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Ungersheim ist eine französische Gemeinde mit 2259 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Kanton Wittenheim im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).

Ungersheim
Wappen von Ungersheim
Ungersheim (Frankreich)
Ungersheim
Region Grand Est
Département Haut-Rhin
Arrondissement Mulhouse
Kanton Wittenheim
Gemeindeverband Mulhouse Alsace Agglomération
Koordinaten 47° 53′ N, 7° 18′ OKoordinaten: 47° 53′ N, 7° 18′ O
Höhe 212–241 m
Fläche 13,51 km2
Einwohner 2.259 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 167 Einw./km2
Postleitzahl 68190
INSEE-Code
Website www.mairie-ungersheim.fr

Mairie

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Der Ort liegt zwischen Ensisheim und Raedersheim, acht Kilometer südöstlich von Guebwiller.

GeschichteBearbeiten

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Ungersheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Gebweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Im Jahr 1904 wurden im südlichen Elsass bei Erkundungsbohrungen nach Erdöl in etwa 600 Meter Tiefe umfangreiche Kalivorkommen entdeckt. Nachdem im Grenzgebiet zwischen Pulversheim und Ungersheim die erste Grube Rudolph 1" (Rodolphe 1) 1913 in Betrieb genommen wurde, begann 1928 auch die Grube Rudolph II (Rodolphe 2) die Förderarbeit und es wurde auf der Straße in Richtung Bollwiller die Arbeitersiedlung Cité Alex errichtet. Im Jahr 1950 wurden in den zwei Rudolph-Minen ca. 1600 Arbeiter beschäftigt. Nach 1976 wird der Kaliabbau jedoch nach und nach eingeschränkt, ab 1980 werden die Gruben stillgelegt. 1987 wird das Areal an das ebenfalls dort sich befindliche Freilichtmuseum Écomusée d’Alsace abgegeben, das eine Rekonstruktion als historische Kaliminenstätte in Angriff nimmt, was ab 1994 durch die Groupe Rodolphe fortgesetzt wird.[1][2]

2011 hat sich Ungersheim der Transition-Town-Bewegung angeschlossen, initiiert vom Briten Rob Hopkins. Die europaweit aktive Bewegung will in teilnehmenden Städten ein nachhaltiges Wirtschaftssystem aufbauen.

Das Elsass-Dorf will sich selbst versorgen und hat sogar schon ein eigenes Solarkraftwerk. Seit 2013 gibt es in Ungersheim den "Radis" (Rettich), eine eigene lokale Währung. Das soll für die Bewohner Anreize schaffen, ihr Geld vor Ort ausgeben. Es gibt eine Pferdekutsche, die jeden Morgen die Kinder zur Schule fährt. Die Turnhalle wird mit Holz beheizt, und ein Trägerverein hat die Bewirtschaftung des ortsansässigen Biohofs übernommen, der nicht nur die eigene Schulkantine beliefert, sondern auch biologisch wertvolle Mahlzeiten in den Schulen umliegender Dörfer verteilt.[3][4]

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung von Ungersheim
1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
817[5] 1.065 1.113 1.280 1.430 1.457 1.633 1.947

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Von Juni 2006 bis September 2012 gab es bei Ungersheim den Freizeit- und Themenpark Bioscope.
  • Am 12. Juli 2014 eröffnete bei Ungersheim auf dem Gelände des Freizeitparks Bioscope offiziell der Luft- und Wasser-Themenpark Le Parc du Petit Prince („Der Park des kleinen Prinzen“). Dort gibt es rund 30 Attraktionen, darunter Labyrinthe, einen Flugsimulator, drei Kinos und eine Schmetterlingsfarm.[6][7]
  • Ungersheim ist auch der Standort des Écomusée d’Alsace, einem Freilichtpark mit über siebzig Häusern, die den herkömmlichen Baustil im Sundgau und im übrigen Südelsass präsentieren. In diesem Museumsdorf erfährt der Besucher auch Näheres über traditionelle Berufe, Haustierrassen und die lokale Lebensweise.
  • Das alte Kalibergwerk Mine Rodolphe neben dem Écomusée, zu besichtigen jährlich im Rahmen der französischen Tage des offenen Denkmals (Journées du Patrimoine) im September.
  • Kirche Saint-Michel
  • Siloturm des EAGFL

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ungersheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Le carreau Rodolphe: son histoire, online auf: carreau-rodolphe.com/...
  2. Jürg-Peter Lienhard: Besuch im salzigen Hades, in: webjournal.ch, 8. September 2005, online auf: webjournal.ch/...
  3. Autarkie: Ein Dorf steht auf eigenen Beinen, suedkurier.de, abgerufen am 24. April 2019
  4. Aus eigener Kraft: Ungersheim im Elsass entwickelt sich zum autarken Dorf , trendsderzukunft.de, abgerufen am 24. April 2019
  5. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Gebweiler
  6. "Parc du Petit Prince" in Ungersheim: Der kleine Prinz im Elsass. Badische Zeitung, abgerufen am 5. Juli 2014.
  7. Frankreich: Themenpark zum Kleinen Prinzen im Elsass. Spiegel Online, 3. Juli 2014, abgerufen am 5. Juli 2014.