2)
2011–2013 Deutschland U-20 2 (0)
2013 Deutschland U-21 7 (0)
2014– Deutschland 15 (1)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 7. März 2017

2 Stand: 15. November 2016

Shkodran Mustafi (* 17. April 1992 in Bad Hersfeld) ist ein deutscher Fußballspieler auf der Position des Innenverteidigers. Er steht seit der Saison 2016/17 beim FC Arsenal unter Vertrag. 2014 wurde er mit der A-Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister.

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

AnfängeBearbeiten

Der Sohn albanischer Eltern aus Gostivar, Mazedonien,[1] wuchs im hessischen Bebra auf und begann beim ortsansässigen 1. FV Bebra mit dem Fußballspielen. Über den SV Rotenburg, zunächst noch im Sturm, entschied er sich 2006 – nachdem ihn nach einem Hallenturnier mit Rotenburg mehrere Bundesligisten angesprochen hatten[2] – für einen Wechsel in das Nachwuchsleistungszentrum des Hamburger SV und zog in das Internat des Klubs ein.[3] Dort wurde Mustafi zum defensiven Mittelfeldspieler und Innenverteidiger umgeschult, spielte in der B- und A-Jugend und durfte unter Martin Jol bereits einige Male in der ersten Mannschaft mittrainieren.[4]

FC EvertonBearbeiten

 
Mustafi
in einer Spielszene der
Reserve des FC Everton (2011)

Zur Saison 2009/10 wurde er vom englischen Erstligisten FC Everton für drei Jahre verpflichtet, nachdem auch Newcastle United, Manchester City und Borussia Dortmund Interesse gezeigt hatten.[5] In Everton gab er am 17. Dezember 2009 sein Pflichtspieldebüt in der Profimannschaft, als er im letzten Gruppenspiel der Europa League, bei der 0:1-Niederlage im Heimspiel gegen den weißrussischen Meister BATE Baryssau, in der 75. Minute für Tony Hibbert eingewechselt wurde.[6][7] Der FC Everton war zu diesem Zeitpunkt bereits für das Sechzehntelfinale qualifiziert, und Trainer David Moyes hatte für das Spiel insgesamt acht Nachwuchsspieler der Jahrgänge 1990 bis 1993 in den Profikader berufen.[8]

Sampdoria GenuaBearbeiten

Da er sich beim FC Everton nicht durchzusetzen vermochte,[9] wechselte er Anfang 2012 ablösefrei zum italienischen Zweitligisten Sampdoria Genua, bei dem er einen Viereinhalbjahresvertrag unterschrieb.[10] Am 26. Mai 2012 (42. Spieltag) debütierte Mustafi für Genua, als er bei der 1:3-Niederlage im Auswärtsspiel bei der AS Varese 1910 von Beginn zum Einsatz kam – und stieg in die Serie A auf.

Vom 12. Spieltag der Saison 2012/13 an folgten 16 weitere Ligaspiele, in denen sich Mustafi als Stammspieler etablierte.[11] In der Folgesaison 2013/14 bestritt er 30 von 38 Ligaspielen über 90 Minuten und erzielte am 26. Oktober 2013 (9. Spieltag) mit dem Siegtreffer zum 1:0 im Heimspiel gegen Atalanta Bergamo sein erstes Tor in der Serie A. Insgesamt bestritt er in dieser Saison 33 Spiele für Sampdoria.[12]

FC ValenciaBearbeiten

Zur Saison 2014/15 wechselte er zum FC Valencia und unterschrieb bei dem spanischen Club einen bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag.[13] Am 25. Oktober erzielte er am 9. Spieltag bei einem 3:1-Heimsieg gegen den FC Elche mit dem Treffer zum 1:0 in der 13. Spielminute seinen ersten Treffer in der Primera División.[14] Beim 3:1-Auswärtssieg beim FC Villarreal am 10. Spieltag markierte er die Treffer zum 2:0 und 3:0 in der 64. und 73. Spielminute.[15]

FC ArsenalBearbeiten

Im August 2016 wechselte er wieder nach England, wo er sich dem FC Arsenal anschloss.[16] Die Ablösesumme belief sich auf 41 Millionen Euro.[17] Sein Premier League-Debüt gab er am 10. September 2016 (4. Spieltag) beim 2:1-Sieg im Heimspiel gegen den FC Southampton.

NationalmannschaftBearbeiten

Seine Karriere als Auswahlspieler begann Shkodran Mustafi 2003 im DFB-Stützpunkt Bad Hersfeld. Der bereits im E-Juniorenalter sehr zweikampf- und außergewöhnlich kopfballstarke Spieler wurde im August 2003 von Stützpunkttrainer Jochen Schäfer erstmals für die Kreisauswahl Hersfeld-Rotenburg nominiert. Über die Bezirksauswahl Fulda mit seinem Trainer Michael Schäfer gelangte Shkodran Mustafi dann auch in die Hessenauswahl. Insgesamt trainierte und spielte er drei Jahre im DFB-Stützpunkt in Bad Hersfeld, war aber als mazedonischer Staatsangehöriger nicht für DFB-Auswahlen spielberechtigt. Im Alter von 15 Jahren nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an.[1]

2009 wurde Mustafi in den Kader für die U-17-Europameisterschaft in Deutschland berufen. Im ersten Spiel gegen die türkische Auswahlmannschaft erzielte er per Kopfball das Tor zum 3:1-Endstand. Er bestritt alle Turnierspiele über 90 Minuten und wurde nach einem 2:1-Sieg im Endspiel gegen die niederländische Auswahlmannschaft U-17-Europameister. Im Herbst 2009 nahm er auch an der U-17-Weltmeisterschaft in Nigeria teil, bei der die Mannschaft jedoch schon im Achtelfinale ausschied. Erneut war Mustafi Stammspieler, erhielt jedoch in der Verlängerung des letzten Spiels einen Platzverweis.

In den folgenden drei Jahren durchlief er auch alle weiteren DFB-Auswahlmannschaften. Am 24. März 2013 debütierte Mustafi in der U-21-Nationalmannschaft, die in Tel Aviv die israelische Auswahl mit 2:1 bezwang. Im Juni desselben Jahres gehörte er dem deutschen Kader für die U-21-Fußball-Europameisterschaft 2013 in Israel an, mit dem er allerdings in der Vorrunde ausschied und nur ein Turnierspiel bestritt.

Am 28. Februar 2014 wurde Mustafi von Bundestrainer Joachim Löw für das Test-Länderspiel der A-Nationalmannschaft gegen Chile nominiert,[18] kam dort jedoch nicht zum Einsatz.[19]

 
Mustafi mit dem WM-Pokal
auf dem Weg zur Siegesfeier
am Brandenburger Tor

Am 8. Mai 2014 nahm Bundestrainer Löw ihn in den vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien auf.[20] Sein Länderspiel-Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er am 13. Mai 2014 in Hamburg beim 0:0 im Test-Länderspiel gegen Polen.[21] Bei der Nominierung des endgültigen deutschen WM-Aufgebots wurde Mustafi zunächst nicht berücksichtigt.[22] Jedoch rückte er nach wenigen Tagen für Marco Reus nach, der sich im Länderspiel gegen Armenien am 6. Juni 2014 einen Teilriss der vorderen Syndesmose zugezogen hatte, sodass er auf die Teilnahme an der WM verzichten musste.[23] Im ersten Gruppenspiel beim 4:0-Sieg gegen Portugal kam Mustafi für den verletzten Mats Hummels in der 73. Minute zu seinem zweiten Länderspiel. Beim Achtelfinalspiel gegen Algerien spielte er von Beginn an auf der Position des Rechtsverteidigers, zog sich am rechten Oberschenkel einen Muskelbündelriss zu und musste in der 70. Minute ausgewechselt werden. Er kam aufgrund der Verletzung bei der WM nicht mehr zum Einsatz; die deutsche Nationalmannschaft gewann das Turnier.

Mustafi stand im Kader der Nationalmannschaft für die Europameisterschaft 2016.[24] Im ersten Gruppenspiel stand er für den noch verletzten Mats Hummels in der Mannschaft. Beim 2:0-Sieg gegen die Ukraine erzielte er in seinem elften Länderspiel in der 19. Minute mit einem Kopfball nach einem Freistoß mit dem Treffer zum 1:0 sein erstes Länderspieltor.[25] Danach kehrte Hummels zurück in die Mannschaft und Mustafi blieb auf der Bank, auch im Halbfinale, als Hummels gelbgesperrt fehlte. Erst als in diesem Spiel mit Jérôme Boateng ein weiterer Innenverteidiger verletzt ausfiel, kam er zu seinem zweiten Einsatz. Die Partie endete 2:0 für Gastgeber Frankreich und das deutsche Team schied aus.

SonstigesBearbeiten

Am 18. Juli 2014 trug sich Mustafi in das Goldene Buch der Stadt Bebra ein.[26]

Nach dem Ende der Europameisterschaft heiratete Mustafi im Juli 2016 seine Lebensgefährtin, ein albanisches Model, in Gostivar.[27]

ErfolgeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Shkodran Mustafi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Donny, der Weltmeister, spiegel.de, abgerufen am 13. Juni 2016
  2. „Jetzt wollen wir den EM-Pokal“. dfb.de, 11. Mai 2009, abgerufen am 26. Februar 2010 (Interview mit Shkodran Mustafi und Robert Labus).
  3. Ein Verteidiger mit glänzender Perspektive. Hamburger Abendblatt, 22. September 2008, abgerufen am 26. Februar 2010.
  4. EM-Halbfinale für Mustafi nur Durchgangsstation. suedkurier.de, 14. Mai 2009, abgerufen am 26. Februar 2010.
  5. Geboren für die Premier League. spox.com, 16. Mai 2009, abgerufen am 26. Februar 2010 (Interview mit Shkodran Mustafi).
  6. http://www.evertonfc.com/player-profile/shkodran-mustafi Spieler-Porträt auf der Website des FC Everton (englisch)
  7. FC Everton – BATE Borisov. kicker online, abgerufen am 26. Februar 2010 (Spielschema).
  8. Giulia Bould: Moyes names starting XI. evertonfc.com, 16. Dezember 2009, abgerufen am 26. Februar 2010 (englisch).
  9. Scott McLeod: Mustafi Moves On. Offizielle Website des FC Everton, 3. Januar 2012, abgerufen am 4. Januar 2012 (englisch).
  10. http://www.hna.de/sport/amateurfussball/hessen/mehr-fussball/entspannen-rueckzugsgebiet-2678417.html
  11. http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/italien/2012-13/48302/vereinsspieler_shkodran-mustafi.html
  12. http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/italien/2013-14/48302/vereinsspieler_shkodran-mustafi.html
  13. ‘Venir al Valencia es un paso adelante en mi carrera’ valenciacf.com, abgerufen am 14. August 2014 (spanisch)
  14. Spielschema FC Valencia gegen FC Elche, 9. Spieltag Liga BBVA 2014/15 kicker.de, abgerufen am 10. November 2014 (deutsch)
  15. Spielschema FC Villarreal gegen FC Valencia, 10. Spieltag Liga BBVA 2014/15 kicker.de, abgerufen am 10. November 2014 (deutsch)
  16. Shkodran Mustafi signs for Arsenal arsenal.com, am 30. August 2016, abgerufen am 30. August 2016
  17. Arsenal-Einkauf Mustafi: „Ich will die Summe gar nicht wissen“. transfermarkt.de, 1. September 2016, abgerufen am 1. September 2016.
  18. Mit Schweinsteiger und vier Neulingen ins WM-Jahr. DFB, 28. Februar 2014, abgerufen am 28. Februar 2014.
  19. http://www.kicker.de/news/fussball/nationalelf/startseite/fussball-nationalteams-freundschaftsspiele/2014/1/1135817/spielanalyse_deutschland_chile.html
  20. Löw nominiert 30 Spieler für erweiterten WM-Kader (Memento vom 9. Mai 2014 im Internet Archive) dfb.de, abgerufen am 8. Mai 2014
  21. Mit acht Debütanten gegen Polen (Memento vom 14. Mai 2014 im Internet Archive) auf DFB.de vom 13. Mai 2014
  22. WM-Kader steht: Löw streicht Mustafi, Schmelzer und Volland. Meldung. DFB, 2. Juni 2014, archiviert vom Original am 14. August 2014, abgerufen am 3. Juni 2014.
  23. Reus verpasst WM – Löw nominiert Mustafi nach. Meldung. DFB, 7. Juni 2014, archiviert vom Original am 18. Juli 2014, abgerufen am 7. Juni 2014.
  24. Der Kader für die Europameisterschaft in Frankreich 2016 (10. Juni bis 10. Juli) (Memento vom 31. Mai 2016 im Internet Archive), dfb.de, abgerufen am 31. Mai 2016
  25. FOCUS Online: EM 2016: DFB-Team gegen die Ukraine im Live-Ticker. In: FOCUS Online. Abgerufen am 12. Juni 2016.
  26. Einziger hessischer Weltmeister-Empfang in Bebra am 18. Juli 2014 Bebra.de, abgerufen am 28. Juli 2014
  27. Weltmeister Shkodran Mustafi hat geheiratet. In: hessenschau.de. Hessischer Rundfunk, 29. Juli 2016, abgerufen am 13. August 2016.