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Ipswich Town (offiziell Ipswich Town Football Club) – auch bekannt als The Blues, Town oder The Tractor Boys – ist ein im Jahre 1878 gegründeter englischer Fußball-Club aus Ipswich, der derzeit in der zweitklassigen Football League Championship spielt.

Ipswich Town
Logo Ipswich Town.svg
Basisdaten
Name Ipswich Town Football Club
Sitz Ipswich, England
Gründung 1878
Präsident EnglandEngland Marcus Evans
Website itfc.co.uk
Erste Mannschaft
Cheftrainer SchottlandSchottland Paul Lambert
Spielstätte Portman Road, Ipswich
Plätze 30.311
Liga Football League Championship
2017/18 12. Platz
Heim
Auswärts

Inhaltsverzeichnis

VereinsgeschichteBearbeiten

Meistertitel und Beginn der Ära von Bobby Robson (1961–1977)Bearbeiten

In der First Division 1961/62 gewann Ipswich unter dem späteren englischen Nationaltrainer Alf Ramsey den Meistertitel. Bemerkenswert daran war, dass es die erste Erstliga-Saison überhaupt für den Club war, der eigentlich als sicherer Absteiger galt. Die Mannschaft sicherte sich den Titel vor dem FC Burnley und dem amtierenden Meister Tottenham Hotspur. Als bester Torschütze glänzte Ted Phillips, der in 40 Ligaspielen 28 Treffer erzielte. Im Europapokal der Landesmeister 1962/63 scheiterte die Mannschaft bereits in der 1. Runde am italienischen Meister AC Mailand. Nur zwei Jahre nach dem Meistertitel folgte als Tabellenletzter der Abstieg aus der First Division. Nach vier Jahren in der Second Division erreichte der Verein 1968 die Rückkehr in die First Division und sollte diese Spielklasse für die kommenden 18 Jahre halten. Die ersten Jahre in der höchsten englischen Spielklasse war Ipswich mit dem Kampf gegen den Abstieg beschäftigt, ehe Trainer Bobby Robson die Mannschaft in der Saison 1972/73 auf den dritten Tabellenrang führte. Dies führte zur ersten Teilnahme am UEFA-Pokal 1973/74. Ipswich besiegte in der ersten Runde den spanischen Rekordmeister Real Madrid und konnte auch in den nächsten beiden Runden Lazio Rom und Twente Enschede ausschalten, ehe im Viertelfinale das Aus gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig kam. Auch in der Meisterschaft agierte der Verein 1973/74 erfolgreich und konnte sich durch einen vierten Platz für den UEFA-Pokal 1974/75 qualifizieren. Der erneute Ausflug in den Europapokal endete jedoch bereits in der 1. Runde gegen Twente Enschede. Dafür setzte die Mannschaft von Bobby Robson ihre Erfolgsgeschichte in der First Division 1974/75 fort und wurde Tabellendritter mit nur zwei Punkten Rückstand auf Meister Derby County. Nach einem Erstrundenerfolg über Feyenoord Rotterdam, folgte diesmal das Aus in der zweiten Runde des UEFA-Pokals gegen den FC Brügge. Zwei Jahre später qualifizierte sich Ipswich Town durch einen dritten Rang in der First Division 1976/77 zum vierten Mal innerhalb weniger Jahre für den UEFA-Pokal 1977/78. Das Aus folgte in der 3. Runde nach Elfmeterschießen gegen den FC Barcelona.

Triumph im FA Cup und zwei Vizemeisterschaften (1977–1983)Bearbeiten

Die Saison 1977/78 führte in der Liga zu einem Absturz auf Platz 18 und einem nur knapp erreichten Klassenerhalt, dafür führte Trainer Bobby Robson die Mannschaft um Paul Cooper, Mick Mills, George Burley, John Wark und Paul Mariner zum Triumph im FA Cup. Das entscheidende Tor beim 1:0 im Finale vor 100.000 Zuschauern in Wembley erzielte Roger Osborne. Durch den Sieg im FA Cup startete Ipswich erstmals im Europapokal der Pokalsieger 1978/79 und zog ins Viertelfinale ein. Gegner dort war wie im letztjährigen UEFA-Pokal der FC Barcelona um Johan Neeskens und Hans Krankl, der sich erneut knapp durchsetzen konnte und später den Titel gewann. In der Saison 1978/79 agierte der Verein in der Meisterschaft wieder erfolgreicher und erreichte über den sechsten Tabellenplatz den UEFA-Pokal 1979/80, scheiterte dort jedoch bereits in der zweiten Runde. Durch den dritten Platz 1979/80 nahm Ipswich Town abermals am UEFA-Pokal teil. Nach diversen Anläufen gelang der nach wie vor von Erfolgstrainer Bobby Robson trainierten Mannschaft der Triumph im UEFA-Pokal 1980/81. Nachdem im Halbfinale der 1. FC Köln zweimal mit 1:0 besiegt worden war, gewann das Team um Terry Butcher, Frans Thijssen und Arnold Mühren das Finale mit 3:0 und 2:4 gegen den niederländischen Vertreter AZ Alkmaar. Die Saison 1980/81 führte in der Liga zur Vizemeisterschaft hinter Aston Villa und damit zur besten Platzierung seit dem Meistertitel 1962. Endstation im UEFA-Pokal 1981/82 war bereits in der ersten Runde gegen den FC Aberdeen. Die Erfolgsgeschichte setzte sich dafür in der Football League First Division 1981/82 durch den erneuten Vizemeistertitel hinter dem Meister FC Liverpool fort. Der mittlerweile zur vereinseigenen Legende gewordene Bobby Robson beendete anschließend seine Trainertätigkeit bei Ipswich und wurde Trainer der englischen Nationalmannschaft. Auch im UEFA-Pokal 1982/83 scheiterte das Team in der ersten Runde und da in der Meisterschaft lediglich ein neunter Platz belegt wurde, fand die Saison 1983/84 erst zum zweiten Mal in den letzten zehn Jahren ohne Europapokal-Teilnahme statt.

Ende der Ära Robson und Abstieg in die Second Division (1983–2000)Bearbeiten

 
Wappen aus den 1980er Jahren

Nach zwei durchwachsenen Spielzeiten stieg der Verein in der Saison 1985/86 als Drittletzter erstmals seit 18 Jahren wieder in die Second Division ab. Erst nach sechs Jahren in der zweithöchsten Spielklasse schaffte die Mannschaft unter Trainer John Lyall die Rückkehr in die erste Liga. Die Teilnahme an der ersten Saison der neu eingeführten Premier League 1992/93 führte Ipswich auf Tabellenrang 15 und damit zum Klassenerhalt. Nach einem sehr knapp erreichten Klassenerhalt in der Premier League 1993/94 mit nur einem Punkt Vorsprung auf Absteiger Sheffield United, folgte in der Premier League 1994/95 unter Trainer George Burley nach drei Jahren Erstklassigkeit die Rückkehr in die zweite Liga. Der auch von 1973 bis 1985 als Spieler für den Verein aktive Burley blieb anschließend Trainer und erreichte erst fünf Jahre später die Rückkehr in die Premier League.

Rückkehr in die Premier League und erneuter Abstieg (2000-)Bearbeiten

Die vierte Saison in der Premier League führte zum bislang besten Resultat. Die Mannschaft um Richard Wright, Matt Holland und Titus Bramble belegte den sechsten Tabellenrang 2000/01 und qualifizierte sich damit erstmals seit 1983 wieder für den Europapokal. Marcus Stewart erzielte 19 Ligatreffer und sicherte sich damit Platz 2 der Torjägerliste hinter Jimmy Floyd Hasselbaink (23 Tore für den FC Chelsea). Im UEFA-Pokal 2001/02 erreichte Ipswich Town die 3. Runde, scheiterte aber dort mit 1:0 und 1:4 am italienischen Spitzenverein Inter Mailand. Dieses gute Vorjahresniveau konnte die Mannschaft in der Premier League 2001/02 nicht halten und stieg als Drittletzter in die zweite Liga ab. Über die Fair-Play-Wertung nahm Ipswich an der Qualifikation für den UEFA-Pokal teil und schaffte den Einzug in die Hauptrunde des UEFA-Pokal 2002/03. Dort scheiterte der Verein in der 2. Runde nach Elfmeterschießen an Slovan Liberec.

Seit 2002 spielt der Verein in der zweiten Liga, die seit 2004 in Football League Championship umbenannt wurde.

ErfolgeBearbeiten

EuropapokalbilanzBearbeiten

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1962/63 Europapokal der Landesmeister Vorrunde Malta 1943  FC Floriana 14:10 4:1 (A) 10:0 (H)0
1. Runde Italien  AC Mailand 2:4 0:3 (A) 2:1 (H)
1973/74 UEFA-Pokal 1. Runde Spanien 1945  Real Madrid 1:0 1:0 (H) 0:0 (A)
2. Runde Italien  Lazio Rom 6:4 4:0 (H) 2:4 (A)
3. Runde Niederlande  FC Twente Enschede 3:1 1:0 (H) 2:1 (A)
Viertelfinale Deutschland Demokratische Republik 1949  1. FC Lokomotive Leipzig 1:1
(3:4 i. E.)
1:0 (H) 0:1 n. V. (A)
1974/75 UEFA-Pokal 1. Runde Niederlande  FC Twente Enschede (a)3:3(a) 2:2 (H) 1:1 (A)
1975/76 UEFA-Pokal 1. Runde Niederlande  Feyenoord Rotterdam 4:1 2:1 (A) 2:0 (H)
2. Runde Belgien  FC Brügge 3:4 3:0 (H) 0:4 (A)
1977/78 UEFA-Pokal 1. Runde Schweden  Landskrona BoIS 6:0 1:0 (A) 5:0 (H)
2. Runde Spanien 1977  UD Las Palmas 4:3 1:0 (H) 3:3 (A)
3. Runde Spanien 1977  FC Barcelona 3:3
(1:3 i. E.)
3:0 (H) 0:3 n. V. (A)
1978/79 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Niederlande  AZ'67 Alkmaar 2:0 0:0 (A) 2:0 (H)
2. Runde Osterreich  SSW Innsbruck 2:1 1:0 (H) 1:1 n. V. (A)
Viertelfinale Spanien 1977  FC Barcelona (a)2:2(a) 2:1 (H) 0:1 (A)
1979/80 UEFA-Pokal 1. Runde Norwegen  Skeid Oslo 10:10 3:1 (A) 7:0 (H)
2. Runde Schweiz  Grasshopper Zürich (a)1:1(a) 0:0 (A) 1:1 (H)
1980/81 UEFA-Pokal 1. Runde Griechenland  Aris Saloniki 6:4 5:1 (H) 1:3 (A)
2. Runde Tschechoslowakei  Bohemians ČKD Prag 3:2 3:0 (H) 0:2 (A)
3. Runde Polen 1980  Widzew Łódź 5:1 5:0 (H) 0:1 (A)
Viertelfinale Frankreich  AS Saint-Étienne 7:2 4:1 (A) 3:1 (H)
Halbfinale Deutschland Bundesrepublik  1. FC Köln 2:0 1:0 (H) 1:0 (A)
Finale Niederlande  AZ'67 Alkmaar 5:4 3:0 (H) 2:4 (A)
1981/82 UEFA-Pokal 1. Runde Niederlande  FC Twente Enschede 2:4 1:1 (H) 1:3 (A)
1982/83 UEFA-Pokal 1. Runde Italien  AS Rom 3:4 0:3 (A) 3:1 (H)
2001/02 UEFA-Pokal 1. Runde Russland  Torpedo Moskau 3:2 1:1 (H) 2:1 (A)
2. Runde Schweden  Helsingborgs IF 3:1 0:0 (H) 3:1 (A)
3. Runde Italien  Inter Mailand 2:4 1:0 (H) 1:4 (A)
2002/03 UEFA-Pokal 1. Runde Luxemburg  FC Avenir Beggen 9:1 1:0 (A) 8:1 (H)
2. Runde Jugoslawien Bundesrepublik 1992  FK Sartid 2:1 1:1 (H) 1:0 (A)
3. Runde Tschechien  Slovan Liberec 1:1
(2:4 i. E.)
1:0 (H) 0:1 n. V. (A)

Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 62 Spiele, 36 Siege, 12 Unentschieden, 14 Niederlagen, 120:61 Tore (Tordifferenz +59)

StadionBearbeiten

Heimstadion ist die Portman Road mit einer Zuschauerkapazität von 30.311 (alles Sitzplätze). Die Portman Road war das erste englische Fußballstadion, das (seit 1993) nur noch Sitzplätze hatte (aufgrund der Stadionkatastrophe von Hillsborough, Sheffield). Der Rekordbesuch vor dem Umbau kam mit 38.010 am 8. März 1975 im FA-Cup gegen Leeds United zustande.

RivalitätBearbeiten

Eine der ausgeprägtesten Rivalitäten im englischen Fußball herrscht zwischen Ipswich und Norwich City. Der Sieg im East Anglian derby gilt daher als besonders prestigeträchtig.

TriviaBearbeiten

Ipswich behauptet bis heute, um 1890 einer der ersten Clubs überhaupt gewesen zu sein, der Tornetze verwendete. Mit Alf Ramsey und Bobby Robson ist Ipswich Town der einzige Club, der zwei englische Nationaltrainer hervorbrachte.

Seit 2006 besteht eine ausgeprägte Freundschaft zwischen Fans von Fortuna Düsseldorf und Ipswich. So reisen Anhänger der Fortuna regelmäßig nach Ipswich (oder auch zu Auswärtsspielen), um sich Spiele der „Tractor-Boys“ vor Ort anzuschauen. Umgekehrt nutzen Anhänger aus Ipswich einen Besuch in Düsseldorf, um die gemeinsame Fanfreundschaft beider Vereine zu symbolisieren.

Aktueller Kader 2018/19Bearbeiten

Stand 27. Januar 2019[1]

Nr. Position Name
1 England  TW Dean Gerken
3 Danemark  AB Jonas Knudsen
4 England  AB Luke Chambers
5 England  AB Matthew Pennington
6 England  AB Trevoh Chalobah
7 Wales  MF Gwion Edwards
8 England  MF Cole Skuse
9 England  ST Kayden Jackson
10 Wales  ST Ellis Harrison
11 England  MF Jon Nolan
12 England  AB Jordan Spence
14 England  ST Will Keane
15 England  MF Teddy Bishop
16 England  MF Tristan Nydam
18 England  MF Grant Ward
20 England  ST Freddie Sears
Nr. Position Name
21 England  MF Flynn Downes
22 Kongo Demokratische Republik  AB Aristote Nsiala
23 England  MF Andre Dozzell
24 England  MF Tom Adeyemi
25 Australien  AB Callum Elder
27 England  AB Josh Emmanuel
29 England  TW Harry Wright
30 England  AB Myles Kenlock
31 Irland  MF Alan Judge
33 Polen  TW Bartosz Białkowski
36 England  ST Jack Lankester
39 Wales  AB James Collins
41 England  AB James Bree
44 Wales  MF Emyr Huws
45 Deutschland  ST Collin Quaner
49 Jamaika  MF Simon Dawkins

Bekannte ehemalige SpielerBearbeiten

 
Der ehemalige englische Nationalspieler Mick Mills ist mit 591 Ligaeinsätzen Rekordspieler von Ipswich Town

Manager (Trainer)Bearbeiten

 
Mit Trainer Bobby Robson erlebte Ipswich Town die erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte
Zeitraum Trainer
1936–1937 Irland  Mick O’Brien
1937–1955 Schottland  Scott Duncan
1955–1963 England  Alf Ramsey
1963–1964 England  Jackie Milburn
1964–1968 England  Bill McGarry
1969–1982 England  Bobby Robson
1982–1987 England  Bobby Ferguson
1987–1990 Schottland  John Duncan
1990–1994 England  John Lyall
1994–2002 Schottland  George Burley
2002–2006 England  Joe Royle
2006–2009 Nordirland  Jim Magilton
2009–2011 Irland  Roy Keane
2011–2012 England  Paul Jewell
2012–2018 Irland  Mick McCarthy
2018 England  Paul Hurst
2018– Schottland  Paul Lambert

LigazugehörigkeitBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ipswich Town First Team. In: itfc.co.uk. Ipswich Town, abgerufen am 7. August 2017 (englisch).