Hauptmenü öffnen

Olympische Sommerspiele 1936/Leichtathletik

Wettbewerbe in der Leichtathletik bei den Olympischen Sommerspielen 1936
Leichtathletik bei den
XI. Olympischen Spielen
Olympische Ringe
Leichtathletik
Informationen
Datum: 2. August bis 9. August
Wettkampfort: Deutsches ReichDeutsches Reich Berlin
Austragungsort: Olympiastadion (Berlin)
Entscheidungen: Männer: 23 / Frauen: 6
Los Angeles 1932 London 1948
Logo
Olympische Spiele 1936
(Medaillenspiegel Leichtathletik)
Platz Mannschaft Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Total
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 14 7 4 25
2 Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich 5 4 4 13
3 FinnlandFinnland Finnland 3 5 2 10
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2 5 7
5 JapanJapan Japan 2 2 3 7
6 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 1 2 2 5
7 NeuseelandNeuseeland Neuseeland 1 1
Ungarn 1918Ungarn Ungarn 1 1
9 PolenPolen Polen 2 1 3
10 KanadaKanada Kanada 1 3 4
11 SchweizSchweiz Schweiz 1 1
12 NiederlandeNiederlande Niederlande 2 2
SchwedenSchweden Schweden 2 2
14 AustralienAustralien Australien 1 1
LettlandLettland Lettland 1 1
Philippinen 1919Philippinen Philippinen 1 1

Bei den XI. Olympischen Spielen 1936 in Berlin wurden 29 Wettbewerbe in der Leichtathletik ausgetragen. Es fanden 23 Wettbewerbe für Männer und 6 für Frauen statt.

Inhaltsverzeichnis

RahmenbedingungenBearbeiten

Berlin hatte die Ausrichtung der Spiele offiziell im Jahre 1931 übernommen, also vor der sog. Machtergreifung der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland. Nach ersten Überlegungen, die Ausrichtung sogar zurückzugeben, nutzte das Regime die Spiele als Mittel zur verharmlosenden Außendarstellung der Verhältnisse in Deutschland, das wie gerufen kam.[1][2]

Das für dieses Ereignis neu erbaute Stadion bot hervorragende Voraussetzungen für gute Leistungen. Es verfügte über eine 400-Meter-Aschenbahn, die inzwischen in dieser standardisierten Form üblich geworden war.

WettbewerbeBearbeiten

Im Wettbewerbsangebot gab es gegenüber 1932 keine Änderungen. D.h. bei den Männern gab es ein gegenüber heute fast identisches Programm, 1936 fehlte lediglich ein zweiter Geh-Wettbewerb. Die Frauen dagegen mussten sich weiterhin mit einem dünnen Angebot mit sechs Disziplinen zufriedengeben. Es gab im Laufen die 100 Meter, die 80 Meter Hürden und die 4-mal-100-Meter-Staffel, im Springen den Hochsprung sowie als Wurfdisziplinen den Diskus- und Speerwurf.

Sportliche ErfolgeBearbeiten

Die Leistungen standen auf einem hervorragenden Niveau, wenn auch die Rekordflut der vorangegangenen Spiele in Los Angeles nicht erreicht wurde. Es gab fünf Weltrekorde und darüber hinaus wurden fünfzehn olympische Rekorde aufgestellt.

Mit 14 Gold-, 7 Silber- und 4 Bronzemedaillen war die US-amerikanische Mannschaft wiederum die erfolgreichste in den Leichtathletikwettbewerben. Nach großen Anstrengungen der Sportförderung auf dem Hintergrund der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland, in der Sport als Mittel zur Außendarstellung eine große Rolle spielte, war Deutschland mit fünf Goldmedaillen das nächst erfolgreichste Team. Dahinter rangierten Finnland, das mit drei Goldmedaillen nicht mehr die großen Erfolge früherer Jahre hatte, sowie Großbritannien und Japan mit je zwei Olympiasiegen.

Jesse Owens war mit vier Goldmedaillen der erfolgreichste Sportler der Olympischen Spiele in Berlin überhaupt und gleichzeitig der herausragende Leichtathlet. Owens wurde Olympiasieger über 100 Meter, 200 Meter, im Weitsprung und als Startläufer der 4-mal-100-Meter-Staffel. Vier Goldmedaillen bei einer einzigen olympischen Veranstaltung gewann in der Leichtathletik außer Owens bis heute nur noch sein Landsmann Carl Lewis, der 1984 in exakt den gleichen Disziplinen erfolgreich war wie Jesse Owens 1936.

Helen Stephens errang als einzige Athletin zwei Goldmedaillen bei diesen Leichtathletikwettkämpfen. Sie siegte über 100 Meter und als Schlussläuferin der 4-mal-100-Meter-Staffel.

Resultate MännerBearbeiten

100 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Jesse Owens Vereinigte Staaten 48  USA 10,3
2 Ralph Metcalfe Vereinigte Staaten 48  USA 10,4
3 Martinus Osendarp Niederlande  NED 10,5
4 Frank Wykoff Vereinigte Staaten 48  USA 10,6
5 Erich Borchmeyer Deutsches Reich  GER 10,7
6 Lennart Strandberg Schweden  SWE 10,9

12 Vorläufe: 2. August, ab 10:00 Uhr / 4 Zwischenläufe am 2. August, ab 15:00 Uhr / 2 Halbfinals, 3. August, ab 15:00 Uhr
Finale: 3. August, 17:00 Uhr
Teilnehmer: 63 Sportler aus 30 Ländern

Jesse Owens lief im Vorlauf mit 10,3 s einen olympischen Rekord. Im Zwischenlauf konnte er seine Zeit auf 10,2 s verbessern, dieser Rekord wurde jedoch wegen zu starken Rückenwinds nicht anerkannt. Auch im Finale war der Rückenwind zu stark für eine Anerkennung der Siegerzeit als olympischen Rekord.

In diesem Finale lag der Ausnahmesportler Owens nach fünfzig Metern deutlich vor seinem Hauptkonkurrenten Ralph Metcalfe, der 1932 bereits Silber gewonnen hatte. Metcalfe kam noch gefährlich nahe auf, aber Owens wurde Olympiasieger. Auf Platz drei brach der Niederländer Martinus Osendarp als einziger in die Phalanx der US-Läufer ein.

200 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Jesse Owens Vereinigte Staaten 48  USA 20,7 OR
2 Mack Robinson Vereinigte Staaten 48  USA 21,1
3 Martinus Osendarp Niederlande  NED 21,3
4 Paul Hänni Schweiz  SUI 21,6
5 Lee Orr Kanada  CAN 21,6
6 Wil van Beveren Niederlande  NED 21,9

8 Vorläufe: 4.  August, ab 10:30 Uhr / 4  Zwischenläufe, 4. August, ab 15:30 Uhr / 2 Halbfinals, 5. August, ab 15:00 Uhr
Finale: 5. August, 18:00 Uhr

Schon im Vor- und Zwischenlauf lief Jesse Owens mit 21,1 s olympischen Rekord, den Mack Robinson in seinem Halbfinale ebenfalls erreichte. Obwohl Mack im Finale genauso schnell war, wurde er wie alle anderen Läufer von Owens zum Statisten degradiert. Mit deutlichem Vorsprung kam der Star dieser Spiele, der bereits Gold über 100 Meter und im Weitsprung gewonnen hatte, aus der Kurve und holte sich seine dritte Goldmedaille. Dabei verbesserte er den olympischen Rekord auf 20,7 s. Dahinter erreichte Mack Platz zwei und der Niederländer Martinus Osendarp gewann wie schon über 100 Meter die Bronzemedaille.

400 mBearbeiten

 
Archie Williams siegt über 400 m
Platz Athlet Land offiz. Zeit (s) elektron. (s)
1 Archie Williams Vereinigte Staaten 48  USA 46,5 46,66
2 Godfrey Brown Vereinigtes Konigreich  GBR 46,7 46,68
3 James LuValle Vereinigte Staaten 48  USA 46,8 46,84
4 Bill Roberts Vereinigtes Konigreich  GBR 46,8 46,87
5 William Fritz Kanada  CAN 47,8 k. A.
6 John Loaring Kanada  CAN 48,2

8 Vorläufe: 6. August, ab 10:30 Uhr / 4 Zwischenläufe am 6. August, ab 15:15 Uhr / 2 Halbfinals, 7. August, ab 15:00 Uhr
Finale: 7. August, 17:30 Uhr
Teilnehmer: 42 Sportler aus 25 Ländern

Der US-Amerikaner Archie Williams legte eine Blitzkarriere hin. 1935 lag seine Bestzeit noch über 49 Sekunden. 1936 verbesserte er sich bereits im April auf 47,4 s, dann über eine weitere Zwischenstation bis zum Weltrekord von 46,1 s. Seine Landsleute lagen mit ihren Bestleistungen allerdings nur wenige Zehntelsekunden hinter ihm. Emmett Smallwood konnte wegen einer Erkrankung im Zwischenlauf nicht mehr antreten, sodass die US-Läufer im Finale nur noch zu zweit waren. Dieses Finale wurde spannender als vielleicht erwartet. Archie Williams und James LuValle legten ein sehr hohes Anfangstempo vor, aber vor allem die beiden britischen Läufer holten in der zweiten Rennhälfte auf. Williams konnte sich noch knapp als Olympiasieger ins Ziel retten, dahinter lag Godfrey Arthur Brown. LuValle lief hauchdünn vor Bill Roberts auf den dritten Platz.

Zur besseren Einordnung der Abstände sind in der Tabelle links die inoffiziellen elektronisch gestoppten Zeiten mit aufgeführt.

800 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 John Woodruff Vereinigte Staaten 48  USA 1:52,9
2 Mario Lanzi Italien 1861  ITA 1:53,3
3 Phil Edwards Kanada  CAN 1:53,6
4 Kazimierz Kucharski Polen  POL 1:53,8
5 Charles Hornbostel Vereinigte Staaten 48  USA 1:54,6
6 Harry Williamson Vereinigte Staaten 48  USA 1:55,8
7 Juan Carlos Anderson Argentinien  ARG k. A.
8 Gerald Backhouse Australien  AUS

6 Vorläufe: 2. August, ab 16:00 Uhr / 3 Zwischenläufe am 3. August, ab 17:15 Uhr / 2 Halbfinals, 7. August, ab 15:00 Uhr
Finale: 4. August, 17:45 Uhr
Teilnehmer: 43 Sportler aus 24 Ländern

John Woodruff wartete im Olympiajahr mit einem enormen Leistungssprung über 800 Meter auf, ähnlich wie das bei Archie Williams über 400 Meter der Fall war. Von 1:55,1 min aus dem Jahr 1935 verbesserte Woodruff sich als Sieger der US-Olympiaausscheidungen auf 1:49,9 min. So reiste er als Mitfavorit nach Berlin. Im Finale war auch der Kanadier Phil Edwards, Olympiavierter von 1928 und Bronzemedaillengewinner von 1932, wieder dabei. In der Vergangenheit hatte er seine Rennen immer wieder von vorne mit hohem Tempo gestaltet. Auch diesmal nahm er zunächst wieder die Spitze, aber entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten lief er eher mit der Geschwindigkeit eines Bummelzuges. So gab es im Feld ein paar kleinere Rempeleien. Die 400-Meter-Marke wurde in 57,4 s passiert. Woodruff ergriff als Erster die Initiative, übernahm mit einem starken Antritt die Führung und legte gleich einige Meter Abstand zwischen sich und dem Rest des Feldes. Der Italiener Mario Lanzi spurtete nun von weit hinten kommend an seinen Kontrahenten vorbei, konnte Woodruff jedoch nicht mehr erreichen. So gab es Gold für Woodruff, Silber für Lanzi und noch einmal Bronze für Edwards.

1500 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Jack Lovelock Neuseeland  NZL 3:47,8 WR
2 Glenn Cunningham Vereinigte Staaten 48  USA 3:48,4
3 Luigi Beccali Italien 1861  ITA 3:49,2
4 Archie San Romani Vereinigte Staaten 48  USA 3:50,0
5 Phil Edwards Kanada  CAN 3:50,4
6 Jerry Cornes Vereinigtes Konigreich  GBR 3:51,4
7 Miklós Szabó Ungarn 1918  HUN 3:53,0
8 Robert Goix Frankreich  FRA 3:53,8

4 Vorläufe: 5. August, ab 17:00 Uhr
Finale: 6. August, 16:15 Uhr
Teilnehmer: 43 Sportler aus 27 Ländern

Für diesen Wettbewerb gab es einen kleineren Favoritenkreis. Dazu gehörten der italienische Olympiasieger von 1932 Luigi Beccali, der US-Amerikaner Glenn Cunningham, der Neuseeländer Jack Lovelock – Cunningham und Lovelock waren ebenfalls bei den Spielen 1932 schon im Finale – und der Brite Sydney Charles Wooderson. Der Brite trat verletzt zum Vorlauf an und schied dort aus. Im Finale entwickelte sich ein Rennen mit hohem Tempo. Vor allem der Brite Jerry Cornes machte anfangs die Führungsarbeit, bei 400 Metern – Durchgangszeit 61,5 s – übernahmen zuerst Cunningham und dann der Schwede Eric Ny, der die 800 Meter in 2:05,0 min durchlief. nach 1000 Metern zog Cunningham einen langen Spurt an, dem nur noch Lovelock folgen konnte. Bei 1200 m – Durchgangszeit 3:05,0 min – lag Lovelock dann schon vorne und lief dem Olympiasieg mit neuem Weltrekord entgegen. Die Schlussrunde hatte er in ganz starken 56,8 s bewältigt. Beccali wurde hinter Cunningham Dritter.

Jack Lovelocks Erfolg war umso erstaunlicher, da er jedes Jahr nur ganz wenige Rennen bestreiten konnte. Er litt unter Schlaflosigkeit und Platzangst, immer wieder begleitet von starken Schwindelgefühlen, die ihn 1949 das Leben kosteten, als er in einem Schwindelanfall unter eine U-Bahn stürzte.

5000 mBearbeiten

 
Józef Noji, Gunnar Hockert und Ilmari Salminen beim 5.000-m-Rennen
Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Gunnar Höckert Finnland  FIN 14:22,2 OR
2 Lauri Lehtinen Finnland  FIN 14:25,8
3 Henry Jonsson Schweden  SWE 14:29,0
4 Kōhei Murakoso Japan  JPN 14:30,0
5 Józef Noji Polen  POL 14:33,4
6 Ilmari Salminen Finnland  FIN 14:39,8
7 Umberto Cerati Italien 1861  ITA 14:44,4
8 Louis Zamperini Vereinigte Staaten 48  USA 14:46,8

3 Vorläufe: 4. August, ab 18:00 Uhr
Finale: 7. August, 15:15 Uhr
Teilnehmer: 41 Sportler aus 23 Ländern

Als Favoriten gingen vor allem wieder die finnischen Langstreckler ins Rennen. Einer ihrer Hauptgegner war an sich der US-Amerikaner Donald Lash, der im Juni über 3000 Meter Paavo Nurmis Weltrekord verbessert hatte. Aber Lash hatte sich bei seiner Anreise auf dem Schiff sechs Kilogramm Übergewicht zugelegt, das er kurzfristig mit Gewalt wieder abzutrainieren versuchte. Da war es um seine Form geschehen. Im Finale führten zunächst die beiden Finnen Lauri Lehtinen und der 10.000-Meter-Olympiasieger Ilmari Salminen – 1000 Meter in 2:49,0 min. Lash löste sie ab, musste aber bei 2000 Metern – 5:45,6 min – abreißen lassen. Nun erschien wie schon über 10.000 Meter der Japaner Kōhei Murakoso, der eine sechsköpfige Spitzengruppe anführte – 3000 Meter in 8:40,0 min und 4000 Meter in 11:37,5 min. Hier verschärfte der Finne Gunnar Höckert wie entfesselt. Seine beiden Landsleute Lehtinen und Salminen kollidierten bei dem Versuch, sofort Anschluss zu halten und so tat sich ganz schnell eine Lücke zwischen Höckert und dem Rest der Spitzengruppe auf. Salminen war sogar gestürzt und hatte viel Zeit verloren, die Entscheidung war gefallen. Höckert wurde mit neuem olympischen Rekord in 14:22,2 min Olympiasieger vor Lehtinen. Der Schwede Henry Jonsson sicherte sich im Spurt die Bronzemedaille, Murakoso wurde wie über 10.000 Meter unglücklicher Vierter.

10.000 mBearbeiten

 
Volmari Iso-Hollo, Arvo Askola, Ilmari Salminen und Kohei Murakoso beim 10.000-Meter-Lauf
Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Ilmari Salminen Finnland  FIN 30:15,4
2 Arvo Askola Finnland  FIN 30:15,6
3 Volmari Iso-Hollo Finnland  FIN 30:20,2
4 Kōhei Murakoso Japan  JPN 30:25,0
5 Alec Burns Vereinigtes Konigreich  GBR 30:58,2
6 Juan Carlos Zabala Argentinien  ARG 31:22,0
7 Max Gebhardt Deutsches Reich  GER 31:29,6
8 Donald Lash Vereinigte Staaten 48  USA 31:39,4

Datum: 2. August
Teilnehmer: 30 Sportler aus 18 Ländern

Die drei Finnen Arvo Askola, Volmari Iso-Hollo und Ilmari Salminen gingen gleich nach Rennbeginn in Führung und kontrollierten zunächst das Geschehen. Doch schnell übernahm der Japaner Kōhei Murakoso die Spitze und schlug dabei ein hohes Tempo an – 5000 Meter in 15:00,9 min. Bei 6000 Metern beschleunigten die drei Finnen, der Brite Alec Burns, der als einziger neben Murakoso noch mithalten konnte, fiel jetzt zurück. Aber der Japaner ließ sich nicht abschütteln und hielt bis zu Beginn der letzten Runde Anschluss. Hier forcierten die Finnen noch einmal und machten jetzt die Medaillen unter sich aus. Iso-Hollo konnte dem Spurt seiner Landsleute nicht mehr folgen und gewann die Bronzemedaille. Der Kampf um Gold blieb bis zum Schluss spannend. Salminen wurde schließlich Olympiasieger, Askola gewann Silber.

MarathonBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Son Kitei Japan  JPN 2:29:19,2 OR
2 Ernie Harper Vereinigtes Konigreich  GBR 2:31:23,2
3 Nan Shōryū Japan  JPN 2:31:42,0
4 Erkki Tamila Finnland  FIN 2:32:45,0
5 Väinö Muinonen Finnland  FIN 2:33:46,0
6 Johannes Coleman Sudafrika 1928  ZAF 2:36:17,0
7 Donald Robertson Vereinigtes Konigreich  GBR 2:37:06,2
8 Jackie Gibson Sudafrika 1928  ZAF 2:38:04,0

Datum: 9. August, 15:00 Uhr
Teilnehmer: 56 Sportler aus 27 Ländern / Streckenlänge 42,15 km
Die Strecke führte vom Olympiastadion über das Maifeld zur Heerstraße, die an der Pichelsdorfer Brücke überquert wurde. Die nächsten acht Kilometer gingen durch den Grunewald Richtung Süden über Schildhorn und Kaiser-Wilhelm-Turm. Nach rund zwölf Kilometern bogen die Läufer auf die AVUS ein, die zehn Kilometer geradeaus führte. Der Wendepunkt war an der Nordkurve, von wo aus es auf dem gleichen Kurs zurückging.

Der Marathonlauf von Berlin hat neben der sportlichen noch eine andere Komponente. In den offiziellen Ergebnislisten erscheinen auf Platz eins und drei die beiden japanischen Läufer Son Kitei und Nan Shōryū. Diese beiden Läufer starteten allerdings nur gezwungenermaßen für Japan. Eigentlich waren sie Koreaner und auch ihre Namen lauteten anders. Der Sieger hieß in Wirklichkeit Sohn Kee-chung, der Name des Dritten lautete korrekt Nam Sung-yong. Hintergrund ist die nationalistische Politik des Japans dieser Zeit. Das Land Korea wurde von den Japanern überfallen und annektiert. Die beiden Marathonläufer waren aussichtsreiche Kandidaten für die Spiele in Berlin, also wurden ihre Namen kurzerhand 'japanisiert'. Beide wandten sich demonstrativ ab, als die japanische Flagge bei der Siegerehrung hochgezogen wurde – ein trauriges olympisches Kapitel, das in das nationalsozialistische Deutschland der damaligen Zeit passte.[3][4]

Im Rennen selber versuchte der Olympiasieger von 1932 Juan Carlos Zabala, seinen Sieg zu wiederholen, führte von Anfang an und war mit schnellem Tempo bald alleine vorn. Doch er hatte sich übernommen und musste das Rennen nach dreißig Kilometern aufgeben. Bei Kilometer 35 schüttelte Sohn Kee-chung dann seinen letzten Verfolger Ernie Harper ab und gewann die Goldmedaille. Nam Sung-yong lief hinter Harper auf den dritten Platz.

110 m HürdenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Forrest Towns Vereinigte Staaten 48  USA 14,2
2 Don Finlay Vereinigtes Konigreich  GBR 14,4
3 Fritz Pollard Vereinigte Staaten 48  USA 14,4
4 Håkan Lidman Schweden  SWE 14,4
5 John Thornton Vereinigtes Konigreich  GBR 14,7
6 Larry O’Connor Kanada  CAN 15,0

6 Vorläufe: 5. August, ab 16:30 Uhr / 2 Zwischenläufe am 6. August, ab 15:00 Uhr
Finale: 6. August, 17:45 Uhr
Teilnehmer: 31 Sportler aus 20 Ländern
Die Regel, wonach Rekorde nur anerkannt werden konnten, wenn keine Hürde gerissen wurde, war nun abgeschafft.

Bereits im Zwischenlauf stellte Forrest Towns mit 14,1 s seinen eigenen bestehenden Weltrekord ein. Dieser Forrest Towns hatte eigentlich Hochspringer werden wollen und hatte sich dazu im Garten zu Hause eine Hochsprunganlage gebaut. Mit 19 Jahren übersprang er 1,83 m, was ihm ein Stipendium einbrachte. Der Leichtathletiktrainer am College überredete ihn jedoch zum Hürdenlauf zu wechseln, wo Towns sich innerhalb von zwei Jahren bis 1935 bis auf 14,4 s verbesserte. Vor den Spielen lief er mit 14,1 s sogar neuen Weltrekord. Im Finale führte bis zur dritten Hürde Fritz Pollard, aber Towns war mit seiner ausgezeichneten Hürdentechnik der klar beste Hürdensprinter. Mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung gewann er vor dem Briten Donald Finlay und Pollard, der beim Reißen einer Hürde Finlay noch passieren lassen musste.

400 m HürdenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Glenn Hardin Vereinigte Staaten 48  USA 52,4
2 John Loaring Kanada  CAN 52,7
3 Miguel White Philippinen 1919  PHI 52,8
4 Joseph Patterson Vereinigte Staaten 48  USA 53,0
5 Sylvio Padilha Brasilien 1889  BRA 54,0
6 Christos Mantikas Königreich Griechenland  GRE 54,2

6 Vorläufe: 3. August, ab 15:00 Uhr / 2 Zwischenläufe am 4. August, ab 15:00 Uhr
Finale: 4. August, 17:30 Uhr
Teilnehmer: 32 Sportler aus 20 Ländern

In diesem Rennen krönte der US-Amerikaner Glenn Hardin seine Laufbahn. Bei den Olympischen Spielen 1932 hatte er Silber gewonnen und dabei den weiterhin bestehenden olympischen Rekord von 52,0 s aufgestellt. – Damals hatte noch die Regel gegolten, dass Rekorde nur anerkannt wurden, wenn keine Hürde gerissen worden war. – 1934 hatte Hardin in Stockholm den Weltrekord mit 50,6 s in seinen Besitz gebracht. Und nun gewann er in Berlin die Goldmedaille. Allerdings ging es enger zu als erwartet. Der Kanadier John Loaring war nur drei Zehntelsekunden hinter ihm, Miguel White von den Philippinen nur vier Zehntel. Für die beiden gab es Silber und Bronze. Vierte wurde knapp dahinter der US-Amerikaner Joseph Patterson.

3000 m HindernisBearbeiten

 
Volmari Iso-Hollo
Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Volmari Iso-Hollo Finnland  FIN 9:03,8 WR
2 Kalle Tuominen Finnland  FIN 9:06,8
3 Alfred Dompert Deutsches Reich  GER 9:07,2
4 Martti Matilainen Finnland  FIN 9:09,0
5 Harold Manning Vereinigte Staaten 48  USA 9:11,2
6 Lars Larsson Schweden  SWE 9:16,6
7 Voldemārs Vītols Lettland  LET 9:18,8
8 Glen Dawson Vereinigte Staaten 48  USA 9:21,2

3 Vorläufe: 3. August, ab 18:00 Uhr
Finale: 8. August, 16:00 Uhr
Teilnehmer: 28 Sportler aus 13 Ländern

Weltrekorde wurden wegen immer noch nicht vereinheitlichten Platzierung der Hindernisse auf der Strecke offiziell noch nicht geführt. Die eindeutige Favoritenrolle hatten die drei finnischen Läufer, allen voran der Olympiasieger von 1932 Volmari Iso-Hollo. Der deutsche Teilnehmer Alfred Dompert war eigentlich nur eine Verlegenheitsmeldung des Deutschen Leichtathletik-Verbands, Dompert hatte über 1500 Meter die Olympianorm verfehlt und an den deutschen Meisterschaften über 3000 Meter Hindernis gar nicht teilgenommen. Im Finale schlug Iso-Hollo von Beginn an ein hohes Tempo an, es folgten zunächst nur der Inhaber der inoffiziellen Weltbestzeit Harold Manning (USA), der Finne Martti Matilainen und völlig überraschend Alfred Dompert. Dann arbeitete sich auch der dritte Finne Kalle Tuominen an die Spitzengruppe heran, die bis zwei Runden vor Schluss so zusammenblieb. An dieser Stelle forcierte Iso-Hollo enorm und setzte sich von allen anderen ab. Manning fiel deutlich zurück. Tuominen lag an zweiter Stelle, dicht dahinter folgten Dompert und Matilainen, der dann jedoch auch abreißen lassen musste. In dieser Reihenfolge kamen die Läufer ins Ziel, Gold also für Iso-Hollo mit neuem olympischen Rekord, Silber für Tuominen und eine völlig unerwartete Bronzemedaille für Dompert.

4 × 100 m StaffelBearbeiten

 
Die siegreiche US-Staffel: Jesse Owens, Ralph Metcalfe, Foy Draper und Frank Wykoff (von links nach rechts)

3 Vorläufe: 8. August, ab 15:00 Uhr
Finale: 9. August, 15:15 Uhr
Teilnehmer: 60 Sportler aus 15 Ländern

Gegen die Überlegenheit der US-Staffel, die entgegen früherer schon einmal angewandter Praxis hier in Bestbesetzung antrat, konnte keine andere Staffel etwas ausrichten. Bereits im Vorlauf stellte die USA den bestehenden Weltrekord ein. Im Finale lief das Team dann noch einmal schneller und blieb als erste Staffel überhaupt mit 39,8 s unter der 40-Sekunden-Marke. Italien wurde deutlich abgeschlagen Zweiter. Auf dem dritten Platz lagen die Niederländer, aber Schlussläufer Martinus Osendarp verlor den Stab, sodass die deutsche Staffel noch zu einer Bronzemedaille kam. Der Weltrekord der Goldstaffel wurde erst zwanzig Jahre später bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne unterboten.

4 × 400 m StaffelBearbeiten

3 Vorläufe: 8. August, ab 16:30 Uhr
Finale: 9. August, 15:45 Uhr
Teilnehmer: 49 Sportler aus 12 Ländern

Wie bei den Olympischen Spielen 1932 über 4-mal 400 Meter setzten die US-Amerikaner mit Olympiasieger Archie Williams und dem Olympiadritten James LuValle ihre stärksten Läufer in diesem Wettbewerb nicht ein. Sie gingen davon aus, dass auch ihre Zweitbesetzung problemlos die Goldmedaille gewinnen würde. Doch diesmal hatte sie sich verrechnet. Nach den Startläufern führten ganz überraschend die Kanadier vor der USA und Großbritannien, die beim zweiten Wechsel die Führung vor der USA und Kanada übernahmen. Auf der dritten Teilstrecke vergrößerten die Briten ihren Vorsprung gegenüber den US-Amerikanern und Deutschland setzte sich nun mit deutlichem Abstand auf den dritten Platz knapp vor Kanada. Diese Reihenfolge änderte sich mit den Schlussläufern nicht mehr. Großbritannien erlief sich mit klarem Vorsprung Gold vor der US-Staffel. In einem harten Kampf mit den Kanadiern behauptete die deutsche Staffel knapp die Bronzemedaille.

50 km GehenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Harold Whitlock Vereinigtes Konigreich  GBR 4:30:41,4 OR
2 Arthur Tell Schwab Schweiz  SUI 4:32:09,2
3 Adalberts Bubenko Lettland  LET 4:32:42,2
4 Jaroslav Štork Tschechoslowakei 1920  TCH 4:34:00,2
5 Edgar Bruun Norwegen  NOR 4:34:53,2
6 Fritz Bleiweiß Deutsches Reich  GER 4:36:48,4
7 Karl Reiniger Schweiz  SUI 4:40:45,0
8 Étienne Laisné Frankreich  FRA 4:41:40,0

Datum: 5. August, 13:00 Uhr
Teilnehmer: 49 Sportler aus 12 Ländern
Die Strecke war nahezu identisch mit der im Marathonlauf, der einzige Unterschied war, dass die Geher nach der Nordkurve auf der AVUS noch eine acht Kilometer lange Schleife im Grunewald absolvieren mussten.

Bedingt durch kleine Regenschauer vor dem Rennen und Temperaturen um die 18° Celsius hatten die Teilnehmer nicht mit den Hitzestrapazen der vorangegangenen olympischen Austragung zu kämpfen. Nach wechselnden Führungen in der Anfangsphase übernahm der Brite Harold Whitlock ab Kilometer 32,5 die Spitze. Er schaffte eine Lücke zwischen sich und seine Verfolger, die er bis zum Ziel langsam, aber kontinuierlich ausbaute. Mit neuem olympischen Rekord wurde er Olympiasieger. Sein Vorsprung auf den Zweiten Arthur Schwab aus der Schweiz betrug im Ziel fast eineinhalb Minuten. Weitere 33 Sekunden dahinter gewann der Lette Adalberts Bubenko die Bronzemedaille.
Harold Whitlock verbesserte den olympischen Rekord um mehr als neunzehn Minuten und verfehlte die Weltbestzeit nur um ca. vier Minuten.

HochsprungBearbeiten

Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Cornelius Johnson Vereinigte Staaten 48  USA 2,03 OR
2 Dave Albritton Vereinigte Staaten 48  USA 2,00
3 Delos Thurber Vereinigte Staaten 48  USA 2,00
4 Kalevi Kotkas Finnland  FIN 2,00
5 Kimio Yada Japan  JPN 1,97
6 Yoshiro Asakuma Japan  JPN 1,94
Lauri Kalima Finnland  FIN 1,94
Hiroshi Tanaka Japan  JPN 1,94
Gustav Weinkötz Deutsches Reich  GER 1,94

Qualifikation: 2. August, ab 10:30 Uhr – Qualifikationshöhe: 1,85 m
Finale: 2. August, 15:00 Uhr mit 22 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 40 Sportler aus 24 Ländern

Topfavorit war der US-amerikanische Weltrekordmitinhaber Cornelius Johnson. Auch der zweite Weltrekordler Dave Albritton – beide hatten 2,07 m übersprungen – war in Berlin dabei. Johnson übersprang als einziger die olympische Rekordhöhe von 2,03 m und gewann damit die Goldmedaille. Die Rangfolge auf den Plätzen zwei bis vier wurde durch einen Stichkampf entschieden, der außerordentlich spannend verlief. Albritton wurde schließlich Zweiter vor Delos Thurber und Europameister Kalevi Kotkas. Regulär hatten alle drei Springer 2,00 m bewältigt.

Zu einem durch die Ideologie der Nationalsozialisten bedingten rassistischen Eklat kam es, als die Siegerehrung vorgenommen werden sollte. Adolf Hitler verweigerte dem afroamerikanischen Goldmedaillengewinner Johnson den Handschlag. Das IOC forderte Hitler auf, entweder allen Siegern zu gratulieren oder niemandem. Hitler entschied sich dafür, zukünftig keine Gratulationen im Stadion vorzunehmen. Später wurde fälschlicherweise berichtet, Hitler habe dem vierfachen Olympiasieger Jesse Owens den Handschlag verweigert. Tatsächlich hatte es sich um Cornelius Johnson gehandelt, was diese Handlung allerdings keineswegs in einem besseren Licht erscheinen lässt.[5]

StabhochsprungBearbeiten

Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Earle Meadows Vereinigte Staaten 48  USA 4,35 OR
2 Nishida Shūhei Japan  JPN 4,25
3 Ōe Sueo Japan  JPN 4,25
4 William Sefton Vereinigte Staaten 48  USA 4,25
5 William Graber Vereinigte Staaten 48  USA 4,15
6 Josef Haunzwickel Osterreich  AUT 4,00
Danilo Innocenti Italien 1861  ITA 4,00
Alfred Proksch Osterreich  AUT 4,00
Kiyoshi Adachi Japan  JPN 4,00
Wilhelm Schneider Polen  POL 4,00
Syl Apps Kanada  CAN 4,00
Bo Ljungberg Schweden  SWE 4,00
Péter Bácsalmási Ungarn 1918  HUN 4,00
Jan Korejs Tschechoslowakei 1920  TCH 4,00
Richard Webster Vereinigtes Konigreich  GBR 4,00
Viktor Zsuffka Ungarn 1918  HUN 4,00

Qualifikation: 5. August, ab 10:30 Uhr – Qualifikationshöhe: 3,80 m
Finale: 5. August, 16:00 Uhr mit 25 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 30 Sportler aus 21 Ländern

Der Stabhochsprungwettkampf dauerte bis 21:00 Uhr, zwischen 18:15 Uhr und 18:35 Uhr musste er wegen Regen unterbrochen werden. Als um die Medaillen gesprungen wurde, war es schon so dunkel, dass die Scheinwerfer eingeschaltet wurden. Zusammen mit der äußeren Kühle waren diese Bedingungen nicht einfach für die Springer. Wieder gab es einen Kampf zwischen US-Amerikanern und Japanern, bei dem Nishida Shūhei und William Graber wie 1932 beteiligt waren. Der US-Amerikaner Earle Meadows war nach einigen Fehlversuchen bei niedrigeren Höhen schließlich der einzige, der die olympische Rekordhöhe von 4,35 m überquerte. Die Rangfolge auf den Plätzen zwei bis vier wurde durch einen Stichkampf entschieden. Shūhei erreichte im dabei genauso wie sein Landsmann Sueo eine Höhe von 4,25 m. Da der am Stechen ebenfalls beteiligte William Sefton inzwischen ausgeschieden war, einigten sich die beiden Japaner, auf eine weitere Fortsetzung zu verzichten.

Die japanische Mannschaftsleitung legte daraufhin fest, dass Shūhei die Silber- und Sueo die Bronzemedaille erhalten sollte, weil Shūhei einen Fehlversuch weniger hatte. Die beiden Athleten waren mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Sie zerschnitten nach ihrer Rückkehr ihre Medaillen und setzten sie mit jeweils der anderen Hälfte wieder zusammen. Die dabei entstandenen Medaillen werden im englischsprachigen Raum als „Medaille der ewigen Freundschaft“ bezeichnet. Natürlich änderte das Zerteilen der Medaillen nichts an der offiziellen Rangfolge. Allerdings mutet es heute schon etwas seltsam an, dass eine nationale Mannschaftsführung und nicht das Kampfgericht die offizielle Rangfolge festlegt.

Der sechste Platz wurde mit einer gesprungenen Höhe von 4,00 m insgesamt elf Mal vergeben. Auf ein Stechen wurde hierbei verzichtet.

WeitsprungBearbeiten

 
Jesse Owens beim Weitsprung
Platz Athlet Land Weite (m)
1 Jesse Owens Vereinigte Staaten 48  USA 8,06
2 Luz Long Deutsches Reich  GER 7,87
3 Tajima Naoto Japan  JPN 7,74
4 Wilhelm Leichum Deutsches Reich  GER 7,73
Arturo Maffei Italien 1861  ITA 7,73
6 Bob Clark Vereinigte Staaten 48  USA 7,67
7 John Brooks Vereinigte Staaten 48  USA 7,41
8 Robert Paul Frankreich  FRA 7,34

Qualifikation: 4. August, ab 10:30 Uhr – Qualifikationsweite: 7,15 m
Finale: 4. August, 16:30 Uhr mit 16 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 43 Sportler aus 27 Ländern

Der Weitsprung gehörte zu den herausragenden Wettbewerben dieser Spiele. Es begann schon in der Qualifikation. Die beiden Deutschen Luz Long und Europameister Wilhelm Leichum hatten sich mit ihrem jeweils ersten Sprung für das Finale qualifiziert, während der haushohe Favorit Jesse Owens nur noch einen Versuch hatte. Long sprach ihm Mut zu und Owens schaffte es mühelos. Hier begann eine Sportfreundschaft, die allerdings unter den Vorzeichen des Nationalsozialismus in Deutschland Hindernisse bekam. Das Halbfinale und Finale am Nachmittag entwickelten sich absolut hochklassig. Weltrekordler Owens ging gleich mit 7,74 m in Führung, Naoto Tajima war knapp dahinter Zweiter, dann folgte Long, der im nächsten Versuch mit Owens gleichzog. Aber der US-Amerikaner verbesserte sich auf 7,87 m. Auch Tajima schaffte im dritten Versuch 7,74 m und lag damit gleichauf mit Long. Die Durchgänge fünf und sechs brachten die Entscheidung. Long kam wie Owens auf 7,87 m, aber diesem gelang in Durchgang sechs mit 8,06 m der einzige Acht-Meter-Sprung dieser Konkurrenz. All diese Weiten waren äußerst hochklassig, konnten jedoch wegen zu starker Rückenwinde nicht offiziell in den Bestenlisten gewertet werden. Zwischen Long und Owens fand immer wieder ein Austausch statt während des Wettkampf, was dem Deutschen anschließend herbe Kritik des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland einbrachte.[6][7]

DreisprungBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Tajima Naoto Japan  JPN 16,00 WR
2 Harada Masao Japan  JPN 15,66
3 Jack Metcalfe Australien  AUS 15,50
4 Heinz Wöllner Deutsches Reich  GER 15,27
5 Rolland Romero Vereinigte Staaten 48  USA 15,08
6 Ōshima Kenkichi Japan  JPN 15,07
7 Erich Joch Deutsches Reich  GER 14,88
8 Dudley Wilkins Vereinigte Staaten 48  USA 14,83

Qualifikation: 6. August, ab 10:30 Uhr – Qualifikationsweite: 14,00 m
Finale: 6. August, 16:30 Uhr mit 23 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 31 Sportler aus 19 Ländern

Bei den beiden vorangegangenen Spielen hatten japanische Athleten den Dreisprung gewonnen. Den Weltrekord hatte ihnen mit 15,74 m inzwischen der Australier Jack Metcalfe abgejagt. So traten die japanischen Dreispringer und Metcalfe hier als Topfavoriten an. In Durchgang vier gelang dem Tajima Naoto, zwei Tage zuvor bereits Bronzemedaillengewinner im Weitsprung der erste Sprung über 16,00 Meter der Geschichte. Damit gewann er die Goldmedaille vor seinem Landsmann Harada Masao, der 15,66 m erreichte. Metcalfe sprang mit 15,50 m zur Bronzemedaille. Im Gegensatz zum Weitsprung ließ der Rückenwind für diesen Wettbewerb die Aufnahme der Leistungen in die Bestenlisten zu.

KugelstoßenBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Hans Woellke Deutsches Reich  GER 16,20 OR
2 Sulo Bärlund Finnland  FIN 16,12
3 Gerhard Stöck Deutsches Reich  GER 15,66
4 Sam Francis Vereinigte Staaten 48  USA 15,45
5 Jack Torrance Vereinigte Staaten 48  USA 15,38
6 Dimitri Zaitz Vereinigte Staaten 48  USA 15,32
7 František Douda Tschechoslowakei 1920  TCH 15,28
8 Arnold Viiding Estland  EST 15,23

Qualifikation: 2. August, ab 11:00 Uhr – Qualifikationsweite: 14,50 m
Finale: 2. August, 17:30 Uhr mit 15 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 22 Sportler aus 14 Ländern

Weltrekordler Jack Torrance war gesundheitsbedingt nicht in der Lage, um Gold mitzustoßen. Mit 15,38 m gelang ihm noch ein fünfter Platz. Bis zum fünften Durchgang führte der Finne Sulo Bärlund, dem mit 16,03 m der einzige 16-Meter-Stoß bis dahin gelungen war. Und er verbesserte sich im fünften Versuch noch auf 16,12 m. In diesem Durchgang aber steigerte sich der Deutsche Hans Woellke auf die olympische Rekordweite von 16,20 m und gewann damit die Goldmedaille vor Bärlund. Dritter wurde der Deutsche Gerhard Stöck, dem im Speerwurf noch Größeres gelingen sollte, mit 15,66 m.

DiskuswurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Ken Carpenter Vereinigte Staaten 48  USA 50,48 OR
2 Gordon Dunn Vereinigte Staaten 48  USA 49,36
3 Giorgio Oberweger Italien 1861  ITA 49,23
4 Reidar Sørlie Norwegen  NOR 48,77
5 Willy Schröder Deutsches Reich  GER 47,93
6 Nikolaos Syllas Königreich Griechenland  GRE 47,75
7 Gunnar Bergh Schweden  SWE 47,22
8 Åke Hedvall Schweden  SWE 46,20

Qualifikation: 5. August, ab 10:30 Uhr – Qualifikationsweite: 44,00 m
Finale: 5. August, 17:30 Uhr mit 13 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 31 Sportler aus 17 Ländern

Immer wieder wird der deutsche Weltrekordler Willy Schröder als der Topfavorit genannt, vor allem weil einer seiner Hauptgegner, der Schwede Harald Andersson, behindert durch ein Furunkel an der Wurfhand in der Qualifikation steckenblieb. Doch Schröders Weltrekord stammte aus dem Vorjahr und die US-Amerikaner Kenneth Carpenter sowie Gordon Dunn hatten im Olympiajahr bereits die 50-Meter-Marke geknackt. Carpenter war es dann im Finale, der seine Bestform erreichte und mit der olympischen Rekordweite von 50,48 m als einziger Werfer weiter als fünfzig Meter warf. Mit Weiten von mehr als 49 m erreichten Dunn und der Italiener Giorgio Oberweger die Plätze zwei und drei. Schröder wurde immerhin noch Fünfter.

HammerwurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Karl Hein Deutsches Reich  GER 56,49 OR
2 Erwin Blask Deutsches Reich  GER 55,04
3 Fred Warngård Schweden  SWE 54,83
4 Gustav Koutonen Finnland  FIN 51,90
5 William Rowe Vereinigte Staaten 48  USA 51,66
6 Donald Favor Vereinigte Staaten 48  USA 51,01
7 Bernhard Greulich Deutsches Reich  GER 50,61
8 Koit Annamaa Estland  EST 50,46

Qualifikation: 3. August, ab 9:00 Uhr – Qualifikationsweite: 46,00 m
Finale: 3. August, 15:00 Uhr mit 17 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 27 Sportler aus 16 Ländern

Leider war Pat O’Callaghan, der Olympiasieger von 1932, bei diesen Spielen zum Zuschauen verurteilt, weil sein irischer Verband vom IOC nicht mehr anerkannt wurde. In Deutschland hatte der Hammerwurf bis 1934 ein Mauerblümchendasein geführt und war erst durch gezielte Verbandsaktionen zu einer Disziplin mit qualitativ hohem Niveau geworden. Im Finale übertraf zunächst Erwin Blask mit seinem zweiten Versuch den bestehenden olympischen Uraltrekord des US-Amerikaners Pat Ryan aus dem Jahre 1912. Mit seinem dritten und nochmals verbesserten vierten Versuch lag der der Schwede Fred Warngård auf Platz zwei, bis im letzten Durchgang Karl Hein den olympischen Rekord auf 56,49 m schraubte. So gab es hier einen deutschen Doppelsieg.

SpeerwurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Gerhard Stöck Deutsches Reich  GER 71,84
2 Yrjö Nikkanen Finnland  FIN 70,77
3 Kalervo Toivonen Finnland  FIN 70,72
4 Lennart Atterwall Schweden  SWE 69,20
5 Matti Järvinen Finnland  FIN 69,18
6 Alton Terry Vereinigte Staaten 48  USA 67,15
7 Eugeniusz Lokajski Polen  POL 66,39
8 József Várszegi Ungarn 1918  HUN 65,30

Qualifikation: 6. August, ab 10:30 Uhr – Qualifikationsweite: 60,00 m
Finale: 6. August, 15:15 Uhr mit 16 qualifizierten Sportlern
Teilnehmer: 28 Sportler aus 19 Ländern

Die Weltrangliste von 1936 führte der Finne Matti Järvinen mit seiner Weltrekordweite von 77,23 m mit deutlichem Vorsprung an. Dahinter lagen Werfer aus Finnland, Deutschland, Polen und Schweden mit knappen Abständen untereinander. Järvinen, auch Olympiasieger von 1932 war wegen einer Rückenverletzung nicht in der Verfassung für ganz große Weiten und landete schließlich auf Platz fünf. Der Weltranglistenzweite Yrjö Nikkanen übertraf im zweiten Durchgang als erster die 70-Meter-Marke, was auch seinem Landsmann Kalervo Toivonen im fünften Versuch gelang. Doch Gerhard Stöck, der im Kugelstoßen bereits die Bronzemedaille gewonnen hatte, erwischte ebenfalls in Durchgang fünf einen guten Wind und nutzte die Bedingungen zu einem Wurf auf 71,84 m, was ihm als Weltranglistendritten den Olympiasieg vor den beiden Finnen einbrachte.

ZehnkampfBearbeiten

Platz Athlet Land P – offiz. Wert. P – 85er Wert.
1 Glenn Morris Vereinigte Staaten 48  USA 7900 WR 7254
2 Bob Clark Vereinigte Staaten 48  USA 7601 7063
3 Jack Parker Vereinigte Staaten 48  USA 7275 6761
4 Erwin Huber Deutsches Reich  GER 7087 6654
5 Reindert Brasser Niederlande  NED 7046 6570
6 Armin Guhl Schweiz  SUI 7033 6618
7 Olle Bexell Schweden  SWE 7024 6558
8 Helmut Bonnet Deutsches Reich  GER 6939 6492

Datum: 7. August, ab 10:00 Uhr / 8. August, ab 10:00 Uhr
Teilnehmer: 28 Sportler aus 17 Ländern

Der Weltrekordler Hans-Heinrich Sievert hatte noch mehr Pech als bei den Spielen 1932. Vor vier Jahren war er verletzungsbedingt nicht in Topform, in diesem Jahr konnte er wegen einer neuerlichen Verletzung gar nicht erst antreten. So waren die US-Amerikaner konkurrenzlos. Der Sieger Glenn Morris wartete vor allem am zweiten Tag mit hervorragenden Leistungen auf und wurde Olympiasieger mit neuer Weltrekordpunktzahl. Deutlich dahinter lagen seine Landsleute Bob Clark und Jack Parker. Der Deutsche Erwin Huber steigerte seine Bestleistung deutlich und erreichte damit einen ausgezeichneten vierten Platz.

Für die Ermittlung der Punkte wurde die neue Wertungstabelle von 1934 verwendet.

Zur besseren Einordnung der Leistung sind die nach dem Wertungssystem von 1985 umgerechneten Punktzahlen mit angegeben. Nach dieser auch heute gültigen Tabelle hätte es auf den Plätzen fünf und sechs eine andere Reihenfolge ergeben. Aber diese Vergleiche sind nur Anhaltswerte, denn als Grundlage müssen die jeweils unterschiedlichen Maßstäbe der Zeit gelten. Am auffälligsten wird das im Stabhochsprung, bei dem damals mit ganz anderen Stäben gesprungen wurde als heute.

Resultate FrauenBearbeiten

100 mBearbeiten

Platz Athletin Land Zeit (s)
1 Helen Stephens Vereinigte Staaten 48  USA 11,5
2 Stanisława Walasiewicz Polen  POL 11,7
3 Käthe Krauß Deutsches Reich  GER 11,9
4 Marie Dollinger Deutsches Reich  GER 12,0
5 Annette Rogers Vereinigte Staaten 48  USA 12,2
6 Emmy Albus Deutsches Reich  GER 12,3

6 Vorläufe: 3. August, ab 16:00 Uhr / 2 Zwischenläufe am 3. August, ab 17:30 Uhr
Finale: 4. August, 16:00 Uhr
Teilnehmerinnen: 30 Sportlerinnen aus 15 Ländern

Helen Stephens lief im Vor- und Zwischenlauf bereits 11,4 s und 11,5 s, all diese Zeiten konnten jedoch wegen zu starken Rückenwindes nicht anerkannt werden. Das galt auch für die hervorragenden Zeiten der Endlaufteilnehmerinnen. Im Finale war die hohe Favoritin Stephens sofort deutlich vorne und gewann das Rennen mit klarem Vorsprung. Dahinter kämpften Stanisława Walasiewicz, Olympiasiegerin von 1932 und Käthe Krauß bis zur 80-Meter-Marke um die Silbermedaille, die Walasiewicz sich dann eindeutig vor Krauß sicherte.

Helen Stephens verlor in ihrer kurzen zweijährigen Laufbahn kein einziges 100-Meter-Rennen.

80 m HürdenBearbeiten

Platz Athlet Land offiz. Zeit (s) elektron. (s)
1 Trebisonda Valla Italien 1861  ITA 11,7 OR 11,748
2 Anni Steuer Deutsches Reich  GER 11,7 OR 11,809
3 Elizabeth Taylor Kanada  CAN 11,7 OR 11,811
4 Claudia Testoni Italien 1861  ITA 11,7 OR 11,818
5 Kitty ter Braake Niederlande  NED 11,8 11,832
6 Doris Eckert Deutsches Reich  GER 12,0 12,190

6 Vorläufe: 5. August, ab 15:30 Uhr / 2 Zwischenläufe am 5. August, ab 17:30 Uhr
Finale: 6. August, 17:30 Uhr
Teilnehmerinnen: 22 Sportlerinnen aus 11 Ländern

Schon vor dem Finale war klar, dass es ein sehr enges Rennen werden würde. Und so kam es auch. Es dauerte allerdings einige Zeit, bis die Reihenfolge nach Auswertung des Zielfotos klar war. Goldmedaillengewinnerin wurde die erfahrene Italienerin Trebisonda Valla, von der man glaubte, dass sie die besten Zeiten ihrer Karriere eigentlich hinter sich hatte. Doch sie war auf die Minute topfit. Silber ging völlig überraschend an die Deutsche Anni Steuer, bei den deutschen Meisterschaften mit 12,3 s noch Zweite hinter der hier auf Platz sechs eingelaufenen Doris Eckert. Dritte wurde die Kanadierin Elizabeth Taylor vor Vallas Landsfrau Claudia Testoni. Die offiziellen Zeiten für die ersten Vier wurden allesamt mit 11,7 s gestoppt. Die inoffizielle elektronische Messung ergab einen Unterschied von sieben Hundertstelsekunden zwischen Platz eins und Platz vier.

Zur besseren Einordnung der Abstände sind in der Tabelle links die inoffiziellen elektronisch gestoppten Zeiten mit aufgeführt.

4 × 100 m StaffelBearbeiten

2 Vorläufe: 8. August, ab 15:30 Uhr
Finale: 9. August, 15:30 Uhr
Teilnehmerinnen: 32 Sportlerinnen aus 8 Ländern

In Berlin erlebten die Zuschauer ein Staffeldrama. Die deutsche Mannschaft lief im Vorlauf mit 46,4 s Weltrekord. Im Finale führte Deutschland beim letzten Wechsel mit acht Metern Vorsprung vor der US-Stafette. Die Stabübergabe von Marie Dollinger auf Ilse Dörffeldt missglückte, der Stab fiel zu Boden, und die deutsche Mannschaft wurde disqualifiziert. So gewannen die US-Amerikanerinnen doch noch Gold vor den Britinnen und Finnland. Deutschlands Weltrekord aus dem Vorlauf blieb dabei unangetastet.

HochsprungBearbeiten

Platz Athletin Land Höhe (m)
1 Ibolya Csák Ungarn 1918  HUN 1,60
2 Dorothy Odam Vereinigtes Konigreich  GBR 1,60
3 Elfriede Kaun Deutsches Reich  GER 1,60
4 Marguerite Nicolas Frankreich  FRA 1,58
5 Doris Carter Australien  AUS 1,55
Annette Rogers Vereinigte Staaten 48  USA 1,55
Fanny Koen Niederlande  NED 1,55
8 Margaret Bell Kanada  CAN 1,50
Wanda Nowak Osterreich  AUT 1,50
Nellie Carrington Vereinigtes Konigreich  GBR 1,50
Alice Arden Vereinigte Staaten 48  USA 1,50
Kathlyn Kelley Vereinigte Staaten 48  USA 1,50

ohne Qualifikation
Finale: 9. August, 15:00 Uhr
Teilnehmerinnen: 17 Sportlerinnen aus 12 Ländern
Die/der Deutsche Dora Ratjen hatte mit 1,58 m den vierten Platz belegt. Zwei Jahre später wurde festgestellt, dass sie/er männliche Genitalien hatte, die während des Wettkampfs nach oben gebunden worden waren. Daraufhin wurden ihr/ihm sämtliche erzielte Resultate sowie das Startrecht für weitere Frauenwettkämpfe aberkannt.

Ein besonderes Kapitel war der Umgang der deutschen Sportverbände mit seinen jüdischen Sportlern. Dies wird besonders deutlich am Beispiel der Hochspringerin Gretel Bergmann. Ihr wurden immer wieder schon in den Vorjahren Steine in den Weg gelegt, um ihren Sport ausüben zu können. Dennoch gelang ihr im Olympiajahr mit 1,60 m die Einstellung des deutschen Rekords. Aber das nationalsozialistische Regime sorgte dafür, dass sie bei den deutschen Meisterschaften nicht teilnehmen durfte. Für die Olympischen Spiele wurde sie folgerichtig erst recht nicht nominiert. Sie emigrierte bald darauf in die Vereinigten Staaten, wo sie noch zwei Jahre lang ihren Sport sehr erfolgreich ausübte.[8]

Der Olympiasieg wurde im Stichkampf ermittelt, nachdem drei Springerinnen genau jene 1,60 m bewältigt hatten, die Gretel Bergmann vor den Spielen übersprungen hatte. Die Ungarin Ibolya Csák schaffte dabei als einzige 1,62 m. Die Britin Dorothy Odam – spätere Dorothy Tyler – gewann Silber, Bronze ging an die Deutsche Meisterin Elfriede Kaun.

DiskuswurfBearbeiten

Platz Athletin Land Weite (m)
1 Gisela Mauermayer Deutsches Reich  GER 47,63 OR
2 Jadwiga Wajs Polen  POL 46,22
3 Paula Mollenhauer Deutsches Reich  GER 39,80
4 Kō Nakamura Japan  JPN 38,24
5 Hide Mineshima Japan  JPN 37,35
6 Birgit Lundström Schweden  SWE 35,92
7 Ans Niesink Niederlande  NED 35,21
8 Gertrude Wilhelmsen Vereinigte Staaten 48  USA 34,43

ohne Qualifikation
Finale: 4. August, 15:15 Uhr
Teilnehmerinnen: 19 Sportlerinnen aus 11 Ländern

Mit ihrem ersten Versuch übertraf die polnische Mitfavoritin Jadwiga Wajsowna den bestehenden olympischen Rekord deutlich. Die deutsche Weltrekordlerin Gisela Mauermayer konterte ebenfalls mit ihrem ersten Versuch und stellte damit schon den Endstand her. Beide Athletinnen waren die überragenden Diskuswerferinnen dieser Jahre und traten als klare Favoritinnen an. Das drückte sich auch im Resultat entsprechend aus. Die Bronzemedaillengewinnerin Paula Mollenhauer lag fast sechseinhalb Meter hinter Wajswowna zurück, Mauermayer und die Polin übertrafen als einzige dieser Konkurrenz die 40-Meter-Marke.

SpeerwurfBearbeiten

 
Tilly Fleischer bei der Siegerehrung
Platz Athletin Land Weite (m)
1 Tilly Fleischer Deutsches Reich  GER 45,18 OR
2 Luise Krüger Deutsches Reich  GER 43,29
3 Maria Kwaśniewska Polen  POL 41,80
4 Herma Bauma Osterreich  AUT 41,66
5 Sadako Yamamoto Japan  JPN 41,45
6 Lydia Eberhardt Deutsches Reich  GER 41,37
7 Gertrude Wilhelmsen Vereinigte Staaten 48  USA 37,35
8 Gerda de Kock Niederlande  NED 36,93

ohne Qualifikation
Finale: 2. August, 15:00 Uhr
Teilnehmerinnen: 14 Sportlerinnen aus 10 Ländern

Im ersten Wettbewerb dieser Olympischen Spiele setzten Tilly Fleischer und Luise Krüger ihre hervorragenden Leistungen von den deutschen Meisterschaften im Juli auch hier um. Mit ihrem zweiten Versuch und neuem olympischen Rekord übernahm Fleischer die Führung, die sie im fünften Durchgang noch ausbauen konnte. Krüger verbesserte sich mit ihrem dritten Wurf auf den zweiten Platz. Diese Reihenfolge blieb so bis zum Ende. Die Polin Maria Kwaśniewska und die Österreicherin Herma Bauma auf den Plätzen drei und vier kamen nicht mehr an die beiden Führenden heran.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Olympische Spiele in Berlin: Propaganda und Spektakel, Berliner Morgenpost 31. Juli 2016 auf morgenpost.de, abgerufen am 13. August 2017.
  2. NS-Regime, Innenpolitik. Die XI. Olympischen Sommerspiele in Berlin 1936 auf dhm.de, abgerufen am 13. August 2017.
  3. Hoo Nam Seelmann: Marathonolympiasieger Kee Chung Son. Das traurigste Siegerbild, NZZ vom 29. August 2012, abgerufen am 7. August 2017.
  4. Unbekannte Fotos von Olympia 1936, auf tagesspiegel.de, erstellt am 12. August 2012, abgerufen am 7. August 2017.
  5. SportsReference (engl.)
  6. Luz Long und Jesse Owens. Wie eine Freundschaft Hitler zur Weißglut trieb, Focus, 29. Juli 2016, abgerufen am 10. August 2017.
  7. „Umarmen Sie nie wieder einen Neger!“, Die Welt / N24, 1. Mai 2013, abgerufen am 10. August 2017.
  8. Jüdische Olympia-Hoffnung, Deutschlandfunk 13. April 2009, abgerufen am 11. August 2017.

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Athletics at the 1936 Summer Olympics – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

VideosBearbeiten