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Marko Marin (* 13. März 1989 in Bosanska Gradiška, SFR Jugoslawien, heute Bosnien und Herzegowina) ist ein deutscher Fußballspieler. Seit der Saison 2018/19 spielt er für FK Roter Stern Belgrad.

Marko Marin
Marko Marin (Sevilla) (cropped).jpg
im Trikot des FC Sevilla (2013)
Personalia
Geburtstag 13. März 1989
Geburtsort Bosanska GradiškaSFR Jugoslawien
Größe 170 cm
Position offensives Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
0000–1996 SG 01 Hoechst
1996–2005 Eintracht Frankfurt
2005–2006 Borussia Mönchengladbach
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2006–2007 Borussia Mönchengladbach II 16 0(3)
2007–2009 Borussia Mönchengladbach 68 0(8)
2009–2012 Werder Bremen 87 0(8)
2012–2016 FC Chelsea 6 0(1)
2013–2014 → FC Sevilla (Leihe) 18 0(0)
2014–2015 → AC Florenz (Leihe) 0 0(0)
2015 → RSC Anderlecht (Leihe) 6 0(0)
2015–2016 → Trabzonspor (Leihe) 24 0(3)
2016–2018 Olympiakos Piräus 37 (11)
2018– FK Roter Stern Belgrad 23 0(6)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2004–2005 Deutschland U-16 9 0(0)
2005–2006 Deutschland U-17 16 0(5)
2006–2007 Deutschland U-18 4 0(2)
2007–2009 Deutschland U-21 12 0(1)
2008–2010 Deutschland 16 0(1)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 16. September 2019

LebenBearbeiten

Als Marko Marin zwei Jahre alt war, wanderten seine serbischstämmigen[1][2] Eltern nach Deutschland aus. Sein Vater Ranko spielte früher selbst Fußball und war als Talentscout bei Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen tätig.[3]

Marin wuchs in Frankfurt-Unterliederbach auf. Er besuchte zunächst das Leibniz-Gymnasium in Frankfurt-Höchst und später das Gymnasium Am Geroweiher in Mönchengladbach, an dem er seine schulische Ausbildung 2007 mit dem Fachabitur abschloss.[3]

VereinskarriereBearbeiten

JugendBearbeiten

Marko Marin begann bei der SG 01 Hoechst mit dem Fußballspielen und gelangte anschließend in die Jugendabteilung von Eintracht Frankfurt, die er zum 1. Juli 2005 verließ, um sich der Jugendabteilung von Borussia Mönchengladbach anzuschließen. Nach einem Jahr rückte er in die zweite Mannschaft auf und entwickelte sich schnell zu einem Leistungsträger.

ProfiBearbeiten

Borussia MönchengladbachBearbeiten

 
Marin im Training bei der Borussia (2007)

Da eine Krankheit ihn darin hinderte, die Profis ins Sommer-Trainingslager zu begleiten, trainierte er nach der Winterpause sporadisch bei den Profis mit. Für das Spiel am 31. März 2007 (27. Spieltag) gegen Eintracht Frankfurt wurde er von Trainer Jos Luhukay erstmals in den Bundesliga-Kader berufen. In diesem Spiel wurde er in der 63. Minute für Marvin Compper eingewechselt und trug mit seiner Freistoßvorlage zum 1:1-Endergebnis durch Federico Insúa in der 89. Minute bei.

Am 13. Juni 2007 schloss Marin einen bis zum 30. Juni 2010 gültigen Profivertrag mit Borussia Mönchengladbach. Ab diesem Zeitpunkt war er fester Bestandteil des Gladbacher Profikaders. Seine ersten beiden Ligatore für die Borussia erzielte er am 13. April 2008 (28. Spieltag) beim 3:0-Sieg im Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth. Zudem steuerte er in der Saison 2007/08 insgesamt 13 Torvorlagen bei und gehörte somit zu den erfolgreichsten Torvorbereitern der 2. Bundesliga. Am Saisonende schaffte Marin mit Borussia Mönchengladbach den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga, in der er erneut einer der wichtigsten Torvorlagengeber der Mannschaft war.

Werder BremenBearbeiten

 
Marin im Dress von Werder Bremen (2009)

Zur Saison 2009/10 wechselte Marin zum Ligakonkurrenten SV Werder Bremen.[4] Dort fasste er sofort Fuß, etablierte sich als Stammspieler, trat vor allem als Partner von Mesut Özil in Erscheinung und bereitete so in 32 Spielen 14 Tore vor. In den ersten 15 Pflichtspielen der Saison (neunmal Liga, zweimal DFB-Pokal, viermal Europa League) kam Marin 15-mal zum Einsatz. Seine häufigen Auswechslungen waren auf die größtenteils verpasste Vorbereitung zurückzuführen. Er war mit der U-21 im Einsatz und verletzte sich zum Ende des Turniers, sodass er eine dreiwöchige Zwangspause hatte einlegen müssen.

FC ChelseaBearbeiten

Zur Saison 2012/13 wechselte Marin zum FC Chelsea.[5] Nachdem er unter Roberto Di Matteo zunächst keine Rolle gespielt hatte und nur einmal im League Cup und zweimal in der U-21 zum Einsatz gekommen war, absolvierte er am 28. November 2012 unter dem neuen Coach Rafael Benítez sein Premier-League-Debüt. Beim torlosen Unentschieden gegen den FC Fulham wurde er in der 82. Spielminute für Eden Hazard eingewechselt. Sein erstes Tor für den FC Chelsea erzielte er am 9. Februar 2013 (26. Spieltag) im Spiel an der Stamford Bridge gegen Wigan Athletic unmittelbar nach seiner Einwechslung mit dem Treffer zum 4:1-Endstand in der 90. Minute. Mit drei Einsätzen gehörte Marin auch dem Kader an, der in der UEFA Europa League 2012/13 den Titel gewann.

Auf Leihbasis durch EuropaBearbeiten

Zur Saison 2013/14 wechselte Marin auf Leihbasis zum FC Sevilla in die Primera División.[6] Am 14. Mai 2014 gewann der FC Sevilla das Finale der Europa League mit 4:2 i. E. gegen Benfica Lissabon. Marin wurde in diesem Spiel in der 78. Minute für José Antonio Reyes eingewechselt, musste das Feld aber in der 104. Minute verletzt wieder verlassen.[7]

Am 18. August 2014 wurde er für die Saison 2014/15 in die italienische Serie A zum AC Florenz verliehen.[8] Marin wurde in der Liga nicht eingesetzt, spielte viermal in der Europa-League und erzielte zwei Treffer. Die Leihe wurde im Januar 2015 beendet und Marin in die belgische Pro League an den RSC Anderlecht weiterverliehen. Für den RSC kam er auf sechs Liga- und zwei Pokaleinsätze, in denen er keine Tore erzielte. Am 25. August 2015 wechselte Marin wieder leihweise für die Saison 2015/16 in die türkische Süper Lig zu Trabzonspor.[9]

Olympiakos PiräusBearbeiten

Im August 2016 wurde Marin von Olympiakos Piräus verpflichtet.[10] Sein Debüt am 11. September 2016 (3. Spieltag) beim 6:1-Sieg im Heimspiel gegen Veria FC währte 70 Minuten. Sein erstes Tor erzielte er am 4. Januar 2017 (nachgeholter 1. Spieltag) mit dem 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit im Heimspiel gegen Asteras Tripolis. Marin beendete die Saison 2016/17 mit vier Toren in 14 Einsätzen und gewann mit seiner Mannschaft die griechische Meisterschaft.[11][12]

Roter Stern BelgradBearbeiten

Im August 2018 verpflichtete der serbische Erstligist und Rekordmeister Roter Stern Belgrad Marin ablösefrei. Er erhielt einen bis Juni 2020 laufenden Vertrag.[13] Am 2. Spieltag der Champions League 2018/19 erzielte er beim 1:6 gegen Paris Saint-Germain den ersten Treffer für Roter Stern in der Champions League. Mit dem Klub konnte er in seiner ersten Saison die nationale Meisterschaft gewinnen.[14] Aufgrund seiner guten Leistungen wurde sein Vertrag vorzeitig um ein Jahr verlängert.

NationalmannschaftBearbeiten

Da Marins Geburtsort im heutigen Bosnien und Herzegowina liegt, besaß er bis Ende Januar 2008 eine doppelte Staatsbürgerschaft und wäre auch für bosnische Auswahlmannschaften spielberechtigt gewesen. Er entschied sich jedoch für den DFB. Dort durchlief er sämtliche Jugend-Nationalmannschaften bis zur U-18-Auswahlmannschaft, in denen er zu den Leistungsträgern gehörte. Danach übersprang er die zwei nächsten Altersklassen und wurde am 21. August 2007 gegen Irland zum ersten Mal in der U-21-Nationalmannschaft eingesetzt.

Im Februar 2007 wurde Marin neben Björn Kopplin vom FC Bayern München II und Manuel Fischer vom VfB Stuttgart als einer von drei Deutschen für den UEFA-CAF Meridian Cup, bei dem eine europäische und eine afrikanische U-18-Mannschaft gegeneinander antreten, nominiert. Hier gehörte er zu den Leistungsträgern der europäischen Auswahl, die sich gegen die afrikanische Auswahl am 27. Februar 2007 mit 6:1 und am 1. März 2007 mit 4:0 durchsetzte.

Marko Marin wurde von Bundestrainer Joachim Löw am 16. Mai 2008 in den erweiterten Kader für die Europameisterschaft 2008 berufen. Im Zuge der EM-Vorbereitung bestritt Marin am 27. Mai 2008 in Kaiserslautern sein erstes Länderspiel gegen Weißrussland. Tags darauf gab Löw bekannt, dass Marin nicht zum deutschen EM-Aufgebot gehören werde.

Am 20. August 2008 erzielte er in einem Test-Länderspiel gegen die Auswahl Belgiens, seinem zweiten A-Länderspiel, sieben Minuten nach seiner Einwechslung sein erstes Länderspieltor. Am 6. Mai 2010 wurde Marin in den Kader für die Weltmeisterschaft in Südafrika berufen. Dort kam er beim 4:0-Sieg gegen die Auswahl Australiens und bei der 0:1-Niederlage im zweiten Vorrundenspiel gegen die Auswahl Serbiens als Einwechselspieler zum Einsatz.

Titel und ErfolgeBearbeiten

VereinBearbeiten

Borussia Mönchengladbach

FC Chelsea

FC Sevilla

Olympiakos Piräus

Roter Stern Belgrad

Nationalmannschaft und AuswahlenBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Am 18. August 2006 wurde Marin vom DFB die silberne Fritz-Walter-Medaille verliehen. Am 12. September 2007 wurde ihm die gleiche Auszeichnung in Gold überreicht. Im März 2010 wurde er zum Fußballer des Monats gewählt. Im Oktober 2010 erhielt er gemeinsam mit den anderen deutschen Nationalspielern das Silberne Lorbeerblatt vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff für die Leistungen der Nationalmannschaft bei der WM 2010. In der Saison 2018/2019 wurde er als Spieler von Roter Stern Belgrad zum Spieler des Jahres in der serbischen Superliga gewählt.[15]

SpielweiseBearbeiten

Marin ist gelernter Spielmacher, wird aber vornehmlich im linken Mittelfeld eingesetzt. Gelobt wird vor allem seine gute Ballbehandlung im Spiel „Eins gegen Eins“. Wegen seiner Ballsicherheit, seiner hohen Geschwindigkeit mit oder ohne Ball am Fuß und seiner Dribbelstärke, aber nicht zuletzt auch wegen seiner geringen Körpergröße wurde er vor allem in den englischen Medien vor seinem Transfer zu Chelsea teilweise als German Messi, in Anlehnung an den argentinischen Fußballspieler Lionel Messi, bezeichnet.[16]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Marko Marin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.stern.de/sport/fussball/marko-marin-schutz-fuer-den-schelm-657656.html
  2. Zitate - Zitat 5 - WM 2010: Reaktionen zur Gruppen-Auslosung. In: Spiegel Online Fotostrecke. 4. Dezember 2009, abgerufen am 9. Juni 2018.
  3. a b Marko Marin im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  4. Werder Bremen: Marko Marin vor Wechsel zum FC Chelsea. In: SPIEGEL ONLINE. 28. April 2012, abgerufen am 18. November 2014.
  5. Marko Marin wechselt zum FC Chelsea (Memento vom 13. April 2014 im Internet Archive)
  6. chelseafc.com: Marin Loan Agreed (Memento vom 30. Juni 2013 im Internet Archive), 28. Juni 2013
  7. t-online.de: Sevilla gewinnt Europa League nach Elfer-Krimi (Memento vom 17. Mai 2014 im Internet Archive), abgerufen am 15. Mai 2014
  8. chelseafc.com: Fiorentina move for Marin, abgerufen am 18. August 2014
  9. FC Chelsea: Marin moves on loan, 25. August 2015, abgerufen am 25. August 2015.
  10. Marin moves on chelseafc.com, abgerufen am 23. August 2016
  11. Marin und Olympiakos: Nach Meisterschaft das Pokalaus. In: kicker.de. Kicker Online, 26. April 2017, abgerufen am 22. Mai 2017.
  12. Super League - Olympiakos Piräus / Kader. In: kicker.de. Kicker Online, abgerufen am 22. Mai 2017.
  13. Europa-Reise geht weiter: Roter Stern Belgrad verpflichtet Marin aus Piräus. (transfermarkt.de [abgerufen am 1. September 2018]).
  14. Meister mit Roter Stern, Bericht auf welt.de vom 6. Mai 2019, abgerufen am 7. Mai 2019
  15. kicker.de: Marin zum Spieler des Jahres gewählt. Abgerufen am 29. Mai 2019.
  16. Focus Online: Vorschusslorbeeren vom FC Chelsea - Independent: „Marko Marin ist der deutsche Messi“, abgerufen am 29. April 2012.