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Slovan Liberec

tschechischer Fußballverein

Der FC Slovan Liberec (offiziell: FC Slovan Liberec a.s.) ist ein tschechischer Fußballklub aus der nordböhmischen Stadt Liberec.

Slovan Liberec
Logo des FC Slovan Liberec
Basisdaten
Name FC Slovan Liberec, a.s.
Sitz Liberec
Gründung 1958
Farben blau-weiß
Präsident Zbyněk Štiller (Vorsitzender)
Website fcslovanliberec.cz
Erste Mannschaft
Cheftrainer Jindřich Trpišovský
Spielstätte Stadion u Nisy
Plätze 9.900 Sitzplätze
Liga Synot Liga
2018/19 6. Platz
Heim
Auswärts

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Verein TJ Slovan Liberec wurde am 12. Juli 1958 gegründet, als Jiskra Liberec und Slavoj Liberec fusionierten. Jiskra ging aus dem 1910 gegründeten SK Sparta Ober Rosenthal hervor. Slavoj hingegen war 1953 als Nachfolger des 1945 gegründeten SK Čechie Liberec entstanden.

Sparta Ober Rosenthal bestand keine zwei Jahre. 1912 wurde der Nachfolger FK Rapid Ober Rosenthal ins Leben gerufen. Etwa zehn Jahre später übernahm die damalige tschechische Minderheit den Klub, der fortan als SK Rapid Horní Růžodol antrat.

Der in grün-weißen Hemden spielenden Mannschaft gelang 1928 der Aufstieg in die höchste Amateurspielklasse. Infolge des Münchner Abkommens vom September 1938 wurden alle tschechischen Organisationen und Vereine aufgelöst.

Die erneute Gründung als Rapid Liberec folgte unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Rapid wurde in die vierthöchste Spielklasse eingeteilt, aus der die Mannschaft 1947/48 aufsteigen konnte. Der erste Platz im Herbst 1948 war jedoch ohne Wert, da diese Runde nur gespielt wurde, um danach im Kalenderjahrmodus zu spielen. 1949 wurde Rapid Meister, blieb jedoch drittklassig, da eine neue landesweite zweite Liga gegründet wurde.

In diesem Jahr wurde der Verein in Kolora Liberec umbenannt. In der Spielzeit 1951 war Kolora neben 200 anderen Vereinen doch zweitklassig, da die landesweite 2. Liga nach nur einer Saison wieder abgeschafft worden war. Ein Jahr später gewann die Mannschaft ihre Gruppe und spielte in der Qualifikation zur 1. Liga. Dort setzte sich die Elf mit vier Siegen durch.

Der Aufstieg blieb Kolora allerdings dennoch verwehrt. Die kommunistischen Machthaber setzten eine totale Reorganisation des tschechischen Fußballs durch. In die erste Liga kamen Vereine danach aufgrund ihrer Betriebszugehörigkeit. In Liberec wurde der DSO Slavoj als Vertreter der Lebensmittelindustrie gegründet. Der Kader von Kolora Liberec sollte sich dem neuen Verein anschließen, doch die meisten Spieler und Funktionäre stellten sich gegen diese Entscheidung. Slavoj konnte dadurch keine erstligataugliche Mannschaft zusammenstellen. Neun Niederlagen in 13 Spielen bedeuteten für Slavoj schließlich den Abstieg.

Kolora, 1953 abermals umbenannt und nun als Jiskra Liberec antretend, schaffte im Jahre 1954 doch den Sprung in die höchste Spielklasse. Nur sieben Punkte aus 22 Spielen und der letzte Tabellenplatz zeigten, dass die Mannschaft aber deutlich überfordert war.

Jiskra Liberec fusionierte 1956 mit zwei weiteren Vereinen der Stadt, Slovan und Lokomotiva zu TJ Lokomotiva Liberec. Ein Jahr später kehrte der Verein zur Bezeichnung TJ Jiskra zurück.

Schließlich kam es 1956 zum Zusammenschluss von Jiskra und Slavoj, der neue Verein erhielt den Namen TJ Slovan Liberec.

Auch Slovan spielte lange Jahre in unteren Ligen, erst 1970 gelang der Aufstieg in die 2. Liga der damaligen Tschechoslowakei. Bis zur Auflösung der ČSFR spielte der Klub mal in der zweiten, mal in der dritten Liga.

1993, als mit der Gründung der souveränen Tschechischen Republik auch eine eigenständige tschechische Liga eingeführt wurde, gelang dem Verein der Aufstieg in die 1. Liga, aus der er seitdem nicht abgestiegen ist. In den 1990er Jahren erreichte Slovan Liberec zumeist einen Platz im vorderen Mittelfeld der Tabelle. 2002 wurde Slovan Liberec als erste Nicht-Prager Mannschaft tschechischer Fußballmeister. In der Folgesaison 2002/03 belegte die Mannschaft den vierten Rang. In der Spielzeit 2004/05 wurden dem Verein als Folge eines ligaweiten Korruptionsskandals sechs Punkte abgezogen. Zwar erreichte Slovan mit 46 Punkten noch den fünften Platz, verpasste aber durch den Punktabzug – Sigma Olomouc als Tabellenvierter wies 51 Zähler auf – die Teilnahme am UEFA Intertoto Cup. 2006 wurde Slovan Liberec mit fünf Punkten Vorsprung auf Mladá Boleslav zum zweiten Mal Tschechischer Meister.

Das folgende Spieljahr schloss die Mannschaft auf Rang Vier ab und qualifizierte sich dadurch für den Intertoto Cup. Dort schied man allerdings schon in der zweiten Runde mit 1:1 und 0:2 gegen den kasachischen Vertreter Tobol Qostanai aus.

In der Saison 2007/08 erreichte die Mannschaft das Endspiel um den Tschechischen Pokal, das sie jedoch mit 3:4 im Elfmeterschießen gegen Sparta Prag verlor.

Im Jahre 2012 schaffte der FC Slovan zum dritten Mal die Tschechische Meisterschaft. Unter Trainer Jaroslav Šilhavý gewannen die Liberecer im letzten Spiel der Saison die Meisterschaft mit einem 0:0-Unentschieden gegen Viktoria Pilsen.

Deshalb durfte der FC Slovan Liberec in der Qualifikation zur UEFA Champions League 2012/13 starten. In der zweiten Qualifikationsrunde wurde der kasachische Meister Schachtjor Qaraghandy knapp nach Verlängerung im Rückspiel besiegt. Gegen CFR Cluj hatte der tschechische Meister jedoch keine Chance und verlor beide Spiele. Daraufhin durfte das Team im Playoff der Europa-League gegen den ukrainischen Club Dnipro Dnipropetrowsk spielen. Nach einem 2:2 zuhause verlor das Team um Jiří Štajner 4:2 in der Ukraine und durfte somit nicht an der Gruppenphase teilnehmen.

2013/14 nahm Slovan erneut an der Ausscheidungsrunde zur Europa-League teil. Nachdem sich der Verein in den Qualifikationsrunden nacheinander gegen Skonto Riga, den FC Zürich und Udinese Calcio durchsetzen konnte, traf er in der Gruppe H auf den SC Freiburg, den FC Sevilla sowie auf GD Estoril Praia. Dort belegte die Mannschaft Platz zwei und trat somit im Sechzehntelfinale gegen AZ Alkmaar an. Doch durch ein 0:1 im Hinspiel und ein 1:1 in Alkmaar schieden die Liberecer aus.

Es folgte eine brisante und aufregende Spielzeit 2014/15, in der der Verein nur knapp dem Abstieg entging. Der ganze Gegensatz folge im Pokalwettbewerb, wo man im Finale nach Elfmeterschießen gegen den FK Jablonec gewann. Ab 2015 wird man im neugeschaffenen Future-Team-Wettbewerb teilnehmen.

ErfolgeBearbeiten

VereinsnamenBearbeiten

1958 als TJ Slovan Liberec gegründet, hieß der Verein ab 1980 TJ Slovan Elitex Liberec. Weitere Umbenennungen gab es 1993 in FC Slovan Liberec, noch im gleichen Jahr in FC Slovan WSK Liberec (WSK war eine Abkürzung für Wimpey-Severokámen, einen Klubsponsor) und nur ein Jahr später, 1994, in FC Slovan WSK Vratislav (Vratislav ist eine Biermarke) Liberec. Schon 1995 kehrte der Verein zur Bezeichnung FC Slovan Liberec zurück.

Platzierungen in der tschechischen LigaBearbeiten

Saison Platz Punkte TD
1993/94 10. 32 36:32
1994/95 4. 51 49:46
1995/96 7. 44 34:30
1996/97 5. 46 33:30
1997/98 5. 47 39:32
1998/99 9. 38 33:34
1999/00 8. 38 21:24
2000/01 6. 45 39:31
2001/02 1. 64 55:26
2002/03 4. 50 33:30
2003/04 6. 46 38:27
2004/05 5. 46 45:26
2005/06 1. 59 43:22
2006/07 4. 58 44:22
2007/08 6. 44 35:31
2008/09 3. 52 41:28
2009/10 9. 37 34:39
2010/11 7. 43 45:35
2011/12 1. 66 69:29
2012/13 3. 54 46:34
2013/14 4. 48 37:46
2014/15 12. 33 39:43
2015/16 3. 58 51:35
2016/17 9. 39 31:28
2017/18 6. 46 36:32

EuropapokalbilanzBearbeiten

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
2000/01 UEFA-Pokal 1. Runde Schweden  IFK Norrköping 4:3 2:2 (A) 2:1 (H)
2. Runde England  FC Liverpool 2:4 0:1 (A) 2:3 (H)
2001/02 UEFA-Pokal 1. Runde Slowakei  ŠK Slovan Bratislava 2:1 2:0 (H) 0:1 (A)
2. Runde Spanien  Celta Vigo 4:3 1:3 (A) 3:0 (H)
3. Runde Spanien  RCD Mallorca 5:2 3:1 (H) 2:1 (A)
Achtelfinale Frankreich  Olympique Lyon 5:2 1:1 (A) 4:1 (H)
Viertelfinale Deutschland  Borussia Dortmund 0:4 0:0 (H) 0:4 (A)
2002/03 UEFA Champions League 3. Qualifikationsrunde Italien  AC Mailand (a)3:3(a) 0:1 (A) 2:1 (H)
2002/03 UEFA-Pokal 1. Runde Georgien 1990  Dinamo Tiflis 4:2 3:2 (H) 1:0 (A)
2. Runde England  Ipswich Town 1:1
(4:2 i. E.)
0:1 (A) 1:0 n. V. (H)
3. Runde Griechenland  Panathinaikos Athen 2:3 2:2 (H) 0:1 (A)
2003 UEFA Intertoto Cup 2. Runde Irland  Shamrock Rovers 4:0 2:0 (H) 2:0 (A)
3. Runde Spanien  Racing Santander 3:1 1:0 (A) 2:1 (H)
Halbfinale Deutschland  FC Schalke 04 1:2 1:2 (A) 0:0 (H)
2004 UEFA Intertoto Cup 2. Runde Slowakei  FK ZTS Dubnica 7:1 2:1 (A) 5:0 (H)
3. Runde Niederlande  Roda JC Kerkrade 2:1 1:0 (H) 1:1 n. V. (A)
Halbfinale Frankreich  FC Nantes (a)2:2(a) 1:0 (H) 1:2 (A)
Finale Deutschland  FC Schalke 04 1:3 1:2 (A) 0:1 (H)
2005 UEFA Intertoto Cup 2. Runde Israel  Beitar Jerusalem 7:2 5:1 (H) 2:1 (A)
3. Runde Niederlande  Roda JC Kerkrade (a)1:1(a) 0:0 (H) 1:1 (A)
2006/07 UEFA Champions League 3. Qualifikationsrunde Russland  Spartak Moskau 1:2 0:0 (H) 1:2 (A)
2006/07 UEFA-Pokal 1. Runde Serbien  Partizan Belgrad 4:1 2:0 (H) 2:1 (A)
Gruppenphase Spanien  FC Sevilla 0:0 0:0 (H)
Portugal  Sporting Braga 0:4 0:4 (A)
Schweiz  Grasshopper Zürich 4:1 4:1 (H)
Niederlande  AZ Alkmaar 2:2 2:2 (A)
2007 UEFA Intertoto Cup 2. Runde Kasachstan  Tobol Qostanai 1:3 1:1 (A) 0:2 (H)
2008/09 UEFA-Pokal 2. Qualifikationsrunde Slowakei  MŠK Žilina 2:4 1:2 (H) 1:2 (A)
2009/10 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde Liechtenstein  FC Vaduz 3:0 1:0 (A) 2:0 (H)
Play-offs Rumänien  Dinamo Bukarest 3:3
(8:9 i. E.)
03:0 (A)1 0:3 n. V. (H)
2012/13 UEFA Champions League 2. Qualifikationsrunde Kasachstan  Schachtjor Qaraghandy 2:1 1:0 (H) 1:1 n. V. (A)
3. Qualifikationsrunde Rumänien  CFR Cluj 1:3 0:1 (A) 1:2 (H)
2012/13 UEFA Europa League Play-offs Ukraine  Dnipro Dnipropetrowsk 4:6 2:2 (H) 2:4 (A)
2013/14 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Lettland  Skonto Riga (a)2:2(a) 1:2 (A) 1:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Schweiz  FC Zürich 4:2 2:1 (H) 2:1 (A)
Play-offs Italien  Udinese Calcio 4:2 3:1 (A) 1:1 (H)
Gruppenphase Deutschland  SC Freiburg 3:4 2:2 (A) 1:2 (H)
Portugal  GD Estoril Praia 4:2 2:1 (H) 2:1 (A)
Spanien  FC Sevilla 2:2 1:1 (H) 1:1 (A)
Sechzehntelfinale Niederlande  AZ Alkmaar 1:2 0:1 (H) 1:1 (A)
2014/15 UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Slowakei  MFK Košice 4:0 1:0 (A) 3:0 (H)
3. Qualifikationsrunde Rumänien  Astra Giurgiu 2:6 0:3 (A) 2:3 (H)
2015/16 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde Israel  Hapoel Ironi Kirjat Schmona 5:1 2:1 (H) 3:0 (A)
Play-offs Kroatien  HNK Hajduk Split 2:0 1:0 (H) 1:0 (A)
Gruppenphase Portugal  Sporting Braga 1:3 0:1 (H) 1:2 (A)
Frankreich  Olympique Marseille 3:4 1:0 (A) 2:4 (H)
Niederlande  FC Groningen 2:1 1:1 (H) 1:0 (A)
2016/17 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde Osterreich  FC Admira Wacker Mödling 4:1 2:1 (A) 2:0 (H)
Play-offs Zypern Republik  AEK Larnaka 4:0 1:0 (A) 3:0 (H)
Gruppenphase Aserbaidschan  FK Qarabağ Ağdam 5:2 2:2 (A) 3:0 (H)
Griechenland  PAOK Thessaloniki 1:4 1:2 (H) 0:2 (A)
Italien  AC Florenz 1:6 1:3 (H) 0:3 (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 100 Spiele, 46 Siege, 21 Unentschieden, 33 Niederlagen, 140:114 Tore (Tordifferenz +26)

1 Das Spiel wurde beim Stand von 2:0 für Slovan Liberec wegen Zuschauerausschreitungen abgebrochen und mit 3:0 gewertet.

TrainerBearbeiten

SpielerBearbeiten

WeblinksBearbeiten