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Olympische Sommerspiele 1920/Leichtathletik

Wettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1920
Leichtathletik bei den
VII. Olympischen Spielen
Olympische Ringe
Leichtathletik
Informationen
Teilnehmer: 509 Athleten
Datum: 15. August bis 23. August
Wettkampfort: BelgienBelgien Antwerpen
Austragungsort: Olympiastadion
Champs de Beerschot
Entscheidungen: 29
Stockholm 1912 Paris 1924
Plakat der Spiele
Olympische Spiele 1920
(Medaillenspiegel Leichtathletik)
Platz Mannschaft Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen Total
1 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 9 12 8 29
2 FinnlandFinnland Finnland 9 4 3 17
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 4 4 4 12
4 ItalienItalien Italien 2 2 4
5 SchwedenSchweden Schweden 1 3 10 14
6 FrankreichFrankreich Frankreich 1 2 1 4
7 Sudafrika 1912Südafrikanische Union Südafrikanische Union 1 1 1 3
8 Kanada 1868Kanada Kanada 1 1
NorwegenNorwegen Norwegen 1 1
10 AustralienAustralien Australien 1 1
DanemarkDänemark Dänemark 1 1
EstlandEstland Estland 1 1

Bei den VII. Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen fanden 29 Wettkämpfe in der Leichtathletik statt. Mit 509 Teilnehmern war die Anzahl der Sportler in der Leichtathletik gegenüber früheren Olympischen Spielen deutlich gesunken. Aber es war ein Wunder, dass weniger als zwei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg solch ein Großereignis stattfinden konnte – und das auch noch in einem Land, das von diesen Kriegsereignissen in besonderer Weise betroffen war.

StadionBearbeiten

Die Laufwettbewerbe wurden auf der in ziemlicher Eile errichteten 400-Meter-Rundbahn des 'Champs de Beerschot' ausgetragen. Antwerpen hatte die Austragung der Spiele erst im Jahre 1919 übertragen bekommen, sodass hier nicht viel Zeit geblieben war. Die Bahn hatte keine besonders gute Qualität. Darüber hinaus regnete es häufig, sodass die Voraussetzung für gute Leistungen nicht gerade günstig waren. So gab es in den flachen Laufstrecken keinen einzigen olympischen Rekord. Anders war das in den Hürdenläufen, wo auf beiden Strecken sogar Weltrekorde aufgestellt wurden.

TeilnehmerBearbeiten

Weniger teilnehmende Athleten – es waren 509 – gab es auch deshalb, weil fünf Nationen nach den Kriegsereignissen nicht dabei sein durften. Dies waren Deutschland, Österreich, Bulgarien, Ungarn und die Türkei. Auch Sowjetrussland entsandte keine Sportler zu diesen Spielen.
In der Leichtathletik waren weiterhin nur Männer teilnahmeberechtigt. Erste Wettbewerbe für Frauen kamen bei Olympischen Spielen erst 1928 ins Programm.

WettbewerbeBearbeiten

Wie bei allen Olympischen Spielen zuvor kam es auch in Antwerpen wieder zu Änderungen im Wettkampfangebot. Allerdings nahm das Programm mehr und mehr die Formen an, wie wir sie heute kennen.

Sportliche ErfolgeBearbeiten

So kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs konnte das sportliche Leistungsniveau noch nicht wieder auf der Höhe sein, wie es ansonsten bei einem solchen Großereignis zu erwarten wäre. Erfolgreichste Nation waren mit neun Goldmedaillen und einer Gesamtzahl von 29 Medaillen einmal mehr die Vereinigten Staaten. Aber das kleine Finnland war sehr stark geworden und gewann ebenfalls neunmal Gold. Großbritannien stellte vier Olympiasieger, aus Italien waren es zwei.
Erfolgreichster Teilnehmer war schon hier in Antwerpen der Finne Paavo Nurmi. Er gewann dreimal Gold – 10.000 Meter, 8000 Meter Querfeldein Einzelwertung, 8000 Meter Querfeldein Mannschaftswertung – und einmal Silber – 5000 Meter.
Drei Sportler erzielten je zwei Olympiasiege:

ResultateBearbeiten

100 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Charles Paddock Vereinigte Staaten  USA 10,8
2 Morris Kirksey Vereinigte Staaten  USA 10,8
3 Harry Edward Vereinigtes Konigreich  GBR 10,9
4 Jackson Scholz Vereinigte Staaten  USA 10,9
5 Émile Ali-Khan Frankreich  FRA 11,1
6 Loren Murchison Vereinigte Staaten  USA k. A.

Finale: 16. August

In Antwerpen sah man bei Olympischen Spielen erstmals den bereits berühmten Zielsprung des Charles Paddock. Morris Kirksey wirkte bei all seinen zahlreichen Rennen gegen Paddock immer gehemmt, weil er von dieser Zielsprungtechnik seines Gegners so beeindruckt war. Loren Murchison hatte das Rennen durch ein Missverständnis vor dem Start bereits verloren. Ein Kampfrichter ermahnte ihn, die Hände hinter der Startlinie zu platzieren, was Murchison als Aufforderung für alle zum Aufstehen deutete. Mitten in seine Bewegung aufzustehen hinein fiel jetzt der Startschuss, sodass Murchison nur noch hoffnungslos abgeschlagen hinterher laufen konnte.
In vielen Quellen ist für Murchison die Zeit von 11,2 s angegeben, was allerdings angesichts der Startprobleme kaum stimmig ist. Entsprechend ist hier die u. g. Literatur von Ekkehard zur Megede Grundlage für Murchisons Endzeit, die dort ohne Angabe bleibt. Auch für andere Läufer sind dort teilweise andere Zeiten benannt, die allerdings höchstens um eine Zehntelsekunde abweichen.

200 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Allen Woodring Vereinigte Staaten  USA 22,0
2 Charles Paddock Vereinigte Staaten  USA 22,0
3 Harry Edward Vereinigtes Konigreich  GBR 22,2
4 Loren Murchison Vereinigte Staaten  USA 22,2
5 George Davidson Neuseeland  NZL 22,4
6 Jack Oosterlaak Sudafrika 1912  RSA 22,4

Finale: 20. August

Auch über 200 Meter setzte Charles Paddock wieder seinen Zielsprung ein. Dieses Mal hatte er jedoch keinen Erfolg, denn Allen Woodring war zu stark und wurde Olympiasieger vor Paddock. Harry Edward, der in den Zwischenläufen mit 22,0 s die schnellste Zeit erzielt hatte, gewann Bronze.

400 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Bevil Rudd Sudafrika 1912  RSA 49,6
2 Guy Butler Vereinigtes Konigreich  GBR 49,9
3 Nils Engdahl Schweden  SWE 50,0
4 Frank Shea Vereinigte Staaten  USA 50,2
5 John Ainsworth-Davis Vereinigtes Konigreich  GBR 50,4
6 Henry Dafel Sudafrika 1912  RSA 50,4

Finale: 20. August

Die im Finale gelaufenen Zeiten waren angesichts Ted Merediths Weltrekords von 47,4 s ziemlich schwach. Allerdings müssen der Zustand der Bahn und auch die Tatsache berücksichtigt werden, dass die Vorentscheidungen am selben Tag stattgefunden hatten wie das Finale.
Von der Überlegenheit der US-Amerikaner bei den letzten Spielen – dort war nur ein Läufer im Finale, der nicht aus den USA kam – war nichts mehr übrig geblieben. Siegreich war in einem klug eingeteilten Rennen der Südafrikaner Bevil Rudd.

800 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Albert Hill Vereinigtes Konigreich  GBR 1:53,4
2 Earl Eby Vereinigte Staaten  USA 1:53,7
3 Bevil Rudd Sudafrika 1912  RSA 1:53,7
4 Edgar Mountain Vereinigtes Konigreich  GBR 1:53,8
5 Donald Scott Vereinigte Staaten  USA 1:54,8
6 Albert Sprott Vereinigte Staaten  USA 1:56,4
7 Adriaan Paulen Niederlande  NED 1:56,4
8 Paul Esparbès Frankreich  FRA 1:58,0

Finale: 17. August

Eingangs der Zielgeraden führte der spätere 400-Meter-Sieger Bevil Rudd. Albert Hill und Earl Eby sprinteten nun an Rudd vorbei. Hill verteidigte seinen Vorsprung gegen Eby und gewann seine erste von zwei Goldmedaillen bei diesen Spielen.

1500 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Albert Hill Vereinigtes Konigreich  GBR 4:01,8
2 Philip Noel-Baker Vereinigtes Konigreich  GBR 4:02,4
3 Lawrence Shields Vereinigte Staaten  USA 4:03,1
4 Václav Vohralík Tschechoslowakei  TCH 4:04,6
5 Sven Lundgren Schweden  SWE 4:06,3
6 André Audinet Frankreich  FRA 4:06,4
7 Arturo Porro Italien  ITA 4:06,6
8 Joie Ray Vereinigte Staaten  USA 4:10,0

Finale: 19. August

Der US-Amerikaner Joie Ray war aufgrund seiner Erfolge bei den amerikanischen Meisterschaften über 1 Meile und den ausgezeichneten dort erzielten Zeiten Favorit für die 1500 Meter. Doch wenige Tage vor dem Finale verletzte er sich und war chancenlos, obwohl er alles versuchte und zwischenzeitlich die Führung übernahm. Am Schluss kam Albert Hill zu seiner zweiten Goldmedaille vor seinem Landsmann Philip Noel-Baker und Lawrence Shields. Philip Noel-Baker ging später in die Politik, hatte mehrere Ministerposten inne und setzte sich zeitlebens für Abrüstung und Frieden ein. Im Jahre 1959 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis.[1]

5000 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Joseph Guillemot Frankreich  FRA 14:55,6
2 Paavo Nurmi Finnland  FIN 15:00,0
3 Eric Backman Schweden  SWE 15:13,0
4 Teodor Koskenniemi Finnland  FIN 15:17,0
5 Joe Blewitt Vereinigtes Konigreich  GBR 15:19,0
6 William Seagrove Vereinigtes Konigreich  GBR 15:21,0
7 Carlo Speroni Italien  ITA k. A.
8 Alfred Nichols Vereinigtes Konigreich  GBR k. A.

Finale: 17. August

In diesem Rennen gewann der legendäre Finne Paavo Nurmi seine erste olympische Medaille. Joseph Guillemot und Nurmi konnten sich schon bald nach dem Start vom Rest des Feldes absetzen. In der Zielkurve verschärfte Guillemot das Tempo und ließ dem Finnen mit einem brillanten Schlussspurt keine Chance. Der Franzose hatte sich trotz einer Gasvergiftung, die er im Ersten Weltkrieg erlitten hatte, zu einem so hervorragenden Langstreckenläufer entwickelt.

10.000 mBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Paavo Nurmi Finnland  FIN 31:45,8
2 Joseph Guillemot Frankreich  FRA 31:47,2
3 James Wilson Vereinigtes Konigreich  GBR 31:50,8
4 Augusto Maccario Italien  ITA 32:02,0
5 James Hatton Vereinigtes Konigreich  GBR 32:14,0
6 Jean-Baptiste Manhès Frankreich  FRA 32:26,0
7 Heikki Liimatainen Finnland  FIN 32:28,0
8 Fred Faller Vereinigte Staaten  USA 32:38,0

Finale: 20. August

Am Tag vor dem Finale hatte es drei Vorläufe gegeben, aus denen sich die jeweils ersten Fünf für das Weiterkommen qualifizierten. Zum Endlauf traten allerdings nur neun Läufer an. Der erwartete erneute Zweikampf zwischen Joseph Guillemot und Paavo Nurmi fand in der Anfangsphase nicht statt. Guillemot setzte sich gemeinsam mit dem späteren Dritten James Wilson ab und Nurmi hatte zeitweise bis zu zwanzig Meter Rückstand. Aber die beiden Führenden verschleppten das Tempo und Nurmi schloss wieder auf. 2000 Meter vor dem Ziel beschleunigte Guillemot, wurde aber seine beiden Gegner nicht los. Zu Beginn der letzten Runde begann Nurmi zu spurten und Wilson verlor den Anschluss. Guillemot und Nurmi liefen jetzt mit wechselnder Führung dem Ziel entgegen. Am Schluss setzte sich der Finne durch und drehte so die Reihenfolge vom 5000-Meter-Lauf um.

MarathonBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (h)
1 Hannes Kolehmainen Finnland  FIN 2:32:35,8 WBL
2 Jüri Lossmann Estland  EST 2:32:48,6
3 Valerio Arri Italien  ITA 2:36:32,8
4 Auguste Broos Belgien  BEL 2:39:25,8
5 Juho Tuomikoski Finnland  FIN 2:40:18,8
6 Sofus Rose Danemark  DEN 2:41:18,0
7 Joseph Organ Vereinigte Staaten  USA 2:41:30,0
8 Rudolf Hansen Danemark  DEN 2:41:39,4

Datum: 22. August
Offiziell angegebene Streckenlänge: 42,75 km

In diesem Rennen krönte der erste große finnische Langstreckenläufer Hannes Kolehmainen seine Laufbahn. Ihm war nach seinen drei Goldmedaillen von Stockholm durch den kriegsbedingten Ausfall der für 1916 in Berlin geplanten Olympischen Spiele die Chance auf noch mehr Medaillen genommen worden.
Nach acht Kilometern hatte sich mit Kolehmainen, Christopher Gitsham – Olympiazweiter 1912, August Broos und Ettore Blasi eine vierköpfige Spitzengruppe gebildet. Am Wendepunkt waren Gitsham und Kolehmainen alleine vorn, 48 Sekunden dahinter folgten Broos und Blasi. Im weiteren Verlauf näherte sich von hinten der Außenseiter Jüri Lossmann, dessen Bestzeiten über 5000 Meter und 10.000 Meter ca. vier Minuten langsamer waren als Kolehmainens. Lossmann schloss zu Kolehmainen auf und die beiden liefen einige Kilometer gemeinsam. Am Schluss konnte sich der Finne nur relativ knapp mit 12,8 Sekunden Vorsprung durchsetzen.
Die hier erzielte Zeit war eine Weltbestleistung – Weltrekorde werden im Marathonlauf nicht geführt – und gleichzeitig ein olympischer Rekord.

110 m HürdenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Earl Thomson Kanada  CAN 14,8 WR
2 Harold Barron Vereinigte Staaten  USA 15,0
3 Feg Murray Vereinigte Staaten  USA 15,2
4 Harry Wilson Neuseeland  NZL 15,2
5 Walker Smith Vereinigte Staaten  USA 15,3
6 Carl-Axel Christiernsson Schweden  SWE 15,5

Finale: 18. August

Der Kanadier Earl Thomson hatte zusammen mit seinem US-amerikanischen Schwager Robert Simpson den Doppelarmstil entwickelt und trat hier als klarer Favorit an. Er hatte im Olympiajahr bereits 14,4 s über 120-Yards-Hürden erzielt, die qualitativ weitaus besser waren als Forrest Smithsons 110-m-Hürden-Weltrekord von 15,0 s. Thomson wurde seiner Favoritenrolle voll gerecht und verbesserte trotz der schlechten Bahnbedingungen den Weltrekord um zwei Zehntelsekunden.

400 m HürdenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (s)
1 Frank Loomis Vereinigte Staaten  USA 54,0 WR
2 John Norton Vereinigte Staaten  USA 54,6
3 August Desch Vereinigte Staaten  USA 54,7
4 Géo André Frankreich  FRA 54,8
5 Carl-Axel Christiernsson Schweden  SWE 55,4
6 Charles Daggs Vereinigte Staaten  USA 57,5

Finale: 16. August

Auch über 400 Meter Hürden fiel trotz der schlechten Bahnverhältnisse der bestehende Weltrekord. Das schnellste Anfangstempo legte Géo André vor, konnte dies jedoch nicht durchstehen und musste sich am Ende mit Platz vier zufriedenstellen. Frank Loomis hatte sich das Rennen besser eingeteilt und gewann die Goldmedaille. Dabei verbesserte er den Weltrekord um genau eine Sekunde. John Norton wurde Zweiter knapp vor August Desch, die beide ebenfalls noch unter dem alten Weltrekord blieben. Hier gab es den einzigen Leichtathletikdreifacherfolg durch US-Athleten bei diesen Spielen.

3000 m HindernisBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Percy Hodge Vereinigtes Konigreich  GBR 10:00,4 OR
2 Patrick Flynn Vereinigte Staaten  USA 10:21,0
3 Ernesto Ambrosini Italien  ITA 10:32,0
4 Gustaf Mattsson Schweden  SWE 10:32,1
5 Michael Devaney Vereinigte Staaten  USA 10:34,3
6 Albert Hulsebosch Vereinigte Staaten  USA 10:37,7
7 Lars Hedwall Schweden  SWE 10:42,2
8 Ray Watson Vereinigte Staaten  USA 10:50,3

Finale: 20. August

Dieses Rennen wurde nicht auf der Rundbahn des Stadions in Antwerpen ausgetragen, sondern fand auf einer Grasbahn statt. Mit dem Briten Percy Hodge gab es einen überlegenen Sieger, der mit fast zwanzig Sekunden Vorsprung Olympiasieger wurde. Die Zehn-Minuten-Marke verfehlte er dabei knapp, stellte aber einen neuen olympischen Rekord auf.

4 × 100 m StaffelBearbeiten

Finale: 22. August

Nach drei Vorläufen am Vortag stellten sich sechs Staffeln zum Finale. Auch die schlechten Bahnverhältnisse konnten die US-amerikanische Staffel nicht daran hindern, bei ihrem Sieg einen neuen Weltrekord aufzustellen. Der Wettbewerb hatte ein sehr hohes Niveau, Frankreich lag nur drei Zehntelsekunden hinter den USA auf Platz zwei und die sechstplatzierten Luxemburger hatten nur 1,4 Sekunden Rückstand auf die Sieger.

4 × 400 m StaffelBearbeiten

Finale: 23. August

Was die Organisatoren hier gedacht haben, ist nicht bekannt. Obwohl nur sechs Staffeln zum Wettbewerb antraten, wurden am Tag vor dem Finale zwei Vorläufe angesetzt und durchgeführt, aus denen sich dann alle beteiligten Teams für den Endlauf qualifizierten. Im 400-Meter-Einzellauf war schon deutlich geworden, dass die US-Läufer ihre Überlegenheit eingebüßt hatten. So gingen sie mit Platz vier hier auch medaillenleer aus. Die britische Staffel gewann die Goldmedaille vor Südafrika und Frankreich.
Im Gegensatz zur 4-mal-100-Meter-Staffel war die Qualität dieser längeren Staffel nicht hoch. Acht Jahre zuvor waren die siegreichen US-Läufer fast sechs Sekunden schneller.

3000 m MannschaftBearbeiten

Platz Land Athleten Platzziffer
1 Vereinigte Staaten  USA Horace Brown (1.)
Arlie Schardt (3.)
Ivan Dresser (6.)
10
2 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien Joe Blewitt (5.)
Albert Hill (7.)
William Seagrove (8.)
20
3 Schweden  Schweden Eric Backman (2.)
Sven Lundgren (10.)
Edvin Wide (12.)
24
4 Frankreich  Frankreich Armand Burtin (4.)
Gaston Heuet (11.)
Edmond Brossard (15.)
30
5 Italien  Italien Ernesto Ambrosini (9.)
Augusto Maccario (13.)
Carlo Speroni (14.)
36

Finale: 22. August

Sechs Mannschaften starteten zu diesem Wettbewerb. Auch hier bleibt es rätselhaft, wie es zur Einteilung der Vorläufe kam und wozu diese angesetzt wurden. Im ersten Vorlauf traten vier Teams an, von denen das letzte ausschied. Der zweite Vorlauf wurde mit zwei Mannschaften ausgetragen, die sich beide für das Finale qualifizierten…
Die Rangfolge ergab sich alleine aus den Platzierungen, es handelte sich also um eine Platzzifferwertung. Finnland verzichtete auf eine Teilnahme und überraschend gewannen die Läufer der USA dieses Rennen.

QuerfeldeinlaufBearbeiten

Der Querfeldeinlauf, in den englischsprachigen Ländern und heute auch bei uns als Crosslauf bezeichnet, wurde hier zum zweiten und vorletzten Mal als olympischer Wettkampf ausgetragen. Es gab eine Einzel- und eine Mannschaftswertung. Die Streckenlänge betrug ca. 8 km Nach den Olympischen Spielen 1924 wurde der Wettbewerb aus dem olympischen Programm gestrichen.

EinzelwertungBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Paavo Nurmi Finnland  FIN 27:15,0
2 Eric Backman Schweden  SWE 27:17,6
3 Heikki Liimatainen Finnland  FIN 27:37,4
4 James Wilson Vereinigtes Konigreich  GBR 27:45,2
5 Frank Hegarty Vereinigtes Konigreich  GBR 27:57,0
6 Teodor Koskenniemi Finnland  FIN 27:57,2
7 Julien Van Campenhout Belgien  BEL 28:00,0
8 Gaston Heuet Frankreich  FRA 28:10,0

Datum: 23. August

Für Paavo Nurmi, vor diesen Spielen noch ein unbekannter Läufer, wurde dieses Rennen zu einem Triumph. Da es eine Mannschaftswertung gab und er starke finnische Kollegen hatte, konnte er gleich zwei Goldmedaillen mit einem Lauf gewinnen. Nurmi und der Schwede Eric Backman setzten sich früh ab. Joseph Guillemot, über 5000 und 10.000 Meter Nurmis schärfster Konkurrent, musste ca. drei Kilometer vor dem Ziel wegen einer Verstauchung das Rennen aufgeben. Im Schlussspurt bezwang der Finne seinen schwedischen Gegner.

MannschaftswertungBearbeiten

Platz Land Athleten Punkte
1 Finnland  Finnland Paavo Nurmi (1.)
Heikki Liimatainen (3.)
Teodor Koskenniemi (6.)
10
2 Vereinigtes Konigreich  Großbritannien James Wilson (4.)
Frank Hegarty (5.)
Alfred Nichols (12.)
21
3 Schweden  Schweden Eric Backman (2.)
Gustaf Mattsson (10.)
Hilding Ekman (11.)
23
4 Vereinigte Staaten  USA Patrick Flynn (9.)
Fred Faller (13./15.)
Max Böhland (14./16.)
36
5 Frankreich  Frankreich Gaston Heuet (8.)
Gustave Lauvaux (15./17.)
Joseph Servella (17./21.)
40
6 Belgien  Belgien Julien Van Campenhout (7.)
Henri Smets (20./33.)
Aimé Proot (21./36.)
48
7 Danemark  Dänemark Albert Andersen (16./20.)
Henrik Sørensen (19./27.)
Jón Jónsson (20./28.)
55

Datum: 23. August

Wie im 3000-Meter-Mannschaftslauf ergab sich die Rangfolge alleine aus den Platzierungen, es handelte sich also auch hier um eine Platzziffer-Wertung.

3000 m GehenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Ugo Frigerio Italien  ITA 13:14,2 OR
2 George Parker Australien  AUS 13:19,6
3 Richard Remer Vereinigte Staaten  USA 13:22,2
4 Cecil McMaster Sudafrika 1912  RSA 13:23,6
5 Thomas Maroney Vereinigte Staaten  USA 13:25,0
6 Charles Dowson Vereinigtes Konigreich  GBR 13:28,0
7 William Hehir Vereinigtes Konigreich  GBR 13:29,8
8 William Roelker Vereinigte Staaten  USA 13:30,4

Finale: 21. August

Nach seinem Olympiasieg im 10.000-Meter-Gehen gewann Ugo Frigerio auch über die kürzere Distanz die Goldmedaille. Der Wettbewerb fand auf der Bahn im Olympiastadion statt. Über diese Streckenlänge wurde das Gehen nur einmal als olympischer Wettbewerb ausgetragen.

10.000 m GehenBearbeiten

Platz Athlet Land Zeit (min)
1 Ugo Frigerio Italien  ITA 48:06,2
2 Joseph Pearman Vereinigte Staaten  USA 49:40,2
3 Charles Gunn Vereinigtes Konigreich  GBR 49:43,9
4 Cecil McMaster Sudafrika 1912  RSA 50:04,0
5 William Hehir Vereinigtes Konigreich  GBR 50:11,8
6 Thomas Maroney Vereinigte Staaten  USA 50:24,4
7 Jean Seghers Belgien  BEL 50:32,4
8 Antoine Doyen Belgien  BEL 56:30,0

Finale: 18. August

Ugo Frigerio war der überragende Geher seiner Zeit und gewann diesen Wettbewerb mit einem Riesenvorsprung. Bis Streckenhälfte konnte der spätere Silbermedaillengewinner Joseph Pearman noch mithalten und hatte sogar teilweise geführt. Aber auf den zweiten fünf Kilometern war Pearman Frigerios Tempo nicht mehr gewachsen. Beide Gehwettbewerbe bei diesen Spielen wurden auf der Aschenbahn im Olympiastadion ausgetragen.

HochsprungBearbeiten

Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Richmond Landon Vereinigte Staaten  USA 1,935 OR
2 Harold Muller Vereinigte Staaten  USA 1,900
3 Bo Ekelund Schweden  SWE 1,900
4 Walter Whalen Vereinigte Staaten  USA 1,850
5 John Murphy Vereinigte Staaten  USA 1,850
6 Howard Baker Vereinigtes Konigreich  GBR 1,850
7 Einar Thulin Schweden  SWE 1,800
Pierre Lewden Frankreich  FRA 1,800

Finale: 17. August

Die Bedingungen für diesen Wettbewerb waren katastrophal. Dauerregen hatte den Anlaufbereich in einen Morast verwandelt. Die Organisatoren versuchten, mit Torfaufschüttungen Abhilfe zu schaffen, was allerdings wenig Besserung brachte.
Als es um den Olympiasieg ging, bewältigte alleine Richmond Landon die vermeintlich aufgelegte Höhe von 1,94 m, was ihm in seinem zweiten Versuch gelang. Beim Nachmessen stellte sich heraus, dass es nur 1,935 m waren. Für den Ausgang war dies unerheblich, Landon gewann Gold und hatte auch mit seinen 1,935 m trotz der miserablen Verhältnisse einen neuen olympischen Rekord aufgestellt. Dieser war allerdings um achteinhalb Zentimeter niedriger als der bestehende Weltrekord.
Da es immer noch keine Mehrversuchs- oder Fehlversuchsregeln gab, wurde um die Silber- bzw. Bronzemedaille ein Stechen durchgeführt, das Harold Muller für sich entschied. So ging Bronze an Bo Ekelund. Auch um Platz vier gab es ein Stechen – das Ergebnis ist der Tabelle links zu entnehmen.

StabhochsprungBearbeiten

Platz Athlet Land Höhe (m)
1 Frank Foss Vereinigte Staaten  USA 4,09 WR
2 Henry Petersen Danemark  DEN 3,70
3 Edwin Myers Vereinigte Staaten  USA 3,60
4 Edward Knourek Vereinigte Staaten  USA 3,60
5 Ernfrid Rydberg Schweden  SWE 3,60
6 Laurits Jørgensen Danemark  DEN 3,60
7 Eldon Jenne Vereinigte Staaten  USA 3,60
8 Georg Högström Schweden  SWE 3,50

Finale: 20. August

Als die Sprunghöhe von 3,80 m aufgelegt wurde, waren nur noch Frank Foss und der 19-jährige Henry Petersen im Wettbewerb, die beide 3,70 m übersprungen hatten. Dabei hatte Edwin Myers doch etwas enttäuscht, denn ihm waren bei den US-amerikanischen Meisterschaften gemeinsam mit Frank Foss 3,99 m gelungen. Im Stichkampf um die Bronzemedaille, der unter gleich vier Springern stattfand, konnte Meyers sich wenigstens Platz drei sichern. Vorne aber ging es für Foss nur noch um die Frage, ob ihm neben dem ab 3,80 m sicheren Olympiasieg auch noch ein Weltrekord gelingen würde. So ließ er die Latte auf 4,10 m legen – 8 Zentimeter über dem bestehenden Weltrekord – und schaffte die Höhe auf Anhieb. Beim Nachmessen zeigte sich, dass es tatsächlich 4,09 m waren. Diese Höhe ging in die Statistiken ein.

WeitsprungBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 William Petersson Schweden  SWE 7,150
2 Carl Johnson Vereinigte Staaten  USA 7,095
3 Erik Abrahamsson Schweden  SWE 7,080
4 Dink Templeton Vereinigte Staaten  USA 6,950
5 Erling Aastad Norwegen  NOR 6,885
6 Rolf Franksson Schweden  SWE 6,730
7 Sol Butler Vereinigte Staaten  USA 6,600
8 Einar Ræder Norwegen  NOR 6,585

Finale: 18. August

Die US-amerikanischen Olympiaausscheidungen hatte Sol Butler gewonnen und dabei ausgezeichnete 7,52 m erzielt, sodass er als Favorit nach Antwerpen fuhr. Doch in der Qualifikation verletzte er sich bei seinem ersten Sprung und es blieb ihm nur Platz sieben. Bei wie beim Hochsprung eigentlich unzumutbarem morastigem Anlauf blieben die Leistungen unter Wert. William Petersson sorgte mit 7,15 m für einen schwedischen Sieg. Er änderte seinen Namen später in William Björnemann.

DreisprungBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Vilho Tuulos Finnland  FIN 14,505
2 Folke Jansson Schweden  SWE 14,480
3 Erik Almlöf Schweden  SWE 14,270
4 Ivar Sahlin Schweden  SWE 14,175
5 Sherman Landers Vereinigte Staaten  USA 14,170
6 Dan Ahearn Vereinigte Staaten  USA 14,080
7 Ossian Nylund Finnland  FIN 13,740
8 Howard Baker Vereinigtes Konigreich  GBR 13,675

Finale: 21. August

Wie schon beim Weitsprung blieben die Athleten mit ihren Leistungen allesamt deutlich unter ihren Möglichkeiten, was v. a. an den schlechten Rahmenbedingungen lag. Weltrekordler Dan Ahearn schaffte es so gerade, sich für den Endkampf zu qualifizieren, kam jedoch nicht über Platz sechs hinaus. Ville Tuulos erzielte seine Siegesweite bereits im Vorkampf zwei Tage vor dem Finale. Die dort erzielten Weiten wurden wie üblich als Leistung gewertet, und da niemand mehr weiter springen konnte, wurde der Finne mit 14,505 m Olympiasieger.

KugelstoßenBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Ville Pörhölä Finnland  FIN 14,810
2 Elmer Niklander Finnland  FIN 14,155
3 Harry Liversedge Vereinigte Staaten  USA 14,150
4 Pat McDonald Vereinigte Staaten  USA 14,080
5 Einar Nilsson Schweden  SWE 13,870
6 Harald Tammer Estland  EST 13,605
7 George Bihlman Vereinigte Staaten  USA 13,575
8 Howard Cann Vereinigte Staaten  USA 13,520

Finale: 18. August

Der Olympiasieger von 1912 Patrick McDonald war über seinen Leistungszenit hinaus und zudem durch eine Handverletzung gehandicapt. Er belegte Platz vier. Der Olympiasieg ging zum ersten Mal an einen Finnen. Ville Pörhölä gewann mit 14,81 m vor seinem Landsmann Elmer Niklander, der als eigentlicher Diskusspezialist beim Kugelstoßen überraschte.

DiskuswurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Elmer Niklander Finnland  FIN 44,685
2 Armas Taipale Finnland  FIN 44,190
3 Gus Pope Vereinigte Staaten  USA 42,130
4 Oscar Zallhagen Schweden  SWE 41,070
5 Kenneth Bartlett Vereinigte Staaten  USA 40,875
6 Allan Eriksson Schweden  SWE 39,410
7 Valther Jensen Danemark  DEN 38,230
8 Ville Pörhölä Finnland  FIN 38,190

Finale: 22. August

Armas Taipale, der Olympiasieger von 1912 trug mit seiner Silbermedaille zu einem finnischen Doppelsieg bei, den es bereits im Kugelstoßen gegeben hatte. Die Goldmedaille gewann der Olympiazweite vom Kugelstoßen, auch Diskuswurfvierter von 1912, Elmer Niklander.

HammerwurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Pat Ryan Vereinigte Staaten  USA 52,875
2 Carl Johan Lind Schweden  SWE 48,430
3 Basil Bennett Vereinigte Staaten  USA 48,250
4 Malcolm Svensson Schweden  SWE 47,290
5 Matt McGrath Vereinigte Staaten  USA 46,670
6 Tom Nicolson Vereinigtes Konigreich  GBR 45,700
7 Nils Linde Schweden  SWE 44,885
8 James McEachern Vereinigte Staaten  USA 44,700

Finale: 19. August

Patrick Ryan war schon viele Jahre als aktiver Hammerwerfer aktiv. Für die Olympischen Spiele 1908 hatte ihn sein irischer Verband nicht aufgestellt. 1912 gehörte er nach seiner Auswanderung in die Vereinigten Staaten zu den besten Hammerwerfern der Welt, konnte jedoch nicht zu den Spielen in Stockholm fahren, da er noch nicht die amerikanische Staatsbürgerschaft hatte. Nun, acht Jahre später, war es für Ryan endlich so weit. Mit 37 Jahren war er erstmals Olympiateilnehmer. 1913 hatte er den Weltrekord auf 57,77 m geschraubt, ein Weltrekord der 25 Jahre Bestand hatte. In Antwerpen wurde er seiner Favoritenrolle gerecht und gewann mit mehr als vier Metern Vorsprung die Goldmedaille. Sein Vorgänger Matthew McGrath verletzte sich in zweiten Durchgang und wurde Fünfter.

SpeerwurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Jonni Myyrä Finnland  FIN 65,780 OR
2 Urho Peltonen Finnland  FIN 63,605
3 Pekka Johansson Finnland  FIN 63,095
4 Juho Saaristo Finnland  FIN 62,395
5 Aleksander Klumberg Estland  EST 62,390
6 Gunnar Lindström Schweden  SWE 60,520
7 Milton Angier Vereinigte Staaten  USA 59,275
8 Erik Blomqvist Schweden  SWE 58,180

Finale: 15. August

Im Speerwurf gelang den Finnen der einzige Dreifacherfolg eines Landes der Leichtathletikwettbewerbe bei diesen Spielen neben dem US-Erfolg über 400 Meter. Eigentlich war es sogar ein Vierfachsieg, denn der Olympiasieger von 1912 Juho Saaristo belegte auch noch den vierten Platz. Olympiasieger aber wurde Jonni Myyrä, der mit 65,78 m seinen eigenen Weltrekord von 66,10 m nur knapp verfehlte.

GewichtweitwurfBearbeiten

Platz Athlet Land Weite (m)
1 Pat McDonald Vereinigte Staaten  USA 11,265 OR
2 Pat Ryan Vereinigte Staaten  USA 10,965
3 Carl Johan Lind Schweden  SWE 10,250
4 Archie McDiarmid Kanada  CAN 10,120
5 Malcolm Svensson Schweden  SWE 09,455
6 Johan Pettersson Finnland  FIN 09,375
7 Edward Roberts Vereinigte Staaten  USA 09,360
8 Elmer Niklander Finnland  FIN 08,865

Finale: 21. August

Drei Tage nach dem Kugelstoßen kam Patrick McDonald doch noch zu einer Goldmedaille bei den Spielen von Antwerpen. Einer seiner größten Konkurrenten war Matthew McGrath, der jedoch wegen seiner Verletzung vom Hammerwurf nicht antreten konnte. McDonald wurde mit der olympischen Rekordweite von 11,265 m der letzte Olympiasieger in dieser Disziplin, denn der Gewichtweitwurf verschwand nach diesen Spielen aus dem olympischen Programm.

FünfkampfBearbeiten

Platz Athlet Land Platzziffer 10kampf-Wert.
1 Eero Lehtonen Finnland  FIN 14 k. A.
2 Everett Bradley Vereinigte Staaten  USA 24 k. A.
3 Hugo Lahtinen Finnland  FIN 26 3576,305
4 Robert LeGendre Vereinigte Staaten  USA 26 3534,365
5 Helge Løvland Norwegen  NOR 27 3.695,375
6 Brutus Hamilton Vereinigte Staaten  USA 27 3.510,060
7 Bertil Ohlson Schweden  SWE 30 k. A.
8 Aleksander Klumberg Estland  EST nach 4 Disziplinen 8. k. A.

Datum: 16. August

Der Fünfkampf bestand aus den Disziplinen Weitsprung, Speerwurf, 200-Meter-Lauf, Diskuswurf und 1500-Meter-Lauf. Er wurde nach den annähernd selben Regeln durchgeführt wie bei seiner olympischen Premiere 1912. Zur vierten Disziplin wurden die bis dahin 15 Besten zugelassen, zur fünften nur noch die sieben Besten. Die Punktzahl ergab sich aus den Einzelplatzierung der Athleten in den jeweiligen Disziplinen, war also eine Platzzifferwertung. Nur bei Gleichstand entschied die Punktezahl der Zehnkampftabelle über die Platzierung. Das war der Fall für die Plätze drei/vier sowie fünf/sechs. Kurioserweise wäre bei durchgängiger Anwendung der Zehnkampftabelle wie im Zehnkampf Helge Løvland Olympiasieger geworden.

ZehnkampfBearbeiten

Platz Athlet Land P – offiz. Wert. P – 85er Wert.
1 Helge Løvland Norwegen  NOR 6803,355 5803
2 Brutus Hamilton Vereinigte Staaten  USA 6771,085 5714
3 Bertil Ohlson Schweden  SWE 6580,030 5640
4 Gösta Holmér Schweden  SWE 6532,150 5576
5 Evert Nilsson Schweden  SWE 6433,530 5371
6 Valdemar Wickholm Finnland  FIN 6405,460 5647
7 Eugene Vidal Vereinigte Staaten  USA 6358,570 5489
8 Axel-Erik Gyllenstolpe Schweden  SWE 6331,435 5482

Datum: 20. und 21. August

Der Zehnkampf bestand wie schon bei den Olympischen Spielen 1912 aus denselben wie Disziplinen wie heute. Nun wurde der Wettbewerb auch wie heute üblich an zwei Tagen durchgeführt, während es 1912 noch drei gewesen waren. 1920 gab es ein neues Wertungssystem, deshalb sind die offiziellen Punktzahlen der Zehnkämpfe von 1912 und 1920 nicht direkt miteinander vergleichbar.

Nach seinem fünften Platz im Fünfkampf gewann Helge Løvland im Zehnkampf die Goldmedaille vor dem Fünfkampf-Sechsten Brutus Hamilton. Die Leistungen lagen weit unter dem Niveau des Olympiasiegers von 1912 Jim Thorpe. Der Olympiazweite von 1912 Hugo Wieslander hätte hier auch noch knapp vor Løvland gelegen. Allerdings waren die Rahmenbedingungen in Stockholm deutlich besser als hier in Antwerpen.
Zur besseren Einordnung der Leistung sind die nach heutigem Wertungssystem umgerechneten Punktzahlen mit angegeben.

LiteraturBearbeiten

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Philip Noel-Baker, Friedensnobelpreisträger 1959 auf geboren.am, abgerufen am 29. Juli 2017