Kaia Kanepi

estnische Tennisspielerin
Kaia Kanepi Tennisspieler
Kaia Kanepi
Kaia Kanepi 2013 in Wimbledon
Nation: EstlandEstland Estland
Geburtstag: 10. Juni 1985
Größe: 181 cm
Gewicht: 74 kg
1. Profisaison: 2000
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Preisgeld: 6.249.710 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 500:293
Karrieretitel: 4 WTA, 14 ITF
Höchste Platzierung: 15 (20. August 2012)
Aktuelle Platzierung: 99
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 46:63
Karrieretitel: 0 WTA, 2 ITF
Höchste Platzierung: 106 (6. Juni 2011)
Aktuelle Platzierung: 1183
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox:
26. August 2019
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Kaia Kanepi (* 10. Juni 1985 in Haapsalu) ist eine estnische Tennisspielerin.

KarriereBearbeiten

Kaia Kanepi, die mit acht Jahren mit dem Tennisspielen begann, profitiert vor allem von ihrem kraftvollen Grundlinienspiel. Ihr bevorzugtes Terrain ist der Sandplatz. Als Juniorin gewann sie sechs Einzeltitel auf dem ITF Women’s Circuit. Sie war Weltranglistenerste, bevor sie im Jahr 2000 ins Profilager wechselte.

Bei den French Open 2006 stand Kanepi zum ersten Mal im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers und zog auf Anhieb in die zweite Runde ein. Im selben Jahr erreichte sie in Hasselt aus der Qualifikation heraus und als erste Tennisspielerin Estlands überhaupt das Endspiel eines WTA-Turniers, in dem sie sich Kim Clijsters in drei Sätzen geschlagen geben musste.

2008 folgte der nächste Leistungssprung, als sie bei den French Open erstmals bis ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers vorrückte und dort mit ihrem Sieg über Anna Tschakwetadse ihren ersten von insgesamt elf Erfolgen gegen Top-10-Spielerinnen verbuchen konnte. Noch im selben Jahr erreichte sie ihr zweites WTA-Finale in Tokio, wo sie jedoch Caroline Wozniacki unterlag. 2008 wurde sie in ihrer estnischen Heimat zur Sportlerin des Jahres gewählt. Trotz sporadisch guter Ergebnisse, fiel es Kanepi schwer, ihr Leistungspotenzial konstant abzurufen. Nach einer durchwachsenen Saison 2009 machte sie 2010 wieder auf sich aufmerksam, als sie aus der Qualifikation heraus und ohne Satzverlust in das Viertelfinale von Wimbledon einzog, wo sie in einem eng umkämpften Match von Petra Kvitová bezwungen wurde. Wenig später errang sie bei ihrem dritten Anlauf ihren ersten WTA-Titel in Palermo im Finale gegen Flavia Pennetta und wurde damit die erste Erstin, der es gelang, ein WTA-Turnier zu gewinnen. Bei den darauffolgenden US Open bestätigte sie ihre aufsteigende Verfassung mit dem abermaligen Sprung in die Runde der letzten Acht.

Doch auch 2011 schaffte Kanepi es nichr, auch aufgrund kleinerer Verletzungsprobleme, an die guten Ergebnisse der Vorsaison anzuknüpfen und fiel in der Weltrangliste erneut zurück. Erst Ende des Jahres meldete sich mit dem Finaleinzug beim Kremlin Cup in Moskau wieder zurück, verlor dort aber gegen Dominika Cibulková. Kanepi konservierte ihre gute Form über die anschließende Saisonpause und gewann im Januar 2012 in Brisbane ihren zweiten Einzeltitel, auf den im Mai der Triumph in Oeiras gegen Carla Suárez Navarro sowie ihr zweiter Einzug ins Viertelfinale der French Open folgten. Aufgrund einer Verletzung an der Achillessehne, musste sie die Teilnahme an Wimbledon sowie den Olympischen Sommerspielen in London absagen.[1] Trotzdem erreichte sie mit Platz 15 im August ihre höchste Position in der Weltrangliste und bei ihrer Rückkehr auf die Tour im September auf Anhieb das Finale in Seoul, war dort jedoch chancenlos gegen Caroline Wozniacki.

2013 konnte sie wegen anhaltender Probleme mit der Achillessehne erst im April wieder auf der WTA-Tour einsteigen. Dennoch konnte sie in Brüssel nach einem Zweisatz-Erfolg über Peng Shuai ihren vierten und bislang letzten WTA-Titel einfahren sowie im Anschluss daran ein weiteres Viertelfinale in Wimbledon. In den kommenden drei Jahren fiel die Estin, geplagt von einer Plantarfasziitis in beiden Füßen sowie einer langwierigen Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber,[2] in der Weltrangliste kontinuierlich zurück und beendete die Saison 2016 sogar außerhalb der Top 300.

Nachdem sie im Juni 2017 nach einjähriger Verletzungspause ihr Comeback auf der ITF-Tour gab, gelangte sie bei den US Open als Qualifikantin bis ins Viertelfinale. In der folgenden Saison überraschte sie erneut in New York, als sie in der ersten Runde die Weltranglisten-Erste Simona Halep glatt in zwei Sätzen ausschaltete, ehe sie in der vierten Runde Serena Williams unterlag. Bei den French Open 2019 stand sie zum letzten Mal in der zweiten Woche eines Grand-Slam-Turniers. Nicht mehr in der Lage, einen vollständigen Turnierkalender zu spielen, beendete sie die Saison knapp außerhalb der Top 100.

Für die estnische Fed-Cup-Mannschaft hat sie seit dem Jahr 2000 bereits 56 Partien bestritten, von denen sie 41 gewinnen konnte (Doppelbilanz: 13:4).

TurniersiegeBearbeiten

EinzelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 25. Juni 2000 Estland  Tallinn ITF $10.000 Sand Estland  Margit Rüütel 6:1, 6:2
2. 17. Juni 2001 Estland  Tallinn ITF $25.000 Sand Slowakei  Ľubomíra Kurhajcová 7:64, 6:3
3. 8. Juni 2003 Italien  Galatina ITF $25.000 Sand Spanien  María José Martínez Sánchez 6:3, 6:3
4. 13. September 2003 Italien  Turin ITF $25.000 Sand Bosnien und Herzegowina  Mervana Jugić-Salkić 6:3, 6:3
5. 16. Februar 2004 Vereinigtes Konigreich  Sunderland ITF $25.000 Hartplatz (Halle) Russland  Anna Tschakwetadse 7:65, 6:0
6. 4. Juli 2005 Danemark  Fanø ITF $75.000 Sand Ungarn  Melinda Czink 3:6, 6:1, 7:5
7. 2. Mai 2010 Frankreich  Cagnes-sur-Mer ITF $100.000 Sand Slowenien  Maša Zec Peškirič 6:3, 6:2
8. 16. Mai 2010 Frankreich  Saint-Gaudens ITF $50.000 Sand China Volksrepublik  Zhang Shuai 6:2, 7:5
9. 18. Juli 2010 Italien  Palermo WTA International Sand Italien  Flavia Pennetta 6:4, 6:3
10. 7. Januar 2012 Australien  Brisbane WTA Premier Hartplatz Slowakei  Daniela Hantuchová 6:2, 6:1
11. 5. Mai 2012 Portugal  Oeiras WTA International Sand Spanien  Carla Suárez Navarro 3:6, 7:66, 6:4
12. 25. Mai 2013 Belgien  Brüssel WTA Premier Sand China Volksrepublik  Peng Shuai 6:2, 7:5
13. 12. Juli 2014 Frankreich  Biarritz ITF $100.000 Sand Brasilien  Teliana Pereira 6:2, 6:4
14. 19. Dezember 2015 Thailand  Bangkok ITF $25.000 Hartplatz Schweiz  Patty Schnyder 6:3, 6:3
15. 10. Juni 2017 Deutschland  Essen ITF $25.000 Sand Schweiz  Patty Schnyder 6:3, 6:75, 2:0 Aufgabe
16. 29. Juli 2017 Estland  Pärnu ITF $15.000 Sand Russland  Polina Golubowskaja 6:1, 6:0
17. 5. November 2017 Frankreich  Nantes ITF $25.000 Hartplatz (Halle) Niederlande  Richèl Hogenkamp 6:3, 6:4
18. 10. Juni 2018 Italien  Brescia ITF $60.000 Sand Italien  Martina Trevisan 6:4, 6:3

DoppelBearbeiten

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. 11. Oktober 2003 Vereinigtes Konigreich  Jersey ITF $25.000 Hartplatz (Halle) Schweden  Sofia Arvidsson Osterreich  Yvonne Meusburger
Schweden  Hanna Nooni
6:3, 7:5
2. 14. Juli 2007 Italien  Biella ITF $100.000 Sand Estland  Maret Ani Bosnien und Herzegowina  Mervana Jugić-Salkić
Tschechien  Renata Voráčová
6:4, 6:1

Abschneiden bei Grand-Slam-TurnierenBearbeiten

EinzelBearbeiten

Turnier 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2017 2018 2019 2020 Karriere
Australian Open 2 1 3 2 2 2 1 1 3 1 1 3
French Open 2 1 VF 1 2 3 VF 2 1 1 1 AF VF
Wimbledon 1 2 1 1 VF 1 VF 2 1 1 2 VF
US Open 3 1 2 1 VF 2 3 AF 2 VF AF 2 VF

DoppelBearbeiten

Turnier 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2018 Karriere
Australian Open 1 1 1 2 2 2 2
French Open 1 1 1 2 2 AF AF AF
Wimbledon 1 1 AF AF 2 1 2 AF
US Open 1 1 1 1 1 1 1 1

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Kaia Kanepi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kanepi Pulls Out of Olympics. In: news.err.ee. 18. Juli 2012, abgerufen am 2. Juli 2020 (englisch).
  2. Catching up with Kaia Kanepi. In: wtatennis.com. 30. August 2017, abgerufen am 2. Juli 2020 (englisch).