Boycott, Divestment and Sanctions

internationale Kampagne, die sich gegen Israel richtet

Boycott, Divestment and Sanctions („Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“, abgekürzt BDS) ist eine transnationale politische Kampagne, die den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will, um ihre im Jahr 2005 beschlossenen Ziele durchzusetzen: Israel müsse die „Okkupation und Kolonisierung allen arabischen Landes“ beenden, das „Grundrecht seiner arabisch-palästinensischen Bürger auf volle Gleichheit“ anerkennen und „das Recht der palästinensischen Flüchtlinge auf eine Rückkehr in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum gemäß UN-Resolution 194 schützen und fördern.“ 171 palästinensische Organisationen unterzeichneten diesen Aufruf; viele Solidaritätsgruppen und Prominente unterstützen ihn. Führende BDS-Vertreter bestreiten offen das Existenzrecht Israels und wollen diesen Staat abschaffen.

Die Antisemitismusforschung ordnet die Ziele der Kampagne als antizionistisch (gegen einen jüdischen Staat gerichtet), vielfach auch als antisemitisch ein. Einige Wissenschaftler halten Israelboykotte an sich nicht für antisemitisch. Die Parlamente und Regierungen von Deutschland, Österreich und Tschechien haben die BDS-Kampagne als antisemitisch eingestuft.

Historische VorläuferBearbeiten

Dem britischen Rechtsanwalt und Autor Anthony Julius zufolge schließt die heutige Boykottkampagne gegen Israel historisch, rhetorisch und mit ihrer Wirkung an die Judenboykotte in der Geschichte des Antisemitismus an. Antisemiten bevorzugten solche Boykotte, weil sie ihre Ablehnung und Ausschließung von Juden am besten ausdrückten. Sie sollten etwa Nichtjuden gegen jüdische Konkurrenz abschotten, angebliche jüdische Vergehen missbilligen, Juden zwingen, gegen ihre Interessen zu handeln, sie als ethnisch Fremde aus der eigenen Nation verbannen und Angriffe auf sie und/oder ihre Vertreibung vorbereiten. Als Beispiele nennt Julius Boykottaufrufe von 1889, 1894 und 1898 während der Dreyfus-Affäre in Frankreich.[1]

 
Der Jerusalemer Großmufti Mohammed Amin al-Husseini organisierte arabische Boykotte und Pogrome gegen Juden, fand Asyl in NS-Deutschland und ab 1946 in Ägypten. Er propagierte den Kampf gegen Juden im Heiligen Land mit allen Mitteln.

Ab 1890 sorgten sich die arabischen Einwohner Palästinas über die zunehmende jüdische Einwanderung und verlangten vom Osmanischen Reich, Juden Landkäufe zu verbieten. Lokalzeitungen riefen dazu auf, keine jüdischen Produkte zu kaufen, Juden keine Häuser zu vermieten und nicht mit ihnen zu handeln. Dazu gründete ein arabischer Zeitungseigentümer in Haifa 1910 einen ersten Verein. Ab 1914 bekämpften viele Gegeninitiativen in Palästina diesen Boykott. Nach einer Quelle sollen manche jüdischen Siedler ab 1920 ihrerseits arabische Läden boykottiert und möglichst keine arabischen Arbeiter eingestellt haben. Seit dem Völkerbundsmandat für Palästina, das die Versprechen der Kolonialmacht Großbritannien auf je einen arabischen und jüdischen Nationalstaat in Palästina aufnahm, benutzten arabische Nationalisten Boykotte gegen die Juden in Palästina (Jischuw). Im Januar 1920 beschlossen die Muslim-Christian Committees von Nablus, Jaffa und Jerusalem einen vollständigen Judenboykott, bis alle Spuren des Zionismus ausradiert seien. Nach Angriffen auf Juden erklärten Araber 1921 ein vollständiges Embargo für alle jüdischen Produkte. 1922 rief der fünfte Palestine Arab Congress dazu auf, jüdische Geschäfte zu boykottieren und Landkäufe an Juden zu verbieten. Ab 1929 griffen Araber andere Araber körperlich an, die sich nicht an diesen Beschluss hielten, und beschädigten deren Waren. Eine panarabische Konferenz in Jerusalem rief die Araber im Oktober 1929 dazu auf, Juden alles außer Land zu verkaufen und nichts außer Land von ihnen zu kaufen. Dazu wurden hebräische Schilder von arabischen Läden entfernt.

1931 rief das Arab Workers Committee die westliche und islamische Welt dazu auf, jüdische Waren zu boykottieren und lokale arabische Produktion zu fördern. Die Arabische Exekutive von Palästina folgte dem Aufruf im September 1931. Der Islamische Weltkongress rief die muslimischen Staaten im Dezember 1931 dazu auf, alle Handelsbeziehungen mit Juden in Palästina zu vermeiden. Im März 1933 rief das Arabische Exekutivkomitee zum Boykott britischer und zionistischer Produkte auf. Im Oktober 1934 entschied die Arab Labour Federation, jüdische Unternehmen zu bewachen und zu boykottieren.[2]

 
„Deutscher, kaufe nicht beim Juden! Verzeichnis jüdischer Geschäfte in Württemberg und Hohenzollern. 1. Auflage“ (1935)

Am 31. März 1933, dem Vortag des nationalsozialistischen Judenboykotts, bot der Palästinenserführer Mohammed Amin al-Husseini dem NS-Regime seine Dienste an. Er hoffe auf weitere faschistische Staatsführungen in anderen Ländern. Der jüdische Einfluss auf Wirtschaft und Politik sei überall schädlich und zu bekämpfen. Einem deutschen Aufruf zum Judenboykott werde die ganze islamische Welt begeistert beitreten. Er selbst werde die Idee eines Judenboykotts unter allen Muslimen verbreiten; dieser könne als Ausführung des Beschlusses der arabischen Exekutive vermittelt werden. Eine aktionsfähige Organisation dazu lasse sich leicht schaffen. Deutschland möge ausreichend Industrieprodukte an Palästina liefern, damit Nichtjuden diese dort vertreiben könnten.[3]

Im März 1937, während des arabischen Aufstands (1936–1939), rief das Arabische Exekutivkomitee in Palästina alle Araber dazu auf, die Levante-Messe in Tel Aviv zu boykottieren. Im Juli 1937 stellte die britische Palestine Royal Commission fest, dass Araber kaum oder gar nicht in jüdischen Läden einkauften. Im September 1937 forderte der Panarabische Kongress in Bludan (Syrien), die Balfour-Deklaration von 1917 zu widerrufen, das britische Palästinamandat abzuschaffen und einen Wirtschaftsboykott gegen die Juden als patriotische Pflicht durchzusetzen.[4]

Die 1945 gegründete Arabische Liga war stark von der nationalsozialistischen Propaganda und dem Vorbild des Judenboykotts von 1933 beeinflusst.[5] Sie beschloss im Dezember 1945 einen Boykott aller von Juden im britischen Mandatsgebiet Palästina hergestellten Produkte und Dienstleistungen. Ab 1948 wurde daraus der Boykott Israels durch die Arabische Liga. Ab 1950 erweiterte die Liga diesen auf alle Personen, Unternehmen und Organisationen, die mit Israel Handel trieben. Zudem führte sie eine schwarze Liste jener Unternehmen, die mit den boykottierten nichtjüdischen Entitäten handelten. Seit den Friedensabkommen einiger arabischer Staaten mit Israel (ab 1979) stellten immer mehr Mitgliedsstaaten der Liga den Boykott ein oder begrenzten ihn auf direkten Handel mit Israel. Bis 2019 hielten nur noch der Iran, Libanon und Syrien den Boykott aufrecht. Trotz ökonomisch geringer Wirkung hat die Liga ihn formell nie aufgehoben.[6] BDS-Vertreter stellen den BDS-Aufruf von 2005 in die Tradition früherer Boykotte gegen die „britische Besatzung“ und „zionistische Kolonisierung“ seit 1920, die seit 1948 oft wiederbelebt worden sei.[7]

EntstehungBearbeiten

Nach Eigenangaben entstand BDS aus Selbsthilfegruppen für Arbeiter, Frauen, Studenten, Journalisten und andere, die die Bevölkerung der besetzten Gebiete Palästinas für die Erste Intifada mobilisierten und sich als Teil einer nationalen Befreiungsbewegung verstanden. Mit Hilfe internationaler, meist westlicher Geldgeber wurden daraus in den 1990er Jahren professionelle NGOs, vornehmlich für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Aufgaben. Nach dem Scheitern des Oslo-Friedensprozesses im Jahr 2000 wollte ein Teil dieser NGOs den Kampf fortsetzen.[8]

Im selben Jahr begann die Zweite Intifada. Ein Verbund antiisraelischer Organisationen wollte Israel bei der Dritten Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban 2001 erneut isolieren. Bei einem Vorbereitungstreffen im Februar 2001 in Teheran, von dem Irans Regierung jüdische und israelische NGOs ausschloss, beschlossen die Teilnehmer einen Resolutionsentwurf: Danach verübe der Staat Israel „eine neue Form der Apartheid, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Damit knüpften sie an die Gleichsetzung „Zionismus ist Rassismus“ an, die die UN in Resolution 3379 von 1975 behauptet, aber 1991 widerrufen hatten.[9] Ferner klagte der Text Israel an, „Holocausts“ (Plural) zu begehen, die „anti-semitisch“ (von einem rassistischen Hass gegen Araber als Semiten) motiviert seien. Der Entwurf begründete die „Durban-Strategie“, Israel mit Berufung auf das Völkerrecht genozidaler Verbrechen anzuklagen.[10]

Das NGO-Forum in Durban wurde vor allem von der Ford Foundation finanziert, vorbereitet und mit antiisraelischem Material versorgt.[11] Bis zu 8000 Delegierte machten Israel zum Hauptthema. Plakate setzten Zionismus und Rassismus, Davidstern und Hakenkreuz gleich. Die antisemitischen Protokolle der Weisen von Zion wurden verteilt, ebenso Handzettel mit einem Portraitfoto Adolf Hitlers und der Frage: „Was, wenn ich gewonnen hätte?“ Die Rückseite beantwortete die Frage mit einer Palästinakarte ohne Israel.[12] Die Abschlusserklärung forderte eine „Politik der vollständigen und totalen Isolation Israels als eines Apartheidstaates“. Alle Staaten seien auf Sanktionen und Embargos gegen Israel zu verpflichten und müssten jede diplomatische, ökonomische, soziale, humanitäre und militärische Zusammenarbeit mit ihm vollständig abbrechen. Jene Staaten, die den „Apartheidsstaat Israel und seine Ausübung rassistischer Verbrechen gegen die Menschlichkeit einschließlich ethnischer Säuberungen und Völkermorde“ weiter unterstützten, seien zu verurteilen. Jeder Hinweis auf Bürgerrechte arabischer Israelis und Terroranschläge von Palästinensern auf israelische Zivilisten fehlte.[13] Die BDS-Kampagne ging aus dieser „Durban-Strategie“ hervor.[14] Dies blieb infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 (wenige Tage nach der Konferenz) weithin unbeachtet.[15]

Als Israels Armee (IDF) bei der „Operation Schutzschild“ im April 2002 auch palästinensische Schulen und Hochschulen angriff, riefen einige britische Akademiker zum Boykott israelischer Hochschulen auf.[16] Im April 2004 in Ramallah startete die Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (PACBI). Im Frühjahr 2005 in Toronto (Kanada) fand die erste Israeli Apartheid Week statt. Sie wirbt jährlich im Februar/März für die BDS-Kampagne. Am 9. Juli 2005 beschlossen 171 Organisationen den gemeinsamen BDS-Aufruf, dem alle Vorläufergruppen beitraten. Der Aufruf gilt oft als Beginn der Kampagne, die historisch jedoch beim NGO-Forum in Durban 2001 begann.[17]

Beim sechsten Weltsozialforum 2006 in Caracas übernahmen die sozialen NGOs den Aufruf. Beim siebten Weltsozialforum 2007 in Nairobi riefen Palästinensergruppen zu einer globalen BDS-Bewegung auf.[18] Im November 2007 gründete die erste palästinensische BDS-Konferenz in Ramallah das BDS National Committee (BNC).[19] Dessen Leiter Omar Barghouti ist ein in Katar geborener Nachfahre von Palästinensern und bezeichnet sich als „Menschenrechtsaktivist“.[20] Das BNC versteht sich als Koordinator der weltweiten BDS-Kampagne, erlaubt aber jedem, „im Namen von BDS“ eigene Aktionen gegen Israel zu starten. Zur BDS-Bewegung werden daher alle Akteure gezählt, die Konsumboykotte und Investitionsabzug gegen Israelis und mit Israel handelnde Personen, Firmen und Institutionen starten und Regierungen zu Sanktionen und Embargos gegen Israel drängen.[21]

ZieleBearbeiten

Der BDS-Aufruf von 2005 beschreibt zunächst die damalige Situation: Obwohl der Internationale Gerichtshof (IGH) die israelischen Sperranlagen im Westjordanland und die Sperranlage um den Gazastreifen 2004 als illegal beurteilte, baue Israel diese Mauer weiter. Zudem würden weiter Israelische Siedlungen in den besetzten Gebieten gebaut. Israel sei „größtenteils auf Land gegründet […], das zuvor von seinen palästinensischen BesitzerInnen ethnisch gesäubert wurde“. Die Lage der arabisch-palästinensischen Staatsbürger Israels sei geprägt durch eine „in Israels System verwurzelte rassistische Diskriminierung“. Israel habe seit 1948 hunderte UN-Resolutionen missachtet, die ein Ende der Besatzung und Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung forderten. Darum riefen die Vertreter der palästinensischen Zivilgesellschaft nun internationale Organisationen und „alle rechtschaffenen Menschen auf der ganzen Welt“ dazu auf, Boykotte, Investitionsentzug und Sanktionen gegen Israel durchzusetzen und dazu Druck auf die eigenen Staaten auszuüben. Vorbild dafür sei der Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. Die „gewaltlosen Strafmaßnahmen“ müssten fortgesetzt werden, bis Israel den PalästinenserInnen das „unveräußerliche Recht der Selbstbestimmung“ zugestehe und „zur Gänze den Maßstäben internationalen Rechts entspricht“. Dazu müsse Israel:

  • die „Besatzung und Kolonisierung allen besetzten arabischen Landes“ beenden und die Mauer abreißen,
  • das „Grundrecht der arabisch-palästinensischen BürgerInnen Israels auf völlige Gleichheit“ anerkennen,
  • das Recht der palästinensischen Flüchtlinge, in ihre Heimat und zu ihrem Eigentum zurückzukehren, respektieren, schützen und fördern, wie es in UN-Resolution 194 vereinbart worden sei.[22]

Die BDS-Webseite beschreibt Israel als „Apartheidsstaat“, in dem die Dominanz einer Rasse oder Ethnie über eine andere gesetzlich und systematisch institutionalisiert sei. Damit werden Israels militärische Besatzung und deren Folgen ebenso wie Privilegien für jüdische Siedler und Benachteiligung arabischer Israelis (etwa bei Landkauf und Ausbildungschancen) aus einem angeblich systemimmanenten Rassismus erklärt.[23]

Das Stichwort „Kolonisierung“ deutet Israels Besetzung palästinensischer und arabischer Gebiete als Kolonialismus, nicht als Folge unabgeschlossener Kriege. BDS-Vertreter beschreiben Israel als aus dem europäischen Kolonialismus hervorgegangenen expansiven Kolonialstaat. Sie knüpfen damit an den seit den 1960er Jahren verbreiteten Antiimperialismus an, der Israel und die USA als Zentren des Imperialismus und den Kampf der Palästinenser als Speerspitze eines weltweiten antikolonialen Befreiungskampfes sieht. Diese Sicht erhielt seit dem 11. September 2001 wieder mehr Zuspruch.[24]

Die Behauptung, Israel sei größtenteils auf „ethnisch gesäubertes“ Land gegründet, folgt dem palästinensischen Geschichtsnarrativ der Nakba. Die meisten Palästinenser verloren Heimat und Eigentum jedoch erst nach Israels Staatsgründung 1948 im folgenden Palästinakrieg, mit dem die angreifenden arabischen Staaten Israel vernichten wollten.[25] Auch arabische Militärs, die einen Sieg erwarteten und ein freies Schlachtfeld brauchten, vertrieben viele Palästinenser; viele flohen, weil die britische Mandatsverwaltung im Krieg zusammenbrach.[26] Gleichwohl verstehen viele BDS-Anhänger unter „der Okkupation“ das 1948 eroberte, von der UNO anerkannte Staatsgebiet Israels, nicht nur die im Sechstagekrieg 1967 besetzten Gebiete. Sie fordern also die Abschaffung dieses Staates.[27] Omar Barghouti schloss 2011 aus, dass der BDS-Aufruf nur Israels Rückzug aus den 1967 besetzten Gebieten fordere. Diese Deutung sei höchst gefährlich, weil sie BDS das Recht wegnehme, die Bedingungen des Kampfes in Palästina zu definieren, und Israel vom Vorwurf der Apartheid und des Rassismus auf dem gesamten von ihm kontrollierten Gebiet befreie.[28]

Die BDS-Forderung nach dem Abriss der als „Mauer“ bezeichneten Sperranlagen (großenteils Zäunen mit Grenzübergängen) deutet diese im Kontext als Mittel einer Rassentrennung und unterschlägt, dass sie zum Schutz aller (auch arabischer) Israelis vor fortgesetzten Selbstmordattentaten gebaut wurden. Der Aufruf fordert nicht, diese Anschläge einzustellen. Er bestreitet somit implizit Israels Recht auf Selbstverteidigung.[29]

Die BDS-Forderung nach einem unspezifischen Rückkehrrecht stützt sich auf das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge: Dieses gesteht allen Nachkommen der historisch vertriebenen Palästinenser (derzeit mehr als fünf Millionen, mit steigender Tendenz) einen weltweit einzigartigen erblichen Flüchtlingsstatus zu. Dagegen definierte die UN-Resolution 194 nur Personen als palästinensische Flüchtlinge, die vom 1. Juni 1946 bis 15. Mai 1948 im britischen Mandatsgebiet Palästina registriert und durch den Krieg von dort vertrieben worden waren. Sie machte ihr Recht auf Rückkehr oder Entschädigung von einem Friedensvertrag mit Israel abhängig. Alle arabischen Staaten lehnten die Resolution ab. Der Friedensvertrag scheiterte im Jahr 2000 unter anderem daran, dass die PLO an einem pauschalen Rückkehrrecht festhielt. Keine Regierung Israels gewährt dieses, da die Aufnahme von Millionen außerhalb der besetzten Gebiete geborenen, meist muslimischen Palästinensern das Selbstbestimmungsrecht der jüdischen Bevölkerungsmehrheit gefährden würde. Gleichwohl bejahen die meisten Israelis einen Zuzug von Palästinensern, die Angehörige in Israel haben, und eine angemessene Entschädigung für historisch vertriebene Palästinenser. Weil BDS solche Kompromisse ausschließt, gilt die Auflösung oder Zerstörung Israels als sein eigentliches Ziel.[30] Omar Barghouti räumte ein: „Wenn die Flüchtlinge zurückkehren, gibt es keine Zweistaatenlösung, sondern Palästina neben Palästina.“ Auch friedensbereite Israelis wie Amos Oz betonten daher: „Das Rückkehrrecht ist eine Beschönigung für die Vernichtung Israels.“[31]

BDS-Vertreter stellen die Kampagne als gewaltfreie Graswurzelbewegung dar, die durch ökonomisch konsequentes Verhalten Israels Besatzung zu beenden versuche. Obwohl der BDS-Aufruf die angestrebte Staatsform offen lässt, bedeuten seine Forderungen die Abkehr von der international vereinbarten Zweistaatenlösung zugunsten einer Ein-Staat-Lösung ohne jüdisches Selbstbestimmungsrecht. Ihre Erfüllung liefe auf Israels Ende als jüdisch-demokratischer Staat hinaus.[32] Führende BDS-Vertreter betonten dies offen:

  • Omar Barghouti: „Definitiv, äußerst definitiv lehnen wir einen jüdischen Staat in irgendeinem Teil Palästinas ab. Kein Palästinenser […] wird je einen jüdischen Staat in Palästina akzeptieren.“[33] „Kein Staat hat das Recht, als rassistischer Staat zu existieren.“[34] „Die Zweistaatenlösung ist endlich tot. Aber jemand muss einen offiziellen Totenschein ausstellen, bevor der verwesende Körper angemessen beerdigt wird, und dann können wir alle weitergehen und die eher gerechte, moralische und darum nachhaltige Alternative für friedliches Zusammenleben von Juden und Arabern im Mandatsgebiet Palästina erkunden: die Ein-Staat-Lösung.“[35] Israel sei ein „Schurkenstaat“ (rogue state).[36]
  • As'ad AbuKhalil: „Das wirkliche Ziel von BDS ist, den Staat Israel niederzuringen. […] Gerechtigkeit und Freiheit für die Palästinenser sind unvereinbar mit der Existenz des Staates Israel.“[37]
  • Ali Abunimah: „Israels Existenzrecht als jüdischer Staat enthält keine angemessene legale oder moralische Abhilfe, und seine Durchsetzung erzwingt das Verlängern schrecklichen Unrechts. Daher ist es überhaupt kein Recht.“[38]
  • Ahmed Moor: „Die Besetzung zu beenden bedeutet gar nichts, wenn sie nicht das Beenden des jüdischen Staates selbst bedeutet.“[39]
  • Laura Kiswani: „Israel niederzuringen wird wirklich Jedem in der ganzen Welt, jeden in der Gesellschaft dienen, besonders Arbeitern.“[40]
  • Ronnie Kasrils: „BDS repräsentiert drei Worte, die zum Sieg über das zionistische Israel und für Palästina helfen werden.“[41]

Die jüdisch-amerikanische Philosophin Judith Butler erklärte 2003 bei einem Auftritt mit Omar Barghouti, es sei nicht antisemitisch, Israels Existenzrecht zu bestreiten. 2006 bezeichnete sie Hamas und Hisbollah als „progressiven“ Teil der globalen Linken, deren Gewalt zu kritisieren, deren Engagement aber diskussionswürdig sei.[42] Sie verlangt von den Israelis, ihren Einsatz für den jüdischen Staat und ein eigenes Heimatland aufzugeben.[37][43]

Der Aufruf lässt jedoch offen, welche Staatsform angestrebt wird. Ein Teil der Anhänger tendiert zu einem säkularen demokratischen Gesamtstaat, andere halten an einer gerechten Zweistaatenlösung fest und sehen BDS als Druckmittel zum Erreichen dieses Ziels.[44]

Das BDS-Logo ist die Figur Handala des palästinensischen Zeichners Nadschi al-Ali. Seine Cartoons stellen jüdische Israelis mit Hakennase dar, die arabische Frauen zu verführen versuchen, Ritualmorde begehen und nur durch den Einsatz von Maschinengewehren gestoppt werden können.[45] BDS verwendet die seit den 1980er Jahren bei palästinensischen Nationalisten populäre Demonstrationsparole From the River to the Sea, Palestine will be free.[46] Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer schließt Israels Staatsgebiet ein: Die Parole gilt daher als Ausdruck für das Ziel, Israel zu zerstören.[47] Demgemäß zeigen BDS-Aktivisten oft eine Karte der Region, die nur einen einzigen Staat Palästina zeigt.[33]

MethodenBearbeiten

 
Mural der BDS, Autonome Universität Barcelona (UAB):
„Apartheid-freier Raum – BDS/UAB“ (katalanisch)

Akademische BoykotteBearbeiten

BDS betrachtet die Zusammenarbeit von Israelis und Palästinensern als „Normalisierung“ eines vorgeblichen Unterdrückungszustands, die es zu bekämpfen gelte. Nach dem PACBI-Aufruf vom Juli 2014 sollen alle gemeinsamen Veranstaltungen, Projekte und Veröffentlichungen boykottiert werden, die eine Koexistenz und Parität zwischen Unterdrückern und Unterdrückten voraussetzen und deren Versöhnung anstreben, ohne die Ursachen der Ungerechtigkeit anzusprechen. Moralisch zulässig seien nur gemeinsame Widerstandsprojekte. Das richtet sich besonders gegen liberale und progressive Projekte israelischer Hochschulen, die ihrerseits Israels Rückzug aus Palästinensergebieten anstreben. Der akademische Boykott ist wesentlicher Teil dieses Kampfes; er kollidiert mit dem Prinzip der Freiheit von Forschung, Lehre und Studium.[48]

In den USA entstanden 2001 die Students for Justice in Palestine (SJP). 2009 einigten sich etwa 300 dieser Gruppen auf den BDS-Aufruf zum akademischen und kulturellen Boykott Israels.[18] Seitdem fordern sie regelmäßig in Hochschulgremien BDS-Resolutionen und erzeugen so anhaltende Kontroversen.[49] BDS-Aktivisten bereiten Abstimmungen in diesen Gremien publizistisch oft jahrelang vor, verschaffen ihrer Sicht des Palästinakonflikts so starke dauerhafte Beachtung, bringen ihre Rhetorik vielen Studenten nahe und verändern so langfristig das Diskussionsklima an den Hochschulen zu ihren Gunsten.[50]

Noam Chomsky bejaht zwar die Ziele der BDS-Kampagne, lehnt den akademischen Boykott aber ab: Er finde kaum Unterstützer, daran festzuhalten garantiere das Scheitern. Universitäre BDS-Aktivitäten befragte Chomsky nach dem „Glashaus“-Prinzip: Falls man die Universität Tel Aviv wegen Menschenrechtsverstößen Israels boykottiere, warum boykottiere man dann nicht die Harvard University wegen weit größerer Menschenrechtsverletzungen der USA? Der Vergleich Israels mit Südafrika sei irreführend, da globale Investoren Südafrika zu Beginn der Boykotte um 1960 schon aufgegeben hätten, während sie gegenwärtig stark in Israel investierten. BDS-Sprecher müssten die tatsächlichen Umstände realistisch einschätzen, damit ihre Taktiken effektiv seien.[51]

KulturboykotteBearbeiten

 
BDS-Plakat mit übermalter Israel-Flagge, Melbourne 2010

Seit dem PACBI-Aufruf von 2004 bilden Kulturboykotte einen Hauptanteil der BDS-Kampagne. Dabei drängen deren Aktivisten im Kulturbereich tätige Personen und Ensembles aus Drittländern, besonders Musiker, zu Absagen ihrer Auftritte in Israel, seltener auch Israelis zur Absage von Auftritten außerhalb ihres Landes. Dabei wird stets behauptet, die geplanten Veranstaltungen unterstützten Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen Israels gegenüber den Palästinensern. Einige prominente Kulturschaffende widersetzten sich dem Absagedruck und stellten sich öffentlich gegen BDS. Andere wurden als BDS-Unterstützer aktiv oder riefen ihrerseits zu Israelboykotten auf.[52] Diese Aufrufe sind leichter zu organisieren als akademische und ökonomische Boykotte und erzielen rasch große Publizität. Sie werden über Twitter massenhaft verbreitet und sind oft mit Einschüchterung und Mobbing bis hin zu Todesdrohungen verbunden.[53]

Infolge von BDS-Kampagnen sagten die Musiker Elvis Costello, Lauryn Hill, Thurston Moore, Sinéad O’Connor, Tommy Sands, Carlos Santana,[53] Lana Del Rey, Lorde, Of Montreal[54] sowie die Pixies ihre Veranstaltungen in Israel ab.[55]

Dagegen traten Justin Bieber, Leonard Cohen, Bob Dylan, Lady Gaga, Joy Harjo, Elton John, Jon Bon Jovi, Alicia Keys, Cyndi Lauper, Madonna, Paul McCartney, The Rolling Stones, Justin Timberlake, Kanye West,[53] Deep Purple,[56] Linkin Park, die Red Hot Chili Peppers, Rihanna,[55] Gregory Porter,[57] die Eagles of Death Metal,[58] Radiohead,[59] Jennifer Lopez,[60] Pusha T, Flying Lotus, Kamasi Washington,[54] Diana Krall, Katy Perry und Barbra Streisand trotz BDS-Absageforderungen in Israel auf.[61] Prominente Gegner des Kulturboykotts sind unter anderen John Lydon, Lady Gaga, Madonna, die Red Hot Chili Peppers, Rihanna, die Rolling Stones,[52] Joanne K. Rowling, Hilary Mantel[54] und Helen Mirren.[62] Nick Cave betonte 2017 in Tel Aviv, BDS habe ihn dazu gebracht, in Israel zu spielen, weil er Land und Leute liebe und Zensurversuche gegen Musiker grundsätzlich ablehne.[52] Viele Musiker berichteten von Belästigungen bis hin zu Morddrohungen, die sie infolge ihres Festhaltens an Israelauftritten erhielten, so Eric Burdon, Paul McCartney, Alicia Keys, Justin Timberlake und die irische Sängerin Sarah McTernan.[52] Scarlett Johansson weigerte sich 2014 trotz massiven BDS-Drucks, einen Werbevertrag mit der israelischen Firma SodaStream zu kündigen.

Der Filmregisseur Ken Loach dagegen zog einen Film vom Filmfestival in Melbourne 2009 zurück, weil Israel dieses mitfinanzierte. Auch Brian Eno und Jean-Luc Godard sowie Mira Nair (2013) unterstützen BDS. Die Autoren Alice Walker und Henning Mankell weigerten sich, hebräische Übersetzungen ihrer Werke zu autorisieren. 2009 versuchten BDS-Anhänger erfolglos, das internationale Filmfestival von Toronto wegen seines Themas Israel zu boykottieren. 2011 unterbrachen BDS-Anhänger ein Konzert des Israel Philharmonic Orchestra in der Royal Albert Hall in London. 2014 organisierte PACBI Proteste gegen das Musikprojekt Heartbeat, das israelische und palästinensische Musiker und Zuhörer zusammenbringen will, um Vertrauen zu bilden. Im Januar 2014 wurde eine Ausstellung der UNESCO in Paris zur 3500-jährigen Geschichte von Juden in Palästina nach heftigen Protesten von BDS-Anhängern und arabischen Staaten abgesagt.[53]

Roger Waters unterstützt BDS seit 2011, ruft bei seinen Konzerten zum Israelboykott auf und verbindet seine Auftritte oft mit antisemitischer Agitation. 2013 ließ er ein aufblasbares Schwein mit einem Davidstern in die Luft steigen, führte die Kritik daran dann auf eine „Macht der jüdischen Lobby“ zurück, nannte Israels Regierung ein „systematisches rassistisches Apartheidregime“, verglich sie mit dem NS-Regime und warf ihr „ethnische Säuberungen“ vor.[63] Daraufhin sagten im Herbst 2017 mehrere der ARD angeschlossene Fernsehsender Übertragungen seiner Konzerte in Deutschland ab.[52] Waters verbreitete am 21. Juni 2020 eine antisemitische Verschwörungstheorie, Israel sei für den gewaltsamen Tod des schwarzen US-Bürgers George Floyd (25. Mai 2020) mitverantwortlich. Er behauptete, dass Experten aus Israel den Polizisten in den USA beibrächten, wie man schwarze Menschen in effizienter Weise umbringe. Amerikas „militarisierte Polizei“ habe tödliche Praktiken wie das Luftabdrücken durch das Knien auf dem Opfer von der IDF gelernt, die sie gegenüber den Palästinensern ausübe.[64]

Im Februar 2015 riefen mehr als 100 britische Artists for Palestine zum kulturellen Boykott Israels bis zum Ende der „kolonialen Unterdrückung der Palästinenser“ auf.[65]

Im August 2015 lud der Veranstalter des Festivals Rototom Sunsplash in Spanien auf Druck einer lokalen BDS-Gruppe den jüdischen Musiker Matisyahu aus, weil dieser eine politische Erklärung für Palästina verweigert hatte. Nach heftigen internationalen Protesten zog der Veranstalter die Ausladung zurück und entschuldigte sich. Der Fall gilt als Beispiel für antisemitische Züge der BDS-Kampagne, weil Matisyahu kein Israeli ist und nur wegen seines Judeseins unter politischen Druck gesetzt wurde. Derartige Aktionen wurden nach sich jeweils bietenden Anlässen ohne planvolles Konzept organisiert und nicht mit einer spezifischen Funktion des Protestobjekts für die Lage der Palästinenser begründet. Somit ist die pauschale Delegitimierung Israels, von jüdischen Israelis und Juden als ihr einziges kohärentes Ziel wahrnehmbar.[53]

2017 erschienen Boykottaufrufe gegen den Film Wonder Woman und zahlreiche antisemitische Hassposts gegen dessen Hauptdarstellerin Gal Gadot im Internet.[66] Beim Eurovision Song Contest 2018 (ESC) riefen BDS-Unterstützer im Internet zum Boykott der israelischen Sängerin Netta Barzilai (Hashtag etwa “Zero.Points.To.Israeli.Apartheid”), nach ihrem Sieg zum Boykott des folgenden Eurovision Song Contest 2019 in Israel auf. Zeitgleich erschienen zahlreiche antisemitische Texte und Bilder gegen Netta, den ESC und Israel.[67] Zu den Boykottaufrufern gehörten Brian Eno, Ken Loach und Roger Waters. BDS organisierte eine Gegenveranstaltung namens Globalvision. Das BDS-Logo gegen den ESC in Israel bestand aus einem mit Stacheldraht umwickelten Eurovisionsschriftzug, dessen mittlerer Buchstabe V zu einer SS-Rune umgestaltet worden war. Damit setzte BDS Israel mit dem NS-Regime gleich. Dies stieß auf scharfe Kritik. Weder Fernsehsender noch Bands folgten dem Boykottaufruf.[52] Die Europäische Rundfunkunion (EBU) bezeichnete diesen als „nicht diskussionswürdig“.[68]

Im September 2019 störten BDS-Aktivisten mehrfach das deutsch-israelische Filmfestival Seret in Berlin.[69]

WirtschaftsboykotteBearbeiten

Obwohl der BDS-Aufruf umfassende Boykotte ganz Israels fordert, lässt er offen, welche Entitäten auf welche Weise boykottiert werden sollen. Demgemäß boykottieren manche BDS-Akteure nur Produkte oder Dienstleistungen aus den besetzten Gebieten im Westjordanland, den Golanhöhen und Ostjerusalem.[70] Omar Barghouti sieht solche Teilboykotte als Versuch, Israel als „Apartheidstaat“ zu retten. Gleichwohl öffneten sie die Tür für die Boykottmethode und hülfen, dass die Welt Israel als Paria sehe.[36]

Nach welchen Kriterien BDS-Unterstützer Unternehmen für Boykotte auswählen und was diese bewirken sollen, ist unklar. Viele Boykottaufrufe zielen auf alle in Israel hergestellten Produkte, andere auf Firmen, die ihre Produkte auch in besetzten Gebieten Palästinas herstellen oder diese dort verkaufen, oder auf Firmen, die auch in Israel produzieren, oder auf Firmen, die von jüdischen Israelis geführt werden. So listete eine BDS-Gruppe in Sacramento (Kalifornien) unter anderem Sabra hummus (Strauss Group) auf, weil das Unternehmen Nahrungsmittel an Israels Armee verkauft (jedoch auch an Palästinenser); Intel, weil es Hardwareteile für PCs auch in Israel herstellen lässt; Teva, weil es ein marktführendes israelisches Pharmaunternehmen ist; Estée Lauder, weil dessen Vorstandsvorsitzender auch eine regierungsnahe Organisation in Israel führt; Ben & Jerry’s, weil deren Eiskrem auch in illegalen Siedlungen verkauft wird; Naot, weil sie eine Schuhfabrik in einer illegalen Siedlung hat. Kritiker stellen heraus, dass solche Boykotte nicht zielgenau und konsistent durchführbar sind, da sie auch arabische Israelis, Palästinenser, die in israelischen Firmen arbeiten und in israelischen Krankenhäusern behandelt werden, die große Mehrheit der Israelis, die einen Palästinenserstaat an der Seite Israels bejahen, alle Käufer von Produkten mit in Israel hergestellten Teilen und alle Verbraucher von anderswo nicht erhältlichen und lebenswichtigen Produkten betreffen.[71]

InvestitionsabzugBearbeiten

BDS-Aufrufe zum Divestment richten sich gegen Unternehmen, Organisationen und Projekte, die auf irgendeine Art in Israel investieren oder ihre Produkte dorthin liefern oder an israelischen Unternehmen beteiligt sind. Die Aufrufe werden meist mit dem Vorwurf einer „Komplizenschaft“ mit vermeintlichen Verbrechen Israels oder dessen Armee begründet, weil diese Produkte solcher Firmen benutzt, zum Beispiel Caterpillar, Hewlett-Packard, Hyundai, Volvo und viele andere. Divestmentaufrufe gegen sie und Boykottaufrufe an ihre nichtisraelischen Kunden bilden den größten Anteil der BDS-Kampagne, weil 95 % der Exporte aus Israel an andere Unternehmen gehen, nicht an Konsumenten.[72]

BDS ruft auch Organisationen mit sozialem und humanitärem Auftrag wie Gewerkschaften, Hochschulen, Kirchen, Kommunen und Pensionsfonds zum Divestment auf. Die Aufrufe greifen meist plakativ einzelne Firmen oder Projekte an, ohne deren konkrete Rolle für Unrecht an Palästinensern zu definieren, und werden oft auch mit gesellschaftlich anerkannten Zielen wie Umweltschutz begründet. In den USA benutzt BDS zunehmend auch das Socially Responsible Investing (SRI) als Plattform für seine Aufrufe, auch wenn ethisch empfohlene Investmentfonds ohnehin nicht in Israel tätig sind. Erreicht wird kaum direkter Schaden für Israels Wirtschaft, etwa weil andere Unternehmen abgestoßene Aktienanteile aufkaufen. Erhöht wird jedoch die Bereitschaft anderer Firmen, sich stillschweigend aus Israel zurückzuziehen, um öffentliche Kontroversen zu vermeiden. Studentische BDS-Resolutionen binden Hochschulleitungen nicht, aber schon die breite Diskussion darüber beeinflusst das Denken und Handeln späterer Bildungseliten.[73]

In den USA riefen SJP-Gruppen 2002 die University of California, die Harvard University und das Massachusetts Institute of Technology zum Verkauf ihrer Aktienanteile an Unternehmen auf, die in Israel investierten. Die erfolglosen Vorstöße dienten späteren BDS-Aktionen als Vorbild.[49] Bis 2014 erreichten die SJP-Gruppen Divestmentkampagnen an 24 Universitäten. Sie bilden Allianzen mit Gruppen für Rassen- und Gender-Gerechtigkeit und konfrontieren israelfreundliche Gruppen mit ihren Forderungen. Ali Abunimah sprach von einem „Krieg auf dem Campus“ um BDS.[74]

Das niederländische Wasserversorgungsunternehmen Vitens beendete 2013 die erst einen Monat zuvor vereinbarte Zusammenarbeit mit dem israelischen Unternehmen Mekarot, weil diese „nicht vom politischen Kontext getrennt gesehen werden könne“. Die Entscheidung wurde auch auf politischen Druck von BDS-Anhängern zurückgeführt. Zuvor hatten niederländische Abgeordnete in einer Parlamentsdebatte kritisiert, dass Mekarot im Westjordanland nach Wasser bohre und Palästinenser bei der Versorgung diskriminiere. Dagegen betonte das israelische Außenministerium, die Entscheidung sei seltsam und beschämend, weil Mekarot mit palästinensischen Behörden zusammenarbeite und deshalb von der Weltbank gefördert werde.[75] Zum Jahresbeginn 2014 zog der größte niederländische Pensionsfonds, PGGM, seine Investitionen bei fünf israelischen Banken ab. Das Unternehmen begründete die Maßnahme mit der finanziellen Unterstützung der Banken für die illegalen israelischen Siedlungen in den besetzten Palästinensergebieten, die einer friedlichen Beilegung des israelisch-palästinensischen Konflikts im Weg stünden.[76]

Schiffs- und HafenblockadenBearbeiten

Manche BDS-Gruppen versuchen, das Be- und Entladen von Schiffen zu verhindern, die israelischen Firmen gehören oder deren Ladung sie als für Israel bestimmt ansehen. Nach BDS-Aufrufen verweigerten Arbeiter im Februar 2009 in Südafrika, im Juni 2010 in Schweden und Norwegen eine Woche lang das Entladen einzelner solcher Schiffe. Im August 2014 blockierten 70 BDS-Unterstützergruppen im Hafen von Oakland unter dem Motto Block the Boat Parkplätze von Dockarbeitern, um sie an der Entladung eines Containerschiffs zu hindern. Dieses lief nicht unter israelischer Flagge und transportierte keine israelischen Güter, wurde aber von der israelischen Reederei Zim Integrated Shipping Services (ZIM) an internationale Vertragspartner vermietet. Die Firma gehörte nur zu 32 % israelischen Eignern. Die Aktion bewirkte nur geringe Zeitverluste beim Entladen, aber keine Einkommensverluste für die Eigner. Keine lokale Gewerkschaft stützte die Blockade. Diese führte zu Lohneinbußen für ihre Mitglieder, da ZIM-Schiffe wegen der Aktion ab 2010 andere Häfen in der Region ansteuerten.[77]

ProzessierenBearbeiten

Im Oktober 2010 besetzten britische BDS-Aktivisten in London einen Laden der israelischen Kosmetikfirma Ahava und ketteten sich dort an. Sie warfen ihr vor, ihre Produkte im besetzten Teil des Toten Meeres herzustellen und so von angeblichen Kriegsverbrechen Israels zu profitieren. Ahava bestritt dies. Die Aktivisten wurden festgenommen und jeweils zur Zahlung von 250 Pfund Schadensersatz für die bei der Aktion angerichteten Sachschäden verurteilt. Sie prozessierten dagegen durch alle Instanzen. Der britische High Court of Justice verwarf 2014 ihre Rechtsmittel, da Ahava keine illegalen Siedlungen unterstütze, in einem schon bestehenden Staat produziere und die Produktaufschrift Dead Sea, Israel kein integraler Bestandteil des Verkaufs sei. Mit Kriegsverbrechen sei die Ladenbesetzung in keinem Fall begründbar.[78] Ahava hatte den Londoner Laden jedoch im September 2011 wegen andauernder Proteste ersatzlos geschlossen.[79] Im März 2016 kündigte Ahava an, eine weitere Fabrik am israelischen Küstenbereich des Toten Meeres zu eröffnen. Haaretz deutete dies als Rückzug aus dem besetzten Gebiet aufgrund der BDS-Kampagne.[80]

Ökonomische WirkungBearbeiten

Laut der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) gingen die direkten Neuinvestitionen aus dem Ausland in Israel 2014 gegenüber dem Vorjahr um rund 46 Prozent auf 5,6 Milliarden US-Dollar zurück. Als Ursachen sahen die Autoren die Operation Protective Edge des Sommers 2014 und ein Anwachsen der BDS-Kampagne.[81]

2015 schätzte eine Studie der RAND Corporation, eine erfolgreiche BDS-Kampagne könnte Israel in den nächsten zehn Jahren bis zu 47 Milliarden US-Dollar (rund ein Sechstel des Bruttonationaleinkommens von 2014) kosten. Ein interner Bericht der Regierung Israels schätzte die Kosten aller BDS-Aktivitäten dagegen auf jährlich 1,4 Milliarden US-Dollar. Genaue Prognosen sind wegen der vielfältigen Aktionen und des ungewissen Kampagnenverlaufs nicht möglich.[82]

Etwaigen zeitweisen Rückgängen der Auslandsinvestitionen durch BDS stehen ein hohes Wirtschaftswachstum und Innovationspotential Israels gegenüber, das so trotz fehlender Rohstoffe dauerhaft zu den reicheren Staaten der Welt gehört. Der Anteil von ausländischem Kapital für die Entwicklung neuer Produkte in Israel betrug 2016 47 Prozent. Experten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik führen dies gerade auch auf anhaltende israelfeindliche Boykotte zurück. Die auf hohe Wertschöpfung angelegte Exportwirtschaft Israels sei kaum anfällig für Boykottaufrufe der BDS-Bewegung, weil israelische Hightech-Produkte kein israelisches Herkunftslabel hätten, zu verbreitet und gerade bei amerikanischen und europäischen Konsumenten zu beliebt seien. Schon in den zur digitalen Organisation von Protesten genutzten Produkten (Smartphones, Laptops usw.) steckten hunderte bis tausende in Israel entwickelte Technologien, auch wenn ihre Labels andere Herkunftsländer angeben (siehe dazu Start-up-Nation Israel).[83] Da Siedlungsprodukte nur ein Prozent der gesamten Exporte Israels ausmachen, treffen darauf begrenzte Boykotte dessen Wirtschaft kaum.[84]

Das Forschungs- und Informationszentrum der Knesset fand im Jahr 2015, dass BDS Israels Ökonomie seit 2005 nicht geschädigt und israelische Exporte nach Europa sich in jenen zehn Jahren fast verdoppelt hatten.[85] 2017 erreichten die ausländischen Direktinvestitionen in Israel einen Höchststand. Nach Angaben der Weltbank stieg Israels Bruttoinlandsprodukt seit 2005 von 142 auf 350 Milliarden US-Dollar. Der Politikwissenschaftler Anders Persson fand daher bisher „im wirtschaftlichen Bereich herzlich wenig“ Wirkung von BDS.[86]

Zwei Wirtschaftswissenschaftler der Brookings Institution untersuchten die Wirkung der BDS-Kampagne auf Israels Exportwirtschaft und stellten fest: Schon beim Boykott durch die Arabische Liga lernten manche israelische Firmen, Drittländer für Niederlassungen zu nutzen und für Boykotte kaum anfällige Produkte herzustellen. Seit 1985 entwickelten sie besondere Qualitätsprodukte und hochtechnologische Güter, etwa Computerchips, Halbleiter und andere Computerteile, Spezialmaschinen und Pharmazeutika, die von den Käufern kaum ersetzt werden können. Bis 2015 wuchs der Anteil solcher Güter für Marktsegmente, die weniger Konkurrenz ausgesetzt sind, auf 50 Prozent aller Exporte aus Israel. Daher sind Israelboykotte viel schwieriger durchführbar als Boykotte gegen das frühere Südafrika der Apartheid. So würde der Boykott von Produkten, die israelische Bauteile enthalten, etwa Webcams und Handys, Konsumenten vieler Importländer und große Teile der BDS-Bewegung selbst betreffen und wäre kaum effektiv zu organisieren.[87]

Nach einer siebenjährigen Studie des Unternehmens Financial Immunities (erschienen im Oktober 2018) waren nur 0,75 Prozent größerer israelischer Firmen laut ihrer Leitung von Boykotten betroffen und hatten dadurch Umsatzeinbußen von durchschnittlich 0,004 Prozent. Manche hatten infolge der Boykotte sogar profitiert, nämlich durch Käufe und Transaktionen, die Sympathie für Israel ausdrücken sollten.[88]

Von Juli 2005 bis Ende 2018 zogen 77 ausländische Fonds und Firmen, jährlich im Schnitt fünf bis sechs, ihre Investitionen aus Israel oder dort tätigen Unternehmen ab. BDS verbuchte dies als Erfolg der eigenen Kampagne. Der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler David Barkhausen untersuchte die Abzugsgründe für die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Er stellte fest, dass nur 10 Prozent dieser Firmen BDS in öffentlichen Erklärungen zum Investitionsabzug erwähnten, wobei sich die Hälfte davon von BDS distanzierte. Nur vier Erklärungen stimmten BDS zu. 34 Prozent der Erklärungen verwiesen auf das Völkerrecht und Israels „illegale Besatzung“ der Palästinensergebiete, deckten sich also mit einem der drei BDS-Hauptziele. 23 Prozent der Erklärungen verwiesen auf sozialethische Konzernverantwortung für die Lebenslage der Palästinenser. Keine Erklärung erwähnte ein Rückkehrrecht für alle Palästinenser. Ein Anstieg der Abzüge in den Jahren 2010 und ab 2014 erklärte sich durch aktuelle Ereignisse im Israel-Palästina-Konflikt. Jedoch wuchs der Umfang ausländischer Direktinvestments in Israel im untersuchten Zeitraum außer 2014 ständig an. Dieser Befund entkräftete eine maßgebliche Rolle von BDS für Desinvestitionen aus Israel und die behauptete wachsende ökonomische Wirkung der Kampagne. Gleichwohl, so Barkhausen, könne völkerrechtlich begründeter Investitionsabzug aus Israel BDS stärken und erlaube BDS-Aktivisten, diesen als eigenen Erfolg auszugeben, besonders wenn BDS eben jene Firmen zu boykottieren verlangte. Die Kampagne könne also die Reputation dieser Investoren angreifen und ihre Entscheidungen indirekt beeinflussen, etwa indem die Beteiligung von boykottierten Firmen an Fonds als ökonomisches Risiko erscheine.[89]

PalästinaBearbeiten

Die 171 Unterzeichner des BDS-Aufrufs von 2005 sind palästinensische NGOs aus den besetzten Gebieten, Israel und anderen Staaten. BDS repräsentiert für sie die gesamte palästinensische Zivilgesellschaft als dritte politische Kraft neben der Palästinensischen Autonomiebehörde, die sie als ambivalenten Kollaborateur mit Israel sehen, und der Hamas, die den Gazastreifen beherrscht.[8]

Erstunterzeichner des Aufrufs ist auch das Council for the National and Islamic Forces in Palestine (PNIF). Dazu gehören fünf international als Terrororganisationen eingestufte Gruppen, die Israels Zerstörung anstreben:[90] Hamas, Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), deren Generalkommando (PFLP-GC), Palästinensische Befreiungsfront (PLF) und Islamischer Dschihad in Palästina (PIJ). Das BNC arbeitete wiederholt und offen mit einigen Vertretern dieser Gruppen zusammen.[91] Einige andere Unterzeichnergruppen sind nicht auffindbar und wurden eventuell nur als Scheinadressen für den Aufruf gegründet.[92]

Nach einem Bericht der Regierung Israels vom Februar 2019 haben Hamas und PFLP Verbindungen zu mindestens 13 BDS-Unterstützergruppen und brachten mehr als 30 ihrer Mitglieder, darunter verurteilte Mörder, in Führungspositionen von NGOs der BDS-Bewegung. Der Bericht dokumentierte das organisierte Zusammenwirken von Boykotten und terroristischer Gewalt mit dem gemeinsamen Ziel, Israel zu zerstören.[93]

Die al-Quds-Universität und die Hebräische Universität Jerusalem gaben im Mai 2005 eine gemeinsame Erklärung gegen BDS heraus: Zusammenarbeit auf der Basis gegenseitigen Respekts, Austausch und Dialog statt Konfrontation und Diskriminierung seien sowohl erzieherische Pflicht als auch funktional notwendig. Der Direktor der al-Quds-Universität Sari Nusseibeh bekräftigte 2006: Gerade an israelischen Universitäten seien fortschrittliche Sichtweisen für Frieden mit den Palästinensern und zugunsten ihrer Gleichheit verbreitet; wolle man irgendeinen Bereich strafen, dann seien diese Institutionen als letzte zu erwägen.[94]

BDS bekämpft vor allem Firmen, die Waren in israelischen Siedlungen des Westjordanlands herstellen oder mit solchen Siedlungen Handel treiben. Rund 18.000 Palästinenser arbeiten in israelischen Betrieben und erhalten dort deutlich höhere Löhne als in palästinensischen Firmen. BDS-Boykotte treffen vor allem diese Lohnabhängigen, da in den Autonomiegebieten hohe Arbeitslosigkeit besteht.[95] Als großen Erfolg verbuchte BDS 2015 den Umzug der Firma SodaStream aus der israelischen Siedlung Ma’ale Adumim ins israelische Kernland. Die rund 600 dort beschäftigten Palästinenser hatten sich gegen die BDS-Kampagne ausgesprochen.[96] Rund 500 davon verloren ihren Arbeitsplatz. Gleichwohl feierte Omar Barghouti den Umzug als „klaren Sieg über eine abscheulich mitschuldige israelische Firma“.[95]

Im Juni 2016 warf das BDS-Büro Israel ohne Beweise Cyber-Attacken auf seine Webseite vor.[97]

Laut einer Umfrage des Palestinian Center for Policy and Survey Research von 2015 unterstützten 85 Prozent der befragten Palästinenser aus den besetzten Gebieten BDS.[98] Die Palästinensische Autonomiebehörde unter Präsident Mahmud Abbas lehnte die Kampagne jedoch bis dahin ab und beschränkte eigene Boykottaufrufe auf Waren aus israelischen Siedlungen in den Palästinensergebieten.[99] Am 15. Januar 2018 entschied die PLO, die Verträge mit Israel aus dem Oslofriedensprozess auszusetzen. Zugleich rief die PLO erstmals zur Unterstützung von BDS auf.[100]

BDS lehnt den Friedensvertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vom 13. August 2020 strikt ab. Das Büro in Ramallah erklärte, damit verkaufe die VAE-Diktatur die Rechte der Palästinenser an Israel. Die VAE seien ein Polizeistaat, der den Vertrag für militärische Interventionen gegen die Demokratie in der Region brauche.[101] Am 29. August 2020 hob VAE-Regent Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan ein seit 1972 bestehendes Gesetz zum Boykott Israels per Dekret auf. Die damalige PLO-Vertreterin Hanan Aschrawi lehnte das Dekret ebenso wie den Vertrag mit Israel ab und kritisierte, beides unterlaufe die BDS-Kampagne. Auch die Hamas lehnte die Beendigung des Israelboykotts der VAE ab.[102]

IsraelBearbeiten

In Israel rief die Friedensinitiative Gusch Schalom 1997 als erste israelische Organisation zu einem Boykott der Produkte israelischer Siedlungen auf. Deren Leiter Uri Avnery lehnte die BDS-Kampagne jedoch ab, da diese keinen Frieden mit Israel, sondern dessen Abschaffung anstrebe. Die geforderte Rückkehr der Palästinensernachkommen sei völlig unrealistisch und könne allenfalls mit Krieg erreicht werden. Alle ernsthaften palästinensischen Unterhändler strebten daher nur ein begrenztes Rückkehrrecht und angemessene Entschädigungen im Rahmen einer Zweistaatenlösung an.[103]

Am 11. Juli 2011 verbot die Knesset per Gesetz Israelis öffentliche Boykottaufrufe gegen Israel und die besetzten Gebiete, wenn diese wirtschaftliche, kulturelle oder akademische Beziehungen nur wegen einer mittelbaren Verbindung zum Staat Israel bewusst verhindern und damit Schäden verursachen. Bei Zuwiderhandlung sollte Schadensersatz gefordert werden,[104] NGOs sollte die Gemeinnützigkeit entzogen werden können.[105] Die Opposition, 32 israelische Rechtsprofessoren, Amnesty International und Human Rights Watch kritisierten das Gesetz als Angriff auf die Meinungsfreiheit.[106] Das Oberste Gericht erklärte wesentliche Gesetzesteile im April 2015 für gültig, auch das Verbot von auf besetzte Gebiete begrenzten Boykotten,[107] nicht aber die Erlaubnis von Schadenersatzforderungen.[108]

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete BDS im Frühjahr 2015 als größte aktuelle Bedrohung Israels.[109] Das Ministerium für strategische Angelegenheiten (Israel) unter Gilad Erdan begann eine internationale Kampagne gegen BDS.[110] 2016 bewilligte die Regierung 32 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt,[111] um die Aktivitäten von BDS-Unterstützern einzudämmen und ihre Finanzquellen offenzulegen, auch mit verdeckten Methoden und intensiver Israelwerbung im Internet.[112]

Israels Ausländerbehörde gewährte BDS-Mitgründer Omar Barghouti, der seit 1994 unbefristetes Aufenthaltsrecht in Israel hatte, ab Mai 2016 keine Auslandsreisen mehr.[113] Im Dezember 2016 verwehrten Israels Behörden Isabel Phiri, einer Mitarbeiterin im Generalsekretariat des Weltrats der Kirchen, wegen angeblicher BDS-Unterstützung die Einreise.[114] Barghouti wurde im März 2017 wegen angeblicher Steuerhinterziehung verhaftet und erhielt erneut eine befristete Ausreisesperre.[115] Im selben Monat erließ die Knesset ein Gesetz, das nichtisraelischen Unterstützern von Israelboykotten und Mitgliedern von Boykottorganisationen die Einreise nach oder den Aufenthalt in Israel verbietet.[116] Die Anti-Defamation League, das American Jewish Committee[117] und andere jüdische Organisationen in den USA lehnten das Gesetz ab.[118]

Im Mai 2016 veranstalteten Israels Regierung und etwa zwölf pro-israelische Organisationen in New York City eine internationale Konferenz gegen BDS.[119] Erdan verwies im Herbst 2016 auf verdeckte „Sonderoperationen“ gegen BDS.[120] Dass drei europäische Staaten BDS-Aktivitäten als von der Meinungsfreiheit gedeckt erklärten, wertete Israels Regierung als Rückschlag für diese Gegenkampagne.[121]

Die Autorin Ilana Hammerman hatte im Juni 2015 zum kulturellen und wirtschaftlichen Boykott aller israelischen Siedlungen in den 1967 besetzten Gebieten aufgerufen, sich dabei aber von BDS abgegrenzt. Zu den rund 1400 Unterzeichnern gehörten Jehoschua Sobol, Dani Karavan und acht Empfänger des Israel-Preises.[122] Am 29. Januar 2017 rief Hammerman ihre Mitbürger dazu auf, einen Appell zum Boykott ganz Israels, nicht nur der Siedlungen, an die internationale Staatengemeinschaft zu richten. Sie reagierte damit auf das geplante staatliche Einreiseverbot für ausländische BDS-Aktivisten. Israels Besatzungspolitik missachte Menschenrechte seit Jahrzehnten aus ideologischen Gründen. Das mache internationales Eingreifen notwendig. Ein ökonomischer Boykott könne einer friedlichen Konfliktlösung den Weg bereiten, wenn der Aufruf dazu von friedenswilligen Israelis komme. Davon hänge Israels Existenz ab, die in einer feindlichen Umgebung auf Dauer nicht militärisch zu sichern sei.[123]

Im Januar 2018 kündigte Israels Regierung an, rund 20 NGOs, die zu BDS gehören, dazu aufrufen und es unterstützen und/oder andere Organisationen und Staaten zu Israelboykotten drängen, die Einreise nach Israel zu verweigern. Eine Liste dieser NGOs führte auch die britische Hilfsorganisation War on Want und das American Friends Service Committee der Quäker auf.[124]

Im Juni 2019 gab Israels Regierung bekannt, die zweijährige Kampagne gegen BDS-Unterstützergruppen und das Aufdecken ihrer Bezüge zu Terrorgruppen habe dafür gesorgt, dass rund 30 ihrer Spenden- und Crowdfunding-Konten geschlossen wurden, etwa auf PayPal und DonorBox. Dies habe die BDS-Kampagne drastisch eingeschränkt.[125]

Im September 2019 stellte Israels Regierung die Studie Behind the Mask („Hinter der Maske“) vor, die 80 Beispiele für antisemitische Äußerungen und Karikaturen führender BDS-Aktivisten auflistet.[126] Vertreter der Regierung mahnten im Europäischen Parlament gesamteuropäisches Handeln gegen die „eindeutig antisemitische“ BDS-Bewegung an. Die EU unterstütze viele BDS-nahe NGOs im Nahen Osten mit sechsstelligen Beträgen, so dass der europäische Steuerzahler Hass und Hetze gegen Israel mitfinanziere.[127]

Im Oktober 2019 forderte Israels Innenminister Arje Deri ein Rechtsgutachten an, um BDS-Gründer Omar Barghouti das ständige Aufenthaltsrecht in Israel zu entziehen und ihn ausweisen zu können. Dies sei ein Mann, der alles tue, um dem Land zu schaden und daher nicht das Recht genießen dürfe, in Israel ansässig zu sein.[128]

Die Jerusalem Post wies die BDS-Erklärung zum Friedensvertrag der VAE mit Israel vom August 2020 als Heuchelei zurück. BDS tue sich ohne Probleme mit Diktaturen und autoritären Regimen wie dem Iran und der Türkei zusammen, solange diese jeden Frieden mit Israel verurteilten. Dieser Doppelstandard sei Hauptgrund für die häufige Kritik an antisemitischen Tönen in der Kampagne. Viele Araber hätten genug von der jahrzehntelangen Verweigerung von konstruktiven Verhandlungen mit Israel. Statt daraus zu lernen, tue BDS alles, um die Palästinenser auf einen endlosen Pfad der Zerstörung mitzunehmen, der ihnen proportional weit mehr schade als den Israelis. BDS-Mitgründer Omar Barghouti habe nie im Westjordanland oder Gazastreifen gelebt und nie die Folgen tragen müssen, die die Boykotte im Alltag von Palästinensern bewirkten. BDS bringe ihnen keinen Frieden, Wohlstand oder Sicherheit, sondern Bigotterie, Hass und Ignoranz. Der Vertrag Israels mit der VAE sei ein weiterer „Sargnagel“ für BDS.[101]

DeutschlandBearbeiten

UnterstützerBearbeiten

Deutsche BDS-Unterstützergruppen sind unter anderen der Verein Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost (Teil der European Jews for a Just Peace), F.O.R. Palestine,[129] das Café Palestine (Bern, Zürich, Freiburg, Köln), der Berliner Jugendwiderstand, das Kairos Palästina-Solidaritätsnetz, der Deutsche Koordinationskreis Palästina Israel (KoPI), die Deutsch-Palästinensische Gesellschaft, das Palästina Portal, die Jüdisch-palästinensische Dialoggruppe, der Deutsche Friedensrat sowie Teile von Linksjugend Solid und IPPNW.[130]

Die bekannte PFLP-Vertreterin Leila Chaled unternahm 2016 eine Vortragsreise zu BDS-Unterstützergruppen in Deutschland (Falestin Beytona), Schweden und Österreich. Sie beschrieb dabei BDS als Hilfe für „unseren Widerstand und unsere Revolution“ und betonte zugleich, Boykotte allein würden Palästina nicht befreien; dies könnten nur alle Widerstandsformen einschließlich des bewaffneten Kampfes zusammen bewirken. Beobachter derartiger Bezüge sehen BDS daher nicht als gewaltfreie Bewegung, sondern als eine Terrorgewalt ergänzende Form der wirtschaftlichen Kriegführung gegen Israel.[131]

Deutsche BDS-Gruppen bestehen vor allem in Berlin, Bonn und Stuttgart. Ihre Aktivisten griffen wiederholt die Internationale Tourismus-Börse Berlin (ITB) an, um Israels Ausschluss zu erreichen. Im November 2011 begannen sie einen landesweiten Protest gegen israelische Agrarprodukte in Berlin, Hamburg, Heidelberg, München und Stuttgart. Im März 2011 drängte das BDS-nahe „Bremer Friedensforum“ in Bremen Kunden vor Supermärkten, keine israelischen Produkte zu kaufen. Im Februar 2012 störten BDS-Aktivisten die neuntägige Konzertreihe „Sounds of Israel“ in Hamburg und protestierten gegen Israels Teilnahme an der Handelsmesse Fruit Logistica in Berlin. Im März 2012 protestierten sie in mehreren deutschen Städten gegen die Warenhauskette Galeria Kaufhof, die auch Produkte aus Israel verkauft. Die Teilgruppe Berliner Akademiker Boykott boykottiert israelische Filmfestivals und versucht, Auftritte deutscher Künstler und Musiker in Israel zu verhindern.[132] Als BDS-Erfolge gelten die Ausstiege der Deutschen Bank aus dem israelischen Waffenkonzern Elbit Systems und der Deutschen Bahn aus dem Bau einer Schnelltrasse in Israel, die auch über besetztes Gebiet führen sollte.[133]

KonflikteBearbeiten

Einzelne Mitglieder der Partei Die Linke arbeiten mit BDS zusammen. Ab 2009 entstand darum eine Debatte in der Linkspartei. Deren Kandidat für das Bürgermeisteramt in Duisburg Hermann Dierkes, Felicia Langer, Jakob Moneta, Die Linke Bremen und andere unterstützten BDS. Dies stieß auf starke Kritik des Parteivorstands und der Bundestagsfraktion um Petra Pau und Gregor Gysi, so dass Dierkes seine Kandidatur zurückzog. BDS-Gegner in der Partei bezeichneten die Kampagne als „Antisemitismus“, „der an die NS-Parole ‚Kauft nicht beim Juden‘ erinnert“.[133] Auf der Webseite der Duisburger Linkspartei wurde bis April 2011 ein Flugblatt als Download angeboten, das unter dem Symbol eines mit dem Hakenkreuz verwachsenen Davidsterns dazu aufrief, Israel zu boykottieren und einer angeblichen „moralischen Erpressung durch den sogenannten Holocaust“ entgegenzutreten. Israel sei ein „wahrer Schurkenstaat und Kriegstreiber“. Nach ersten kritischen Berichten sorgte der Bundesvorstand der Linkspartei für die Löschung des Textes und distanzierte sich davon, ebenso die Linksfraktion im Bundestag. Ein Sprecher der Duisburger Linkspartei betonte, das Flugblatt sei „rechtsradikaler Unsinn“ und eventuell von einem Rechten unbemerkt eingestellt worden. Die Duisburger CDU, FDP und SPD machten die Duisburger Linke für die Verbreitung des Flugblatts verantwortlich. Der Spiegel erinnerte an Dierkes' Boykottaufruf und Aussagen von 2009.[134]

Die Teilnahme der damaligen Linksparteimitglieder Annette Groth, Inge Höger und Norman Paech an der Gazaflottille 2010 verstärkte die Debatte. 2011 lehnte die Bundestagsfraktion Boykottaufrufe, eine Ein-Staat-Lösung und die Teilnahme an einer weiteren Gazaflottille ab. Der einstimmige Beschluss kam nur zustande, weil Fraktionschef Gregor Gysi seinen Rücktritt, andere Abgeordnete ihren Parteiaustritt androhten, und ein Fünftel der Fraktion nicht mit abstimmte.[135]

Die römisch-katholische Friedensorganisation Pax Christi in Deutschland unterstützte die Gazaflottille und protestierte gegen die Distanzierung der Linkspartei. Seit 2012 ruft Pax Christi zum Boykott von Waren mit dem Aufdruck Made in Israel auf, weil diese auch in den besetzten Gebieten Palästinas hergestellt worden sein könnten. Der Aufruf sprach von „Kaufverzicht“ mit dem Ziel, eine gesetzliche „Kennzeichnungspflicht“ für israelische Produkte aus den besetzten Gebieten durchzusetzen. BDS-Befürworter sind das „Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg“, der „Deutsch-palästinensische Frauenverein“, das „Institut für Palästinakunde“, und einige lokale Attac-Gruppen.[136]

 
Gegenkundgebung zur Verleihung des Markgräfin-Wilhelmine-Preises in Bayreuth mit Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe

Judith Butler erhielt 2012 gegen starken Protest den Theodor-W.-Adorno-Preis.[137] Im Sommer 2015 erhielt die BDS-Unterstützergruppe Code Pink den Markgräfin-Wilhelmine-Preis der Stadt Bayreuth. Der Stadtrat bestätigte die Vergabe im Februar 2016.[138]

Im November 2015 fanden „Wareninspektionstouren“ von BDS-Aktivisten in Bremen und Bonn heftige Kritik,[139] ebenso ein Vortrag des Oldenburger BDS-Aktivisten Christoph Glanz (alias „Ben Kushka“) im Münchner Gasteig.[140] Gegen seinen BDS-Aufruf in einer Zeitung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Herbst 2016 stellten Gegner Strafanzeigen. Die Landesschulbehörde Niedersachsens stellte dazu fest: BDS-Anhänger könnten nicht pauschal als antisemitisch bezeichnet werden, gleichwohl trage BDS „teilweise äußerst problematische bzw. kontroverse Züge“.[141] Die Oldenburger GEW zog eine anfängliche Entschuldigung auf ihrer Homepage für den Abdruck des BDS-Aufrufs nach einem Gespräch mit Christoph Glanz wieder zurück und erklärte, der Artikel sei nicht antiisraelisch geprägt gewesen.[142] Die Bundesvorsitzende der GEW entschuldigte sich in einem Brief an Israels Lehrergewerkschaft für die BDS-Unterstützung in der Oldenburger GEW.[143]

Nach einem Vortrag der Londoner BDS-Aktivistin Lori Allen an der Universität Leipzig (Juni 2016) verurteilte der Leipziger Student-/innenrat BDS als antisemitisch. Man werde sich fortan gegen jede derartige Veranstaltung einsetzen.[144] Der Antirassismusreferent des Rats hatte Israel als „Apartheidsstaat“ bezeichnet und trat nach Kritik daran im August 2016 zurück.[145]

BDS-Berlin beteiligte sich 2014 an einer Feier zum Gründungstag der terroristischen PFLP.[146] 2015 nahm BDS-Berlin am „Festival gegen Rassismus“, 2016 am „Karneval der Geflüchteten“ in Berlin teil, um seine Boykottkampagne in anderen zivilgesellschaftlichen Initiativen zu verankern. Laut der Amadeu Antonio Stiftung vereint BDS durch unklare Forderungen und bewusstes Verschleiern seines Ziels, Israel abzuschaffen, in Deutschland ein breites antiisraelisches Unterstützerspektrum „vom linken Lager […] bis zum organisierten Neonazispektrum“.[147]

So veröffentlichte auch die Neonazi-Kleinstpartei Der III. Weg 2014 einen Aufruf zum Boykott israelischer Waren.[148] Der frühere NPD-Kreistagskandidat Marc Kluge (2016)[149] und der NPD-nahe Bremer Pastor Friedrich Bode (2018) beteiligten sich an BDS-Aktionen.[150] Beim Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) im Dezember 2017 forderten der antisemitische Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon und vier weitere AfD-Mitglieder, die Partei solle sich Boykotte und Wirtschaftssanktionen gegen Israel vorbehalten.[146]

Im April 2016 nahm das linke Demonstrationsbündnis „Revolutionärer 1. Mai“ Berlin F.O.R. Palestine und andere BDS-Unterstützergruppen auf und ließ deren Vertreter über die Teilnahme mit abstimmen. Nachdem sie erfolglos versucht hatten, diese Gruppen auszuschließen, verließen die jahrzehntelangen Mitglieder Ökologische Linke und Antirassistische Liste das Bündnis und demonstrierten in einem eigenen Block.[151] Dabei griffen einige BDS-Unterstützer pro-israelische Linke körperlich an.[152]

Im Sommer 2016 setzte BDS prominente NGOs wie Greenpeace und Pax Christi auf die Unterzeichnerliste einer Petition gegen die „Kriminalisierung der BDS-Bewegung“, ohne dass diese davon wussten. Nach Protesten wurden sie wieder von der Liste genommen.[153]

Die Berufung des südafrikanischen BDS-Aktivisten Farid Esack als Gastprofessor an die Universität Hamburg (Winter 2016/17) löste eine Debatte aus.[154] Geplante Vorträge von BDS-Aktivisten in Bonn und Frankfurt am Main (März 2017) wurden nach Protesten abgesagt.[155]

Die BDS-Gegnerin Jutta Ditfurth wurde im Mai 2017 von einer internationalen Konferenz der katalanischen Partei Candidatura d’Unitat Popular (CUP) ausgeladen, weil diese den Kampf des BDS „gegen kolonialistische und rassistische Politik“ für „eine zentrale und entscheidende Frage“ hält.[156] Am 10. und 11. Juni 2017 veranstaltete der „Koordinierungskreis Palästina-Israel“ (KoPI) in Frankfurt am Main eine Konferenz über „50 Jahre Besatzung“ seit 1967, bei der BDS-Unterstützer wie Norman Paech, Ilan Pappe und Moshe Zuckermann sprachen. Der Frankfurter Bürgermeister Uwe Becker hatte erfolglos versucht, die Veranstaltung zu verhindern.[157] Die Bildungsstätte Anne Frank veranstaltete darum am 7. Juni 2017 eine Podiumsdiskussion über „BDS, Israel-Kritik und Antisemitismus“ mit Jutta Ditfurth, Meron Mendel und Gabriele Scherle.[158] Am 9. Juni demonstrierten etwa 120 Anhänger mit Bannern wie „Zionismus ist Apartheid“ und dem Redner Abraham Melzer für BDS, etwa 250 Gegner um die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main, den Verein Honestly Concerned und den Zentralrat der Juden in Deutschland (ZdJ) dagegen. Die Gegenredner wandten sich besonders gegen das BDS-Ziel, Israels Existenz zu beenden. Jutta Ditfurth kritisierte BDS als „diplomatischen Arm der Hamas“. BDS-Aktivisten hätten in der Linken nichts zu suchen; auch die israelische Linke könne durch BDS „nur verlieren“. Uwe Becker kritisierte, BDS-Praktiken „von der Kaufhauspolizei bis zum Ausüben von Druck auf Musiker“ stünden nicht für eine demokratische Streitkultur. BDS „bediene sich derselben Sprache wie die Nationalsozialisten“.[159]

Am 22. Juni 2017 unterbrachen drei BDS-Aktivisten mit Rufen wie „Kindermörder“ ein Podiumsgespräch der Holocaustüberlebenden Deborah Weinstein und der Knesset-Abgeordneten Aliza Lavie in der Humboldt-Universität zu Berlin.[160] Die Universität verurteilte den Vorfall und sagte Schutz künftiger Vorträge von Israelis zu. Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus kritisierte: BDS grenze sich nicht von antisemitischen Akteuren ab. Deren Aktionen seien oft sehr aggressiv und manchmal gewalttätig. Der BDS-Aufruf von 2005 ziele auf Israels Beseitigung.[161]

Im August 2017 rief BDS 100 gebuchte Künstler schriftlich zur Absage des Festivals Pop-Kultur in Berlin auf und behauptete dazu faktenwidrig einen direkten Einfluss von Israels Regierung auf das Festivalprogramm. Tatsächlich hatte die israelische Botschaft nur Reisekosten israelischer Musiker bezuschusst. Arabische Künstler folgten dem Aufruf dennoch.[162]

Am 9. März 2019 erhielt der Verein „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden“ entgegen Protesten den Göttinger Friedenspreis.[163] Der Juror der Preisvergabe Andreas Zumach verteidigte BDS öffentlich gegen Antisemitismusvorwürfe. Er ist Mitglied im Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern.[164] Dessen Vorstandsmitglied Martin Breidert ist ein Aktivist der Bonner BDS-Gruppe.[165]

Das Jüdische Museum Berlin hatte 2012 eine Podiumsdiskussion mit Judith Butler und dem deutschjüdischen Historiker Micha Brumlik durchgeführt. Im Juli 2018 sagte Museumsdirektor Peter Schäfer einen Vortrag des Palästinensers Sa’ed Atshan ab, nachdem die Israelische Botschaft in Berlin diesem eine Nähe zu BDS nachgesagt hatte. Im Oktober 2018 lud das Museum Unterstützer der Gazaflottille ein. Im Dezember 2018 verlangte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu per Brief von Bundeskanzlerin Angela Merkel, antiisraelischen Organisationen und BDS-Unterstützern Einhalt zu gebieten, und führte dabei auch das Jüdische Museum Berlin an. Die Bundesregierung wies seinen Vorstoß zurück. Im Juni 2019 verlinkte die Pressesprecherin des Museums auf Twitter unter dem Hashtag „Mustread“ einen Pressebericht zum Goldberg-Aufruf. Das erweckte den Eindruck, das Museum unterstütze BDS. ZdJ-Präsident Josef Schuster kritisierte die Museumsleitung dafür stark und brach den Kontakt des ZdJ zum Museum ab. Schäfer entließ die Pressesprecherin und trat nach wachsender Kritik am 14. Juni 2019 zurück.[166] Rund 450 Wissenschaftler für Jüdische Studien verteidigten Schäfer und wiesen dabei zum Teil auch den Bundestagsbeschluss zurück: BDS sei zu heterogen, besitze keine Vereinssatzung und könne daher nicht insgesamt als antisemitisch eingestuft werden.[167] Micha Brumlik kritisierte die Vorwürfe gegen Schäfer als Zeichen eines Verfalls liberaler Dialogkultur und eines neuen McCarthyismus gegen alle, die unter „BDS-Verdacht“ gerieten.[168] Dagegen verlangte eine von rund 500 Wissenschaftlern und Künstlern unterzeichnete Petition der Scholars for Peace in the Middle East (SPME): Das Jüdische Museum Berlin dürfe künftig „kein Ort der Anti-Israel-Agitation, der Förderung von Antisemitismus und der Unterstützung von Israels Feinden“ sein.[169]

Im August 2019 rief BDS zum Boykott der Musikclubs ///about/ blank (Berlin), Golden Pudel (Hamburg) und Conne Island (Leipzig) auf, weil diese sich angeblich an der Unterdrückung der Palästinenser durch Israel beteiligten. Der Berliner Club sah daran eine absurde „Provokationsstrategie“ und veranstaltete eine Podiumsdiskussion mit Israelis und Palästinensern.[170]

Mit Bezug auf den Anschlag in Halle (Saale) 2019 auf die örtliche Synagoge am Jom Kippur (9. Oktober) stellte sich die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) der Bundesrepublik im November 2019 gegen jeden Antisemitismus, lehnte im Anschluss an eine Resolution von Studentengruppen jede BDS-Aktion an Hochschulen ab und forderte, die Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) an allen Hochschulstandorten zu etablieren.[171]

Mit einem Appell „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ haben sich im Dezember 2020 zahlreiche öffentliche Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen in Deutschland für die Wahrung der Meinungsfreiheit im Umgang mit BDS eingesetzt. Sie warnen sie vor einer Einschränkung der grundgesetzlich geschützten Kunst- und Wissenschaftsfreiheit (Art. 5 Absatz 3 GG) durch „mißbräuchliche Verwendung des Antisemitismusvorwurfs“.[172]

Maßnahmen von Bund, Ländern und KommunenBearbeiten

Die staatliche Außenwirtschaftsverordnung verbietet Boykotterklärungen seit 1992. 2005 wurde ein Verbot von Boykottklauseln gegen Israel ergänzt, die deutsche Firmen als Vertragsbedingung arabischer Geschäftspartner oft akzeptiert hatten.[173]

Am 11. Juli 2017 beschloss der Stadtrat von München den Antrag „Gegen jeden Antisemitismus – Keine Zusammenarbeit mit der antisemitischen BDS-Bewegung“, BDS oder BDS-Unterstützern keine städtischen Räume mehr zu geben.[174] Im September 2017 urteilte das Landgericht München I, das Münchner Kulturzentrum Gasteig müsse einer BDS-Unterstützergruppe einen vertraglich gemieteten Raum überlassen. Die „Landesarbeitsgemeinschaft Frieden“ der Linkspartei Bayerns hatte den Raum ohne Angabe des tatsächlichen Nutzungszwecks gemietet.[175] Daraufhin verbot Münchens Stadtrat am 13. Dezember 2017 mit großer Mehrheit Veranstaltungen in städtischen Räumen, die sich mit der BDS-Kampagne „befassen, diese unterstützen, diese verfolgen oder für diese werben“.[176] Im August 2018 wollte der Münchner Klaus Ried im Stadtmuseum über diesen Beschluss diskutieren und klagte zusammen mit dem Münchner Professor Michael Meyen gegen das städtische Raumverbot.[177] Im Dezember 2018 urteilte das Verwaltungsgericht München: Der Stadtratsbeschluss sei rechtsgültig, Diskussion zu BDS widerspreche dem Zweck des Stadtmuseums.[178] Nach einer Berufungsklage forderten der Verband jüdischer Studenten in Bayern (VJSB), die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD), viele politische Jugendorganisationen Münchens und der Antisemitismusbeauftragte Bayerns Ludwig Spaenle im Juli 2020: Die Stadt solle den Beschluss behalten, weil BDS viele Verbindungen zu Terrorgruppen unterhalte und regelmäßig antisemitisch handle.[179] Am 17. November 2020 gab der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) der Berufungsklage Recht: In städtischen Räumen dürfe über BDS diskutiert werden. Das generelle Raumverbot sei „nicht meinungsneutral“, sondern auf der Basis einer negativen Bewertung erfolgt. Nur falls bei BDS-Veranstaltungen strafbare Volksverhetzung, Beleidigungen oder Aufstacheln zum Hass gegen Juden üblich wären, wäre es rechtens. Das sei nicht ersichtlich. Dabei komme es nicht darauf an, ob BDS als antisemitisch einzustufen sei. Zwar verstoße Antisemitismus gegen die Menschenwürde und sei somit verfassungswidrig, doch Meinungsfreiheit umfasse auch extremistische, rassistische und antisemitische Äußerungen. Der VGH ließ eine Revisionsklage beim Bundesverwaltungsgericht (BGH) zu.[176]

Am 25. August 2017 beschloss die Stadtverwaltung von Frankfurt am Main einen analogen Antrag wie in München und rief städtische Firmen und private Vermieter auf, ebenso zu handeln.[180]

Im September 2017 ließ der Regierende Bürgermeister Berlins Michael Müller wegen BDS-Aktionen mit „antisemitischen Schildern vor jüdischen Geschäften“ ein Verbot der Raumvergabe an BDS-Unterstützer durch die Berliner Bezirke rechtlich prüfen und schlug ein Vereinsverbot von BDS durch den Bundesinnenminister vor.[181] Am 15. März 2019 sollte die verurteilte PFLP-Terroristin Rasmea Odeh bei BDS-Berlin auftreten. Der Berliner Senat verbot die Veranstaltung in letzter Minute.[182] Seit diesem Auftrittsverbot verlangt Berlins Innensenator Andreas Geisel, BDS mit gesetzlichen Mitteln zu bekämpfen und vom Verfassungsschutz bundesweit beobachten zu lassen.[183]

Im September 2019 erkannte der Stadtrat von Dortmund der britisch-pakistanischen Schriftstellerin Kamila Shamsie den Nelly-Sachs-Preis wegen ihrer BDS-Unterstützung wieder ab.[184]

Seit 2013 wurden deutsche Parteistiftungen wegen ihrer erheblichen Geldmittel für BDS-Unterstützergruppen öffentlich kritisiert. So förderten die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung die palästinensische NGO Miftah von 2008 bis 2013 mit mehr als 300.000 Euro.[185] Laut dem NGO Monitor (Jerusalem) förderte die Bundesregierung Projekte von NGOs, die den Israelboykott und eine Ein-Staat-Lösung unterstützen, von 2012 bis 2015 mit 1.680.000 Euro, darunter die israelische Koalition von Frauen für den Frieden und das palästinensische Komitee zur Koordinierung des bürgerlichen Aufstands. Die deutsche Botschaft in Israel bestritt dies.[186]

Im März 2015 gab die Bundesregierung an, sie habe keine Erkenntnisse, dass BDS antisemitisch sei.[187] Im April 2016 erklärten Vertreter aller Bundestagsfraktionen, BDS müsse wegen fortgesetzter antisemitischer Vorfälle gestoppt werden, lehnten ein Verbot jedoch ab.[188] Der vom Bundestag berufene „Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus“ legte im April 2017 einen Antisemitismusbericht des Deutschen Bundestages vor, der zu BDS feststellte: Die Kampagne diene „unter dem Vorwand, den Kauf israelischer Waren unterbinden zu wollen, als Plattform für antisemitische Haltungen“, benutze sprachlich antisemitische Stereotype und Unterstützergruppen riefen unterschiedslos dazu auf, jüdische Siedlungen und ganz Israel zu boykottieren.[189]

Am 17. Mai 2019 verurteilte eine breite Bundestagsmehrheit aus CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen die Argumentationsmuster und Methoden der BDS-Bewegung als antisemitisch. Anlass war der Boykottaufruf von BDS gegen den Eurovision Song Contest 2019 in Israel.[190] Solche Aufrufe, so die Bundestagsresolution, „erinnern an die schrecklichste Phase der deutschen Geschichte. […] ‚Don't Buy‘-Aufkleber auf israelischen Produkten wecken unweigerlich Assoziationen zu der NS-Parole ‚Kauft nicht bei Juden!‘ und entsprechenden Schmierereien an Fassaden und Schaufenstern.“ Der Bundestag beschloss, BDS die finanzielle Förderung zu entziehen.[191] Die Linksfraktion im Bundestag sowie einige Grüne stimmten dagegen. Die AfD-Fraktion enthielt sich und beantragte stattdessen, BDS ganz zu verbieten.[192] Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags antwortete auf Anfrage im Dezember 2020, der Beschluss sei nur eine politische Meinungsäußerung ohne Rechtliche Verbindlichkeit.[193]

Sechzehn Nahostexperten europäischer Universitäten kritisierten den Bundestagsbeschluss als „pauschale Verurteilung der BDS-Bewegung“, die im Kampf gegen den Antisemitismus nicht helfe.[194] Barbara Unmüßig, Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung, befürchtete, die Resolution werde deren Arbeit in Nahost erschweren.[195] Ein vom israelischen Historiker Amos Goldberg initiierter Aufruf von 240 jüdischen und israelischen Wissenschaftlern warnte davor, BDS mit Antisemitismus gleichzusetzen.[196] Der Bundestagsbeschluss helfe „der am weitesten rechts stehenden Regierung in der Geschichte Israels, jeden Diskurs über palästinensische Rechte und jede internationale Solidarität mit den Palästinensern […] zu delegitimieren“.[197]

In seinem Jahresbericht für 2017 nannte der Verfassungsschutz Berlin die BDS-Angriffe in Berlin auf eine Holocaustüberlebende und einen weiteren Vorfall als Beispiele für Antisemitismus.[198] Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen erklärte in seinem Jahresbericht 2018, der BDS-Kampagne müsse wegen der NS-Geschichte („Kauft nicht bei Juden“) „der Antisemitismusvorwurf gemacht werden“.[199] Seit Anfang 2019 prüft eine Arbeitsgruppe deutscher Verfassungsschutzämter, ob BDS bundesweit beobachtet oder verboten werden soll. Ihren Lageberichten zufolge stellt der BDS-Gründungsaufruf von 2005 implizit Israels Existenzrecht infrage. Manche Verfassungsschützer geben zu bedenken: Stufe man Antisemiten als Verfassungsfeinde ein, müsse man auch Islamhasser beobachten. Am 24. September 2019 berieten alle Nachrichtendienstleiter über BDS.[183]

ÖsterreichBearbeiten

In Österreich entstand „BDS Austria“ 2014 aus einem älteren Netzwerk antizionistischer und islamischer Gruppen, darunter die „Palästinensische Jugend Österreich“ und “Dar al-Janub”. Dieser Verein verbreitete 2011 bei einem Symposium Remapping Palestine laut der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft „antiisraelische Hetze“. Ab Mai 2014 führte BDS Austria in Wien Boykottaktionen durch, etwa gegen das Restaurant Tel Aviv Beach, das von Israel unterstützte Jüdische Filmfestival, einen Israelworkshop an der Universität Wien und einen Staatsbesuch des Knessetvorsitzenden Yuli Edelstein. Im August 2014 führten BDS-Aktivisten ein Straßentheater auf, das eine Exekution palästinensischer Kinder durch israelische Soldaten darstellte. So behaupteten sie in antisemitischer Tradition, Israels Armee begehe im damaligen Gazakrieg gezielte Kindermorde. Seit 2015 organisiert BDS Austria jährlich eine „Israeli Apartheid Week“ in Wien. Dagegen bildeten sich Bündnisse um die Israelitische Kultusgemeinde Wien, das „Forum gegen Antisemitismus“, die „Initiative Liberaler Muslime“, die „Jungen Grünen Wien“ und verschiedene Universitätsgruppen. Sie erreichten, dass ein Kulturzentrum und mehrere Hotels BDS keine Räume gaben.[200] Zudem sperrte die Erste Bank 2016 das Spendenkonto von BDS Austria.[201]

Im Herbst 2017 sprach sich die Studentenvertretung der Universität Wien gegen BDS aus. Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft beschloss, keine BDS-Unterstützergruppen mehr zu finanzieren. Im Juni 2018 beschloss die Stadt Wien, der „antisemitischen BDS-Kampagne“ und ihren Unterstützern keine Veranstaltungsräume zu geben. Darum sagte das Wiener Volkskundemuseum einen Vortrag des BDS-Unterstützers Ronnie Kasrils im März 2019 ab.[200] Der Österreichische Presserat entschied im Februar 2020, Medienartikel, die BDS als antisemitisch bezeichnen, seien keine Verstöße gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse.[202]

Am 14. November 2019 beschloss der Gemeinderat der Stadt Graz eine Erklärung gegen Antisemitismus und BDS, die in Punkt 3 Gruppierungen, die BDS befürworten, die Unterstützung städtischer Dienststellen untersagt. Diese "Richtlinie" wurde einzig von der KPÖ wegen der gegen BDS gerichteten Regeln abgelehnt.[203]

Am 27. Februar 2020 verurteilte der Nationalrat Österreichs geschlossen jeden Antisemitismus und BDS. Er forderte die Regierung auf, Organisationen und Vereinen, die sich antisemitisch äußern oder Israels Existenzrecht in Frage stellen, keine Räume und Infrastruktur zu geben und BDS keinerlei Förderung zu gewähren.[204] Bewegungen wie BDS seien ein Angriff auf das jüdische Leben und die offene Gesellschaft. Damit reagierte der Rat auf die Ergebnisse einer von ihm beantragten Antisemitismusstudie. Er wollte zudem ein Forschungszentrum zu Antisemitismus einrichten und das Thema in die OSZE und den Europarat einbringen.[205]

Im August 2020 beschuldigte BDS Austria die Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH) ohne Belege, sie seien rassistisch, und verglich sie mit den rechtsextremen türkischen Grauen Wölfen. BDS-Anhänger störten die Rede einer JöH-Vertreterin bei einer Gedenkkundgebung für die Opfer des rechtsextremen Terroranschlags in Hanau (19. Februar 2020). Der anwesende Präsident der European Union of Jewish Students (EUJS) Bini Guttmann kritisierte, BDS verfolge unverändert die „perfide Taktik“, „linke Strukturen zu unterwandern“. Der Vergleich jüdischer mit faschistischen Organisationen, um erstere aus antirassistischen Kundgebungen auszuschließen, sei antisemitisch.[206]

GroßbritannienBearbeiten

In Großbritannien sind christliche, jüdische, muslimische und andere Antizionisten, auch aus dem Ausland, traditionell als eine Art „Anti-Israel-Lobby“ stark aktiv. Sie haben dabei auch antisemitische Sprache benutzt oder sich mit offenen Antisemiten verbündet.[207]

Im April 2002 forderten 123 Akademiker um das Ehepaar Steven P. Rose und Hilary Rose in einem Brief an die Zeitung The Guardian, britische und europäische Hochschulen und Kultureinrichtungen müssten ihre Zusammenarbeit mit israelischen Institutionen wegen Israels Unterdrückung der Palästinenser stoppen. Im Juni 2002 entfernte Mona Baker, die den Brief unterzeichnet hatte, ihre Fachkollegen Miriam Shlesinger und Gideon Toury gegen deren Willen aus dem Herausgeberteam von zwei sprachwissenschaftlichen Zeitschriften: Sie wolle derzeit „keine offizielle Verbindung mit einem Israeli fortsetzen“.[208]

Seitdem riefen viele britische Akademiker- und Gewerkschaftsverbände zu Israelboykotten auf, so im April 2005 die Association of University Teachers (AUT). Nach heftigen Protesten zog sie ihren Boykottbeschluss wieder zurück. Die National Association of Teachers in Further and Higher Education (NAFTE) beschloss im Mai 2006 einen Boykott aller israelischen Akademiker, die sich nicht ausdrücklich gegen Israels Regierung aussprachen. Die aus AUT und NAFTE vereinte University and College Union (UCU) rief britisches Lehrpersonal im Mai 2007 auf, „die moralischen Implikationen“ ihrer Verbindungen zu Israel zu bedenken, also akademische Boykotte zu erwägen. 2009 forderte die UCU ein Ende jeder Zusammenarbeit mit Akademikern und Hochschulen in Israel. Auf Anraten von Rechtsberatern zog die UCU diese Resolution wegen befürchteter Diskriminierungsklagen zurück. 2010 beschloss der UCU-Vorstand den Abbruch der Kontakte zum israelischen Gewerkschaftsverband Histadrut, weil dieser angeblich „den israelischen Angriff auf Zivilisten in Gaza unterstützt“ habe. Zudem schloss sich die UCU BDS mit dem Ziel der „Isolation Israels“ an. 2011 wies die UCU auch die Antisemitismusdefinition zurück, die die Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit formuliert hatte. Dachverbände britischer Juden erklärten dazu gemeinsam, die UCU habe Austritte und Warnungen vor Antisemitismus jahrelang nie ernst genommen. „Nun, in einer finalen Beleidigung ihrer jüdischen Mitglieder und in einem Akt des Zynismus, hat die UCU den Antisemitismus einfach so umdefiniert, dass ihre eigenen tief verwurzelten Probleme und Ressentiments damit nichts mehr zu tun haben.“[209]

Auch die National Union of Journalists, Transport and General Workers' Union, UNISON und War on Want beschlossen im Jahr 2007 Israelboykotte. Der Schriftsteller John Berger rief in der Zeitung The Guardian zum Kulturboykott und Boykott der Israel Medical Association auf.[207]

Im April 2016 wählte die National Union of Students, die rund 600 britische Studentenschaften vertritt, die BDS-Aktivistin Malia Bouattia zur Vorsitzenden. Sie nannte palästinensische Terrorangriffe gegen Israel „legitimen Widerstand“ und erklärte, sie würde es begrüßen, wenn studentische BDS-Aktivitäten Befehlen bewaffneter Palästinensergruppen folgten. Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästinensern würden nur das „koloniale Projekt“ stärken. Ihre University of Birmingham und britische Medien seien „zionistisch“ gelenkt. Auch Bouattias 2019 gewählte Amtsnachfolgerin Zamzam Ibrahim unterstützt BDS. Im Januar 2016 verhinderten antiisraelische Studenten und BDS-Anhänger am King's College London gewaltsam den Gastauftritt von Ami Ayalon über eine friedliche Lösung des Israel-Palästina-Konflikts. Im Oktober 2016 verhinderten sie am University College London eine Rede des Israelis Hen Mazzig über seine humanitäre Arbeit im Westjordanland und bedrohten ihn und andere Teilnehmer körperlich, so dass sie mit Polizeischutz vom Campus evakuiert werden mussten.[210]

2014 beschloss der Stadtrat von Leicester einen Boykott gegen Produkte israelischer Siedlungen. Die Kommunalparlamente von London Borough of Tower Hamlets, Swansea und Bristol unterstützen BDS,[211] ebenso die nordirische Aktivistin Mairead Corrigan,[212] der Schriftsteller Iain Banks.[213] Der in England lebende britisch-israelische Historiker Avi Shlaim warb 2017 für BDS und für eine Ein-Staat-Lösung.[214]

Im Februar 2016 untersagte die britische Regierung allen öffentlich geförderten Institutionen eigenmächtige Boykotte einzelner Staaten. Die oppositionelle Labour Party, Amnesty International und andere kritisierten das Verbot.[215]

Vereinigte StaatenBearbeiten

Kämpfe an den HochschulenBearbeiten

In den USA rief der Völkerrechtler Francis A. Boyle im Jahr 2000 dazu auf, die Methoden der Anti-Apartheid-Bewegung gegen Israel anzuwenden. Daraus entstanden die Students for Justice in Palestine (SJP). Sie starteten 2001 in Berkeley die erste Desinvestitionskampagne. Bis 2004 bildeten sich SJP-Gruppen an 40 Universitäten der USA.[216]

Nach SJP-Vorstößen seit 2006 beschloss die American Studies Association (ASA) im Dezember 2013 mit Zweidrittelmehrheit des Nationalrats einen akademischen Israelboykott, den ersten Staatsboykott seit Gründung der ASA 1951. Dem folgten weitere Akademikervereine, so die African Literature Association (ALA), Critical Ethnic Studies Association (CESA), Middle East Studies Association (MESA) und Native American and Indigenous Studies Association (NAISA). Dagegen traten das Bard College, die Brandeis University, die Indiana University, das Kenyon College, die Penn State Harrisburg und die University of Texas wegen des Beschlusses aus der ASA aus. 134 Abgeordnete im Kongress der Vereinigten Staaten warfen der ASA 2014 eine „Doppelmoral“ und „kaum verhohlene Bigotterie“ vor, weil ihr Beschluss Israel hervorhebe, aber die Beziehungen zu Universitäten autokratischer und repressiver Staaten intakt lasse. Mehr als 250 Hochschulleitungen sowie große Akademikervereine erklärten öffentlich, dass sie Israelboykotte ablehnen.[217] Darunter waren das American Council on Education (ACE), die Association of American Universities (AAU), die American Association of University Professors (AAUP) und die Association of Public and Land-Grant Universities (APLGU). An vielen Hochschulen entstanden Webseiten wie Stopbds.com, buycottisrael.com und BuyIsraeliProducts.com. Sie starten „Buycott“-Gegenkampagnen, die die von BDS boykottierten Firmen und Produkte zum Kauf empfehlen, und bieten dazu Informationen und ein BDS Cookbook an.[218]

Die National Women’s Studies Association (NWSA), die größte feministische Organisation in Nordamerika, fordert seit November 2015 einen vollständigen Boykott Israels und aller von Israel gesponserten Projekte und Einrichtungen, weil Israel angeblich „sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt“ gegen Palästinenser und andere Araber begehe.[219] Die American Anthropological Association (AAA) beschloss im Dezember 2014 einen Israelboykott und bestätigte den Beschluss 2015, nachdem BDS-Unterstützergruppen wie Friends of Sabeel, North America (FOSNA) und Jewish Voice for Peace (JVP) stark zur Jahreskonferenz mobilisiert hatten. Ein von der AAA-Leitung beantragter Studienbericht machte Israel unter anderem für die hohe Kindersterblichkeit in Palästina verantwortlich, fand aber keine Belege für eine Komplizenschaft von Anthropologen Israels mit Unterdrückung der Palästinenser.[220] 2016 nahm eine knappe Mehrheit der AAA-Mitgliederversammlung den Boykottbeschluss zurück. Dabei spielte Kritik am Palästinabericht von 2014 eine wichtige Rolle,[221] ebenso die Mobilisierung der 2014 unterlegenen Teilgruppe Anthropologists for Dialogue on Israel and Palestine (ADIP).[222] Die Modern Language Association (MLA) verpflichtete sich 2017 mit großer Mehrheit, Israelboykotte dauerhaft abzulehnen.[223] Jährliche BDS-Vorstöße in der American Historical Association (AHA) scheiterten bis 2020 viermal in Folge.[224]

Bis Ende 2013 hatten erst fünf Studentenparlamente ihre Universitäten zu Israelboykotten aufgefordert; keine der rund 4000 Hochschulen der USA hatte diese beschlossen.[225] 2014 unterstützten 938 Dozenten an 316 Hochschulen der USA akademische Israelboykotte. Davon gehörten 84 % zu den Human- und Sozialwissenschaften, 21 % davon zum Fach Englisch, 7 % zu Naturwissenschaften, 4 % zu künstlerischen Fächern. Die Unterstützung wuchs in einzelnen Fachbereichen, nicht aber bei Hochschulen insgesamt.[226] Vom BDS-Aufruf im Juli 2005 bis August 2020 stimmten Studentenschaften an 68 Hochschulen der USA insgesamt 133 mal (öfter mehrfach) über Resolutionsentwürfe von BDS-Aktivisten ab. 42 mal (31,6 %) wurden die Entwürfe angenommen, 91 mal (68,4 %) abgelehnt, an elf der am besten bewerteten Hochschulen zu 73 %. Die Universitätsleitungen lehnten BDS-Beschlüsse meist weiterhin als Angriff auf die akademische Freiheit ab. Einen Professor, der einer Studentin eine Empfehlung für ein Studium in Israel verweigern wollte und sich dazu auf die studentische Boykottresolution berief, bestrafte die University of Michigan mit einer Gehaltskürzung: Er dürfe ausschließlich die akademische Leistung zum Maßstab machen.[227]

BDS-Aktivisten stören und verhindern mit organisierten Zwischenrufen und Parolen öfter Vorträge von Israelis an ihren Hochschulen. So brüllten sie 2010 eine Rede des Botschafters Michael B. Oren nieder, 2015 einen Vortrag des Vorsitzenden des Obersten Gerichtshof Israels Aharon Barak, 2016 eine Diskussion mit dem Menschenrechtler Bassam Eid und einen Vortrag des Jerusalemer Bürgermeisters Nir Barkat. An Hochschulen mit aktiven BDS- oder SJP-Gruppen nahmen antisemitische Vorfälle deutlich zu. So wurden jüdische Kandidaten für Hochschulämter an den Universitäten von Kalifornien und Stanford selektiv nach ihrer „Loyalität“ zu Israel befragt. Jüdische Studenten und Professoren berichteten von massiven Einschüchterungsversuchen, Bedrohungen und Beleidigungen durch BDS-Anhänger. Jüdische Teilnehmer der Students of Color Conference 2015 in Berkeley bezeugten, BDS-Anhänger hätten ihnen vorgeworfen, Israel vergifte das Trinkwasser der Palästinenser, ein Lebensrecht von Juden in Israel bestritten, deren Ermordung gerechtfertigt und den Holocaust geleugnet. Proteste dagegen seien mit der Parole “Free, free Palestine” übertönt worden.[228] Das David Project, der Verein für Holocaustüberlebende AMCHA und das Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA) berichteten im Dezember 2016 über eine erhebliche Zunahme antisemitischer Übergriffe im Kontext von BDS-Aktivitäten auf dem Campus.[229] Nach empirischen Studien von 2015 und 2016 gingen die antisemitischen Vorfälle mit BDS-Veranstaltungen einher und wurden meist von SJP-Hochschulgruppen initiiert.[230] Die Northeastern University hatte die lokale SJP-Gruppe daher 2014 für ein Jahr verboten.[231] AMCHAs Antisemitismusdefinition und eine Namensliste von BDS-Unterstützern unter Akademikern der USA stießen jedoch auf Kritik.[232]

UnterstützerBearbeiten

Zum Unterstützernetz von BDS gehören ferner Al-Haq, American Muslims for Palestine, Dream Defenders, Jewish Voice for Peace, Palestine Legal, The US Coalition to Boycott Israel und die Coalition for Justice in Palestine. Diese Gruppen pflegen auch Kontakte zu PFLP-Vertretern und unterstützten die PFLP-Terroristin Rasmea Odeh mit Spendenaufrufen für ihren Strafprozess. Der PFLP-Aktivist Shawn Jabarin hielt 2013 BDS-Vorträge in Frankreich, sein Mitstreiter Senan Shaqdeh koordinierte 2014 BDS und antiisraelische Proteste in den USA.[131]

Über 800 Akademiker der USA unterstützten bis 2016 die BDS-Gruppe US Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel (USACBI).[233] Nach Angaben der Anti-Defamation League (ADL) erhält USACBI seit 2013 Finanzmittel von der Gruppe Al Awda („Die Rückkehr“), die seit 2000 auch Terrorgruppen wie die Hamas und Hisbollah unterstützt.[234] Das zum Quäkertum gehörige American Friends Service Committee bildet studentische BDS-Aktivisten aus.[235]

Der Aktivist Ward Churchill tritt häufig als Redner bei Israel-Apartheid-Wochen auf. Er spricht von einem Völkermord Israels an den Palästinensern und behauptet, viele jüdische Autoren verdeckten diesen mit Schriften zum Holocaust.[236]

Die Green Party unterstützt BDS. Ihre Kandidatin Jill Stein nahm die Forderung, die USA sollten ihre militärische und ökonomische Unterstützung Israels beenden, in ihr Programm zur Präsidentschaftswahl 2016 auf. Bernie Sanders, Präsidentschaftskandidat der Demokraten bei den Vorwahlen 2016, anerkennt zwar antisemitische Motive von BDS, nahm jedoch den BDS-Unterstützer Cornel West in die Programmkommission der Demokraten auf. Auch Linda Sarsour, eine prominente Organisatorin des Women’s March on Washington vom 21. Januar 2017, unterstützt BDS, so ab 2018 auch Ilhan Omar und Rashida Tlaib, die ersten beiden Muslimas im US-Repräsentantenhaus.[237]

Für mehr Zustimmung zu Israelboykotten verknüpften BDS-Aktivisten ihre Kampagne ab August 2014 mit der Bewegung Black Lives Matter (BLM). Mit Slogans wie From Ferguson to Palestine verknüpften sie den Todesfall Michael Brown mit Antiterrormaßnahmen der IDF in Gaza und behaupteten identische Ursachen: Afroamerikaner und Palästinenser kämpften gegen dasselbe System eines „Staatsrassismus“, den eine gewalttätige Polizei schütze und durchsetze. Die BDS-Aktivistin Rania Khalek machte umgekehrt den Zionismus für Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und rassistische Unterdrückung weltweit verantwortlich. Bei einer BDS-Demonstration im Januar 2015 in Nazareth verwendete BLM-Redner Mark Lamont Hill antisemitische Stereotype: „Habgier“ raube den Palästinensern das Land und Israels Gesetze würden „mit dem Blut von Unschuldigen geschrieben“. Im August 2015 fand ein Aufruf der Gruppe Blacks for Palestine zur Solidarität mit den Palästinensern rund 1000 Unterschriften. Die BLM-Vertreterinnen Angela Davis, Sandra Tamari und Tara Thompson unterstützen BDS und begründen dies mit der Theorie der Intersektionalität. Diese ist jedoch auf einander überlappende Unterdrückung von Klassen, Rassen, Geschlechtern in derselben Gesellschaft bezogen. Die Verbindung deutet den Palästinakonflikt ahistorisch als Rassenkonflikt, setzt dabei Palästinenser mit Schwarzen, Juden mit Weißen und Zionismus mit Rassismus gleich. Die BDS-Kampagne will BLM auf einen Antizionismus verpflichten: Dies würde viele progressive und jüdische BLM-Unterstützer ausgrenzen, die traditionellen Bezüge von Juden zur Bürgerrechtsbewegung und die für Israel und gegen Antisemitismus gerichtete Haltung von Martin Luther King ausblenden. Dies erzeugte anhaltende Konflikte in BLM.[238]

Nach einer repräsentativen Umfrage vom Juli 2015 zur „Meinungselite“ in den USA kannten 60 % die BDS-Kampagne nicht. 19 % derer, die sie kannten, unterstützten sie, davon 31 % der befragten Demokraten und 3 % Republikaner. Meinungsforscher Frank Luntz folgerte, Israel müsse mit stark wachsender Zustimmung zur BDS-Kampagne in den USA rechnen und könne keine parteiübergreifende Unterstützung mehr erwarten.[239]

GegnerBearbeiten

Prominente BDS-Gegner in den USA sind Alan M. Dershowitz,[240] Ethan und Joel Coen,[241] Jon Bon Jovi und Howard Stern.[242]

Die Organisation WoMen for All/WoMen Fight AntiSemitism stellt sich dezidiert gegen BDS.[243] Einige prominente Intellektuelle lehnen die BDS-Kampagne ab und unterstützen stattdessen zielgenaue Druckmittel auf Israel. Seit 2012 befürwortet der jüdische Journalist Peter Beinart auf die jüdischen Siedlungen und deren Produkte begrenzte Boykotte, nicht aber BDS: Deren Ziele und Methoden gefährdeten die Zweistaatenlösung.[244] Im September 2016 befürworteten über 70 Intellektuelle in einem offenen Brief einen auf die jüdischen Siedlungen begrenzten Boykott sowie deren Ausschluss von Handelsvorteilen und Steuerbefreiung in den USA. Dies solle die Verhandlungsbereitschaft beider Seiten für eine Zweistaatenlösung stärken. Zu den bekannteren Unterzeichnern gehörten Peter Beinhart, Adam Hochschild und Michael Walzer.[245] Während manche BDS-Anhänger die Teilzustimmung liberaler Zionisten begrüßen und Kompromisse anstreben, betonen andere den konfrontativen Charakter der Kampagne: Sie ziele auf das Ende des jüdischen Staates und sei unvereinbar mit jedem Zionismus. Liberale Juden sollen diesen aufgeben und für die Menschenrechte der Palästinenser Partei ergreifen.[246]

Staatliche MaßnahmenBearbeiten

Im Juni 2015 unterzeichnete US-Präsident Barack Obama ein Gesetz, das die ausdrückliche Ablehnung der BDS-Kampagne in Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union anstrebt.[247] Im Juli 2015 versprach Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, die BDS-Bewegung politisch zu bekämpfen. Diese versuche Israel zu bestrafen und beiden Konfliktparteien die Konfliktlösungen zu diktieren. Das sei kontraproduktiv für Frieden und schädlich für beide Seiten.[248] Im März 2016 vor dem American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) nannte sie BDS-Taktiken antisemitisch, warf BDS-Aktivisten vor, jüdische Studenten zu schikanieren, und ermutigte jüngere Zuhörer, alle Versuche zurückzuweisen, Israel zu verleumden, zu isolieren und zu untergraben.[249]

Bis August 2020 erließen 32 Bundesstaaten der USA Gesetze, Verordnungen oder Resolutionen gegen BDS-Aktivitäten. Die meisten dieser Beschlüsse verbieten Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die BDS und Israelboykotte unterstützen, zuerst in Tennessee (April 2015). Wegen Verstößen gegen die freie Rede vor allem von Individuen und Kleinbetrieben hoben Gerichte in Arizona, Kansas und Texas die Beschlüsse zeitweise auf. Diese wurden dann angepasst und erneut verabschiedet. Das US-Repräsentantenhaus beschloss am 23. Juli 2019 mit 398 zu 16 Stimmen bei fünf Enthaltungen eine parteiübergreifende Resolution, die BDS verurteilt und für Verhandlungen, eine Zweistaatenlösung und das Recht auf freie Rede eintritt.[250]

Seit 11. Dezember 2019 droht ein Dekret von US-Präsident Donald Trump Hochschulen Finanzkürzungen an, die Antisemitismus auf ihrem Campus nicht konsequent genug bekämpfen. Die linksliberale jüdische Organisation J Street fürchtete einen „abschreckenden Effekt“ des Dekrets auf Studenten, die mit Israels Palästinapolitik nicht einverstanden seien.[251]

Andere StaatenBearbeiten

In Frankreich kritisierte BDS Veolia Transport für seine Beteiligung am Bau der Straßenbahn von Jerusalem.[252] Weil nach dem Antirassismusgesetz auch Boykottaufrufe gegen Staaten als „Aufstachelung zu Diskriminierung, Hass oder Gewalt“ betrachtet werden können, wurden BDS-Aktivisten in Frankreich mehrmals danach verurteilt. So erhielt der Bürgermeister von Seclin 2003 eine Geldstrafe von 1000 Euro, weil er die örtlichen Gastronomen über die städtische Webseite zum Boykott israelischer Waren aufgerufen hatte. Im Juli 2009 wies der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) seine Berufungsklage dagegen ab. Im September 2009 und Mai 2010 räumten elf BDS-Aktivisten israelische Waren aus den Regalen eines Carrefour-Supermarkts in Illzach, riefen dabei „Israel Mörder, Carrefour Komplize“ und forderten die Kunden zum Israelboykott auf. 2013 erhielt jeder Beteiligte dafür eine Geldstrafe von 5.000 Euro. 2015 bestätigte das französische Kassationsgericht das Urteil. Im Juni 2020 hob der EGMR das Urteil jedoch als Verletzung der Meinungsfreiheit auf und erlegte dem Staat Frankreich Schadensersatz für jeden Angeklagten und die gesamten Prozesskosten auf. Als Folge des Urteils befürchtete der Dachverband der jüdischen Organisationen Frankreichs eine erhebliche „Zunahme von Hassreden und Aktionen gegen französische Juden“.[253] Dagegen lobte Amnesty International Frankreich das Urteil als Zeichen gegen den „Missbrauch von Anti-Diskriminierungsgesetzen“ gegen Aktivisten, die israelische Menschenrechtsverletzungen anprangern.[254]

In Kanada unterstützt die Globalisierungskritikerin und Umweltaktivistin Naomi Klein BDS.[255] Die Grüne Partei Kanadas unterstützte im August 2016 Boykotte, die sich gegen von der Besatzung profitierende Bereiche von Israels Wirtschaft und Gesellschaft richten, und befristete sie bis zu einem Stopp des Siedlungsbaus in den Palästinensergebieten und bis zur Aufnahme von bilateralen Verhandlungen über eine Konfliktlösung.[256] Im Februar 2016 verurteilte Kanadas Unterhaus die BDS-Kampagne. Im Dezember 2016 distanzierte sich die Grüne Partei von den BDS-Zielen, da diese Israels Existenzrecht nicht anerkennen.[257]

In der Schweiz betreibt BDS in einigen Städten die jährliche “Israeli Apartheid Week” und zielt auf ein bürgerliches Publikum. Architekten, Dozenten, Künstler und einige Nationalräte (Carlo Sommaruga, Margret Kiener Nellen, Geri Müller, Therese Frösch) unterstützen die Kampagne. Im Oktober 2018 fiel eine von BDS und linksextremen Antizionisten organisierte „Palästina-Konferenz“ in Zürich aus. Nachdem deren politischer Zweck bekannt wurde, stornierte das Gemeinschaftszentrum Buchegg den privaten Mietvertrag.[258]

In Spanien erklärten bis 2020 mehr als 50 Städte und Gemeinden ihre Unterstützung für BDS. Besonders die Partei Podemos und von ihr kontrollierte Institutionen arbeiten eng mit BDS zusammen. Der Vorsitzende Pablo Iglesias Turrión nennt Israel einen „Verbrecherstaat“, gegen den „mit äußerster Härte“ vorzugehen sei. Der Stadtrat von Valencia erklärte die Stadt im Juni 2018 zur „Israel-Apartheid-freien Zone“ und verbot städtischen Einrichtungen und Mitarbeitern jeden Kontakt mit Israel. Spanische Gerichte hoben diesen und mindestens 23 weitere kommunale BDS-Beschlüsse als verfassungswidrige Diskriminierung auf. Einige Gemeinden zogen ihre BDS-Beschlüsse zurück, nachdem die proisraelische NGO “Acción y Comunicación sobre Oriente Medio” (ACOM) mit Klagen drohte.[259]

Irland, die Niederlande und Schweden erkennen BDS seit 2016 als legitime, von Rede- und Versammlungsfreiheit geschützte zivilgesellschaftliche Bewegung an. Das irische Parlament wollte zudem einen Boykott israelischer Waren aus Palästinensergebieten gesetzlich beschließen, doch die neue Regierung wies das Vorhaben im Juni 2020 zurück. Tschechiens Parlament verurteilte am 22. Oktober 2019 mit großer Mehrheit „alle Manifestationen des Antisemitismus, die sich gegen Einzelpersonen, religiöse Institutionen, Organisationen sowie den Staat Israel richten, einschließlich der Leugnung des Holocaust“. Zugleich lehnte es „jede Infragestellung des Existenz- und Verteidigungsrechts des Staates Israel“ ab und verurteilte „alle Aktivitäten und Äußerungen von Gruppen, die zum Boykott des Staates Israel, seiner Waren, Dienstleistungen oder Bürger auffordern“. Die Prager Regierung solle Gruppen, die einen Israelboykott befürworten, finanziell nicht unterstützen.[260]

Europäische InstitutionenBearbeiten

Die 2002 gegründete Organisation European Jews for a Just Peace mit Sitz in Amsterdam unterstützt BDS in mehreren europäischen Staaten.[261] Im Herbst 2012 forderten 22 BDS-Unterstützergruppen in einer Broschüre unter anderem eine Kennzeichnung von israelischen Waren aus besetzten und umstrittenen Gebieten Palästinas. Im November 2015 beschloss die Europäische Union (EU) eine Richtlinie, wonach Waren aus Ostjerusalem, israelischen Ortschaften im Westjordanland und den Golanhöhen besonders zu kennzeichnen sind und nicht mehr die Herkunftsangabe „Israel“ tragen dürfen. Der Richtlinientext stimmt teils wörtlich mit der BDS-Forderung überein. Für keinen anderen Gebietskonflikt erließen EU-Gremien eine solche Kennzeichnungspflicht. Diese wird daher als Eingehen auf BDS-Wünsche und „Boykott light“ kritisiert, der von israelischen Firmen hergestellte Waren als mängelbehaftet und für Käufer unattraktiv erscheinen lasse.[262]

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte im September 2016, BDS sei geschützte freie Rede. Jedoch lehne die EU „die Versuche der BDS-Bewegung ab, Israel zu isolieren, und stellt sich gegen jeglichen Boykott Israels“.[263]

Die EU fördert mit erheblichen Geldsummen etliche europäische und palästinensische NGOs, die BDS unterstützen oder mit BDS-Unterstützern zusammenarbeiten. Manche der Empfängergruppen, etwa Norwegian People’s Aid (NPA), unterstützen Terrororganisationen wie Hamas und PFLP. Im Jahr 2016 erhielten BDS-nahe NGOs nach einer Analyse des israelischen Außenministeriums von der EU insgesamt fünf Millionen Euro.[264] Im Juli 2018 bestritt die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini die Angaben des Berichts, ohne auf die Belege darin einzugehen, und bekräftigte, dass die EU Israelboykotte ablehne. Gruppen mit Kontakten zu BDS seien deshalb noch nicht ungeeignet für EU-Fördermittel.[265]

Am 28. Februar 2018 durfte BDS-Sprecher Omar Barghouti im Europäischen Parlament eine Konferenz zum Verhältnis der EU zu den israelischen Siedlungen in Palästina abhalten. Eingeladen hatte ihn die Progressive Allianz der Sozialdemokraten (S&D). Daraufhin erinnerten jüdische Organisationen und Gemeinden in Europa den damaligen Parlamentspräsidenten Antonio Tajani in einem offenen Protestbrief an antisemitische, auf Abschaffung Israels gerichtete Aussagen Barghoutis und forderten, ihn gemäß EU-Beschlüssen gegen Israelboykotte und Antisemitismus wieder auszuladen.[266]

Der EGMR urteilte über zwei Einzelfälle aus Frankreich gegensätzlich: Im Jahr 2009 bestätigte er, ein Aufruf zum Boykott israelischer Waren auf einer städtischen Webseite sei diskriminierend gewesen, die Strafe dafür verletze nicht die Meinungsfreiheit. Im Jahr 2020 dagegen urteilte er, ein Aufruf zum Israelboykott in einem Supermarkt sei eine zulässige „politische Meinungsäußerung“, die Strafe dafür also unzulässig gewesen.[253]

UNOBearbeiten

Der UN-Sonderberichterstatter für Religions- oder Glaubensfreiheit Ahmed Shaheed behandelte in einem Zwischenbericht an die Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 23. September 2019 auch BDS: Er habe zur Kenntnis genommen, dass die Bewegung als fundamental antisemitisch gelte. Laut Kritikern hätten die BDS-Gründer angezeigt, dass ihr Hauptziel sei, das Ende des Staates Israel herbeizuführen. Einigen BDS-Unterstützern werde vorgeworfen, antisemitische Narrative, Verschwörungen und Sprachbilder zu verwenden. Die BDS-Bewegung weise diese Vorwürfe zurück. Ein Hauptakteur versichere, die Bewegung sei inspiriert von der südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung und der Bürgerrechtsbewegung in den USA; BDS lehne alle Formen von Rassismus ab, treffe Maßnahmen gegen jene, die antisemitische Sprache im Verlauf der Kampagne benutzten, und strebe Israels Befolgung internationalen Rechts nur gewaltfrei an. Auch Sorgen über Gesetze, die Unterstützung für BDS bestrafen, einschließlich negativer Wirkung solcher Gesetze für den Kampf gegen Antisemitismus seien dem Sonderberichterstatter mitgeteilt worden. Das internationale Recht erkenne Boykotte als legitime politische Ausdrucksform und gewaltlose Boykott-Unterstützung als legitime schützenswerte Meinungsäußerung an. Jedoch seien antisemitische Sprachbilder und Stereotype, die Ablehnung des Existenzrechts Israels und die Diskriminierung jüdischer Personen wegen ihrer Religion zu verurteilen.[267]

Im Oktober 2019 kritisierten fünf Sonderberichterstatter des UN-Kommissariats für Menschenrechte (David Kaye, Michel Forst, Michael Lynk, Ahmed Shaheed, Clement Nyaletsossi Voule) in einem Brief an Bundesaußenminister Heiko Maas: Der Bundestagsbeschluss zu BDS vom Mai 2019 setze einen besorgniserregenden Trend, „die Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit unverhältnismäßig einzuschränken“, und greife in das Recht auf politische Meinungsäußerung in Deutschland ein, die BDS-Bewegung zu unterstützen. Fraglich sei, warum der Satz „Der kritische Umgang mit israelischer Regierungspolitik ist von Meinungs-, Presse- und Äußerungsfreiheit geschützt“ nicht in den Beschluss gelangt sei. Die Bundesregierung solle innerhalb von 60 Tagen erklären, welche rechtlichen Folgen der Beschluss habe, wie er sich mit Deutschlands Verpflichtungen zum Schutz der internationalen Menschenrechte vertrage und wie sichergestellt werde, dass BDS-Aktivisten Menschenrechtsverletzungen „ohne unzulässige Einschränkungen“ benennen können.[268]

Im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats veröffentlichte das UN-Menschenrechtsbüro am 12. Februar 2020 eine Liste von 112 Firmen, die in israelischen Siedlungen des Westjordanlands aktiv sein sollen. Die Liste soll auf als illegal eingestufte Praktiken jener Firmen aufmerksam machen, darunter Siedlungsbau, Sicherheitsdienste, Banken, Supermärkte, Telefondienste, Touristik und Geräte zum Zerstören palästinensischen Eigentums. Obwohl die Liste keine Sanktionen fordert, gilt sie als Druckmittel auf jene Firmen, ihre Aktivitäten dort einzustellen. Regierungsmitglieder Israels kritisierten, damit sei der Menschenrechtsrat vor der BDS-Kampagne eingeknickt; diese werde die Liste für Boykotte jener Firmen und weiteren Druck auf sie nutzen. Das BDS-Büro forderte weitere Aktionen gegen jene Firmen. Einige davon bestritten die ihnen zugeschriebenen Praktiken, andere kündigten ihren Rückzug aus den Siedlungen an. Eine Sprecherin des NGO Monitor erklärte, die UN-Behörde habe sich mit der diffamierenden Liste für die antisemitische BDS-Bewegung entschieden.[269]

GewerkschaftenBearbeiten

Einige Gewerkschaften und Gewerkschaftsverbände haben BDS-Resolutionen beschlossen und/oder ihre Beziehungen zu israelischen Gewerkschaften abgebrochen: so in Großbritannien die UNISON, die National Union of Journalists (2007), der Trades Union Congress (2009), die University and College Union (2010), UNITE (Juli 2014) und die National Union of Students (August 2014); in Irland der Gewerkschaftskongress und IMPACT, in Nordirland die Public Service Alliance, in Schottland der Scottish Trades Union Congress (2010).[77] Die UNITE nannte „Verbrechen der Apartheid“ Israels und Siedlungsbau, angebliche Folter palästinensischer Kinder, „ethnische Säuberungen“ und „rassistische Gesetze“ gegen palästinensische Israelis als Gründe und Veolia, G4S und Sainsbury’s als Beispiele für zu boykottierende Firmen.[270]

In Kanada forderten Mitglieder der Canadian Union of Public Employees (CUPE) in Ontario 2006 einen Israelboykott. 2009 forderten sie, israelische Akademiker von Universitäten Ontarios zu verbannen. Die CUPE-Führung unterband derartige Ausschlussversuche. 2010 schloss sich die Confederation des syndikats nationaux (CSN) in Montreal, 2015 CSN in Québec BDS an. In den USA forderten die kalifornische Abteilung der United Auto Workers (UAW; Dezember 2014), die United Electric Workers Union (August 2015) und die American Federation of Labor and Congress of Industrial Organizations (AFL-CIO) von Connecticut (November 2015) BDS-Resolutionen. Die nationalen und internationalen Gewerkschaftsleitungen lehnten diese ab.[77] Die UAW widerrief eine BDS-Resolution der Graduate Student Union der Universität Kalifornien 2015 als unvereinbar mit ihren Statuten und bekräftigte einen Beschluss gegen Israelboykotte von 2007.

Die DGB-Jugend beschloss auf ihrer Bundeskonferenz am 11. November 2017 mit der Resolution „Boykotte boykottieren“ eine strikte Ablehnung der antiisraelischen Kampagnen BDS und „F.O.R. Palestine“. Am 13. Juni 2018 bekräftigte der Bundesjugendausschuss des DGB diesen Beschluss gegen Versuche, BDS-Forderungen in internationalen Gewerkschaftsgremien durchzusetzen: Man setze weiter auf eine Zwei-Staaten-Lösung, suche zur Befriedung des Palästinakonflikts den Dialog mit vielen Organisationen und distanziere sich darum von Boykottkampagnen gegen Israel und von jeder Zusammenarbeit mit antisemitischen Organisationen.[271]

Vorstandsmitglied Josef Holnburger nannte als Gründe dafür: BDS und F.O.R. Palestine stellten Israels Existenzrecht in Frage, kooperierten mit antisemitischen Organisationen und tolerierten antisemitische Aktionen und Positionen in ihren Reihen. Ihre Forderungen seien nur durch die Abschaffung Israels erfüllbar, die Omar Barghouti als Ziel formuliert habe. Zudem komme es bei diesen Kampagnen immer wieder zu antisemitischen Übergriffen und Gewalt. Weil BDS Zulauf habe und international für seine destruktive Strategie werbe, sei es notwendig geworden, den Ablehnungsbeschluss von 2017 zu bekräftigen. Die DGB-Jugend stehe im Austausch mit der Histadrut und der Palestinian General Federation of Trade Unions (PGFTU). Diese arbeiteten eng zusammen, rieten von BDS und F.O.R. Palestine ab und wendeten sich statt gegen Israel gegen die Arbeitgeber in Palästina. Entgegen der Behauptung auf der BDS-Webseite sei die PGFTU kein Gründungsmitglied von BDS. Weil BDS die Erfolge des Dialogs palästinensischer, israelischer und anderer Gewerkschaften bedrohe und zerstöre, seien diese in der Ablehnung der Kampagne einig. Palästinensische und israelische Arbeiter bekämen die Folgen der Boykotte besonders zu spüren. Daher habe die Histadrut 2008 mit der PGFTU einen Schutz palästinensischer Arbeiter vereinbart. Bisher haben sich nur sieben der 340 Mitgliedsorganisationen des Internationalen Gewerkschaftsbundes der BDS-Kampagne angeschlossen; die knappe mehrheitliche Zustimmung der norwegischen Gewerkschaftsverbands zu BDS habe die DGB-Jugend zu ihrem erneuten Ablehnungsbeschluss motiviert. Darüber diskutiere man im EGB.[272]

KirchenBearbeiten

Viele Christen nehmen den Palästinakonflikt seit 2000 verstärkt als Ohnmacht der Palästinenser gegenüber militärischer Übermacht Israels wahr und betrachten die BDS-Kampagne daher als Möglichkeit, Unterdrückten zu Gerechtigkeit zu verhelfen. BDS-Vertreter werben besonders in Kirchen, um deren moralische Autorität zu nutzen. 35 christliche Organisationen beschlossen 2001 den NGO-Boykottaufruf von Durban mit. 2002 verglich der Friedensnobelpreisträger Bischof Desmond Tutu Israel mit dem Apartheidsregime. Seit 2009 ruft er im kirchlichen Bereich dazu auf, die BDS-Kampagne zu unterstützen.[273]

Den BDS-Gründungsaufruf von 2005 unterzeichneten auch christliche Organisationen, darunter das Near East Council of Churches Committee for Refugee Work (NECCCRW), das Network of Christian Organizations – Bethlehem (NCOB) und der CVJM in Ostjerusalem.[274] Im selben Jahr riet der ÖRK seinen 342 Mitgliedskirchen zum gestaffelten, ausgewählten Abzug von Investitionen in multinationale Unternehmen, die an der Besetzung beteiligt seien. Dem folgten einige britische und amerikanische Mitgliedskirchen.[235] Die ÖRK-Initiative Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel (EAPPI) unterstützt BDS.[275]

Im Dezember 2009 veröffentlichte eine Gruppe palästinensischer Christen und Theologen den Kairos-Palästina-Aufruf. Er empfahl allen Christen, die BDS-Kampagne als mögliche gewaltfreie Antwort auf die Unterdrückung der Palästinenser zu erwägen.[276] Das Sabeel Ecumenical Liberation Theology Center in Ostjerusalem, das eine palästinensische Variante der Befreiungstheologie vertritt, veranlasste britische und amerikanische Solidaritätsgruppen zu entsprechenden BDS-Vorstößen in ihren Kirchen und Universitäten.[235]

In ihrer Antwort auf das Kairos-Palästina-Dokument wiesen führende Gremien der EKD 2010 und 2011 einen Totalboykott Israels wegen der Analogie zum nationalsozialistischen Judenboykott von 1933 zurück und betonten Israels Existenzrecht. Sie fragten jedoch auch: „Wie können wir die Lebensgrundlage von Palästinensern verbessern und vermeiden, dass Waren aus den widerrechtlichen Siedlungen gekauft werden?“[277] Der Theologe Michael Volkmann begründete die Zurückweisung: Ein Boykott bedeute wirtschaftlich wenig, wirke aber propagandistisch „als Einfallstor des Antisemitismus“ und sei „mit einer einseitigen Schuldzuweisung an Israel verbunden“, die die politische Mitverantwortung der Palästinenser und vieler arabischer Staaten für die Lage ausblende. „Um Frieden zu erreichen, müssen sich beide Seiten bewegen, nicht nur eine.“[278] Wirtschaftsboykotte gegen Israel und die Kampagne „Besatzung schmeckt bitter“ der katholischen Laienorganisation Pax Christi fanden in der deutschen Öffentlichkeit vor allem wegen der NS-Vergangenheit bisher wenig Resonanz.[279]

Internationale Bürgermeister-KoalitionBearbeiten

Am 27. Februar 2019 gründeten die Bürgermeister Haim Bibas (Gemeindeverwaltungen Israels), Uwe Becker (Frankfurt am Main) und Gabriel Groisman (Bal Harbour, Florida) in Tel Aviv eine internationale Bürgermeisterkoalition gegen Hass, Antisemitismus und antisemitische Gruppen wie BDS. Das Bündnis erhielt schon bei der Bekanntgabe hunderte Mitglieder in Europa, Südamerika, Israel und den USA.[280]

Wissenschaftliche DebatteBearbeiten

Delegitimation IsraelsBearbeiten

Die BDS-Kampagne zielt für einige britische Politikwissenschaftler eindeutig auf Israels Isolation und Delegitimation. Deren Vertreter setzten Zionismus mit Rassismus gleich, deuteten die Sperranlagen als Beweis für Segregation zwischen Juden und Palästinensern und verkennten die reale Situation der arabischen Israelis. Das Rückkehrrecht für alle Palästinenser würde diesen eine Mehrheit verschaffen, Israel seines jüdischen Charakters berauben und zu seinem Untergang führen. BDS sei daher als antizionistische Organisation mit dem Ziel der Zerstörung Israels zu beschreiben.[281]

Ähnlich kritisierte Norman Finkelstein die BDS-Anhänger 2012: Man könne Israels Rückzug nur fordern und sich dazu auf völkerrechtlich bindende UN-Beschlüsse berufen, indem man zugleich Israels Existenz anerkenne. Er verabscheue die Unaufrichtigkeit, eigentlich Israels Ende anzustreben, die Zahl palästinensischer Flüchtlinge zu übertreiben und Terror in den Herzen jedes Israelis zu erzeugen, statt den Konflikt lösen zu helfen. Er halte das für einen sektiererischen linken Kult.[282]

Daphna Kaufman, Vorsitzende der partei- und staatsunabhängigen Denkfabrik Reut (Tel Aviv), beurteilt den BDS-Appell an Menschenrechte und gewaltfreien Protest als Fassade für Werbung. Die Gefahr liege darin, dass die Bewegung die Grenze zwischen Delegitimierung des Staates Israel und Kritik an Israels Politik verwische. Die von ihren Führern angestrebte Einstaatenlösung würde das Ende von Israels politisch-ökonomischem Modell bedeuten. Viele Unterstützer wollten dagegen die Zweistaatenlösung, also die Koexistenz Israels mit einem Palästinenserstaat fördern. Ihnen seien die Ziele der Organisatoren nicht immer bewusst. Diese verstünden sich als Ideengeber, nicht als Lenker. Die Bewegung entwickle sich als stark dezentralisiertes Netzwerk ohne zentrale Befehls- und Kontrollstruktur, ohne Eigentümer oder einzelne Geldgeber.[274]

Manche BDS-Unterstützer erklären, der Gründungsaufruf sei ungenau formuliert und ziele nur auf Israels Rückzug. Das Rückkehrrecht beinhalte keine israelische Schuldanerkennung für die Nakba und solle nur für die seit 1967 besetzten Gebiete gelten. Cary Nelson, ehemaliger Präsident der „American Association of University Professors“, weist „BDS lite“ jedoch als Täuschungsmanöver zurück und nennt als Haupteinwände:

  • BDS stelle sein Ziel falsch dar: Tatsächlich werde keine andere Regierungspolitik, sondern die Auflösung des jüdischen Staates angestrebt.
  • Der BDS-Anspruch eines gewaltfreien Wegs zur Konfliktlösung sei irreführend, da der jüdische Staat nicht gewaltfrei aufgelöst werden könne.
  • BDS dämonisiere, antagonisiere und delegitimiere eine der beiden Konfliktparteien, idealisiere die andere und blockiere damit die zur Lösung notwendigen beidseitigen Verhandlungen.
  • BDS biete keine besonderen Schritte zur Konfliktlösung und keinen detaillierten Friedensplan an, sondern nur eine umfassende Verdammung Israels.
  • BDS wolle kein Rückkehrrecht von Palästinensern in die Westbank aushandeln, sondern ein Rückkehrrecht für alle Palästinenser nach Israel in dessen Grenzen vor 1967 erzwingen.
  • BDS fordere ein Ende aller Mühen, gegenseitige Empathie und Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern aufzubauen, und verwerfe somit bedingungslosen Austausch, Dialog und Verhandeln als Weg zum Frieden.
  • BDS behaupte fälschlich, nur Institutionen, nicht Einzelne anzugreifen. Die BDS-Richtlinien bewiesen das Gegenteil.
  • Der akademische Boykott begrenze Kontakte mit Kritikern der Politik Israels, darunter arabischen Israelis an Hochschulen Israels, unterhöhle den freien Austausch von Ideen und die freie Wahl von Studiengebieten und Mitarbeitern für Studenten und Dozenten.
  • BDS biete den Palästinensern selbst keine realistischen und greifbaren Hilfen an, sondern versuche Amerikaner und Europäer für eine Hassbotschaft zu gewinnen.[283]

Die aktuelle Antisemitismusforschung sieht in der Bezeichnung Israels als Apartheidstaat ein Mittel der Diffamierung.[284] Laut Samuel Salzborn und Kirsten Dierolf zielt BDS damit auf die Dämonisierung, Delegitimation und Abschaffung Israels. Der Vergleich mit dem Apartheidregime des früheren Südafrika unterstelle, Israel sei ein rassistischer, auf Unrecht und „ethnische Säuberungen“ gegründeter Staat. Sie verweisen dagegen auf historische Fakten, etwa dass Israels Staatsgründung großenteils auf geordnete Landverkäufe von Arabern an Juden in Palästina folgte und die in Israel gebliebenen Araber nach dem Palästinakrieg gleiche Bürgerrechte und Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und Politik erhielten. Der Apartheidvergleich offenbare daher den antisemitischen Charakter der BDS-Kampagne, die Palästinenser nur als Druckmittel zum Diffamieren Israels benutze.[285] Für die Sozialwissenschaftler Philip Mendes und Nick Dyrenfurth soll der Vergleich Israel als „Paria-Staat“ markieren. Sie verweisen auf seinen historischen Ursprung: Er gehe auf die antizionistische Kampagne der Sowjetunion von 1967 zurück, die Zionismus als Werkzeug des westlichen Imperialismus und dem Nationalsozialismus gleichende rassistische Ideologie darstellte. Der Vergleich beruhe auf einem verschwörungstheoretischen Antisemitismus.[286] Laut der Sozialwissenschaftlerin Jutta Ditfurth blendet der Vergleich die historischen Gründe der Entstehung Israels, seine rechtsstaatliche Verfassung, die demokratischen Rechte arabischer Israelis und ihre Möglichkeiten, gegen Diskriminierung vorzugehen, aus und verharmlost Südafrikas Apartheidssystem stark.[287] Der antizionistische Historiker und BDS-Befürworter Ilan Pappé dagegen hält den Vergleich für legitim und wissenschaftlich diskutabel, bestätigt aber zugleich, dass er auf Delegitimation von Israels Existenzrecht und Ersetzung seiner Verfassung, nicht nur auf politische Reformen zielt.[288]

Laut den Politikwissenschaftlerinnen Yasmeen Abu-Laban und Abigail Bakan sind Studien, die Israel mit Südafrika und anderen Siederlergesellschaften vergleichen, eine etablierte Wissenschaftstradition.[289]

AntisemitismusBearbeiten

 
Parallelen zur Kampagne „Kauft nicht bei Juden“ im nationalsozialistischen Deutschland werden gezogen.

Die Antisemitismusforschung erörtert seit langem das Verhältnis von Antizionismus zu Antisemitismus und untersucht in diesem Kontext seit einigen Jahren auch die BDS-Bewegung. Dabei orientieren sich die Forscher an historischen Analogien und Vorläufern, den erklärten Zielen, dem empirischen Verhalten und der Rhetorik der BDS-Vertreter. Kenneth L. Marcus, Gründer des Louis D. Brandeis Center for Human Rights under Law, sieht die primäre BDS-Strategie in der Tradition früherer Judenboykotte auf Abwehr jeder Normalisierung der Beziehungen zu Israel ausgerichtet, konträr zur Hoffnung früher Zionisten, mit dem jüdischen Staat dem Antisemitismus den Boden zu entziehen. Bewusste Antipathie gegen Juden habe die BDS-Kampagne wachsen lassen. Marcus erinnert daran, dass

  • zum Council for the National and Islamic Forces in Palestine, das den BDS-Aufruf unterzeichnete, die Hamas und andere Terrorgruppen gehören,
  • bei BDS-Veranstaltungen öfter Juden körperlich angegriffen wurden,
  • einige BDS-Anhänger Holocaustleugnung vertreten oder Leugner unterstützen,
  • auch andere BDS-Anhänger durch Herabsetzen Israels unbewusst Feindseligkeit gegen Juden ausdrücken;
  • BDS-Anhänger oft antijüdische Stereotype, Bilder und Mythen verbreiten, etwa durch Ausdrücke wie „Israelisches Kreuzigungs-System“, die den antisemitischen Gottesmord-Vorwurf wiederbeleben;
  • die Forderung von BDS-Anhängern, Israel zu zensieren, das Stereotyp einer jüdischen Medienkontrolle ausdrückt.[290]

Für das Forscherteam um Monika Schwarz-Friesel und Martin Kloke ist die BDS-Kampagne Teil des „gebildeten Antisemitismus“, der heutigen Bedingungen gemäß als Anti-Israelismus erscheine. Gemessen am 3-D-Test für Antisemitismus betreibe BDS eine Dämonisierung und Delegitimierung des Staates Israel mit Doppelstandards und leugne letztlich Israels Existenzrecht. Das Verhalten von BDS-Anhängern zeige vielfach die für Judenhass typische Virulenz und Obsessivität.[291] Wie eine umfassende Studie empirisch nachwies, benutzen Israelfeinde beliebige, auch unpolitische Anlässe im Internet zu Boykottaufrufen gegen Juden, Israelis und den Staat Israel. Diese sind immer verbunden mit und gefolgt von antisemitischen Hassposts, die boykottierte Einzelpersonen als Vertreter aller Juden und Israelis, als „zionistische Rassisten“, Massen- und Kindermörder usw. verteufeln und ihre Vernichtung fordern oder wünschen. Boykottaufrufe, Verweise auf BDS und Vernichtungsrhetorik treten im Internet miteinander und mit weitgehend identischer Semantik auf. Diese greift zu großen Anteilen auf altbekannte antisemitische Stereotype zurück und reaktiviert sie. Die spezifischen Ausdrucksmittel und Argumentationsmuster weisen dabei eine typische Gleichförmigkeit auf.[292]

Auch der Sozialwissenschaftler Samuel Salzborn hält die BDS-Kampagne für „ihrer Intention nach antisemitisch“. Die Forderung des sogenannten Rückkehrrechts beruhe auf einer „‚Vererbbarkeit‘ des Flüchtlingsstatus“ und beinhalte Israels Vernichtung. BDS habe die Nazi-Parole „Kauft nicht bei Juden“ erneuert und auf Israel übertragen. Die Kampagne betreibe eine Täter-Opfer-Umkehr, insofern die palästinensischen Organisationen, mit denen sich die Kampagne solidarisiere, eine Vernichtung Israels anstrebten, die Menschenrechte verachteten, ein totalitäres System einer islamistischen Umma sich zum Ziel gesetzt und von Anfang an jede Form der Koexistenz abgelehnt hätten. BDS bekämpfe in einer „Kollektivhaftung“ Individuen, um den jüdischen Staat zu treffen: Sie bestrafe einzelne Personen oder Institutionen nicht dafür, was sie getan hätten, sondern dafür, was sie sind bzw. wofür sie von der Kampagne gehalten werden. Dies weise auf „ein völkisches Verständnis von Strafrecht“ hin.[293]

Verschiedene Autoren argumentieren ähnlich,[294] darunter Gil Troy (The Jerusalem Post).[295]

Mitchell Bard (Leiter der Jewish Virtual Library) beurteilt BDS als antisemitisch, weil die Bewegung Israel als einzigen Staat boykottiere, offen auch einzelne Juden angreife, das Recht des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung in einem eigenen Heimatland bestreite, das sie den Palästinensern zugestehe, Israel alle Schuld am Konflikt mit den Palästinensern gebe, es zur Verdammung auswähle und die schlimmsten Menschenrechtsverletzer der Welt ignoriere. Zudem hätten BDS-Führer klargemacht, dass Israels Zerstörung ihr letztes Ziel sei.[296]

Der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz hält BDS nicht für antisemitisch, sondern für eine „politische, israelkritische Bewegung“, was „Antisemiten aber nicht an der Teilnahme hindere“.[297] Wer BDS dagegen pauschal „als antisemitisch abstempelt“, habe „primär ein politisches Interesse – und kein Interesse an Aufklärung und Frieden.“[298]

Laut dem Politikwissenschaftler Floris Biskamp ist BDS als Ganzes antisemitisch, da es der Bewegung um einen Boykott nicht nur der Regierung, sondern aller israelischen Unternehmen, Kulturschaffenden sowie der gesamten Gesellschaft gehe. Auch eine insgesamt antisemitische Kampagne könne zugleich von Juden unterstützt werden.[299]

Die Diskriminierungs- und Inklusionsforscherin Julia Bernstein bezeichnet BDS als „antisemitische[] Bewegung“ und nennt die Kampagne als Beispiel für „die Gleichzeitigkeit und Verschränkung der diskriminatorischen und liquidatorischen Dimension des Antisemitismus“.[300]

Der Politikwissenschaftler Jakob Baier attestiert BDS, dass es der Kampagne um weit mehr gehe als eine internationale Isolierung Israels. Mit der „Deutung des Zionismus und des Staates Israel als rassistisches, imperialistisches und (neo)koloniales Projekt“ werde „die historische und gegenwärtige Notwendigkeit eines staatlich und demokratisch organisierten Schutzraumes für Jüdinnen und Juden vor dem weltweit grassierenden Antisemitismus in Abrede gestellt“. Durch die „bewusst vage formulierten Kernforderungen der BDS-Kampagne“ würden „breite Interpretationsspielräume“ eröffnet und eine Anschlussfähigkeit für unterschiedliche gesellschaftliche und politische Milieus geschaffen.[301]

Der transnationale BDS-Aktivismus für die Menschenrechte der Palästinenser, so die Sozialwissenschaftlerin Natascha Müller, legitimiere „Boykottaktivismus gegen Israel, während israelische Sichtweisen, Rechte und Forderungen delegitimiert, dämonisiert und zum Schweigen gebracht werden“. Die normative Unterscheidung zwischen legitimen und illegitimen Rechten folge „der tradierten antisemitischen Fantasie von ‚Juden‘ als dem Anderen, dem ‚Bösen‘ der Menschheit“. Diese Fantasien mobilisierten transnationale Protestakteure „für eine vermeintlich moralisch zwingende Positionierung in einem existenziellen Kampf um ‚gut‘ und ‚böse‘“.[302]

BDS-Vertreter berufen sich auf die Menschenrechte und erklären, Kritik am Zionismus könne sich nicht gegen alle Juden richten, da sie nicht alle Zionisten seien. Antisemitismusvorwürfe gegen BDS seien selbst antisemitisch, da sie Juden mit Zionisten gleichsetzten. Es handele sich um eine von Zionisten gezielt benutzte Strategie, um die Kampagne zum Schweigen zu bringen.[303] Der israelische Historiker und Antisemitismusforscher Moshe Zimmermann betont, nicht jeder BDS-Unterstützer sei automatisch Antisemit und nicht jeder Boykotteur ein BDS-Anhänger. Er sieht in diesen Zuordnungen eine „Technik des Mundtotmachens“ im Interesse der israelischen Regierung.[304]

Die von rund 200 Akademikern unterstützte Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus vom März 2021 soll die Antisemitismusdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) mit 15 Leitlinien verbessern, ergänzen oder korrigieren. Leitlinie 14 lautet: „Boykott, Desinvestition und Sanktionen sind gängige, gewaltfreie Formen des politischen Protests gegen Staaten. Im Falle Israels sind sie nicht per se antisemitisch.“ Dies bedeute jedoch noch keine politische Zustimmung; die Unterzeichner hätten verschiedene Ansichten dazu.[305] Die Erklärung fand Zustimmung[306] und Kritik.[307]

Weiterführende InformationenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Allgemein

  • David Feldman (Hrsg.): Boycotts Past and Present: From the American Revolution to the Campaign to boycott Israel. Springer VS, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-319-94872-0.
  • Sean F. McMahon: The Boycott, Divestment, Sanctions campaign: contradictions and challenges. In: Race & Class. Band 55, 2014, Nr. 5, S. 65–81.
  • Maria Carter Hallward: Transnational Activism and the Israeli-Palestinian Conflict. Palgrave Macmillan, Basingstoke 2013, ISBN 978-1-137-34985-9.
  • Julia Chaitin, Shoshana Steinberg, Sharon Steinberg: Polarized words: Discourse on the Boycott of Israel, Social Justice and Conflict Resolution. In: International Journal of Conflict Management. Band 28, 2017, Nr. 3, doi:10.1108/IJCMA-05-2016-0029.
  • Karen Culcasi: Engaging in the Boycott, Divestment, and Sanctions (BDS) Debate. In: Geographical Review. Band 106, 2016, Nr. 2, S. 258–263.

Antisemitismusforschung

  • Julia Bernstein: Israelbezogener Antisemitismus: Erkennen – Handeln – Vorbeugen. Beltz Juventa, Weinheim 2021, ISBN 978-3-7799-6359-2, Die antisemitische Boykottkampagne BDS: S. 51–56
  • Alvin H. Rosenfeld: Anti-Zionism and Antisemitism: The Dynamics of Delegitimization. Indiana University Press, Indiana 2019, ISBN 0-253-04002-7
  • Kirsten Dierolf: Roger Waters, das Schwein und BDS. Antisemitische Argumentationsmuster in der Boykottkampagne gegen Israel. In: Samuel Salzborn (Hrsg.): Antisemitismus seit 9/11: Ereignisse, Debatten, Kontroversen. Nomos, Baden-Baden 2019, ISBN 3-8487-5417-7, S. 427–448
  • Samuel Salzborn: Globaler Antisemitismus. Eine Spurensuche in den Abgründen der Moderne. 2., überarbeitete und ergänzte Auflage, Beltz Juventa, Weinheim 2018, ISBN 3-7799-6098-2, Die antisemitische Internationale: BDS: S. 150–156.
  • Marc Grimm, Bodo Kahmann (Hrsg.): Antisemitismus im 21. Jahrhundert: Virulenz einer alten Feindschaft in Zeiten von Islamismus und Terror. De Gruyter / Oldenbourg, München 2018, ISBN 3-11-053471-1; darin:
    • Alvin H. Rosenfeld: Was ist Israelkritik? S. 51–63
    • Simon Gansinger: Antizionistische Identität. Der Kampf am US-amerikanischen Campus. S. 411–426
  • David Hirsh: Contemporary Left Antisemitism. Routledge, London 2017, ISBN 1-138-23531-8, besonders S. 95–134 (The Campaign for an academic Boycott of Israel).
  • Asaf Romirowski: The Growth of Anti-Israel Sentiment in the American Intellectual Community: Some Cautionary Tales. In: Steven K. Baum, Neil J. Kressel, Florette Cohen, Steven Leonard Jacobs (Hrsg.): Antisemitism in North America: New World, Old Hate. Brill, Leiden 2016, ISBN 90-04-30713-3, S. 81–93
  • Milton Shain: South Africa, Apartheid, and the Road to BDS. In: Robert S. Wistrich (Hrsg.): Anti-Judaism, Antisemitism, and Delegitimizing Israel. University of Nebraska, 2016, ISBN 0-8032-9671-1, S. 66–78.
  • Ira M. Sheskin, Ethan Felson: Is the Boycott, Divestment, and Sanctions Movement Tainted by Anti-Semitism? In: Geographical Review. Band 106, 2016, Nr. 2, S. 270–275.
  • Alvin H. Rosenfeld (Hrsg.): Deciphering the New Antisemitism. Indiana University Press, Bloomington 2015, ISBN 978-0-253-01865-6, darin:
    • Cary Nelson: Conspiracy Pedagogy on Campus: BDS-Advocacy, Antisemitism and Academic Freedom. S. 221–254
    • Giovanni Matteo Quer: Christian BDS: An Act of Love?, S. 302–340
  • Deborah Lipstadt: BDS: Antisemitismus oder Politik? In: Deborah Lipstadt: Antisemitismus heute. Wie Hass und Vorurteile global erstarken. Aus dem Englischen von Stephan Pauli. Piper, München 2020, ISBN 978-3-492-31622-4, S. 201–207

Befürworter

  • Judith Butler: Antisemitismus und Rassismus: Für eine Allianz der sozialen Gerechtigkeit. In: Christian Heilbronn, Doron Rabinovici, Natan Sznaider (Hrsg.): Neuer Antisemitismus? Fortsetzung einer globalen Debatte. 2. erweiterte und überarbeitete Auflage, Suhrkamp, Berlin 2019, ISBN 3-518-12740-3, S. 73–91.
  • Richard Silverstein: Israel and the Closing of the American Jewish Mind. In: John Ehrenberg, Yoav Peled: Israel and Palestine: Alternative Perspectives on Statehood. Rowman & Littlefield, London 2016, ISBN 1-4422-4507-7, S. 41–62.
  • Bill V. Mullen, Ashley Dawson (Hrsg.): Against Apartheid: The Case for Boycotting Israeli Universities. Haymarket Books, 2015, ISBN 978-1-60846-526-2.
  • Suzanne Morrison: The Emergence of the Boycott, Divestment and Sanctions Movement. In: Fawaz A. Gerges (Hrsg.): Contentious Politics in the Middle East: Popular Resistance and Marginalized Activism beyond the Arab Uprisings. Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-1-137-53086-8, S. 229–255.
  • Rich Wiles (Hrsg.): Generation Palestine: Voices from the Boycott, Divestment and Sanctions Movement. Pluto Press, 2013, ISBN 0-7453-3243-9.
  • Brian Aboud: Organizing and the Boycott, Divestment, Sanctions (BDS) Strategy: The Turn to BDS in Palestine Politics in Montreal. In: Aziz Choudry et al. (Hrsg.): Organize! Building from the Local for Global Justice. PM Press, Oakland 2012, ISBN 1-60486-433-8.
  • Kim Bullimore: BDS and the Struggle for a free Palestine. In: Antony Loewenstein, Jeff Sparrow: Left Turn: Political Essays for the New Left. Melbourne University Press, Melbourne 2012, ISBN 0-522-86143-1, S. 196–210.
  • Audrea Lim (Hrsg.): The Case for Sanctions Against Israel. Verso, 2012, ISBN 1-84467-450-9.
  • Omar Barghouti: BDS – Boycott, Divestment, Sanctions: The Global Struggle for Palestinian Rights. Haymarket Books, Chicago 2011, ISBN 1-60846-114-9.
  • Hazem Jamjoum: The Global Campaign for Boycott, Divestment, and Sanctions against Israel. In: Maia Carter Hallward, Julie M. Norman (Hrsg.): Nonviolent Resistance in the Second Intifada: Activism and Advocacy. Springer VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-0-230-33777-0, S. 133–142.

Kritiker

  • Alex Feuerherdt, Florian Markl: Die Israel-Boykottbewegung: Alter Hass in neuem Gewand. Hentrich & Hentrich, Leipzig 2020, ISBN 978-3-95565-396-5.
  • Cary Nelson: Israel Denial: Anti-Zionism, Anti-Semitism, & the Faculty Campaign Against the Jewish State. Indiana University Press, 2019, ISBN 0-253-04504-5.
  • Alan Dershowitz: The Case Against BDS: Why Singling Out Israel for Boycott Is Anti-Semitic and Anti-Peace. CreateSpace, 2018, ISBN 1-984956-69-8.
  • Andrew Pessin, Doron S. Ben-Atar (Hrsg.): Anti-Zionism on Campus: The University, Free Speech, and BDS. Indiana University Press, 2018, ISBN 0-253-03406-X.
  • Cary Nelson (Hrsg.): Dreams Deferred: A Concise Guide to the Israeli-Palestinian Conflict and the Movement to Boycott Israel. Indiana University Press, 2016, ISBN 978-0-253-02517-3.
  • Cary Nelson, Gabriel Noah Brahm: The Case Against Academic Boycotts of Israel. Wayne State University Press, Detroit 2015, ISBN 0-9903316-0-1.
  • Philip Mendes, Nick Dyrenfurth: Boycotting Israel is Wrong: The progressive path to peace between Palestinians and Israelis. University of New South Wales Press, 2015, ISBN 1-74223-414-3.
  • Jed Babbin, Herbert London: The BDS War Against Israel: The Orwellian Campaign to Destroy Israel Through the Boycott, Divestment and Sanctions Movement. CreateSpace, 2014, ISBN 1-4996-0645-1.
  • Philip Mendes: A Case Study of Ethnic Stereotyping: The Campaign for an Academic Boycott of Israel. In: Australian Journal of Jewish Studies. Band 20, 2006, S. 141–168.

WeblinksBearbeiten

Commons: Boycotts of Israel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anthony Julius: Trials of the Diaspora: A History of Anti-Semitism in England. Oxford University Press, 2012, ISBN 0-19-960072-4, S. 477–479.
  2. Gil Feiler: From boycott to economic cooperation: the political economy of the Arab boycott of Israel. Frank Cass, London / Portland 1998, ISBN 978-0-7146-4866-8, S. 21–23
  3. Rolf Steininger: Deutschland und der Nahe Osten: Von Kaiser Wilhelms Orientreise 1898 bis zur Gegenwart. Lau-Verlag, Reinbek 2015, ISBN 978-3-95768-164-5, S. 57.
  4. Gil Feiler: From boycott to economic cooperation, 1998, S. 23 f.
  5. Kenneth L. Marcus: The Definition of Anti-Semitism. Oxford University Press, 2015, ISBN 0-19-937564-X, S. 205
  6. Keith A. Leitich: Arab Economic Boycott of Israel. In: Spencer C. Tucker (Hrsg.): Middle East Conflicts from Ancient Egypt to the 21st Century. ABC-CLIO, 2019, ISBN 978-1-4408-5353-1, S. 117 f.
  7. Hazem Jamjoum: The Global Campaign for Boycott, Divestment and Sanctions against Israel. In: Maia Carter Hallward, Julie M. Norman (Hrsg.): Nonviolent Resistance in the Second Intifada: Activism and Advocacy. Springer, Wiesbaden 2011, ISBN 978-0-230-33777-0, S. 138.
  8. a b Suzanne Morrison: The Emergence of the Boycott, Divestment and Sanctions Movement. In: Fawaz A. Gerges (Hrsg.): Contentious Politics in the Middle East, Wiesbaden 2015, S. 233–237
  9. Colin Shindler: The Hebrew Republic: Israel's Return to History. Rowman & Littlefield, 2017, ISBN 978-1-4422-6597-4, S. 333
  10. Barak M. Seener: Targeting Israelis via International Law. Middle East Quarterly, Herbst 2009, S. 43–54.
  11. Edwin Black: Funding Hate (Part 1): Anti-Israel activists at Durban were funded by Ford Foundation. Jta.org, 16. Oktober 2003
  12. Harris O. Schoenberg: Demonization in Durban: The World Conference Against Racism. In: The American Jewish Year Book, 2002; Joel Fishman: “A Disaster of Another Kind”: Zionism=Racism, Its Beginning, and the War of Delegitimization against Israel. Israel Journal of Foreign Affairs, Band 5, Ausgabe 3 / 2011, S. 75-92; Jutta Ditfurth: Haltung und Widerstand. Eine epische Schlacht um Werte und Weltbilder. Osburg, Hamburg 2019, ISBN 978-3-95510-203-6, S. 153–155 und 231f., Fn. 314–320.
  13. Charles Pillai (Hrsg.): Declaration and programme of action: as adopted at Kingsmead Cricket Stadium, Durban, South Africa, 3 September 2001. World Conference Against Racism, NGO Forum Secretariat, 2002, Artikel 164, 425, 426; zitiert bei NGO Forum at Durban Conference 2001, September 07, 2001.
  14. Mitchell Bard: American Jews and the International Arena. In: Arnold Dashefsky, Ira M. Sheskin (Hrsg.): American Jewish Year Book 2016. The Annual Record of North American Jewish Communities. Springer, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-319-46122-9, S. 138.
  15. Cary Nelson (Hrsg.): Dreams Deferred. 2016, S. 59.
  16. Ethan Casey, Paul Hilder: Peace Fire: Fragments from the Israel-Palestine Story. Free Association Books, 2002, ISBN 1-85343-570-8, S. 290
  17. Cary Nelson: BDS: A Brief History. In: Cary Nelson (Hrsg.): Dreams Deferred. 2016, S. 56–64.
  18. a b Cherine Hussein: The Re-Emergence of the Single State Solution in Palestine/Israel: Countering an Illusion. Taylor & Francis, 2015, ISBN 978-0-415-71332-0, S. 161.
  19. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 60
  20. Sean F. McMahon: The Boycott, Divestment, Sanctions campaign: contradictions and challenges. In: Race & Class 55 / Ausgabe 4 (31. März 2014), doi:10.1177/0306396813519939, S. 66 f.
  21. Orde F. Kittrie: Lawfare: Law as a Weapon of War. Oxford University Press, 2016, ISBN 978-0-19-026357-7, S. 240 f.
  22. Angelika Timm (Hrsg.): 100 Dokumente aus 100 Jahren. Friedensinitiativen für Israel und Palästina 1917-2017. AphorismA, Berlin 2017, ISBN 3-86575-063-X, S. 628; Alpaslan Ozerdem, Chuck Thiessen, Mufid Qassoum´(Hrsg.): Conflict Transformation and the Palestinians: The Dynamics of Peace and Justice under Occupation. Taylor & Francis, 2016, ISBN 1-138-66653-X, S. 100.
  23. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 52–55.
  24. Sina Arnold: A Collision of Frames: The BDS Movement and its Opponents. In: David Feldman (Hrsg.): Boycotts Past and Present, 2019, S. 227.
  25. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 226–236.
  26. Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited. Cambridge University Press, Cambridge 2004, ISBN 0-521-00967-7.
  27. Michael Lerner: Embracing Israel/Palestine: A Strategy to Heal and Transform the Middle East. North Atlantic Books, 2011, ISBN 1-58394-307-2, S. 327.
  28. Tikva Honig-Parnass: The False Prophets of Peace: Liberal Zionism and the Struggle for Palestine. Haymarket Books, 2011, ISBN 1-60846-130-0, S. 211.
  29. Samuel Salzborn: Israelkritik oder Antisemitismus? Kriterien für eine Unterscheidung. Kirche und Israel, Neukirchener Theologische Zeitschrift, 28. Jahrgang, Heft 1/2013 (PDF).
  30. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 257–259; Dan Avnon: BDS and Self-Righteous Moralists. In: Andrew Pessin, Doron S. Ben-Atar (Hrsg.): Anti-Zionism on Campus, 2018, S. 48–50.
  31. Jutta Ditfurth: Haltung und Widerstand, Hamburg 2019, S. 162 und 236, Fn. 351 (Zitat 1), S. 148 und 230, Fn. 303 (Zitat 2); Roger Cohen: Zero Dark Zero. New York Times, 28. Februar 2013 (Zitat 2, englisch).
  32. Cary Nelson: The One-State Solution. In: Cary Nelson (Hrsg.): Dreams Deferred, 2016, S. 238
  33. a b Alvin H. Rosenfeld: Anti-Zionism and Antisemitism, Bloomington 2019, S. 80
  34. Alvin H. Rosenfeld: Deciphering the New Antisemitism. Bloomington 2015, S. 147, Fn. 60
  35. William A. Cook (Hrsg.): The Plight of the Palestinians: A Long History of Destruction. Springer VS, Wiesbaden 2010, ISBN 978-0-230-10792-2, S. 233 f.; weitere belegte Beispiele auf Jewish Virtual Library: BDS: In Their Own Words.
  36. a b Kiera Feldman: Barghouti: The tent protests ‘[are] the epitome of hysterical denial of the colonial reality’. Mondoweiss, 19. August 2011.
  37. a b Alvin H. Rosenfeld: Deciphering the New Antisemitism. Bloomington 2015, S. 127
  38. Cary Nelson (Hrsg.): Dreams Deferred, 2016, S. 6 f.
  39. Alvin H. Rosenfeld: Deciphering the New Antisemitism. Bloomington 2015, S. 166.
  40. Cary Nelson (Hrsg.): Dreams Deferred, 2016, S. 7.
  41. Yitzhak Santis: Destructive ‘Agnosticism’. Ha’Aretz, 26. November 2010.
  42. Jutta Ditfurth: Haltung und Widerstand, Hamburg 2019, S. 158 f. und 234, Fn. 338–340.
  43. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 6f.
  44. Leandros Fischer: Zwischen Internationalismus und Staatsräson: Der Streit um den Nahostkonflikt in der Partei DIE LINKE. Springer VS, Wiesbaden 2016, ISBN 3-658-13354-6, S. 293.
  45. Sebastian Leber: Wie BDS gegen Israel hetzt. Tagesspiegel, 18. November 2017.
  46. Cary Nelson: Israel Denial: Anti-Zionism, Anti-Semitism, & the Faculty Campaign Against the Jewish State. Indiana University Press, 2019, ISBN 0-253-04504-5, S. 9 f.
  47. Philip Mendes, Nick Dyrenfurth: Boycotting Israel is Wrong, 2015, S. 68; David Patterson: A Genealogy of Evil: Anti-Semitism from Nazism to Islamic Jihad. Cambridge University Press, 2010, ISBN 978-0-521-13261-9, S. 249.
  48. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 32–36.
  49. a b Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 59.
  50. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 93–95.
  51. Israel boycott campaign risks backfiring, says Noam Chomsky. Guardian, 2. Juli 2014.
  52. a b c d e f Alex Feuerherdt, Florian Markl: Die Israel-Boykottbewegung, Leipzig 2020, S. 148–151.
  53. a b c d e Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 105–107.
  54. a b c Wie BDS-Proteste die Konzertlandschaft in Israel verändern. Tagesspiegel, 21. Dezember 2018
  55. a b Debra Kamin: Rihanna and Other Artists Who Play Israel Feel the Pressure. Variety, 30. Oktober 2013
  56. Deep Purple: Nur Weicheier boykottieren Israel. HaOlam, 12. Mai 2011
  57. Orde F. Kittrie: Lawfare, Oxford 2016, S. 241f.
  58. Jason Shaltiel: Concert review: The Eagles of Death Metal. Jerusalem Post, 13. Juli 2015
  59. Radiohead: Thom Yorke reagiert zornig auf Kritik an Israel-Konzert. Rolling Stone, 2. Juni 2017.
  60. JLo begeistert Israel. Jüdische Allgemeine, 5. August 2019
  61. Lawrence Solomon: Israel boycott will fail for same reason seal boycott succeeded. Financial Post, 30. Januar 2014
  62. David Wolpe: Boycotting Israeli Authors Is an Affront to Free Speech. Time, 29. Juni 2016.
  63. Days After Defending Star of David Pig, Roger Waters Laments ‘Power’ of ‘Jewish Lobby,’ Compares Israeli Policy to Nazis. Algemeiner, 8. Dezember 2013
  64. Roger Waters: Israel steckt hinter Tod von George Floyd. Jüdische Allgemeine, 22. Juni 2020
  65. Eliezer Ben-Rafael und andere (Hrsg.): Handbook of Israel: Major Debates. De Gruyter, 2016, ISBN 3-11-035160-9, S. 985f.; Letter: Over 100 artists announce a cultural boycott of Israel. The Guardian, 13. Februar 2015.
  66. Monika Schwarz-Friesel: Judenhass im Internet. Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektives Gefühl. Hentrich & Hentrich, Leipzig 2019, ISBN 978-3-95565-328-6, S. 78 und Abbildungen 4 und 5
  67. Monika Schwarz-Friesel: Judenhass im Internet, Leipzig 2019, S. 118f. und Abbildung 12
  68. Jan Feddersen: Künstler rufen zu ESC-Boykott 2019 auf. ARD, 16. September 2018; Jens Balzer: Eurovision Song Contest: Lasst sie doch schreien. Zeit Online, 18. Mai 2019.
  69. Alex Feuerherdt, Florian Markl: Die Israel-Boykottbewegung, Leipzig 2020, S. 173, Fn. 389; Philipp Peyman Engel: Berlin: BDS-Aktivisten stören Kinoabend. Jüdische Allgemeine, 12. September 2019.
  70. Jim Zanotti, Martin A. Weiss, Kathleen Ann Ruane: Israel and the Boycott, Divestment, and Sanctions (BDS) Movement. Congressional Research Service, Washington, D.C. 2015 (PDF).
  71. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 116–124.
  72. Orde F. Kittrie: Lawfare, Oxford 2016, S. 242
  73. Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 109–115
  74. Bill V. Mullen, Ashley Dawson: Against Apartheid: The Case for Boycotting Israeli Universities. Haymarket Books, 2015, S. 13 f.
  75. Amira Hass, Barak Ravid: Dutch water giant severs ties with Israeli water company due to settlements. Haaretz, 10. Dezember 2013
  76. PGGM, 8. Januar 2014: Statement regarding exclusion of Israeli banks; Yochanan Visser: BDS in The Netherlands: A case study of failed Israeli public diplomacy. Times of Israel, 15. Januar 2014.
  77. a b c Cary Nelson: Dreams Deferred. 2016, S. 74–77.
  78. Orde F. Kittrie: Lawfare, Oxford 2016, S. 246 f.; British high court rules against Ahava boycotters. Times of Israel, 5. Februar 2014.
  79. Jessica Elgot: Ahava finally closes its doors in London. Jewish Chronicle, 27. September 2011.
  80. Ora Coren: BDS Target Ahava to Relocate From West Bank Into Israel. Haaretz, 10. März 2016.
  81. Joe Millis: Israel: Foreign direct investment plunges almost 50% as Boycott Divestment and Sanctions take toll. International Business Times, 25. Juni 2015.
  82. Orde F. Kittrie: Lawfare, Oxford 2016, S. 241.
  83. Matan Hodorov: Innovativ in Tel Aviv. Das kleine Land ohne Ressourcen setzt auf das Know-how seiner Bevölkerung. IP-Die Zeitschrift, 1. Juli 2016.
  84. Susanne Knaul: Boykottfreunde werden abgewiesen, taz, 7. März 2017.
  85. Sabine Brandes: Hasskampagne ohne Erfolg. Jüdische Allgemeine, 8. Juni 2015
  86. Anders Persson: Israel’s Crusade Against BDS Comes at the Cost of Its Own Democracy. Haaretz, 20. Dezember 2018.
  87. Dany Bahar, Natan Sachs: How much does BDS threaten Israel’s economy? Brookings.edu, 26. Januar 2018.
  88. Adam Reuter: BDS has zero impact on Israeli businesses. Globes.co.il, 9. Oktober 2018.
  89. David Barkhausen: Desinvestitionen & die globale BDS-Kampagne gegen Israel – Warum kehren Fonds & Firmen Israel den Rücken? Prif Blog, 17. April 2019.
  90. Kenneth L. Marcus: The Definition of Anti-Semitism. S. 207.
  91. Armin Rosen, Liel Leibovitz: BDS Umbrella Group Linked to Palestinian Terrorist Organizations. Tablet, 1. Juni 2018
  92. Jutta Ditfurth: Haltung und Widerstand, Hamburg 2019, S. 160.
  93. Adam Milstein: BDS is Face of Old Anti-Semitism: What Will We Do to Stop it? Jerusalem Post, 2. Oktober 2019; Ministry of Strategic Affairs: Terrorists in Suits. The Ties Between NGOs promoting BDS and Terrorist Organizations. Gov.il, Februar 2019.
  94. Mitchell Bard: American Jews and the International Arena. In: Arnold Dashefsky, Ira M. Sheskin (Hrsg.): American Jewish Year Book 2016, Wiesbaden 2017, S. 141.
  95. a b Alex Feuerherdt, Florian Markl: Die Israel-Boykottbewegung, Leipzig 2020, S. 147f.
  96. Silke Mertins: Kleines Wirtschaftslexikon Israel. Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, 1. Juli 2016
  97. Jack Moore: BDS Movement Accuses Israel of Series of Cyber Attacks. Newsweek, 3. Juni 2016.
  98. Palestinian Center for POLICY and SURVEY, 8. April 2015: Palestinian Public Opinion Poll 55 (PDF).
  99. Uri Savir: Why the PA is distancing itself from BDS movement. Al-Monitor, 8. Mai 2016
  100. UPDATE: PLO Central Council decides to suspend Oslo agreement. Wafal, 15. Januar 2018.
  101. a b Emily Schrader: With the UAE deal, the BDS movement is over. Jerusalem Post, 1. September 2020.
  102. Jon Gamgrell: United Arab Emirates Formally Ends Israel Boycott Amid U.S.-Brokered Deal. Time / Associated Press, 29. August 2020.
  103. Uri Avnery: The Great BDS Debate. Eurasia Review, 13. März 2016.
  104. Jonathan Lis: Israel passes law banning calls for boycott. Haaretz, 11. Juli 2011.
  105. Association for Civil Rights in Israel: Boycott Prohibition Law
  106. Amnesty International, 12. Juli 2011: Israel anti-boycott law an attack on freedom of expression.; Human Rights Watch, 13. Juli 2011: Israel: Anti-Boycott Bill Stifles Expression.
  107. Yonah Jeremy Bob: How will the latest anti-boycott law ruling affect BDS? Jerusalem Post, 17. April 2015
  108. Yonah Jeremy Bob: High Court upholds part of Anti-Boycott Law, strikes part and splits on ‘1967 Israel’. Jerusalem Post, 15. April 2015.
  109. Peter Münch: Friedlicher Protest: Israels Angst vor dem Boykott-Gespenst. SZ, 21. Juni 2015
  110. Gil Stern Hoffman : Israel's answer to the BDS movement – Gilad Erdan. Jerusalem Post, 25. Mai 2015
  111. Barak Ravid: Israeli Ministries Feud Over anti-BDS Warfare in U.K. Haaretz, 29. September 2016
  112. Israel prepares to fight boycott activists online. Ynet News, 18. Februar 2016.
  113. Jack Khoury: Israel Bars BDS Founder Omar Barghouti From Travel Abroad. Haaretz, 10. Mai 2016
  114. Peter Beaumont: Israel refuses visa to theologian over boycott and divestment activism. Guardian, 5. Dezember 2016
  115. Israel Arrests BDS Founder Omar Barghouti for Tax Evasion. Haaretz, 21. März 2017
  116. Israel passes law barring entry for supporters of boycott of Jewish state. Guardian, 6. März 2017
  117. ADL lehnt „Anti-BDS“-Gesetz Israels ab. Tachles, 9. März 2017
  118. Laurie Goodstein: New Israel Law Bars Foreign Critics From Entering the Country. New York Times, 7. März 2017
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  289. Yasmeen Abu-Laban, Abigail B. Bakan: Israel, Palestine, and the Politics of Race. Exploring Identity and Power in a Global Context. London/New York 2020, S. 225.
  290. Kenneth L. Marcus: The Definition of Anti-Semitism. Oxford 2015, S. 27-32 und 206–208
  291. Monika Schwarz-Friesel (Hrsg.): Gebildeter Antisemitismus. Eine Herausforderung für Politik und Zivilgesellschaft. Nomos, Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-1679-1, S. 31 (Vorwort) und S. 165–168
  292. Monika Schwarz-Friesel: Judenhass im Internet, Leipzig 2019, S. 78, S. 85 und Fn. 63
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  294. Martin Altmeyer: Antisemitismus von links. taz, 23. Januar 2009; Thomas Assheuer: Nahost-Konflikt: Verblendet. Die Zeit, 15. Januar 2009; Ira M. Sheskin, Ethan Felson: Is the Boycott, Divestment, and Sanctions Movement Tainted by Anti-Semitism? Geographical Review 106 (2), April 2016, S. 270–275; Karl Pfeifer: Die Israel-Boykott-Bewegung: Antisemitismus und gefälschte Zitate. HaGalil, 6. Dezember 2015.
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  296. Mitchell Bard: American Jews and the International Arena. In: Arnold Dashefsky, Ira M. Sheskin (Hrsg.): American Jewish Year Book 2016. The Annual Record of North American Jewish Communities. Wiesbaden 2017, S. 139 und S. 142.
  297. Bundestag will sich zur BDS-Kampagne positionieren. DLF, 17. Mai 2019.
  298. Elisabeth Zoll: Antisemitismusforscher Benz zu Israel-Kritik. Südwest Presse, 9. März 2019.
  299. Matthias Lohr: „Boykottiert den ESC!“ – Darum ist die BDS-Bewegung, die Israel isolieren will, antisemitisch. HNA, 17. Mai 2019.
  300. Julia Bernstein: Antisemitismus an Schulen in Deutschland. Befund – Analysen – Handlungsoptionen. Beltz Juventa, Weinheim 2020, S. 489.
  301. Jakob Baier: Antisemitismus in der BDS-Kampagne, Bundeszentrale für politische Bildung, 22. März 2021.
  302. Natascha Müller: „Antisemitismus im Menschenrechtskostüm: eine Fallanalyse der globalen Boykott-, Desinvestitionen- und Sanktionskampagne (BDS) gegen Israel.“ In: Institut für Zivilgesellschaft und Demokratie (Hrsg.): Wissen schafft Demokratie. Schwerpunkt Antisemitismus, Band 8. Jena 2020, S. 188
  303. Mary-Jo Nadeau, Alan Sears: The Palestine Test: Countering the Silencing Campaign. Studies in Political Economy Band 85, Nr. 1, 2010, ISSN 0707-8552, doi:10.1080/19187033.2010.11675033, S. 7–33
  304. Jannis Hagmann: Moshe Zimmermann über Israel-Kritik: „Nicht jeder Boykott ist antisemitisch“. taz, 10. Januar 2019
  305. The Jerusalem Declaration on Antisemitism
  306. Beispiele: Katharina Galor: Der Versuch einer neuen Definition. Zeit Online, 29. März 2021; Harry Nutt: „Jerusalemer Erklärung“: Faktenbasierte Aufmerksamkeit bei der Definition von Antisemitismus: Frankfurter Rundschau, 29. März 2021
  307. Beispiele: Matthias Küntzel: Nicht per se antisemitisch, aber irgendwie doch. Zur „Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus“. Audiatur-online.ch, 30. März 2021; Lars Rensmann, Julia Bernstein, Monika Schwarz-Friesel: »Jerusalemer Erklärung«: Faktisch falsche Prämissen. Jüdische Allgemeine, 8. April 2021