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Jos Luhukay

niederländischer Fußballspieler und -trainer

Jos Luhukay (* 13. Juni 1963 in Venlo, Niederlande) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Seit dem 11. April 2019 ist er Cheftrainer des FC St. Pauli.

Jos Luhukay
Jos Luhukay 2012 2.jpg
Jos Luhukay (2012)
Personalia
Geburtstag 13. Juni 1963
Geburtsort VenloNiederlande
Größe 168 cm
Position Mittelfeldspieler
Junioren
Jahre Station
1978–1979 VVV-Venlo
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1979–1982 VVV-Venlo 20 0(3)
1982–1984 Venray SV
1984–1986 VOS Venlo
1986–1989 VVV-Venlo 75 (19)
1989–1991 SVV Schiedam 57 (12)
1991–1993 RKC Waalwijk 35 0(6)
1993–1995 SV Straelen
1995–1996 KFC Uerdingen 05 2 0(0)
1996–1998 SV Straelen 79 (23)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1998–2000 SV Straelen
2000–2002 KFC Uerdingen 05
2002–2005 1. FC Köln (Co-Trainer)
2005–2006 SC Paderborn 07
2007–2008 Borussia Mönchengladbach
2009–2012 FC Augsburg
2012–2015 Hertha BSC
2016 VfB Stuttgart
2018 Sheffield Wednesday
2019– FC St. Pauli
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

HerkunftBearbeiten

Jos Luhukays Vater ist auf den Molukken geboren, die heute zu Indonesien gehören; er flüchtete in die Niederlande, weil die Situation auf den Inseln lebensbedrohlich war (→ Molukker in den Niederlanden) und lernte später eine Niederländerin kennen, Luhukays Mutter. Beide Elternteile sind früh gestorben.[1]

Karriere als SpielerBearbeiten

Luhukay spielte stets in der Mittelfeldposition. Er begann seine Laufbahn im Alter von 15 Jahren in seiner Heimatstadt beim niederländischen Verein VVV-Venlo. Nach vier Jahren wechselte er 1982 zu Venray SV, wo er bis 1984 blieb. Danach spielte er zwei Jahre für VOS Venlo, bis er 1986 zum VVV-Venlo zurückkehrte. 1989 wechselte er bis Juni 1991 zum SVV Schiedam. Bei seinem letzten niederländischen Verein, dem RKC Waalwijk, spielte er von Juli 1991 bis Juni 1993. Luhukay war 1989 Teil der Kleurrijk Elftal, der Mannschaft, die zum Großteil beim Surinam-Airways-Flug 764 ums Leben kam. Er selbst entging dieser Katastrophe nur, weil er zum Zeitpunkt des Spieltermines mit seinem Verein VVV-Venlo in der Relegation spielte.[2]

Im Sommer 1993 wechselte er nach 15 Jahren und 139 Einsätzen in der Ehrendivision (27 Tore) und 48 Zweitligaspielen (12 Tore) in den Niederlanden nach Deutschland. Dort hatte er zwei Einsätze für den SV Straelen (1993–1995 sowie 1996–1998) und den KFC Uerdingen 05 (1995–1996). Mit Uerdingen bestritt Luhukay auch zwei Spiele in der Bundesliga. Sein größter Erfolg war der Aufstieg in die Oberliga Nordrhein mit dem SV Straelen 1996. Nach 20 Jahren beendete er im Sommer 1998 dort seine Spielerkarriere.

Karriere als TrainerBearbeiten

Einen Monat nach Beendigung seiner Spielerlaufbahn übernahm er den SV Straelen als Cheftrainer. Zwei Jahre später wechselte er zum KFC Uerdingen, mit dem er im Jahr 2002 in der Regionalliga Nord den fünften Platz belegte und im DFB-Pokal mit Siegen gegen Energie Cottbus und Werder Bremen für Furore sorgte. Das Ausscheiden im Wettbewerb kam für die Uerdinger erst gegen den 1. FC Köln. 2002 wechselte Luhukay in die Bundesliga, in der er an der Seite von Friedhelm Funkel (bis Oktober 2003), Marcel Koller (November 2003 bis Juni 2004) und Huub Stevens (Juli 2004 bis Juni 2005) durchgehend Co-Trainer beim 1. FC Köln war. Im November 2003 saß Luhukay beim Bundesligaspiel gegen Hannover 96 als Cheftrainer auf der Bank, da Friedhelm Funkel zuvor entlassen worden war – das Spiel verlor der FC mit 1:2. Von Sommer 2005 bis zu seinem Rücktritt am 11. August 2006 war Luhukay Cheftrainer beim Zweitligisten SC Paderborn 07.

 
Luhukay als Trainer von Borussia M’gladbach (2007)

Am 2. Januar 2007 wurde er von Borussia Mönchengladbach als weiterer Co-Trainer von Jupp Heynckes verpflichtet. Nachdem Heynckes am 31. Januar 2007 zurückgetreten war, übernahm Luhukay den Posten des Cheftrainers. Sein Vertrag bei der Borussia lief zunächst bis zum 30. Juni 2007, bereits Ende März 2007 wurde er bis Mitte 2009 verlängert. Doch Mönchengladbach musste sich im Sommer 2007 zum zweiten Mal aus der 1. Bundesliga verabschieden. In der Saison 2007/08 führte Luhukay den Traditionsverein zum sofortigen Wiederaufstieg. Mit einem 3:0-Heimsieg gegen den SV Wehen Wiesbaden sicherte sich die Mannschaft am 7. Mai 2008 zwei Spieltage vor Saisonende die Rückkehr in das Fußball-Oberhaus. Am 5. Oktober 2008 wurde Luhukay als Trainer von Mönchengladbach entlassen, nachdem die Borussen sechs der ersten sieben Spiele der Saison 2008/09 verloren hatten.

Am 14. April 2009 trat er seinen neuen Posten als Cheftrainer beim FC Augsburg an, mit dem er zum Ende der Saison 2009/10 auf Platz drei der 2. Liga landete. Die Relegationsspiele gegen den Drittletzten der 1. Bundesliga, den 1. FC Nürnberg, gingen jedoch verloren und Augsburg verpasste den Aufstieg. Am 8. Mai 2011 machte Jos Luhukay mit dem FCA dann durch ein 2:1 gegen den FSV Frankfurt mit Platz zwei den direkten Aufstieg in die 1. Bundesliga klar. Die erste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte schloss man auf Platz 14 ab. Bereits am 33. Spieltag erreichte das Team den Klassenerhalt. Am 5. Mai 2012, im Anschluss an das letzte Spiel der Saison, löste Luhukay seinen noch bis zum 30. Juni 2013 laufenden Vertrag auf.[3]

Zur Saison 2012/13 wechselte Luhukay als neuer Cheftrainer zu Hertha BSC. Er unterschrieb in Berlin einen bis zum 30. Juni 2014 laufenden Vertrag und übernahm das Team von Otto Rehhagel.[4] Dort gelang ihm als Zweitligameister 2013 zum dritten Mal der Aufstieg in die Bundesliga. Am 5. Februar 2015 trennte sich Hertha BSC von ihm und seinen Assistenten.[5]

Zur Saison 2016/17 wurde Luhukay vom zuvor in die 2. Bundesliga abgestiegenen VfB Stuttgart verpflichtet. Er erhielt einen Zweijahresvertrag.[6] Am 15. September 2016 trat Luhukay nach nur vier Saisonspielen von seinem Trainerposten zurück. Querelen mit Sportdirektor Jan Schindelmeiser über die Ausrichtung und die Verpflichtung der Spieler Takuma Asano, Benjamin Pavard und Carlos Mané – Luhukay wollte für den angestrebten Wiederaufstieg stattdessen erfahrenere deutschsprachige Spieler – waren dafür ausschlaggebend.[7]

Im Januar 2018 wurde Luhukay neuer Trainer des englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday.[8] Der Verein war in der Sommerpause 2018 wegen Finanzverstößen mit einer Transfersperre belegt und Luhukay ging mit einer nahezu unveränderten Mannschaft in die Saison 2018/19. Am 21. Dezember 2018 wurde er entlassen, nachdem aus den vorangegangenen zehn Partien nur ein Sieg gelang, die Mannschaft stand mit 24 Punkten aus 22 Spielen im unteren Tabellendrittel, fünf Punkte über den Abstiegsplätzen.[9]

Am 11. April 2019 übernahm Luhukay die Zweitligamannschaft des FC St. Pauli, die nach dem 28. Spieltag der Saison 2018/19 mit vier Punkten Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz auf dem 6. Tabellenplatz stand, als Nachfolger von Markus Kauczinski.[10]

SonstigesBearbeiten

Von Juli bis Dezember 2007 nahm Luhukay am 54. DFB-Fußball-Lehrer-Lehrgang an der Deutschen Sporthochschule Köln zum Erwerb der Fußballlehrer-Lizenz teil.

Erfolge als TrainerBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jos Luhukay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Michael Jahn: Herthas kleiner General. Berliner Zeitung, 1. Februar 2013, abgerufen am 23. Februar 2014.
  2. Artur vom Stein: Jos Luhukay im Porträt: Der Mann ohne Schlagzeilen. 11 Freunde, 27. Februar 2008, abgerufen am 23. Februar 2014.
  3. Luhukay verlässt den FCA. FC Augsburg, 5. Mai 2012, abgerufen am 23. Februar 2014.
  4. 2. Bundesliga: Hertha BSC verpflichtet Jos Luhukay als Trainer. Focus, 17. Mai 2012, abgerufen am 23. Februar 2014.
  5. Trennung von Trainer Jos Luhukay herthabsc.de, abgerufen am 5. Februar 2015
  6. sueddeutsche.de: VfB holt Trainer Luhukay und trennt sich von Dutt (17. Mai 2016), abgerufen am 22. Dezember 2018
  7. spiegel.de: Zwei unterschiedliche Welten (16. Sep. 2016), abgerufen am 22. Dezember 2018
  8. bbc.com: Jos Luhukay: Sheffield Wednesday name new manager (5. Jan. 2018), abgerufen am 22. Dezember 2018
  9. bbc.com: Jos Luhukay: Sheffield Wednesday sack boss after 11 months in charge (21. Dez. 2018), abgerufen am 22. Dezember 2018
  10. Der FC St. Pauli stellt Uwe Stöver und Markus Kauczinski mit sofortiger Wirkung frei, fcstpauli.com, 10. April 2019, abgerufen am 10. April 2019.