Jean-Luc Godard

französisch-schweizerischer Filmregisseur und Drehbuchautor, Oscarpreisträger

Jean-Luc Godard, gelegentlich verwendetes Pseudonym Hans Lucas (* 3. Dezember 1930 in Paris; † 13. September 2022 in Rolle, Schweiz[1]), war ein französisch-schweizerischer Regisseur und Drehbuchautor. Er wird von Kritikern zu den einflussreichsten Filmregisseuren der Filmgeschichte gerechnet[2] und prägte mit innovativen, sehr gesellschaftskritischen Filmen wie Außer Atem, Die Verachtung und Elf Uhr nachts insbesondere in den 1960er-Jahren nachhaltig das Kino. In dieser Zeit brach er als Teil der Nouvelle Vague mit zahlreichen bis dato selbstverständlichen technischen und inhaltlichen Konventionen des Kinos.[3] 2010 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, den er jedoch als Skeptiker gegenüber dem Hollywoodkino nicht persönlich entgegennahm.

Jean-Luc Godard in Berkeley, 1968Jean Luc Godard Signature.svg

LebenBearbeiten

Jean-Luc Godard entstammte großbürgerlichen Verhältnissen: Sein Vater, ein Schweizer, war Augenarzt und Inhaber einer Privatklinik im waadtländischen Nyon, seine Mutter kam aus einer reichen französisch-protestantischen Familie. Die Ehe der Eltern wurde 1948 geschieden; sechs Jahre später kam seine Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Godard wuchs mit drei Geschwistern in Nyon auf.[4] Er war ein Cousin des früheren peruanischen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski.[5] Die Großeltern kollaborierten während des Zweiten Weltkriegs mit dem Vichy-Regime.[6] Godard, der ursprünglich nur die französische Staatsbürgerschaft besaß, wurde 1953 Bürger von Gland im Kanton Waadt (anderen Angaben zufolge 1940[4]). Dazu sagte er: „Im Geiste bin ich sehr französisch, ich bin ja in Frankreich geboren. Und meinen Schweizer Pass habe ich gekauft, als ich 21 Jahre alt war. Das heisst, ich habe bezahlt dafür. Ich fühle mich nicht als Schweizer. Ich kenne mich auch überhaupt nicht aus in der Geschichte der Schweiz.“[7]

Godard besuchte zunächst die Schule in Nyon. Nach der Scheidung seiner Eltern übersiedelte er 1948 nach Paris, besuchte dort das Lycée Buffon.[8] Das Abitur bestand er im dritten Anlauf.[4] Im Jahr 1949 schrieb er sich an der Sorbonne zum Ethnologiestudium ein. Seine Freizeit verbrachte er in Filmkreisen und Kinos. Als er das Studium vernachlässigte, stellte sein Vater um 1950 die finanzielle Unterstützung des Sohnes ein. Daraufhin beging der junge Godard Ladendiebstähle und wurde ins Gefängnis eingesperrt. Später verdiente er seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. Eine 1950/51 unternommene Amerikareise machte ihn mit dem dortigen Kino vertraut, das er damals bewunderte.[4]

Godard war von 1961 bis 1965 mit der Schauspielerin Anna Karina (1940–2019) und von 1967 bis 1979 mit Anne Wiazemsky (1947–2017) verheiratet.[4] Beide spielten in mehreren seiner Filme. Ab circa 1974 lebte und arbeitete er mit der Schweizer Filmemacherin Anne-Marie Miéville zusammen.[4]

Nach einem schweren Motorradunfall im Jahr 1971 zog sich Godard in die Schweiz zurück.[4] Etwa ab 1980 lebte er in der Kleinstadt Rolle am Nordufer des Genfersees.[9]

Er starb im September 2022 im Alter von 91 Jahren in der Schweiz durch assistierten Suizid.[10]

WerkBearbeiten

FilmkritikerBearbeiten

In seiner Studienzeit kam Godard mit einem Pariser Filmclub in Kontakt und fand Zugang zu einer Gruppe, der auch François Truffaut, Jacques Rivette und Éric Rohmer angehörten. Als André Bazin 1951 die Filmzeitschrift Cahiers du cinéma gründete, gehörte Godard neben Rivette und Rohmer zu deren ersten Autoren, gelegentlich unter dem Pseudonym Hans Lucas. Im Jahr zuvor hatte er mit Rohmer und Rivette eine eigene Filmzeitschrift gegründet, die jedoch nach fünf Ausgaben eingestellt wurde. Er bezeichnete diese Phase seines Lebens als äußerst wichtig für sein späteres filmisches Schaffen. Wie Truffaut gehört er zu den Regisseuren der Nouvelle Vague, die ihre Filme mit konzeptionellen Schriften begleitet haben. Darin beruft er sich unter anderem auf die Regisseure Carl Theodor Dreyer und Friedrich Wilhelm Murnau sowie auf den Schriftsteller Fjodor Dostojewski. („Zwischen Schreiben und Drehen gibt es nur einen quantitativen, nicht einen qualitativen Unterschied.“[11])

KurzfilmeBearbeiten

Nach einem fehlgeschlagenen Versuch drehte er 1954 seinen ersten eigenen Film, Opération Béton, der über den Bau der Staumauer Grande Dixence in der Schweiz berichtete. Godard selbst arbeitete dort als Telefonist auf der Baustelle, um seine Finanzen aufzubessern.[12] Der Film wurde nachträglich von der Betreiberfirma des Staudamms gekauft. Kritiker bezeichneten ihn zwar als uninspiriert und oberflächlich, doch ermöglichte er dem jungen Drehbuchautor und Regisseur den Start seiner Karriere.[13] Zwischen 1955 und 1958 drehte er vier weitere Kurzfilme, von denen einige Vorgriffe auf seinen ersten Kinofilm, Außer Atem, enthielten. Zur selben Zeit arbeitete er als Filmeditor an Dokumentarfilmen, eine Arbeit, bei der er sich stark der Montage-Ästhetik des klassischen Spielfilms bediente.

Nouvelle VagueBearbeiten

Mit dem 1960 erschienenen Spielfilm Außer Atem (À bout de souffle) etablierte sich Godard als Spielfilmregisseur. Auch seinem Hauptdarsteller Jean-Paul Belmondo verhalf der Film zum Durchbruch. Während der Dreharbeiten, die vier Wochen dauerten, ging Godard häufig intuitiv vor und nahm sich auch tagelange Pausen. Der ganze Film ist mit einer Handkamera gedreht. Zudem wurde nur minimal beleuchtet, und Raoul Coutard, der Kameramann, verwendete Stilmittel, die für jene Zeit unkonventionell waren, etwa Jump Cuts, Achsensprünge und -verschiebungen. Godard selbst spielt in einer kleinen Nebenrolle einen Passanten.

Sein zweiter Film sorgte nicht nur künstlerisch, sondern vor allem politisch für Aufsehen. Der kleine Soldat (Le petit soldat) spiegelt die Brutalität wider, mit der die französische Armee die algerische Unabhängigkeitsbewegung bekämpfte. Der Film wurde von der Zensur verboten und durfte in Frankreich zwei Jahre lang nicht aufgeführt werden, da er die Jugend davon abhalten könne, in Algerien ihren Militärdienst zu leisten. Erst nachdem Godard alle Namen in den im Film verwendeten Radionachrichten sowie alle abgebildeten Zeitungsmeldungen gelöscht hatte, erhielt er die Freigabe für Frankreich.

Bis zum Ende der 1960er Jahre war Godard überaus produktiv, wobei Filme wie Weekend, La chinoise und Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß chronologisch schwer einzuordnen sind, da sie teilweise parallel gedreht wurden. Er entfernte sich in diesen Werken immer weiter vom realistischen Erzählkino (etwa im Stile François Truffauts) hin zu einem experimentellen Umgang mit Musik, Schrifttafeln und zum Beispiel Beiträgen zum Vietnamkrieg, der in fast allen Filmen dieser Zeit Erwähnung fand. Weekend beispielsweise enthält eine der längsten Kamerafahrten der Filmgeschichte, die viermal durch Schrifttafeln unterbrochen wird. Der Hauptdarsteller des Films kämpft sich rücksichtslos durch einen Stau auf einer Landstraße, an dessen Ende Godard ein Blutbad inszeniert. Der Film ist Godards Reflexion seiner Zeit; er zeigt Hippies, die sich als Kannibalen entpuppen, brennende Fiktionsfiguren (entlehnt von Lewis Carroll) und zwei Afroamerikaner, die Malcolm X zitierend den Untergang der Konsumgesellschaft prophezeien. Am Ende erscheint statt „Fin“ (Ende) der Schlusstitel „Fin du cinéma“ (Ende des Kinos), der den Betrachter mit dem Abbild einer Welt ohne Perspektive zurücklässt.

Radikale GesellschaftskritikBearbeiten

Auch später, besonders nach 1968, provozierte Godard in seinen Filmen immer wieder mit radikaler Gesellschaftskritik. Das Jahr ist kulturgeschichtlich gesehen von einschneidender Bedeutung, denn es kam zu den „événements de mai 68“, dem so genannten Pariser Mai, die Godard herausforderten. Nachdem er den Produzenten seines Films One plus One (auch: Sympathy for the Devil) geohrfeigt hatte, wurden seine Werke dem Kinopublikum nicht mehr über den Filmverleih zugänglich gemacht, was in beiderseitigem Einvernehmen geschah. Daher werden seine danach entstandenen Werke oft als die unsichtbaren Filme Godards bezeichnet. Gemeinsam mit dem sozialistischen Theoretiker und Althusser-Schüler Jean-Pierre Gorin gründete er die Groupe Dziga Vertov (benannt nach dem sowjetischen Filmemacher und Filmtheoretiker Dsiga Wertow), die dem kommerziellen Kino eine Absage erteilte und ihre Filme in den Dienst der Revolution stellte, insbesondere auch der „antizionistischen“ der Palästinenser.[14] Aus Sicht dieser Gruppe konnte man das imperialistische Kino jener Zeit nicht mit dessen eigenen Waffen bekämpfen. Und da seit D. W. Griffith keine revolutionären Filme mehr hergestellt worden seien, müsse man auch die Grammatik und die Formen der Darstellung neu erfinden.

In den Jahren 1972 und 1973 übernahm Godard die Firma Sonimage, die ihn von größeren Produktionsfirmen unabhängig machte und die Selbstverwaltung der Produktionsmittel ermöglichte. Sechs Jahre später kam es zu einem Vertrag zwischen Sonimage und dem unabhängig gewordenen Mosambik, der sich mit der Bitte an Godard gewandt hatte, für das Land eine Infrastruktur der bewegten Bilder zu schaffen. Der Neuanfang mit dieser Firma hatte mit den früheren provozierenden, ungezügelten Werken Godards wenig zu tun. Er arbeitete nun vorwiegend mit Videokameras und näherte sich einem dokumentarischen Stil.

SpätwerkBearbeiten

Godard beschäftigte sich unter anderem auch in einer Art Selbstreflexion mit seinen eigenen Werken, aber auch mit der Geschichte: Der Film Nouvelle Vague von 1990 thematisierte die gleichnamige Richtung in der Kinogeschichte. Sein bedeutendes Spätwerk, Histoire(s) du cinéma (1988–1998), besteht fast ausschließlich aus Fragmenten aus der Filmgeschichte und aus historischen Dokumentaraufnahmen. In seinem Film Deutschland Neu(n) Null machte er die Deutsche Wiedervereinigung zum Thema.

Godard war bis 2021 kontinuierlich filmisch tätig.[15] Seine avantgardistischen Werke hatten es in der zunehmend von kommerziellen Multiplex-Kinos geprägten Kinolandschaft jedoch schwer, gezeigt zu werden. Auf Filmfestivals waren jedoch regelmäßig neue Arbeiten von ihm zu sehen.

Godard und sein StilBearbeiten

 
Plakatwerbung für Eine Frau ist eine Frau (1962)

Godard war einer der führenden Vertreter der Nouvelle Vague und der Auteur-Theorie. Seine Filme gelten als richtungsweisend. Sie sind durch ihre freie und experimentelle Form gekennzeichnet. Er widersetzte sich von Anfang an dem Stil des klassischen Hollywood-Kinos, indem er beispielsweise Dialoge nicht auf die herkömmliche Weise („Schuss und Gegenschuss“) filmte, sondern mit Kamerabewegungen und -positionen experimentierte. Seine Filme sind oft collagenhafte Abbilder der Realität. Godard verwendete häufig den Jump-Cut und experimentierte damit – als erster Regisseur überhaupt – in Außer Atem. Diese „Verstöße“ gegen das bis dahin Übliche sind heute kaum mehr wahrnehmbar, da sie mittlerweile selbst in einfachen Fernsehinterviews genutzt werden. Er durchbrach zum Teil die Filmrealität, indem er einerseits die Aufnahmemechanismen des Mediums offenbarte, andererseits dokumentarische Aspekte einarbeitete. So ließ er beispielsweise seine Figuren um ein Interview herum zu Wort kommen, etwa in Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß, oder verweigerte durch Aneinanderreihen nicht zusammen gehörender Bilder eine Kontinuität, die in kommerziellen Filmen eine realistische Umgebung suggeriert. Die Handlung wird, vor allem in seinen frühen Filmen, häufig unterbrochen von zum Beispiel plötzlich auftretenden Musikeinlagen, so in Pierrot le Fou, oder von abrupten, nicht weiter erklärten Schießereien, etwa in Masculin – Feminin oder: Die Kinder von Marx und Coca-Cola, entsprechend seinem Faible für amerikanische Genre-Filme, wobei er diesen selten mehr als einige Grundsituationen entnahm. Sein erklärtes Ziel war es, die durch Gewöhnung als natürlich angesehene Wahrnehmung von Film aufzulösen, um eine Analyse der eigenen, subjektiven Betrachtungsweise in den Mittelpunkt zu stellen. Häufig verwendete er in seinen Filmen Schrift, um sie auf bildhafte Qualitäten hin zu untersuchen, etwa in Eine Frau ist eine Frau.

Er setzte sich in vielen seiner Filme mit der Frage auseinander, in welcher Beziehung Sprache und Bild zueinander stehen, und suggerierte damit einerseits, dass die Sprache zwar niemals akkurat eine bildliche Handlung wiedergeben könne, andererseits traute er der Poesie der Bilder nicht („Wir versuchen, immer weniger Bilder zu zeigen und mehr Töne zu machen“). Er versuchte mit Hilfe der Sprache Kontrolle über die Bilder zu gewinnen. Nach 1967 sprach Godard nicht mehr vom Film an sich, sondern nur noch von Bildern und Tönen. Interessant war für ihn auch die Frage, warum gerade jene Worte oder Bilder benutzt werden, die benutzt werden, und nicht irgendwelche andere. Er begab sich demnach auf die Suche nach den „richtigen“ Wörtern und Bildern und bot dem Zuschauer diesbezüglich in manchen seiner Filme mehrere Möglichkeiten an. Ständig stellte er die Wahrnehmung infrage und verwies auf ihren subjektiven, unsicheren Charakter. Er zeigte, wie begrenzt das sichere Wissen der Menschen über Gegenstände oder Personen jedweder Form ist. In Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß berief er sich auf Ludwig Wittgenstein. Dort ließ er seine Darstellerin sagen: „Die Grenzen der Sprache sind die Grenzen der Welt – meiner Sprache, meiner Welt.“

Das Kino Godards lässt sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen, denn gerade seine qualitativ unterschiedlichen, sich teilweise widersprechenden Haltungen machen sein Gesamtwerk schwer fassbar. Wie ein Wissenschaftler war Godard immer auf der Suche nach der Wahrheit, die seiner Meinung nach mit den klassischen Mitteln der Filmerzählung höchstens vorübergehender Natur sein kann. Er bezog die Experimentalanordnung seiner Filme mit in die Bewertung des Ergebnisses ein („Ich ziehe es vor, etwas zu suchen, was ich nicht kenne, statt etwas, was ich kenne, besser zu machen.“) Ähnlich wie für Friedrich Schlegel („Nur das Unvollendete kann begriffen werden“) waren für Godard neue Ziele wichtiger als der zurückgelegte Weg. Immer wieder stellte er sich die Frage, wie das Wissen über die Technik des Filmens zu erlangen sei und in welcher Weise diese Technik die Realität darstellen könne.

ZitateBearbeiten

  • „Photographie, das ist die Wahrheit. Und der Film ist die Wahrheit 24 Mal in der Sekunde.“ (aus Der kleine Soldat)
  • „Ich habe kein Visum für die USA und habe auch keine Lust, eines zu beantragen. Und ich will nicht so lange fliegen.“ (Im Jahr 2010 auf die Frage: „Zurück zum Oscar: Warum nehmen Sie nicht an der Verleihung teil?“)[16]

Filmografie als Regisseur (Auswahl)Bearbeiten

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

Filme in den Top 200 der TSPDT[19]
Platz Film
16 Außer Atem
40 Die Verachtung
63 Elf Uhr nachts
127 Die Geschichte der Nana S.
153 Geschichte(n) des Kinos

Jean-Vigo-Preis

  • 1960: Bester Film für Außer Atem

Internationale Filmfestspiele Berlin

Internationale Filmfestspiele von Venedig

  • 1967: Spezialpreis der Jury für Die Chinesin
  • 1982: Goldener Löwe – Ehrenpreis
  • 1983: Goldener Löwe für Vorname Carmen

Louis-Delluc-Preis

  • 1987: Bester Film für Schütze deine Rechte

César

  • 1987: Ehrenpreis
  • 1998: Ehrenpreis für die Histoire(s) du cinéma-Serie

National Society of Film Critics Award

  • 1991: Spezielle Erwähnung

Montréal World Film Festival

  • 1995: Grand Prix Special des Amériques

New York Film Critics Circle Award

  • 1995: Spezialpreis

Stadt Frankfurt am Main

Internationales Filmfestival von Locarno

  • 1995: Ehrenpreis

Stockholm International Film Festival

  • 2001: Preis für das Lebenswerk

Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián

Europäischer Filmpreis

Oscar

Internationale Filmfestspiele von Cannes

  • 2014: Preis der Jury für Adieu au langage (zu gleichen Teilen mit Xavier Dolan, der den Preis für Mommy erhielt)
  • 2018: Palme d’Or Spécial (erstmals verliehen) für Le livre d’image

Schweizer Filmpreis

SchriftenBearbeiten

  • Jean-Luc Godard: Liebe Arbeit Kino. Rette sich wer kann (das Leben). Merve Verlag, Berlin 1981, ISBN 978-3-88396-019-7.
  • Jean-Luc Godard: Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos (orig. Introduction à une véritable histoire du cinéma; aus dem Französischen übersetzt von Frieda Grafe und Enno Patalas). Carl Hanser Verlag, München Wien 1981. ISBN 3-446-13282-1.
  • Astrid Johanna Ofner (Hrsg.): Jean-Luc Godard: eine Textauswahl; Retrospektive der Viennale 1998 in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum, 1. bis 31. Oktober 1998. Viennale, Vienna International Film Festival, Wien 1998, ISBN 3-901770-04-6.
  • Jean-Luc Godard: Das Gesagte kommt vom Gesehenen. Drei Gespräche 2000/01, Gachnang & Springer, Bern/Berlin 2002, ISBN 978-3-906127-63-7.
  • Jean-Luc Godard (zusammen mit Youssef Ishaghpour): Archäologie des Kinos – Gedächtnis des Jahrhunderts. diaphanes, Zürich/Berlin 2008, ISBN 978-3-03734-026-4.
  • Jean-Luc Godard: Film Socialisme. Dialoge mit Autorengesichtern. Diaphanes, Zürich 2011, ISBN 978-3-03734-159-9.
  • Jean-Luc Godard: JLG/JLG Selbstporträt im Dezember (orig. JLG/JLG Phrases; aus dem Französischen übersetzt von Thomas Laugstien). Diaphanes, Zürich-Berlin 2014, ISBN 978-3-03734-330-2.

LiteraturBearbeiten

Übersichten und EinführungenBearbeiten

  • Peter W. Jansen, Wolfram Schütte (Herausgeber): Jean-Luc Godard. Reihe Film 19, Hanser, München/Wien 1979, ISBN 3-446-12696-1, mit Beiträgen von François Albera, Yaak Karsunke, Wilfried Reichart u. a.
  • Bernd Kiefer: [Artikel] Jean-Luc Godard. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2008 [1. Aufl.1999], ISBN 978-3-15-010662-4, S. 277–286 [mit Literaturhinweisen].
  • Bert Rebhandl: Jean-Luc Godard: Der permanente Revolutionär. Biografie, Paul-Zsolnay-Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-552-07209-1
  • Andreas Hamburger, Gerhard Schneider, Peter Bär, Timo Storck, Karin Nitzschmann (Hrsg.): Jean-Luc Godard. Denkende Bilder. Psychosozial-Verlag, Gießen 2020, ISBN 978-3-8379-3011-5.

Studien zu EinzelaspektenBearbeiten

  • Emilie Bickerton: Eine kurze Geschichte der Cahiers du cinéma. Diaphanes, Zürich 2010, ISBN 978-3-03734-126-1.
  • Elisabeth Büttner: Projektion. Montage. Politik. Die Praxis der Ideen von Jean-Luc Godard (Ici et ailleurs) und Gilles Deleuze (Cinéma 2, L’image-temps). Synema, Wien 1999, ISBN 3-901644-04-0.
  • Anne Marie Freybourg: Film und Autor: eine Analyse des Autorenkinos von Jean-Luc Godard und Rainer Werner Fassbinder. Hamburg 1993. Zugl. Diss. phil. Universität Hamburg
  • Thomas Gagalick: Kontinuität und Diskontinuität im Film – Die frühen Filme Jean-Luc Godards. MAKS Publikationen, Münster 1988, ISBN 3-88811-534-5.
  • Frieda Grafe: Die Klippschule der Nation – Godards Videoarbeiten fürs Fernsehen. Erstveröffentlichung in: Süddeutsche Zeitung vom 26./27. Januar 1980; in: Schriften, 3. Band. Verlag Brinkmann & Bose, Berlin 2003, ISBN 3-922660-82-7, S. 98–105. – Im selben Band, S. 148–160: Wessen Geschichte – Jean-Luc Godard zwischen den Medien. Erstveröffentlichung in: documenta documents 2. Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 1996. – Sowie, S. 165–167: Kleiner Godard ganz groß – Lobrede zum 70. Geburtstag. Erstveröffentlichung in: Süddeutsche Zeitung vom 2./3. Dezember 2000.
  • Joachim Paech: Passion oder die Einbildungen des Jean-Luc Godard. Deutsches Filmmuseum, Frankfurt am Main 1989.
  • Volker Pantenburg: Film als Theorie: Bildforschung bei Harun Farocki und Jean-Luc Godard. Transcript, Bielefeld 2006, ISBN 3-89942-440-9.
  • Caroline Prassel: Die Gestaltung des künstlerischen Kaleidoskops: zur Filmästhetik von Jean-Luc Godard. Dissertation, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-8267-2323-6.
  • Harald Schleicher: Film-Reflexionen: autothematische Filme von Wim Wenders, Jean-Luc Godard und Federico Fellini. Niemeyer, Tübingen 1991, ISBN 3-484-34032-0.
  • Klaus Theweleit: One + One. Rede für Jean-Luc Godard. Brinkmann & Bose, Berlin 1995.
  • Klaus Theweleit: Deutschlandfilme. Godard. Hitchcock. Pasolini. Filmdenken & Gewalt. Stroemfeld, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-87877-827-9.
  • Ursula Vossen: Deutschland gesehen von …, Alemania desde la perspectiva de … Roberto Rossellini, Alain Resnais, Jean-Luc Godard. Drei europäische Filmregisseure und ihr Blick von außen auf die deutsche Wirklichkeit. Goethe-Institut, München 2000.
  • Tanja Zimmermann: Ein Kriegsfoto aus Bosnien. Beglaubigungen und Verweigerungen durch Ron Haviv, Susan Sontag und Jean-Luc Godard. In: Zwischen Apokalypse und Alltag. Kriegsnarrative des 20. und 21. Jahrhunderts. Hgg. Natalia Borissova, Susi K. Frank, Andreas Kraft. Transkript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1045-1, S. 237–262.

Filme über GodardBearbeiten

  • Godard trifft Truffaut (Originaltitel: Deux de la Vague). Drehbuch: Antoine de Baecque, Regie: Emmanuel Laurent. Frankreich 2010.
  • Godard mon amour (Originaltitel: Le redoutable). Drehbuch und Regie: Michel Hazanavicius. Frankreich 2017. Mit Louis Garrel als Godard.

WeblinksBearbeiten

Commons: Jean-Luc Godard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dave Kehr, Jonathan Kandell: Jean-Luc Godard, Daring Director Who Shaped the French New Wave, Dies at 91. In: The New York Times. 13. September 2022, abgerufen am 13. September 2022 (englisch).
  2. BFI | Sight & Sound | Top Ten Poll 2002 – The Critics' Top Ten Directors. 23. Juni 2011, abgerufen am 2. Dezember 2020.
  3. Jean-Luc Godard: a beginner's guide. 2. Dezember 2015, abgerufen am 2. Dezember 2020 (englisch).
  4. a b c d e f g Jean-Luc Godard, Internationales Biographisches Archiv 13/2015 vom 24. März 2015, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 05/2022, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 13. September 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)
  5. Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski: Neoliberaler Schöngeist mit deutschen Wurzeln, Badische Zeitung, 10. Juni 2016
  6. Tobias Kniebe: Lebe gefahrvoll bis zum Schluss – der Filmemacher Jean-Luc Godard wird achtzig, in Süddeutsche Zeitung vom 3. Dezember 2010
  7. «Das Kino ist heute wie eine ägyptische Mumie». In: Tages-Anzeiger, 30. November 2010, S. 32.
  8. Lycée Buffon
  9. Lars-Olav Beier, Vollkommen einsam, in: Der Spiegel, Nr. 22/2014, S. 122f. (PDF)
  10. Jean-Luc Godard a eu recours au suicide assisté: «Il n’était pas malade, il était simplement épuisé», liberation.fr, veröffentlicht und abgerufen am 13. September 2022.
  11. Godard, in einem Interview im Dezember 1962: „ Ecrire, c’était déjà faire du cinéma, car, entre écrire et tourner, il y a une différence quantitative, non qualitative.“ (Cahiers du cinéma, No. 138.)
  12. Filmpodium: Opération «Béton». Abgerufen am 4. Januar 2022.
  13. Sabine von Fischer: Godard verglich den Staudamm von Grande-Dixence noch mit dem Eiffelturm. Später ging das Image des Betons bachab. NZZ, 11. Januar 2022, abgerufen am 11. Januar 2022.
  14. siehe hierzu ein Godard-Interview für das ZDF (ca. 1969), in dem Godard ein A5-Emblem mit einem ineinander verschrenkten Hakenkreuz und Davidstern, mit der Unterschrift NAZISRAEL in der Hand, erst sich vor das Gesicht und dann in die Kamera hält und sich für das Interview einen Scheck der deutschen TV-Anstalt ausstellen lässt, „die von den Zionisten subventioniert wird“: Godard und die Groupe Dziga Vertov -- Interview
  15. Bernd Sobolla: Zum Tod von Jean-Luc Godard – Meister des filmischen Experiments, deutschlandfunkkultur.de, veröffentlicht und abgerufen am 13. September 2022.
  16. «Ich werde nicht gern mit Picasso verglichen – er malte zu viele Teller» – Jean-Luc Godard wird nächste Woche in Hollywood mit einem Ehren-Oscar fürs Lebenswerk geehrt., NZZ, 7. November 2010
  17. Éloge de l’amour. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 20. Februar 2021.
  18. Auf die Liebe (Release-Infos), in: IMDb, abgerufen am 20. Feb. 2021
  19. TSPDT – 1,000 Greatest Films (Full List). Abgerufen am 19. Mai 2021 (englisch).
  20. Godard boykottiert Preisverleihung. Spiegel Online, 30. November 2007
  21. «Der Kreis» ist bester Spielfilm des Jahres NZZ Online, Nachricht vom 13. März 2015