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Olympische Sommerspiele 1936/Leichtathletik – Kugelstoßen (Männer)

Das Kugelstoßen der Männer bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde am 2. August 1936 im Olympiastadion Berlin ausgetragen. 22 Athleten nahmen teil.

Olympische Ringe
Bundesarchiv Bild 183-R82532, Berlin, Olympia-Stadion (Luftaufnahme).jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Kugelstoßen
Geschlecht Männer
Teilnehmer 22 Athleten aus 14 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Berlin
Wettkampfphase 2. August 1936
Medaillengewinner
Goldmedaille Hans Woellke (Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) DEU)
Silbermedaille Sulo Bärlund (FinnlandFinnland FIN)
Bronzemedaille Gerhard Stöck (Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) DEU)

Olympiasieger wurde der Deutsche Hans Woellke vor dem Finnen Sulo Bärlund. Die Bronzemedaille gewann Gerhard Stöck aus Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Bestehende RekordeBearbeiten

Durchführung des WettbewerbsBearbeiten

Die Athleten begannen mit einer Qualifikationsrunde. Um sich für den Vorkampf zu qualifizieren, mussten die Teilnehmer mindestens 14,50 m schaffen. Im Vorkampf hatte jeder Teilnehmer drei Versuche. Die besten sechs Athleten qualifizierten sich dann für weitere drei Versuche im Finale. Dabei ging das Resultat des Vorkampfs mit in das Endresultat ein. Alle Teilwettkämpfe wurden am 2. August ausgetragen.

Anmerkung: Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt. Die Reihenfolgen und Weiten der Versuchsserien in der Qualifikationsrunde sind nicht bekannt.

QualifikationBearbeiten

2. August 1936, 11.00 Uhr
Wetterbedingungen: leicht bedeckt, 10 °C, Windgeschwindigkeit ca. 1,6 m/s.[2]

Name Nation Weite Anmerkung
Sulo Bärlund Finnland  Finnland k. A.
Gunnar Bergh Schweden  Schweden
József Darányi Ungarn 1918  Ungarn
František Douda Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei
Sam Francis Vereinigte Staaten 48  USA
Karel Hoplíček Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei
István Horváth Ungarn 1918  Ungarn
Aleksa Kovačević Jugoslawien Konigreich 1918  Jugoslawien
Risto Kuntsi Finnland  Finnland
Hans-Heinrich Sievert Deutsches Reich NS  Deutsches Reich
Gerhard Stöck Deutsches Reich NS  Deutsches Reich
Jack Torrance Vereinigte Staaten 48  USA
Arnold Viiding Estland  Estland
Hans Woellke Deutsches Reich NS  Deutsches Reich
Dimitri Zaitz Vereinigte Staaten 48  USA
Chen Baoqiu China Republik 1928  China k. A.
Antônio Lira Brasilien 1889  Brasilien
Jules Noël Dritte Französische Republik  Frankreich
Abdul Rahim Afghanistan Königreich 1931  Afghanistan
Shizuo Takada Japan 1870  Japan
Miroslav Vítek Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei
Jean Wagner Luxemburg  Luxemburg

VorkampfBearbeiten

 
Der Tschechoslowake František Douda scheiterte im Halbfinale

2. August 1936, 17.30 Uhr
Wetterbedingungen: leicht bedeckt, 10 °C, Windgeschwindigkeit ca. 1,6 m/s.[2]
Anmerkung: Die Bestweiten sind fett gedruckt.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Resultat Anmerkung
1 Sulo Bärlund Finnland  Finnland 15,68 m 16,03 m 14,98 m 16,03 m OR
2 Hans Woellke Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 15,96 m 14,76 m 15,72 m 15,96 m
3 Gerhard Stöck Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 15,56 m 15,56 m 15,14 m 15,56 m
4 Sam Francis Vereinigte Staaten 48  USA 15,45 m 15,09 m 15,09 m 15,45 m
5 Jack Torrance Vereinigte Staaten 48  USA 15,38 m 14,40 m 15,34 m 15,38 m
6 Dimitri Zaitz Vereinigte Staaten 48  USA 15,32 m 14,16 m 14,09 m 15,32 m
7 František Douda Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei 15,09 m 15,05 m 15,28 m 15,28 m
8 Arnold Viiding Estland  Estland 14,72 m 14,31 m 15,23 m 15,23 m
9 Gunnar Bergh Schweden  Schweden 14,83 m 15,01 m 14,51 m 15,01 m
10 Hans-Heinrich Sievert Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 14,79 m 14,43 m 13,23 m 14,79 m
11 Aleksa Kovačević Jugoslawien Konigreich 1918  Jugoslawien 14,74 m x 14,27 m 14,74 m
12 József Darányi Ungarn 1918  Ungarn 14,63 m 14,45 m x 14,63 m
13 Risto Kuntsi Finnland  Finnland x 14,20 m 14,61 m 14,61 m
14 István Horváth Ungarn 1918  Ungarn 13,66 m 14,18 m 14,32 m 14,32 m
15 Karel Hoplíček Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei 14,12 m 13,72 m 13,34 m 14,12 m

FinaleBearbeiten

6. August 1936
Wetterbedingungen: leicht bedeckt, 10 °C, Windgeschwindigkeit ca. 1,6 m/s.[2]

Weltrekordler Jack Torrance war gesundheitsbedingt nicht in der Lage, um Gold mitzustoßen. Mit 15,38 m gelang ihm noch ein fünfter Platz. Hans Woellke konnte schon im ersten Vorkampfversuch die Kugel auf 15,96 m stoßen, doch der Finne Bärlund konterte mit neuem Olympiarekord von 16,03 m. Bis zum fünften Durchgang führte Bärlund, dem der einzige 16-Meter-Stoß bis dahin gelungen war. Und er verbesserte sich im fünften Versuch noch auf 16,12 m. In diesem Durchgang aber steigerte sich Woellke auf die olympischen Rekordweite von 16,20 m und gewann damit die Goldmedaille vor Bärlund. Dritter wurde der Deutsche Gerhard Stöck, dem im Speerwurf noch Größeres gelingen sollte, mit 15,66 m.[3]

Hans Woellke gewann die erste deutsche Goldmedaille im Kugelstoßen.
Erstmals gab es keinen Medaillengewinner aus den USA in dieser Disziplin.
Anmerkung: Die Bestweiten sind fett gedruckt.

Finale
Platz Name Nation Qualifikationsweite 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Hans Woellke Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 15,96 m 15,90 m 16,20 m 14,98 m 16,20 m OR
2 Sulo Bärlund Finnland  Finnland 16,03 m 15,52 m 16,12 m 15,42 m 16,12 m
3 Gerhard Stöck Deutsches Reich NS  Deutsches Reich 15,56 m 15,29 m 14,78 m 15,66 m 15,66 m
4 Sam Francis Vereinigte Staaten 48  USA 15,45 m x 14,57 m 13,61 m 15,45 m
5 Jack Torrance Vereinigte Staaten 48  USA 15,38 m 14,79 m 14,57 m 14,56 m 15,38 m
6 Dimitri Zaitz Vereinigte Staaten 48  USA 15,32 m 14,09 m x 14,85 m 15,32 m
7 František Douda Tschechoslowakei 1920  Tschechoslowakei 15,28 m nicht im Finale 15,28 m
8 Arnold Viiding Estland  Estland 15,23 m 15,23 m

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 294f

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 557 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. a b c Offizieller Bericht S. 678, engl. (PDF)
  3. SportsReference (engl.)