Olympische Sommerspiele 1936/Leichtathletik – 800 m (Männer)

Der 800-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde vom 2. bis zum 4. August 1936 im Olympiastadion Berlin ausgetragen. 42 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
1936 Berlin Olympics - Athletics - 800 m men.jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin 800-Meter-Lauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 42 Athleten aus 23 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Berlin
Wettkampfphase 2. August 1936 (Vorläufe)
3. August 1936 (Halbfinale)
5. August 1936 (Finale)
Siegerzeit 1:52,9 min
Medaillengewinner
Goldmedaille Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten John Woodruff (USA)
Silbermedaille Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Mario Lanzi (ITA)
Bronzemedaille Kanada 1921Kanada Phil Edwards (USA)
1932 1948

Olympiasieger wurde der US-Amerikaner John Woodruff vor dem Italiener Mario Lanzi. Bronze gewann Phil Edwards aus Kanada.

Bestehende RekordeBearbeiten

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Läufer traten am 2. August zu sechs Vorläufen an. Die jeweils vier besten Athleten qualifizierten sich für das Halbfinale. Aus den am 3. August durchgeführten drei Vorentscheidungen kamen die jeweils drei Laufbesten in das Finale am 5. August.

Anmerkung: Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt.

VorläufeBearbeiten

6. August 1936, 10.30 Uhr

Wetterbedingungen: bedeckt, 19 °C, Windgeschwindigkeiten von ca. 2,0 m/s.[3]

Es sind nicht alle Zeiten überliefert.

Vorlauf 1Bearbeiten

 
Schied überraschend im Vorlauf aus: der Deutsche Rudolf Harbig (hier abgebildet auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost aus dem Jahr 1968).
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Phil Edwards Kanada 1921  Kanada 1:53,7 min
2 Charles Hornbostel Vereinigte Staaten 48  USA 1:53,7 min
3 Jean Verhaert Belgien  Belgien 1:54,3 min
4 Ferenc Temesvári Ungarn 1918  Ungarn 1:55,0 min
5 Pierre Hemmer Luxemburg  Luxemburg 1:56,3 min
6 Rudolf Harbig Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 1:56,8 min
7 Francisco Váldez Peru 1825  Peru k. A.
8 Stavros Velkopoulos Königreich Griechenland  Griechenland

Vorlauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Harry Williamson Vereinigte Staaten 48  USA 1:56,2 min
2 Charles Conway Kanada 1921  Kanada 1:56,2 min
3 Pat Boot Neuseeland  Neuseeland 1:56,6 min
4 Emil Hübscher Osterreich  Österreich 1:57,3 min
5 Emil Goršek Jugoslawien Konigreich 1918  Jugoslawien 1:59,5 min
6 Carlos Marcenaro Peru 1825  Peru 2:00,8 min

Vorlauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Brian MacCabe Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:54,5 min
2 Raymond Petit Dritte Französische Republik  Frankreich 1:54,8 min
3 Hjalmar Johannessen Norwegen  Norwegen 1:54,9 min
4 Ewald Mertens Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 1:55,1 min
5 Clarke Scholtz Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 1:57,6 min
6 Toshinao Tomie Japan 1870  Japan 1:59,9 min
7 Stanislav Otáhal Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei k. A.
8 Gyan Bhalla Britisch-Indien  Britisch-Indien

Vorlauf 4Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Gerald Backhouse Australien  Australien 1:57,7 min
2 Miklós Szabó Ungarn 1918  Ungarn 1:57,8 min
3 John Woodruff Vereinigte Staaten 48  USA 1:58,7 min
4 Frank Handley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:58,9 min
5 Evžen Rošický Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei 1:59,5 min
6 Paul Martin Schweiz  Schweiz 2:00,0 min
7 Charles Stein Luxemburg  Luxemburg k. A.

Vorlauf 5Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Jack Powell Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:56,0 min
2 Mario Lanzi Italien 1861  Italien 1:56,1 min
3 Franz Eichberger Osterreich  Österreich 1:56,3 min
4 József Vadas Ungarn 1918  Ungarn 1:56,5 min
5 Willie Botha Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 1:57,0 min
6 Grigorios Georgakopoulos Königreich Griechenland  Griechenland 1:57,3 min
7 Jack Liddle Kanada 1921  Kanada k. A.

Vorlauf 6Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Juan Carlos Anderson Argentinien  Argentinien 1:55,1 min
2 Kazimierz Kucharski Polen 1928  Polen 1:55,7 min
3 Wolfgang Dessecker Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 1:56,0 min
4 René Soulier Dritte Französische Republik  Frankreich 1:56,1 min
5 William Lindeque Sudafrika 1928  Südafrikanische Union 1:56,4 min
6 Kumao Aochi Japan 1870  Japan 1:56,8 min

HalbfinaleBearbeiten

 
Erreichte zum dritten Mal in Folge das 800-Meter-Finale: Phil Edwards (CAN) - 1928 Vierter/1932 und 1936 jeweils Dritter
 
Der Pole Kazimierz Kucharski erreichte im Finale Rang vier.

3. August 1936, 15.15 Uhr

Wetterbedingungen: bedeckt, 19 °C, Windgeschwindigkeit bei ca. 2,4 m/s[4]

Es sind nicht alle Zieten überliefert.

Lauf 1Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Woodruff Vereinigte Staaten 48  USA 1:52,7 min
2 Kazimierz Kucharski Polen 1928  Polen 1:54,7 min
3 Juan Carlos Anderson Argentinien  Argentinien 1:54,8 min
4 Miklós Szabó Ungarn 1918  Ungarn 1:55,1 min
5 Wolfgang Dessecker Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 1:55,3 min
6 Franz Eichberger Osterreich  Österreich 1:56,2 min
7 Pat Boot Neuseeland  Neuseeland k. A.
8 Frank Handley Vereinigtes Konigreich  Großbritannien

Lauf 2Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Harry Williamson Vereinigte Staaten 48  USA 1:53,1 min
2 Gerald Backhouse Australien  Australien 1:53,2 min
3 Phil Edwards Kanada 1921  Kanada 1:53,2 min
4 Jack Powell Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:54,8 min
5 Ewald Mertens Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 1:54,9 min
6 René Soulier Dritte Französische Republik  Frankreich 1:56,8 min
7 Emil Hübscher Osterreich  Österreich k. A.
8 József Vadas Ungarn 1918  Ungarn

Lauf 3Bearbeiten

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Charles Hornbostel Vereinigte Staaten 48  USA 1:53,2 min
2 Mario Lanzi Italien 1861  Italien 1:54,1 min
3 Brian MacCabe Vereinigtes Konigreich  Großbritannien 1:55,4 min
4 Raymond Petit Dritte Französische Republik  Frankreich 1:55,7 min
5 Charles Conway Kanada 1921  Kanada 1:55,9 min
6 Hjalmar Johannessen Norwegen  Norwegen 1:56,0 min
7 Ferenc Temesvári Ungarn 1918  Ungarn k. A.
8 Jean Verhaert Belgien  Belgien

FinaleBearbeiten

 
Olympiasieger John Woodruff (USA)

4. August 1936, 17.45 Uhr

Wetterbedingungen: leicht bewölkt, 17,2 °C, Windgeschwindigkeit von 3,7 m/s.[5]

John Woodruff wartete im Olympiajahr mit einem enormen Leistungssprung über 800 Meter auf, ähnlich wie das bei Archie Williams über 400 Meter der Fall war. Von 1:55,1 min aus dem Jahr 1935 verbesserte Woodruff sich als Sieger der US-Olympiaausscheidungen auf 1:49,9 min. So reiste er als Mitfavorit nach Berlin. Im Finale war auch der Kanadier Phil Edwards, Olympiavierter von 1928 und Bronzemedaillengewinner von 1932, wieder dabei. In der Vergangenheit hatte er seine Rennen immer wieder von vorne mit hohem Tempo gestaltet. Auch diesmal nahm er zunächst wieder die Spitze, aber entgegen seinen sonstigen Gepflogenheiten lief er eher mit der Geschwindigkeit eines Bummelzuges. So gab es im Feld ein paar kleinere Rempeleien. Die 400-Meter-Marke wurde in 57,4 s passiert. Woodruff ergriff als Erster die Initiative, übernahm mit einem starken Antritt die Führung und legte gleich einige Meter Abstand zwischen sich und dem Rest des Feldes. Der Italiener Mario Lanzi spurtete nun von weit hinten kommend an seinen Kontrahenten vorbei, konnte Woodruff jedoch nicht mehr erreichen. So gab es Gold für Woodruff, Silber für Lanzi und noch einmal Bronze für Edwards.[6]

Phil Edwards gewann hier seine dritte Bronzemedaille, nachdem er 1932 Dritter über 800 Meter und 1500 Meter war. Außerdem erreichte er 1928 Platz vier über 800 Meter.

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 John Woodruff Vereinigte Staaten 48  USA 1:52,9 min
2 Mario Lanzi Italien 1861  Italien 1:53,3 min
3 Phil Edwards Kanada 1921  Kanada 1:53,6 min
4 Kazimierz Kucharski Polen 1928  Polen 1:53,8 min
5 Charles Hornbostel Vereinigte Staaten 48  USA 1:54,6 min
6 Harry Williamson Vereinigte Staaten 48  USA 1:55,8 min
7 Juan Carlos Anderson Argentinien  Argentinien k. A.
8 Gerald Backhouse Australien  Australien
9 Brian MacCabe Vereinigtes Konigreich  Großbritannien

LiteraturBearbeiten

Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 272–274

VideoBearbeiten

1936, 800m, Men, Olympic Games, Berlin, veröffentlicht am 28. Juli 2013 auf youtube.com, abgerufen am 19. September 2017

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896-1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 274
  2. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 548 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  3. Offizieller Bericht (Memento des Originals vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 627, engl. (PDF)
  4. Offizieller Bericht (Memento des Originals vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 628, engl. (PDF)
  5. Offizieller Bericht (Memento des Originals vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 629, engl. (PDF)
  6. Offizieller Bericht (Memento des Originals vom 30. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/library.la84.org S. 604, engl. (PDF)