FC Southampton

englischer Fußballverein

Der FC Southampton (offiziell: Southampton Football Club) – auch bekannt unter dem Spitznamen The Saints (die Heiligen) – ist ein englischer Fußballverein aus Southampton, der in der Premier League spielt.

FC Southampton
Logo
Basisdaten
Name Southampton Football Club
Sitz Southampton, England
Gründung 1885 (als St. Mary’s YMA)
Eigentümer Dragan Solak (80 %)

Katharina Liebherr (20 %)

Präsident Ralph Krueger
Website southamptonfc.com
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Wales Nathan Jones
Spielstätte St. Mary’s Stadium
Plätze 32.505
Liga Premier League
2021/22 15. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

GeschichteBearbeiten

Der Verein wurde im November 1885 als St. Mary’s YMA gegründet. Ab 1889 war ihr Heimstadion „The Dell“. 2001 zog der Verein aber aufgrund der beschränkten Anzahl von Zuschauerplätzen in das St. Mary’s Stadium um, in dem am 28. April 2012 beim 4:0-Sieg des FC Southampton im Spiel der Football League Championship gegen Coventry City mit 32.363 Zuschauern der Rekordbesuch erreicht wurde.

Die ersten Erfolge des Vereins waren das Erreichen der Finals des englischen Pokals in den Jahren 1900 und 1902 die mit 0:4 gegen den Bury FC, beziehungsweise 1:1 und 1:2 gegen Sheffield United verloren wurden.

Mitte 1904 reiste der Southampton FC auf Einladung des Hippic Clubs nach Argentinien und wurde damit zum ersten europäischen Verein der in Südamerika spielte. In Buenos Aires gewann Southampton die Begegnungen gegen Alumni, den Belgrano AC, eine Auswahl britischer Spieler und zwei argentinische Auswahlmannschaften mit einer Tordifferenz von 32:4. Die Spiele zogen viele Zuschauer an und die erste Partie gegen Alumni geriet zum gesellschaftlichen Großereignis, dem selbst Präsident General Julio Roca beiwohnte. Southampton schloss die Reise mit einem 8:1-Sieg in Montevideo gegen eine uruguayische Ligaauswahl ab. Die Leistungen von Southampton sollten an der La Plata-Mündung noch über viele Jahre hinweg in bester Erinnerung bleiben. Bereits 1905 folgte der Nottingham Forest FC auf den Spuren der Saints nach Südamerika.[1]

Der größte Erfolg des Southampton FC war der Gewinn des englischen Pokals im Jahr 1976 mit einem 1:0 gegen Manchester United. 2003 erreichten die Saints erneut das Finale. 1979 kamen sie ins Finale des League Cups, mussten sich aber Nottingham Forest mit 2:3 geschlagen geben.

In der Saison 2004/05 stieg Southampton nach einem spannenden Saisonfinale aufgrund einer Heimniederlage gegen Manchester United am letzten Spieltag erstmals aus der 1992 eingeführten Premier League ab. Von 2005 bis 2009 spielten die Saints in der Football League Championship, aus der sie 2009–2011 in die Football League One abstiegen. Nach einem Jahr in der zweithöchsten englischen Spielklasse gelang der Durchmarsch in die Premier League durch einen Sieg im letzten Spiel über Coventry City. In der Saison 2014/15 erreichte Southampton nach einem überraschenden achten Platz in der Vorsaison den siebten Platz. Aufgrund des FA-Cup-Siegs des Champions League-Teilnehmers Arsenal London berechtigte dies die Teilnahme an der Qualifikation für die Europa League.[2] Dort schied man nach zwei Spielen aus. In der Premier League 2015/16 erreichte man den sechsten Platz, konnte erneut in der Europa League spielen, schied dort jedoch in der Gruppenphase aus. Im EFL Cup war Southampton erfolgreicher und unterlag erst im Finale gegen Manchester United mit 3:2. In der League endete man als Achter. In der folgenden Saisons kämpfte man gegen den Abstieg, belegte in der Saison 2017/18 den 17. Platz und 2018/19 den 16. Platz. Nach mehreren Trainerwechseln führte Ralph Hasenhüttl den Club ab Dezember 2018 in ruhigere Tabellenregionen. Trotz zwischenzeitlichem Belegen der Abstiegszone und historischer 9:0-Heimpleite gegen Leicester City hielt der Verein an Hasenhüttl fest und endete 2020 auf dem 11. Platz.

LigazugehörigkeitBearbeiten

 
Platzierungen seit 1920

RivalitätenBearbeiten

Southamptons traditionell größter Rivale ist der FC Portsmouth. Die Spiele zwischen den Saints und „Pompey“ werden „South Coast Derby“ genannt. In den 1980er- und 1990er-Jahren spielten die beiden nicht in der gleichen Liga, erst mit dem Aufstieg des 30 Kilometer entfernten Portsmouth in die Premier League 2003 konnten damit nach langer Zeit zumindest für zwei Saisons die Derbys wieder stattfinden. Da Portsmouth momentan in der League One spielt, bleibt es bei den ausgespielten 70 Begegnungen. Von diesen konnten die Saints 34 für sich entscheiden, 15 endeten unentschieden, 21 wurden verloren. Trotz dieser Statistiken muss man festhalten, dass der FC Portsmouth das erfolgreichere Team darstellt, wenn man die reine Titelanzahl als Maßstab wählt. Nichtsdestoweniger sind die Saints regelmäßiger in den höheren Ligen vorzufinden.

Verkauf an GaoBearbeiten

August 2017 wurde bekannt, dass die chinesische Geschäftsfamilie Gao 80 % der Klubanteile gekauft hat. Bestätigt wurde dies von der Klubchefin Katharina Liebherr, der Tochter des verstorbenen Markus Liebherr.[3] Die genaue Kaufsumme wurde nicht genannt, englische Medien schätzen sie auf umgerechnet 230–275 Mio. Euro.[4] Im Dezember 2021 wurde Gaos Anteil für 100 Millionen Pfund an die Sport Republic Group verkauft, die dem serbischen Tycoon Dragan Solak gehört, Katharina Liebherr behält ihren Anteil von 20 Prozent.[5]

Titel und ErfolgeBearbeiten

EuropapokalbilanzBearbeiten

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1969/70 Messestädte-Pokal 1. Runde Norwegen  Rosenborg Trondheim 2:1 0:1 (A) 2:0 (H)
2. Runde Portugal  Vitória Guimarães 8:4 3:3 (A) 5:1 (H)
3. Runde England  Newcastle United (a)1:1(a) 0:0 (A) 1:1 (H)
1971/72 UEFA-Pokal 1. Runde Spanien 1945  Athletic Bilbao 2:3 2:1 (H) 0:2 (A)
1976/77 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Frankreich  Olympique Marseille 5:2 4:0 (H) 1:2 (A)
2. Runde Nordirland  Carrick Rangers FC 9:3 5:2 (A) 4:1 (H)
Viertelfinale Belgien  RSC Anderlecht 2:3 0:2 (A) 2:1 (H)
1981/82 UEFA-Pokal 1. Runde Irland  Limerick United 4:1 3:0 (A) 1:1 (H)
2. Runde Portugal  Sporting Lissabon 2:4 2:4 (H) 0:0 (A)
1982/83 UEFA-Pokal 1. Runde Schweden  IFK Norrköping (a)2:2(a) 2:2 (H) 0:0 (A)
1984/85 UEFA-Pokal 1. Runde Deutschland Bundesrepublik  Hamburger SV 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
2003/04 UEFA-Pokal 1. Runde Rumänien  Steaua Bukarest 1:2 1:1 (H) 0:1 (A)
2015/16 UEFA Europa League 3. Qualifikationsrunde Niederlande  Vitesse Arnheim 5:0 3:0 (H) 2:0 (A)
Play-offs Danemark  FC Midtjylland 1:2 1:1 (H) 0:1 (A)
2016/17 UEFA Europa League Gruppenphase Tschechien  Sparta Prag 3:1 3:0 (H) 0:1 (A)
Israel  Hapoel Be’er Scheva 1:1 0:0 (A) 1:1 (H)
Italien  Inter Mailand 2:2 0:1 (A) 2:1 (H)
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 34 Spiele, 12 Siege, 12 Unentschieden, 10 Niederlagen, 50:34 Tore (Tordifferenz +16)

Kader der Saison 2022/23Bearbeiten

Stand: 18. Oktober 2022[6]

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit
Tor
01 England  Alex McCarthy 3. Dez. 1989 2016
13 Argentinien  Willy Caballero 28. Sep. 1981 2021
31 Irland  Gavin Bazunu 20. Feb. 2002 2022
Abwehr
02 England  Kyle Walker-Peters 13. Apr. 1997 2020
04 Brasilien  Lyanco 1. Feb. 1997 2021
06 Kroatien  Duje Ćaleta-Car 17. Sep. 1996 2022
21 England  Valentino Livramento 12. Nov. 2002 2021
22 Ghana  Mohammed Salisu 17. Apr. 1999 2020
28 Spanien  Juan Larios 12. Jan. 2004 2022
37 Deutschland  Armel Bella-Kotchap 11. Dez. 2001 2022
Mittelfeld
03 England  Ainsley Maitland-Niles 29. Aug. 1997 2022
07 Nigeria  Joe Aribo 21. Juli 1996 2022
08 England  James Ward-Prowse (C)  1. Nov. 1994 2011
17 Schottland  Stuart Armstrong 30. März 1992 2018
19 Mali  Moussa Djenepo 15. Juni 1998 2019
23 England  Samuel Edozie 28. Jan. 2003 2022
27 Frankreich  Ibrahima Diallo 8. März 1999 2020
32 England  Theo Walcott 16. März 1989 2020
45 Belgien  Roméo Lavia 6. Jan. 2004 2022
Sturm
09 England  Adam Armstrong 10. Feb. 1997 2021
10 Schottland  Ché Adams 13. Juli 1996 2019
18 Frankreich  Sékou Mara 30. Juli 2002 2022
24 Norwegen  Mohamed Elyounoussi 4. Aug. 1994 2018

Ehemalige SpielerBearbeiten

 
Alan Shearer begann 1988 seine Spielerkarriere beim FC Southampton

Southamptons TrainerBearbeiten

Bisher wurde der FC Southampton hauptsächlich von Engländern trainiert. Alfred McMinn holte 1897 mit dem Gewinn der Southern Football League Premier Division (SFLPD) den ersten Titel der Vereinsgeschichte nach Southampton. Wiederum dessen Nachfolger, der Engländer Ernest Arnfield, ist der bisher erfolgreichste Mann auf diesem Posten. Zwischen 1898 und 1904 gewann er fünfmal den Titel in der SFLPD. Zudem stand er mit seiner Mannschaft in zwei Endspielen des FA Cups, die jeweils verloren wurden. Arnfield war insgesamt 20 Jahre Cheftrainer der Saints. Neben Steve Wigley ist er bis heute der einzige Trainer, der in zwei Perioden auf dem Cheftrainerstuhl des FC Southampton Platz nahm. Für die Dauer von 18 Jahren war Ted Bates Trainer, dies aber in nur einer Periode. Er hält damit sowohl den Rekord für die längste durchgehende Trainerschaft als auch den der meisten Spiele an der Seitenlinie für den FC Southampton.

Chris Nicholl wurde im Juli 1985 der erste Nicht-Engländer auf diesem Posten. Der Nordire hielt sich sechs Jahre bei den Saints. Seit 1996 werden auch immer wieder Schotten Trainer in Southampton. Den Anfang machte Graeme Souness. Seither waren es vier Fußballlehrer aus dem britischen Nordteil. Mit Jan Poortvliet wurde 2008 ein Nicht-Brite Trainer. Er musste jedoch nach sieben Monaten seinen Posten räumen und wurde durch seinen Landsmann Mark Wotte ersetzt. Von März bis Dezember 2018 wurde die Position durch Mark Hughes besetzt, welcher aber nach dem knappen Klassenerhalt in der Saison 2017/18 wegen anhaltender Erfolglosigkeit in der Folgesaison entlassen wurde. Auf ihn folgte, nachdem Kelvin Davis das Team in einem Spiel als Interimstrainer betreut hatte, der erste österreichische Trainer der Premier League, Ralph Hasenhüttl. Dieser wurde im November 2022 entlassen. Auf ihn folgte interimsweise Rubén Sellés. (Stand: November 2022)

(Quelle: soccerbase.com)[7]

WeblinksBearbeiten

Commons: Southampton F.C. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Javier García u. a.: British and Irish Clubs – Overseas Tours 1890–1939. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation, 30. Oktober 2005
  2. Southampton qualify for Europa League, abgerufen am 30. Mai 2015
  3. Katharina Liebherr: A letter to Saints fans. In: Southampton FC. (southamptonfc.com [abgerufen am 14. August 2017]).
  4. Chinese businessman buys stake in Premier League club Southampton. In: Mail Online. (dailymail.co.uk [abgerufen am 14. August 2017]).
  5. Sport Republic acquires ownership of club. In: southamptonfc.com. SFC Media, 4. Januar 2022, abgerufen am 10. Januar 2022 (englisch).
  6. SOUTHAMPTON FC | First Team. Abgerufen am 18. Oktober 2022 (englisch).
  7. Manager History for Southampton (englisch) soccerbase.com. Archiviert vom Original am 25. März 2009. Abgerufen am 4. April 2019.