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Borussia Dortmund II

zweite Fußballmannschaft von Borussia Dortmund
Borussia Dortmund II
Spielstätte Stadion Rote Erde
Plätze 9.999
Trainer Jan Siewert
Liga Regionalliga West
2017/18 4. Platz

Heim
Auswärts

Borussia Dortmund II (früher Borussia Dortmund Amateure) ist die zweite Herren-Fußballmannschaft von Borussia Dortmund. Die Mannschaft spielt seit der Saison 2015/16 in der Regionalliga West, nachdem in der vorangegangenen Saison nur der 18. Tabellenplatz in der 3. Liga belegt wurde. Trainiert wird sie seit Juli 2017 von Jan Siewert, welcher vorher die U-19 des VfL Bochum trainierte. Sie ist eine U-23-Mannschaft und dient jungen Talenten als Zwischenstation zwischen dem Jugend- und dem Profibereich. Sie ist wie die Profis und die A-Jugend in die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ausgegliedert.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Von der Kreisliga in die Oberliga (bis 1994)Bearbeiten

Die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund spielte zunächst lediglich auf Kreisebene und schaffte im Jahre 1957 den Aufstieg in die Bezirksklasse.[1] Nach einem dritten Platz im Jahre 1957 gelang sieben Jahre später der Aufstieg in die seinerzeit viertklassige Landesliga Westfalen. Im Jahre 1969 wurden die Dortmunder Landesligameister mit acht Punkten Vorsprung auf Teutonia Lippstadt und stiegen damit in die Verbandsliga Westfalen auf. Diese war seinerzeit die höchste Amateurliga Westfalens. Drei Jahre später folgte der Abstieg in die Landesliga als abgeschlagener Tabellenletzter, ehe die Dortmunder Amateure im Jahre 1974 gar in die Bezirksliga hinunter mussten.

Erst im Jahre 1977 gelang der Wiederaufstieg in die Landesliga. Als Tabellenfünfter der Saison 1977/78 verpasste die Mannschaft den Durchmarsch in die Verbandsliga um nur zwei Punkte. Schließlich kehrten die Amateure der Borussia im Jahre 1983 in die Verbandsliga zurück und gehörten von da an zur Spitzengruppe der Liga. Mit drei Punkten Vorsprung auf den SV Langendreer 04 stiegen die Dortmunder 1987 in die Oberliga Westfalen auf. In der Oberliga wurden die Dortmunder 1989, 1991 und 1993 jeweils Tabellenvierter, bevor sie 1994 als Tabellenachter die Qualifikation zur neu geschaffenen Regionalliga West/Südwest verpassten.

Zwischenzeitlich erreichte die Mannschaft 1991 das Endspiel um den Westfalenpokal, das mit 1:6 gegen Arminia Bielefeld verloren wurde.[2] Durch die Finalteilnahme qualifizierten sich die Borussen zum ersten und einzigen Male für den DFB-Pokal. Dort traf die Mannschaft in der 1. Runde der Saison 1991/92 auf den Zweitligisten 1. FC Saarbrücken. Die Saarländer setzten sich vor 1800 Zuschauern im Stadion Rote Erde mit 5:2 durch.

Zwischen Regional- und Oberliga (1994 bis 2007)Bearbeiten

Nach der verpassten Regionalliga-Qualifikation spielten die Dortmunder wieder in der Viertklassigkeit und wurden 1995 Vizemeister hinter dem FC Gütersloh. Drei Jahre später wurden die Dortmunder unter Trainer Michael Skibbe mit zehn Punkten Vorsprung auf die Amateure des FC Schalke 04 Meister der Oberliga Westfalen. In der Regionalligasaison 1998/99 wurden die Borussen Viertletzter und waren damit eigentlich sportlich abgestiegen. Die Mannschaft profitierte aber davon, dass die besser platzierten Mannschaften des Wuppertaler SV und des FC 08 Homburg wegen nicht bezahlter Beiträge zur Berufsgenossenschaft zwangsabsteigen mussten.[3][4] Ein Jahr später qualifizierten sich die Dortmunder unter Trainer Edwin Boekamp für die neu geschaffene, zweigleisige Regionalliga.

Aus dieser stieg die Mannschaft als Vorletzter der Saison 2000/01 wieder ab und schaffte in der folgenden Spielzeit unter Trainer Horst Köppel den direkten Wiederaufstieg. Nach einem fünften Platz in der Saison 2002/03 mussten die Borussen zwei Jahre später nur aufgrund der um zwei Treffer schlechteren Tordifferenz gegenüber dem Chemnitzer FC in die Oberliga zurück. Die Chemnitzer profitierten dabei vom Zwangsabstieg des KFC Uerdingen 05. Erneut gelang der Mannschaft der direkte Wiederaufstieg, dieses Mal unter Trainer Theo Schneider. In der Regionalligasaison 2006/07 hatten die Dortmunder mehr Glück als zwei Jahre zuvor und schafften aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Holstein Kiel den Klassenerhalt.

Gegenwart (seit 2007)Bearbeiten

Im Jahre 2008 verpassten die Dortmunder als Tabellendreizehnter die Qualifikation für die neu geschaffene 3. Liga um vier Punkte. Ein Jahr später schafften die Borussen unter Trainer Theo Schneider mit drei Punkten Vorsprung auf die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern den Aufstieg in die 3. Liga. Als Drittletzter der Saison 2008/09 wurde der Klassenerhalt jedoch verfehlt. Im Sommer 2011 übernahm David Wagner das Traineramt. Mit einem 5:3-Sieg beim Wuppertaler SV Borussia gelang im Jahre 2012 am letzten Spieltag der Wiederaufstieg in die 3. Liga.

Am 9. August 2014 war das Stadion Rote Erde mit offiziell 9.999 Zuschauern zum ersten Mal bei einem Heimspiel von Borussias zweiter Mannschaft ausverkauft. Gast war am 4. Spieltag der Drittligasaison 2014/15 der SSV Jahn Regensburg. Das Spiel fand im Rahmen eines Familienfestes und der Einweihung eines Fanshops nahe dem Stadion statt.[5] Am 16. Mai 2015 stiegen die Dortmunder nach einer 2:3-Niederlage gegen Dynamo Dresden am vorletzten Spieltag aus der 3. Liga ab und traten deshalb ab der Saison 2015/16 wieder in der Regionalliga West an.[6]

Nach einem schlechten Start in der Saison 2015/16 mit sieben Niederlagen nach 14 Spieltagen auf Tabellenplatz 15 beendeten David Wagner und sein Co-Trainer im Oktober 2015 die Zusammenarbeit mit dem BVB.[7] Nachfolger wurden Daniel Farke und sein Co-Trainer Edmund Riemer. Beide erhielten einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017.[8] Farke führte das Team in der Saison 2016/17 zur Vizemeisterschaft hinter dem FC Viktoria Köln. Farke wechselte anschließend zum englischen Zweitligisten Norwich City. Sein Nachfolger wurde Jan Siewert, der vorher beim VfL Bochum die U-19 trainierte.

ErfolgeBearbeiten

StadionBearbeiten

 
Stadion Rote Erde

Die Zweitvertretung trägt ihre Spiele im Stadion Rote Erde aus, das bei Liga-Spielen 9.999 Zuschauern Platz bietet und der Stadt Dortmund gehört. Aufgrund mangelhafter Platzpflege und fehlender Rasenheizung sowie einem schlechten Zustand der Ränge und der Infrastruktur werden die Austragungen in dem Stadion öfter kritisiert. Deshalb denkt der BVB über einen Kauf des Stadions nach.[9]

FansBearbeiten

Im Durchschnitt besuchten in der Saison 2014/15 rund 2900 Zuschauer die Spiele in der Roten Erde.[10] Die Anzahl der Besucher unterlag starken Schwankungen, dessen Ursache Parallelansetzungen mit der ersten Mannschaft von Borussia Dortmund sind, da in der Fußball-Bundesliga sowie in der Dritten Liga der Hauptspieltag samstagnachmittags stattfindet. Die Amateure werden durch die Ultragruppe Ultras von die Amateure (UvdA) unterstützt, die ebenfalls zum Verbund der Ultras Dortmund The Unity gehören.

Seit dem Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05 am 26. August 2014 bietet das Fanzine schwatzgelb.de ein vom DFB genehmigtes Internetradio namens Amateurfunk an, das die Heimspiele der zweiten Mannschaft überträgt.[11]

Aktueller Kader 2018/19Bearbeiten

  • Stand: 10. November 2018[12]
Nr. Position Name
1 Deutschland  TW Jan Reckert
2 Deutschland  AB Amos Pieper
3 Deutschland  MF Sören Dieckmann
4 Deutschland  MF Marco Rente
6 Guinea  MF Mory Konaté
7 Deutschland  ST Herbert Bockhorn
8 Griechenland  ST Evangelos Pavlidis
9 Deutschland  ST Gianluca Rizzo
11 Deutschland  ST Joseph Boyamba
13 Deutschland  MF Beyhan Ametov
14 Deutschland  ST Philipp Hanke
15 Deutschland  AB Luca Kilian
16 Deutschland  MF Marco Hober
17 Italien  ST Massimo Ornatelli
Nr. Position Name
19 Deutschland  AB Haymenn Bah-Traore
20 Deutschland  ST Leon Burggraf
21 Deutschland  MF Julian Schwermann
22 Deutschland  ST Kempes Tekiela
23 Italien  MF Dario Scuderi
25 Deutschland  AB Tim Sechelmann
26 Turkei  ST Hüseyin Bulut
28 Deutschland  TW Jonas Hupe
30 England  MF Denzeil Boadu
32 Deutschland  ST Jano Baxmann
33 Deutschland  TW Lucien Hawryluk
39 Deutschland  MF Dominik Wanner
40 Deutschland  TW Eric Oelschlägel

Transfers der Saison 2018/19Bearbeiten

Zugänge
Nat. Name abgebender Verein Transferperiode
Deutschland  Jano Baxmann eigene Jugend Sommer 2018
Deutschland  Joseph Boyamba SG Wattenscheid 09
Turkei  Hüseyin Bulut eigene Jugend
Deutschland  Leon Burggraf SV Rot-Weiß Hadamar
Deutschland  Marco Hober Sportfreunde Lotte
Deutschland  Jonas Hupe eigene Jugend
Deutschland  Luca Kilian eigene Jugend
Guinea  Mory Konaté TuS Erndtebrück
Deutschland  Marco Rente TuS Erndtebrück
Deutschland  Tim Sechelmann eigene Jugend
Deutschland  Julian Schwermann eigene Jugend
Deutschland  Kempes Tekiela Westfalia Rhynern
Deutschland  Dominik Wanner eigene Jugend
Abgänge
Nat. Name aufnehmender Verein Transferperiode
Deutschland  Etienne Amenyido VfL Osnabrück Sommer 2018
Deutschland  Jonas Arweiler Jong FC Utrecht
Ungarn  Bálint Bajner unbekannt
Deutschland  Paterson Chato Sportfreunde Lotte
Deutschland  Michael Eberwein SC Fortuna Köln
Vereinigte Staaten  Junior Flores unbekannt
Deutschland  Patrick Fritsch Karriereende
Griechenland  Anargyros Kampetsis Panathinaikos Athen
Deutschland  Marc-André Kositzki TuS Koblenza.
Deutschland  Patrick Mainka 1. FC Heidenheim
Deutschland  Patrick Pflücke KFC Uerdingen 05
Montenegro  Armin Pjetrovic Pogoń Siedlce
Deutschland  David Sauerland Eintracht Braunschweig
Deutschland  Alexander Schulte unbekannt
Deutschland  Janni Serra Holstein Kiel
a. ausgeliehen
w.a. war ausgeliehen

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952–1958. Hövelhof 2012, S. 205.
  2. Pokalsieger auf Verbandsebene seit 1982. Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen, archiviert vom Original am 3. Januar 2015; abgerufen am 28. Juli 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.flvw.de
  3. Andreas Boller: WSV: Tristesse am Wuppertaler Zoo. Westdeutsche Zeitung, abgerufen am 28. Juli 2014.
  4. Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 232.
  5. Krystian Wozniak: Gala vor ausverkauftem Haus. RevierSport, abgerufen am 10. August 2014.
  6. BVB II: Ab in die Regionalliga!, auf reviersport.de vom 16. Mai 2015.
  7. Borussia Dortmund und David Wagner beenden Zusammenarbeit bvb.de, 31. Oktober 2015, abgerufen am 1. November 2015.
  8. Daniel Farke trainiert Borussia Dortmunds U23 bvb.de, 3. November 2015, abgerufen am 3. November 2015.
  9. Oliver Volmerich, Dirk Krampe: Der BVB will die Rote Erde kaufen. Ruhr Nachrichten, abgerufen am 11. Mai 2014.
  10. Zuschauertabelle der Dritten Liga. Liga3 Online, abgerufen am 19. Juli 2015.
  11. Internetradio für BVB II – Abgerufen am 18. September 2014.
  12. U23, bvb.de