Illzach

französische Gemeinde

Illzach (elsässisch Illzig) ist eine französische Stadt im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Mulhouse und zum Kanton Mulhouse-3. Mit 14.691 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) ist Illzach die fünftgrößte Stadt des Départements Haut-Rhin.

Illzach
Wappen von Illzach
Illzach (Frankreich)
Illzach
Region Grand Est
Département Haut-Rhin
Arrondissement Mulhouse
Kanton Mulhouse-3
Gemeindeverband Mulhouse Alsace Agglomération
Koordinaten 47° 47′ N, 7° 21′ OKoordinaten: 47° 47′ N, 7° 21′ O
Höhe 228–237 m
Fläche 7,50 km2
Einwohner 14.691 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 1.959 Einw./km2
Postleitzahl 68110
INSEE-Code
Website www.ville-illzach.fr

Rathaus Illzach

GeografieBearbeiten

Illzach liegt an der Ill, grenzt in seinem Süden an Mülhausen und ist damit Teil des Ballungsraumes Mülhausen. Der Südosten des Gemeindegebietes, das bis an den Rhein-Rhône-Kanal heranreicht, ist durch Gewerbegebiete geprägt. Durch das Stadtgebiet führt die Autoroute A36.

Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn von Norden): Wittenheim, Sausheim, Rixheim, Riedisheim, die Stadt Mülhausen und Kingersheim.

GeschichteBearbeiten

Schon im 4. Jahrtausend v. Chr. war die Gegend des heutigen Illzach von Bauern besiedelt, die aus dem Donauraum zugewandert waren. Die Besiedlung dauerte während der gesamten Bronze- und Eisenzeit (3000–450 v. Chr.) an.

In gallo-römischer Zeit trug Illzach den Namen Uruncis. Seine Lage an der Kreuzung wichtiger römischer Straßen ermöglichte eine günstige Entwicklung; aber sie führte auch dazu, dass der Ort immer wieder zerstört und wieder aufgebaut wurde. Mitte des vierten Jahrhunderts n. Chr. war der Ort befestigt.

Im 11. oder 12. Jahrhundert wurde eine Burg errichtet. Sie wurde von den Herren von Illzach bewohnt, deren Familie im 15. Jahrhundert ausgestorben ist.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gehörten Illzach und Modenheim den Grafen von Württemberg. Die Brüder Ulrich und Ludwig von Württemberg verkauften 1437 Illzach und Modenheim für 3020 Gulden an die Stadt Mulhouse.

Der Ort wurde oftmals verwüstet: von den Soldaten der Armagnacs, der Österreicher, der Lothringer, der Schweden, der Spanier und auch durch Feuersbrünste. Durch Pest und Hungernot sank die Zahl der Bewohner. Im Jahre 1750 ist eine selbständige Gemeinde Illzach bezeugt.

Im Jahr 1914 war Illzach eines der ersten Angriffsziele der deutschen Armee gegen die Franzosen. Die Stadt wurde am 17. November 1918 befreit. Am 18. Mai 1940 zogen deutsche Truppen erneut in Illzach ein. Im November 1944 befreiten französische Truppen Mulhouse und Modenheim, aber die Deutschen zogen sich nach Illzach zurück und leisteten dort letzten Widerstand. Die Folge: Bombardierung und Evakuierung der Bevölkerung. Am 20. Januar 1945 wurde die Stadt dann aber endgültig befreit. Doch viele Häuser waren zerstört, unter anderem das Rathaus, die Schule und die beiden Kirchen. Die Nachkriegszeit war dem Wiederaufbau gewidmet, der 1955 mit dem Neubau des Rathauses zu einem Abschluss kam.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2016
Einwohner 6.688 10.575 14.988 15.396 15.485 14.947 14.889 14.545

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Kirche Saint-Jean-Baptiste, 1936 errichtet
  • Protestantische Kirche (EPRAL) aus dem 17./18. Jahrhundert, 1886 restauriert
  • Kirche Saint-Bernard im Stadtteil Modenheim aus dem Jahr 1962

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 649–650.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Illzach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien