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Matthias Lukas[1] Ginter (* 19. Januar 1994 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Fußballspieler. Als Profi spielte er beim SC Freiburg und bei Borussia Dortmund und steht seit 2017 bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. 2014 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister, blieb beim Turnier jedoch ohne Einsatz. Er war Teil der jeweiligen Mannschaften, die beim Fußballturnier der Olympischen Spiele 2016 die Silbermedaille errang und den Konföderationen-Pokal 2017 gewann. Er ist auf verschiedenen Defensivpositionen einsetzbar, spielt aber meist als Innenverteidiger.

Matthias Ginter
2019-06-11 Fußball, Männer, Länderspiel, Deutschland-Estland StP 2070 LR10 by Stepro.jpg
Aufnahme aus dem Jahr 2019
Personalia
Name Matthias Lukas Ginter
Geburtstag 19. Januar 1994
Geburtsort Freiburg im BreisgauDeutschland
Größe 190 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1998–2005 SC March
2005–2012 SC Freiburg
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2012–2014 SC Freiburg 70 (2)
2014–2017 Borussia Dortmund 67 (3)
2015 Borussia Dortmund II 2 (0)
2017– Borussia M'gladbach 61 (7)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2011–2012 Deutschland U18 6 (0)
2012–2013 Deutschland U19 5 (1)
2013–2017 Deutschland U21 18 (1)
2016 Deutschland Olympiaauswahl 5 (2)
2014– Deutschland 26 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: Saisonende 2018/19

2 Stand: 11. Juni 2019

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

VereineBearbeiten

JugendBearbeiten

Ginter begann im Alter von vier Jahren beim SC March mit dem Fußballspielen, einem kleinen Verein im Breisgau vor den Toren Freiburgs. Als Elfjähriger wechselte er zur Saison 2005/06 in das Nachwuchsleistungszentrum des SC Freiburg und spielte zunächst für die D-Jugend der Breisgauer.[2] Im September 2009, als er mit 15 Jahren zu ersten Einsätzen für die U17 in der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest gekommen war, fiel er mit einem Schien- und Wadenbeinbruch mehrere Monate aus.[3] Im Sommer 2010 rückte er in die von Christian Streich trainierte A-Jugend auf, sicherte sich dort direkt einen Stammplatz und gewann mit der Mannschaft 2011 den DFB-Junioren-Vereinspokal. Streich wurde nach diesem Erfolg Co-Trainer der Profimannschaft unter Marcus Sorg, der jedoch bereits nach einem halben Jahr aufgrund von Erfolglosigkeit beurlaubt wurde. Streich wurde dessen Nachfolger und holte direkt nach Beginn seiner Tätigkeit im Januar 2012 Ginter zu den Profis, mit denen er die Wintervorbereitung absolvierte.[4]

Profi beim SC FreiburgBearbeiten

Schon am folgenden Bundesliga-Spieltag kam Ginter, gerade 18 Jahre alt geworden, zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Profis. Er wurde in der 70. Minute eingewechselt und erzielte kurz vor Spielende den 1:0-Siegtreffer gegen den FC Augsburg. Zwei Tage später unterschrieb er beim SC Freiburg seinen ersten Profivertrag.[5] Im Laufe der Rückrunde erarbeitete er sich einen Stammplatz neben Fallou Diagne in der Innenverteidigung. Mit den Profis erreichte Ginter den Klassenerhalt in der Bundesliga. Parallel dazu bestritt er noch einzelne Spiele für die A-Jugend und gewann mit dieser wie im Vorjahr den DFB-Junioren-Vereinspokal.[6] Sein Vertrag lief bis Sommer 2017.[7] Auch in der Folgesaison hatte der junge Ginter einen Stammplatz bei den Profis, meist in der Innenverteidigung, und musste nur aufgrund einer Wirbelverletzung eine Weile pausieren.[8] Mit der Mannschaft und Trainer Streich erreichte er den fünften Platz in der Bundesliga und somit war der Verein für die UEFA Europa League qualifiziert. Im DFB-Pokal erreichte Ginter mit dem SC Freiburg das Halbfinale.

Auch in der Saison 2013/14 war Ginter Stammspieler und in der Europa-League kam er zu seinen ersten Europapokaleinsätzen. Hier scheiterte Freiburg jedoch bereits in der Vorrunde und auch in der Bundesliga spielte die Mannschaft lange gegen den Abstieg, nachdem vor der Saison mehrere Spieler zu finanzstärkeren Vereinen gewechselt waren. Nach Saisonende ging dann auch Ginter diesen Weg.

Borussia DortmundBearbeiten

Im Juli 2014 wechselte Ginter zu Borussia Dortmund; er unterschrieb einen bis 30. Juni 2019 laufenden Vertrag und erhielt die Trikotnummer 28.[9] Vor Beginn der Bundesligasaison 2014/15 gewann er mit Borussia Dortmund den DFL-Supercup. Ginters erste Saison in Dortmund war geprägt durch viele Spiele auf der Ersatzbank und wenige Spiele in der Startelf und zweimal kam er gar für die Amateurmannschaft der Borussia in der 3. Liga zum Einsatz. Auch beim DFB-Pokal-Endspiel, das der BVB gegen den VfL Wolfsburg verlor, war er nur Zuschauer. Im zweiten Jahr kam er auf mehr Einsätze, konnte sich aber kaum als Stammspieler betrachten. Auch beim DFB-Pokal-Endspiel gegen den FC Bayern München, das im Elfmeterschießen verloren wurde, kam er nur als Einwechselspieler zum Zug. Sein drittes Jahr in Dortmund verlief für ihn deutlich erfreulicher, er stand bei den insgesamt 51 Pflichtspielen des BVB 35-mal in der Startformation, so auch im Mai 2017 beim 2:1-Finalsieg gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal. Damit gewann er seinen ersten großen Vereinstitel als Fußballprofi.

Borussia MönchengladbachBearbeiten

Anfang Juli 2017 wechselte Ginter zu Borussia Mönchengladbach.[10][11] Sein Vertrag läuft bis 2021.

NationalmannschaftBearbeiten

Ginter spielte sechsmal für die U18-Auswahl und fünfmal für die U19. Er nahm mit der U21-Nationalmannschaft an der U21-Europameisterschaft 2013 teil und schied mit der Mannschaft nach der Gruppenphase aus; bei der U21-EM 2015 erreichte er mit dem Team das Halbfinale. Insgesamt absolvierte er 18 Spiele für die U21.

Sein Debüt für die A-Nationalmannschaft gab Ginter am 5. März 2014 beim 1:0-Testspielsieg in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena gegen Chile. Er wurde in der 89. Minute für Mesut Özil eingewechselt. In der bis dahin 106-jährigen Geschichte der deutschen Fußballnationalmannschaft war Ginter der 900. eingesetzte Spieler.[12] Im folgenden Testspiel am 13. Mai in Hamburg gegen Polen stand er erstmals in der Startelf und spielte volle 90 Minuten durch. Das Spiel endete 0:0.

Er stand als jüngster Spieler im Kader des DFB für die Weltmeisterschaft 2014. Mit der deutschen Mannschaft wurde er bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien Weltmeister, wobei er – ebenso wie seine späteren Dortmunder Vereinskollegen Kevin Großkreutz und Erik Durm – ohne Einsatz blieb. Ginter ist somit der bis dahin jüngste deutsche Weltmeister mit 20 Jahren und 176 Tagen am Finaltag.

Im Sommer 2016 wurde Ginter von Joachim Löw nicht für die Europameisterschaft in Frankreich nominiert. Stattdessen berief ihn Horst Hrubesch, der die Olympiaauswahl betreute, in den Kader für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.[13] Mit Ausnahme eines Vorrundenspiels bestritt er dort alle Spiele und erzielte zwei Tore. Das Endspiel wurde gegen Gastgeber Brasilien im Elfmeterschießen verloren, bei dem Ginter den ersten Elfmeter verwandelte.

Ginter stand im Kader der deutschen Nationalmannschaft für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 in Russland,[14] den er mit der Mannschaft gewann. Mit Ausnahme des ersten Gruppenspiels stand er in jedem Spiel von Beginn an auf dem Platz, auch im Finale gegen Chile, das mit 1:0 gewonnen wurde. Bei diesem Turnier waren er, Shkodran Mustafi und Kapitän Julian Draxler die einzigen Weltmeister von 2014 im deutschen Aufgebot.

Bundestrainer Löw berief Ginter in den Kader für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Deutschland belegte in seiner Vorrundengruppe lediglich den letzten Platz und schied damit erstmals bereits nach der Vorrunde einer Weltmeisterschaft aus. Ginter kam bei keinem der drei Gruppenspiele zum Einsatz.

SpielweiseBearbeiten

In der Jugend wurde Ginter meist als offensiver oder defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt. Nach seinem Sprung in den Profikader des SC Freiburg zu Beginn des Jahres 2012 wurde er daher zunächst im defensiven Mittelfeld eingeplant. Durch den Ausfall von vier Innenverteidigern wurde er ins Abwehrzentrum versetzt und etablierte sich auf dieser Position in der Bundesliga.

ErfolgeBearbeiten

Nationalmannschaft

SC Freiburg

Borussia Dortmund

AuszeichnungenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Parallel zu seiner ersten Bundesliga-Saison legte Ginter in Freiburg das Abitur ab.[15]

Er erlebte die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris und den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund 2017.[16] Ginters achtes Länderspiel war das Testspiel am 13. November 2015 gegen Frankreich in Paris, während vor dem Stadion und in der Innenstadt die Terroranschläge verübt wurden. Die Spieler verbrachten die Nacht aus Sicherheitsgründen im Stadion. Als Spieler von Borussia Dortmund erlebte Ginter selbst einen Anschlag, als ein Mann vor dem Champions League-Spiel gegen den AS Monaco am voll besetzten Mannschaftsbus von Borussia Dortmund einen Sprengsatz zündete, wovon er sich einen Wertverlust der Vereinsaktien erhoffte. Ginter selbst blieb unverletzt; nur Ginters Mitspieler Marc Bartra wurde am Arm verletzt. 2018 sagte Ginter als einer von drei Spielern neben Bartra und Roman Weidenfeller vor Gericht aus.

Matthias Ginter heiratete im Mai 2018.[17] Er hat einen älteren Bruder, dem aufgrund von Verletzungen eine Karriere als Profifußballer versagt blieb.[15]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Matthias Ginter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Offizielle Kaderlisten der Fußball-WM 2014. FIFA, 10. Juni 2014, abgerufen am 12. Juni 2014.
  2. Daniel Weber: Heimspiel: Matthias Ginter. (Nicht mehr online verfügbar.) chilli Freiburg GmbH, 23. August 2012, archiviert vom Original am 8. Januar 2014; abgerufen am 11. Juli 2019.
  3. Leistungsdaten der Saison 2009/10, transfermarkt.de, abgerufen am 11. Juli 2019
  4. René Kübler: Doppelt gefordert. Badischer Verlag GmbH & Co. KG, 11. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2014.
  5. Profi-Verträge für vier Fußballschüler. scfreiburg.com, 23. Januar 2012, abgerufen am 8. Januar 2014.
  6. U19 verteidigt den DFB-Pokaltitel. scfreiburg.com, abgerufen am 8. Januar 2014.
  7. Ginter: „Wenn ich wechsle, dann zum BVB“. badische-zeitung.de, 11. Juni 2014, abgerufen am 23. Juni 2014.
  8. Leistungsdaten der Saison 2012/13, transfermarkt.de, abgerufen am 11. Juli 2019
  9. Borussia Dortmund verpflichtet Matthias Ginter BVB.de, abgerufen am 17. Juli 2014
  10. Meldung auf der Website des BVB, abgerufen am 4. Juli 2017
  11. Borussia verpflichtet Matthias Ginter auf borussia.de
  12. Matthias Ginter der 900. Nationalspieler. 6. März 2014, abgerufen am 6. März 2014.
  13. Die Olympia-Kader stehen fest. DFB, 15. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.
  14. Das ist der deutsche Kader für den Confed Cup 2017. TZ.de, 19. Juni 2017, abgerufen am 19. Juni 2017.
  15. a b Matthias Ginter. In: Internationales Sportarchiv. Ausgabe 03/2016 vom 19. Januar 2016, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 10/2018. Abgerufen via Munzinger Online
  16. Louis Lewitan: Matthias Ginter: „Wir hatten Glück im Unglück“. In: Die Zeit. 29. Juni 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de).
  17. Nächster Weltmeister heiratet seine schöne Spielerfrau. 21. Mai 2018, abgerufen am 24. Mai 2018.